Der Auftrag der alten Lakotafrau

Lass Deine Stimme hören!

Beinahe hatte ich es vergessen. Es ist viele Jahre her, da schenkte ich meiner kleinen Tochter zum Geburtstag eine Reise zu den “echten” Indianern. Wir reisten zum ersten Mal zum Sonnentanz im Land des Lakota Volkes.
Nachdem der heilige Baum wieder abgebaut war, blieben wir noch einige Zeit auf der Büffelranch eines Freundes, Fred, dessen Sohn im Alter meiner Tochter war und der freundliche Pferde besaß, auf denen die beiden ohne Sattel über die Prärie galoppierten.
Inzwischen hatten wir uns angewohnt, unter freiem Himmel zu schlafen. Beide Kinder hatten in diesem Sommer ihre Erfahrungen mit schwarzen Witwen gemacht und mit den winzigen „brown recluse“ Spinnen, deren Bisse die Gesichter der Kinder bis zur Unkenntlichkeit entstellt hatten. Die beiden klagten nicht, denn beim Sonnentanz ist Schmerz der Weg zu den Geistwesen.

singing spiderwoman

singing spiderwoman

Aber neue Bisse wollten wir nicht riskieren und Spinnen beißen eher im Zelt oder im Haus, wo sie sich in die Enge gedrängt fühlen. Im Freien huschen sie meist einfach davon. Genau wie die Klapperschlangen, deren Bisse wir noch weniger riskieren wollten.
In jener Nacht schwitzten wir in einer Schwitzhütte, die seit Generationen an diesem Ort gestanden hatte. Der sehnsüchtige Gesang der Koyoten drang von draußen zu uns herein. Als wir aus dem Bauch von Mutter Erde krochen, hingen Wolken wie eine schwere dunkle Decke über der Prärie. Wir vier lagen nebeneinander auf unseren Matratzen und ließen uns von den dicken Tropfen, die bald schon herabprasselten in den Schlaf spülen.

Als ich aufwachte, war der Himmel klar und schwarz. Unzählige Augen zwinkerten vom Himmel herunter. Die Koyoten waren längst verstummt. Meine Tochter und unsere neuen Freunde schliefen tief und fest.
Day and Night by Christine Li
Aber ich war nicht die einzige, die wachte. Ich fühlte eine atemlose Präsenz. Neben einer kleinen von Sträuchern stand sie, in altertümlichem Lederkleid, umwabert von weißen Wolken. Sie sah mich an. Mein Herz raste davon. Unmöglich, die anderen zu wecken, denn nicht einmal einen Finger konnte ich bewegen.
Sie verstand wohl meine Angst, denn auch sie bewegte sich nicht. Ihre Augen ruhten auf mir, als wollten sie mir sagen: Fürchte dich nicht.
So verharrten wir. Ich in Starre und sie in zeitloser Ruhe. Langsam, ganz langsam, fand ich meinen Atem wieder. Sie stand immer noch da und wartete, bis ich endlich statt Panik nur noch ruhige Aufmerksamkeit fühlte.
Da begann sie zu reden. Es klang wie Lakota. Eine Sprache, die ich immer noch nicht verstehe. Einen einzigen Satz sagte sie und sah mich an.
Ich versteh dich nicht“, dachte ich.
Da wiederholte sie den Satz. Wieder und wieder und in Gedanken wiederholte ich die unverständlichen Laute, bis ich endlich Silbe für Silbe mitdenken konnte, was sie mir sagte.
Sie sah mich noch einmal an und nickte mir zu. Dann löste sie sich auf und dann waren dort, am Rande des kleinen Gebüsches, nur noch die weißen Nebelschwaden.

Eine Weile blieb ich wach liegen und wiederholte die Worte in meinem Herzen, bis ich mir ganz sicher war, sie niemals wieder zu vergessen, oder zumindest nicht bis zum nächsten Morgen.
Als die anderen Menschen erwachten, erzählte ich Fred von meiner Vision.
„Ja“, sagte dieser. „Die Frau lebt da seit langer Zeit. Allerdings erscheint sie nur Kindern und Verrückten.“
Er grinste bei diesen Worten.
„Sie hat etwas gesagt“, sagte ich. „Auf Lakota.“
Ich wiederholte, so gut ich konnte, die langsilbigen Worte: „Weißt du, was das heißt?“
Er nickte: „Lass deine Stimme hören!“
„Und was meint sie damit?“
„Vielleicht meint sie, du sollst beten?“
Das wollte ich tun.
Was sonst konnte sie meinen. Was sonst hätte ich sagen sollen und wer außer der Geisterwelt wollte mir zuhören?
Im Laufe der Jahre vergaß ich die Indianerfrau und ihren seltsamen Auftrag.

Nun, nach langer Zeit, sehe ich sie wieder vor mir, die alte Indianerin in ihrer schönen alten Tracht.
Lass deine Stimme hören!

Inzwischen gibt es doch so einiges, was ich gerne sagen möchte.
Oder vielleicht ist es auch nur eine einzige Sache:
Es ist an der Zeit, dass wir Menschen uns wieder selbst heilen.

Zu sehr sind wir verängstigt worden. Uns ist eingeredet worden, Heilen sei eine komplizierte Sache, nur für Experten, und selbst dann meistens unmöglich.
Lange Zeit habe ich das selbst geglaubt. Wie auch nicht. Wenn menschliche Körper, ihre Anatomie, ihre Physiologie, all die komplizierten Prozesse im Körper doch nahezu unverständlich sind. Wie könnte es nicht den Experten vorbehalten sein, sich da einzumischen?

Dann, nach und nach, sind Zweifel in mir erwacht.
Heilung geschieht immer wieder und in jüngster Zeit oft immer leichter. Spontan und ganz ohne Experten. Diese sind, nach vielen Jahren und milliardenschweren Investitionen in Forschung, nach Kilometern von Büchern und Diskussionen, dem Geheimnis von Heilung kaum näher gekommen. In der Zwischenzeit sterben immer mehr Menschen an den Nebenwirkungen neuer, kaum erprobter Wundermittel. Da forschen sie vor sich hin, die Illusion, dereinst das Wesen von Heilung zu begreifen, unerreichbar vor der Nase, wie die Karotte, die man dem Esel vor der Nase baumeln lässt, damit er läuft und läuft.

Dabei ist Heilung gar nicht so schwer.
Mitgefühl ist der Schlüssel.
Bescheidenheit.
Respekt.
Stille.
Den Rest macht der Körper.

Acupuncture: a Shaman’s Way

Today I look at Chinese medicine from a shamanic point of view.
Many years ago I studied  Chinese Medicine in China. I lived there for nearly five years, I accumulated about two thousand Chinese books. But I always had the feeling that something was missing.
(It is not- we just have to look deeper)
So I studied with shamans all over the world. Healing matters deeply to me.

I learned about spirit. I learned how spirit is lost and how it is called back.
I learned about intrusions and the spirit of the death that come to haunt us.
I learned about Power Loss.

Most importantly I learned that Shamanic ideas are not alien to Chinese Medicine. They are its very root.

The Wu Shamans of ancient China were women who danced to bring the spirits back.

African Yin Yang

African Yin Yang

Laozi, the mysterious creator of the Dao De Jing, was a great shaman.
He (she?) wrote a book called: Book about the way and the power.
The Dao De Jing (Tao Te King) most people think to know.

You may want to read this wonderful book again. And again.

The ancient shamanic classic Dao De Jing and a handful or two of acupuncture points are the essentials you need to be a wonderful healer.
This is very little, if you compare this to any other medical system.

Of course it is fun, to know more stuff. I enjoy all kinds of manual techniques or point combinations by famous doctors or herbal medicine and I think so do you.
But the more I accept that healing is the natural way to go, the less I rely on overly complicated interventions.

We do not need to worry out about not knowing enough.
We always do. Knowledge lies deep within.

It is narcissistic thinking that we must be incredibly great to heal people.
We hand over the power to be who we are to other people.
Like this we put incredible pressure on our clients: If they get well, we feel really good and accomplished. If they do not get well or even die, we feel like terrible failures.
Have you ever had a client who told you she felt better, just to make you feel better?
They should not have to do this.

They are on a quest to encounter their own inner healer and we can chose to help them.
We do this by connecting to them.
The ancient Chinese Shaman Laozi says:
“Two give birth to Three. Three give birth to ten-thousand things.”
Three is the magic connection.
Whenever the Magic Three is born, we will feel in your guts what this person needs. Or they will feel it. Something will come up and it will be healing.

Healing does not necessarily mean we will not have to die.
This may be hard to swallow, because we tend to think of medicine as the great warrior against death.
This is another instance of narcissistic thinking and again it does not serve us well.

Fear of Death is a Damaging Belief. We are Immortal anyway.

If we loosen up around death- healing will be much easier.
In Shamanism the world of death is just another place to be.

Damaging Beliefs

Let us talk about damaging beliefs.
Some popular damaging beliefs are: I am ugly, I am stupid, I am unworthy.
Cognitive therapies and hypnotherapy try to get rid of these beliefs by understanding them and finding something more useful.
We may write on our mirror or on little cards: I am beautiful. I am smart. I am worthy.

This may be less painful. But it does not work as well as most people hope.

You see: whether we claim to be good or bad it is probably not the truth. It is alien to who we are and therefore not very powerful.

The truth is: when are born we are neither good nor bad. We are just as we are. Just like a tree.

