Heilen ist schön- aber die Reinigung…

Heilen ist schön- aber so ganz von selbst geht es dann auch wieder nicht. Der Körper muss gereinigt werden.

Das Heilung immer möglich ist, behaupte ich gerne und immer wieder.
(zum Beispiel auf diesem Vortrag)
Ich will allerdings nicht verschweigen, dass jede Heilung eine Transformation ist und somit eine Veränderung, der sich nicht jede/r so ohne weiteres stellt. Heilung heisst auch nicht unbedingt, dass der Körper die Prozedur überlebt. Heilung heisst Erneuerung.

Um uns zu erneuern, muss das Alte raus: Entmüllung und Reinigung.

Bei der innerlichen Körperreinigung hakt es oft.

Warum?

Es ist nicht so schön.

Gestern erst beschwerte sich eine Klientin, sie sei seit ihrer ersten Sitzung so unglaublich müde und sie habe entsetzlich stinkende Darmentleerungen.
Was sie vergaß, war, dass zur gleichen Zeit ihre gesamten, nicht unerheblichen, Krankheitsbeschwerden komplett verschwunden waren.Eine andere war etwas beunruhigt, dass sie eine Woche lang fieberte und schwitzte. Allerdings verschwand zur gleichen Zeit ihr vernichtender Rheumaschmerz und die seit vielen Jahren deformierten, zum Teil völlig blockierten Gelenke lockerten sich.
Das alles hatte erst sie gar nicht bemerkt- vor lauter Schreck. Auf irgendeinem Weg muss im Verlauf der Heilung all der materielle Dreck erstens mobilisiert und verflüssigt werden und zweitens den Körper verlassen.
Durchfälle, Schwitzen, zwei klassische und schnelle Wege der Reinigung. Dennoch sind viele davon irritiert.

Andere stürzen sich Hals über Kopf in den Heilungsprozess (und stürzen notfalls sogar im Supermarkt).

Wie diese unerschrockene Klientin:

„Liebe Frau Li,

ich weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern können. Denn es suchen Sie bestimmt viele verschiedene Personen auf, und eigentlich ist es nicht wirklich wichtig für das, was ich jetzt schreibe. Ich möchte einfach ‚Danke‘ sagen und dass ich froh bin, Sie aufgesucht zu haben. Es war eine gute Entscheidung.
Ich habe Sie im März diesen Jahres aufgesucht, mit dem Wunsch, Sie mögen mir doch bitte ein Erlebnis aus den Körper holen, das mir in den Knochen liegt.

Ich bin heute noch erstaunt über die Erfahrung und was für eine Entwicklungsreihe Sie damit losgetreten haben.
Sie sind mir eine wahre Pfortenöffnerin gewesen. Ich kam damals nicht mehr weiter in der Entwicklung, aber nach dem Besuch bei Ihnen schlug die Türe für den weiteren Weg auf.

Ich möchte aber auch erwähnen – und ich muss heute dabei sehr über mich grinsen-, dass Sie mich damals ziemlich eingeschüchtert haben.

Ich kann mich heute noch erinnern, wie nervös ich unter Ihren Augenschein wurde, weil Sie so präsent sind und ruhig. Ich habe vorher noch nie eine Frau getroffen, die einfach so „da“ ist und mich wahrnimmt. Das hat mich fasziniert und gegruselt zugleich.
Irgendwie schön, aber aushalten konnte ich damals trotzdem nicht. Dabei hätte ich so gerne noch das ein oder andere gefragt. Auf jeden Fall war es recht gescheit von Ihnen, mir nicht zu sagen, was in den nächsten Wochen über mich hineinfallen würde. Sonst hätte ich vielleicht vorab Angst gehabt. Sie haben mich darauf hingewiesen, dass etwas die nächste Zeit passieren würde und dass ich mich oft hinlegen sollte. Aber… puh… das konnte keiner erahnen. Ich hatte solche Schmerzen, als würde sich mein Körper zurecht zurren. Ich habe gestunken, gefiebert und ständig gedurstet. Ich hatte von ein auf dem anderen Moment Panikattacken und fühlte mich völlig losgelöst, einen anderen Tag hatte ich das Gefühl, als würde mir jemand auf der Brust stehen und ich bekam keine Luft. Das war mitten im Supermarkt und ich dachte mir, ich setze mich mal besser auf den Boden neben dem Regal, dann kann ich zumindest nicht fallen. Ich habe später noch geheult, gewütet und einiges mehr.

Liebe Frau Li, das war wirklich eine Wucht.
Dann war es ganz vorbei und es kehrte Ruhe in mir ein.

Und seit dem…. ist einiges Schönes passiert.

Ich kann unter anderem endlich wieder angstfrei Buss fahren.
Ich habe damals vor Freude geweint und bin ständig wieder Buss gefahren – nur so zum Spaß, weil ich es kaum glauben konnte. 
Meine Allergie hat sich ganz zurück entwickelt und ich habe mich weiter entwickelt. Ich fühle mich wieder selbstsicherer und habe mehr Vertauen in mir.

Ein Bisschen, als wenn ich mehr geworden wäre.

Frau Li, vom Herzen ein großes Dankeschön! Es ist so gut, dass es eine Ärztin wie Sie gibt. Ich werde Sie irgendwann ein zweites Mal aufsuchen, wenn ich darf. Aber jetzt noch nicht. Noch passiert viel in mir und um mich.
Ich wünsche Ihnen bis dahin alles Gute und weiterhin viel Kraft für Ihre Taten!
In Dankbarkeit,

Ihre
N.“

Für die, die jetzt nicht abgeschreckt sind, hier noch ein bisschen Medizintheorie zur Heilung und Reinigung

4 Zeichen, dass sich lange Zeit blockiertes und körperlich manifestiertes Qi mobilisiert und löst

  • Fieber (calor)
  • Rötung (rubor)
  • Schwellung (tumor)
    und leider auch:
  • Schmerz (dolor)

Calor, rubor, tumor und dolor sind in der europäischen Tradition der Humoralpathologie die klassischen Anzeichen einer Entzündung- die von der modernen Medizin immer gleich im Keim erstickt wird.
Klar, Entzündung kann der Anfang vom Ende sein. Sie kann aber auch der Anfang vom Neuanfang -der Heilung- sein.

Keine Veränderung ohne Krise.
Auch die alte europäische Medizin sprach viel von der „crisis“: Der Zeit der Entscheidung.

crisis: Die Karten des Lebens werden neu gemischt.

Die Aufgabe des Arztes war nicht, die crisis zu verhindern, sondern die Patienten heil durch diese Initiation hindurch zu geleiten. Zum Beispiel mit kühlenden Wickeln und aufweichenden Kompressen, mit Aderlässen, Brechmitteln, Schweißtreiben und Abführmitteln.
Kommen wir also zum nächsten Punkt:
Irgendwo muss das aufgelöste Zeugs hin!

Physiologische Wege der Reinigung von krankmachendem Zeug

Was raus muss, muss raus.
Heutzutage bevorzugen die meisten Menschen ew, lautstark zu brüllen oder, notfalls zu weinen, wenn es um Kartharsis (Reinigung) geht. Klar, das machen wir auch. Ich bin eine große Verfechterin des Weinens. Tränen reinigen die Nieren und das Herz.
Nicht ganz so gute Presse haben Erkältungen und Heuschnupfen. Dabei sind gerade diese beiden nichts weiter als ein Versuch, alles mögliche aus dem Körper herauszuwerfen.
Rotz reinigt die Lunge und das Hirn. Schnupftabak für einen klaren Kopf hilft daher wirklich.
Heuschnupfen ist eine Form von Frühjahrsputz.
Auch Erkältungen haben ihre reinigende Funktion. Für viele Menschen sind Erkältungen der jährliche Hausputz undeine willkommene Gelegenheit, sich ins Bett zu legen und neu zu sortieren. Die lästige Triefnase und das Gefühl, enen benebelten Kopf zu haben, sind in Wirklichkeit der Versuch, unnutzen Nebel loszuwerden.
So erkältet sich so mancher als Reaktion auf Kümmernisse, Enttäuschungen und Kränkungen.

Liebeskummer ist ein ganz ganz großer Erkältungsfaktor.
Wenn demnächst die Erkältungszeit ansteht, achten Sie mal darauf, was da alles raus möchte.
Das heißt nun nicht, dass wochenlange Schniefnasen, sei es durch Heuschnupfen oder Erkältungen, sein müssen. Aber statt sie einfach zu unterbinden, mit den bekannten Nebenwirkungen: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Gewichtszunahme, tun wir gut daran, andere Ventile zu öffnen.
Das gleiche gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge.
Was raus muss, muss raus.

3 klassische Wege der heilenden Reinigung

Im Osten wie im Westen kennt die Heilkunst drei klassische Wege der Reinigung:

  • Erbrechen
  • Schweißtreiben
  • Purgieren (Abführen).

