Seelenmedizin: Arbeit mit Trance und Trauma

Liebe Schülerinnen und Schüler beim 45. internationalen TCM Kongress in Rothenburg und demnächst in Denmark.

In Rothenburg haben wir erste Schritte in Richtung einer Medizin der Seele unternommen. Danke fürs Teilnehmen am 1. Teil von Seelenmedizin, dem Einführungsprogramm in die schamanisch inspirierte Medizin!
Wir haben versucht, nicht in die Fallen der Esoterik zu tappen und historische Gegebenheiten wie Schamanismus zu verkitschen, was heute sehr verbreitet ist.

Stattdessen haben wir versucht, unseren Ahnen in aller Welt, vor allem aber den chinesischen Wu Schamanen und ihren Erben, den Daoisten, mit Respekt zu begegnen, ohne sie zu imitieren.
Wir können viel von den einstigen Schamanen lernen. Die Medizin für unsere Zeit müssen wir selbst schaffen.

Es hat viel Spaß gemacht. Ihr wart eine inspiriende Truppe.

Christine Li MD -author and empress

Danke dafür!

Da demnächst in Dänemark  der 2. Teil ansteht, eine Einführung in die praktische Arbeit mit „bösen Qi“, werde ich versuchen, vorher das gesamte Skript des 1. Teils zu editieren und als PDF hier einzustellen.

Nun bin ich erstens sehr akribisch und zweitens will ich manche Dinge noch ausführlicher erklären, als unsere Zeit im Kurs es erlaubt hat. Daher weiß ich nicht, ob ich es in diesen Sommer schaffe. Ich tu mein Bestes. 

Ansonsten: Bis bald, in Dänemark!

Eure Christine Li

PS: Der Kurs 2. in Dänemark wird ebenfalls aufgezeichnet.
(Bestellung der DVD des 1. Teils über die Homepage des Rothenburger TCM Kongresses.)

PPS: Solange ich noch schreibe, hier zu Eurer Erinnerung wenigstens kurz die Inhalte, wie wir sie besprochen haben:

1. Einführung in die Seelenmedizin

Die chinesische Medizin wie wir sie heute lernen, spricht wenig von Seele. Auch in China ist Spiritualität aus der Medizin ausgegrenzt worden. Seit circa Tausend Jahren schon.
Akupunktur versucht meistens nur, am  Qi „herum zu ruckeln“.
Sie hat aber das Potential, bis zur Essenz vorzudringen. Eine solche Arbeit transformiert dann nicht nur unsere Klienten sondern auch uns selbst.
Seelenmedizin zu lernen, ist damit ein Weg und keine Ausbildung.

Über Schwierigkeiten und Fragen, auf diesem Weg.
….

2. Schamanismus

Prinzipien

  • Alles ist beseelt (Animismus)
  • Alles ist miteinander verbunden- mitakuye oyasin
  • Ein Schamane opfert sich. Es ist kein Traumberuf: Was Schamanen tun und warum „Schamanen“ und „Schamanka“ in traditionellen Kulturen lieber Bäcker wären

Unterschiedliche Ebenen der Realität

  • Oberwelt

  • Unterwelt
  • Mittelwelt
  • Der Weltenbaum- Maibaum, Sonnentanz und heilige Berge

3 Welten im alten China: Himmel, Erde, Mensch

  • Heilige Berge
  • tiefe Grotten
  • die Mitte: Mensch- eine heilige Achse zwischen Himmel und Erde

 wu Schamaninnen

  • Gebete um Regen
  • Schriftzeichen
  • Namen einiger Akupunkturpunkte
  • das Ling herabsingen und zwischen Drachen tanzen: alte Gesänge, die uns von der schamanischen Vergangenheit unserer Medizin künden
  • Wenn wir den Geruchssinn verlieren oder Töne aus dem Nichts hören: Geruchsverlust und Tinnitus- Zwei Krankheiten aus der Sicht der Wu Schamaninnen

Die Lehre von der Einheit: magische Begriffe, neu definiert

  • Dao
  • Ling
  • De
  • Qi

Angriff von außen: Dämonen, schräges Qi und Kälte

Kurze Definitionen. Die eigentliche Arbeit mit krankmachenden Einflüssen und sogenanntem „Üblen Qi“ wird Teil des nächsten Kurses, in dem es um praktische Arbeit geht

3. Veränderte Bewusstseinszustände

Vorrede: Alles halb so wild. Aber auch immer noch halb wild.