Then our parents, our teachers, our friends really get going and chop us into something useful.
A chair. A table. A wooden bowl. While all we wanted to was grow and be alive.

In Humans we do not use Axes to chop down our Inner Truth. We use Words.

The great shaman Laozi was not so keen on words and names:
The Dao that is named is not the real Dao, he said.
He also had a dim view our notion of usefulness.
The thing he liked the least was morals.

To think we are bad is obviously damaging.
To think we are good is not much better.
Good is not what we want to be: We want to be real.

Laozi  said that moral categories were the beginning of all evil.

Just ask your local crack dealer who pushes poison to small children whether he considers himself a good person. He will have very elaborate explanations why it is ok what he is doing and why, of course, he really is a good person.

Beliefs are food for the mind chatter that prevents us from listening to our inner song. The deep knowing who we really are.
Our essence.

Thunder and Lightning: Two Shaman Gods and also two well known Acupuncure Points

While we are at it, I want to point out, that we have methods in acupuncture to get rid of sticky thought forms- be they whiny and self pitying or resentful and self-righteous or outright grandiose.
Try a point on the back, right between the middle and the heart. It goes by the name of yixi- cry of pain- bladder 45.
Here, just over the diaphragm, is the lower region of our sky, the lung, where the darker and heavier clouds collect.
With the acupuncutre point “yixi” sticky thought forms will pour out of the client. After half an hour of accusations, misery, self pity and tears, we can clear up the sky with two other points: Lu 7 and St 40, Lieque and Fenglong- which incidentally are the personal  names of two old shaman gods of China: Thunder and Lightning.

Put your intention on clearing away cloudy thought forms and the two gods will be at your command.

“You can’t go back
and you can’t stand still
If the thunder don’t get you
then the lightning will.”
(The grateful death)

Thought discipline
After thunder and lightning have swept away the mind chatter, we have to apply thought discipline to keep it that way.
There is a mantra that seems to be working especially fine: I just tell myself to shut up whenever my mind goes into self bashing mode or self inflating mode.

Shutting up is good medicine

The mantra “shut up!” came to me on a vision quest I did once on a very beautiful spot near an old Apache graveyard near the Mexican border. There were wolves. There were hot springs. There was snow.
As the place was so beautiful and so holy I prepared myself for great instructions.
I did my little ceremony and sat in the snow and started pouring my heart out.
I really got going.
So many things I needed to learn and do. So much misery I was making up for myself.
I was a complete nuisance to all the other beings on that beautiful spot.

All of a sudden someone said in a very clear voice: “Shut up. If you go on talking you will not hear what is being said.”
It was a peck of grass.
To shut up is very serious advice given to me by the spirit world and I thought I’d pass it on.

Now that we have talked about damaging beliefs, which are not cool, and about how to get rid of them, by shutting up,  we are done with this talk.
Right?
Hold your horses.
I am just warming up.

Acupuncture
We are immensely priviledged to be students of a medical system that does not draw a line between body and spirit.
A system that is non dual to the very core.
A system that furthermore teaches us a very simple technology to work with spirit.

Acupuncture: A Technology of the Spirit

However we have managed to reduce it to a system to treat symptoms and diseases.
Acupuncture can do that- it can do anything we want it to do, because the needles are a language that speaks to the body and if we talk disease- so will the needles.
We have been brought up to think diseases are real.
We have been brought up to think that they are entities that somehow come over us.
Later generations who will have understood will shake their heads at so much superstition.
Our notion of disease is yet another damaging belief.

Disease is the Soul’s way of healing

Some time ago I was meditating and it was one of those rare moments my mind really got out of the way. I sat there for a couple of hours, feeling calm and blissful.
Suddenly from deep inside a thought popped into my mind: Disease is the soul’s way of healing.
Next thing I felt the strong urge to jump up on my feetwhich were numbed after sitting so long. With a terrible sound my ankle cracked and I fell down on the ground. There I lay trying not to be sick from the piercing pain that shot through my leg.
Why had I jumped up like that? What had made me do so?

After a while my daughter came in and found me lying on the floor.
“I fell down”, I told her. “But never mind. I do not know how, but something just got healed.”

“Oh mommy”, she said and looked at my foot that by that time had swollen into a huge formless lump. “Only you can say something like that.”

My daughter knows me well. I can be bit weird at times.

Over the next days I held the thought  “Disease is the soul’s way of healing.”
I did some acupuncture to help the swelling go down and did some exercises to find out what was happening.
Very soon I realized that while the lump slowly turned into a foot again some other changes took place. I will not bore you with the details, but among others my iliosacral joint and hip which had been really painful for a long time opened up. The vertebrae in the neck fell into place. Headache and an occasional tinnitus dissolved. I got a bit taller. Most importantly for an ardent dancer like myself I found a completely new balance.

It was complex healing- far more complex than everything I ever learned in osteopathy.
I would never have been able to do anything like that consciously.
But something deep inside knew everything it needed to do.
It was not the first time it had done so or tried to do so.
But it was the first time I was really able to go with it instead of fighting the symptoms.

It is not always easy to appreciate the self healing process.
It can be painful and inconvenient like a swollen ankle.
It can be much worse than that.

We all have known people who started a new life after some terrible disease. I have a friend who lived through terminal cancer and found herself a new person at the end of that trial.

Healing can be deep and painful.

The force behind healing has no mercy. It is a natural force and if we try to fight it, it may very well kill us.
It is a force that comes from our roots.
The only real disease there is, is when we are not connected to this force.
A tree that is not rooted well, will be eaten by worms and thrown down by the storm.
This is the way of the forest to heal itself.
This is how life works.

The “Three Treasures” of Ancient Chinese Doctors

The ancient Chinese doctors talked of “Three Treasures”: Shen,Qi and Jing. Let us meet these forces.

Shen- the Intouchable

In beginners classes of Chinese Medicine we talk a lot about Spirit- Shen.
Shen is expansion. It is yang and it connects us to the sky.
When the going down here gets rough parts of it can fly far, far away and not find its way home.

We call that soul loss. It happens when we are traumatized. Soul loss reduces our being.
Live loses its light and we feel lonely and sad.
Soul loss can be treated relatively easily with acupuncture.

Qi- the World of Matter

Spirit is pure yang, immaterial. When it dives down into yin again, it translates into qi.
Qi is the body we work with. Our feelings and our thoughts.
Most of the time our attention lies here. In the middle world.
We are used to get a grasp on things by giving them a name. Our specific cultural formation, our language, lets us only see the things we have words for.
We are resistant to things we have no names for.

Jing- The Essence- our inborn Power

When Qi dives down even deeper into Yin it condenses into essence- Jing.
The Chinese say it cristallizes. They teach that this crystallization needs lots of stillness and time. Like during the ten lunar months we spend in the womb before birth.
This cristall is the Jing. Our core.
As cristalls do- the Jing resonantes with its own frequency, our personal song.
If we want to know who we are, we need to listen to that song.
Most of the time we do not. Instead we listen to the chatter of our mind.

We do not hear so much about Essence in Chinese medicine.
All we learn is that we need to guard it- preferably with much sleep and little sex. Not much more we can do about it.
We also learn that it is something like gasoline. Once it is used up we die.

You can easily see that we translate our everyday illusion of scarcity into what we think is spiritual thinking.

Instead of thinking of Essence as some kind of spiritual gasoline, we can also think of it as our connection to the spirit world. The place were we are purely ourselves and at the same time connected to everything.
Think of a tree. In the upper world it stands high and reaches up into heaven. It is light and beautifully alive. Its branches rustle and sing songs without any meaning or intention attached. Songs of pure sound that somehow express, what it is on the inside.
Then there is the middle part. The trunk. A bundle of millions of pathways  that connect the branches to the roots.

The roots lie in the dark. Therefore we do not see that they form a web that spans for miles and miles connecting all trees into one living organism. Along  that web the roots pass nutrients and water. Here in the dark their power is born.

We are just like that. Deep down in the dark we are connected to everything.

The Dark World

Laozi called this place of creation The Dark Female.
It is a scary place. The place where we lose ourselves to death.
This is, why little children want to leave the light on and why all of us cannot keep still.
We all like to think that we are children of the light.

But we are also children of the dark. This is where our power is born.
If we want to embrace that power we need to grow up.

The Inuit Shaman

Shamans have some hard ways to grow up.
I read a story once about a traditional Inuit shaman who was put on some floating piece of ice to during the endless night of arctic winter. I do not remember for how long, but a lesser man would not have lasted an hour out there I suppose.
Facing death from cold and dark was this man’s test. The ultimate challenge for him to show, that he was a grown man, strong enough to face the spirit world.
When he came back he told his people:
Outside, there is nothing to be afraid of.

This message touched me very deeply. If the things we are afraid of are not outside. Where are they?
What is this place, the dark female, like.

Spirit Songs

Laozi,the Shaman of ancient China has taught, that in the beginning, people where simple and therefore they were powerful.
Have you ever listend to the prayers and spirit songs of tribal people all over the world.

These songs  are simple and truthful. They are also very powerful.
I once sat in a sweat lodge with an old Lakota healer who sang songs for thunder and lightning.

When we crawled out after several hours of ceremony we found that a tornado had wiped out everything around the lodge.
Cars and trailer homes were turned upside down. Houses had lost their roofs. Strong light poles had been broken like straw. The entire place was a mess. But inside the lodge, nothing but a fragile tent made of sticks and blankets, we had not even heart the storm.