Die drei reinigenden Methoden helfen dem Körper, alte Gifte loszuwerden. Dabei verlässt auch die Hitze den Körper und die, durch Entzündung erhöhte, Körpertemperatur sinkt. Schweißtreiben und Purgieren sind in China bis heute verbreitet.

Mit Blut, dem kostbaren Saft, gehen Chinesen sehr sparsam um. Literweise Aderlässe wie bei den westlichen Doktoren vergangener Zeiten, sind tabu. Aber auch ein harmloser, quasi symboilischer, „Aderlass“ in Form winziger Tropfen Blutes aus ganz bestimmten Akupunkturpunkten wird in Notfällen (das Fieber steigt zu sehr, es kommt zu Fieberkrämpfen oder Delirium) mit großem Erfolg verwendet. Da die Chinesen großen Wert auf glückverheissende Zahlen, vor allem die drei legen (die vier bringt Unglück), zählt der Aderlass zu den „drei Methoden“. 

Vom Erbrechen sind die meisten chinesischen Ärzte abgekommen. Das ist verständlich, aber auch schade.
Nichts macht einen klareren Kopf als tiefes Erbrechen.

Tiefes Erbrechen (im Amazonas: „la purga“) heißt nicht „Finger in den Hals“.
Tiefes Erbrechen heißt, es muss mehr kommen als der Mageninhalt. Dazu braucht es reinigender Kräutermixturen, die dabei helfen, Schleim aus allen Meridiane zu mobilisieren und buchstäblich „Gift und Galle“ zu erbrechen.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich vor vielen Jahren einmal einem tapferen kleinen Jungen geholfen habe, der jahrelang unter extremer Benebelung und Migräneattacken litt: Beides Zeichen von Schleim.

Wir verwendeten ein Brechmittel gegen den Schleim. Wenn der Schleim draußen ist, wird der Kopf wieder klar. Es war eine echte Rosskur: Nach ein paar Tagen vorbereitender Diät, den Kräutern, den Nadeln, ging alles sehr schnell, kurz und hässlich. Die Mutter saß im Nebenraum und beherrschte sich auf bewundernswerte Weise, während ihr kleiner Junge gurgelnd vor einem großen Eimer kniete.
Der tapfere kleine Junge ist mittlerweile ein großer Mann mit abgeschlossenem Studium. Migräne hat er seit jenem Nachmittag, an dem er über dem Eimer kniete, nie wieder bekommen.

Also hier, zum Mitschreiben:
Heilung ist immer eine Möglichkeit- aber irgendwo muss der Dreck hin.

Wer ökologische Bedenken bei dieser Reinigung des Körpers hat: Wenn schräges Qi unseren Körper verlässt, verliert es seine Bedeutung. Es wird wieder zu Qi.

In der Chinesischen Medizin gibt es kein gut und böse, es gibt nur Qi, das in die falsche Richtung strömt.

 

der Weg der Mitte: halb gut ist gerade richtig

Sünde? oder einfach eine runde Sache?

Sünde? oder einfach eine runde Sache?

Ja. Ich beantworte Ihre Briefe. Wenngleich eher im Brief-Rhythmus des vergangenen Jahrtausends, als im email- Rhythmus.

Der Beweis?

Hier ein Briefwechsel zu Fragen der Mitte, der Diät, des Grübelns und des Selbstwertgefühls.

 

 

 

 

Ich hab da eine Frage zu einem Rezept in Ihrem Chinesische Hausmittel-Buch

Sehr geehrte Frau Li,

vor Jahren schon hatte ich ihr Buch in der Bibliothek entdeckt und ein paar Sachen ausprobiert. Dann habe ich es vergessen und vor kurzem wieder gefunden. Und jetzt probiere ich mit Freuden alle möglichen Rezepte aus.
Jetzt hätte ich eine Frage zu einem bestimmten Rezept.
Bei den Tees stehen ja immer die Zeiten dabei, wie lange man sie jeweils kochen soll. Sind denn das Richtwerte? Kann man die Tees auch länger kochen lassen? Oder verändern sie dann ihre Wirkung? Zum Beispiel steht bei der chinesischen Perlgerste gegen Feuchtigkeit, dass man sie 20 Minuten kochen lassen soll. Sind denn 30 Minuten auch okay, oder verändert sich dann, wie gesagt, die Wirkung?

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort und vor allem für so ein schönes Buch.
Es macht wirklich Spaß die Rezepte auszuprobieren, auch wenn man seit dieser EU-Verordnung von vor zwei Jahren nur noch schlecht an manche Kräuter rankommt.
Viele Grüße

Ihre x.y.

meine Antwort:

liebe Frau Y.

Danke für Ihr Interesse an chinesischer Medizin und Ihre freundlichen Worte über mein Buch über die chinesischen Hausmittel.
Viele Menschen wundern sich, dass manche Rezepte in diesem Buch so vage gehalten sind. Das liegt daran, dass es eben chinesische Hausmittel sind und keine Rezepte aus der offiziellen chinesischen Medizin (auch wenn es natürlich Überschneidungen gibt). In der chinesischen Medizin werden komplizierte und potentiell gefährliche Krankheiten behandelt. Diese Medizin muss jahrelang studiert werden.
Die Hausmittel wiederum sind Rezepte aus Omas und Opas Küche. Verwendet wird das, was grade zur Hand ist. ist. Von wenigen Ausnahmen abgehen sind es normale Lebensmittel, oder Schalen oder sonstige Reste von Lebensmitteln. Die richten keinen Schaden an. Wie beim Kochen müssen auch die Mengen nicht so genau genommen werden. In chinesischen Küchen gibt es keine Waage.

Sie brauchen es also auch nicht so eng zu sehen. Experimentieren Sie einfach selbst. Tauschen Sie Sachen aus oder kombinieren Sie (mit etwas Erfahrung) verschiedene Mittel.
Die chinesische Gerste zum Beispiel wird einfach ganz, ganz weich gekocht. Wenn sie weich ist, ist sie fertig. Da braucht es keine Uhr. :-)
Wer die Zeit hat, kann sie auch eine Stunde kochen, mit viel Wasser und dann die wässrig-milchige Brühe trinken. Das ist eine echte Rettungsmassnahme für ganz und gar zerrüttete „Mitten“, zum Beispiel nach einer Sommergrippe.

Viel Freude dabei,
Christine Li

Liebe Frau Li,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort … meine Mitte ist leider immer zerrüttet, ziemlich, schon seit meiner Kindheit (ich bin 40), durch pausenlosen Stress, Druck, Einsamkeit, Selbstverleugnung in der Familie.
Deswegen versuche ich seit ein paar Wochen jeden Tag lang gekochten Hirsebrei, die 7 Kostbarkeiten fürs Blut (auch lang gekocht mit Reis), gedünstetes Gemüse und Meditation zu machen. Die Perlgerste werde ich jetzt einfach auch dauerhaft einbauen…

Darf ich sie noch ein paar Sachen fragen? Ich stell Ihnen einfach mal die Fragen, aber, wenn Sie nicht antworten wollen, ist das auch in Ordnung:

– Ich trinke unheimlich gerne sehr starken grünen Tee, ein bis zwei große Tassen am Tag. Ist denn grüner Tee nun kalt oder kühl? Und macht er bei einer zerrütteten Mitte Sinn, oder ist es besser, wenn ich ihn weglasse?
– Auch 70%-ige Schokolade esse ich gerne (und zu viel: etwa 1/3 bis 1/2 Tafel pro Tag, allerdings immerhin Bio und mit Vollrohrzucker). Ist das auch „contraproduktiv“? Sollte ich so „harten Tobak“ wie Bitterschokolade und starken grünen Tee besser weglassen, weil es den Aufbau der Mitte stört?
– Und dann lese ich oft, dass es sinnvoll ist, zwei Mal die Woche Fisch zu essen. Leider gibt es (Bio-)Fisch ja nur tiefgekühlt. Tiefkühlkost soll man aber bei Kälte und Schleim im Körper doch nicht essen. Oder machen zwei Mal die Woche ein bisschen Fisch „das Kraut nicht fett“?

Verzeihen Sie mir mein halbseidenes Amateurwissen, aber ich finde die TCM und die Ernährung nach den fünf Elementen einfach sehr spannend und manchmal habe ich eine Frage, weiß aber nicht, wem ich sie stellen soll…

lieber Gruss,
Ihre X.Y.

Betreff: Re: AW: Fragen zu einem Rezept in Ihrem Chinesische Hausmittel-Buch

Liebe Frau Y,

Ihre Fragen sind wirklich interessant und Sie machen sich anscheinend viele, und unter StudentInnen der chinesischen Medizin sehr verbreitete, Gedanken zur chinesischen Medizin. Sie merken dabei selbst, dass manche Fragen nicht so klar zu beantworten sind.
Fisch, ja, aber bio, aber dann auch wieder nicht tiefgefroren. Glauben Sie mir, da haben sich Leute auf Kongressen für chinesische Medizin schon nächtelange die Köpfe heissgeredet. Nicht- Chinesen, wohlgemerkt.

