The lost Connection to the Cosmic Web

Shamanic acupuncture- The Yin Way

Ancient doctors of China advised their clients to nourish the Essence.
The art of nourishing the Essence has been forgotten or rather: It is looked upon as inefficient because basically nourishing the Essence would mean not to think, not to plan and not to expect anything. Again and again.
Who wants to do that.
To stand still- while everybody around us is running like crazy?

I see nervous people and sleepless people and people who act out or run around all the time. Mostly very successful people.
They tell me, they are completely exhausted, drained, burned out.
Some of them do not see any sense at all in living.
They have lost all hope.
“I wish, I could just go”, is a phrase heard often in my office. ”I tried so hard but nothing seems to work.”
Many feel lonely, disconnected and sometimes utterly lost.
The reason may be the breaking up of a relationship, a divorce, love- sickness, infatuation and all the other heart wrenching moments.
The reason may be a lost dream. A career running into the wrong direction.
Most of the time, they cannot even tell you what happened.

Live has somehow lost its brilliance.

And let us not be fooled by all the smiling faces out there. An ever growing percentage of these radiant smiles is fuelled by Prozac and Co.

Their deficiency is obvious- but the usual tonification approach of TCM will not work.
Neither will the nutritional supplementation of Western naturopathic medicine.

In our times in the rich countries, the deficiencies we live through, are not the same as in ancient China.
Back then, the bodies were nourished less and the winters were colder.
Situations that drained the body.
But then, these people knew how to nourish the spirit.

Today the pulses tell different  stories. In modern day people that are exhausted to the core may present with a perfectly toned and nourished body and with shiny hair.
They may even be fat- in times long gone a sign of well-being.
The middle is fine.
Even the kidney pulses are quite ok most of the time.
Bodies are not so drained after all.
And still, after a while, even the bodies give up functioning and, while still perfectly nourished, create all kinds of ailments, that leave the medical doctors and alternative doctors alike: completely baffled.

Good medicine should always try to answer two questions:
1. Why did this condition occur?
2. What do I need to get well again.

The name of a disease, most important concern of Western medicine, is not very important and can even be misused by clients and helpers alike to perpetuate the condition.

So: What has happened to these people?

The answer is Soul loss. A spiritual condition, that can only be addressed, when we, in Chinese Medicine go back to our shamanic roots and understand, what it is like, to  work with spirit, to connect to deep power, to heaven and earth and the cosmic web  and to understand, that there is no other disease than to lose that connection.

This September, at the International Congress of TCM in Denmark we will talk about how we today can get back to that spiritual connection and even fight some personal demons. We will also learn, that disease can be good news if we understand its message and handle it well.

Im Geisterstrom

Teil 4: Auf der Suche nach den Ahnen- eine europäische Visionssuche

 

In der chinesischen Medizin ist die Erde das Zeichen von Feuchtigkeit, Gedanken, Duft, Ermattung, Bescheidenheit, Mütterlichkeit und Ernährung.
Das Wasser entspricht dem Winter, der Angst und dem Tod und damit auch der Wiedergeburt.
Eine winzige Einführung in die Fünf Elemente Lehre finden Sie in meinem Vortrag zum Hamburger Qigong Kongress.

In dieser Nacht regnete es unaufhörlich. Es begann bereits am Nachmittag. Ich wanderte durch einen endlosen Wald.  Ganz weit oben, unerreichbar zwischen hohen dunklen Baumkronen ahnte ich den mattgrauen Himmel. Unten war alles Dichte und Moder. Tote Bäume lagen in wirren Verstrickungen übereinander.
Toter Baum by Christine Li

 

 

 

 

 

Verworrenes Holz by Christine Li

Keine Menschenseele weit und breit.
„Lasst mich hier herauskommen, ehe die Nacht kommt!“, war mein Gebet und weil es schlicht und unmissverständlich war, wurde es erhört. Beten will gelernt sein.

Nach ein paar Meilen öffnete sich der Wald und entließ mich an den Fluss. Schwärzlich mäanderte er durch seine moorige Heimat. Letzte Sonnenstrahlen rieselten zwischen Wolkenrissen hinab auf die Erde. Unter den Grasbüscheln glitzerte Wasser und meine Füße sanken tief.

die "Kalte Moldau"

Ich fand eine winzige Erhebung, bewachsen von Ebereschen und leuchtend gelbem Johanniskraut, stellte mich vor und bat höflich um ein Nachtlager.

Auch in dieser Nacht spendete ich keinen Tabak, sondern bot an, Müll einzusammeln und mitzunehmen.

Die Bewohner der kleinen Insel empfingen mich freundlich. Es gab keinen Müll hier. Ich durfte mich ausruhen.
Im Halbdunkel nestelte ich in meinen wenigen Habseligkeiten. Alle Kleidung übereinander, der Schlafsack und ganz außen der unbezahlbare Biwacksack. Die zusammengerollte Filzdecke als Kopfkissen. Kleiner Luxus.
Bald schon umfing mich vollkommene Dunkelheit.

Moldaunacht by Christine Li

Frieren würde ich diesmal nicht. Das bisschen Wind schreckte mich nicht, nicht nach den stürmischen Attacken der Bergstürme und dem Gewitter am Hang in den Nächten davor. Aber trocken war die Wiese selbst hier auf dem Hügelchen nicht. Genaugenommen war sie klatschnass.

Der Regen fiel und fiel. Die Wolken ließen kein einziges Sternchen hindurchscheinen. Wasserlast für eine lange Nacht. Ich zog den Biwacksack fest zusammen. Nur eine Lücke zum Atmen ließ ich frei.
Doch nicht umsonst sagen die Chinesen: Wasser ist das Stärkste. Wasser findet immer seinen Weg; es schleicht durch jede Ritze und rinnt in jede Form, und wenn es hoch genug steht, drückt es auch von unten nach oben.

Aber kalt, so kalt, wie ich es in der Höhe erlebt hatte, war es hier unten nicht. Kein Grund zur Besorgnis, sagte ich mir. Die Vögel schliefen im Regen, die Rehe schliefen im Regen. Das einzige, was mich vom Schlafen abhielt, waren mal wieder die Gedanken.
Da lag ich, halbwegs weich und kuschelig in der matschigen Erde und anstatt einfach damit zu sein, konstruierte ich meine Zukunft. Du wirst nass werden und dann wirst du eben doch noch frieren. Dann wirst du nicht schlafen können. Weil ich gleich dabei war, dachte ich dann noch über die Welt im Allgemeinen nach. Die Lage im nahen Osten. Kriege und Krankheiten. Trennung und Entfremdung und Hass. Außerdem zerbrach ich mir den Kopf darüber, wo ich eigentlich war und wo ich am nächsten Morgen hinmusste. Ob ich überhaupt jemals zurückfinden könnte. Auch darüber, ob die Menschheit als solche jemals zurückfinden würde. Und wohin. Lauter Konjunktive. Könnte, sollte, müsste.

Bei Feuchtigkeit kreisen die Gedanken, lehrt die chinesische Medizin.

Voila. Sie kreisten. Klebrig. Unergiebig. Ich fühlte mich kein bisschen weich und kuschelig. Ich war ein einziger Widerstand. So langsam spürte ich auch den Wind, der schwach, aber stetig das Wasser auf meinem Biwacksack verdunsten ließ und mit jedem kleinen Wehen Schauer durch meinen Körper sandte.

„Still jetzt! Riech!“, sagte jemand mit der energischen Stimme der Naturwesen. Es war das Johanniskraut.

Ein Schwall von würziger Wärme durchdrang mich. Ein kurzer Gedanke noch: Wie kann Johanniskraut so stark riechen? Noch dazu mitten in der Nacht? Dann verlor sich auch dieser letzte Gedanke im Duft.
Ich entfaltete mein Luxuskopfkissen und wickelte den Filz um den Biwacksack. Der Filz sog sich voll und bildete eine feuchtwarme Packung, die meine Wärme im Körper hielt und den Wind draußen. So dämmerte ich ein.
Am nächsten Morgen regnete es immer noch und der Himmel hing tief und grau. Statt einer leichten Filzdecke durfte ich nun einen nassen Bleiklumpen in meinen Rucksack stopfen. Da meine Blasen gegen Schuhe rebellierten, stapfte ich barfuß durch das saftige Gras entlang des Ufers.