Spirit songs are powerful

A native person,someone with a deep connection to the spirit world, will tell you, that these songs are not made-they are received.

They come from the spirit world.

We do not connect to this realm on the outside.

The spirit world is the land of Yin and we find it within ourselves.
When animals and rocks and plants talk to us, they talk in spirit language, in pure sound, and we hear it with the inner ear.
Providing we shut up.

Qi and Evil Qi

You see:
Words are qi.
They are born as vibrations, pure sound,  from the core of our being and are made into meanings by our intention. The middle.
It is our specific human gift to create meaning.
True words are in alignment with who we are.
The Chinese word for being in alignment is zheng.
True words are Zheng Qi.
Like a spirit song such words are powerful.

Words and thoughts that are not received but copy pasted from stuff we have learned do not have the same power.
They can be judgmental words, words of pride, words of guilt and words of self loathing. They can be anything.
They can be medical diagnosis.
All such words are not in alignment with who we are.
They are Xie Qi.

Xie Qi attract all kinds of similar thought forms from the outside world. They cluster and build up like dense clouds.
If we do nothing about these clouds- thunder and lightning will.

Meet the Dragon

In our beginner’s class in Chinese medicine we learn, that there is a dragon fire residing in the kidneys, most say the right kidney (which is where I feel it) or somewhere near the base of our spine. The Indians call it the Kundalini and visualize it as a snake.
For me it is the Dragon.
They say: Dragons dwell in underground caves and every once in a while they rise up to the sky to play with colourful balls.
When the dragon rises freely it brings about ecstasy and delight and an opening of the third eye.
When the sky is obstructed by clouds or strange thought forms the dragon will rise anyway and wreck havoc like a tornado.

For the last 2000 years Chinese Medicine has talked of ministerial fire rather than of dragons. The ministerial fire is our vitality. It has to do with heat and sex and other wild stuff.

The Confucian doctors admonished people to nourish their yin and refrain from sex and sit in meditation to control that fire.
They were terribly afraid of the ministerial fire and with reason.

When the dragon rises through a cloudy sky- when there is lots of Xie Qi- this Xie Qi will get momentum.
We get all kinds of heat, bursting, explosion, irritation, inflammation. Oftentimes this is in the region of the so called smaller yang, the Gallbladder and Triple heater channel. Think migraines. Think tinnitus. Think gallbladder colic. Think apoplexia.

The rising of the dragon shines light on every little Xie Qi it encounters on its way. You get swellings, red and itchy skin eruptions. All kinds of lumps may grow out of proportion. Your arteries may clog or explode. Your heartbeat may run out of control. Your stomach inflames. You may get strange cravings or unbearable pain.
Depending on your thought forms you can get any disease you can imagine.
The dragon rises out of the dark and it can make a murderer out of you or make you leave your partner of twenty years.

The dragon is the thunder and lightning of our inner universe.
It does not care about collateral damage.
It does not care whether we get killed in the process.
In the spirit world death does not exist.

The only thing the dragon wants to do is clear up the atmosphere. To reconnect heaven and earth.
To dance on a clear blue sky and play with colourful balls.

Taming the Dragon

In acupuncture we can tame the dragon to do its thing in a sweeter way and if we feel a little wilder we can undertake to wake a sleeping dragon on purpose.

Here are some ideas:

We have acupuncture points to connect heart and kidney.
We have points to heat up the ministerial fire.
We have points to clear out the Shaoyang channels.
We have points to get rid of toxic heat, damp and phlegm and unclutter the middle.
We have points to get rid of thought forms and other xie qi from outside.
We have points to connect to our ancestors and to the spirit world.
We have points to carry people high up on a mountaintop and points to submerge them into a deep blue ocean.
We have points to walk our clients through every part of their inner universe.

This work can be a bit dramatic. But in the end people get very still and some of them receive their healing song.
They get visions, hope and a new feeling of authenticity.
They start whole new lives.

So now, that we know the dragon I want to remind you of one more thing:
The difference between a healer and a sorcerer is, that the healer controls his thoughts and knows, when to shut up.

The lost Connection to the Cosmic Web

Shamanic acupuncture- The Yin Way

Ancient doctors of China advised their clients to nourish the Essence.
The art of nourishing the Essence has been forgotten or rather: It is looked upon as inefficient because basically nourishing the Essence would mean not to think, not to plan and not to expect anything. Again and again.
Who wants to do that.
To stand still- while everybody around us is running like crazy?

I see nervous people and sleepless people and people who act out or run around all the time. Mostly very successful people.
They tell me, they are completely exhausted, drained, burned out.
Some of them do not see any sense at all in living.
They have lost all hope.
“I wish, I could just go”, is a phrase heard often in my office. ”I tried so hard but nothing seems to work.”
Many feel lonely, disconnected and sometimes utterly lost.
The reason may be the breaking up of a relationship, a divorce, love- sickness, infatuation and all the other heart wrenching moments.
The reason may be a lost dream. A career running into the wrong direction.
Most of the time, they cannot even tell you what happened.

Live has somehow lost its brilliance.

And let us not be fooled by all the smiling faces out there. An ever growing percentage of these radiant smiles is fuelled by Prozac and Co.

Their deficiency is obvious- but the usual tonification approach of TCM will not work.
Neither will the nutritional supplementation of Western naturopathic medicine.

In our times in the rich countries, the deficiencies we live through, are not the same as in ancient China.
Back then, the bodies were nourished less and the winters were colder.
Situations that drained the body.
But then, these people knew how to nourish the spirit.

Today the pulses tell different  stories. In modern day people that are exhausted to the core may present with a perfectly toned and nourished body and with shiny hair.
They may even be fat- in times long gone a sign of well-being.
The middle is fine.
Even the kidney pulses are quite ok most of the time.
Bodies are not so drained after all.
And still, after a while, even the bodies give up functioning and, while still perfectly nourished, create all kinds of ailments, that leave the medical doctors and alternative doctors alike: completely baffled.

Good medicine should always try to answer two questions:
1. Why did this condition occur?
2. What do I need to get well again.

The name of a disease, most important concern of Western medicine, is not very important and can even be misused by clients and helpers alike to perpetuate the condition.

So: What has happened to these people?

The answer is Soul loss. A spiritual condition, that can only be addressed, when we, in Chinese Medicine go back to our shamanic roots and understand, what it is like, to  work with spirit, to connect to deep power, to heaven and earth and the cosmic web  and to understand, that there is no other disease than to lose that connection.

This September, at the International Congress of TCM in Denmark we will talk about how we today can get back to that spiritual connection and even fight some personal demons. We will also learn, that disease can be good news if we understand its message and handle it well.

Im Geisterstrom

Teil 4: Auf der Suche nach den Ahnen- eine europäische Visionssuche

 

In der chinesischen Medizin ist die Erde das Zeichen von Feuchtigkeit, Gedanken, Duft, Ermattung, Bescheidenheit, Mütterlichkeit und Ernährung.
Das Wasser entspricht dem Winter, der Angst und dem Tod und damit auch der Wiedergeburt.
Eine winzige Einführung in die Fünf Elemente Lehre finden Sie in meinem Vortrag zum Hamburger Qigong Kongress.

In dieser Nacht regnete es unaufhörlich. Es begann bereits am Nachmittag. Ich wanderte durch einen endlosen Wald.  Ganz weit oben, unerreichbar zwischen hohen dunklen Baumkronen ahnte ich den mattgrauen Himmel. Unten war alles Dichte und Moder. Tote Bäume lagen in wirren Verstrickungen übereinander.
Toter Baum by Christine Li

 

 

 

 

 

Verworrenes Holz by Christine Li

Keine Menschenseele weit und breit.
„Lasst mich hier herauskommen, ehe die Nacht kommt!“, war mein Gebet und weil es schlicht und unmissverständlich war, wurde es erhört. Beten will gelernt sein.

Nach ein paar Meilen öffnete sich der Wald und entließ mich an den Fluss. Schwärzlich mäanderte er durch seine moorige Heimat. Letzte Sonnenstrahlen rieselten zwischen Wolkenrissen hinab auf die Erde. Unter den Grasbüscheln glitzerte Wasser und meine Füße sanken tief.

die "Kalte Moldau"

Ich fand eine winzige Erhebung, bewachsen von Ebereschen und leuchtend gelbem Johanniskraut, stellte mich vor und bat höflich um ein Nachtlager.

Auch in dieser Nacht spendete ich keinen Tabak, sondern bot an, Müll einzusammeln und mitzunehmen.

Die Bewohner der kleinen Insel empfingen mich freundlich. Es gab keinen Müll hier. Ich durfte mich ausruhen.
Im Halbdunkel nestelte ich in meinen wenigen Habseligkeiten. Alle Kleidung übereinander, der Schlafsack und ganz außen der unbezahlbare Biwacksack. Die zusammengerollte Filzdecke als Kopfkissen. Kleiner Luxus.
Bald schon umfing mich vollkommene Dunkelheit.

Moldaunacht by Christine Li

Frieren würde ich diesmal nicht. Das bisschen Wind schreckte mich nicht, nicht nach den stürmischen Attacken der Bergstürme und dem Gewitter am Hang in den Nächten davor. Aber trocken war die Wiese selbst hier auf dem Hügelchen nicht. Genaugenommen war sie klatschnass.