Chinesen sehen es viel lockerer.
Vor vielen Jahren habe ich einmal die Vorträge eines alten chinesischen Arztes übersetzt. Nach den Vorträgen durften alle dann Fragen stellen. Es prasselte nur so auf ihn ein. Genau solche Fragen, wie Sie sie auch stellen. Über Ernährung.
Eine Schülerin wollte dann auch noch wissen, warum er, als berühmter Experte für die Stärkung der Mitte, immer Eiskrem essen würde, die doch wirklich das Schlimmste für die Mitte wäre- kalt, süss, Milchprodukte. Der vorwurfsvolle Ton in ihrer Stimme war nicht zu überhören.
Da antwortete er, halb schmunzelnd, halb ernsthaft:

„Wenn das Qi stimmt, braucht man keine Vitamine.“

(Das löste dann noch erhitztere Diskussionen aus. Manche Leute können es nicht lassen.)

 

Denn sehen Sie:

Was die Mitte am meisten schädigt, ist das Grübeln.

Oft ist Kummer der Auslöser. Bei Kummer sind wir nicht richtig traurig, wir sind nur einfach nie richtig froh. Diesen Kummer tragen viele von Kind auf mit sich herum, oft stammt er von den Eltern oder gar Grosseltern.
Wir wissen oft gar nicht recht, was nicht stimmt, aber irgendetwas stimmt nicht. Also grübeln wir darüber nach.
Grübeln findet in der Mitte statt. Die Mitte ist der Sitz unserer Gedankenseele. Die Gedankenseele lenkt das Qi. Bei den einen mit klaren Intentionen, bei den anderen mit sinnlosem Herumgegrübel. Beides verbraucht Kraft. Nur dass wir mit klaren Intentionen Neues kreieren und uns dadurch erfrischt und beflügelt fühlen, während sich beim Grübeln unser Qi im Kreis herumdreht, sich verknotet und stagniert. Die Mitte, der Quell unseres Qi, wird dadurch blockiert. Wir fühlen uns dauerschlapp und lustlos.
Medizinisch gesehen kommt bei Dauer-Grübeln und Endlos- Sorgen der Stoffwechsel durcheinander. Der Blutzucker steigt und fällt. Wir sind ständig hungrig, mögen aber nicht essen oder bekommen Heisshunger auf Süssigkeiten. Es fühlt sich mulmig und eng an im Oberbauch. Der Rockbund kneift.

Die Lösung hier wäre Meditation, lange Spaziergänge in der Natur, Angeln, Singen oder in den Arm genommen werden- alles, was die Mitte besänftigt und zur Ruhe kommen lässt. Oder auch Akupunktur, um dem Kummer radikal auf den Grund zu gehen.

Stattdessen grübeln wir.

Wir können uns auf diese Weise dick und müde denken. Wer zuviel über sein Essen nachdenkt und ständig neue Ernährungsprogramme plant, erreicht oft das Gegenteil- was dann zu noch mehr Grübeln führt.

Essen soll Freude machen. Wenn wir uns über das Essen freuen, ist von selbst genug Herz- Feuer da, um die Mitte zu wärmen.

(Interessanterweise vertragen Menschen mit heissem Herzen, zum Beispiel Kinder, oft sogar ganz kaltes Essen, Zucker und kalte Getränke zunächst recht gut. Langfristig entsteht eine Spannungssituation: denn die kalten Nahrungsmittel erfordern geradezu, dass die Kinder noch mehr Feuer aktivieren, also noch hektischer werden und dann wieder kalten Zucker brauchen. Ein Teufelskreis also. Die Folgen sind ja bekannt und Ritalin ist da auch keine Lösung.)

Und was ausserdem auch noch wichtig ist: „Mitte“ heisst ganz wörtlich: In der Mitte.
Halb gut, halb schlecht. Halb richtig, halb falsch.
Nichts ist ganz Yin oder ganz Yang. Solche dualen Aufteilungen entsprechen der westlichen Denkstruktur. Die Chinesen kennen kein entweder-oder.
Yin und Yang bringen sich gegenseitig hervor. Sie sind kein Gegensatz.
Im alten China sprach man vom Weg des Mittelmasses (wörtlich der „Weg des mittleren gewöhnlichen“.)
Konfuzius hat ausführlich darüber geschrieben.

Die Lehre vom Mittleren

Die Lehre vom Mittleren

 

„Mittelmässig“ zu sein galt als Vollendung.

(Ich weiss, ich weiss, moderne chinesische und japanische Eltern, die ihre Kinder bis in den Selbstmord treiben vor lauter Lerndruck, zeigen hier wenig konfuzianische Einsicht.)
Wir sollen gar nicht perfekt sein. Perfektionismus ist ein Zeichen von Selbstüberschätzung und zugleich von mangelndem Selbstwert. Im Perfektionismus schwanken wir zwischen hochtrabenden Plänen und völligem Burnout. Beides Zeichen einer schwachen Mitte. Immer perfekt sein zu müssen, verbraucht viel Qi und führt zu ständiger Unzufriedenheit- weil wir es natürlich nicht schaffen können.
Halb gut ist gerade richtig. Mitte heisst ausgewogen, balanciert, gelassen, zufrieden.

Für unsere Diätsorgen bedeutet das: Halb gesund, ist ziemlich prima. Das ist deutlich entspannter als all das verzweifelte Suchen nach der allerperfektesten Diät. Mit den unvermeintlichen Abstürzen, die wir dann, ganz biblisch, als „Sünde“ bezeichnen, und für die wir uns dann wieder hassen und anklagen und noch mehr grübeln.

Was Ihre dunkle Schokolade und den grünen Tee angeht, da haben Sie doch ein perfekt ausgewogenes „Mittelmass“ gefunden. Sich etwas gönnen. Naschen. Aber andererseits keine fiesen Sachen. Von nichts Unmengen. Immer schön mittendrin bleiben.

Und nun noch ein paar konkrete Antworten auf Ihre Fragen zu grünem Tee, schwarzer Schokolade, braunem Zucker und tiefgekühltem Fisch:

Grüner Tee ist kühl, aber er ist auch bitter und trocknend. Daher mag die Mitte ihn gerne, denn Feuchtigkeit schwächt die Mitte.
Schwarze Schokolade ist schwarz- und schwarze Lebensmittel gelten in der Volksmedizin immer als gut, weil schwarz die Nieren stärkt.
Brauner Zucker gilt als Mitte-stärkend, weil er süss ist und braun. In grossen Mengen ist er zu klebrig, wie alle süssen Dinge und schwächt dann die Mitte. Was dann wieder vom Tee und vom bitteren Kakao ausgeglichen wird. Genial 😉
Und den Tiefkühl-Fisch essen Sie halt, wenn Sie Lust darauf haben. Mit Freude und aktiviertem Herz- Feuer. Dann ist er auch nicht zu kalt.

Und noch etwas. Jeder Mensch ist anders. Was die einen stärkt, ist für die anderen nicht so gut. Je gelassener Sie mit Essen umgehen und umso weniger Sie nach Vorschriften essen, umso mehr werden Sie empfänglich für die Signal aus Ihrem eigenen Körper.

Und auf den eigenen Bauch hören, sich selbst ein bisschen sanfter und zärtlicher behandeln, wäre die Krönung des Mitte- stärkens und das füllt dann auch ihr kindliches Defizit langsam wieder auf.

Alles Liebe,

Christine li

PS
Wenn ich Zeit habe, werde ich Ihre Fragen, natürlich völlig anonym, für einen Blogpost verwenden, denn in dieser oder ähnlicher Form haben das schon viele gefragt. Und entsprechend viele lange Briefe hab ich auch schon geschrieben. Wir sind halt alle ein bisschen verunsichert worden. Ging mir nicht anders in meiner Kindheit:)

Liebe Frau Li,

besser spät als nie: vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Sie war sehr hilfreich, hat mir aber auch viel zu denken gegeben.

Sollten Sie meine Erlaubnis brauchen: gerne können Sie meine Fragen im Blog anonym veröffentlichen.

Viele Grüße und lieben Dank noch einmal,
Ihre X.Y.

Nachtrag: die eher undiätetische, aber sehr runde, Blumentorte ist eine Kreation der Hamburger Taiji Lehrerin Roberta Polizzi. Sehr zu empfehlen.

 

path of the empress

Bild

the path of the empress

the path of the empress

Fast pünktlich zum Muttertag:

Am 15. Mai erscheint unser Klassiker, der unbezähmbare Longseller seit dem Jahr 2000, das Lieblingsbuch aller unbezähmbaren Frauen, der weg der kaiserin, zum zweiten Mal in englischer Sprache.

Es gibt dazu einen kleinen englischen blog:
www.the-empress.com.

Wer das Buch vorbestellen oder an eine englischsprachige Freundin schicken möchte (Oder zum Muttertag für die Mama bestellen möchte), kann direkt zu Rockpool Publishing gehen.

