Qi Bewegungen und fünf Elemente

6. und 7. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress:

 

Die Qi Bewegungen

 

(Eine extrem kurze Erklärung von Yin und Yang aus dem Vortrag für Laien anlässlich des Hamburger Qi Gong Kongresses.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Beim Aufsteigen- Yang und Sinken-Yin des Qi unterscheiden die Chinesen vier Bewegungen und einen Ort, an dem sich alle begegnen.

Senken
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Anheben.
Öffnen.
Und das stille Verharren in der Mitte.

Viele kennen diese Bewegungen aus dem Qi Gong,dem Taijiquan und der Akupunktur.

7. Die fünf Wandernden, oft „fünf Elemente“ genannt

 

Und was ist mit den fünf Elementen? Zunächst, da es sich um Bewegungen handelt und nicht um Materialien, ist die Übersetzung „Elemente“ nicht so geschickt.
Elemente erinnert an unsere eigenen „vier Elemente“: Feuer, Wasser, Luft und Erde, leben zum Beispiel in den vier Farben unserer Spielkarten fort, in der Astrologie, Alchemie und in der alten europäischen Medizin. Im Westen gingen die Menschen davon aus, dass die Dinge aus bestimmten Grundzutaten, den vier Elementen, gemischt wurden, so wie unzählige verschiedene Kuchen ja auch immer wieder aus den selben Grundzutaten entstehen können.

Die Chinesen sahen das nicht so. Da alle Dinge sich unaufhörlich ineinander umwandeln, konnte es solche „Backrezepte“ nicht geben.
Die fünf Wandernden der Chinesen sind keine Zutaten, sondern Bewegungen. Aber inzwischen hat sich die Bezeichnung „Elemente“ eben eingeschliffen.

Eine Einteilung in fünf verschiedene Wandernde gibt es in China schon sehr lange.
Im alten China, zur Han Zeit (vor 2000 Jahren), hab es eine richtiggehende Mode, bei der versucht wurde, alle Erscheinungen in fünf Kategorien einzuteilen.

Im Westen tun viele Menschen dies mittlerweile auch.
Es ist offensichtlich ein tiefes Bedürfnis, das kreative Chaos, die Ursuppe des Lebens in ordentliche Schubladen zu packen.
Richtige Schubladen sind es freilich nicht.
Eher schon Schwingungsbereiche. Resonanzen.

Das eigentliche Wort für die fünf Elemente ist daher im Chinesischen auch: Die fünf Wandernden.

Senken. Metall. Kühl, reflektierend und abweisend.
Schließen. Wasser. Kalt, dunkel, tief und scheinbar ewig.
Heben. Holz. Warm, Biegsam, zart und sich ausbreitend.
Öffnen. Feuer. Heiß, gleisend und flüchtig.

In der Natur sehen wir diese Qualitäten in allem. Zum Beispiel im Kreislauf der Jahreszeiten.

Senken. Verblasstes Metall. Welken. Herbst.
Schließen. Schwarzes Wasser. Ruhende Samen. Winter.
Heben. Grünes Holz. Keimende Samen. Frühling.
Öffnen. Rotes Feuer. Blüte. Sommer.

Im Menschen werden diesen Qualitäten Organe und Emotionen zugeordnet.

Senken. Metall. Lunge. Trauer.
Schließen. Wasser. Nieren und Genitalien. Angst.
Heben. Holz. Leber. Wut.
Öffnen. Feuer. Das Herz. Freude.

Keine dieser Qualitäten kann anhalten.
Wenn wir versuchen, dennoch in einem bestimmten Zustand zu verharren, kommt es zu Störungen.
Wenn es verlangsamt, wandelt das Qi sich nur noch mit Mühe.

Damit alles immer schön in Wandlung bleibt und nciht auf der Stelle verharrt, gibt es eine fünfte Bewegung. Das Durchmischen und Ausgleichen. Die Harmonie.
Wir nennen sie die Mitte, das Zentrum. Das Element ist die gelbe Erde. Die Zeit der Ernte, des Essens, der Fülle und der Ernährung.
Ihre Gemütsbewegung ist die Sorge. Das verstehen wir: Wie eine gute Mutter hat die Erde viel zu tun.

Die gelbe Erde wird im Chinesischen mit einem anderen Wort bezeichnet als der tiefste Yin Pol aus der Pan Gu Geschichte.

Menschen mit einer starken Mitte können alles essen, sie verstehen sich mit allen Menschen. Sie sind mild und fürsorglich und versuchen, jedem gerecht zu werden.
Die Mitte ist wie eine gute Mutter, die sich um all ihre Kinder sorgt.