Der Regen fiel und fiel. Die Wolken ließen kein einziges Sternchen hindurchscheinen. Wasserlast für eine lange Nacht. Ich zog den Biwacksack fest zusammen. Nur eine Lücke zum Atmen ließ ich frei.
Doch nicht umsonst sagen die Chinesen: Wasser ist das Stärkste. Wasser findet immer seinen Weg; es schleicht durch jede Ritze und rinnt in jede Form, und wenn es hoch genug steht, drückt es auch von unten nach oben.

Aber kalt, so kalt, wie ich es in der Höhe erlebt hatte, war es hier unten nicht. Kein Grund zur Besorgnis, sagte ich mir. Die Vögel schliefen im Regen, die Rehe schliefen im Regen. Das einzige, was mich vom Schlafen abhielt, waren mal wieder die Gedanken.
Da lag ich, halbwegs weich und kuschelig in der matschigen Erde und anstatt einfach damit zu sein, konstruierte ich meine Zukunft. Du wirst nass werden und dann wirst du eben doch noch frieren. Dann wirst du nicht schlafen können. Weil ich gleich dabei war, dachte ich dann noch über die Welt im Allgemeinen nach. Die Lage im nahen Osten. Kriege und Krankheiten. Trennung und Entfremdung und Hass. Außerdem zerbrach ich mir den Kopf darüber, wo ich eigentlich war und wo ich am nächsten Morgen hinmusste. Ob ich überhaupt jemals zurückfinden könnte. Auch darüber, ob die Menschheit als solche jemals zurückfinden würde. Und wohin. Lauter Konjunktive. Könnte, sollte, müsste.

Bei Feuchtigkeit kreisen die Gedanken, lehrt die chinesische Medizin.

Voila. Sie kreisten. Klebrig. Unergiebig. Ich fühlte mich kein bisschen weich und kuschelig. Ich war ein einziger Widerstand. So langsam spürte ich auch den Wind, der schwach, aber stetig das Wasser auf meinem Biwacksack verdunsten ließ und mit jedem kleinen Wehen Schauer durch meinen Körper sandte.

„Still jetzt! Riech!“, sagte jemand mit der energischen Stimme der Naturwesen. Es war das Johanniskraut.

Ein Schwall von würziger Wärme durchdrang mich. Ein kurzer Gedanke noch: Wie kann Johanniskraut so stark riechen? Noch dazu mitten in der Nacht? Dann verlor sich auch dieser letzte Gedanke im Duft.
Ich entfaltete mein Luxuskopfkissen und wickelte den Filz um den Biwacksack. Der Filz sog sich voll und bildete eine feuchtwarme Packung, die meine Wärme im Körper hielt und den Wind draußen. So dämmerte ich ein.
Am nächsten Morgen regnete es immer noch und der Himmel hing tief und grau. Statt einer leichten Filzdecke durfte ich nun einen nassen Bleiklumpen in meinen Rucksack stopfen. Da meine Blasen gegen Schuhe rebellierten, stapfte ich barfuß durch das saftige Gras entlang des Ufers.

Mein Weg führte mich auf die Spuren all der Menschen, die viele Jahrhunderte diesem Fluss gefolgt waren. Auf dem Rücken keine Mikrofasersäcke mit ein paar nassen Decken. Sie ertrugen hölzerne Kruken mit ledernen Säcke voller Salz. Je schwerer, destso besser- Denn Salz war das weiße Gold.
Immer weiter den Goldenen Steig hinauf  trug mich der Geisterstrom. Da waren junge Männer, mit schweren Säcken, voller Hoffnung und Tatendrang. Bereit zur Rebellion. Frauen, die dem Zug folgten, Kinder im Tragetuch und im Bauch und auf dem Rücken schwere Säcken. Alte Männer, müde und gebeugt von ihrer Last, Säcken, die von Jahr zu Jahr kleiner wurden und doch immer schwerer für sie, bis sie endlich ihren Widerstand aufgaben und unter ihrer Last zur Erde sanken.

Bohemian Grave by Christine Li

ein ganz kleines Grab

So wanderten sie. Jahraus, jahrein. Nächte unter Sternen und unter grauen Wolken. Tage unter glühender Sonne und im beißenden Wind. Salz rieselte aus den Säcken und brannte sich tief in die verschwitzte Haut.

Wie leicht ich es da hatte. Zwischendurch verlor ich mich zwischen den Bäumen. Aber ein Weg, den so viele Menschen gewandert sind, verliert sich niemals ganz. Ich folgte dem Fluss hinauf, zurück in die Berge, so wie all die Generationen vor mir.

Und dann war mit einem Mal all der Regen gefallen. Ein kleiner See lächelte den ersten Morgenstrahlen entgegen. Ein alter Mann mit einem Pilzkorb trat aus dem Gebüsch. Ein kurzer Blick. Eine Fremde mit moorigen Füßen, zerzaustem Haar, verwühltem grauen Rock. Er zuckte mit den Schultern. Hier war ich und hier war er. Zwei Wanderer auf ihrem Weg. Er nickte freundlich.
Nur noch wenige Meilen bergauf.
Auf dem Berg gab es Tränken für Mensch und Tier. Bier und Schnaps. Die wenigen Bewohner handelten mit allem, was sie hatten. Schnitzereien, Pilze. Felle. Die Frauen mit ihren Kochtöpfen und ihren Körpern.
Viel hatte sich seit jener Zeit nicht verändert. Die gleichen Waren. Dazu Zigaretten und Benzin für die modernen Tiere. Straßenstrich und Dutyfree. Reste von Stacheldraht. Kommunistischer Plattenbau. Halbverfallene Häuser. Das unvermeidliche Chinarestaurant.

So früh am Morgen lag alles wie tot.
Nur vor dem „Hotel Kultural“ räumte eine dicke ältere Frau mit grellgelben Haaren Biergläser zusammen. Ich ging auf sie zu und fragte zweifelnd: „Kava?“
Sie lächelte zahnlos. Selbstverständlich.
Ich folgte ihr nach drinnen. Es roch säuerlich. Zigarettendunst und vergilbte Vorhänge behaupteten sich gegen ein paar lustlose Sonnenstrahlen.  Zwei weitere ältere Frauen mit verschiedenfarbigen Haaren und ausgebeulten Jogginganzügen saßen um einen Tisch mit halbleeren Bierflaschen und überquellendem Aschenbecher.  Böhmische Volksmusik dudelte aus dem Radio. Es war morgens früh um sieben.

Die drei Hexen von Macbeth, dachte ich. Ähnliches mochten sie über mich denken. Wir waren uns nicht fremd.

Die erste der drei Hexen machte eine einladende Geste mit dem Arm: Such dir einen Platz aus. Ich wies auf die Veranda. Sie nickte. Hier standen ein paar Holzbänke. Ich warf meine kleine Last von mir und streckte die Füße unter den Tisch.

Unterdess heizte sie drinnen ihren Kessel.
Nach einer Weile trat sie zu mir. In den Händen ein riesiger  Cafe latte. Duft von Zimt und Kaffee drangen in meine Nase.
„Wow!“, sagte ich und hoffte, dies sei ein internationales Wort.
Ich machte die Geste für “Essen”.
„Friestick?“, fragte meine Kollegin.
“Ja! Bitte!”.
Diesmal kam eine Platte mit achtzehn Scheiben fettiger Salami, sechs Scheiben Pressschinken und sechs weiteren Scheiben Schmelzkäse, ungefähr Hundert Gramm Butter und ein Korb, vollgehäuft mit Graubrot und weißen Hörnchen.

Eine riesige Menge ungesundes Zeug. Aber solche Luxussorgen haben wir hier bei uns nicht.

Sie strahlte mich an. Ich strahlte zurück.
„Wundervoll!“, sagte ich.

Ich aß eine lange Zeit. Nicht, weil man Fasten nicht mit Salami und Spam brechen sollte. Solche Dinge bekümmern mich nicht sehr. Sondern weil ich immer wieder in die Sonne blinzeln musste, während mir Ströme der Dankbarkeit das Gesicht hinabronnen. Sie mochten sich wundern, die Hexen da drinnen. Aber sie hatten bestimmt schon viele Tränen gesehen. Fremde und eigene. Genau wie ich.
Sie ließen mich in Frieden. Ich mümmelte fettige Salami. Zerzaust und müde, mit schmutzigen Füßen und verheultem Gesicht und unendlich dankbar. Ich durfte sein, wie ich war und wurde genährt. Ich war angekommen.

Was ich noch erwähnen wollte: Das Wichtigste im Zeichen der Erde sind Dankbarkeit und Liebe.

Froh und dankbar,
die vierte Hexe

Seelenmedizin: Arbeit mit Trance und Trauma

Liebe Schülerinnen und Schüler beim 45. internationalen TCM Kongress in Rothenburg und demnächst in Denmark.

In Rothenburg haben wir erste Schritte in Richtung einer Medizin der Seele unternommen. Danke fürs Teilnehmen am 1. Teil von Seelenmedizin, dem Einführungsprogramm in die schamanisch inspirierte Medizin!
Wir haben versucht, nicht in die Fallen der Esoterik zu tappen und historische Gegebenheiten wie Schamanismus zu verkitschen, was heute sehr verbreitet ist.

