Datenchaos, verlorene mails und die Yin-Pflege

Kurzmitteilung

Da mein online Kalender für Zürich offensichtlich die meisten Buchungen erfolgreich verhindert hat, gibt es jetzt noch viele freie Termine.

Ihr könnt auch gerne noch buchen.

Ich indess sitze gemütlich am Züricher See und mache einen kleinen Urlaub aka „nähre das Yin“.

Da mein Ego, mir hinten links im Kopf eine lästige Stimme installiert hat, die nahezu nie offline geht und immer mault, ich solle doch, bitteschön, die Zeit nutzen und mal was tun, wühle ich mich ausserdem eben gerade durch meine alten emails.

Was finde ich?

Perlen finde ich. Ihr alle. Sie alle. So viele haben mir so viele schöne, kluge, poetische Mails geschickt. Manchmal entstand eine Korrespondenz. Manchmal brach sie ab. Manchmal fing sie nie an. Diese Mails und verhinderten Gespräche finde ich nun und bin recht betrübt. Das wollte ich nicht. Das Unverzeihlich geschah nicht etwa, weil ich kein Interesse hätte, mich „zu geil für diese Welt“ fühlte oder weil jemand mich geärgert hätte.

Nein. Es geschah aus dem schlichten Grund, dass die Daten mich immer wieder überwältigen. Dann gehe ich ein paar Tage offline. Lasse den Computer vollkommen aus. Lade mein Handy nicht mehr auf. Warte, bis die latente Kaltschweissigkeit wieder nachlässt. Nähre das Yin.

Das Yin nähren, das klingt gut und weise. Die Essenz pflegen auch. Beides ist nicht genau das Gleiche, würden meine TCM Kollegen sagen. Aber, hallo. Beides ist hilfreich und besteht in erster Linie darin, zu entschleunigen und den Computer auszlassen. Kräuter und Akupunktur sind nur zur Unterstützung.

Entschleunigung ist lebensnotwendig. Denn wie sonst sollte ich in der Praxis all die Ängste auffangen, die mir so präsentiert werden. Von anderen, die im gleichen Boot sitzen.

Alles gut also. Den Computer kaltzustellen; das ist ja nicht so schwer. Das Problem entsteht dafür beim Wiedereinschalten. Denn all die  Entschleunigung lässt den Datenberg ins Unermessliche anwachsen. Dann bleiben all die schönen Briefe liegen. Gehen verschütt‘ unter unnötigen Mails. Verschwinden im grossen Wust vergangener Mails oder werden von meinem aggressiven Spamfilter gefressen.

Früher (früher war alles besser:)), als es noch private Papierbriefe gab, lagen diese in ihren unterschiedlichen  oft bunten Umschlägen herum. Schon die Handschrift liess ahnen, von was für einer Person sie waren. Manche wurden in der Handtasche herumgetragen, zum Schutz in Bücher gelegt, zu besonderen Anlässen hervorgeholt und nochmal gelesen. Manche gaben Anlass zu innern Zwiegesprächen. Andere wurden rituell verbrannt oder wütend zerrissen.

Dann kam der Augenblick, sich mit einer Flasche Wein oder einer Kanne Tee ans Werk zu machen, das Briefpapier, nicht irgendein Papier, hervorzuholen und die inneren Zwiegespräche in eine äussere Form zu bringen.

So entstanden immer wieder Briefe, die weit weit über den intimen Kreis der Korrespondenten hinauswirkten. Wer die Briefe von Kafka oder Rilke kennt, weiss, was ich meine. In Imitation dieser Form entstanden Briefromane. Von den „Gefährlichen Liebschaften“ bis zu „Daddy Langbein“.

Briefe sind grossartig.

Ich erinnere mich an Zeiten, in Shanghai, als wir nach dem Unterricht zum Pförtner unserer chinesischen Uni rannten und fragten, ob Post gekommen sei. Manche bekamen selten etwas. Ich bekam recht viel Post. Manchmal mehrere Briefe pro Woche. Das waren die grossartigen Wochen.

Ich habe sie alle beantwortet. Ich habe niemals einen vergessen. Wie auch. Er blieb ja auf dem Schreibtisch liegen.

Jetzt aber, wie gesagt: ich schaffs nicht mehr.

Ich könnte natürlich meinen Mailserver instruieren, eine automatische Antwortmail zu versenden. Aber das wäre wirklich das Letzte. Das wäre, aus meiner Sicht, noch schlimmer, als offen zu kapitulieren.

Die schönen, lustigen, nachdenklichen Briefe, die offenherzigen Hilferufe, die Gedichte und Erzählungen, die ich bekomme, verdienen keine Antwort von Google oder Yahoo. Sie verdienen auch kein copy und paste aus anderen Briefen. Nein, das geht nicht.

Stattdessen bitte ich um Verständnis, falls mal wieder etwas untergegangen sein sollte. Wer zu lange wartet, möchte bitte einfach kurz nachfragen. Ich krame dann alles wieder hervor. Ehrlich. Meistens. Also, wenn ich nicht gerade am Züricher See sitze und das Yin nähre.

 

Wie gestalten Sie ihr Zusammenleben mit der Technik? Ist es überhaupt möglich, ohne unsere Menschlichkeit zu verlieren?

 

Termine für Zürich und Hamburg, mein Buch über das Heilen und von der Einsamkeit

In den vergangenen Jahren habe ich den größten Teil meiner Kraft in die Arbeit mit Euch gesteckt. Es war großartig und wir haben gemeinsam sehr viel erreicht. Zugleich haben viele von Euch gelernt, ihre Gesundheit und Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und auch anderen zu helfen. Der Schnellball rollt und wächst. Wir Menschen werden wieder stärker.

Dies ist das eigentliche Ziel meiner Arbeit. Die beste Ärztin ist eine, die man nicht mehr sieht.

Auf der anderen Seite schreiben mir immer mehr Menschen, die auch gerne noch einmal von mir behandelt werden wollen. Ich behandle Sie weiterhin so gut ich kann.

Es ist mir eine Ehre.
Die Termine werden ein bisschen seltener werden- aber ich freue mich auf jede einzelnen und jeden einzelnen.

Herzlichst, Ihre Christine Li.

Christine Li

…und hier die neuen Termine:

 

Ab 28.2.2016 noch einmal in Zürich. Ein paar Termine sind noch frei.

Christine Li in Zürich buchen.

 

Ab 20. April gibt es dann einige Behandlungstermine in  Hamburg.

Christine Li in Hamburg buchen.

 

Ich habe diesmal nicht alle Termine online gestellt. Wer besondere Bedürfnisse hat, kann mir gerne schreiben.

Auf Dauer kann ich aber nicht allen persönlich helfen. Es sind einfach zu viele und es ist auch nicht nötig.
Zum einen gibt es viele andere Therapeuten und Ärztinnen, auf allen Gebieten, und immer mehr verweigern sich, wie ich, dem medizinischen System.

Vor allem aber- und hier wird es neu:

Es gibt einen besseren Weg. Wir können uns alle selbst heilen. Das ist unsere Natur.

Im Verlauf der letzten Jahre habe ich daher angefangen, alles, was ich über das Heilen weiss, so zusammenzufassen, dass alle Menschen, die wirklich ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen wollen, dies auch können werden.
Das Ergebnis wird ein neues Buch über das Heilen sein. Ein wenig darüber habe ich in meinen Videos über das Heilen erzählt. Und wer meine frühere Arbeiten, meine Bücher und Vorträge kennt, weiss, dass ich immer an diese eine Wahrheit geglaubt habe:
Wir Menschen können uns selbst heilen.

Anfangen hat es bei meinen Büchern über chinesische Hausmittel, die leider in Deutschland vergriffen sind (in Spanien und Frankreich gibt es sie noch). Weiter ging es mit dem „Tanz des Schamanen“ und dem 2015 neu auf Englisch erschienenen „Weg der Kaiserin“-
Von Anfang an ging es mir immer um Selbstheilung und Selbstermächtigung.

Das neue Buch über das Heilen macht noch weniger Kompromisse.

Im Augenblick sieht mein Buch über das Heilen so aus.

Im ersten Teil beschreibe ich, wie wir uns selbst krank machen. Es geht mir weniger um die Anatomie und Physiologie, als um unsere inneren, geistigen Vorgänge und unsere, meist gestörten, Beziehungen zur unsichtbaren Welt.
Dieses Buch wird ein Wegweiser sein, der uns hilft, uns wieder in der geistigen Welt  einzunorden.

acht Winde der HeilungDieser erste Teil des Buches über das Heilen wird so sein, das jeder Mensch ihn einfach lesen und begreifen kann. Es ist gut, zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Dafür braucht es keine medizinische Vorbildung. Schliesslich erlebt ja jede von uns aus erster Hand und mit jedem Atemzug, wie ein Körper funktioniert (oder auch mal nicht so funktioniert, wie wir es gerne hätten). Zugleich hoffe ich, auch erfahrenen Therapeuten und Ärztinnen neue Ideen für ihre Arbeit zu geben.

Im zweiten Teil des Buches über das Heilen beschreibe ich den Weg, auf dem wir unsere eigene heilende Kraft wieder entfalten. Dies wird ein einfaches Ritual sein, das am besten in Gruppen durchgeführt wird. Das Ritual ist Ergebnis vieler Jahre von Arbeit und Meditation und entstand als Vision nach Gesprächen mit meinem guten Freund Sandro. Zum ersten Mal haben wir dieses Ritual auf einem Kurs über das Heilen im Tessin erprobt und wir waren selbst überwältigt von der Macht, die eine solche, sehr einfache Gruppenarbeit aktivieren kann.

Wer (noch) zu schüchtern, zu alleine oder zu isoliert lebt, kann das Ritual auch alleine oder zu zweit durchführen. Es ist dann mehr eine Meditation oder ein Gebet und kein Ritual. Das ist vollkommen in Ordnung.

Mächtiger sind wir jedoch in Gruppen, denn in einer Gruppen kanalisieren wir unterschiedliche, teils gegensätzliche Energien und verbinden diese zu einem einzigen Strom. Wir wachsen damit über unsere Grenzen hinaus.