Für viele chinesische Ärzte ist die Mitte, der harmonisierende Ausgleich, das wichtigste Element. 
Im Körper sind dies Milz und Magen.
Wenn es zu viel zu verarbeiten gibt,
zu üppige Mahlzeiten, zu viel Informationen,
zu viel zu durchmischen,
zu viel Chaos, das wir ausgleichen müssen,
weiß das Qi nicht mehr wohin.
Es verlangsamt seine Bewegung und kreist immer um sich selbst.
Auch die Gedanken kreisen ohne Ende. Wir nennen dies Grübeln.

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

Yin und Yang- und das Nichts

4. und 5. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

Yin und Yang

(Eine extrem kurze Erklärung von Yin und Yang aus dem Vortrag für Laien anlässlich des Hamburger Qi Gong Kongresses.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Die Bewegung nach oben nennen wir Yang.

Ursprünglich bezeichnet das Wort Yang das sonnigere von zwei Flussufern. Yang steigt und expandiert. Es erwärmt und erhellt.

Diese Bewegung ist leicht und schnell, wie das Auflodern einer Flamme oder das Aufpuffen eines Feuerwerkskörpers.
Ekstase hält nicht lange an.

Die Bewegung nach unten nennen wir Yin (Yin! nicht: „Ying“)

Yin ist das schattige Flussufer und bezeichnet das Hinabsinken und Auskristallisieren der schwereren Anteile.
Yin verdunkelt, kühlt und verlangsamt.
Yin verharrt lange. Manchmal so lange, dass die, die meinen, sie säßen in einem tiefen dunklen Loch meinen könnten, es wandle sich niemals mehr.
Das scheint aber nur so.

Nichts ist absolut. Ganz Yin oder ganz Yang. Alle Dinge im Universum haben einen Yin und einen Yang Aspekt und dieser ändert sich unaufhaltsam, so wie Licht und Schatten mit dem Kreisen der Sonne wandeln.

 

Wenn das Qi den oberen oder unteren Pol erreicht, dreht es seine Bewegung um.

Aus Yin wird Yang und umgekehrt.

Dies ist die wichtigste Lehre aus dem Yin –Yang denken:
Die Polarität dreht sich immer wieder um.

Es gibt kein gut und böse.
Es gibt keine Opfer und keine Täter.
Es gibt auch kein gesund und krank.

Es gibt nur Qi Bewegungen und die drehen sich immer wieder um und lösen sich in ihr Gegenteil auf.

Stillstand  ist eine Illusion.

Alles wandelt sich unaufhörlich, es steigt und fällt, es verdichtet sich und löst sich wieder  auf. So entstehen alle Erscheinungen des Universums und vergehen zugleich.

Die Physik erzählt uns, dass alle Partikel unaufhörlich neu entstehen. Wir sind keine Struktur sondern ein Prozess. In jeder Mikrosekunde werden wir neu aus dem Quanten Vakuum hervorgebracht.
Aus dem Nichts der Daoisten.


Das Nichts

„Wir werden aus dem Nichts hervorgewirbelt“, schrieb der Mystiker Rumi.

„Das Nichts nenne ich den Anfang von Himmel und Erde“, sagte Laozi.
(wu ming tian di zhi shi: Interpretation des Wang Bi, nach Heshanggong ist wu ming das „Dao, das nicht benannt werden kann“).
Die Daoisten liebten das Nichts. Das Nichts und das Dunkel.
Sie ließen lieber alles im Dunkel, in der Schwebe, namenlos und weich wie Wasser, das sich allen Formen anpasst.
Laozi warnte daher davor, Dingen einen Namen zugeben. „Das Dao, das benannt werden kann, ist nicht das Wahre Dao“, sagte er.

Bilder und Formen

Wenn wir uns etwas vorstellen, entstehen Bilder am Himmel. Daraus werden auf der Erde die Formen. Das Aufsteigen unserer Träume zum Himmel geht leicht, den sie sind leicht und luftig, eben Yang.
Sie in die Realität zu bringen, Auskristallisieren zu lassen, ist langwieriger, wie wir aus der Geschichte von Pan Gu kennen.
Aber die Vision steht am Anfang jeder Schöpfung. Die visionäre Kraft erhalten wir, indem wir uns mit dem Himmel verbinden.
Danach beginnt der Alltag. Mit dem Alltag zurechtzukommen ist eine Funktion der Mitte. Der Gedankenseele, die den Dingen Bedeutung gibt. Davon später…

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

Himmel- Mensch- Erde

3. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

Die Einheit von Himmel- Mensch- Erde

 

(Dieser Vortrag ist bewusst ganz einfach gehalten und soll den vielen Menschen, die sich vielleicht für chinesische Medizin interessieren, die aber nicht vom Fach sind, einen ersten Eindruck verschaffen.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Himmel und Erde von Fu BaoshiDie Vorstellung, dass Himmel, Erde und Mensch eine Einheit bilden, blieb in China bis heute erhalten.