Stattdessen haben wir versucht, unseren Ahnen in aller Welt, vor allem aber den chinesischen Wu Schamanen und ihren Erben, den Daoisten, mit Respekt zu begegnen, ohne sie zu imitieren.
Wir können viel von den einstigen Schamanen lernen. Die Medizin für unsere Zeit müssen wir selbst schaffen.

Es hat viel Spaß gemacht. Ihr wart eine inspiriende Truppe.

Christine Li MD -author and empress

Danke dafür!

Da demnächst in Dänemark  der 2. Teil ansteht, eine Einführung in die praktische Arbeit mit “bösen Qi”, werde ich versuchen, vorher das gesamte Skript des 1. Teils zu editieren und als PDF hier einzustellen.

Nun bin ich erstens sehr akribisch und zweitens will ich manche Dinge noch ausführlicher erklären, als unsere Zeit im Kurs es erlaubt hat. Daher weiß ich nicht, ob ich es in diesen Sommer schaffe. Ich tu mein Bestes. 

Ansonsten: Bis bald, in Dänemark!

Eure Christine Li

PS: Der Kurs 2. in Dänemark wird ebenfalls aufgezeichnet.
(Bestellung der DVD des 1. Teils über die Homepage des Rothenburger TCM Kongresses.)

PPS: Solange ich noch schreibe, hier zu Eurer Erinnerung wenigstens kurz die Inhalte, wie wir sie besprochen haben:

1. Einführung in die Seelenmedizin

Die chinesische Medizin wie wir sie heute lernen, spricht wenig von Seele. Auch in China ist Spiritualität aus der Medizin ausgegrenzt worden. Seit circa Tausend Jahren schon.
Akupunktur versucht meistens nur, am  Qi “herum zu ruckeln”.
Sie hat aber das Potential, bis zur Essenz vorzudringen. Eine solche Arbeit transformiert dann nicht nur unsere Klienten sondern auch uns selbst.
Seelenmedizin zu lernen, ist damit ein Weg und keine Ausbildung.

Über Schwierigkeiten und Fragen, auf diesem Weg.
….

2. Schamanismus

Prinzipien

  • Alles ist beseelt (Animismus)
  • Alles ist miteinander verbunden- mitakuye oyasin
  • Ein Schamane opfert sich. Es ist kein Traumberuf: Was Schamanen tun und warum „Schamanen“ und “Schamanka” in traditionellen Kulturen lieber Bäcker wären

Unterschiedliche Ebenen der Realität

  • Oberwelt

  • Unterwelt
  • Mittelwelt
  • Der Weltenbaum- Maibaum, Sonnentanz und heilige Berge

3 Welten im alten China: Himmel, Erde, Mensch

  • Heilige Berge
  • tiefe Grotten
  • die Mitte: Mensch- eine heilige Achse zwischen Himmel und Erde

 wu Schamaninnen

  • Gebete um Regen
  • Schriftzeichen
  • Namen einiger Akupunkturpunkte
  • das Ling herabsingen und zwischen Drachen tanzen: alte Gesänge, die uns von der schamanischen Vergangenheit unserer Medizin künden
  • Wenn wir den Geruchssinn verlieren oder Töne aus dem Nichts hören: Geruchsverlust und Tinnitus- Zwei Krankheiten aus der Sicht der Wu Schamaninnen

Die Lehre von der Einheit: magische Begriffe, neu definiert

  • Dao
  • Ling
  • De
  • Qi

Angriff von außen: Dämonen, schräges Qi und Kälte

Kurze Definitionen. Die eigentliche Arbeit mit krankmachenden Einflüssen und sogenanntem “Üblen Qi” wird Teil des nächsten Kurses, in dem es um praktische Arbeit geht

3. Veränderte Bewusstseinszustände

Vorrede: Alles halb so wild. Aber auch immer noch halb wild.

Veränderte Bewusstseinszustände sind weder selten noch bedrohlich. Sie waren allen Völkern zu allen Zeiten der menschlichen Geschichte wohlbekannt. Schamanen, Yogis und Buddhisten kannten diese Zustände, wussten zwischen unzähligen verschiedenen Formen zu unterscheiden und konnten sie bewusst zu heilenden Zwecken einsetzen.
Um zu einer Medizin zurückzufinden, die Körper und Geist als Einheit versteht, statt an überwiegend körperlichen Symptomen herumzudoktern, werden wir in Zukunft wieder mehr lernen, unsere eigenen inneren Zustände zu beeinflussen.

Es gibt viele unterschiedliche Zustände: Langeweile, innere Leere, Überreiztheit, Angst, Verwirrung sind bekanntere davon. Die meisten Menschen in unserer Kultur kennen darüberhinaus die eine oder andere Form des Rausches. Gelegentlich erleben Musiker und Extremsportler die eine oder andere Form von Ekstase.
Alles, was darüber hinausgeht, out-of-body Erfahrungen (OBE), Nahtod-Erlebnisse, Halluzinationen, religiöse Visionen, Regression in die Vergangenheit und Reisen zu den Sternen gelten als “krank” und bis auf wenige Ausnahmen reagieren die meisten Menschen eher verängstigt darauf.

Die Angst resultiert daher, dass wir Dinge sehen und erleben, die in unserem dreidimensionalen Alltag keinen Namen haben. Das liegt nicht daran, dass diese Dinge “unwahr” sind, sondern daran, dass wir ihnen gegenüber noch (!) sprachlos sind.
Was keinen Namen hat, existiert nicht. Dennoch darüber reden zu wollen, wird als “Aberglaube” bezteichnet. Diese Ausgrenzung hilft denen, die davon betroffen sind, gar nicht.

Wenn wir annehmen müssen, dass ein schwarzer Mann unter dem Bett liegt, hilft es uns nicht, einfach nicht unters Bett zu sehen. Im Gegenteil
Unseren Klienten ist schon sehr weit geholfen, wenn Sie einen Begriff für ihre außerordentlichen Erlebnisse haben- Wenn wir Rumpelstilzchens Namen wissen, verliert er seine Macht über uns. (Und im Unterschied zum Märchen der Brüder Grimm, war Rumpelstilzchen vermutlich ein mächtiger und furchteinflößender Geist, und kein lächerliches kleines Männlein.)
Um unbekannte Phänomene zu benennen und in unsere Welt zurückzuholen, können wir viel von alten Kulturen lernen. Wir können auch unsere eigene Mitte- die benennende Instanz benutzen, um neue Wahrnehmungen, die in veränderten Bewusstseinszuständen auf uns einstürzen nach und nach wieder in unsere Welt zu integrieren.
Die weißen Flecken auf unserer Landkarte werden dann wieder bunter.

Wichtige Methoden, aus der Enge unserer Welt zu entfliehen und neue Begrifflichkeiten zu erleben:

  • schamanische Ekstase
  • Hypnose
  • Traumaregression

Schamanische Ekstase

  • Trommeln, Rhythmen, Wiederholung
  • Entheogene Pflanzen (und Tiere)
  • Hitze, Kälte
  • Übermüdung
  • Hunger
  • Schmerz
  • Angst

Schamanen traumatisieren sich bewusst und mit großer Kunstfertigkeit, um  Mechanismen zu aktivieren, die physiologischerweise in allen Lebewesen angelegt sind, um mit extremen Situationen umzugehen. Dabei wird nicht nur der Körper, sondern auch das Bewusstsein hochgradig aktiviert. Die Ähnlichkeiten zwischen der schamanischen Ekstase und posttraumatischem Stress- PTSD liegen auf der Hand.
Auch Regressionen, Reisen in die Vergangenheit können als schamanische Reisen verstanden werden.

Außer sich zu sein ist gar nicht so selten.
Im Unterschied zum Trauma können Schamanen die veränderte Physiologie ihres Traumas kontrollieren und nutzen.

Hypnose: gackere wie ein Huhn

was Hypnose begünstigt

Autorität

Angeregte Phantasie und hohe Erwartung

Starke Emotionen

Schmerz

Verwirrung

Zeichen von Hypnose

Augenrollen

Tiefe Entspannung

Kälte

Verlangsamter Puls

Verlangsamte Sprache

In tieferer Hypnose: Unvermögen zu sprechen oder sich zu bewegen

Am Anfang war das Wort: Kommunikation mit einem wenig geschützten Unterbewusstsein

Kurze, einfache Sätze (Wie mit einem intelligenten Kleinkind)

Positiv. Sicherheitshalber keine Verneinung.

Wiederholen

Im Rhythmus der Atmung

In ihrer Sprache- Worte und Ausdrücke aus der Anamnese verwenden

Nach der Hypnose

Zurückrufen

Der posthypnotische Kater

Langzeitwirkung  und Suggestibilität

Der westliche Weg (im Kurs nicht besprochen)

Progressive Entspannung
Verwirrung
Suggestion
Schreck- Instant Hypnose
Erickson, NLP, Werbung: Sonderformen der Hypnose

Der östliche Weg

Induktion
Meditation

 

4. Traumalehre

was ist ein Trauma

Beispiele (Krieg, OP, Missbrauch, soziales Trauma, Anästhesie)
andere Beispiele: Wir (fast) alle

Einfache Definition

was passiert im Körper

fight-flight-freeze: Das vegetative Nervensystem und seine Tücken

Tauchreflex, Schlafstarre und andere Gründe für langanhaltende physiologische Störungen bei traumatisierten Menschen

physiologische Auflösung

beim Tier

warum das bei Menschen oft nicht klappt

Symptome von Trauma

„Hysterie“

Dissoziation

Amnesie

Abspaltung von Teilen

blockierter Atem

veränderte Körperwahrnehmung

Einfach erinnern? Regression- Reise in die Vergangenheit

In den Uterus, frühere Leben oder zu jenem doofen Augenblick in der dritten Klasse

Wie Regression ausgelöst wird

Ungewollt: Schock, erneutes Trauma, Trigger

Hypnose, NLP

Gefühlsbrücke

Atmen

Akupunktur

Warum Regression nicht unbedingt so gut ist

 Retraumatisierung

Sucht nach Retraumatisierung

Retraumatisierung im Zyklus der Wiedergeburt

Retraumatisierung durch panische Therapeuten: Uns!