Mein Weg führte mich auf die Spuren all der Menschen, die viele Jahrhunderte diesem Fluss gefolgt waren. Auf dem Rücken keine Mikrofasersäcke mit ein paar nassen Decken. Sie ertrugen hölzerne Kruken mit ledernen Säcke voller Salz. Je schwerer, destso besser- Denn Salz war das weiße Gold.
Immer weiter den Goldenen Steig hinauf  trug mich der Geisterstrom. Da waren junge Männer, mit schweren Säcken, voller Hoffnung und Tatendrang. Bereit zur Rebellion. Frauen, die dem Zug folgten, Kinder im Tragetuch und im Bauch und auf dem Rücken schwere Säcken. Alte Männer, müde und gebeugt von ihrer Last, Säcken, die von Jahr zu Jahr kleiner wurden und doch immer schwerer für sie, bis sie endlich ihren Widerstand aufgaben und unter ihrer Last zur Erde sanken.

Bohemian Grave by Christine Li

ein ganz kleines Grab

So wanderten sie. Jahraus, jahrein. Nächte unter Sternen und unter grauen Wolken. Tage unter glühender Sonne und im beißenden Wind. Salz rieselte aus den Säcken und brannte sich tief in die verschwitzte Haut.

Wie leicht ich es da hatte. Zwischendurch verlor ich mich zwischen den Bäumen. Aber ein Weg, den so viele Menschen gewandert sind, verliert sich niemals ganz. Ich folgte dem Fluss hinauf, zurück in die Berge, so wie all die Generationen vor mir.

Und dann war mit einem Mal all der Regen gefallen. Ein kleiner See lächelte den ersten Morgenstrahlen entgegen. Ein alter Mann mit einem Pilzkorb trat aus dem Gebüsch. Ein kurzer Blick. Eine Fremde mit moorigen Füßen, zerzaustem Haar, verwühltem grauen Rock. Er zuckte mit den Schultern. Hier war ich und hier war er. Zwei Wanderer auf ihrem Weg. Er nickte freundlich.
Nur noch wenige Meilen bergauf.
Auf dem Berg gab es Tränken für Mensch und Tier. Bier und Schnaps. Die wenigen Bewohner handelten mit allem, was sie hatten. Schnitzereien, Pilze. Felle. Die Frauen mit ihren Kochtöpfen und ihren Körpern.
Viel hatte sich seit jener Zeit nicht verändert. Die gleichen Waren. Dazu Zigaretten und Benzin für die modernen Tiere. Straßenstrich und Dutyfree. Reste von Stacheldraht. Kommunistischer Plattenbau. Halbverfallene Häuser. Das unvermeidliche Chinarestaurant.

So früh am Morgen lag alles wie tot.
Nur vor dem „Hotel Kultural“ räumte eine dicke ältere Frau mit grellgelben Haaren Biergläser zusammen. Ich ging auf sie zu und fragte zweifelnd: „Kava?“
Sie lächelte zahnlos. Selbstverständlich.
Ich folgte ihr nach drinnen. Es roch säuerlich. Zigarettendunst und vergilbte Vorhänge behaupteten sich gegen ein paar lustlose Sonnenstrahlen.  Zwei weitere ältere Frauen mit verschiedenfarbigen Haaren und ausgebeulten Jogginganzügen saßen um einen Tisch mit halbleeren Bierflaschen und überquellendem Aschenbecher.  Böhmische Volksmusik dudelte aus dem Radio. Es war morgens früh um sieben.

Die drei Hexen von Macbeth, dachte ich. Ähnliches mochten sie über mich denken. Wir waren uns nicht fremd.

Die erste der drei Hexen machte eine einladende Geste mit dem Arm: Such dir einen Platz aus. Ich wies auf die Veranda. Sie nickte. Hier standen ein paar Holzbänke. Ich warf meine kleine Last von mir und streckte die Füße unter den Tisch.

Unterdess heizte sie drinnen ihren Kessel.
Nach einer Weile trat sie zu mir. In den Händen ein riesiger  Cafe latte. Duft von Zimt und Kaffee drangen in meine Nase.
„Wow!“, sagte ich und hoffte, dies sei ein internationales Wort.
Ich machte die Geste für “Essen”.
„Friestick?“, fragte meine Kollegin.
“Ja! Bitte!”.
Diesmal kam eine Platte mit achtzehn Scheiben fettiger Salami, sechs Scheiben Pressschinken und sechs weiteren Scheiben Schmelzkäse, ungefähr Hundert Gramm Butter und ein Korb, vollgehäuft mit Graubrot und weißen Hörnchen.

Eine riesige Menge ungesundes Zeug. Aber solche Luxussorgen haben wir hier bei uns nicht.

Sie strahlte mich an. Ich strahlte zurück.
„Wundervoll!“, sagte ich.

Ich aß eine lange Zeit. Nicht, weil man Fasten nicht mit Salami und Spam brechen sollte. Solche Dinge bekümmern mich nicht sehr. Sondern weil ich immer wieder in die Sonne blinzeln musste, während mir Ströme der Dankbarkeit das Gesicht hinabronnen. Sie mochten sich wundern, die Hexen da drinnen. Aber sie hatten bestimmt schon viele Tränen gesehen. Fremde und eigene. Genau wie ich.
Sie ließen mich in Frieden. Ich mümmelte fettige Salami. Zerzaust und müde, mit schmutzigen Füßen und verheultem Gesicht und unendlich dankbar. Ich durfte sein, wie ich war und wurde genährt. Ich war angekommen.

Was ich noch erwähnen wollte: Das Wichtigste im Zeichen der Erde sind Dankbarkeit und Liebe.

Froh und dankbar,
die vierte Hexe

Seelenmedizin: Arbeit mit Trance und Trauma

Liebe Schülerinnen und Schüler beim 45. internationalen TCM Kongress in Rothenburg und demnächst in Denmark.

In Rothenburg haben wir erste Schritte in Richtung einer Medizin der Seele unternommen. Danke fürs Teilnehmen am 1. Teil von Seelenmedizin, dem Einführungsprogramm in die schamanisch inspirierte Medizin!
Wir haben versucht, nicht in die Fallen der Esoterik zu tappen und historische Gegebenheiten wie Schamanismus zu verkitschen, was heute sehr verbreitet ist.

Stattdessen haben wir versucht, unseren Ahnen in aller Welt, vor allem aber den chinesischen Wu Schamanen und ihren Erben, den Daoisten, mit Respekt zu begegnen, ohne sie zu imitieren.
Wir können viel von den einstigen Schamanen lernen. Die Medizin für unsere Zeit müssen wir selbst schaffen.

Es hat viel Spaß gemacht. Ihr wart eine inspiriende Truppe.

Christine Li MD -author and empress

Danke dafür!

Da demnächst in Dänemark  der 2. Teil ansteht, eine Einführung in die praktische Arbeit mit “bösen Qi”, werde ich versuchen, vorher das gesamte Skript des 1. Teils zu editieren und als PDF hier einzustellen.

Nun bin ich erstens sehr akribisch und zweitens will ich manche Dinge noch ausführlicher erklären, als unsere Zeit im Kurs es erlaubt hat. Daher weiß ich nicht, ob ich es in diesen Sommer schaffe. Ich tu mein Bestes. 

Ansonsten: Bis bald, in Dänemark!

Eure Christine Li

PS: Der Kurs 2. in Dänemark wird ebenfalls aufgezeichnet.
(Bestellung der DVD des 1. Teils über die Homepage des Rothenburger TCM Kongresses.)

PPS: Solange ich noch schreibe, hier zu Eurer Erinnerung wenigstens kurz die Inhalte, wie wir sie besprochen haben:

1. Einführung in die Seelenmedizin

Die chinesische Medizin wie wir sie heute lernen, spricht wenig von Seele. Auch in China ist Spiritualität aus der Medizin ausgegrenzt worden. Seit circa Tausend Jahren schon.
Akupunktur versucht meistens nur, am  Qi “herum zu ruckeln”.
Sie hat aber das Potential, bis zur Essenz vorzudringen. Eine solche Arbeit transformiert dann nicht nur unsere Klienten sondern auch uns selbst.
Seelenmedizin zu lernen, ist damit ein Weg und keine Ausbildung.