In der Akupunktur und im Qi Gong ist der Mensch die Achse, die Himmel und Erde verbindet.
Winzig klein- aber die Achse von allem, was ist.

Im Qi Gong. Beim Taiji Quan. Im Fengshui.

Selbst die Nadeln der Akupunktur, die von oberflächlichen Hautschichten bis ganz in die Tiefe dringt, ahmen dies nach.
Genau wie die Finger beim Pulsfühlen, die von außen nach innen dringen und dabei die Seele des Tastenden immer tiefer in die Welt des Erfühlten hineinsinken lassen.

Himmel- Mensch- Erde: Wie im Großen so im Kleinen.

Lange Zeit, nach dem der Mythos von Pan Gu entstanden war, schrieb ein neokonfuzianischer Philosoph, Zhang Cai:

Himmel ist der Vater und Erde ist die Mutter.
Ich, dieses winzige Wesen, bin mittendrin hineingemischt.
Daher ist alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, mein Körper
und alles, was Himmel und Erde lenkt, ist meine Natur.“

(westliche Inschrift, 11. Jhd.)

Alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, kann man auch Qi nennen.
Qi ist ein altes Wort, das den Duft von Reis bezeichnet. Der Duft des Reises ist nicht immateriell aber auch nicht materiell. Er ist eine Substanz, die zwischen Verdichtung und Auflösung fluktuiert.
Genau wie der Mensch.
Genau wie alle Dinge in der Geschichte von Pan Gu.

In der Philosophie von Himmel- Mensch- Erde haben wir kein Märchen mehr, sondern alte chinesische Naturphilosophie. Die Philosophie von Yin und Yang, die immer wieder ineinander übergehen und sich dabei immer wieder transformieren.

Diese Philosophie ist ein Kind des Wissen der alten Schamanen, die in China, wie in aller Welt, den Kosmos als eine Einheit erlebten. Im Schamanismus ist alles miteinander verbunden, verwandt, eine Famile. Alles lebt und stirbt und nichts geht verloren.

In der Philosophier von Yin und Yang wird das ursprüngliche dunkle Chaos an einer Art Wasserscheide geteilt, dem Dachfirsten, auf Chinesisch: Taiji.
Das Taiji teilt oben und unten. Yin sinkt ab, Yang schwebt nach oben.

Beim Taiji Quan ahmen Sie diese Bewegung nach.

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

Gesundheit und Glück- das Qi und die Seele- irgendwie eins


Himmel und Erde, Feuer und Wasser, sind der höchste und der tiefste Pol des Kosmos. In der Mitte- zwischen Spiritualität und Materie stehen wir, die Menschen.

Wir vereinigen alles und wenn wir diese Einheit realisieren, sind wir nicht nur gesund und glücklich. Wir realisieren auch unser magisch schöpferisches Potential.

Eine Anleitung.

Dies ist eine ungefähre Transkription meines Kurses auf dem Hamburger Qi Gong Kongress über das Qi und das Shen- die Seele. Für all meine Zuhörerinnen und natürlich auch die drei Zuhörer. Ich danke Ihnen allen für Ihre inspirierenden Fragen.

Ihre Christine Li
Ihre Christine Li

Unter den Überschriften stehen nur kurze Zusammenfassungen. Wenn Sie auf die Überschriften klicken- kommen die vollständigen Texte.
Als Fortsetzungsroman- immer mal wieder einer.

(Dieser Vortrag ist bewusst einfach gehalten. Für all die vielen, die sich für chinesische Medizin interessieren,aber keine Vorkenntnisse besitzen. Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.9


1. Traurigkeit

Ganz gleich, woran meine Klienten sonst noch leiden- Herzschmerzen, Bluthochdruck, Glaukom, Schlafstörungen, Nervosität, Ängste, Hautausschläge, Infektanfälligkeit, Gelenkentzündungen, Reizdarm, Tinnitus oder Morbus Meniere: Woran fast alle leiden, ist tiefe, tiefe Traurigkeit.

2. Der Schamanengott Pan Gu

Schwierig ist nur ein Wort, das erfunden wurde, um Kinder zu entmutigen- deren Gehirnwellen von Natur aus eher denen eines Yogis als denen ihrer Eltern gleichen.
Der chinesische Weise Laozi sagte einst: „Der Weise ist wie ein neugeborener Säugling.“

Beim Erzählen uralter Mythen verlangsamt sich etwas in uns. Märchen spielen in der Zeit, als das Wünschen noch half. Der Traumzeit.
Ein Märchen von der ursprünglichen Einheit und der Schaffung der Welt-
für die,die ihre Welt selbst kreiieren möchten.
nacherzählt von Christine Li.