Warum viele so gerne alleine bleiben

Alleine zu sein ist ein wichtiger Weg, um uns mit den Ahnen oder anderen Kräften zu verbinden. Längeres Alleinsein ist Teil jeder schematischen Ausbildung. Doch traditionelle Schamanen sind Teile einer mächtigen Gemeinschaft. Während die Schamanen sich der Härte der wilden Naturwesen aussetzen, gibt es im Hintergrund eine Gruppe, die für sie betet und die sie zurückholt und wieder aufpäppelt. Ohne diese Gruppe wären traditionelle Schamanen auf Dauer nichts als vor sich hinmurmelnde Verrückte.
Sich alleine in die Natur zu begeben, ohne eine Gemeinschaft zu haben, zu der wir zurückkommen können, geht selten gut. Nicht, weil uns eine Schlange beissen könnte oder wir vom Berg stürzen könnten, sondern weil wir ohne andere Menschen unsere Menschlichkeit verlieren. (Von all den, von anderen Menschen bereitgestellten Wildnis-outfits, auf die wohl kaum jemand verzichten möchte, mal ganz abgesehen.)

Viele von uns bevorzugen relatives Alleine-sein im Alltag, weil wir daran gewöhnt sind, dass wir in einer Gruppe unsere Individualität abgeben müssen, dass wir in einer Gruppe ständig verglichen werden, getadelt werden, nicht gut genug sind, getestet und zurechtgestutzt werden.
So kennen wir das aus der Schule, aus dem Beruf, manche aus dem Militär. Und genau so wollen wir es nicht! Diese Art von Gruppen sind Gruppen, die anderen als Instrumente dienen. Es sind Werkzeuge. Mehr nicht.
Eine mächtige Gruppe, ein Stamm, ein Clan, beruht auf gegenseitigem Respekt. Die Menschen werden hier gerade eben nicht gleichgeschaltet. In einer heiligen Gruppe darf jede so bleiben, wie sie ist. Dazu bedarf es keiner „Du Darfst“ Margarine.

Das momentane alleine-vor-sich-hinwursteln ist Teil unserer momentanen universellen Krankheit. Wir sind so gemacht worden. Wir sind Opfer eines jahrtausendelangen „Teile und Herrsche“.
(Wer sich die aktuelle Situation in Deutschland ansieht, erkennt dies ohne weiteres.)

In Wahrheit sind wir Menschen sind stark. Aber nur als Rudeltiere. Wird ein Rudeltier von der Herde getrennt, überlebt es nicht lange. Die meisten spüren dies. In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie sehr Menschen darunter leiden, einsam und isoliert zu leben.

 

Einsamkeit schmerzt und auch, wenn das Ego krakeelt: „ich brauch niemanden“- auf Dauer bringt die Einsamkeit uns um.

Wir sind nicht dazu gemacht, in kleinen Kartons und Boxen zu leben und die Welt über einen Bildschirm zu betrachten. Wir sind dazu gemacht, in heiliger Gemeinschaft zu leben, gemeinsam zu produzieren und gemeinsam zu feiern. Indem wir uns pausenlos misstrauisch beäugen und gegenseitig vergleichen, wer der/die reichste, schönste, schnellste und schlauste ist, schwächen wir uns. Dieses krankhafte Vergleichen wird uns von klein auf beigebracht. Wir werden darauf getrimmt, verzweifelte Narzissen zu sein. Wir können das aber jederzeit wieder loslassen.

Es liegt uns an uns, aus dieser Vereinzelung wieder herauszutreten und unsere Macht wieder zu erlangen. Andernfalls wird es uns nicht mehr lange geben.
(Kleiner Tipp: online-Dating ist nicht der Weg)

So. Damit befasse ich mich gerade. Mit dem Buch über das Heilen. Teil eins, der über das Krankwerden, wächst und gedeiht und geht auf wie eine Hefeteig auf Hawaii. Um das alles zu ordnen und für alle verständlich zu halten, brauche ich Zeit und Geduld. Zwischendurch sitze ich nur so rum und bin verwirrt. Das braucht auch Zeit. Daher gibt es weniger Blogposts. Ich bitte um Verständnis.
Ich werde zwischendurch immer mal wieder posten, wie weit ich bin.

Und natürlich hätte ich wirklich gerne Hilfe. Ich würde mich riesig über Meinungen und Ideen freuen.

Wie werden eurer Meinung nach Menschen krank. Und wie werden sie gesund. Habt ihr selbst schon Erfahrungen damit gemacht, euch selbst ganz bewusst zu heilen? 

Und hier noch mal die links zum selbst buchen. Ich antworte auch gerne auf mails, aber wer sich traut und selbst bucht, hilft mir wirklich sehr.

Christine Li in Zürich buchen.

Christine Li in Hamburg buchen.

Du kannst sein, was Du willst?

Ja klar. Wir machen alles möglich. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Außerdem erleuchtet.
Ich helfe dabei. Ab 28.2.2016 in Zürich. Termine hier.

Ab 20. April dann wieder in Hamburg. Termine hier.

Das glauben Sie mir jetzt nicht? Das alles möglich ist?

Zugegebenermaßen hab ich ja selbst so meine Bedenken, bei „the Secret“, „Transsurfing“, „Bestellungen beim Universum“ und all diesen Weiterentwicklungen des „amerikanischen Traums“.
Ich meine: Wie naiv kann man sein?

Wir erinnern uns: Seit einigen Jahren, für einige seit einigen Jahrzehnten, für andere noch nicht so lang, gilt es als hipp, nicht nur Parkplätze, sondern generell alles „beim Universum zu bestellen“.
Das Ganze ist sehr einfach, man muss sich einfach vorstellen, was man so haben will oder sein will, es eifrig visualisieren, aufmalen und auf Zettel schreiben (wie früher die Briefe an den Weihnachtsmann) und dann geht es in Erfüllung.
Wer da noch zögert, vielleicht weil sie oder er in der Kindheit keine so guten Erfahrungen mit dem Weihnachtsmann gemacht hat, wird milde lächelnd darauf hingewiesen, dass das Ganze ja schon längst von der Quantenphysik bewiesen worden wäre: Unser Bewusstsein formt die Materie. Außerdem ist alles irgendwie miteinander in Resonanz, was ja auch von der Physik bewiesen worden ist.
Also!

Da das Ganze dann im weiteren Verlauf bei vielen nicht so gut geklappt hat, gibt es inzwischen ganz viele Bücher, die erklären, warum es nicht geht, aber warum es dann eben doch geht, wenn man es richtig macht.
Wichtig ist also zum Beispiel auch, dass man die Schwingung erhöht, also die Frequenz, weil wenn man höher schwingt, kriegt man ja auch höher schwingende Lieferungen vom Universum. Wegen der Resonanz, die ja eben, wie gesagt, eine physikalische Tatsache ist.

Um höher zu schwingen, muss man vor allen Dingen immer fröhlich sein.
Traurig zu sein, geht gar nicht.

So. Das. Ist. Schon. Alles. Irgendwie. Richtig.
Es braucht uns aber auch nicht weiter zu beschäftigen.
Warum? Ganz einfach:

Der Vorschlag, uns einfach ganz quantenphysikalisch vorzustellen, was wir sein wollen und es dann einfach zu werden, kommt für die, die das hier lesen, ein bisschen spät: Wir sind nämlich schon da. Wir haben uns das alles längst vorgestellt.

Nun sitzen wir hier, ein gigantischer, schwerfälliger Haufen längst kollabierter Quantenzustände, mit Warzen, Hammerzehen, Narben, splissigen Haaren, erstaunlichen Erfahrungen und einer ganzen Menge materieller Bedingungen um uns herum, die wir uns zwar irgendwie selbst geschaffen haben, aus denen wir aber jetzt schnellstens wieder rauswollen.
Zu spät.
Sich nachträglich Zettel mit Affirmationen über die richtige Hautfarbe, Körpergröße oder Nationalität zu schreiben, die ursprüngliche Bestellung also zu stornieren und eine neue aufzugeben, wird nicht funktionieren.

Können wir also nicht sein, wer wir wollen? Doch. Wird sind es ja schon. Der Rest ist nachträgliche Feinarbeit.

Unsere gesamte Energie und Schöpfungskraft sind in genau diesen Menschen hineingeflossen, die oder der wir gerade eben sind. Nun, da dieses Werk vollbracht ist, dürfen wir uns ausruhen. In der Ruhe schöpfen wir neue Kraft aus der Quelle. Kraft, die wiederum in unsere Kreation einfließen wird. Wir sind ein Strom von Phantasie und Vorstellungskraft, der jederzeit anschwellen kann wie ein Fluss im Frühling. Vorausgesetzt, wir versuchen nicht ständig, an uns selbst herumzubasteln, nur weil wir irgendwo im Außen irgendetwas gesehen oder gehört haben, das uns irgendwie toller vorkommt.

Stellen wir uns, nur mal so zum Beispiel, den Fluß Amazonas vor, der, etwa auf Facebook, liest, dass der Rhein so einen  tollen Rheinfall bei Schaffhausen hat, während er selbst träge durch irgendwelche langweiligen Urwälder fließt und gar nicht richtig weiß, wo er eigentlich anfängt oder aufhört. Der Rhein hingegen- klar umrissen und definiert, umgeben von schicken Burgen und dann auch noch die Lorelei.
Wenn der Amazonas jetzt „the secret“ gelesen hätte, käme er bei diesem Vergleich am Ende noch auf völlig verzweifelte Ideen. Stattdessen freut er sich lieber an seinen Piranhas und Kolibris und schlängelt sich weiter durch seine rote Erde.

Wer das jetzt ein bisschen albern findet. Bitteschön. Es ist das Jahr des Affen. Noch dazu des Feueraffen. Wer findet, dass erkläre nun gar nichts, hat vermutlich auch recht.

Aber ich bin so albern, wie ich eben bin. Um das zu ändern, ist es auch zu spät.

Wer schon länger auf diesem Blog herumliest, weiss das. Sie oder er wird auch wissen, dass ich eigentlich ganz schön esoterisch bin.
Das heisst aber nicht, dass ich jeden Blödsinn mitmache, den irgendwelche Leute sich ausdenken und dann den armen Quantenphysikern in der Schuhe schieben wollen.
Zwischen einer kollabierenden Wahrscheinlichkeitswelle und der Erschaffung einer Zwölfzimmervilla mit Hilfe bunt ausgemalter Wunschzettel besteht ein beträchtlicher quantitativer Unterschied.
Ich weiss sehr gut, das Wünschen hilft. Ich weiss aber auch, wieviel Willenskraft hinter erfüllten Wünschen steckt. So ein Wille muss erst einmal entfaltet werden. Er strömt aus einer sehr gut genährten Essenz. Wenn der Wille für mehr als einen Verzweiflungsschuss ausreichen soll, muss die Essenz regelmäßig gepflegt werden.