Und auf Spanisch gibt es auch schon was zu lesen.

el libro para emperatrices

Denn die spanische Kaiserin kommt als nächstes. Im Augenblick wartet sie noch in Buenos Aires, mit Koffern, fertig gepackt und voller Tangoschuhe.

la emperatriz bailando

la emperatriz bailando

Heilen und heilen lernen in der Schweiz

Der Kurs Heilen lernen im Tessin ist ausgebucht.

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den Norden wiederfinden

 

Für all die, die auch noch gerne dabei gewesen wären besteht die Möglichkeit, ihre email Adresse hier unten ins Kommentarfeld einzugeben. Wir melden uns, wenn es wieder soweit ist. Und wie es war, steht auch irgendwann auf unserer homepage über das leben und heilen.
Wir freuen uns auch sehr über Wünsche und Ideen, die das „wo“ und das „wie“ des nächsten Treffens angehen.

 

Behandlungen in der Schweiz vom 11. -13. 5. 2015

Meine Schweizer Patientinnen, die die Gelegenheit nutzen möchten, sich im eigenen Land von mir behandeln zu lassen, können sich ab sofort gerne online einen der wenigen Termine zu sichern.
Clicken sie dazu einfach auf den grünen Button.

Frühling: Zeit der Visionen, Zeit der Erneuerung

Im Jahr der Ziege immer noch gültig.

Für viele fängt das Jahr holprig an:

  • Geblähte Bäuche
  • steifer Nacken
  • Ohrensausen
  • Übelkeit
  • Zuckungen im Gesicht
  • Rippenschmerzen
  • Augenflimmern
  • Kopfweh
  • träger Stoffwechsel
  • Müdigkeit
  • Mauligkeit.
  • klebriger Mundgeschmack, belegte Zunge
  • Gelenkschmerzen.
  • und vor allem und für viele am schlimmsten:
  • Am frühen Morgen wachen sie auf. Um präzise zu sein: mitten in der Nacht. Denn die Nächte sind immer noch sehr lang. Dann liegen sie wach und schlafen erst ein, bevor sie aufstehen müssten.

Seit ein paar Wochen hat der Frühling begonnen. Ich spüre es in mir als  Erregung, Neugier, Ungeduld. Vor allem aber spüre ich es an den Pulsen der Menschen. Pulsdiagnostik zeigt mir immer wieder, wie sehr wir mit der Natur verbunden sind und wie sehr wir uns alle gleichen. Ganz gleich welche Störung: Eine gewisses frühlingshaftes Qi   spannt bereits jetzt alle Pulse wie eine Gitarrensaite. Das Qi, die Energie, eilt den Geschehnissen voraus.

Noch warten wir auf die Eisheiligen. Niemand sagt, dass es nicht noch einige Male große Kälte Einbrüche geben kann. Das ändert aber nicht daran, dass  die ersten winzigen Knospen aus den Zweigen schauen werden. Seit dem Frühjahrsfest, dem ersten Neumond des chinesischen Mondkalenders, dem sogenannten chinesischen Neujahr, beginnen die Bäume zu knospen.

Nun ist leicht ersichtlich, dass solche Knospen nicht einfach von heute auf morgen entstehen. Der Beginn aller Dinge ist die Intention, ein langsames Ausrichten aller Energien in eine Richtung. Wenn ein Baum beabsichtigt, eine bestimmte Ausdehnung zu erreichen, eine bestimmte Wand zu erreichen, muss er in diese Richtung wachsen. Er ist ein „stehendes Wesen“, wie die Chinesen sagen. Der Intention folgt Wachstum, Zellteilung, nachströmende Säfte und so dehnt und streckt er sich. Kleine Keime bereiten sich jetzt darauf vor, durch hartgefrorene Erde, durch Asphalt zu brechen. Sie sammeln ein letztes Mal ihre Kraft und dann geht es los.
„Wandelnde Wesen“- Tiere oder Menschen also- brauchen nicht körperlich zu wachsen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Sie gehen einfach dorthin oder wandeln sich entsprechend
(das chinesische Wort, genau wie das deutsche, umfasst beide Aspekte: wandeln, lustwandeln, verwandeln).
Wir gehen so weit, „wie das Auge reicht“. So weit also, wie unsere Vision es zulässt. „What you can perceive, you can achieve“, heißt es daher bei den Coaching- Leuten gerne. Manche gehen sehr weit, manche nur ein Stückchen (was das vollkommene Maß sein kann!).

Was hat das nun mit dem Frühling zu tun und mit den geblähten Bäuchen?
Nun, während die Bäume trotz Frost und Stürme schon vor Beginn des Frühlings ihre Kräfte zuerst noch einmal sammeln und dann ihre Säfte einschießen lassen und die ersten Zellen sich teilen, entsteht auch in den Menschen eine innere Bewegung. Das innere Feuer, Drachenfeuer bäumt sich auf und steigt nach oben. Unruhe erfasst uns. Vielleicht nicht emotional wahrgenommen- denn oft haben wir wenig Zugang zu den inneren Prozesse. Dafür umso mehr als körperliche Störung registriert. Mit den oben beschriebenen Symptomen und noch vielen mehr. Denn das Drachenfeuer ist expansiv und schießt in alle Richtungen.
Die Chinesen sagen, dieses Feuer „reitet auf dem Gallenblasenmeridian nach oben“. Idealerweise schießt eine prickelnde, beschwingende, leichtmachende Energie durch die Beine, Hüften, Rippen bis hinauf in den Kopf. In den Augen, wo der Meridian endet, entstehen Visionen, der ganze Schädel öffnet sich und lässt Licht eindringen. Wir werden leichter und aktiver und angenehm erregt und zum Frühlingsanfang, wenn die ersten Knospen an den Zweigen erscheinen, marschieren wir in die weite Welt hinein wie weiland Klein Hänschen.

Nicht immer. Sogar eher selten. Irgendetwas geht meistens schief. Im Falle des Frühlings geht sogar besonders leicht etwas schief. Frühlings- Qi ist schnell, auflodernd, wild, ungebändigt und einfallsreich. Wir haben daher die Gelegenheit, eine besonders große Menge bunter Symptome zu entwickeln. Wir können unsere Krankheiten ins Kraut schießen lassen.
Viele der Störungen entstehen entlang des Gallenblasenmeridians. Dies ist ein Strom frühlingshafter Energien die, im Unterschied zu den übrigen gradlinigen Energien des Menschen, den Körper wild umkreisen. Mal nach vorn, mal nach hinten, dann einmal im Kreis herum und einmal anders herum. Vom „Ringzeh“ bis hinauf zu den Schläfen und jedes größere Gelenk wird dabei umschlängelt. Ist an irgendeiner Stelle dieses Meridians eine kleine Stauung, sprudelt die Energie abrupt und wild an ihr vorbei. Ganz genau so wie das Wasser schneller fließt, wenn ein Fluss sich verengt. Dadurch kommt es zu all dem Kribbeln, Zucken, Hitzewallungen und Kälteschauern. Je blockierter der Meridian ist, umso weniger angenehm wird dies. Blähungen und dicke Bäuche sind hier fast Standard. Hinzu kommen enge, fast stechende Rippen (oft verwechselt mit Nierenschmerzen oder Problemen der Gallenblase, die nicht das gleiche ist wie der Meridian, aber inmitten des Hauptstroms liegt und besonders viele der Störungen auslebt) und schlechter Mundgeschmack.
Bis hier lässt sich alles mit Akupunktur schnell und effektiv beheben. Manchmal innerhalb von Minuten!

Am unangenehmen Ende des Spektrums kommt es zu Migräne, Hörstürzen und Gallenkoliken und „cholerischen“= galligen Wutausbrüchen. Noch weiter jenseits, wenn nichts mehr nach oben sprudelt, entsteht Lustlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Depression.
Für diese schweren Zustände gibt es zwei wichtige Ursachen:

  • innere Leere
  • Schleim

Wer ist am leichtesten betroffen von all diesen unangenehmen Frühlingsgefühlen? Nun, da gibt es zum einen diejenigen, die im Winter „ihr Yin nicht gepflegt“ haben. (Eine gepflegte altchinesische Formulierung für „Zuviel Party, zuviel Sex“). Zum anderen sind es diejenigen, die aufgrund von tiefliegenden Ängsten ihr Yin nicht sammeln können, die schlecht schlafen, nachts vielleicht schwitzen und ständig eine latente Unruhe in sich tragen. Unruhe, die von dem Gefühl kommt, nicht willkommen auf dieser Welt und nicht sicher in diesem Körper zu sein. Ein Gefühl, das die meisten kennen, denn wer fühlt sich schon ganz zuhause in seinem Körper?
Manchmal ist nicht das Yin schwach, sondern das Yang. Erkenntlich (u.A.) am kalten Popo.
Um Schwäche und Leere, ob Yin oder Yang, zu behandeln und die Batterien für das ganze Jahr aufzuladen, empfiehlt sich eine Kräuterkur mit chinesischen Kräutern vor der Wintersonnwende.