Was tun, wenn Patienten regredieren

Körperwahrnehmung. Achtsamkeit.

In der Gegenwart verankern.

An einen angenehmeren (imaginären) Ort bringen

Auswege finden.

Rhythmisierung.

Räuchern

Notfallpunkte

Schamanisch inspirierte Methoden um mit Trauma zu arbeiten

Ritual

Systemische Arbeit

Akupunktur.

5. Seelen und ihr Verlust

  • Trauma und Seelenverlust: Schamanismus und Traumatherapie-
    andere Methoden- andere Sichtweise, aber gleiche Ziele: die Einheit wiederfinden
  • eigentlich geht nichts verloren,
    aber manchmal muss man es neu manifestieren:

Fünf Elemente („Wandernde“)- Qi und fünf Seelenformen

  • Shen- die himmlische Verbindung: unser heiliger Kompass
  • Hun- die sieben Träumer: unsere himmelstürmenden Visionäre
  • Po- dreimal instinktive Kraft: immer schön im Rhythmus
  • Jing- die Essenz: unsere innere Wahrheit
  • Yi- Integration von innen: Verstehen und Benennen

Arbeit mit anderen Bewusstseinszuständen, Trance, Ekstase, Trauma und die Entfaltung unseres Potentials.

  • Diagnose und ein paar Behandlungstipps.Bei Arbeit in der Tiefe manifestieren wir unsere innere Wahrheit neu. So kann ein Trauma, eine körperliche Blockade, festgefahrene Gewohnheiten und selbst Liebeskummer zum Anlass werden, unsere innere Wahrheit neu zu manifestieren. Diese Arbeit findet in Trance statt und beginnt immer bei uns selbst.
    Mehr über diese Arbeit (z. B. über “Dämonen”, Kälte und andere Irritationen) auf dem Scandinavian TCM Congress 2014 in Dänemark und im zweiten Teil des Skripts, das dann im Herbst auch hier erscheinen wird. Hoffentlich.
    Ok, ok! … Ich verspreche nichts mehr (Respekt, Ehre, Integrität- Ihr wisst schon)

Vermächtnis einer Medizinstudentin

Kurzmitteilung

Manchmal werde ich als zu radikal betrachtet. Etwa, wenn ich über die Einschüchterung von Patientinnen schreibe, über die Stigmatisierung durch Diagnosen, über iatrogene Traumata (Traumas also, die durch Medizin und medizinische Behandlung hervorgerufen werden.)Die Menschen, die sich an mich wenden, sehen dies anders.Viele, vielleicht die Hälfte meiner Klientinnen und Klienten, sind selbst in medizinischen und therapeutischen Berufen beschäftigt. Sie wissen, wovon ich rede.

Vielen reicht es, einmal ihr Herz auszuschütten. Manchmal ist es zu spät. Gestern erreichten mich gleich zwei solcher Briefe von jungen, klugen und reflektierten Frauen. Beide Briefe zerrissen mir buchstäblich das Herz.

Dies ist der Brief einer Medizinstudentin.

Er spricht für sich selbst.

Heute um 4:12 PM

Mukoviszidose, Krebs und medizinische Apartheit

Als ich noch in China lebte, arbeiteten traditionelle chinesische Ärzte mit westlich ausgebildeten Ärzten Hand in Hand. Wir verabreichten Patienten auf Intensivstationen Kräuter per Magensonde. Einer meiner Lehrer behandelte sehr erfolgreich große Gehirnblutungen, mit Kräutern versteht sich. Da dabei die Blutgerinnung stark verändert wurde, gab es regelmäßige Laboruntersuchungen und natürlich konnten die Patienten auf Kernspinaufnahmen selbst mitverfolgen, wie die großen Flecken in ihrem Gehirn von Tag zu Tag kleiner wurden. Patienten im Hof übten unterdess auf ärztliche Anweisung Qi Gong gegen ihren Krebs.
Zusammenarbeit. Ich fand das damals ganz selbstverständlich.

Medizinische Apartheit

Willkommen in Deutschland!
Hier passiert so etwas und es passiert leider gar nicht so selten:
Im Radio hörte ich, ein Kind sei durch Mukoviszidose schwer geschädigt worden, weil seine Mutter lieber auf einen Guru hörte als auf die Ärzte. Die Mutter sei nun verurteilt worden.

So Christine, wenn du doch immer so sehr gegen Ärzte bist, was sagst du dazu?
Nun, zuallererst, ich bin nicht gegen Ärzte. Ich bin selbst eine. Ich bin auch nicht gegen Medizin. Ich bin gegen ein System, das uns alle gegeneinander aufwiegelt und Menschen in unnötige Konflikte treibt.
Und ja:
Ich würde meinem eigenen Kind alle Hilfe zukommen lassen, die meine Zeit und meine Kultur bereithalten. Was soll die Frage!

Jeder Heiler in der Geschichte, der seinen Namen verdiente, hätte das gleiche getan und jede Mutter auch.

Ein Pfeil oder ein giftiger Stachel gehören herausgezogen, eh die Wunde vereitert. Gebete sind zu langsam.
Gebete und Rituale können dem Patienten helfen, den Schock zu verarbeiten und nach einem Schock die verlorene Seele zurückzuholen.
Beides muss sein.
Dies ist, wie alle wesentlichen Dinge, einfach genug.

Medizin ist eine Technologie, die klar umrissene Probleme praktisch löst.
Ich bin keine Technologiefeindin.
Die Chinesen operierten und anästhesierten schon vor 2000 Jahren.
Heilkräuter und Mineralien werden nicht einfach blindlings aus dem Boden gerupft. Ihr Anbau und ihre Weiterverarbeitung sind zum Teil ausgeklügelte Verfahren, bei dem giftige Stoffe entgiftet weren und und heilende Stoffe aktiviert werden.
Akupunktur, ein Verfahren, bei dem die inneren Ströme eines Menschen reguliert werden, ist eine ausgeklügelte Technologie. Eine Technologie auch dann, wenn die wenigsten Menschen eine konkrete Vorstellung von diesen Strömen haben. Ich weiß auch nicht, was in meinem Computer passiert, außer dass ich auf irgendwelchen Tasten herumhaue. Ich würde deswegen aber nicht behaupten, dass in diesem Kasten nichts wäre.

Die Nadeln selbst sind ebenfalls Ergebnisse hochentwickelter Technologie. Es wäre reine Dummheit, wie unsere Vorfahren, auf spitze Steine zurückzugreifen, die abbrechen und zerbröseln können und unnötige Schmerzen zufügen. Ich habe mich selbst, in der Wildnis, einmal mit Kakteendornen behelfen müssen und seitdem trete ich keine Reise an, ohne ein paar Edelstahlnadeln mit mir herumzutragen.
Steinzeit? Ohne mich!

Diese Mutter hat ihrem Kind großes Leid zugefügt.
Aber nicht aus Bosheit, sondern aus Angst, aus irgendwelchen seelischen Verstrickungen heraus, in denen sie Hilfe benötigt hätte, die sie hierzulande kaum finden konnte.
Daher bestehe ich eben doch darauf, dass auch in diesem Fall das medizinische System versagt hat.

  • Es hat diese Menschen nicht dort abgeholt, wo sie waren.
  • Es hat  sie in ihrer Angst und Not allein gelassen oder sie vielleicht sogar erst in diese Angst hineingetrieben.
  • Es hat ihre spirituelle Bedürfnisse nicht respektiert.
  • Es hat sie mit der unbeantwortenbaren Frage konfrontiert: Ist die Krankheit seelisch, spirituell oder körperlich bedingt? Und damit in ihre fatale Entscheidung getrieben.

Das passiert leider gar nicht so selten.

Angst entsteht immer dort, wo sich Dinge trennen, wo sich Gräben aufwerfen, die nicht überbrückt werden können. Wo Dinge, Werte, Menschen negiert werden, die eigentlich dazugehören.

Wenn ich vom medizinischen System spreche, dann spreche ich von einem Paradigma, das den Menschen ihre spirituelle Ebene abspricht und sie zu reinen Mechanismen degradiert, die anhand Newtonscher Mechanik funktionieren. So sind wir Menschen aber nicht.
Indem die Medizin, wider besseres Wissen, einen Teil unseres Menschseins negiert, verliert sie das Vertrauen der Menschen, die sehr wohl spüren, dass sie mehr sind als Maschinen aus Kollagen und Enzymen und sonstigem Zeug.
Indem die Medizin, wider besseres Wissen, auf einer längst widerlegten mechanistischen Ansicht beharrt, macht sie sich unglaubwürdig und dies bringt Menschen dazu, sich bei Problemen aller Art an andere Instanzen zu wenden, die, wiederum aus ihren eigenen Ängsten heraus, gerne dazu neigen, ihre Kompetenzen klar überschreiten.
Wenn diese Menschen also, um im Bild zu bleiben, nicht zugeben mögen, dass sie für eingedrungene Pfeile und Dornen nicht zuständig sind, sondern der Chirurg.