Veränderte Bewusstseinszustände sind weder selten noch bedrohlich. Sie waren allen Völkern zu allen Zeiten der menschlichen Geschichte wohlbekannt. Schamanen, Yogis und Buddhisten kannten diese Zustände, wussten zwischen unzähligen verschiedenen Formen zu unterscheiden und konnten sie bewusst zu heilenden Zwecken einsetzen.
Um zu einer Medizin zurückzufinden, die Körper und Geist als Einheit versteht, statt an überwiegend körperlichen Symptomen herumzudoktern, werden wir in Zukunft wieder mehr lernen, unsere eigenen inneren Zustände zu beeinflussen.

Es gibt viele unterschiedliche Zustände: Langeweile, innere Leere, Überreiztheit, Angst, Verwirrung sind bekanntere davon. Die meisten Menschen in unserer Kultur kennen darüberhinaus die eine oder andere Form des Rausches. Gelegentlich erleben Musiker und Extremsportler die eine oder andere Form von Ekstase.
Alles, was darüber hinausgeht, out-of-body Erfahrungen (OBE), Nahtod-Erlebnisse, Halluzinationen, religiöse Visionen, Regression in die Vergangenheit und Reisen zu den Sternen gelten als „krank“ und bis auf wenige Ausnahmen reagieren die meisten Menschen eher verängstigt darauf.

Die Angst resultiert daher, dass wir Dinge sehen und erleben, die in unserem dreidimensionalen Alltag keinen Namen haben. Das liegt nicht daran, dass diese Dinge „unwahr“ sind, sondern daran, dass wir ihnen gegenüber noch (!) sprachlos sind.
Was keinen Namen hat, existiert nicht. Dennoch darüber reden zu wollen, wird als „Aberglaube“ bezteichnet. Diese Ausgrenzung hilft denen, die davon betroffen sind, gar nicht.

Wenn wir annehmen müssen, dass ein schwarzer Mann unter dem Bett liegt, hilft es uns nicht, einfach nicht unters Bett zu sehen. Im Gegenteil
Unseren Klienten ist schon sehr weit geholfen, wenn Sie einen Begriff für ihre außerordentlichen Erlebnisse haben- Wenn wir Rumpelstilzchens Namen wissen, verliert er seine Macht über uns. (Und im Unterschied zum Märchen der Brüder Grimm, war Rumpelstilzchen vermutlich ein mächtiger und furchteinflößender Geist, und kein lächerliches kleines Männlein.)
Um unbekannte Phänomene zu benennen und in unsere Welt zurückzuholen, können wir viel von alten Kulturen lernen. Wir können auch unsere eigene Mitte- die benennende Instanz benutzen, um neue Wahrnehmungen, die in veränderten Bewusstseinszuständen auf uns einstürzen nach und nach wieder in unsere Welt zu integrieren.
Die weißen Flecken auf unserer Landkarte werden dann wieder bunter.

Wichtige Methoden, aus der Enge unserer Welt zu entfliehen und neue Begrifflichkeiten zu erleben:

  • schamanische Ekstase
  • Hypnose
  • Traumaregression

Schamanische Ekstase

  • Trommeln, Rhythmen, Wiederholung
  • Entheogene Pflanzen (und Tiere)
  • Hitze, Kälte
  • Übermüdung
  • Hunger
  • Schmerz
  • Angst

Schamanen traumatisieren sich bewusst und mit großer Kunstfertigkeit, um  Mechanismen zu aktivieren, die physiologischerweise in allen Lebewesen angelegt sind, um mit extremen Situationen umzugehen. Dabei wird nicht nur der Körper, sondern auch das Bewusstsein hochgradig aktiviert. Die Ähnlichkeiten zwischen der schamanischen Ekstase und posttraumatischem Stress- PTSD liegen auf der Hand.
Auch Regressionen, Reisen in die Vergangenheit können als schamanische Reisen verstanden werden.

Außer sich zu sein ist gar nicht so selten.
Im Unterschied zum Trauma können Schamanen die veränderte Physiologie ihres Traumas kontrollieren und nutzen.