Die häufigere Ursache für blockierte Gallenblasenmeridiane ist der Schleim.

Schleim ist das große Thema der modernen chinesischen Medizin. Schleim ist auch ein großes Thema für uns. Schleim ist zum einen das, was sich bei Husten in unserer Lunge ansammelt. In einem weiteren Sinne ist es aber ein Fachausddruck für alle Arten von „abgestorbenem Qi“.
Bei Übergewicht mit schwachem Stoffwechsel ist das Feuer unter Schleim erstickt und viele Diäten verschärfen diese Situation noch. Bei  Verdickungen und Knubbeln denken chinesische Ärzte auch an Schleim. Bei allem, was sich verlangsamt, müde ist, schwer von Begriff oder zäh und endlos immer wieder das Gleiche denkt und sagt. Menschen mit langen Listen von Symptomen, die sie sich aufschreiben, um nicht alles zu vergessen, denken wir an Schleim. Menschen, die sich immer wieder die Stirn reiben, als wollten sie sich aufwecken. Menschen, in deren Augen kein Glanz ist.
Über Schleim gibt es dicke Bücher. Fast könnte man sagen, Schleim sei an allem Schuld. Kälter Schleim, heißer Schleim, zäher Schleim, alter Schleim, trockener Schleim und feuchter Schleim. Schleim ist nichts Gutes. Ich erspare Ihnen die Details.

Die erfreuliche Nachricht allerdings ist sehr erfreulich: Jetzt, in der Zeit des ersten Aufbäumens des Drachenfeuers, können Sie die natürliche Bewegung des Qi von innen nach außen nutzen, den Schleim endlich loszuwerden. Viele Fälle von schwerem Schleim profitieren von einer Kräuterbehandlung. Allerdings dauert diese ein paar Wochen lang. Am Anfang merken sie nicht viel. Schleim ist zäh und bewegt sich nicht gerne. Nach einer Weile aber, wenn das Feuer langsam aufsteigt, spüren sie von Tag zu Tag mehr: Sie vergessen all die lästigen Symptome. Dann kommen Fröhlichkeit, besserer Teint und strahlendere Augen.

Eine sehr dankbare Zeit für chinesische Mediziner.

Da jetzt alles so gut anschlägt, ist es auch sehr befriedigend, selbst etwas zu tun, und, wie viele wissen, und wie ich auch in meinen Büchern immer wieder betone: Es ist an der Zeit, die Medizin wieder in die eigenen Hände zu nehmen und uns in unseren Körpern zuhause zu fühlen. Wir leben hier in der Materie und viele erleben dies als beängstigend. Aber auch verkörpert  sind wir immer noch geistige Wesen, wenngleich auf einer verdichteten Ebene. Etwas schwerer, etwas langsamer, aber immer noch vollkommen wandelbar.
Im Frühjahr löst sich diese Verdichtung ein klein wenig, wir gehen ins Yang. Nutzen wir diese Bewegung, können wir vieles leichter verändern.

Dies sind meine Vorschläge für Ihre Frühjahrskur- Suchen Sie sich so viel davon aus, wie Ihnen angenehm ist, nicht mehr. Der Frühling liebt die freie Entwicklung- und die grüne Farbe.

  • Morgens heißes Wasser oder Ingwerwasser trinken
  • Pfefferminztee trinken
  • ausgiebig die Haare bürsten und wachsen lassen (Bärte wiederum müssen nicht sein…)
  • saures Obst essen und heiße Zitrone trinken
  • einen Entsafter kaufen und benutzen (vor allem Rettich ist verhältnismäßig fürchterlich, entschleimt aber sehr)
  • große Mengen frischer Kräuter ( alles, was Sie kriegen können, vor allem Löwenzahn) hacken, reichlich mit Senf und Zitrone würzen
  • bittere Salate essen (Chicoree, Löwenzahn, Rauke, Feldsalat), bio ist bitterer
  • grüne Smoothies (Rezepte gibt es genug im Internet), besser ohne Milchprodukte
  • Milchprodukte, auch Joghurt und Käse weglassen
  • Wasabi essen
  • Gluten eine Zeitlang weglassen, oder zumindest Weizen durch Dinkel ersetzen
  • auf Reisnudeln oder Buchweizennudeln umsteigen (Japaner statt Italiener)
  •  Süßkram und Alkohol weglassen
  • viele heiße Suppen essen (ohne Sahne)
  • laufen, singen, tanzen, Yoga
  • ziellos herumschlendern
  • entmüllen Sie ihr Leben und lassen Sie alles Alte hinter sich
  • Im Frühjahr gilt es, eigene Freiheiten zurückzuerobern und einzusehen, dass viele Neujahrsvorsätze ( oder Jahres- Pläne ) unrealistisch sind. Wir dürfen  jetzt auf jene Visionen vertrauen, die spontan entstehen, wenn das Drachenfeuer sein Haupt erhebt und, ungebremst durch Schleim und Grübelei und verwickelte Berechnungen, zum Himmel steigt.

Originally posted 2013-01-31 01:40:04. Republished by Blog Post Promoter

Heilen lernen: Von Placebos, der Kraft der Gedanken, von Pferden und vom Mitgefühl

Ein Kurs über das Heilen lernen

Im Mai 2015 gibt es einen ersten Kurs für Heiler und die, die sich selbst heilen möchten.
Der Kurs beruht auf dem Gedanken, dass uns das Heilen angeboren ist. Der Kurs möchte diesen Gedanken weitergeben. An alle, die ihn dann vermehren möchten wie ein Virus.

Alles begann mit simplen Fragen über das Heilen. Wir sprachen einige Nächte lang, Sandro, ein Kollege aus Zürich und ich.

Dies waren einige unserer Fragen über das Heilen:

So schwierig, wie es uns beigebracht wurde, sollte das Heilen nicht sein. Schließlich ist Zellerneuerung ein Programm, das unserem Körper automatisch zur Verfügung steht.
Warum die ganze Aufregung?

Warum haben wir solche Angst vor dem Körper?

Warum wird es denen, die das Heilen erlernen möchten, das Leben zur Hölle gemacht?

Warum gibt es für die, die Heilung für sich selbst suchen, vor allem Angst, Einschüchterung und Terror? Iatrogene Traumatisierung.

Warum machen sich manche gar nicht erst so viele Gedanken und werden einfach mal gesund?

Was bedeutet Heilen? Warum gelingt es den einen und den anderen nicht?

Warum bereitet uns das Leben soviele Schmerzen?

Auf welchem Weg finden wir Zugang zu unserer verborgenen Heilkraft?

Warum kennen wir uns in ihrer Handtasche, und manche im Inneren ihres Computers, besser aus, als in ihrem Körper?

Unnötige Fragen? Dumme Fragen?

Heilung ist nun mal schwer. Medizin muss lange Jahre studiert werden und danach kann mensch immer noch niemanden heilen. So schwer ist es. Und wer nicht Medizin studiert hat, versteht schon mal gar nichts. So ist es eben.

 

Die Geschichte lehrt uns, dass alle Fragen, die mit „so ist es eben“, „so war es schon immer“ und „du immer mit deinen dummen Fragen!“ beantwortet werden, die interessanteren Fragen sind.

„Paradigmata filtern unsichtbar im Kopf des Wissenschaftlers, was überhaupt wahrgenommen werden kann, was in wissenschaftliches Ergebnis und was in störenden, unbeachteten Noise getrennt wird.“
(Georg Hoffmann, in einer Huldigung des großen Thomas Kuhn)

Wenn Menschen einfach mal so gesund werden, wird dies in der Medizin als störendes „noise“ wahrgenommen.

 

Einst wurde uns eingebläut, Heilerei sei nichts als Hexerei und Teufelswerk. Jedem aufrechten Christenmenschen zuwider, weil ein sadistischer Gott seine sündigen Kreaturen leiden sehen will.
(monotheistische Religionen als Produkte von Kulturen mit väterlicher Züchtigungspflicht)

Heute wird Heilkraft einfach ignoriert. Unsere modernistische „wissenschaftliche“ Medizin sieht rundum nur den Verfall. Im Krankheitsfall geht es bergab. Gelenke nutzen sich ab, Gewebe verhärten, Organe versagen, das Gehirn verklebt und Gene degenerieren? Und das Ganze ist im Prinzip nicht zu ändern. Wir können es nur, mithilfe von allen möglichen wohlfeilen Giften, einigermaßen verlangsamen und ertragen.
Inzwischen musste selbst die moderne Medizin einsehen, dass manche Menschen halt doch irgendwie heilen. Aber das beruht auf Einbildung. Es ist ein Placeboeffekt. Man muss diesen armen, fehlgeleiteten Menschen nur sagen, dass alles eine Lüge war und schwupps sind sie wieder krank. So wie es sich gehört.