3. Die Einheit von Himmel, Erde und Mensch

Die Einheit der Drei: Himmel, Erde und Mensch- ist eine zentrale Vorstellung im Qi Gong wie auch in der chinesischen Medizin.

Himmel ist der Vater und Erde ist die Mutter.
Ich, dieses winzige Wesen, bin mittendrin hineingemischt.
Daher ist alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, mein Körper
und alles, was Himmel und Erde lenkt, ist meine Natur.“
(Zhang Cai, westliche Inschrift, 11. Jhd.)

qi: Duft von Reis
taiji: der oberste Dachfirst

4. Yin und Yang

yang das sonnige Flussufer
yin: das schattige Flussufer
Zwei Ansichten eines einzigen Flusses

Die wichtigste Lehre aus dem Yin –Yang denken:
Die Polarität dreht sich immer wieder um.
Es gibt kein gut und böse und kein gesund und krank.

Stillstand  ist eine Illusion.

5. Das Nichts

„Wir werden aus dem Nichts hervorgewirbelt.“
(der Mystiker Rumi)
Die moderne Physik lehrt uns Ähnliches.
Wir sind ein Prozess. Ein ewiges Werden und Vergehen.

6. Die Qi Bewegungen

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Anheben.
Öffnen.
Und in der Mitte das Innehalten.

7. Die fünf Wandernden (fünf Elemente)

der allerkürzeste Kurs über die fünf Wandernden (5 Elemente)
-mehr zu lesen in meinem Buch über chinesische Hausmittel, das leider nur noch antiquarisch zu erhalten ist. Im „Weg der Kaiserin“ steht alles ausführlicher. Dieses Buch gibt es inzwischen in vielen Sprachen. Ab 2015 auch in Englisch.

Senken. Metall. Weiß, Welken. Herbst. Trauer.

Schließen. Wasser. Schwarz. Speichern. Winter. Angst.

Heben. Holz. Grün. Knospen. Frühling. Wut.

Öffnen. Feuer. Rot. Blühen. Sommer. Freude

Harmonisieren und Wandeln. Erde (tu: die gelbe Erde). Gelb. Reifen. Erntezeit. (Für-)Sorge.

Himmel und Erde (kun: Mutter Erde):

8. Die Emotionen in der chinesischen Medizin

Ausgeglichenheit heißt nicht Gefühlskälte, sondern Hingabe an die Wandlung.


9. Die Erde pflegen: Alles schlucken oder dickes Fell?

Emotionen machen nicht krank.
Erst, wenn die Gedanken sie festhalten, entsteht das Problem.
Verzeihen Sie. Auch sich selbst.
Und dann lernen Sie, alles zu schlucken.
In den Worten eines meiner alten Lehrer: Wenn das Qi in Harmonie ist, können wir alles essen.

10. Burnout,Trauma und Depression

Qi sinkt ins Yin, wird zu Yang und saust davon.
Das Ergebnis ist ein energetisches Loch. Gedächtnislücken. Weggetretenheit. Sie können es auch Seelenverlust nennen.

11. Wenn Qi Gong  nicht hilft

Immer bleibt da die eine Stelle, das eine zähe Muster. Das steife Gelenk, die eine Macke, die einfach nicht mitüben will. Seit 15 Jahren meditieren wir, und dann ruft eine bestimmte Person an, und unsere ganze Weisheit geht zum Teufel.

12. Die lange dunkle Nacht der Seele

Der chinesische Medizinklassiker Neijing sagt sehr schön: „Wenn das Herz leer ist, sind die Menschen traurig.“

Aber die Leere zu erkennen ist ein erster Schritt. Traurigkeit ist der Geburtsschmerz der Seele.

13. Die Medizin der Seele

„Die Menschen in alter Zeit haben die Einheit erreicht“
Laozi. (39)

Schamanismus ist eine Medizin der Seele.

„Der Himmel erlangt die Einheit, um klar zu sein.
Die Erde erlangt die Einheit, um fest zu sein.
Die Seele (Shen) erlangt die Einheit, um wirksam (magisch) zu sein.“

Ling: wirksam, magisches
Reiki: wird in China „ling qi“ ausgesprochen.
Shen: Seele, Bewusstsein der Einheit

Ling war die Kraft, die in die Schamaninnen des alten China fuhr. Wenn unsere Seele die Einheit erreicht, fährt diese Kraft auch in uns.

14. Shen-Qi und die Formen der Seele

Ein Bisschen über die Anatomie der Seele- aus chinesischer Sicht. Seele ist Qi. Von innen betrachtet. Daher gibt es auch in der Seelenarbeit fünf Elemente.

