Qi Bewegungen und fünf Elemente

6. und 7. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress:

 

Die Qi Bewegungen

 

(Eine extrem kurze Erklärung von Yin und Yang aus dem Vortrag für Laien anlässlich des Hamburger Qi Gong Kongresses.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Beim Aufsteigen- Yang und Sinken-Yin des Qi unterscheiden die Chinesen vier Bewegungen und einen Ort, an dem sich alle begegnen.

Senken
Schließen
Anheben.
Öffnen.
Und das stille Verharren in der Mitte.

Viele kennen diese Bewegungen aus dem Qi Gong,dem Taijiquan und der Akupunktur.

7. Die fünf Wandernden, oft „fünf Elemente“ genannt

 

Und was ist mit den fünf Elementen? Zunächst, da es sich um Bewegungen handelt und nicht um Materialien, ist die Übersetzung „Elemente“ nicht so geschickt.
Elemente erinnert an unsere eigenen „vier Elemente“: Feuer, Wasser, Luft und Erde, leben zum Beispiel in den vier Farben unserer Spielkarten fort, in der Astrologie, Alchemie und in der alten europäischen Medizin. Im Westen gingen die Menschen davon aus, dass die Dinge aus bestimmten Grundzutaten, den vier Elementen, gemischt wurden, so wie unzählige verschiedene Kuchen ja auch immer wieder aus den selben Grundzutaten entstehen können.

Die Chinesen sahen das nicht so. Da alle Dinge sich unaufhörlich ineinander umwandeln, konnte es solche „Backrezepte“ nicht geben.
Die fünf Wandernden der Chinesen sind keine Zutaten, sondern Bewegungen. Aber inzwischen hat sich die Bezeichnung „Elemente“ eben eingeschliffen.

Eine Einteilung in fünf verschiedene Wandernde gibt es in China schon sehr lange.
Im alten China, zur Han Zeit (vor 2000 Jahren), hab es eine richtiggehende Mode, bei der versucht wurde, alle Erscheinungen in fünf Kategorien einzuteilen.

Im Westen tun viele Menschen dies mittlerweile auch.
Es ist offensichtlich ein tiefes Bedürfnis, das kreative Chaos, die Ursuppe des Lebens in ordentliche Schubladen zu packen.
Richtige Schubladen sind es freilich nicht.
Eher schon Schwingungsbereiche. Resonanzen.

Das eigentliche Wort für die fünf Elemente ist daher im Chinesischen auch: Die fünf Wandernden.

Senken. Metall. Kühl, reflektierend und abweisend.
Schließen. Wasser. Kalt, dunkel, tief und scheinbar ewig.
Heben. Holz. Warm, Biegsam, zart und sich ausbreitend.
Öffnen. Feuer. Heiß, gleisend und flüchtig.

In der Natur sehen wir diese Qualitäten in allem. Zum Beispiel im Kreislauf der Jahreszeiten.

Senken. Verblasstes Metall. Welken. Herbst.
Schließen. Schwarzes Wasser. Ruhende Samen. Winter.
Heben. Grünes Holz. Keimende Samen. Frühling.
Öffnen. Rotes Feuer. Blüte. Sommer.

Im Menschen werden diesen Qualitäten Organe und Emotionen zugeordnet.

Senken. Metall. Lunge. Trauer.
Schließen. Wasser. Nieren und Genitalien. Angst.
Heben. Holz. Leber. Wut.
Öffnen. Feuer. Das Herz. Freude.

Keine dieser Qualitäten kann anhalten.
Wenn wir versuchen, dennoch in einem bestimmten Zustand zu verharren, kommt es zu Störungen.
Wenn es verlangsamt, wandelt das Qi sich nur noch mit Mühe.

Damit alles immer schön in Wandlung bleibt und nciht auf der Stelle verharrt, gibt es eine fünfte Bewegung. Das Durchmischen und Ausgleichen. Die Harmonie.
Wir nennen sie die Mitte, das Zentrum. Das Element ist die gelbe Erde. Die Zeit der Ernte, des Essens, der Fülle und der Ernährung.
Ihre Gemütsbewegung ist die Sorge. Das verstehen wir: Wie eine gute Mutter hat die Erde viel zu tun.

Die gelbe Erde wird im Chinesischen mit einem anderen Wort bezeichnet als der tiefste Yin Pol aus der Pan Gu Geschichte.

Menschen mit einer starken Mitte können alles essen, sie verstehen sich mit allen Menschen. Sie sind mild und fürsorglich und versuchen, jedem gerecht zu werden.
Die Mitte ist wie eine gute Mutter, die sich um all ihre Kinder sorgt.

Für viele chinesische Ärzte ist die Mitte, der harmonisierende Ausgleich, das wichtigste Element. 
Im Körper sind dies Milz und Magen.
Wenn es zu viel zu verarbeiten gibt,
zu üppige Mahlzeiten, zu viel Informationen,
zu viel zu durchmischen,
zu viel Chaos, das wir ausgleichen müssen,
weiß das Qi nicht mehr wohin.
Es verlangsamt seine Bewegung und kreist immer um sich selbst.
Auch die Gedanken kreisen ohne Ende. Wir nennen dies Grübeln.

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Akupunktur, chinesische Medizin von Christine. Permanenter Link des Eintrags.

Über Christine

Ärztin und Heilerin für Chinesische Medizin, Akupunktur, Trance und Träume. Aber auch Tänzerin, Dichterin, Liebende und weise Frau. Zuständig für das ganz alte China, Daoismus, Yin und Yang, Geister, Drachen, Liebeskummer, Ängste und heilsame Transformationen. Bücher: "Der Weg der Kaiserin", "Der Weg des Schamanen", "Chinesische Medizin für den Alltag" und bald noch viel mehr.

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