Heilen ist sehr real. Es ist keine Hexerei und auch nicht schwer und natürlich beginnt Heilung in den Gedanken. Gedanken sind eine eigenständige physikalische Kraft. Sie wirken. Die Kraft unserer Gedanken aktiviert unseren inneren Heiler. Die angeborene Heilkraft.

Im Placebodiskurs entlarvt sich der Missbrauch durch eine hierarchische Medizin:
Ich, die mächtige Wissende gebe dir, du armer, dummer Patient ein unwirksames Medikament und du bildest dir dann ein, du seist geheilt und allein dadurch wirst du geheilt. Freilich nur scheinbar. Denn nun liegt es in meiner Macht, dir deine Heilung zu belassen, indem ich dich im Unwissen lasse, oder dich über den Betrug aufzuklären und dadurch wieder krank zu machen. Ich kann dies jederzeit tun. Betrogen oder krank: Es liegt an mir.
In beiden Fällen bist du vollkommen in meiner Hand.

Das Interessante daran ist: Unsere Gedanken sind wirklich in der Lage, uns zu heilen. Wenn wir dies erreichen, ohne den Betrug des Placebos, sondern dadurch, dass wir unsere Art zu sein so transformieren, dass wir wirklich neue Gedanken generieren- dann haben wir uns geheilt. Auf einer tiefen und dauerhaften Ebene.
Eine solche Heilung ist magisch, transformativ und bleibt bestehen. Wir haben sie selbst erreicht, haben unseren eigenen Dämonen ins Auge geblickt und uns  befreit. Nur wir selbst wissen, wie weit der Weg war und was wir alles gesehen haben auf dieser Reise.
Unsere Heilung ist real.
Wenn uns nun jemand erzählen würde: „Du hast dir das nur eingebildet.“
Dann wüssten wir beim besten Willen nicht, was das heißen sollte.

 

Wie das Leben selbst bedürfen solche Heilungen eines großen Heldenmutes. Außerdem ist es gut, Wegbegleiter dabei zu haben. Dies sind die Heiler.  Heiler ermutigen andere Menschen, sich auf die Kraft ihrer Gedanken zu besinnen. Heiler halten den Raum. Sie bewachen die Reisenden. Sie sind Zeuge. Sie fühlen mit.

Heiler sind nicht die, die anderen Menschen unwirksame oder giftige Substanzen verkaufen und ihnen einreden, es sei Medizin.

Heiler gelten  als alberne, unwissende Spinner, denen der Ernst der Lage nicht bewusst ist. Meist, weil sie keine Medizin studiert haben (und wenn doch, wie ich, dann müssen sie irgendwie wahnsinnig geworden sein…).
Heiler werden inzwischen nicht mehr auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie dürfen inzwischen, leise und eher heimlich, Fragen nach der Heilung stellen.
Leise ist gut. Sogar sehr gut. Uns einfach alle heimlich selbst zu heilen, ohne großes Geschrei, dürfte das Subversivste sein, was ich mir vorstellen kann.
Nach dem Motto:

Stell dir vor, es gibt Pillen und keiner will sie schlucken.

 

Aber wie funktioniert das Heilen lernen? Wo fangen wir an?

Bei unseren Gespräche über das, was Heilung ausmacht lernen, stolperten wir über eine Anzahl im Augenblick sehr beliebter, um nicht zu sagen, bis zum Abwinken heruntergeleierter Begriffe, heruntergeleiert, zugegebenermaßen auch von uns.

Bei strenger Betrachtung stellten wir fest, dass wir unter diesen Begriffen wenig Konkretes vorstellen konnten.

13 new age Begriffe über das Heilen, die geiler klingen, als sie sind

  1. Achtsamkeit (mindfulness)
  2. Intuition entwickeln
  3. Öffnung des dritten Auges
  4. Herzöffnung, offenes Herz
  5. Selbstliebe, sich selbst lieben, Selbstwertgefühl
  6. ins Yin gehen (in der chinesischen Medizin ein Fachbegriff, außerhalb davon irgendwie nichts)
  7. die Mitte stärken (idem)
  8. sich erden
  9. das Ego loswerden, starkes Ego
  10. Neugier
  11. Spontaneität
  12. Authentizität
  13. Freiheit

Ja, ich weiß, manche dieser Wörter klingen prima.

Freiheit, zum Beispiel, mag ich sehr. Oder Neugier. Sandro wiederum war bis vor kurzem ziemlich versessen auf die Achtsamkeit (mindfulness).
Bei genauerer Betrachtung entlarvten sich all diese Lieblingswörter als new age Klischees.

Das Problem mit solchen Wörtern ist, dass niemand sie umsetzen kann.
Außer vielleicht im Rahmen spezieller Kurse (mindfulness-training läuft ja ganz gut).
Bei der Spontaneität wissen die meisten: „Sei spontan!“ funktioniert nicht.
Genau so wenig wie: „Lass einfach los!“
Ähnlich ist es auch mit den anderen Begriffen. Wie genau soll ich mein Herz öffnen? Wie?

Nachdem wir eine ganze Weile mit diesen Begriffen gespielt hatten, entschieden wir uns, dass sie uns nicht viel nutzten.

Unklare Wörter verkleben das Denken. Das sagte, sinngemäß, schon Konfuzius. Konfuzius sagte es immer wieder. Es war vielleicht sogar die wichtigste seiner Erkenntnisse: Begriffe müssen klar und präzise sein. Sind sie es nicht, wird die Realität ebenfalls verworren.

Wir stellen vor: Die Acht

Wir haben uns daher, Konfuzius und der Klarheit zuliebe, von unseren new-age Klischees  verabschiedet.

Indem wir dies taten, tauchten acht neue und klare Wörter auf, simple und wohlvertraute Wörter. Acht Wörter die wir verstehen und fühlen können. Acht Wörter, die uns fokussieren helfen.

Die neuen Wörter beschreiben acht innere Haltungen. Acht Stimmungen oder Tonlagen. Acht Richtungen. Acht Rhythmen. Acht Einstellungen. Acht Kompassionen. Acht innere Melodien.
Acht Gefühlsebenen.
Acht.

Gefühle und Pferde

Gefühle sind der Stoff, der unsere geistige Realität, die klaren Bilder und Vorstellungen, mit der dunklen und geheimnisvollen Realität unseres Körpers verbindet.

Durch Gefühle gelangen wir in die Dunkelheit unseres Körpers. An all die Orte, die uns unzulänglich erscheinen, obwohl wir eigentlich mitten drin sind.
Gefühle verbinden uns mit den Ahnen und mit unserem angeborenen Wissen.

Und Gefühle sind den meisten, gelinde gesagt, suspekt. Unberechenbar. Sie machen, was sie wollen, und meistens tun sie weh. Weshalb unser Konsum an Psychopharmaka elefantiasische Ausmaße erreicht.

Gefühle sind allerdings auch die wilden Pferde, die uns durchs Leben tragen. Wenn wir sie einschläfern, werden sie uns nicht sehr weit tragen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit unserem Pferd Kontakt aufzunehmen.
-Die „klassische“: Wir reißen am Zügel, treten ihm in die Seiten, reißen ihm womöglich mit Sporen die Seiten auf, dopen es oder reiten es müde-
-Die „indianische“ (la doma india): Wir vertrauen dem Pferd und arbeiten an unserer eigenen Haltung. Indem wir uns unserer Haltungen (der innerlichen und der äußerlichen) bewusster werden, zähmen wir, zärtlich, die wilden Pferde unserer Gefühle. Pferd und Reiter werden eins.

Nochmal acht

Acht Stimmungen oder Tonlagen. Acht Richtungen. Acht Rhythmen. Acht Einstellungen. Acht Kompassionen. Acht innere Melodien.
Acht Gefühlsebenen.
Acht Haltungen.
Die Acht wirken nach innen und nach außen. Sie reichen als innere Einstellung bis tief in die Gefühle. Sie formen als äußere Haltung auch den Körper.

Wie bei einem Musikinstrument bestimmt die Form auch die Schwingung, die wir aussenden.
Unsere Haltungen formen nicht nur die innere sondern auch die äußere Welt.
Den Körper, andere Menschen, die Dinge, die uns begegnen, unser Schicksal.

Die meisten Menschen stecken in der einen oder anderen Haltung fest (das „Opfer“- Hingabe, die „Macherin“- Wut, der „Abgehobene“-Klarheit), während ihnen andere Haltungen, wie etwa Zärtlichkeit, nicht zu entsprechen scheinen. Sie spielen, wie auf einem Klaver, bei dem der größte Teil der Tasten abgeklebt ist, immer wieder die gleiche Melodie.
Die Gefühle werden dann ebenfalls starr. Immer die gleichen. Quälend.

Da heil-sein ein anderes Wort für ganz-sein ist, vereinigen heile Menschen alle acht Haltungen.