Da ich zugleich eine Handwerkerin bin, eine praktisch tätige Ärztin, Kräuterfrau, Akupunkteurin und Seelenflüstern, orientiere ich mich in meiner Arbeit an den Gegebenheiten und die sind, wie das Wort so schön sagt, gegeben.

Gut möglich, dass wir das selbst waren, die uns diesen Körper, dieses Leben, diese Krankheiten gegeben haben. Oder sonst wer. Das ist aber recht irrelevant.
Wichtig ist, jetzt mit diesen Gegebenheiten zu arbeiten und das Allerbeste daraus zu machen- unsere Essenz zu pflegen- das, was wir selbst erschaffen haben. Statt uns ständig auszumalen, was wir vielleicht noch lieber wären.

Wir selbst zu sein war unser ursprünglicher Plan. Erinnern wir uns: Was hatten wir alles vor. Lieder singen. Gärten pflanzen. Die Wüste bewässern. Die Sprache der Schmetterlinge lernen.

Ursprünglich heißt: Bevor uns die Puste ausgegangen ist.

Bevor Eltern, Schule und endlose Medienberieselung uns klarmachten, dass alles an uns eigentlich ganz anders sein müsste.
Bevor wir durch Unfälle, Missbrauch, Missachtung, Trennungen, Gewalt oder Chirurgie traumatisiert wurden.
Bevor unsere zwanzigste Diät und unsere siebte ernsthafte Beziehung scheiterten.
Bevor wir den Glauben an unseren Beruf verloren.
Bevor wir unsere Seele verloren und bevor wir zu einer richtiggehenden Müllhalde von Gedankenformen und Eindringlingen wurden.

Jetzt verschwenden wir unsere Zeit damit, uns einzureden, wir könnten jemand anderes sein, statt uns selbst treu zu bleiben, gehen wir mit irgendwelchen Phantasien von uns selbst fremd. Das schwächt und führt zu nichts.
Statt weiter Affirmationen und Selbstverbesserungspläne zu basteln, gilt es uns selbst zu lieben, das heißt unsere Essenz zu pflegen.

Meine drei praktischen und einfachen Vorschläge für dieses Jahr (2016)

 

  1. Reinigen: Loswerden, was uns schwächt. Die Wohnung entmüllen. Falsche Menschen verabschieden. Falsche Vorstellungen davon, wie wir sein sollten loswerden. Einen richtig dollen Schnupfen kriegen und auskurieren. (Rotz reinigt). Die Gedanken klären. Traumata auflösen. In unsere allerdunkelsten Ecken schauen. Eingedrungene geistige Parasiten loswerden (wir alle haben sie- wir erkennen sie daran, dass wir immer wieder Dinge tun oder denken oder wollen, die uns nicht entsprechen. (Selbstsabotage und Selbsthass.).
  2. Heilen: ausruhen, schweigen, Wunden lecken. Unsere Körper annehmen, wie sie sind. Die Fetzen unserer Seele zusammenwachsen lassen. Die Verbindung zu unseren Ahnen wiederfinden. Ahnenarbeit für mich im Mittelpunkt dieses neuen Jahres und wird auch in meinem Buch über das Heilen einen wichtigen Platz einnehmen.
  3. Wachsen: Unseren Willen wieder entdecken. Aufrechten Gang und klare Visionen entstehen lassen
    „Vision“ heißt „erschauen“- nicht ausdenken!!!
    Visionen entstehen in Ruhe. Sich vorzustellen, wie schön dieses oder jenes sein könnte und dann Pläne zu schmieden oder Affirmationen zu basteln, ist keine Vision sondern „mindfuck“.
    Visionen entstehen, wenn uns gar nichts mehr einfällt. Wenn wir absolut leer sind und dies erlauben. Der chinesische Schamenenphilosoph Laozi hat dies vor langer Zeit aufgeschrieben.
    An diesen Dingen ist gar nichts neu. Wir wissen das alles. Aber meistens tun wir es nicht. Warum?
    Weil es nicht so aufregend aussieht, weil es nicht unserem Narzissmus schmeichelt. Weil wir dem Verfahren nicht trauen. Weil wir den Vorfahren erst recht nicht trauen. Ausruhen! Was soll das bringen? Wir sind darauf getrimmt, dass alles immer schwer sein muss und dass nichts von selbst geschieht und dass wir keinen Augenblick stillhalten dürfen, weil uns sonst alle anderen überholen.
    Wenn wir aus dieser Panikhaltung heraustreten, wenn wir aufhören, uns selbst ständig mit anderen zu vergleichen, wird alles wieder leicht. Dann werden wir uns darauf beschränken, die Dinge zu tun, die nur wir tun können und nur diese Dinge werden uns am Ende glücklich machen.

Die Herrin der Dunkelheit

 

Intermezzo: Hekatenacht

 


Gone are the leaves on the Hecate trees

Shed to the wind till her skeleton claws the sky
I am alone in a forest of memory
Dragging behind me the howl of the winter

wendy rule

Die Hexe ist die Essenz der Krankheit. Das Herrin der Dunkelheit.

Links herum in die Tiefe. Zurück in der Zeit. Grenzüberschreitend. Sie gelangt an heimliche Ort. Sie verführt Vulkane und reitet Drachen. Sie tanzt mit Kali, Pomba Gira, Medusa. Hekate. Baba Yaga. Cailleach. Weiblich. Dunkel. Zornig. Manch einer, der Krankheiten heilen will, möchte diese Großen einzuladen. Aber Vorsicht. Sie können Angst riechen wie die Hunde und Wölfe, mit denen die Damen sich gerne zeigen. Die dunklen Göttinnen helfen denen, die sich selbst helfen. Denen, die alleine gehn. Denen mit dem brennenden Herzen.
Den Hexen.

Eine Hexe fürchtet die Erdgöttinnen nicht, denn in ihr lodert die gleiche Energie. Das Drachenfeuer. Die gleiche Energie, die die meisten fühlen, wenn sie fürchterlich wütend oder fürchterlich verliebt oder fürchterlich krank sind. Dann kocht es eine Weile. Aber es ist, bekanntlich, fürchterlich. Die meisten wollen diese Energie so schnell wie möglich wieder loswerden.

Neulich schrieb mir ein Freund, sinngemäß: „Verdammte Leidenschaft. In meinem Alter ist das viel zu gefährlich fürs Herz.“
Eine Klientin schrieb mir jüngst, dass sie die neu aufgelebten Gefühle so schnell wie möglich wieder loswerden will. Sie will doch „nur ihr eigenes Leben leben“. Sie will zwar auch Künstlerin sein, aber das schmerzt dann doch zu arg.

Nicht so die Hexe. Sie stellt ihren Körper diesen Energien zur Verfügung. Lässt sich durchpusten vom Sturm. Sie schläft im Schnee und glüht in der Sonne. Die Energie der Erdgöttinnen hilft ihr, unerträglichen Schmerz zu fühlen und in große Kunstwerke umzuwandeln, sie hilft, wenn sie will, Krankheiten zu heilen und das Leben selbst zu verstehen, soweit ein Mensch es verstehen kann. Nicht selten wird sie am Ende daran zugrunde gehen.

Denken wir an Maria Callas. Eine der größten Hexen des vergangenen Jahrtausends

Hausaufgabe für heute: Maria Callas hören. Laut.
Und wer in Kontakt mit der eigenen Hexenenergie kommen will, und ein bisschen fürchten, hört heute nacht beim Kerzenscheins Album: „Beneath the Below there is a river.“
Wunderschöne, zarte Musik. Kein albernes Heavy Metall. Reine Hexenenergie. Naturgeister. Zum Fürchten schön.

Ob es Hexen wirklich gibt? Was meinen Sie?
Kommentare erwünscht!

(fortsetzung folgt.)

Meisterin der Boshaftigkeit- die Hexe

In meinem Buch über das Heilen wird es ein Kapitel geben, in dem es um Boshaftigkeit geht. Boshaftigkeit. Ekligkeit, Miesheit. Gehässigkeit. Finster-drauf-sein.

Wir alle sind „böse“. JA. Auch Sie.
Sie mögen es Depression nennen.
Oder Neurose.
Oder die Folgen einer schweren Kindheit.
Oder Stoffwechselstörung. PMS. Hormonstörung. Burnout. Migräne. Rheuma. Gicht. Hammerzeh und Schmerzen beim Gehen.
In meinem Fall sind es zu viele schmerzgeplagte Klienten, die mich niederdrücken. Die sind schuld 😉

Tatsache ist: In solchen Zuständen verbreiten wir schlechte Stimmung. Bei sich. Bei anderen. Wir machen anderen ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle. Stecken sie mit Schwermut an. Vermiesen jede Party. Das ist doch böse. Oder nicht?

Oder was halten Sie davon, wenn sich jemand fragt: „Warum gerade ich, warum habe ich diese schlimme Krankheit. Warum gerade ich, die ich seit zwanzig Jahren vegan lebe, meinen Müll trenne, meinen Feinden verzeihe und in engem Kontakt mit mehreren Engeln stehe. Warum gerade ich, die ich drei kleine Kinder habe und noch so viel vor, warum nicht die alte Frau Schmidt, die eh allein ist und eh immer sterben will.“
Wer so denkt, oder fühlt, wünscht gerade eben einer armen alten Frau eine schwere Krankheit an den Hals. Das ist böse. Punkt.

Das Ärgerliche an der Boshaftigkeit ist: Sie will nicht weg. Sie klebt wie das halbaufgelöste Gummizeugs auf der Unterseite alter Teppichfliesen.

Oder was halten Sie davon, wenn Ihnen ihr Arzt oder Apotheker mitteilt, Sie müssten einfach nur entspannen, ein bisschen fröhlicher werden und die negativen Gedanken loswerden?
Oder Ihr Therapeut ihnen nahelegt, die garstige Vergangenheit zu vergessen und verzeihen zu lernen.
Die Freundin empfiehlt dann noch, einfach ein bisschen abzunehmen.
Einfach den Krebs schnell wieder los werden, empfiehlt komischerweise niemand.

Aber warum eigentlich nicht? Warum können wir Krebszellen nicht einfach loswerden?_ ??Laut derzeitiger Lehrmeinung sollen wir böse Gedanken, schlechte Erinnerungen und belastende Fettansammlungen mit ein wenig Willenskraft loswerden, aber Zellen, die noch nicht einmal so richtig unsere eigenen sind, nicht? Da wird mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen.

Krebs oder nicht: All diese gemeinen Dinge kleben wie besagtes Gummizeugs. ?Wir wollen sie vielleicht nicht. Aber je mehr wir rubbeln, umso besser kleben sie.