Über Schwierigkeiten und Fragen, auf diesem Weg.
….

2. Schamanismus

Prinzipien

  • Alles ist beseelt (Animismus)
  • Alles ist miteinander verbunden- mitakuye oyasin
  • Ein Schamane opfert sich. Es ist kein Traumberuf: Was Schamanen tun und warum „Schamanen“ und “Schamanka” in traditionellen Kulturen lieber Bäcker wären

Unterschiedliche Ebenen der Realität

  • Oberwelt

  • Unterwelt
  • Mittelwelt
  • Der Weltenbaum- Maibaum, Sonnentanz und heilige Berge

3 Welten im alten China: Himmel, Erde, Mensch

  • Heilige Berge
  • tiefe Grotten
  • die Mitte: Mensch- eine heilige Achse zwischen Himmel und Erde

 wu Schamaninnen

  • Gebete um Regen
  • Schriftzeichen
  • Namen einiger Akupunkturpunkte
  • das Ling herabsingen und zwischen Drachen tanzen: alte Gesänge, die uns von der schamanischen Vergangenheit unserer Medizin künden
  • Wenn wir den Geruchssinn verlieren oder Töne aus dem Nichts hören: Geruchsverlust und Tinnitus- Zwei Krankheiten aus der Sicht der Wu Schamaninnen

Die Lehre von der Einheit: magische Begriffe, neu definiert

  • Dao
  • Ling
  • De
  • Qi

Angriff von außen: Dämonen, schräges Qi und Kälte

Kurze Definitionen. Die eigentliche Arbeit mit krankmachenden Einflüssen und sogenanntem “Üblen Qi” wird Teil des nächsten Kurses, in dem es um praktische Arbeit geht

3. Veränderte Bewusstseinszustände

Vorrede: Alles halb so wild. Aber auch immer noch halb wild.

Veränderte Bewusstseinszustände sind weder selten noch bedrohlich. Sie waren allen Völkern zu allen Zeiten der menschlichen Geschichte wohlbekannt. Schamanen, Yogis und Buddhisten kannten diese Zustände, wussten zwischen unzähligen verschiedenen Formen zu unterscheiden und konnten sie bewusst zu heilenden Zwecken einsetzen.
Um zu einer Medizin zurückzufinden, die Körper und Geist als Einheit versteht, statt an überwiegend körperlichen Symptomen herumzudoktern, werden wir in Zukunft wieder mehr lernen, unsere eigenen inneren Zustände zu beeinflussen.

Es gibt viele unterschiedliche Zustände: Langeweile, innere Leere, Überreiztheit, Angst, Verwirrung sind bekanntere davon. Die meisten Menschen in unserer Kultur kennen darüberhinaus die eine oder andere Form des Rausches. Gelegentlich erleben Musiker und Extremsportler die eine oder andere Form von Ekstase.
Alles, was darüber hinausgeht, out-of-body Erfahrungen (OBE), Nahtod-Erlebnisse, Halluzinationen, religiöse Visionen, Regression in die Vergangenheit und Reisen zu den Sternen gelten als “krank” und bis auf wenige Ausnahmen reagieren die meisten Menschen eher verängstigt darauf.

Die Angst resultiert daher, dass wir Dinge sehen und erleben, die in unserem dreidimensionalen Alltag keinen Namen haben. Das liegt nicht daran, dass diese Dinge “unwahr” sind, sondern daran, dass wir ihnen gegenüber noch (!) sprachlos sind.
Was keinen Namen hat, existiert nicht. Dennoch darüber reden zu wollen, wird als “Aberglaube” bezteichnet. Diese Ausgrenzung hilft denen, die davon betroffen sind, gar nicht.

Wenn wir annehmen müssen, dass ein schwarzer Mann unter dem Bett liegt, hilft es uns nicht, einfach nicht unters Bett zu sehen. Im Gegenteil
Unseren Klienten ist schon sehr weit geholfen, wenn Sie einen Begriff für ihre außerordentlichen Erlebnisse haben- Wenn wir Rumpelstilzchens Namen wissen, verliert er seine Macht über uns. (Und im Unterschied zum Märchen der Brüder Grimm, war Rumpelstilzchen vermutlich ein mächtiger und furchteinflößender Geist, und kein lächerliches kleines Männlein.)
Um unbekannte Phänomene zu benennen und in unsere Welt zurückzuholen, können wir viel von alten Kulturen lernen. Wir können auch unsere eigene Mitte- die benennende Instanz benutzen, um neue Wahrnehmungen, die in veränderten Bewusstseinszuständen auf uns einstürzen nach und nach wieder in unsere Welt zu integrieren.
Die weißen Flecken auf unserer Landkarte werden dann wieder bunter.

Wichtige Methoden, aus der Enge unserer Welt zu entfliehen und neue Begrifflichkeiten zu erleben:

  • schamanische Ekstase
  • Hypnose
  • Traumaregression

Schamanische Ekstase

  • Trommeln, Rhythmen, Wiederholung
  • Entheogene Pflanzen (und Tiere)
  • Hitze, Kälte
  • Übermüdung
  • Hunger
  • Schmerz
  • Angst

Schamanen traumatisieren sich bewusst und mit großer Kunstfertigkeit, um  Mechanismen zu aktivieren, die physiologischerweise in allen Lebewesen angelegt sind, um mit extremen Situationen umzugehen. Dabei wird nicht nur der Körper, sondern auch das Bewusstsein hochgradig aktiviert. Die Ähnlichkeiten zwischen der schamanischen Ekstase und posttraumatischem Stress- PTSD liegen auf der Hand.
Auch Regressionen, Reisen in die Vergangenheit können als schamanische Reisen verstanden werden.

Außer sich zu sein ist gar nicht so selten.
Im Unterschied zum Trauma können Schamanen die veränderte Physiologie ihres Traumas kontrollieren und nutzen.

Hypnose: gackere wie ein Huhn

was Hypnose begünstigt

Autorität

Angeregte Phantasie und hohe Erwartung

Starke Emotionen

Schmerz

Verwirrung

Zeichen von Hypnose

Augenrollen

Tiefe Entspannung

Kälte

Verlangsamter Puls

Verlangsamte Sprache

In tieferer Hypnose: Unvermögen zu sprechen oder sich zu bewegen

Am Anfang war das Wort: Kommunikation mit einem wenig geschützten Unterbewusstsein

Kurze, einfache Sätze (Wie mit einem intelligenten Kleinkind)

Positiv. Sicherheitshalber keine Verneinung.

Wiederholen

Im Rhythmus der Atmung

In ihrer Sprache- Worte und Ausdrücke aus der Anamnese verwenden

Nach der Hypnose

Zurückrufen

Der posthypnotische Kater

Langzeitwirkung  und Suggestibilität

Der westliche Weg (im Kurs nicht besprochen)

Progressive Entspannung
Verwirrung
Suggestion
Schreck- Instant Hypnose
Erickson, NLP, Werbung: Sonderformen der Hypnose

Der östliche Weg

Induktion
Meditation

 

4. Traumalehre

was ist ein Trauma

Beispiele (Krieg, OP, Missbrauch, soziales Trauma, Anästhesie)
andere Beispiele: Wir (fast) alle

Einfache Definition

was passiert im Körper

fight-flight-freeze: Das vegetative Nervensystem und seine Tücken

Tauchreflex, Schlafstarre und andere Gründe für langanhaltende physiologische Störungen bei traumatisierten Menschen

physiologische Auflösung

beim Tier

warum das bei Menschen oft nicht klappt

Symptome von Trauma

„Hysterie“

Dissoziation

Amnesie

Abspaltung von Teilen

blockierter Atem

veränderte Körperwahrnehmung

Einfach erinnern? Regression- Reise in die Vergangenheit

In den Uterus, frühere Leben oder zu jenem doofen Augenblick in der dritten Klasse

Wie Regression ausgelöst wird

Ungewollt: Schock, erneutes Trauma, Trigger

Hypnose, NLP

Gefühlsbrücke

Atmen

Akupunktur

Warum Regression nicht unbedingt so gut ist

 Retraumatisierung

Sucht nach Retraumatisierung

Retraumatisierung im Zyklus der Wiedergeburt

Retraumatisierung durch panische Therapeuten: Uns!