Absenken: 7 mondlichtartige Po Seelen.
Rhythmen, Kraft, Vitalität

Anheben: 3 wolkenartige Hun Seelen,
Träume, Visionen, Schwärmerei

Öffnen: Shen Seele,
höheres Bewusstsein- das Berühren des Himmels

Schließen: Jing- Essenz- unsere angeborene Macht
das, was wir sind, werden und immer waren

Harmonisieren: Yi- Gedankenseele
Intention bündelt unser Shen Qi und hilft uns, Dinge zu kreiieren.

15. Kreiieren

Besser als „the secret“: Wir schaffen unseren Kosmos, indem wir loslassen.

16. Die Seele zurücksingen

Von Gott und der Welt verlassen? Liebeskummer? Am Rande des Nervenzusammenbruchs?

„Wer Shen hat, wird leben. Wer Shen verliert, wird sterben.“

Lernen Sie von Pan Gu- dem chinesischen Schamanengott:
Stemmen Sie die Füße in die Erde.
Strecken Sie den Kopf bis zum Himmel.
Unsere heilige Achse. Der Weltenbaum.

Was dazwischen, in der menschlichen Ebene geschieht, liegt an Ihnen. Tun Sie, was ihr Herz begehrt. Singen. Tanzen. Beten. Qi Gong betreiben oder Möhren schneiden.
Aber tun Sie es in Achtsamkeit. Beim Leben geht es in jedem einzelnen Augenblick um Leben und Tod.

 

Rebirth through Fire and Water

Extraction and Soul Retrieval in Chinese Medicine-

In the medicine of the soul we re-think phenomena well known in Chinese medicine from the perspective of the soul.

Great Cold is another name for evil Qi, or „Great Evil“ (da hai) as the earlier books on Chinese Medicine used to call it.
In Feng Shui they still talk about „sha qi“ and old people in China call it „bad earth qi“.
Bad earth qi is the qi that prevails in some houses were people die or never feel quite well. It brings bad luck and makes plants grow slower than in other places even though the weather may be the same.

What is Evil Qi?

Evil Qi is Qi that runs counter to the way of nature. It is a Yin force. It comes from bad water and bad earth. You may visualize it as a demon if you are so inclined.
But if this way of looking at things is too foreign to your usual way of thinking, for now, just think: insult, trauma, curse, abuse, envy, betrayal or abandonment.

The Chinese say, that hearing impure things damages the Essence.
This is very true. Sometimes, you do not even need to hear them.

Most of these aggressors attack furtively, in the middle of the night, from far away or cunningly disguised as some innocent remark.
This is to say: These evils attack from behind and from below.

You may not hear the hurtful words. All you feel are wobbly feet, cramps in the calves, weak knees or a stabbing pain at the lower back or just shiver and goosebumps all over the backside.

Chinese Medicine calls this area of attack, the bladder, and sometimes the small intestine meridians: “Taiyang- Cold Water”. A classical book, the shanghan lun describes, how the qi works its way to the inside from there.

Very evil qi may directly enter your core, the kidneys or heart, in which case you may feel a piercing pain in your heart or a ringing in your ears or you may not feel anything at all and just break down completely. This is how you realize, that your essence has been damaged.

 

Who gets attacked?

Not every attack is successfull. Just as not everybody catches the flu. Not all curses reach their victim.
Great old doctors of Chinese medicine insist that evil influences from outside only attack those who are not strong enough on the inside.
The protective Qi might be weak, there might not be enough warmth inside as in people that are starved or exhausted.
What is true for cold applies to all kinds of evil.
Evil forces do not attack good people they say.  Evil entities only attach themselves to those who harbour evil thoughts. Bad words insult only those who think badly about themselves.
But who can be strong all the time? Everybody has their moments of neediness or weakness.
Some people are easier scared than others or hurt easier than others. Everybody is vulnerable at some time.
A particularly vulnerable phase of life is infancy.
Women after childbirth are very vulnerable too and, to a lesser degree, menstruating women.
People who have recently been separated from a loved one or from their job tend to be vulnerable.
Tired people.
Stressed people.
Lonely people.
People separated from their cultural roots.
People with low self esteem.
People on drugs.
People after sex, unfortunately.

Think about moments of your life, when you felt shaky, raw, like your skin had been pulled of. These are moments when you need to think about special protection, stay inside, eat chocolate or smudge yourself with white sage.

So what happens after an attack of evil qi?

The attack forces our soul into hiding, the soul gets lost and may not come back and so we get confused and anxious at first and eventually we become quite still.
Soul-loss is not sadness- sadness can be quite healing and is not bad at all.
But the loss of soul is a little bit like dying.
The stronger the soul-loss, the less we feel.
This is why after a severe trauma, instead of confusion, we may not feel anything at all

 

The evil remains inside and it causes a lot of chaos.