Wenn ihnen also in Zukunft jemand empfiehlt, ihre Sorgen, toten Angehörigen und Missbrauchserfahrungen, ihre Erinnerungen an den Ex und ihre Essstörung mal einfach ins Licht zu schicken, dann sagen Sie dieser Person, sie solle doch bitte selbst ins Licht gehen. ?

Sie brauchen sich nicht schuldig zu fühlen, wenn die allgemeine New-age Heiterkeit, das ganze Licht-und-Liebe Gedusel an Ihnen vorbeigeht. Sie brauchen keine Zettel mehr an den Spiegel zu kleben, von wegen das Universum habe Sie lieb und die Wohnung würde sich von selbst putzen. Sie brauchen auch nicht auf irgendwelche Engel zu hoffen, weil niemand sie liebt.

Vergessen sie diesen ganzen Kram erst einmal.

Am Rande bemerkt: Sie können sich übrigens selbst lieben. Das geht. Nicht bösartig schnauben. Es geht wirklich. Auch wenn es fast unmöglich erscheint, auch wenn Sie in ihrer Erinnerung noch nie geliebt worden sind. Aber über Einsamkeit und Selbsthass gibt es einen anderen Abschnitt im Buch über das Heilen. So wie über Gefühllosigkeit, Schmerz, Lähmung, Angst und eben all dieses hässliche Zeug. ?

Hier geht es jetzt mal nur um die Boshaftigkeit, oder das, was wir dafür halten.
Weiterlesen

November- Tore zur Dunkelheit

Wieder einmal ist November. Wie stets zu dieser Jahreszeit kommen die Menschen mit schweren Themen zu mir, Trauer, Tod, Besessenheit und das Erbe einer bösen Vergangenheit. Es geht um die Ahnen.
„Die Sünden der Väter werden gerächt an den Enkeln bis ins dritte und vierte Glied“, heißt es im Buch Moses. (2 Moses, 20). Die moderne Epigenetik bestätigt dies:
In den Chromosomen wird wesentlich mehr gespeichert als die Augenfarbe.
Wer dieses Erbe ablehnen will, muss tief hinabtauchen. In die Dunkelheit. Zu den Ahnen.

November ist eine gute Zeit für Reisen zu den Ahnen.

Im November gehen wir vom Herbst zurück in die Dunkelheit des Winters. Die oberirdischen Teile vieler Pflanzen sterben. Die einjährigen Tiere sterben. Die letzten zerzausten Wespen schleppen sich durchs Haus. Hoffnungen sterben. Die Zugvögel sind längst verschwunden.
Die Religionen kennen diese Zeit und entsprechend viele Feste gibt es.

Allerheiligen-Halloween-Samhain

Allerheiligen kennt ja, dank amerikanischer Filme, inzwischen jede/r. Kürbislaternen und Berge von Süßigkeiten. Freddy Krüger mit seinen ekligen langen Fingernägeln geht um.

Wer sich für unsere eigene pagane Kultur interessiert, wird wissen, dass Samhain ein altes Fest ist, an dem das Leben, welches in der Sommerhälfte des Jahreskreises im Licht tanzen durfte, sich nun in die Dunkelheit zurückzieht. Dabei öffnen sich die Tore zur Anderswelt. 

Tollkühne Menschen können einen Blick in die Tiefe riskieren, um die Zukunft vorauszusagen. Sie tun dies etwa mit Hilfe von Spiegeln oder Wassergefäßen.
Da die Tore aufgehen, kommen auch die Bewohner der anderen Seite herüberkommen. Geister gehen um, heisst es dann. Nun sind wir selbst ja auch Geister. Aber diese, die da kommen, die sind fremd und daher unheimlich. Die Menschen bleiben daher lieber gemeinsam zuhause am Feuer (vor dem Bildschirm), erzählen sich gruselige Geschichten (gucken Horrormovies) und essen feine Speisen (Popcorn und Chips).
Jahreszeitlich keltisch gibt es zu Samhain: Kürbisse, Äpfel und Schweinebraten. Den Geistern von der anderen Seite wird etwas vor die Tür gestellt. Aber rein dürfen sie nicht.
Das ist normaler magischer Alltag.
All unseren Ahnen geläufig und der offensichtliche Ursprung der Halloweenbräuche. Bis auf den industriellen Zuckerkram. Echte Geister halten, meiner bescheidenen Meinung nach, nichts von Nestlé und co. Ich jedenfalls nicht.

Gut. Halloween- Samhain- Allerheiligen ist ja eh vorbei.

Allerseelen

Zwei Tage nach Halloween war dann noch Allerseelen. Traditionelle Menschen stellen in dieser Nacht Milch für die Toten nach draußen. Und wieder gibt es ein Festmahl. Da der ganze November im Zeichen der Ahnen steht, ist es keine verkehrte Idee, an einem beliebigen der vielen Tage dieses Monats ein persönliches kleines Totenfest zu veranstalten. Eine Kerze aufstellen, vor einem Photo, und ein wenig des eigenen Essens dazu. Ein Gruß oder eine Blume. Kleine rituelle Gesten können viel in Bewegung bringen.
Wer Allerseelen verpasst hat, und einen offiziellen Tag bevorzugt, um der Toten zu gedenken, kann warten bis zum Totengedenktag Ende November.

Karnevalsanfang

Unterdess geht es weiter mit den besonderen Tagen im November. Die Süddeutschen wissen Bescheid. Allerorts laufen fieberhafte Vorbereitungen.
(Im Norden herrscht kühle Stille. )
Am 11.11. um 11:11 h beginnt der Karneval. Allen nichtmenschlichen Geistern da draußen zum Trotz wagen sich die Menschen nun hinaus in die Dunkelheit. Im Fasching der Alpenregionen verkleiden die jungen Männer sich als wilde Gruselgestalten und gehörnte Tierfiguren, die die Mädchen mit fruchtbarkeitsbringenden Ruten schlagen. Im Rheinland ist eine Woche Party. Alle miteinander sind sie entschlossen, das Leben nicht sterben zu lassen und die Wildheit hinüberzuretten ins neue Jahr.

Martinstag

Auch im Norden gibt es Bräuche, die das Licht weitertragen sollen. Heutzutage wird dies den Kindergartenkindern überlassen, die am Sankt Martinstag tapfer mit Laternen bewaffnet durch die Nacht ziehen und Martinslieder singen, während ihre Eltern lustlos hinterherschlurfen. Auch eine Martinsgans wird hie und da gebraten, ein heiliger Vogel vieler alter Göttinnen, von Aphrodite bis zu Frau Holle.

Hekatetag

Und da die doppelte Elf eine magische Zahl ist, ist der Martinstag zugleich auch der Tag einer besonderen Göttin: Hekate.

Wer die Göttin “Hekate“, „Hekatetag“ oder auch „Hecate“ gegooglet hat, und deshalb nun hier auf meiner Seite über das Heilen gelandet ist, weiss bescheid.
Ich würde mich riesig freuen, wenn die Freundinnen der Hektar hier ein paar Kommentare hinterlassen würden, um zu erzählen, wie Ihr zu Hekate gekommen seid, was sie für Euch bedeutet, und wie Ihr sie ehrt.
Im Vertrauen auf Eure zahlreiche Kommentare werde ich selbst mir langatmige Erklärungen sparen.

Nur soviel: die griechische Göttin Hekate, oder „Hecate“, ist eine der vielen Erscheinungsformen der dreigestaltigen Mutter. Als Hekate bewacht sie die Wegkreuzungen und die Tore zwischen den Welten, die an der Schranke zum Winter, wie schon gesagt, weit offen stehen.

Hektar ist daher eine Lieblings- Göttin der Hexen und all jener, die gerne eine wären. Warum, also warum alle heutzutage eine Hexe sein möchten, ist mir unklar: Hexe zu sein, ist nicht spaßig. Niemand sonst wagt sich so tief in die Dunkelheit, ins Yin, hinein, wie die Hexen, und dort im Dunkeln ist es, nun, dunkel eben. Wahre Hexen, solche, die den Weg zu gehen verstehen, ohne dabei unterzugehen, sind daher rar und oft sind es die, die schon vorher mit Dunkelheit und Leid wohlvertraut waren und die das Territorium quasi blindlings kennen.

Dennoch begegnet mir Hexenenergie oft bei meiner Arbeit und in den unterschiedlichsten Menschen. Die meisten sind heilfroh, wenn sie nach einem kurzen Ausflug in die dunkle Energie wieder auftauchen dürfen. Bibi Blocksberg hatten sie sich anders vorgestellt.

sneak preview meines Buches über das Heilen

Um die Hexen zu ehren, die wahren, die falschen und die, die bei ihrer Reise ins Yin in trübe Gewässer geraten sind, werde ich am 11.11., pünktlich zum Hekatetag, einen Text über Hexen hier einstellen. Das Hexenkapitel ist allerdings nur ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das Buch über Heilung, an dem ich fieberhaft arbeite.

In diesem Buch über das Heilen, oder eigentlich sind es zwei, ein Lesebuch und ein Arbeitsbuch, geht es nicht um Hexerei sondern um Selbstheilung.

Bekanntlich bin ich ja der Auffassung, das wir alle alles in uns tragen, was wir zum Heilen brauchen und es nur, seit ein paar Tausend Jahren, vergessen haben.

Mehr darüber in meinen Videos.

Hexen sind rar und werden daher in meinem Buch über das Heilen nur am Rande auftauchen.
(Hexen tauchen überhaupt immer nur am Rande auf).

Vor allem geht es im Buch über das Heilen um Dinge wie Fußschmerzen, Hautausschläge, Lebensmittelunverträglichkeit, Einsamkeit, Angst, Herzbeschwerden, und, ach, einfach alles, was uns so nervt.

Fertig geschrieben wird das Buch über Heilung noch in diesem Jahr. Dann kommen edition, und und … es dauert also noch. Aber ich werde immer einmal wieder Teile hierherstellen. Es bleibt also alles wie gehabt.
Ich schreibe. Sie lesen. Dankeschön dafür.

Am 11.11., dem Hekatetag, über Hexen, Hexenenergie und ihre Rolle beim Heilen.
Keine Sorge, im Dezember wird es wieder hell.

 

Originally posted 2015-11-07 22:10:22. Republished by Blog Post Promoter

Erkältung, Triefnase, Heuschnupfen und jede Menge Hausmittel

Nase voll?

Nase voll?