  1. Respekt
  2. Standhaftigkeit
  3. Wut
  4. Zärtlichkeit
  5. Schönheit
  6. Hingabe
  7. Kindlichkeit
  8. Klarheit

 

Im Heilen vereinigen sich die Acht. Wir gehen soweit zu behaupten, dass unsere Kraft zu heilen darauf beruht, wie umfassend wir alle Acht verkörpern können.

Das Ritual der Acht

Wir haben die Erfahrung der acht Haltungen/Stimmungen/Kompassionen in den Mittelpunkt eines stärkenden Rituals gestellt, das uns, genau wie die Acht, quasi von selbst „erschienen“ ist.

Ge-channelt? Dummes Wort. Mit einem Mal war es da. Das Ritual.

Das Ritual der Acht erhält, wie die meisten traditionellen Rituale, seine Kraft durch die Verbindung mit dem magnetischen Kraftfeld der Erde. Den acht Himmelsrichtungen also. Den acht Winden. Indem wir unsere inneren Haltungen am magnetischen Feld ausrichten, verstärken wir sie.

Anleitung zum Ritual der Acht:

Wir nehmen nacheinander alle acht Haltungen ein- als innere Haltung- ausgerichtet im Magnetfeld. Das ist alles.
Inzwischen haben wir ausreichend Gelegenheit gehabt, das Ritual auszuprobieren. Genau wie die Haltungen selbst ist es simpel und unverschnörkelt.
Es gibt keine Fehler und keine wütenden Geister. In der neuen Heilkunst haben solche Bedenken und Ängste keinen Platz mehr. Der übellaunige Gott und all die anderen rachsüchtigen Geister, die unsere Vorfahren über lange Jahrtausende gepiesakt haben, gehören auf den Komposthaufen der Geschichte.

Jeder kann das Ritual auf der Stelle erlernen und zuhause durchführen und es wirkt.
Es kostet nichts und wir benötigen auch keine geheimnisvollen Zutaten. Nur uns selbst, Zeit und das Wissen, wo der Norden ist.
Die acht Haltungen sind wohlbekannt:
Es sind elementare Erfahrungen, wie Zärtlichkeit oder Respekt. Auch wenn die eine oder andere Haltung nicht ausgelebt wird: Jede weiß, worum es dabei geht.
Acht innere Einstellungen, die jedem Menschen gelingen und keinerlei esoterische Schulung benötigen.
Acht Haltungen, die komplizierte Erfahrung wie die von Liebe, Achtsamkeit, Erdung und Herzöffnung als „Nebenwirkungen“ beinhalten.
Acht Tonarten, mit denen jede ihre eigene Musik spielen kann.

Wir haben sie nicht erfunden und beanspruchen kein copyright. Es gibt keine teuren Kurse zur Erlangung der Meisterschaft.
Jeder Mensch ist ein Meister. Die Sache mit den Gurus war vorgestern.

Heilen ist und bleibt public domain.

Warum acht?

So wie Pflanzen und Tiere sich am magnetischen Feld orientieren, so tun dies auch wir. Wir wissen dies nur nicht mehr. Rituale beleben dieses Wissen. Sie beziehen ihre Kraft bewusst aus dem magnetischen Feld der Erde indem sie die vier oder acht Winde oder Richtungen einbeziehen. Ohne das Bewusstsein, wo wir stehen im magnetischen Feld, werden wir eben irgendwie, so gut es geht, planlos von den Kräften hin- und hergezogen.

Die Himmelrichtungen sind eine elementare Gegebenheit des Lebens im Magnetfeld der Erde.
Zu allen Zeiten erlebten Menschen die Himmelsrichtungen als sehr real, im Körper, im Wetter, im Wind. Heiler auf aller Welt begrüßen bis heute die Kräfte der vier oder acht Richtungen, bevor sie mit ihren Zeremonien beginnen. Die vorgeschichtlichen Chinesen beschrieben die Kräfte der acht Himmelsrichtungen ausführlich in dem klassischen Buch der Wandlungen Yi Jing (I Ging).
Die acht Himmelsrichtungen sind die acht Dimensionen unserer materiellen Existenz.
Gaia. Mutter Erde. Pachamama. Unsere Mutter kommuniziert über ihr Magnetfeld mit unserem eigenen Magnetfeld.
(Bei der Akupunktur nehmen wir Einfluss auf die Kommunikation unseres Körpers mit den magnetischen Informationen der Erde.)
Die chinesische Sprache bezeichnet einen Menschen, der den Sinn für die Realität verloren hat als einen, der metaphorisch „den Norden nicht mehr findet“.

Uns heutigen westlichen Menschen ist der Sinn für die Himmelsrichtungen abhanden gekommen. Wir finden buchstäblich den Norden nicht mehr.

( Wer ein chinesisches Navigationsgerät verwendet, muss allerdings damit rechnen, dass Siri oder wer auch immer, fröhlich erklärt „drehe nun nach Norden/Osten/Westen/Süden um“. )

Acht Kompassionen

Mit den acht Haltungen möchten wir uns selbst helfen, uns wieder zuhause zu fühlen auf der Erde.
Die acht Haltungen sind daher auch acht Dimensionen oder acht Kompassionen.

Im Spanischen ist compás das, was Menschen haben, deren Füße den Rhythmus fühlen und wie von selbst zur Musik schreiten können. Zur Zeit. Das Taktgefühl.
Im Deutsch hilft uns der Kompass, uns im Raum einzurichten, wenn wir den Sternenhimmel aus den Augen verloren haben.
Im Englischen hingegen, wie in den meisten Sprachen lateinischer Herkunft, ist „com-passion“ das Mit- Gefühl. Die „Passion“, die wir „mit“ anderen teilen.

Kompassionen, sind somit Haltungen, die wir gemeinsam mit einem Gegenüber ( real oder imaginär) einnehmen, um uns ineinander einzufühlen und zugleich in Raum und Zeit anzukommen.

Nach(t)gedanke:
Im Chinesischen sagt man zu einer, die den Kontakt zum Leben verloren hat: „sie findet den Norden nicht mehr“.
Wissen Sie immer, wo Nord und Süd ist? In der Wohnung? Klar. Auf der Arbeit? Ähm, ja? Und im Restaurant? In der U-Bahn? Beim Nachtflug über den Nordpol? Im MRT?

Zeit, einen Kompass zu kaufen.

 

Heilen lernen im Tessin

Kursankündigung: „Heilen lernen“

 

Mai 2015 findet unser erster Kurs über das Heilen lernen statt.
„Heilen lernen“ ist ein experimenteller Kurs. Ein Prototyp. Zum Ausprobieren und Selbst- Entwickeln.
Wie schon mein magischer Kurs im Schwarzen Wald ist auch dieser Kurs
ein Kurs bei dem nichts gelehrt wird und nichts vorausgesetzt wird.

 

Es gibt keine Einstiegsprüfungen und keine Zertifikate. Solchen Kindereinschüchterungskram brauchen wir nicht.

Wir gehen davon aus, dass Menschen alles in sich tragen, was sie brauchen.
Heilung ist uns angeboren. Heilung ist immer eine Möglichkeit.
Keine Gurus und keine Schüler.

Die acht Kompassionen sind Grundlage des Kurses. Rituale. Gegenseitige Arbeit mit Gefühlen und dem Körper. Experimente. Gespräche. Berge und Wasser und der Sternenhimmel.
Wir, Sandro und ich, und genauso alle anderen TeilnehmerInnen, halten den Raum, damit Heilung entstehen kann.
So mache ich das in meiner Praxis. So halten wir das auch im Kurs.
Im Kurs gibt es außerdem noch den Himmel über uns und die Erde unter uns, die uns halten und tragen und schützend umgeben.
Berge und Wasser und das Magnetfeld der Erde werden somit erlebbarer als in der Stadt.
Die Erinnerung an das Heilen kommt so von selbst zurück.
(noch ein paar Gedanken über das Heilen in Sechs kleine Videos über das Heilen.)

Wer sich darauf einlassen mag, nichts zu lernen und alles schon zu wissen, und wer außerdem nicht so viel Komfort benötigt, kann gerne vom 15.-17. Mai mit uns zum Heilen lernen ins Tessin kommen. Zwei Plätze sind noch frei.
Wie gesagt. Der Kurs ist ein Prototyp. Ein Geschehenlassen.

Wer abwarten will, wird nach dem Kurs auf einer neuen homepage mehr lesen können. Vielleicht ja auch vorher. Wir hetzen uns nicht.

Bis bald,
Christine und Sandro

 

Sandro Varisco

Sandro Varisco

Sommerlachen

Christine Li

 

Musik heilt.

Kurzmitteilung

Diese Musik allerdings zerreißt Herzen

Das wollten inzwischen einige wissen:
Die Musik mit denen meine sechs kleinen Videos „zurück zur Heilung“ ausklingen, ist ein Remix der genialen Shanghai Restoration Project.