Evil can be quite sneaky. We may not react at all or our reaction may be delayed, for days, weeks, even years. We may never even realize we have been attacked at all.
Our body may hurt, but more likely it feels numb or estranged, like it does not belong to us.
We may not want to talk.
We hide from other people, pull a blanket over our head and seldom leave the house.
We suffer from all kinds of anxieties and phobias.
We feel panicky or disorientated most of the time.
We may be extremely sensitive to sounds.
We may be wearing a fake smile or use drugs to cover up that on the inside we have long been falling apart.
There may be heart disease or high blood pressure  or a loss of hearing  or a total breakdown of the libido.
We may see depression or trauma or love sickness or madness, a change of personality or weird behaviour.

The medicine of the soul looks at trauma, curse, abuse, betrayal or abandonment from a spiritual point of view.
At the Rothenburg Congress of TCM 2014 and at the Scandinavian Congress of TCM 2014 I will give some introductions into this kind of medicine.

 

What do we do in cases of insult, trauma, curse, abuse, envy, betrayal or abandonment?

First of all we need to understand what is happening. This is the difficult part.

Then, in some cases we will be able to let the evil out from behind. Moxa and cupping are great resources.
More often than not we will not be able to reach the disease from the Taiyang. In the case of soul-loss we will have to work from the inside out. The inside of “Taiyang-Cold Water” is “Shaoyin- Imperial fire”-the Heart and Kidney meridians.

These two meridians of fire and water can work magic in the treatment of depression, trauma, soul-loss and a cold heart.

They can:

  • Stir the kidney fire and send it up to the heart again.
  • De-block and open the heart when it is shut down by coldness and evil (spirit- possession).
  • Send the soul back to earlier times or incarnations and bring it back from there again.

Whether you are new to acupuncture or an „old hand“ at the needle:
The medicine of the soul is a way to look at things you already know quite well from a completely new angle.

„Krankheiten wegmachen“ ist nicht Heilen

Manchmal wäre es schön, ein Schmerz oder ein Unglück gingen einfach weg.

Die Versuchung liegt nahe, und ich begegne ihr öfters, mir zu wünschen, irgendein Symptom einfach „wegzumachen“. Wie gerne würde ich dann meine Hand erheben, magische Worte murmeln und der Kopfschmerz wäre verschwunden. Insbesondere bei uns nahe stehenden Menschen kann der Wunsch, ihnen ein Leid zu erleichtern oder wegzunehmen, geradezu übermächtig werden.
Es funktioniert nicht so leicht.

Der Leib ist zum Erleben da. Kein Teil daran, auch nicht der Schmerz, ist überflüssig.

Rein logisch gesehen, ist es schon einmal nicht möglich, zu erkennen, wo das „Falsche“ anfängt und das „Richtige“ aufhört. Wie genau sollen wir den Kopfschmerz entfernen, ohne den Kopf gleich mit zu entfernen (ein Wunsch, den Menschen mit heftigen Trigeminusneuralgien oder Cluster Headaches durchaus äußern könnten).
Wie sollen wir die Traurigkeit entfernen, ohne die Sensibilität gleich mit zu entfernen.
Wie sollen wir eine Allergie entfernen, ohne das Immunsystem ganz und gar plattzumachen.

Obwohl es absurd, ja geradezu kindisch, erscheint, geht die Schulmedizin genau diesen Weg.

Es stimmt. Manchmal ist der Krankheitsprozess kaum noch zu ertragen. Das Leben als solches kann ausgesprochen unerträglich werden. Hochvernünftige und spirituell geneigte Menschen nehmen, unter voller Kenntnis der Nebenwirkungen, gelegentlich drastische Medikamente oder unterziehen sich Operationen, weil sie sich dem Kampf nicht mehr gewachsen fühlen.
Erst neulich hörte ich von einem tapferen jungen Mädchen, deren jahrelange Schmerzen dazu geführt hatten, dass sie sich zuletzt auf eigenen Wunsch das Bein amputieren ließ.
Hier bleibt uns nur noch schweigendes Mitgefühl und Ehrfurcht angesichts einer Seele, die soviel Leid tragen muss.

In der heilerischen Medizin entfernen wir Krankheiten nicht. Wir können es nicht.

Dies kann ausgesprochen frustrierend sein. Schließlich wollen die Menschen genau das von uns und nichts sonst: Wir sollen „das Doofe“ wegmachen. Möglichst schnell. Und außerdem, bitteschön, ohne Entfernung von Körperteilen und all die anderen  Nebenwirkungen der  „bösen“ Schulmedizin.
Das wollen nicht nur unsere Klienten. Wir selbst wollen es auch.
Wenn es so allerdings so einfach wäre, hätte die Pharmaindustrie dies längst patentiert!
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Wer freut sich nicht über Wunder?