Hypnose: gackere wie ein Huhn

was Hypnose begünstigt

Autorität

Angeregte Phantasie und hohe Erwartung

Starke Emotionen

Schmerz

Verwirrung

Zeichen von Hypnose

Augenrollen

Tiefe Entspannung

Kälte

Verlangsamter Puls

Verlangsamte Sprache

In tieferer Hypnose: Unvermögen zu sprechen oder sich zu bewegen

Am Anfang war das Wort: Kommunikation mit einem wenig geschützten Unterbewusstsein

Kurze, einfache Sätze (Wie mit einem intelligenten Kleinkind)

Positiv. Sicherheitshalber keine Verneinung.

Wiederholen

Im Rhythmus der Atmung

In ihrer Sprache- Worte und Ausdrücke aus der Anamnese verwenden

Nach der Hypnose

Zurückrufen

Der posthypnotische Kater

Langzeitwirkung  und Suggestibilität

Der westliche Weg (im Kurs nicht besprochen)

Progressive Entspannung
Verwirrung
Suggestion
Schreck- Instant Hypnose
Erickson, NLP, Werbung: Sonderformen der Hypnose

Der östliche Weg

Induktion
Meditation

 

4. Traumalehre

was ist ein Trauma

Beispiele (Krieg, OP, Missbrauch, soziales Trauma, Anästhesie)
andere Beispiele: Wir (fast) alle

Einfache Definition

was passiert im Körper

fight-flight-freeze: Das vegetative Nervensystem und seine Tücken

Tauchreflex, Schlafstarre und andere Gründe für langanhaltende physiologische Störungen bei traumatisierten Menschen

physiologische Auflösung

beim Tier

warum das bei Menschen oft nicht klappt

Symptome von Trauma

„Hysterie“

Dissoziation

Amnesie

Abspaltung von Teilen

blockierter Atem

veränderte Körperwahrnehmung

Einfach erinnern? Regression- Reise in die Vergangenheit

In den Uterus, frühere Leben oder zu jenem doofen Augenblick in der dritten Klasse

Wie Regression ausgelöst wird

Ungewollt: Schock, erneutes Trauma, Trigger

Hypnose, NLP

Gefühlsbrücke

Atmen

Akupunktur

Warum Regression nicht unbedingt so gut ist

 Retraumatisierung

Sucht nach Retraumatisierung

Retraumatisierung im Zyklus der Wiedergeburt

Retraumatisierung durch panische Therapeuten: Uns!

Was tun, wenn Patienten regredieren

Körperwahrnehmung. Achtsamkeit.

In der Gegenwart verankern.

An einen angenehmeren (imaginären) Ort bringen

Auswege finden.

Rhythmisierung.

Räuchern

Notfallpunkte

Schamanisch inspirierte Methoden um mit Trauma zu arbeiten

Ritual

Systemische Arbeit

Akupunktur.

5. Seelen und ihr Verlust

  • Trauma und Seelenverlust: Schamanismus und Traumatherapie-
    andere Methoden- andere Sichtweise, aber gleiche Ziele: die Einheit wiederfinden
  • eigentlich geht nichts verloren,
    aber manchmal muss man es neu manifestieren:

Fünf Elemente („Wandernde“)- Qi und fünf Seelenformen

  • Shen- die himmlische Verbindung: unser heiliger Kompass
  • Hun- die sieben Träumer: unsere himmelstürmenden Visionäre
  • Po- dreimal instinktive Kraft: immer schön im Rhythmus
  • Jing- die Essenz: unsere innere Wahrheit
  • Yi- Integration von innen: Verstehen und Benennen

Arbeit mit anderen Bewusstseinszuständen, Trance, Ekstase, Trauma und die Entfaltung unseres Potentials.

  • Diagnose und ein paar Behandlungstipps.Bei Arbeit in der Tiefe manifestieren wir unsere innere Wahrheit neu. So kann ein Trauma, eine körperliche Blockade, festgefahrene Gewohnheiten und selbst Liebeskummer zum Anlass werden, unsere innere Wahrheit neu zu manifestieren. Diese Arbeit findet in Trance statt und beginnt immer bei uns selbst.
    Mehr über diese Arbeit (z. B. über „Dämonen“, Kälte und andere Irritationen) auf dem Scandinavian TCM Congress 2014 in Dänemark und im zweiten Teil des Skripts, das dann im Herbst auch hier erscheinen wird. Hoffentlich.
    Ok, ok! … Ich verspreche nichts mehr (Respekt, Ehre, Integrität– Ihr wisst schon)

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