Himmel- Mensch- Erde

3. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

Die Einheit von Himmel- Mensch- Erde

 

(Dieser Vortrag ist bewusst ganz einfach gehalten und soll den vielen Menschen, die sich vielleicht für chinesische Medizin interessieren, die aber nicht vom Fach sind, einen ersten Eindruck verschaffen.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Himmel und Erde von Fu BaoshiDie Vorstellung, dass Himmel, Erde und Mensch eine Einheit bilden, blieb in China bis heute erhalten.

In der Akupunktur und im Qi Gong ist der Mensch die Achse, die Himmel und Erde verbindet.
Winzig klein- aber die Achse von allem, was ist.

Im Qi Gong. Beim Taiji Quan. Im Fengshui.

Selbst die Nadeln der Akupunktur, die von oberflächlichen Hautschichten bis ganz in die Tiefe dringt, ahmen dies nach.
Genau wie die Finger beim Pulsfühlen, die von außen nach innen dringen und dabei die Seele des Tastenden immer tiefer in die Welt des Erfühlten hineinsinken lassen.

Himmel- Mensch- Erde: Wie im Großen so im Kleinen.

Lange Zeit, nach dem der Mythos von Pan Gu entstanden war, schrieb ein neokonfuzianischer Philosoph, Zhang Cai:

Himmel ist der Vater und Erde ist die Mutter.
Ich, dieses winzige Wesen, bin mittendrin hineingemischt.
Daher ist alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, mein Körper
und alles, was Himmel und Erde lenkt, ist meine Natur.“

(westliche Inschrift, 11. Jhd.)

Alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, kann man auch Qi nennen.
Qi ist ein altes Wort, das den Duft von Reis bezeichnet. Der Duft des Reises ist nicht immateriell aber auch nicht materiell. Er ist eine Substanz, die zwischen Verdichtung und Auflösung fluktuiert.
Genau wie der Mensch.
Genau wie alle Dinge in der Geschichte von Pan Gu.

In der Philosophie von Himmel- Mensch- Erde haben wir kein Märchen mehr, sondern alte chinesische Naturphilosophie. Die Philosophie von Yin und Yang, die immer wieder ineinander übergehen und sich dabei immer wieder transformieren.

Diese Philosophie ist ein Kind des Wissen der alten Schamanen, die in China, wie in aller Welt, den Kosmos als eine Einheit erlebten. Im Schamanismus ist alles miteinander verbunden, verwandt, eine Famile. Alles lebt und stirbt und nichts geht verloren.

In der Philosophier von Yin und Yang wird das ursprüngliche dunkle Chaos an einer Art Wasserscheide geteilt, dem Dachfirsten, auf Chinesisch: Taiji.
Das Taiji teilt oben und unten. Yin sinkt ab, Yang schwebt nach oben.

Beim Taiji Quan ahmen Sie diese Bewegung nach.

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

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