…und wenn eine neue Seele in die Welt gerufen wird, dann ist dies vielleicht das größte aller Wunder.
Daher freuen mich Briefe, wie dieser hier unten, ganz besonders.

Tief in mir glaube ich nicht, dass meine Arbeit ausschlaggebend für solche Wunder ist. Wirklich nicht.

Aber Zeugin sein zu dürfen oder vielleicht eine Hand dabei halten zu dürfen, wenn verschlossene Türen sich öffnen, ist ein wundervolles Geschenk, das ich in Demut annehme.

Ich wünsche der werdenden Mutter, eine großartige Frau, die auf einem überaus steinigen Lebens-Weg viel Tapferkeit bewiesen hat, sehr viel Glück und Freude.

Außerdem möchte ich an dieser Stelle gerne ihrem Wunsch nachkommen, andere Frauen mit Kinderwunsch zu ermutigen, niemals die Hoffnung zu verlieren!

„Liebe Frau Li,

 ich danke Ihnen vielmals. Die Befruchtung musste zwischen 1. und 10.  gewesen sein. Circa um diese Zeit war ich bei Ihnen zum Termin und habe dann gleich die Kräuter bestellt und eingenommen. Sie müssen irgendwas in meinem Körper angekurbelt haben, das das ganze Prozess vorangebracht hat. Denn wir versuchen es schon seit 1 Jahr und 9 Monaten! Es muss an Ihren Kräuter gelegen haben, ich danke Ihnen vielmals und bin sehr glücklich!
 
Den Termin am 1. August gebe ich gerne an andere Patientin frei, denn mein Problem hat sich gelöst. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich in der Tat nach den Schwangerschaft wieder unterstützen würden, aufbauend. Ich verspreche mich sehr rechtzeitig um einen Termin bei Ihnen zu kümmern.
 
Gerne können Sie über meinen Fall weitererzählen oder als positive Empfehlung über Ihre Behandlung auf Ihrer Internetseite hereinstellen (ohne Namen natürlich:-))). Viele Frauen sollten die Hoffnung nicht aufgeben!

Herzlichen Dank und schönen Abend,Ihre Patientin x.x.“

Also noch einmal: Ich glaube nicht, dass meine Arbeit Wunder bewirkt. Aber ich denke mit einer gewissen Besessenheit über die Mechanismen solcher Wunder nach. Zum Beispiel bei der Entstehung von Leben…

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Bin ich krank genug, um von Ihnen behandelt zu werden?

…schließlich habe ich doch bloß Heuschnupfen

Telefonisch bin ich schwer zu erreichen- sagen viele.
Dafür bemühe ich mich wirklich sehr, alle
Fragen, die mich per e Mail erreichen, ausführlich, wenngleich nicht immer sofort, zu beantworten.

Manche Fragen werden öfter gestellt. Heute erreichte mich dieser Brief:

Frage: Bin ich bei Ihnen richtig?

Hallo Frau Li,

meine Freundin M.N. hat Sie mir sehr empfohlen („mit Abstand die Beste!“) – viele Grüße.
Ich habe seit gut 20 Jahren nervige Allergien, die sich vor allem auf die Nase auswirken. Diesen möchte ich mich nun endlich stellen. Ich habe viel auf Ihrer Internet-Seite gelesen, bin beeindruckt und unsicher, ob ich mit meinem recht kleinen Problem bei Ihnen richtig bin.
Ich freue mich auf eine Antwort,
viele Grüße,
Y. Z..

Meine Antwort:

Liebe Frau Z.,

danke für Ihre mail und natürlich danke für das Lob.
Zunächst einmal vorweg: für mich gibt es keine kleinen und großen Probleme und keine schlimmen oder nicht so schlimmen Krankheiten.
Viele Menschen kommen mit einer „kleinen Störung“: ein schmerzhaftes Knie, ein verdorbener Magen, Halsweh, Nachtschweiß, Hitzewallungen, Gehetztheit.
Nicht jeder Körper schreit gleich Zeter und Mordio. Manchmal ist es nur ein Fingernagel oder eine Verfärbung der Haut an einer kleinen Stelle.
In der chinesischen Medizin gibt es ein geflügeltes Word, das lautet:
„Der überlegene Arzt behandelt Krankheiten, die noch nicht erkennbar sind. Der mittelmäßige Arzt behandelt Krankheiten im Entstehen. Der schlechte Arzt behandelt Krankheiten.“

Heuschnupfen, die allergische Rhinitis, aber auch Nebenhöhlenentzündungen oder Dauerhusten sind Krankheiten im Entstehen.

(Ein richtig „kleines Problem“ ist die allergische Rhinitis im Übrigen nicht. Sogar die gesetzlichen Kassen geben hier gelegentlich einen Zuschuss für chinesische Behandlung (nicht bei mir, ich habe keine Kassenzulassung).