Ein guter Heiler weiß um seine Grenzen und versucht, gemeinsam mit denen, die seine Hilfe suchen, das Beste herauszufinden.
Ein Besuch beim Arzt kann das Beste sein.

Ärzte wiederum sind nicht ausgebildet, das spirituelle Vakuum zu schließen, das in unserer Gesellschaft existiert. Das brauchen sie auch nicht. Dafür können sie Giftpfeile herausziehen. Es wäre ausreichend, wenn sie die Arbeit täten, für die sie ausgebildet sind und dort, wo sie nicht weiterwissen, auf die Hilfe anderer Menschen zählen könnten.

Medizin heilt nicht. Ein spirituell gesunder Mensch- ein Mensch mit einer heilen Seele also- heilt sich selbst und nimmt dazu gerne praktische Hilfe beim Stachelziehen an.
Ist die Seele nicht heil, so muss sie vorher geheilt werden.

Traditionelle Gesellschaften hatten daher auch nicht „den Medizinmann“. Sie hatten spirituelle Frauen und Männer, die heute etwas ungenau unter dem Begriff Schamanen zusammengefasst werden. Danebenhatten sie Geburtshelferinnen, Kräuterexperten, Chirurgen und Knocheneinrenker, Zauberer, Masseurinnen, Sänger, Trommler, Dichter, Mütter und Väter und natürlich, am allerwichtigsten, die Alten.
Alle miteinander, gemeinsam also, konnten ihren Kranken gut helfen. Jeder einzelne von ihnen, allein auf sich gestellt, konnte das nicht. Krankheit und Heilung und Tod gehören mitten ins Leben. Sie sind eine Gemeinschaftsaufgabe.
Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Trotzdem versuchen wir alles, was mit Krankheit und Heilung und Tod zu tun hat, säuberlich aus dem Leben herauszutrennen und das ganze Paket den Ärzten aufzuhalsen, die damit eindeutig überfordert sind. (Zumal sie außerdem auch noch die Verwaltungsarbeiten für die Krankenkassen übernehmen müssen, die ihnen zum Dank dafür pro Patient nur ein paar Minuten zubilligt.)
Also teilen sie die übergroße Aufgabe anhand ihrer Weltanschauung in einzelne Gebiete.
So werden Menschen dann von Arzt zu Arzt geschickt, um die einzelnen Organe, jedes für sich, zu analysieren.
Geht gar nichts mehr, wird der Patient zum Sterben auf den Flut geschoben.
Analyse, Trennung, Abgrenzung ist eine Schwächung des Ganzen. Im einzelnen Körper wie in der Gemeinschaft.

Nur in einer solchen Situation kann es dazu kommen, dass ein Kind vor die schreckliche Wahl gestellt wird, entweder zu meditieren oder zum Arzt zu gehen (und womöglich die Liebe der Mutter zu riskieren).

Das medizinische System ist Ausdruck unserer inneren und äußeren Zerrissenheit und gegen dieses System bin ich.

So kommt es auch, dass mich Menschen aufsuchen, die sich „unter keinen Umständen in die Hände der Ärzte begeben möchten“, die es aber besser täten.

Was tue ich in einem solchen Fall? Die Frage ist relativ einfach zu beantworten. Mit drei Tugenden der ursprünglichen nordamerikanischen Völker.

  • Respekt
  • Ehre
  • Integrität

Respekt  heißt: Ich versuche, die Menschen dort abzuholen wo sie sind. Ich respektiere ihre individuelle  Persönlichkeit, ihre Bedürfnisse und ihre Ängste und stelle mich weder über sie noch unter sie.
Ehre heißt: Respekt ist kein Lippenbekenntnis, um die Leute zu beruhigen oder für mich einzunehmen, sondern ich handele entsprechend und stehe zu dem, was ich sage.
Integrität heißt: Ich bleibe mir selbst  treu und spreche deutlich aus, was meiner Meinung nach das Beste wäre. Ich sage klar, wenn ich etwas nicht weiß, nicht kann oder nicht verstehe oder beim besten Willen nicht unterstützen kann.

Respekt, Ehre, Integrität. Sehr medizinisch klingt das nicht. Geht das auch praktisch?

Es geht ganz einfach. Lassen Sie mich eine Krankengeschichte erzählen. (Die persönlichen Fakten wurden selbstverständlich alle verändert.)

Eine OP Schwester, circa fünfzig Jahre alt, klagte über Erschöpfung, mangelnden Lebensmut und vor allem über ihr hartnäckiges Übergewicht.
In den Augen der Frau lag tiefe Traurigkeit. Von ihrer anstrengenden Arbeit in der Notaufnahme eines großen Krankenhauses war sie dauererschöpft, weshalb sie dann am Abend zu Süßigkeiten griff, wofür sie sich dann jedes Mal hasste. Als Kind war sie missbraucht worden. Dieses Problem war ihr wohl bewusst und längst von allen Seiten analysiert worden. Der Stachel steckte aber zu tief, um noch etwas daran zu ändern- meinte sie.
Wir kamen bereits bei der ersten Sitzung überein, dass ich wenig für sie tun konnte. Sie könne Kräuter bekommen, um den Stoffwechsel anzuregen und ihr Energieniveau zu heben. Das würde aber nicht  lange halten, solange sich an ihrer Arbeitssituation nichts ändere.
Ein paar Jahre lang kam sie ungefähr einmal pro Jahr. Jedes Mal nahm sie ein wenig ab, wurde etwas munterer und dann begann alles wieder von vorne.

„Das wird nichts mehr. In meinem Alter gibt es keinen Neuanfang mehr. Und die Kraft dazu habe ich sowieso nicht mehr“, sagte sie.

Ihr Körper sah das anders.

Eines Tages rief sie mich an. Sie habe Krebs an der Wirbelsäule. Nicht so richtig wuchernd. Aber wenn sie sich nicht operieren lassen würde, drohe ihr schon bald der Rollstuhl. Sie wolle sich aber nicht operieren lassen. Sie wisse, dass die eigentliche Ursache dieses Wachstums der Missbrauch sei. Sie wolle lieber mit mir arbeiten.

„Darüber müssen wir reden“, sagte ich.

Sie kam. Die Röntgenbilder und sonstigen Befunde zeigten mir, dass der Krebs, trotz all der Risiken einer Operation an der Wirbelsäule, gut zu operieren sei.
Warum sie das nicht wolle.
Sie wolle eben nicht. Schließlich würde eine Operation ja doch nur das Symptom beheben und außerdem habe sie Angst.

„Ich kann ihnen helfen, die Angst in den Griff zu bekommen. Wir können auch an ihrem Kindheitstrauma arbeiten. Aber nach dieser Sitzung möchte ich noch einmal mit ihnen über die Operation sprechen, denn so wie ich es sehe, ist eine OP  die bessere Methode, ihren Krebs zu behandeln.“
„Wenn mein Körper nicht mehr leben will, dann soll es eben so sein. Ich bin niemals über das weggekommen, was mir als Kind angetan wurde. Es hat doch eh keinen Sinn mehr. Alles bleibt immer gleich.“
„ Im Gegenteil. Sie haben Krebs bekommen. Das ist eine doch genug  Veränderung. Finden sie nicht?“

Sie starrte mich an. In ihrem Gesicht arbeitete es. Etwas war in Bewegung gekommen.

Wir arbeiteten. Die Sitzung war lange und hart. Es flossen viele Tränen.
Sie ging in ihren Körper und fand heraus, dass ihr ganzer Selbsthass sich in diesem einen bösartigen Klumpen zusammengezogen hatte. Auskristallisieren ist ein langsamer und schwerer Prozess, heißt es in einer alten Geschichte, die ich gerne meinen Schülern erzähle. Es hatte lange gedauert, doch nun war der Selbsthass so konzentriert, buchstäblich zum Greifen, dass er bereit war, sich herausschneiden zu lassen. Die Narkose, vor der sie fast noch mehr Angst hatte als vor der OP selbst, wollte sie als schamanischen Tod auffassen.
Sich auf den OP Tisch zu legen, würde ihre persönliche Art sein, rituell zu sterben. Sie war bereit, alles Belastende und Böse zusammen mit diesem Tumor loszulassen und, wenn alles gut ginge, neu geboren zu werden, frei von altem Trauma und all dem, was bisher ihr Leben blockiert hatte.

„Wissen sie was, es mag komisch klingen, aber irgendwie kann ich es gar nicht erwarten, operiert zu werden.“
„Na dann wünsche ich gute Wiedergeburt“, sagte ich.

Wir umarmten uns und sie ging.

Es dauerte ein paar Monate, bis der Brief kam. Sie entschuldigte sich, sich so lange nicht gemeldet zu haben. Sie habe inzwischen ihren Job gekündigt, ihre Heilpraktikerprüfung abgelegt und außerdem ihr Traumgewicht erreicht. Ja, und der Krebs sei auch weg. Die Operation sei eigentlich ein Klacks gewesen. Nicht der Rede wert.

Sehen Sie. Es geht ganz einfach.