Hausmittel und andere Gedanken zur Triefnase

Was raus muss, muss raus

Heutzutage ist für viele akzeptabel, lautstark zu brüllen, wenn es um Kartharsis (Reinigung) geht. Einige Therapien empfehlen und fördern dies auch.
Herumbrüllen ist authentisch, befreit und nimmt den Druck von der Seele.
Ach ja? Und was geschieht mit den Zuhörern?
Ich persönlich finde es nicht förderlich, wenn Menschen immer gleich losbrüllen. Manches muss raus, anderes darf gerne noch verdaut werden, ehe es anderen um die Ohren und in die Seele geschleudert wird.
Nicht umsonst wird ja auch vom „Auskotzen“gesprochen. Raus damit und gut?
Worte sind Waffen.

Da es andere verletzen kann, wird das Auskotzen, wie Waffengebrauch im allgemeinen, auch nur denen erlaubt, die in der Hierarchie oben stehen.
(In manchen „Ländern“, wie zum Beispiel dem Internet, erweitert sich diese Erlaubnis auch auf diejenigen, die gerne oben stehen würden.)
Die Schwächeren sollen sich, bitteschön, zusammenreißen, nicht so hysterisch sein und sich nicht so anstellen. Sich einmal benehmen dürfen wie die Großen, die Alphatiere…

Das Ganze ist nicht so mein Fall. Wer materiell kotzt, darf sich gerne über das Klo knien. Wer herumbrüllen möchte, gehe bitte in den Wald- und entschuldige sich hinterher bei den Wesen, die dort leben!

Das ist mein Ernst: Wenn wir böses Qi verbreiten, sollten wir dies mit freundlichen Intentionen wieder neutralisieren.

Am Rande ein Tipp für Stadt-Schamanen:
Statt dazu nun Tabak in der Gegend rumzubröseln, reichen in diesen ein paar freundliche und ehrliche Worte oder, noch besser ein kleines Liedchen. Auch Müllsammeln wird gerne akzeptiert.
In meiner persönlichen Erfahrung freuen Wald und Bewohner sich sehr darüber, wenn jemand ein Stückchen Erde sauber räumt- vor allem voll all den glitzernden kleinen Plastikteile, möglichst noch mit Spuren künstlicher Aromastoffen dran, die von Tieren geschluckt werden könnten.
Tabak hingegen ist zum Beten gedacht.

Weinen gilt, im Unterschied zum Herumbrüllen, als Mittel der Schwächeren. Dabei ist es deutlich verfeinerter als wildes Herumbrüllen. Es verletzt andere nicht und Tränen fließen erst dann, wenn der Kummer das ganze System durchlaufen hat. Vor dem Reinigen steht die Destillation, Schmerz, tiefes Erleben. Was uns beim Weinen verlässt ist tief erlebtes, reines Gefühl. Die Essenz unserer Schmerzen.

Tränen besitzen die magische Kraft des Herzens. Nicht umsonst werden in vielen Märchen verzauberte Menschen durch die Tränen einer „reinen Jungfrau“ oder eines „unschuldigen Kindes“ erlöst.

Eine sehr weise, kluge und gar nicht schwache Freundin klagte jüngst, ihr häufiges Weinen würde ihr immer wieder vorgehalten und als Schwäche ausgelegt werden und bat mich, etwas darüber zu schreiben.

Bitteschön!

In der chinesischen Medizin gelten Tränen als die Essenz des Herzens oder auch der Nieren. Tränen reinigen die Nieren und das Herz.
Die Seele verfeinert sich beim Weinen.

Weinen ist ein Gebet. Die Geister hören es, denn es kommt von Herzen.
Genauso wie das herzhafte Lachen (Lachen, nicht: aufgedrehtes Gegröhle). 
Aber heute geht es nicht um mein Lieblingsthema, das Weinen.

Heute geht es um andere Formen der Reinigung. Jahreszeitlich bedingt vor allem um die „Erkältung“. Den Heuschnupfen als Reinigung habe ich ja im Frühjahr besprochen.

Wir erinnern uns: Wenn etwas aus dem System heraus muss, dann muss es raus.
Der Druck ist groß. Unsere Körper besitzen eine ganze Anzahl von Ventilen.

Alte Medizinsysteme bedienen sich dieser Ventile.
Unsere alte europäische Medizin verwendete

  • das Aderlassen
  • die Emesis (Erbrechen)
  • das Purgieren (Abführmittel, Klistiere)
  • die Diurese (Harntreiben)
  • die Diaphorese (Schwitzen).

Die klassische Chinesische Medizin übrigens auch. Die großen Ärzte der Songzeit verfeinerten diese Techniken und schrieben ausführliche Anleitungen darüber, die bis heute zur Verfügung stehen.

 

Beispiel Erbrechen (Emesis):
Erbrechen ist nicht schön, hilft aber gegen zähen Schleim, wie eben bei Migräne. Viele Migräne Patienten wissen, dass ihre Symptome sich bessern, nachdem sie erbrechen. Der Körper hilft sich selbst. Wenn wir dieses Erbrechen nun verstärken und vorher allen Schleim im Magen versammeln. Dann kann es geschehen, dass das Zeug für immer den Körper verlässt.  
Vor vielen  Jahren habe ich einmal einen kleinen Jungen mit schwerer hartnäckiger schleimbedingter Migräne gewollt ausgiebig zum Erbrechen gebracht. Seine Mutter war entsetzt. Die Migräne verschwand sofort und kam bis heute, über zwanzig Jahre später, niemals wieder. Erzählte mir, kürzlich, die Mutter.

 

Erkältung, Triefnase und Heuschnupfen

Woran kaum jemand denkt, ist, dass auch die Nase ein Ventil nach aussen darstellt. Erkältungen und Heuschnupfen sind eine weitere Möglichkeit, meist zu bestimmten Jahreszeiten, alles mögliche aus dem Körper herauszuwerfen.

Rotz reinigt die Lunge und das Hirn. Schnupftabak für einen klaren Kopf hilft daher wirklich.

Erkältungen haben ihre reinigende Funktion. Für viele Menschen sind Erkältungen der jährliche Hausputz und eine willkommene Gelegenheit, sich ins Bett zu legen und neu zu sortieren. Das Gefühl, einen benebelten Kopf und schwere, unbewegliche Glieder zu haben, ist oft der Auftakt, bevor alles wieder ins Fließen kommt.

So ein Reinigungsprozess wird meist durch Kälte ausgelöst. Es kann das Wetter sein. Erschöpfung der eigenen Herzenswärme. Oft als Reaktion auf Angriffe durch emotionale Kälte.
Manch einer erkältet sich als Reaktion auf Kümmernisse, Enttäuschungen und Kränkungen. Liebeskummer ist ein ganz, ganz großer Erkältungsfaktor, denn wenn das Herz erkaltet, können wir dem kalten Wetter nichts mehr entgegenhalten. Wir erkalten.

Überhaupt die Dauerfrierer: Vielleicht kennen Sie das alte Sprichwort: „Kalte Hände Froschnatur, von der Liebe keine Spur.“ Mehr über Kälte schreibe ich dann im Winter…

 

Wenn Kälte in den Körper, die Seele eindringt, aktiviert sich das Drachenfeuer und kocht alles wieder raus. Nach oben und außen. Zur Nase. Durch die Haut.
Wenn die nächste Erkältung ansteht, achten Sie mal darauf, was da alles raus möchte.

Der beliebte Heuschnupfen hingegen ist eher eine Form von Frühjahrsputz. Bei Heuschnupfen geht es nicht um Kälte, sondern um unklares, feuchtes, oft klebrig warmes Qi. Oft erzeugt durch dauerhaftes Grübeln und eine geschwächte Mitte.
Der Ursprung dieser Zustände sind oft jahrelanger Kummer und mangelndes Selbstwertgefühl. Um dieses loszuwerden, benutzt der Körper Reizstoffe von außen, die alles noch mehr anschwellen lassen, bis es dann losfließt.
(Wer keinen Heuschnupfen bekommt, bekommt in dieser Lage vielleicht eine Sommergrippe oder irgendeine andere Art von Durchfall.)

Das heißt nun nicht, dass wochenlange Schnieferei, sei es durch Heuschnupfen oder Erkältungen, sein müssen. Aber statt die vehement tropfende Nasenschleimhaut einfach mit irgendwelchen Grippemitteln zu blockieren, mit den bekannten Nebenwirkungen: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Gewichtszunahme, das heisst noch mehr Innere Feuchtigkeit, tun wir gut daran, andere Ventile zu öffnen.
Was raus muss, muss raus. Am liebsten schnell.

(Das Gleiche gilt natürlich auch für die Durchfälle, die in der chinesischen Medizin in bestimmten Fällen, aber nicht immer!, mit Abführmitteln behandelt werden. Hier ist eine genaue chinesische Diagnose sehr, sehr wichtig.)

Einfache Mittel bei Erkältungen, Grippe, Brummschädeln und Triefnasen

Ein altes hiesiges Hausmittel bei blockierter Nase ist das Hochziehen von Salzwasser. Es verflüssigt den Rotz und befreit die Nase und kennt gar kein Pardon. Es fließt und fließt bis alles draußen ist. (Mir persönlich zu sehr.)
Andere riechen an einer Zwiebel, die entgiftend und antiviral wirkt und, wie allgemein bekannt, auch alles fließen lässt. Ganz harte Menschen stopfen sich Knoblauch in die Nase, was in den meisten Fällen viel zu heiß ist und die Schleimhäute zu sehr reizt.

Akupressur: Ein wichtiger Akupressurpunkt bei Triefnase liegt direkt neben den Nasenflügeln. Chinesen tragen hier Chinaöl (Minzöl) oder Tigerbalsam auf. Das öffnet die Nase.
Zwischen den Augen, an der Nasenwurzel, liegt ein weiterer Punkt (den manche als das dritte Auge kennen), der den Kopf befreit, wenn wir ihn leicht klopfen oder Chinaöl (Minzöl) auftragen.
Weitere Punkte liegen an den Schläfen und im Nacken und in der „Schwimmhaut“ zwischen Daumen und Zeigefinger.

Bei Akupressur wird nicht gerubbelt, bis die Haut abgeht- wir reiben oder klopfen leicht, um das Qi zu stimulieren. Scharf- duftende Öle helfen dabei.

Zu Beginn einer Erkältung, solange der ganzer Körper schmerzt, wenn wir also noch frösteln und noch nicht fiebern, sind Schwitzkuren effektiver, um dem Drachenfeuer zu helfen.