Was tun, wenn Patienten regredieren

Körperwahrnehmung. Achtsamkeit.

In der Gegenwart verankern.

An einen angenehmeren (imaginären) Ort bringen

Auswege finden.

Rhythmisierung.

Räuchern

Notfallpunkte

Schamanisch inspirierte Methoden um mit Trauma zu arbeiten

Ritual

Systemische Arbeit

Akupunktur.

5. Seelen und ihr Verlust

  • Trauma und Seelenverlust: Schamanismus und Traumatherapie-
    andere Methoden- andere Sichtweise, aber gleiche Ziele: die Einheit wiederfinden
  • eigentlich geht nichts verloren,
    aber manchmal muss man es neu manifestieren:

Fünf Elemente („Wandernde“)- Qi und fünf Seelenformen

  • Shen- die himmlische Verbindung: unser heiliger Kompass
  • Hun- die sieben Träumer: unsere himmelstürmenden Visionäre
  • Po- dreimal instinktive Kraft: immer schön im Rhythmus
  • Jing- die Essenz: unsere innere Wahrheit
  • Yi- Integration von innen: Verstehen und Benennen

Arbeit mit anderen Bewusstseinszuständen, Trance, Ekstase, Trauma und die Entfaltung unseres Potentials.

  • Diagnose und ein paar Behandlungstipps.Bei Arbeit in der Tiefe manifestieren wir unsere innere Wahrheit neu. So kann ein Trauma, eine körperliche Blockade, festgefahrene Gewohnheiten und selbst Liebeskummer zum Anlass werden, unsere innere Wahrheit neu zu manifestieren. Diese Arbeit findet in Trance statt und beginnt immer bei uns selbst.
    Mehr über diese Arbeit (z. B. über “Dämonen”, Kälte und andere Irritationen) auf dem Scandinavian TCM Congress 2014 in Dänemark und im zweiten Teil des Skripts, das dann im Herbst auch hier erscheinen wird. Hoffentlich.
    Ok, ok! … Ich verspreche nichts mehr (Respekt, Ehre, Integrität- Ihr wisst schon)

Vermächtnis einer Medizinstudentin

Kurzmitteilung

Manchmal werde ich als zu radikal betrachtet. Etwa, wenn ich über die Einschüchterung von Patientinnen schreibe, über die Stigmatisierung durch Diagnosen, über iatrogene Traumata (Traumas also, die durch Medizin und medizinische Behandlung hervorgerufen werden.)Die Menschen, die sich an mich wenden, sehen dies anders.Viele, vielleicht die Hälfte meiner Klientinnen und Klienten, sind selbst in medizinischen und therapeutischen Berufen beschäftigt. Sie wissen, wovon ich rede.

Vielen reicht es, einmal ihr Herz auszuschütten. Manchmal ist es zu spät. Gestern erreichten mich gleich zwei solcher Briefe von jungen, klugen und reflektierten Frauen. Beide Briefe zerrissen mir buchstäblich das Herz.

Dies ist der Brief einer Medizinstudentin.

Er spricht für sich selbst.

Heute um 4:12 PM

Mukoviszidose, Krebs und medizinische Apartheit

Als ich noch in China lebte, arbeiteten traditionelle chinesische Ärzte mit westlich ausgebildeten Ärzten Hand in Hand. Wir verabreichten Patienten auf Intensivstationen Kräuter per Magensonde. Einer meiner Lehrer behandelte sehr erfolgreich große Gehirnblutungen, mit Kräutern versteht sich. Da dabei die Blutgerinnung stark verändert wurde, gab es regelmäßige Laboruntersuchungen und natürlich konnten die Patienten auf Kernspinaufnahmen selbst mitverfolgen, wie die großen Flecken in ihrem Gehirn von Tag zu Tag kleiner wurden. Patienten im Hof übten unterdess auf ärztliche Anweisung Qi Gong gegen ihren Krebs.
Zusammenarbeit. Ich fand das damals ganz selbstverständlich.

Medizinische Apartheit

Willkommen in Deutschland!
Hier passiert so etwas und es passiert leider gar nicht so selten:
Im Radio hörte ich, ein Kind sei durch Mukoviszidose schwer geschädigt worden, weil seine Mutter lieber auf einen Guru hörte als auf die Ärzte. Die Mutter sei nun verurteilt worden.

So Christine, wenn du doch immer so sehr gegen Ärzte bist, was sagst du dazu?
Nun, zuallererst, ich bin nicht gegen Ärzte. Ich bin selbst eine. Ich bin auch nicht gegen Medizin. Ich bin gegen ein System, das uns alle gegeneinander aufwiegelt und Menschen in unnötige Konflikte treibt.
Und ja:
Ich würde meinem eigenen Kind alle Hilfe zukommen lassen, die meine Zeit und meine Kultur bereithalten. Was soll die Frage!

Jeder Heiler in der Geschichte, der seinen Namen verdiente, hätte das gleiche getan und jede Mutter auch.

Ein Pfeil oder ein giftiger Stachel gehören herausgezogen, eh die Wunde vereitert. Gebete sind zu langsam.
Gebete und Rituale können dem Patienten helfen, den Schock zu verarbeiten und nach einem Schock die verlorene Seele zurückzuholen.
Beides muss sein.
Dies ist, wie alle wesentlichen Dinge, einfach genug.

Medizin ist eine Technologie, die klar umrissene Probleme praktisch löst.
Ich bin keine Technologiefeindin.
Die Chinesen operierten und anästhesierten schon vor 2000 Jahren.
Heilkräuter und Mineralien werden nicht einfach blindlings aus dem Boden gerupft. Ihr Anbau und ihre Weiterverarbeitung sind zum Teil ausgeklügelte Verfahren, bei dem giftige Stoffe entgiftet weren und und heilende Stoffe aktiviert werden.
Akupunktur, ein Verfahren, bei dem die inneren Ströme eines Menschen reguliert werden, ist eine ausgeklügelte Technologie. Eine Technologie auch dann, wenn die wenigsten Menschen eine konkrete Vorstellung von diesen Strömen haben. Ich weiß auch nicht, was in meinem Computer passiert, außer dass ich auf irgendwelchen Tasten herumhaue. Ich würde deswegen aber nicht behaupten, dass in diesem Kasten nichts wäre.

Die Nadeln selbst sind ebenfalls Ergebnisse hochentwickelter Technologie. Es wäre reine Dummheit, wie unsere Vorfahren, auf spitze Steine zurückzugreifen, die abbrechen und zerbröseln können und unnötige Schmerzen zufügen. Ich habe mich selbst, in der Wildnis, einmal mit Kakteendornen behelfen müssen und seitdem trete ich keine Reise an, ohne ein paar Edelstahlnadeln mit mir herumzutragen.
Steinzeit? Ohne mich!

Diese Mutter hat ihrem Kind großes Leid zugefügt.
Aber nicht aus Bosheit, sondern aus Angst, aus irgendwelchen seelischen Verstrickungen heraus, in denen sie Hilfe benötigt hätte, die sie hierzulande kaum finden konnte.
Daher bestehe ich eben doch darauf, dass auch in diesem Fall das medizinische System versagt hat.

  • Es hat diese Menschen nicht dort abgeholt, wo sie waren.
  • Es hat  sie in ihrer Angst und Not allein gelassen oder sie vielleicht sogar erst in diese Angst hineingetrieben.
  • Es hat ihre spirituelle Bedürfnisse nicht respektiert.
  • Es hat sie mit der unbeantwortenbaren Frage konfrontiert: Ist die Krankheit seelisch, spirituell oder körperlich bedingt? Und damit in ihre fatale Entscheidung getrieben.

Das passiert leider gar nicht so selten.

Angst entsteht immer dort, wo sich Dinge trennen, wo sich Gräben aufwerfen, die nicht überbrückt werden können. Wo Dinge, Werte, Menschen negiert werden, die eigentlich dazugehören.