Das ursprüngliche Stück heißt: „the wandering songstress“ und stammt aus dem herzzerreißenden expressionistischen Film „Street Angel“ (Regie Yuan Muzhi, Shanghai, 1937). Es ist bis heute ein Lieblingslied beim Karaoke. Ein echter Ohrwurm also.
Ursprünglich wurde es von Zhou Xian gesungen.

Zhou Xian (1918- 1957)

Zhou Xian (1918- 1957)

Eine modernere Fassung hören wir in Ang Lee’s Film „Lust, Caution“ von 2007.

Zum Remix von Shanghai Restoration Project gibt es ein sehenswertes Video.
Ideal für alle, denen bei  alten chinesischen Filmen Tränen in die Augen steigen.

Mehr über kranke und zerrissene Herzen.

Mehr über Tränen.

Sechs kleine Videos zur Heilung

(Nicht lesen und gleich die Videos ansehen? Unter dieser Einführung finden Sie die Links.)

Heilung ist immer eine Möglichkeit

Eine ganze Weile habe ich mich nicht gemeldet.
Die Sache ist die: Über ein paar Wochen habe ich auf einer langen Reise an mir selbst herumgedoktort. Das ist nun einmal meine Passion: Neue Techniken auszuprobieren und jede einzelne Funktion zu fühlen und zu perfektionieren. Der Körper will heilen und ich will lernen, wie es geht. So richtig schön ist es nicht immer. Ich habe gelernt, mich dankbar zu zeigen, ganz gleich, was kommt.
„Dankeschön!“ also, für rasende Schmerzen, wo ein verformtes Gelenk versucht, in eine günstigere Form zu fließen oder wenn ein paar Nächte vollkommen schlaflos und schweißgebadet ablaufen, weil alle möglichen Emotionen zutage kommen, die eigentlich schon lange „erledigt“ waren.

( Manche Sachen kommen immer wieder in neuer Verkleidung, es ist zum… …! Aber „danke“, auch dafür. )

Heilung ist ein anderes Wort für Leben und zu leben ist ein Abenteuer. Eine Reise. Eine Reise zurück zu uns selbst. Nicht einfach, nicht komfortabel, aber aufregend. Hinter jeden Ecke warten feurige Drachen oder bösartige Zwerge. Verstreut dazwischen liegt die eine oder andere magische Perle. Ein Riesenspaß für wahre Helden. Heldenmut ist gefragt, vor allem, wenn für lange Zeit nichts geschieht als Schmerzen, Einsamkeit und Verwirrung. Das gehört dazu. Genauso wie der stets drohendeTod.

Heilen ist nicht fremdartig und Heilen ist nicht kompliziert. Heilen ist eine angeborene Fähigkeit. Heilung liegt in uns. Unsere Vorfahren, die Menschen der ganz alten Zeit, wussten dies und ihr Wissen finden wir in alten Legenden und Märchen. Vieles darin ist schwer verständlich, denn diese Geschichten sprechen in Bildern und Metaphern.
Eines ist aber immer klar:   Wir brauchen Mut, Standhaftigkeit, Kindlichkeit und Zärtlichkeit und noch einiges mehr, an das wir uns bald wieder erinnern werden. Darüber demnächst mehr; denn dies wird das Jahr des Heilens.

Wie die mythische Reise des Helden in unseren Märchen, ist das Heilen ein ganz individueller Vorgang, der von niemandem verstanden werden kann, als von der betroffenen Person selbst. Zugleich brauchen wir zum Heilen eine Verbindung zum Ganzen, wir brauchen Helfer und Weggefährten, magische alte Frauen, Krafttiere, einen fliegenden Teppich, Lieder oder Gebete.
Was immer wir zum Heilen brauchen mögen: Niemand heilt alleine.

Ein Teil meiner Arbeit besteht daher einfach darin, da zu sein. Hinzu kommen die eine oder andere Akupunkturnadel, ein bisschen Osteopathie, Handauflegen oder auch einmal ein magisches Rezept aus dem chinesischen Altertum.

Das Heilen kann Ihnen niemand abnehmen. Heilung ist eine Reise zur Selbsterkenntnis. Aber ein wenig Ermutigung schadet nie. Deswegen habe ich unter dem Titel „Zurück zur Heilung“ sechs kleine Videos über das Heilen aufgenommen.
Sie lernen durch diese Videos nicht, wie Sie sich heilen. Aber vielleicht lassen Sie sich inspirieren, es selbst herauszufinden.
Ansonsten, wie schon gesagt, demnächst mehr. Denn dies wird das Jahr des Heilens.

Zurück zur Heilung

Meine Videoserie über das Heilen heißt: „Zurück zur Heilung“. Sie können die sechs Filmchen einzeln unter ihren Titeln anclicken. Ich empfehle aber, sie der Reihe nach anzusehen, denn sie bauen aufeinander auf.

  • 1. Selbstheilung

  • Hier geht es darum, dass Heilung eine angeborene Fähigkeit jedes lebendigen Organismus ist. Vorausgesetzt wir „popeln“ nicht allzusehr an unseren Wunden herum. Wenn es uns gelingt, uns einfach dem Prozess auszuliefern und zu vertrauen, dann heilen große und kleine Wunden (seelische, körperliche, große und kleine) irgendwann von selbst.
    Eine schwere Aufgabe. Ganz alleine ist dies kaum zubewältigen.
    Zum „herumpopeln“ gehören auch all die vielen Medikamente, mit denen wir unser Leid betäuben und uns noch mehr von unserer Umgebung und unseren Gefühlen abschneiden. Daher gibt es zum Ende des Videos ein paar kleine Hinweise, wie Sie Ihren „Medikamentenberg“ so langsam abtragen könnten.
  • 2. Eins mit allem und doch ganz ich selbst

  • Eine kleine Einführung in die chinesische Art, die Dinge zu sehen. Über das Qi, Yin und Yang, die Essenz. Es geht hier nicht um die hochkomplizierte chinesische Medizintheorie, sondern darum, zu verstehen, dass wir nicht aus festen unveränderlichen Bausteinen bestehen (Knochen, Muskeln und Organen) sondern aus einer veränderlichen, flüssigen und vibrierenden Grundsubstanz: einer Art Wasser: dem Qi. Wenn die Grundstimmung liebevoll und harmonisch ist, dann werden wir eine wunderschöne Schneeflocke, einzigartig und unverwechselbar. Wenn nicht, werden wir ein harter unförmiger Klumpen, Teil der großen Masse von Eis. Und dies entscheidet sich jeden Tag neu.
  • 3. Sei Wasser

  • „be water my friend“ sagte einst Bruce Lee, der seinen Körper nach einem schweren Wirbelsäulenunfall wieder zu Höchstleistung aufbaute. Wir betrachten noch einmal genauer, wie der Stoff funktioniert, aus dem wir bestehen. Wir sehen, anhand eines Experimentes in meiner Küche, dass es am besten ist, einfach loszulassen, wenn wir uns wandeln wollen. Mit Druck geht nichts.
  • 4. Halt die Klappe

  • Ganz gleich, was wir uns sonst noch zusammenspinnen, wir können immer nur wir selbst sein. Was uns Bücher wie „the secret“ verkaufen: das wir nämlich alles sein können, was uns gerade in den Kopf kommt oder uns als attraktiv verkauft wird, ist albern. Mit Gedanken allein können wir das Qi nicht formen.
    Erst wenn unsere Gedanken, unsere Emotionen und unsere angeborene Bestimmung im Einklang sind, realisieren wir unser Potential.Wir können nur wir selbst sein. Aber in uns liegen nahezu unendliche Möglichkeiten. Um ein Gefühl für dieses Potential zu bekommen, ist es notwendig, all die von außen eingetrichterten Gedanken abzustellen, die wie eine kaputte Schallplatte (ein Datenträger des vergangenen Jahrhunderts) wiederholen, was wir müssten und sollten und bräuchten.
    „Halt die Klappe“ ist ein sehr praktisches Mantra für diesen Zweck. Es schafft Stille in unserer Mitte. In dieser Stille entsteht Raum für unserer wahres Bewusstsein. Unsere Intention. Unser Qi, nimmt die Form an, zu der es bestimmt ist. Unsere persönliche Schneeflocke.
  • 5. Angst

  • Hier geht es um die Angstmeditation, die ich an anderer Stelle bereits beschrieben habe. Angst besiegen wir nur, indem wir uns mitten hineinplumpsen lassen. Dies ist ein einigermaßen machbarer Weg. Auch für ganz Ängstliche.
  • 6. Lachen

  • Und natürlich ist Lachen die beste Medizin. Aber nicht das falsche Lachen und starre Grinsen, bei dem wir uns selbst und andere belügen. Heilsames Lachen steigt wie ein sprudelnder Quell aus der Tiefe unseres Wesens auf und spült alles Unheil davon. Genau wie das Weinen kommt das heilsame Lachen ganz aus der Tiefe und mobilisiert all unsere Kraft.

Love, dogs and damaging beliefs