Wenn wir ohnehin schon heiß und schwitzend im Bett liegen, ist es für die Schwitzkur logischerweise zu spät.
Akupressur, insbesondere der Punkt an der Hand, an der Schwimmhaut zwischen Daumen und Zeigefinger, der dann unter Umständen richtig schmerzt, ist aber immer einen Versuch wert.

Bei Heuschnupfen, ist das Schwitzen eher nicht so angenehm,da innerlich ohnehin schon ein feucht schwüles Klima herrscht. Bei hitzigen Symptomen hilft eher kühles Öffnen der Oberfläche, durch hochkomplizierte entzündungshemmende und reinigende Rezepturen, die zum Beispiel Minze und Forsythienblüten enthalten. Fertige Mischungen gegen Heuschnupfen gibt es im Internet als Granulat oder Tabletten zu bestellen und kosten nicht viel. Frische, wirksamere Mischungen sollten individuell verordnet werden. Die traditionelle chinesische Medizin verwendet solche Mischungen bei einem großen Spektrum von Infekten und Entzündungen.

Hilfreich bei Feuchtigkeitsproblemen wie Heuschnupfen ist immer, Weizen, Milch und Süßigkeiten streng zu vermeiden. Dies allein reicht bei vielen Menschen schon, um den Heuschnupfen in den Griff zu bekommen (und ein paar Pfunde zu verlieren und das Bindegewebe zu straffen. Chinesinnen kennen keine Cellulitis…)

Es gibt außerdem ein einfaches Mittel, das bei hitzigen und frösteligen Symptomen, das heißt bei Heuschnupfen und Erkältungstriefnase gleichermaßen, einen Versuch wert ist: Die Wassertrinkkur. Ich beschreibe sie weiter unten.

 

Die allerbeste Schwitzkur bei Erkältung (nicht bei Heuschnupfen)

 

Noch einmal: Bei Heuschnupfen wollen wir den Körper nicht erhitzen, hier empfehle ich Diät (siehe hier oben) und die Wassertrinkkur (weiter unten).

Die Chinesen, und inzwischen viele Menschen im Westen, trinken bei einer Erkältung heißes Ingwerwasser. Es reicht aber nicht, einfach ein paar Stückchen Ingwer in ein Glas heisses Wasser zu werfen. Das schmeckt gut, hilft aber wenig.

So funktioniert die Ingwerwasserkur bei Erkältung:

Dazu wird ein walnussgroßes Stück Ingwerknolle gewaschen und mit der bräunlichen Haut kleingeschnippelt und in zwei Tassen Wasser kurz aufgekocht und zehn Minuten ziehen gelassen.
Sie können auch einfach nur ein großes Stück Ingwerhaut verwenden.

Ingwer aus biologischem Anbau sieht klein und schrumpelig aus, hat aber deutlich mehr Schärfe in der Haut und ausserdem soll man Kranke ja nicht vergiften…

Die scharfe Brühe wird  in kleinen Schlucken heiß getrunken.

Erklärung: Die Ingwerhaut enthält die meisten scharfen, schweißtreibenden Stoffe. Daher wird die Haut bei der Schwitzkur auf keinen Fall abgeschält. Nur so öffnen sich die Poren und die Erkältung verlässt den Körper.

Da die Poren offen nun sind, ist es entscheidend, sich gut vor Zugluft zu schützen. Sonst ist es hinterher schlimmer als zuvor.
Daher legen wir uns unbedingt ins Bett und decken uns zu und bleiben liegen, bis das Schwitzen von selbst aufhört.

Zugluft ist ein Grund dafür, warum manche Menschen nach einer gutgemeinten Sauna kränker sind als vorher.
Kurz ein paar Worte zur Sauna. Dann gehts weiter mit noch mehr Hausmitteln bei Erkältung und Heuschnupfen.
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Termine ab September 2015

Kurzmitteilung

Ab sofort gibt es die neuen Termine online.
Der Kalender funktioniert!!!
Wenn auf dem online Kalender keine Termine zu finden sind, dann bin ich ausgebucht. So einfach ist dies.
Eine Ausnahme sind die Termine, die ich für Patienten reserviere, die bereits in Behandlung sind.
Für alle anderen gilt: immer mal wieder reinschauen, ob jemand storniert. Der Termin erscheint dann sofort wieder als buchbar.

Chinesische Kräuter. Akupunktur. Körpertherapie und ganz viel Zeit.
Chinesische Medizin mit schamanischen Wurzeln.

Gelegentlich schreiben mir Menschen, wie sehr sie sich fürchten, vor einer Behandlung durch mich:

„Jetzt hab ich mich endlich getraut, mir einen Termin zu buchen.“

„Wer weiß, was mich da erwartet?“

„Hab schon richtig Angst.“

Nun, wie bei Lampenfieber, ist dies eigentlich ein gutes Zeichen. Ich mache ja weiter nichts Gruseliges. Akupunktur, Kräuter, Osteopathie, andere Körpertherapietechniken, Traumatherapie. Wir reden ein bisschen. Manchmal wedle ich mit einer Feder. Lege Hand auf. Trommle vielleicht. Oder weine. Manchmal biegen wir uns auch vor Lachen.
Also nichts, was so fürchterlich wäre. Blutabnehmen wäre doch deutlich schlimmer.

Ich vermute, das Ganze ist weniger Furcht als die Aufregung, endlich irgendein, lange schon vor sich hin grummelndes, Thema anzugehen, mal nach irgendeinem Symptomen schauen zu lassen oder einen kleinen Blick ins eigene Innere zu riskieren.

 

Wie auch immer. Die September-Termine sind online. Einfach anklicken.

Wer den online-Kalender zu widerspenstig findet oder andere Fragen hat, darf natürlich wie immer eine mail schreiben.
info@bodenschatz-li.de

Christine Li by Lea Hepp

Stellenausschreibung:

Christine Li sucht, aus allzu offensichtlichen Gründen, eine tatkräftige Designerin oder einen tatkräftigen Designer für eine neue und schöne Homepage, auf der sich alle wieder leicht zurecht finden. Und auch sonst noch für dies und das.

Originally posted 2015-08-19 14:06:15. Republished by Blog Post Promoter

Heilung chronischer Krankheiten: Was raus muss, muss raus

Viele Krankheiten, die hierzulange als chronisch gelten, sind es nicht.

Das heisst, chronisch sind diese Zustände schon. Aber „Krankheit“ ist meist der falsche Begriff für Symptome, die immer dann auftreten, weil Menschen ein neues Leben anfangen wollen, weil sie im falschen Leben stecken, weil sie eine neue Vision brauchen, weil sie noch niemals die waren, die sie eigentlich sein könnten.

Solche Symptome werden chronisch, weil wir dies alles, das Leben nämlich, nicht erlauben. Und wer lebt schon so, wie die innere Stimme es sich erträumt.

In einem älteren Videoclip, dem ersten von sechs kleinen Filmen über Heilung, erzähle ich von einer modernen Raupe, die dank supermoderner Medizin für immer Raupe bleiben darf- nicht wie ihre altmodische Großmutter, die einst aus der Haut fuhr und auf- und davonflog.

kein leichter Weg

kein leichter Weg

Was raus muss, muss raus: Die Haut

Diese Regel gilt nicht nur für Raupen, die sich auf schmerzhafte Weise aus dem Kokon brechen müssen. Ans grelle unbekannte Licht, dort, wo der erste Vogel sie fressen könnte.
Sie gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge. Die chinesische Medizin geht daher bei „Neurodermitis“ (atopischem Ekzem) oder Acne rosazae (Röschenflechte) und co, ganz anders vor als die technische Medizin.
Nicht Deckel drauf- sondern raus damit.
Dazu ist es günstig, das Cortison abzusetzen, dass oft ohnehin nur in schädlich hoher Dosierung noch ausreicht, den Deckel festzuhalten. Dann gibt die chinesische Medizin einen Mix aus Kräutern, die das „wahre“ Qi, die inneren Impulse die hervorkommen möchten, befreien, idealerweise kombiniert mit genau der richtigen Menge an weichmachenden und befeuchtenden oder lindernden Kräutern, um zu verhindern, dass die Haut ganz und gar aufblüht und der Prozess milde (am besten fast unmerklich, aber niemals unterdrückt) verläuft.
Nach jahrelanger Cortisonverwendung sind solche Prozesse allerdings nur von echten KünstlerInnen zu steuern. So rabiat unterdrücken (wie vorher mit der Cortisontherapie) lassen sich die Symptome im Verlauf der traditionellen chinesischen Behandlung meist nicht.

Aber nach einiger Zeit der Anwendung von traditionellen Kräutermixturen  beruhigt sich alles wieder und wir beginnen ein neues Leben in neuer Haut.
Mehr über chinesische Dermatologie und darüber, welche „Krankheiten“ erfahrungsgemäß gut ansprechen, schreibt unter anderem mein Kollege Marco Massari in München.
Im Wesentlichen aber gilt auch bei Hautkrankheiten, wie immer in der chinesischen Medizin, wir behandeln nicht Krankheiten, sondern wir helfen individuellen Menschen, ihr Qi wieder in die richtige Bahn zu lenken.
Hautkrankheiten sind oft Ausdruck von Wachstum und Veränderung, weshalb ja gerade Kinder oder Menschen in Umbruchsituationen (z.b. alternde Menschen) so heftige Reaktionen zeigen können.
Die Heilung besteht darin, die Veränderung anzunehmen und zu leben.

Was raus muss, muss raus: Die Menstruation

Über Menstruation habe ich im „Weg der Kaiserin“ bereits ausführlich geschrieben. Wenn es zu starken Blutungen kommt, verlässt überschüssige Hitze den Körper. Für Frauen ist dies eine regelmäßige Reinigung, die jedoch immer auch etwas schwächend ist, weshalb sich menstruierende Frauen gut pflegen sollten und gelegentlich stärkende Kräuter benötigen.

Was raus muss, muss raus: andere starke Blutungen

Hitze in Form von Blut kann auf viele verschiedene Weise austreten.

  • Blutige Ausschläge
  • Nasenbluten
  • Bluthusten
  • blutige Stühle
  • Bluterbrechen
  • blutiger Urin
  • Blutstürze (Metrorrhagie)
  • Gehirnblutung

In vielen dieser Fälle ist die Hitze stark und „giftig“. Dazu kommt es etwa nach langem Siechtum, langer, emotionaler oder anderer Vergiftung (Alkohol, Medikamente, Gifte). Emotionale Gifte, teils von den Ahnen übernommen (epigenetisch), sind aber eigentlich immer dabei. Wenn sich genug Gifte, oft als sogenannte „Massen“ angehäuft haben und das Qi  lange Zeit  blockiert wird, laufen die inneren Kräfte (die „Drachen“) Amok.