Wenn ich vom medizinischen System spreche, dann spreche ich von einem Paradigma, das den Menschen ihre spirituelle Ebene abspricht und sie zu reinen Mechanismen degradiert, die anhand Newtonscher Mechanik funktionieren. So sind wir Menschen aber nicht.
Indem die Medizin, wider besseres Wissen, einen Teil unseres Menschseins negiert, verliert sie das Vertrauen der Menschen, die sehr wohl spüren, dass sie mehr sind als Maschinen aus Kollagen und Enzymen und sonstigem Zeug.
Indem die Medizin, wider besseres Wissen, auf einer längst widerlegten mechanistischen Ansicht beharrt, macht sie sich unglaubwürdig und dies bringt Menschen dazu, sich bei Problemen aller Art an andere Instanzen zu wenden, die, wiederum aus ihren eigenen Ängsten heraus, gerne dazu neigen, ihre Kompetenzen klar überschreiten.
Wenn diese Menschen also, um im Bild zu bleiben, nicht zugeben mögen, dass sie für eingedrungene Pfeile und Dornen nicht zuständig sind, sondern der Chirurg.

Ein guter Heiler weiß um seine Grenzen und versucht, gemeinsam mit denen, die seine Hilfe suchen, das Beste herauszufinden.
Ein Besuch beim Arzt kann das Beste sein.

Ärzte wiederum sind nicht ausgebildet, das spirituelle Vakuum zu schließen, das in unserer Gesellschaft existiert. Das brauchen sie auch nicht. Dafür können sie Giftpfeile herausziehen. Es wäre ausreichend, wenn sie die Arbeit täten, für die sie ausgebildet sind und dort, wo sie nicht weiterwissen, auf die Hilfe anderer Menschen zählen könnten.

Medizin heilt nicht. Ein spirituell gesunder Mensch- ein Mensch mit einer heilen Seele also- heilt sich selbst und nimmt dazu gerne praktische Hilfe beim Stachelziehen an.
Ist die Seele nicht heil, so muss sie vorher geheilt werden.

Traditionelle Gesellschaften hatten daher auch nicht „den Medizinmann“. Sie hatten spirituelle Frauen und Männer, die heute etwas ungenau unter dem Begriff Schamanen zusammengefasst werden. Danebenhatten sie Geburtshelferinnen, Kräuterexperten, Chirurgen und Knocheneinrenker, Zauberer, Masseurinnen, Sänger, Trommler, Dichter, Mütter und Väter und natürlich, am allerwichtigsten, die Alten.
Alle miteinander, gemeinsam also, konnten ihren Kranken gut helfen. Jeder einzelne von ihnen, allein auf sich gestellt, konnte das nicht. Krankheit und Heilung und Tod gehören mitten ins Leben. Sie sind eine Gemeinschaftsaufgabe.
Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Trotzdem versuchen wir alles, was mit Krankheit und Heilung und Tod zu tun hat, säuberlich aus dem Leben herauszutrennen und das ganze Paket den Ärzten aufzuhalsen, die damit eindeutig überfordert sind. (Zumal sie außerdem auch noch die Verwaltungsarbeiten für die Krankenkassen übernehmen müssen, die ihnen zum Dank dafür pro Patient nur ein paar Minuten zubilligt.)
Also teilen sie die übergroße Aufgabe anhand ihrer Weltanschauung in einzelne Gebiete.
So werden Menschen dann von Arzt zu Arzt geschickt, um die einzelnen Organe, jedes für sich, zu analysieren.
Geht gar nichts mehr, wird der Patient zum Sterben auf den Flut geschoben.
Analyse, Trennung, Abgrenzung ist eine Schwächung des Ganzen. Im einzelnen Körper wie in der Gemeinschaft.

Nur in einer solchen Situation kann es dazu kommen, dass ein Kind vor die schreckliche Wahl gestellt wird, entweder zu meditieren oder zum Arzt zu gehen (und womöglich die Liebe der Mutter zu riskieren).

Das medizinische System ist Ausdruck unserer inneren und äußeren Zerrissenheit und gegen dieses System bin ich.

So kommt es auch, dass mich Menschen aufsuchen, die sich „unter keinen Umständen in die Hände der Ärzte begeben möchten“, die es aber besser täten.

Was tue ich in einem solchen Fall? Die Frage ist relativ einfach zu beantworten. Mit drei Tugenden der ursprünglichen nordamerikanischen Völker.

  • Respekt
  • Ehre
  • Integrität

Respekt  heißt: Ich versuche, die Menschen dort abzuholen wo sie sind. Ich respektiere ihre individuelle  Persönlichkeit, ihre Bedürfnisse und ihre Ängste und stelle mich weder über sie noch unter sie.
Ehre heißt: Respekt ist kein Lippenbekenntnis, um die Leute zu beruhigen oder für mich einzunehmen, sondern ich handele entsprechend und stehe zu dem, was ich sage.
Integrität heißt: Ich bleibe mir selbst  treu und spreche deutlich aus, was meiner Meinung nach das Beste wäre. Ich sage klar, wenn ich etwas nicht weiß, nicht kann oder nicht verstehe oder beim besten Willen nicht unterstützen kann.

Respekt, Ehre, Integrität. Sehr medizinisch klingt das nicht. Geht das auch praktisch?

Es geht ganz einfach. Lassen Sie mich eine Krankengeschichte erzählen. (Die persönlichen Fakten wurden selbstverständlich alle verändert.)

Eine OP Schwester, circa fünfzig Jahre alt, klagte über Erschöpfung, mangelnden Lebensmut und vor allem über ihr hartnäckiges Übergewicht.
In den Augen der Frau lag tiefe Traurigkeit. Von ihrer anstrengenden Arbeit in der Notaufnahme eines großen Krankenhauses war sie dauererschöpft, weshalb sie dann am Abend zu Süßigkeiten griff, wofür sie sich dann jedes Mal hasste. Als Kind war sie missbraucht worden. Dieses Problem war ihr wohl bewusst und längst von allen Seiten analysiert worden. Der Stachel steckte aber zu tief, um noch etwas daran zu ändern- meinte sie.
Wir kamen bereits bei der ersten Sitzung überein, dass ich wenig für sie tun konnte. Sie könne Kräuter bekommen, um den Stoffwechsel anzuregen und ihr Energieniveau zu heben. Das würde aber nicht  lange halten, solange sich an ihrer Arbeitssituation nichts ändere.
Ein paar Jahre lang kam sie ungefähr einmal pro Jahr. Jedes Mal nahm sie ein wenig ab, wurde etwas munterer und dann begann alles wieder von vorne.

„Das wird nichts mehr. In meinem Alter gibt es keinen Neuanfang mehr. Und die Kraft dazu habe ich sowieso nicht mehr“, sagte sie.

Ihr Körper sah das anders.

Eines Tages rief sie mich an. Sie habe Krebs an der Wirbelsäule. Nicht so richtig wuchernd. Aber wenn sie sich nicht operieren lassen würde, drohe ihr schon bald der Rollstuhl. Sie wolle sich aber nicht operieren lassen. Sie wisse, dass die eigentliche Ursache dieses Wachstums der Missbrauch sei. Sie wolle lieber mit mir arbeiten.

„Darüber müssen wir reden“, sagte ich.

Sie kam. Die Röntgenbilder und sonstigen Befunde zeigten mir, dass der Krebs, trotz all der Risiken einer Operation an der Wirbelsäule, gut zu operieren sei.
Warum sie das nicht wolle.
Sie wolle eben nicht. Schließlich würde eine Operation ja doch nur das Symptom beheben und außerdem habe sie Angst.

„Ich kann ihnen helfen, die Angst in den Griff zu bekommen. Wir können auch an ihrem Kindheitstrauma arbeiten. Aber nach dieser Sitzung möchte ich noch einmal mit ihnen über die Operation sprechen, denn so wie ich es sehe, ist eine OP  die bessere Methode, ihren Krebs zu behandeln.“
„Wenn mein Körper nicht mehr leben will, dann soll es eben so sein. Ich bin niemals über das weggekommen, was mir als Kind angetan wurde. Es hat doch eh keinen Sinn mehr. Alles bleibt immer gleich.“
„ Im Gegenteil. Sie haben Krebs bekommen. Das ist eine doch genug  Veränderung. Finden sie nicht?“

Sie starrte mich an. In ihrem Gesicht arbeitete es. Etwas war in Bewegung gekommen.