Die Raupe

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Schwarze Göttin des Dongting Sees, erspäht von Madame Li

Schwarze Göttin des Dongting Sees, erspäht von Madame Li

Die Raupe hat prima gegessen, ein bisschen zuviel vielleicht und schläft nun vor sich hin. Es ist  stickig, gemütlich und schön feuchtwarm. Aus Sicht der Raupe könnte es ewig so bleiben. Wobei Sicht natürlich relativ ist, denn es ist stockdunkel.
Dann beginnen die Schmerzen. Überall kneift es, es wird eindeutig zu eng.

Unsere moderne Raupe geht zum Raupendoktor. Dieser verschreibt Schmerzmittel, Muskelrelaxantien und 10 Massagen.
Nach einiger Zeit ist es der Raupe wieder zu eng. Der Arzt, genervt, überweist sie zum Raupenpsychiater. Dieser diagnostiziert  Midlife- Adaptations- Syndrom mit claustrophobischer Überlagerung und verschreibt angstlösende Mittel. Die Raupe wird immer apathischer und bei all dem wird der doofe Kokon enger und enger. Sie weiß buchstäblich nicht mehr, wohin mit sich selbst.
Endlich findet sie einen Spezialisten. Dieser verschreibt ein Antiwachstummittel. Leider bekommt sie als Nebenwirkung unerträgliche Kopfschmerzen und ständigen Brechreiz. Aber im Großen und Ganzen ist die Raupe wirklich sehr dankbar,  denn denk all dieser modernen Medikamente kann sie friedlich als Raupe leben und sterben.

Mit Grausen erinnert sie sich an ihre Großmutter, die einst buchstäblich den Verstand verlor, während um sie herum ihre ganze Welt explodierte.
Die arme Alte. Was wohl aus ihr geworden ist?

Sommerlachen

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Heute mal ganz Licht und Liebe

Seit vielen Jahren schreibe ich nun so vor mich hin. Mal mehr. Mal weniger. Insgesamt sehr sporadisch, aber meistens über Schmerz, Trauer, Angst, Trauma, Krisen, Blut, Burnout, Eitergeschwüren, Tränen, Krankheiten, Seelenverlust, Tote und böse Geister.

Blood, sweat and tears- volle Dröhnung. Es könnte zum Haareraufen sein.

Die Themata spiegeln zum einen meine Arbeit wieder. Wer sowieso schon glücklich und zufrieden ist, kommt nicht zu mir. Zu mir kommen Menschen mit Kampfgeist, die eine Cheerleaderin brauchen, die ihnen zur Seite steht, wenn sie sich daran machen, ihr Leben aufzuräumen. Da fliegen die Fetzen und die Tränen fließen. Aber es endet so gut wie immer gut, denn die, die zu mir kommen, die haben die Nase voll vom Leiden. Wir sind unsterbliche Seelen und haben auch so noch genug zu tun.
Wer zu mir kommt, ist bereit, die Ärmel hochzukrempeln und wenn nötig, Licht ins Dunkel bringen.

Hinzu kommt, dass ich mich nicht wenig mit unserem Gesundheitssystem auseinandersetze. Vor allem auch mit seiner Geschichte. Das sind auch keine sehr erfreulichen Dinge. Was da alles zum Vorschein kommt, lässt sich nicht so einfach beheben, denn die Menschen, die sich zuständig fühlen, für die “Volksgesundheit”, die wollen bis heute alles andere, als dass da Licht ins Dunkel kommt. Also kränkelt das System so vor sich hin.

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich ein sehr grummeliger Mensch wäre. Selbst die Krankenkassen erbosen mich immer nur sehr kurzfristig.

Wer Licht ins Dunkel bringen will, die muss auch lachen können. Sonst wird das nichts.
Wenn das Drachenfeuer sich erhebt und einigermaßen ungestört bis zum Himmel aufsteigen kann, dann lache ich aus vollem Hals. Immer noch und sogar immer mehr. Genauso geht es auch meinen Patienten. Allerdings meist erst nach der Sitzung, wenn die Drachen wieder befreit sind. Dann wird gelacht.

Licht, Liebe und Lachen sind Ausdruck des Feuers. Sie gehören zum Sommer. Und heute ist es heiß.

Sommerlachen
Ein schönes Sommerwochenende    wünscht Christine Li

Possession-a little Help from Your Friends

Wild spirits are out to get you. Really?

Many people are paranoid about spirit possession. Exorcism and Extraction are quite the rage in some new age communities.

Spirits are Qi. Excactly like ourselves. We interact with Qi all the time. It is outside of us, inside and all around. The limits of inside and outside are not marked by our skin but by what we are able to perceive. In this we are not limited by our skins.

Take bacteria. As we all know, after a century of fighting them in vain, we cannot protect ourselves from bacteria. Our body is full of them. We live in symbiosis with them and without them we would not even be alive.

The same goes for all kinds of Qi forms. Spirits are part of the cosmic body and so are we. They float in and out and all around of us. We are one with spirit. A process without limits.

Yet spirits can make us ill.

It works like this: Whenever we live in deficiency, in denial of a deep need, an intruder who carries this exact energy we are desperately trying to deny, will be attracted to the void we have thus created. It is our own resistance that gives it power. The more we fight, the stronger it gets.
The next thing we notice will be something new and foreign to our being. Disturbing thoughts. Strange urges. We form a wall around it. Try to avoid the feeling. We want to give it a name and only then it becomes an entity. A spirit possession is born each time we insist on its otherness.

Let’s say, someone lives in a relationship that is nice enough but over the years has become stale and without sexual spark. We tell ourselves, that the person we are with, is a good match, a good provider, a loyal friend, and so we fight the living spark, our internal fire. The dragon. We tell ourselves, that it is not worth it to break up a good solid thing (or invest time in adventure, precious time we had better invested in our career) for something so fleeting and, well, impure, as sex (or some wild dream). A part of us, the most vital part, shuts down.
Then, one fine day, we feel a sharp pain in the back. In the heart. It may be diagnosed as intercostal neuralgia.
But a smug name does not make the pain go away. It is here to stay.
No matter how many massages and acupuncture or stretching we try. It just sits there and aches. Piercingly. Some people feel the pain so intensely that they have trouble breathing.
Especially at night.

The old Greek called this the Arrow of Eros. Little old Eros, more often than not pictured as a chubby child. Not exactly known as a bad spirit. But it is the son of Aphrodite and Ares, after all. The son of Love and Hate. A trickster. Happily malicious and completely out of control. A real anarchist.

Not long after the arrow hit her or him, our person starts a passionate love affair or embarks on some other journey. The old relationship breaks up; the career is abandoned. Life needs to start all over from scratch. And it will.

A stubborn person may resist the urge to be born again and instead become short tempered, gloomy, depressed. The body aches. The heart may miss its beats and the blood pressure may go up.
The dragon rises with all the symptoms of fire:

  • hot flushes (so called “menopausal syndrome”)
  • red itchy excemas
  • restlessness and restless legs
  • piercing migraines
  • high cholesterol
  • gall bladder issues
  • heart disease and high blood pressure
  • ringing in the ears (tinnitus).

There are many pills to try and bring the fire down. Typically pills with names that start with “Anti”. A huge industry lives of these Anti-life-pills.

But there is no way to resist the trickster. It insists on change. It wants everybody to express their potency, their fire. If they do not, if they continue their anti-life regimen- they will become really ill and eventually die.

Eros in his wildest form has many names. In Brazil they call these entities the Pomba Giras. Pomba Giras are the female crossroad demons. Wild, shameless beings, visualized as sexy flamenco dancers, dressed in red flowing robes who like to drink alcohol and smoke big cigars.
The Pomba Giras want to party and once they get you, so will you.

In Brazil the Pomba Giras are feared and hated and treated with the utmost respect. They are ritually invoked by the love sick to possess someone they want to be in love with. Love magic that involves the Pomba Giras is powerful. These crossroad demons do not ask for lots of knowledge to be summoned. Before you know it, they will be all over that poor person you desire so much.

The Pomba Giras are exspecially delighted whenever they can stir up a fire that has long been smoldering under the ashes of self control and cowardly morals. Countless stories tell about good husbands, priests who live in celibacy and other people who have bravely resisted their sexual nature to suddenly find themselves under the power of the Pombas, possessed by urges they can no longer resist.

There is no malignancy involved in the doings of the Pombas. Like the common cold that gets to you so you can rid your brain of phlegm, the Pombas come to stir up the ashes when the fire has gone down.
They may be crass, but like all the other spirits they come as your spirit helpers.

Can you protect yourself against spirits? Preferably not.
Any anti-life-policy will bring nothing but death.

The only thing is to embrace your nature and live according to your inner law. There is no other.
If you do not resist your own nature you will not need help from a trickster, be it a Pomba or any other of the countless beings that are part of the cosmic body, to bring out your funky side.

The spiritual beings we used to be so afraid of, are here to help.
They may destroy your body in the process. Yet, this does not make them “evil”.
In the world of the spirits it is not considered death when a being leaves the body. The only death they know is resistance to transformation and they will not accept this. Ever.

There is one thing we can do: Thoughts are the only instance where we define yourselves. So we ask: Do we own your thoughts or are we possessed by them?
We want to be careful about limiting thoughts.
Thought-possessions are the only intrusions to be afraid of.
Thought-possessions are the limiting beliefs that keep us in our personal cage. They make us resist life and whenever we deny our own wild nature, wild spirits are there to help us out.

When they do, we may want to call it a disease. But this is just another limiting thought.