Blutige Ausschläge, Nasenbluten, Bluthusten, blutige Stühle, Bluterbrechen, nicht zu stillende Blutstürze und Hirnblutung sind aus dieser Sicht Versuche der Selbstheilung, die aber leider tödlich verlaufen können.
Auch hier würde die Chinesische Medizin versuchen, die Hitze zwar soweit zu kühlen, dass die Blutungen stehen, aber gleichzeitig dem Körper zu helfen, die Blockaden und Gifte auf andere Weise zu entfernen. Das ist sehr schwer und knifflig und nicht immer kommt die chinesische Medizin hier noch rechtzeitig.
Je früher die Therapie beginnt, umso mehr Aussicht auf Erfolg gibt es. Leider kommen aber viele Menschen erst dann, wenn alle anderen Mittel nicht mehr anschlagen und der Körper restlos geschwächt ist. 
Ein Kollege und guter Freund, der zusammen mit mir in China studiert hat, ein wahrer Experte für chinesische Kräuter, der sich auch mit sehr komplizierten Krankheiten auskennt, ist Dr. Volker Scheid.

Was raus muss, muss raus: Die Wechseljahre

Frauen, insbesondere menstruierende Frauen gelten als „zickig“. Die Wahrheit ist: Menstruation ist eine regelmäßige Abkühlung, die bei Frauen, unter anderem, dazu beiträgt, dass diese im gebärfähigen Alter eben gerade nicht aus der Haut fahren.

Wer kleine Kinder zu versorgen hat, muss zu Zeiten kleine Brötchen backen. Eigene Wünsche stehen lange Zeit hinten an. Auch Frauen, die keine Kinder gebären, sind durch diese physiologische Bremse oft viel eher dazu bereit, lieb und nett in zweiter Reihe zu stehen als Männer. Noch gedämpfter, wahre „fleißige Bienchen“, werden Frauen übrigens durch die „Pille“, die selbst die kleinen prämenstruellen Aufwallungen (PMS) noch verhindert.
Unter dem Strich lassen sich Frauen deutlich mehr gefallen als Männer. Manche Kulturen (unsere) gewähren Frauen daher einen gewissen institutionellen Schutz. Andere verzichten sogar darauf nahezu komplett.

(Männer verfügen nicht über einen solchen automatischen Abkühlmechanismus wie die Menstruation. Oft lernen sie daher schon im Teenageralter, ihre übersprudelnden Temperamente selbst zu beherrschen, um brav zwölf Stunden am Tag auf einem Stuhl zu sitzen.)

Frauen hingegen werden hingegen regelrecht überrannt, wenn die Blutungen aufhören und ihre Emotionen und Passionen und Kraft sich mit einem Mal anhäufen. Wohin mit dem ganzen „Wumm“?. Die berühmt berüchtigten Hitzewallungen und Schweißausbrüche der so wunderschön  treffend „Wechseljahre“ genannten Lebensphase verlaufen umso aufregender, je weniger Raum für Entfaltung die Frau sich geschaffen hat.
Frauen fahren dann buchstäblich aus der Haut, weil es drinnen eben schon lange zu eng ist.
Statt sich dafür zu begeistern, fühlen sie sich deswegen schuldig oder defekt. Sie isolieren sich und beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Und dann ist auch noch die Bluse dauernd so peinlich nass!

Aus einem Brief an mich: „… habe das Gefühl, das ich seit einiger Zeit mit mir und meiner Umwelt überhaupt nicht mehr zurecht komme. Mir fällt  es sogar schwer es hier in Buchstaben zu verfassen, weil ich nicht weiss, wo ich anfangen soll. Ich kriege meine innere Unruhe nicht in den Griff, bin ungerecht und mitunter aggressiv gegenüber meinen Mitmenschen. Auch machen mir und meiner Umgebung meine Stimmungsschwankungen arg zu schaffen, was zur Folge hat das sich einige von mir abwenden, ich aber auch mitunter lieber zu hause bleibe, um ja nicht wieder mit meiner schlechten Laune auf andere Menschen zu treffen.“

Das „aus-der-Haut-fahren“ ist nicht gerade angenehm. Aber es ist Ausdruck einer regelrechten Grundsanierung.
Tiefe Ängste werden „geschmolzen“. Spuren und Reste jahrzehntelangen Bravseins. Geburtstraumen, Operationen, Unfälle, Überfälle, Gewalterfahrungen (sexuell, psychisch) und nicht überwundene Verlassenheitsängste, Verluste und Trennungen.  Alles kommt hoch. Das Drachenfeuer sorgt dafür. Die schamanische Kraft.

Herzschmerzen

Männer haben genauso Zugang zu dieser Kraft. In jüngeren Jahren sind sie bekanntlich deutlich wilder. Sie leiden auch oft, entgegen des Klischees, weitaus intensiver unter Liebeskummer als Frauen. Dann beginnen sie, unter Druck von außen, schon in jungen Jahren damit, ihre Leidenschaften zu unterdrücken und ihr Herz abzukühlen. Nach ein paar Jahren brav hinter dem Schreibtisch ist das Herz zu Eis erstarrt und die inneren Drachen toben zunehmend wütend dagegen an.  Das Herz gerät in Gefahr und die Angst vor Angina pectoris oder Herzinfarkt oder Hirnblutung wächst.
Andere sind durch jahrzehntelange Erschöpfung, oder durch blutdrucksenkende Medikamente, bereits so abgekühlt, dass die Drachen ermatten (Burnout Syndrom).
Depression, Impotenz und Gewichtszunahme sind Ausdruck dieses Ausgebranntseins, des burnouts, aber ich sehe sieauch oft einfach als Wirkung bei der Einnahme von Mitteln gegen Bluthochdruck. Hier haben selbst die Drachen die Lust verloren und um diese wieder zu erwecken, bedarf es einiger Bemühungen.

Drachen sind wild. Sie wollen tanzen und alter Ballast ist ihnen im Weg.
 Also muss er weg. Egal wie (aus Drachensicht).

Was tun? Zu starkes Bluten und Aus-der-Haut-fahren sind nicht so schön. Eine weitere Möglichkeit ist die Verflüssigung der Blockaden. Triefen, Rotzen und Schwitzen und dann möglichst noch Durchfall und Erbrechen. Auch diese Art der Reinigung sind nicht so beliebt. Darüber hatte ich ja schon geschrieben.
Und dann gibt es noch das Weinen: Die tiefste Art der Reinigung. Das heilige Gebet.

Hier fällt Ihnen vielleicht ein wiederkehrendes Thema auf:

Unsere Körper sind gar nicht so böse, wie wir meinen. Sie sind zutiefst weise. Sie möchten gesund sein und gesund heißt wild. Auch wenn sie uns mit lästigen Symptomen ärgern: wir dürfen ihnen vertrauen.
Schließlich sind wir der Körper.

Wenn wir unsere Symptome annehmen, uns hineinfühlen und versuchen, dem Körper-uns zu helfen, statt ihn-uns mit allen Mitteln zu bekämpfen, erleichtern wir uns das Leben. Der Körper-wir, sind gut, so wie wir sind. Auch mit Rotznase und schuppiger Haut oder wütend aufgequollenem Bauch. So ist es eben, in diesem Augenblick.
Wenn wir aufhören, uns außerhalb des Körpers-uns selbst zu sehen und uns mit diesem-uns selbst wieder völlig vereinen, geht vieles wie von selbst. Die lästigen Symptome verlaufen dann milder und klingen ab.

Und worin besteht die Rolle der chinesischen Medizin?

Sie heilt natürlich nicht, aber sie hilft bei all dem. Sie ist eine der letzten kostbaren Vermächtnisse aus jener längst vergessenen Zeit, als die Menschen noch wussten, wie Leben funktioniert.
Kräuter, genau wie weise ausgewählte Nahrung, bringen uns wieder in Kontakt mit der lebendigen Umwelt. Sie unterstützen und nähren die inneren Prozesse (eventuell sogar bei sehr weitreichender Verwirrung und Blockade).
Die Seelentechnologie der alten Schamanen, die Akupunktur, bringt uns zurück in den Körper. Je weiter außerhalb des Körpers wir schweben, umso schmerzhafter kann die Akupunktur werden. Solange, bis wir uns wieder von innen fühlen. Sind wir wieder ganz innen angekommen, tut es nicht mehr weh. Dann erinnern wir uns, es ist gar nicht so schlimm. Das Leben.

 

 

 

 

 

 

Trickster, kosmische Verführer und Tanz ums Drachenfeuer

 

Wieder einmal ist es heiß. Luft flimmert über dem Asphalt. Politiker lügen. Schweiß trieft. Vollmond. Feuerwerk, Sternschnuppen und qualmende Grillfeuer. Sonnenbrand und Sommerliebe. Glitzerndes Wasser.

Zeit für den Sommertext. Manege frei für den Trickster.

Wenn Licht sich an der Materie reibt und die Luft erhitzt, entstehen Spiegelungen. Wenn Schweiß in die Augen rinnt, verwischt sich der Blick. Und über tausend Feuern tanzen unfassbare Figuren.

Dies ist die Welt des Tricksters.

 

Der Trickster ist Mann und Frau und wir begegnen ihm unter tausend Namen. In einem Märchen hilft er der Müllerstochter, Stroh zu Gold zu spinnen (eine Aufgabe ganz nach seinem Geschmack!) und fordert dafür ihr Kind, wenn es ihr nicht gelingt, seinen Namen zu erraten. Machttrunken tanzt er über dem Feuer und gibt, für dieses eine Mal, seinen Namen preis: Rumpelstilzchen. Das Kind, die Seele, wird gerettet. Wer den Trickster besiegen will, muss schlau sein und unsere Legenden sind voll solcher Geschichten.
Was die Legenden verschweigen: Trickster liebt es, wenn wir ihm die Stirn bieten.

Doch wer ist er? Schwer zu sagen. In seiner Welt, ist jedes Aufblitzen nur eine Spiegelung und so gibt es keinen wahren Namen.

Eleggua

der Name der genannt werden kann, ist nicht der wahre Name

 

Man kennt ihn als Old Man Coyote, Kokopelli, Loki, El Duende, Hephaistos, Feuergott Nezha, Rumpelstilzchen, Pomba Gira, Eleggua, Meister Tabak und tausend andere Drachen und Verführer der Nacht.