Wir arbeiteten. Die Sitzung war lange und hart. Es flossen viele Tränen.
Sie ging in ihren Körper und fand heraus, dass ihr ganzer Selbsthass sich in diesem einen bösartigen Klumpen zusammengezogen hatte. Auskristallisieren ist ein langsamer und schwerer Prozess, heißt es in einer alten Geschichte, die ich gerne meinen Schülern erzähle. Es hatte lange gedauert, doch nun war der Selbsthass so konzentriert, buchstäblich zum Greifen, dass er bereit war, sich herausschneiden zu lassen. Die Narkose, vor der sie fast noch mehr Angst hatte als vor der OP selbst, wollte sie als schamanischen Tod auffassen.
Sich auf den OP Tisch zu legen, würde ihre persönliche Art sein, rituell zu sterben. Sie war bereit, alles Belastende und Böse zusammen mit diesem Tumor loszulassen und, wenn alles gut ginge, neu geboren zu werden, frei von altem Trauma und all dem, was bisher ihr Leben blockiert hatte.

„Wissen sie was, es mag komisch klingen, aber irgendwie kann ich es gar nicht erwarten, operiert zu werden.“
„Na dann wünsche ich gute Wiedergeburt“, sagte ich.

Wir umarmten uns und sie ging.

Es dauerte ein paar Monate, bis der Brief kam. Sie entschuldigte sich, sich so lange nicht gemeldet zu haben. Sie habe inzwischen ihren Job gekündigt, ihre Heilpraktikerprüfung abgelegt und außerdem ihr Traumgewicht erreicht. Ja, und der Krebs sei auch weg. Die Operation sei eigentlich ein Klacks gewesen. Nicht der Rede wert.

Sehen Sie. Es geht ganz einfach.

Die Raupe

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Schwarze Göttin des Dongting Sees, erspäht von Madame Li

Schwarze Göttin des Dongting Sees, erspäht von Madame Li

Die Raupe hat prima gegessen, ein bisschen zuviel vielleicht und schläft nun vor sich hin. Es ist  stickig, gemütlich und schön feuchtwarm. Aus Sicht der Raupe könnte es ewig so bleiben. Wobei Sicht natürlich relativ ist, denn es ist stockdunkel.
Dann beginnen die Schmerzen. Überall kneift es, es wird eindeutig zu eng.

Unsere moderne Raupe geht zum Raupendoktor. Dieser verschreibt Schmerzmittel, Muskelrelaxantien und 10 Massagen.
Nach einiger Zeit ist es der Raupe wieder zu eng. Der Arzt, genervt, überweist sie zum Raupenpsychiater. Dieser diagnostiziert  Midlife- Adaptations- Syndrom mit claustrophobischer Überlagerung und verschreibt angstlösende Mittel. Die Raupe wird immer apathischer und bei all dem wird der doofe Kokon enger und enger. Sie weiß buchstäblich nicht mehr, wohin mit sich selbst.
Endlich findet sie einen Spezialisten. Dieser verschreibt ein Antiwachstummittel. Leider bekommt sie als Nebenwirkung unerträgliche Kopfschmerzen und ständigen Brechreiz. Aber im Großen und Ganzen ist die Raupe wirklich sehr dankbar,  denn denk all dieser modernen Medikamente kann sie friedlich als Raupe leben und sterben.

Mit Grausen erinnert sie sich an ihre Großmutter, die einst buchstäblich den Verstand verlor, während um sie herum ihre ganze Welt explodierte.
Die arme Alte. Was wohl aus ihr geworden ist?

Sommerlachen

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Heute mal ganz Licht und Liebe

Seit vielen Jahren schreibe ich nun so vor mich hin. Mal mehr. Mal weniger. Insgesamt sehr sporadisch, aber meistens über Schmerz, Trauer, Angst, Trauma, Krisen, Blut, Burnout, Eitergeschwüren, Tränen, Krankheiten, Seelenverlust, Tote und böse Geister.

Blood, sweat and tears- volle Dröhnung. Es könnte zum Haareraufen sein.

Die Themata spiegeln zum einen meine Arbeit wieder. Wer sowieso schon glücklich und zufrieden ist, kommt nicht zu mir. Zu mir kommen Menschen mit Kampfgeist, die eine Cheerleaderin brauchen, die ihnen zur Seite steht, wenn sie sich daran machen, ihr Leben aufzuräumen. Da fliegen die Fetzen und die Tränen fließen. Aber es endet so gut wie immer gut, denn die, die zu mir kommen, die haben die Nase voll vom Leiden. Wir sind unsterbliche Seelen und haben auch so noch genug zu tun.
Wer zu mir kommt, ist bereit, die Ärmel hochzukrempeln und wenn nötig, Licht ins Dunkel bringen.

Hinzu kommt, dass ich mich nicht wenig mit unserem Gesundheitssystem auseinandersetze. Vor allem auch mit seiner Geschichte. Das sind auch keine sehr erfreulichen Dinge. Was da alles zum Vorschein kommt, lässt sich nicht so einfach beheben, denn die Menschen, die sich zuständig fühlen, für die “Volksgesundheit”, die wollen bis heute alles andere, als dass da Licht ins Dunkel kommt. Also kränkelt das System so vor sich hin.

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich ein sehr grummeliger Mensch wäre. Selbst die Krankenkassen erbosen mich immer nur sehr kurzfristig.

Wer Licht ins Dunkel bringen will, die muss auch lachen können. Sonst wird das nichts.
Wenn das Drachenfeuer sich erhebt und einigermaßen ungestört bis zum Himmel aufsteigen kann, dann lache ich aus vollem Hals. Immer noch und sogar immer mehr. Genauso geht es auch meinen Patienten. Allerdings meist erst nach der Sitzung, wenn die Drachen wieder befreit sind. Dann wird gelacht.

Licht, Liebe und Lachen sind Ausdruck des Feuers. Sie gehören zum Sommer. Und heute ist es heiß.

Sommerlachen
Ein schönes Sommerwochenende    wünscht Christine Li

Possession-a little Help from Your Friends

Wild spirits are out to get you. Really?

Many people are paranoid about spirit possession. Exorcism and Extraction are quite the rage in some new age communities.

Spirits are Qi. Excactly like ourselves. We interact with Qi all the time. It is outside of us, inside and all around. The limits of inside and outside are not marked by our skin but by what we are able to perceive. In this we are not limited by our skins.

Take bacteria. As we all know, after a century of fighting them in vain, we cannot protect ourselves from bacteria. Our body is full of them. We live in symbiosis with them and without them we would not even be alive.

The same goes for all kinds of Qi forms. Spirits are part of the cosmic body and so are we. They float in and out and all around of us. We are one with spirit. A process without limits.

Yet spirits can make us ill.

It works like this: Whenever we live in deficiency, in denial of a deep need, an intruder who carries this exact energy we are desperately trying to deny, will be attracted to the void we have thus created. It is our own resistance that gives it power. The more we fight, the stronger it gets.
The next thing we notice will be something new and foreign to our being. Disturbing thoughts. Strange urges. We form a wall around it. Try to avoid the feeling. We want to give it a name and only then it becomes an entity. A spirit possession is born each time we insist on its otherness.

Let’s say, someone lives in a relationship that is nice enough but over the years has become stale and without sexual spark. We tell ourselves, that the person we are with, is a good match, a good provider, a loyal friend, and so we fight the living spark, our internal fire. The dragon. We tell ourselves, that it is not worth it to break up a good solid thing (or invest time in adventure, precious time we had better invested in our career) for something so fleeting and, well, impure, as sex (or some wild dream). A part of us, the most vital part, shuts down.
Then, one fine day, we feel a sharp pain in the back. In the heart. It may be diagnosed as intercostal neuralgia.
But a smug name does not make the pain go away. It is here to stay.
No matter how many massages and acupuncture or stretching we try. It just sits there and aches. Piercingly. Some people feel the pain so intensely that they have trouble breathing.
Especially at night.