Schillernd steigt der Trickster aus dem Feuer und nimmt die Gestalt an, die uns am meisten behagt: Ein betörender Mann (Frau), eine Gottheit oder Buddha, die uns Erleuchtung und Heilung verspricht, ein Drache, der einen großen Schatz bewacht und uns in einen Kampf auf Leben und Tod lockt. Das alles sind nichts als gespiegelter Lichter. Eine kosmische Lichtshow. Ein gigantisches Feuerwerk.
Genau wie die große kollektive Blendung, das Internet, wer anders als Iktome, die trügerische Spinne, könnte dieses Netz gesponnen haben?

spiderprincess by christine li

 

 

 

 

 

Wenn das Licht sich aus der Materie befreit und zurück in den unendlichen Raum geht, wo nichts es mehr brechen kann, wird alles rein, klar und farblos. Hier durchschauenen wir all unsere Täuschung und das Herz wird still. Dies ist der ungetrübte See, den die konfuzianischen Meditierenden der Songzeit (vor circa 1000 Jahren), inspiriert vom Buddhismus, in China suchten. Ein strenges und freudloses Unternehmen.

Körperlose Erleuchtung bringt uns hier auf der Erde nicht weiter. Wer zu verbissen nach Erleuchtung strebt, wird am Ende merken, dass er nur einem besonders raffinierten Lockruf des Tricksters gefolgt ist.

Keiner kommt hier lebendig raus. Ganz gleich, was uns versprochen wurde.

Solange wir hier sind, wird Klarheit nicht lange währen. Solange wir hier im Körper leben, reiben wir uns, und solange wir uns reiben, wird der Blick sich trüben. Wir erhitzen uns, das Drachenfeuer flammt auf und schon geht es los. Das Spiel des Tricksters.

In älteren Zeiten, bis zur Zeit von Ge Hong und Bao Gu (der Heldin des Buches, an dem ich arbeite) suchten die Daoisten nach der Extase. Wie bei ihren Vorfahren, den Schamanen, waren Tanz, Gesang, allerlei Pflanzen und heiliges Krötengift der Weg. Wenn wir ohhnehin schon hier auf der Welt herumirren: Warum uns nicht mit Haut und Haaren hineinstürzen, mit den Dingen verschmelzen, dabeisein und mitspielen.
Wer nicht spielen mag, wird gespielt. Dafür sorgt Trickster.

Spielen wir also und bieten ihm die Stirn.

Und „spielen“ heisst auch: Wir dürfen uns amüsieren. Wir dürfen sogar riesigen Spaß haben.

Trickster ist Master of the Game.

Er weiss, was Frauen wollen. Er weiss sogar, was Männer wollen. Trickster hat für jeden die richtige falsche Karte im Ärmel. Du willst eine große Heilerin sein? Bitteschön! Ein Blues- Gitarrist wie keiner vor Dir? Ein Teufelsgeiger? Der Gründer von Apple? Ein Rolling Stone? Aber ja doch. Gerne. Den Mann deines Lebens finden. Wenn Dir nichts Besseres einfällt. Warum nicht?

Folge Deinen Träumen, raunt Trickster. Aber träum ein bisschen bunter!

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Spielen heisst auch, wir lernen die Regeln. Und diese Regeln besagen: Dies hier ist echt. Das Spielgeld ist echt. Die Schmerzen sind echt. Die Waffen sind echt. Die Schluchten und Erdbeben sind echt. Das Blut ist echt. So lauten die Regeln.
Bei all dem bleibt es ein Spiel, wie die Buddhisten gerne betonen. Das nutzt ihnen aber nichts. Denn auch ihr Blut ist echt.
Spielschulden sind Ehrenschulden und Mogeln gilt nicht. Es wird natürlich dennoch gemogelt. Manch einer versucht, sich rauszuschleichen und Erleuchtung zu spielen. Doch kaum einer kommt für lange Zeit davon.

Wieder andere bleiben auf ihren Karten sitzen. Horten ihr Spielgeld. Sichern alles ab. Versichern sich. Planen. Sparen Zeit und Geld. Wissen alles besser. Leben gesund. Wünschen sich nichts. Spielen nicht mit. Verweigern sich. Nehmen Zuflucht.
Das fordert Trickster heraus. Nun wird er keine Ruhe finden, bis er die passende Verlockung gefunden hat. Ewige, leidenschaftliche Liebe, einen großen Schatz, unendliche Macht.
Für ganz Ängstliche gibt es den medizinischen Fortschritt, der alle Krankheiten besiegen wird, und für Total-Verweigerer gibt es die Erleuchtung in einer Religion eigener Wahl. Ein großer Guru sein, mit riesen Gefolgschaft auf Twitter und einer eigenen Insel? Ein Plan ganz nach dem Geschmack des Tricksters.

Jede Form esoterischer Weisheit findet Trickster äußerst amüsant. Der Blog von Christine Li? Chapeau!

Trickster ist, wohlgemerkt, kein Lügner. Er erfüllt alle Wünsche, wenn ihm danach ist. Er erfindet neue Wünsche und erfüllt auch diese. Er kann, wenn er mag, bezaubernde Geschenke machen. Er ist der Lieblingsgott aller Narzissten. Er ist auch ihr unerbittlichster Lehrer, denn er kann all seine Kreationen, Schönheit, Macht, die Oscarnominierung und die Yacht in der Karibik, mit dem Schnipsen eines Fingers, wieder in Rauch und Spiegelungen auflösen.

Trickster lässt sich nicht verpflichten. Da hilft kein Verkaufen der Seele und kein blutiges Opfer nachts an einer Wegkreuzung oder auf dem Friedhof.
Da ihn solch theatralische Aktionen sehr amüsieren, kommt er vielleicht wie gerufen. So wie er auch durch die Karten und aus dem Kaffeesatz spricht, aus heiligen Quellen und zu berauschten Dichtern. Aber er macht auch dort, was er will. Dagegen hilft keine schwarze Messe, kein Stierkampf und auch kein heiliges Abendmahl.
Trickster lässt sich nicht festlegen. Seine einzige Lehre lautet: Nichts bleibt.

Du kannst ihn nicht fesseln und nicht verpflichten und ihm gar deine Seele zu verhökern, ist nutzloses Drama. Er nimmt sie, wirft sie auf den großen Haufen anderer verlorener Seelen und kümmert sich nicht weiter drum. Er mag dir im Gegenzug alles versprechen, aber er hält sein Versprechen nie oder, nur so zum Spass, vielleicht für eine flüchtige Weile.

Erfreue dich also an den Illusionen. Der magischen Show. Dem ganz großen Theater. Spiele mit. Küsse und verführe. Tanze und singe. Verzaubere alle Herzen. Trickster ist entzückt, wenn Menschen sein Spiel spielen.
Unterwürfigkeit, Gejammere, Gewimmere und Bestechungsversuche reizen ihn zu Schandtaten. Jammern und Klagen reizen ihn allerhöchstens, dem Elend noch eins drauf zu setzen. Nenn ihn dafür ruhig Teufel, Verführer, unreiner Geist. Das stört ihn nicht.

Also lass das Zetern.

Es ist nicht seine Schuld, dass Du dich betrogen fühlst. Du selbst hast ihm die Seele hinterhergeworfen, als Du ihn verpflichten wolltest.
Nun stehst Du da. Ohne Seele und wie willst Du noch spielen, so ohne Seele. Was soll er nun noch mit Dir?

Was Trickster liebt, sind Menschen, die ihre ganze Menschlichkeit in die Waagschale werfen und ihn schreiend herausfordern:
„Hier Trickster. Zeig mir was Du kannst. Gib mir Deine Geschenke. Erfreue mich. Begeistere mich. Gib mir alles. Wenn du willst, gib mir Unheil und Krankheit. Zeig mir, was Du kannst. Ich grusle mich nicht. Meine Seele bleibt unberührt von Deinem Theater. Ich spiele Ball mit den Schädeln der Toten.“

Wenn also wieder einmal Trickster in Dein Leben tritt: Schenk ihm einen Likör ein, oder alten Havana Club, opfere Tabak (Cohiba) und lüg ihm mitten ins Gesicht. Lass deine Diamanten blitzen. Sie müssen nicht echt sein. Tanze für ihn. Sing für ihn. Verführe ihn und Trickster ist dein. Dann erfüllt er all deine Wünsche, Gesundheit, Schönheit, Glück. Aber nur, solange Du eine wirklich große Hexe, ein großer Magier bist und deine Seele niemals hergibst. Sobald Du ihm ganz gehörst, lässt er Dich fallen.
(Ja, er ist darin genauso wie seine Lieblings-Schüler, die großen Verführer- was glaubst Du denn, woher diese das gelernt haben?)

Übrigens: Mein Trickster erscheint mir in männlicher Form. Doch auch das ist nur eine Illusion. Manch einem Mann erscheinen Pomba Giras, die im alten China auch als Fuchsgeister bekannt waren. Gefährliche Wesen, allesamt. Und natürlich müssen Trickster nicht hetero-sexuell sein. Sexuell aber sind sie immer. Denn sie wirken durch das Drachenfeuer und das steigt von unten auf. Aus der Dunkelheit hinauf zu den Wolken.

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Allen gemeinsam ist eines: Ein Trickster (oder eine Pomba Gira) gehört nur sich selbst. Genau wie Du, denn er ist Du und Du bist sie. Versuch keine Verhandlungen. Versuch nicht, ihn zu binden. Er mag das nicht. Denn er ist Du und Du bist frei.

Und sei nicht beleidigt, wenn der der Tag anbricht und im milden Licht der Sonne nichts als ein paar kleine Rauchfäden aus der kalten Glut aufsteigen. Dort, wo Du, eben noch, in magischer Raserei um das Drachenfeuer tanztest. Du hast doch nicht etwa geglaubt, das sei die Wahrheit? Dummes Kind. Wir müssen das alles noch einmal üben. Und noch einmal. Immer wieder.
So lange, bis Du es begreifst: Nichts bleibt. Nichts bleibt. Nichts bleibt.

Es ist ein Spiel von Yin und Yang. Magie in der Nacht. Am Tag stille Klarheit. Herzfeuer. Vollkommmen transparentes Licht ohne Spiegelungen. Du hast endlich verstanden. Du bist jetzt erleuchtet.

„Diesmal bleib ich klar“,beschließt du.

„Wir müssen wohl noch einmal üben“, raunt er da und lockt dich in den nächsten Tanz.
Wieder entsteht eine neue Welt. Entsteht und vergeht. Runde um Runde.

la emperatriz bailando

Trickster. Ich liebe dich.