The old Greek called this the Arrow of Eros. Little old Eros, more often than not pictured as a chubby child. Not exactly known as a bad spirit. But it is the son of Aphrodite and Ares, after all. The son of Love and Hate. A trickster. Happily malicious and completely out of control. A real anarchist.

Not long after the arrow hit her or him, our person starts a passionate love affair or embarks on some other journey. The old relationship breaks up; the career is abandoned. Life needs to start all over from scratch. And it will.

A stubborn person may resist the urge to be born again and instead become short tempered, gloomy, depressed. The body aches. The heart may miss its beats and the blood pressure may go up.
The dragon rises with all the symptoms of fire:

  • hot flushes (so called “menopausal syndrome”)
  • red itchy excemas
  • restlessness and restless legs
  • piercing migraines
  • high cholesterol
  • gall bladder issues
  • heart disease and high blood pressure
  • ringing in the ears (tinnitus).

There are many pills to try and bring the fire down. Typically pills with names that start with “Anti”. A huge industry lives of these Anti-life-pills.

But there is no way to resist the trickster. It insists on change. It wants everybody to express their potency, their fire. If they do not, if they continue their anti-life regimen- they will become really ill and eventually die.

Eros in his wildest form has many names. In Brazil they call these entities the Pomba Giras. Pomba Giras are the female crossroad demons. Wild, shameless beings, visualized as sexy flamenco dancers, dressed in red flowing robes who like to drink alcohol and smoke big cigars.
The Pomba Giras want to party and once they get you, so will you.

In Brazil the Pomba Giras are feared and hated and treated with the utmost respect. They are ritually invoked by the love sick to possess someone they want to be in love with. Love magic that involves the Pomba Giras is powerful. These crossroad demons do not ask for lots of knowledge to be summoned. Before you know it, they will be all over that poor person you desire so much.

The Pomba Giras are exspecially delighted whenever they can stir up a fire that has long been smoldering under the ashes of self control and cowardly morals. Countless stories tell about good husbands, priests who live in celibacy and other people who have bravely resisted their sexual nature to suddenly find themselves under the power of the Pombas, possessed by urges they can no longer resist.

There is no malignancy involved in the doings of the Pombas. Like the common cold that gets to you so you can rid your brain of phlegm, the Pombas come to stir up the ashes when the fire has gone down.
They may be crass, but like all the other spirits they come as your spirit helpers.

Can you protect yourself against spirits? Preferably not.
Any anti-life-policy will bring nothing but death.

The only thing is to embrace your nature and live according to your inner law. There is no other.
If you do not resist your own nature you will not need help from a trickster, be it a Pomba or any other of the countless beings that are part of the cosmic body, to bring out your funky side.

The spiritual beings we used to be so afraid of, are here to help.
They may destroy your body in the process. Yet, this does not make them “evil”.
In the world of the spirits it is not considered death when a being leaves the body. The only death they know is resistance to transformation and they will not accept this. Ever.

There is one thing we can do: Thoughts are the only instance where we define yourselves. So we ask: Do we own your thoughts or are we possessed by them?
We want to be careful about limiting thoughts.
Thought-possessions are the only intrusions to be afraid of.
Thought-possessions are the limiting beliefs that keep us in our personal cage. They make us resist life and whenever we deny our own wild nature, wild spirits are there to help us out.

When they do, we may want to call it a disease. But this is just another limiting thought.

The Day I shot myself in the Head

How I became a medical doctor

After graduating from high school I was invited to undergo a particularly challenging selection process to become member of the German academic elite. I passed the exams and there I was. One of the chosen few.
In the US this would have translated into a scholarship from Harvard. In Germany it translated into a couple of Deutsche Marks for book expenses. I did not even get into medical school because in those days entrance into German medical school was decided through a lottery system and I do not do well at lotteries.
It looks like Spirit had better plans for me than going to Harvard medical school- or any other medical school for that matter.
Instead I studied Sinology which seemed difficult enough for my thirsty brain.

Apart from the book money I also received regular invitations for tea with a personal tutor, who happened to be a famous medical professor. After my first trip to China I was invited to another one of those meetings. About ten of the most powerful men of my university, most of them from medicine and yours truly, female and not a doctor at all.
In those days everybody was still very enthusiastic about everything Chinese and they kept asking questions about everything. I even had to tell a Chinese joke, which I did not know, but I just made one up and everybody was so delighted. We had tea and cakes. I was a star.

I could not wait to tell everybody, what I really wanted to tell:
While I was in China I had become very ill and through that illness I had encountered Chinese medicine. My mind was set. This was it. While in my own country nobody would have been able to treat this disease for the Chinese doctors it had been a breeze. It looked as though Western medicine was not that omnipotent after all?
So when my tutor asked what had impressed me most, I told them so.

The room went very quiet. The smile on the face of the powerful man never wavered but his eyes contracted ever so slightly.
I was unabashed.
He was a medical professor, after all,  and there I was, having just found out about a new way of curing people. He must be delighted. Medicine is about curing people. Or so I thought. I was that naive at the time.

“Do you think, Chinese Medicine can treat real diseases?”, he asked. Smiling.
“Oh yes. In fact, I think it is so much more effective than anything we can yet imagine.”

The room went perfectly quiet. About ten famous medical professors looked at me, the second year student of Antropology and Chinese, who dared to have an opinion on medicine.

I had managed to shoot myself in the head.

Needless to say that I was not part of the German academic elite for very much longer. My mother called and told me, that there had been some formal issues and that was it. She also announced that she and my father did not see any point, really, in keeping up  communication with me, if I was so intent on throwing my life away. I had this kind of family.

So all of a sudden I was alone. Utterly alone. Which was a good thing because I learned how to fight.
More than ever I was intend on becoming a doctor. If I was a doctor, they would have to listen. Plus, you have to know the enemy.
A couple of years later the lottery system was abolished. I passed some more exams and entered medical school. Medical school was easy enough. If you can learn Chinese characters you can learn anything.
I also really love science. I am good at biology, chemistry, pharmacy, neurology.  I thrive at it. One of the reasons I had been picked to be part of the Brilliant People in the first place.

My love for science was one of the reasons I did not enjoy medical school at all. The process of becoming a doctor is not about learning science. It is a way of deconstructing people – including all the usual ways of brain wash: shaming, isolation, starvation, sleep deprivation.  And then, bang, you are told that you are better than everybody else. Just do what you are told. You have to believe it.

Navy seals are made this way. Suicide terrorists. It works most of the time.
But then again, if you can survive a couple of winter months in an unheated Chinese dormitory learning thousands of Chinese characters and hundreds herbs, you can survive Medical school without going crazy.

I told myself so and so I did.

The brainwash did not work on me: What I learned at medical school is, that the medical system is a powerful system, a system that needs to be reckoned with. And not in a good way.

I still think, that medicine is not that great.
I still think, we can do much better.
I actually think, we will do without it in the near future.
I will still speak my mind.

Would I still shoot myself in the head? Oh yes. Anytime.
There are others to follow me. I am not alone any more.

Offener Brief an eine Krankenkasse

Vom baldigen Ende jenes Krankheitssystems, das sich irreführenderweise Gesundheitswesen nennt

Ich bin ein geduldiger Mensch. Sehr, sehr geduldig. Meine Geduld gleicht in vielem der unserer spirituellen Großväter, den Steinen. Aber unser Gesundheitssystem ist oft selbst mit meiner Geduld kaum noch zu ertragen.

Glücklicherweise entsteht so nach und nach ein neues Bewusstsein, in dem Angst vor Krankheiten und unser anerzogener Grusel vor all dem Zeugs, da tief in uns drinnen, keine Bedeutung mehr haben wird.

Dann müssen wir nicht mehr zur Vorsorgeuntersuchung, damit uns ein Fachmann mit Hilfe überteuerter Photoapparate und ein paar chemischer Reaktionen unseres Blutes sagt, wie es uns geht:
Wenn das kein Wahnsinn ist- was sonst sollte Wahnsinn sein.

In unserem neuen Bewusstsein sind Krankheiten und Schmerzen, und zwar ohne Ausnahme, einfach nur Signale unserer Seele, die uns sagen will: Halt, so nicht. Oder die uns sagen will, denk nicht so viel, fühl dich lieber mehr. Ich helf Dir, indem ich dir einfach weh tu. In diesem neuen Bewusstsein sind wir nicht mehr von unserer Umwelt getrennt. Unser Herz ist dann offen genug, um in jedemAugenblick wahrzunehmen, dass wir nicht voneinander getrennt sind und dass auch Zeit eine Illusion ist.

Wenn unser Herz erst offen ist, dann haben wir keine Angst mehr vor den “Dingen da draußen”.

Ganz gleich, ob es Geister oder Dämonen, Viren oder Bakterien sind oder einfach nur zu kaltes Wetter: Wir sind ein Teil von all dem und was geschieht, geschieht in uns.
Das Einzige, worauf wir dann noch achten müssen, aber das wird auch immer leichter, sind unsere Gedanken, die wir nicht mehr als Drogen verwenden dürfen, um unsere Gefühle abzutöten und auch nicht als Waffen, um uns von anderen Wesen abzuschneiden.

Diese Medizin ist nicht mehr so weit entfernt. Sie realisiert sich mehr und mehr, genau hier, genau jetzt. Ich spür sie schon. Sie ist schon da. Sie geschieht. Jetzt.

In der Zwischenzeit gibt es immer noch das medizinische System, dass sich wie ein Vampir davon ernährt, dass wir bis in die Knochen Angst vor unserem Körper, dem Leben und überhaupt vor allem da draußen und da drinnen haben.

Die Krankenkassen verwalten diese Großmacht. Sie zocken unsere Ablassgelder, mit denen wir versuchen, unsere Angst vor dem Leben (alias Tod) zu beruhigen, ab und werfen sie den Herrschern, der medizinischen Industrie, in den Hals.

Ach, was kann ich heute schön schimpfen!
Ach, was bin ich für eine herrliche Giftspritze.
Ich hab mich aber auch schön warmgeschrieben gerade eben, mit einem Brief an die Krankenkasse eines meiner Patienten. Beziehungsweise an die dort hinter ihren Schreibtischen kauernden Sachbearbeiter.

System hin oder her. Dummheit und blinde Systemreproduktion ist die Entscheidung jedes einzelnen und angesichts großer, allumfassender, penetranter Dummheit verliere selbst ich die Geduld.

Wenn Sie wollen, lesen Sie selbst.
Dies ist ein realer Brief an eine real existierende private Kasse, noch dazu eine, die ziemlich teuer ist. Wenn Sie wollen, dann kopieren Sie Teile davon.

Offener Brief an eine Krankenkasse

An die sachbearbeitenden Damen und Herren der Krankenkasse:

Wie Sie sehen, wurden bei der vorliegenden Rechnung aufgrund Ihrer wiederholten Beanstandungen die hypnotherapeutischen Ziffern und die Craniosacraltherapie und einige andere Ziffern ausgelassen, obwohl diese Maßnahmen regelmäßig durchgeführt wurden.

Dies ist ausschließlich darin begründet, dass ich meinem Patienten, der ohnehin durch seine massiven Voroperationen und seine chronischen Schmerzen erheblich belastet ist, weitere Querelen wegen der Erstattung meiner Rechnungen ersparen will.

Es ist keineswegs darin begründet, dass diese Maßnahmen nicht durchgeführt wurden oder dass ich mich außerstande sehen würde, diese zu begründen.

Nach einem abgeschlossenen Medizinstudium in München, weiteren fünf Jahren Studium als Stipendiatin u.a. an der renommierten University of Traditional Chinese Medicine in Beijing, einer einjährigen Vollzeitausbildung in Hypnotherapie an der American Academy of Hypnotherapy mit Zulassung durch den American Board of Hypnotherapists und einer einjährigen Ausbildung in Osteopathie und Craniosacraltherapie a der New Mexico Institute of the Healing Arts fühle ich mich sehr wohl imstande zu entscheiden, was für den Patienten erforderlich ist und kann die entsprechenden Maßnahmen auch sehr wohl umsetzen.

Hinzu kamen immer wieder längere Aufklärungsgespräche über technische Maßnahmen, die ich selbst gar nicht durchführe, weil nämlich diejenigen meiner Kollegen, die diese Maßnahmen durchführen, dies zwar sehr gerne tun, aber weit weniger gerne ihre hochdotierte Zeit damit verschwenden, ihre Patienten vernünftig zu beraten. (einen Zettel über medizinische Aufklärung unterschreiben zu lassen, ist in meinem Verständnis keine vernünftige Beratung).
Dies wird dann recht gerne anderen überlassen, da sprechende Medizin und all dieses unnötige Gelabere bekanntlich mehr oder weniger gar nicht honoriert wird.

Sie wissen genau so gut wie jeder andere, dass den meisten Menschen durch den alleinigen Einsatz teurer Technik kaum geholfen werden kann und dass unser Gesundheitssystem die Gier all derer, die wider besseres Wissen, genau diese Methoden propagieren, kaum noch tragen kann.
“Wider besseres Wissen” sage ich hier aus gutem Grund, da nämlich zu meinen Patienten etliche medizinische Professoren, Chefs großer pharmazeutischer Unternehmen, Biochemiker und Chefs von Krankenkassen gehören, Menschen also, die offiziell meine Methoden ablehnen, am eigenen Leib aber dann doch bevorzugen.

Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen. Es ist ein Fakt, dass die Krankenkassen und damit ihre Beitragszahler in erster Linie die medizinische Industrie subventionieren, was sicherlich nicht Ihre Schuld als Sachbearbeiter, sondern systembedingt ist.
Üblicherweise beschwere ich mich darüber nicht, sondern finde mich damit ab, da ich meinen Berufsweg selbst gewählt habe und es mir Freude bereitet, Menschen zu helfen.

Was mich allerdings nicht so erheitert, ist die herablassende und geradezu diffamierende Art, mit der Sie in einem allerersten Schreiben meine ärztliche Approbation als solche in Frage gestellt haben, dann „aus Kulanzgründen“ ein paar meiner Maßnahmen übernommen haben und dann zunehmend immer mehr Maßnahmen ablehnten.
Ich wiederhole:
Über die Angemessenheit meiner Methoden entscheide als Ärztin ich. Dies ist nicht Ihre Aufgabe.


Ihre Richtlinien bezüglich der Honorierung wiederum sehen vor, dass Außenseitermaßnahmen zu honorieren sind, wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben.
Das heißt:
Ihre Aufgabe ist es, in jedem Fall die beste Maßnahme für Ihre Kunden (!) zu unterstützen. Das kann doch nicht so schwer sein, wenn Ihr Patient sich nach bestimmten Maßnahmen deutlich besser fühlt.

Im Falle meines Patienten ist dies sicherlich der Fall und auch wenn viele seiner Beschwerden, die zu einem großen Teil iatrogen, das heißt durch Medizin hervorgerufen, sind, nicht mehr reversibel sind, so ist es unbestreitbar, dass mein Patient im Rahmen meiner Behandlung sehr viel Lebensqualität gewonnen hat.
Aus einer ehrlichen Kosten- Nutzen Perspektive betrachtet, bin ich außerdem spottbillig. Ich koste nicht mehr als ein guter Friseur und ich richte noch weniger Schaden an.

In den Augen meines Patienten freilich musste es durch Ihr Verhalten ab einem gewissen Punkt so aussehen, als ob ich mich ungerechtfertigt bereichern wollte.

Dies lässt fast vermuten, Sie hätten es nach dem Prinzip divide et impera- teile und herrsche, darauf angelegt, das Vertrauensverhältnis zwischen Ärztin und Patient systematisch zu unterminieren.

Dies halte ich für ausgesprochen schäbig.
Dies wäre nun wirklich nicht notwendig gewesen.
Oder vielleicht doch?
In diesem Falle frage ich Sie: Cui bono? Wem nutzt es?
Und nutzt das auch Ihnen?

Mit besten Wünschen,

Ihre Christine Bodenschatz Li