Klein oder nicht klein ist in der chinesischen Medizin nicht die Frage.
Die Frage stellt sich anders: Auf welche Weise möchten Sie gegen Ihre allergische Rhinitis (?), ihren Heuschnupfen (?) vorgehen? Die Behandlung mit Akupunktur ist inzwischen relativ standardisiert (und auf maximale Ausschöpfung des Kassenzuschusses ausgerichtet): Ein paar Nadeln ins Gesicht und die Hände, manchmal die Beine. Viele Sitzungen, etwa 10 Mal, manchmal eine zweite und dritte Runde, „zur Stabilisierung“.
Bei Ärztinnen, die außerdem chinesische Kräutermedizin betreiben, gibt es Dekokte oder Pulver, die Sie ebenfalls ein paar Wochen lang einnehmen.
Bei jahreszeitlich bedingten Allergien (Heuschnupfen, Asthma im Winter) gibt es außerdem noch eine Intensivkur von ca vier Wochen in der symptomfreien Zeit (meist Spätsommer).
Im nächsten Jahr wird das dann wiederholt.
Diese Behandlungen sind oft sehr effektiv. Der Zeitaufwand ist allerdings erheblich und die Kosten hoch.
Nachvolziehbar, wenn viele sich lieber ein paar Pillen einwerfen und die Nebenwirkungen wie Matschkopf und Dauermüdigkeit, Wassereinlagerung und Gewichtszunahme tapfer in Kauf nehmen.

Kosten und Zeit lassen sich stark einschränken. Da diese Behandlungen komplett standardisiert sind- ein Fortschritt der modernen Massenmedizin, gerade auch in China- bedarf es keiner richtigen traditionellen Diagnose. Sie könnten sich ein Lehrbuch der chinesischen Medizin kaufen und die Sache anhand der Symptom- Tabellen selbst in die Hand nehmen. Dann dauert es zwar fast genauso lange. Das heißt oft 20- 30 Sitzungen und oder Kräuter. Aber ohne das Sitzen im Wartezimmer und viel billiger.

Stark unterstützend ist eine dauerhafte strenge Diät (ohne Laktose, Gluten, Zucker, Alkohol und Rohkost- Obst). Das heißt: Nie mehr Erdbeereis.
Für so ein kleines Problem….;-)

Tatsache ist: Wenn die Nase dauernd juckt oder trieft, und über Jahre nicht besser werden will, so ist dies absolut nicht in Ordnung. Oft lohnt es sich, diesem Dauerhaften Mucken des Körpers nachzugehen. Wie ein kleines Kind, das jammert und quengelt, so tut auch der Körper dies niemals ohne Grund: Wir sollten ihn ernst nehmen.
Zähnezusammenbeißen gilt nicht in der chinesischen Medizin.

Da ich chinesische Medizin anhand der klassischen Tradition gelernt habe, und auch, weil ich sehr neugierig bin, mache ich bei allen Beschwerden gründliche Diagnosen und versuche mich in die jeweilige Person einzufühlen- unter anderem nonverbal, über die Schwingungen des Herzens: Pulsdiagnose. Manchmal liegen die Ursachen kleiner, aber hartnäckiger und lästiger, Beschwerden ziemlich tief und genau deshalb kommen sie immer wieder. Wie „Unkraut“, das zwar abgemäht, aber nicht bis auf die letzte Wurzelspitze ausgegraben wird. Auf Dauer beschwerlich und unbefriedigend.
(Ich hab natürlich nichts gegen Unkraut. Alles Heilpflanzen. Ich weiß…)

Die radikale, wurzelausgrabende Lösung ist im allgemeinen einfacher und schneller. Wenn mensch sie findet, die Wurzel. Das klappt natürlich nicht immer oder zumindest schaff ich es nicht immer. Ich bin nicht immer und nicht für alle „die Beste“.
Was vielleicht auch noch zu sagen wäre: radikal heißt nicht zwangsläufig tiefenpsychologisch. Ich suche nur nach Blockaden des Qi, vor allem durch Kälte, denn Kälte verlangsamt und senkt ab. Kälte ist oft der physische Ausdruck von Angst: weshalb wir vor Angst auch frösteln und mit den Zähnen klappern. Da chinesische Medizin schlicht und simpel denkt, wird diese Kälte mit Hilfe von Wärme, erhitzenden Kräutern oder Moxibustion (Verbrennen und Ausräuchern mit Hilfe von Beifuß) behandelt.

Außerdem suche ich nach verlorenengegangenen Seelenanteilen. Die chinesische Medizin entstand einst aus dem Schamanismus. Seelenrückführung und Vertreibung von Dämonen waren bis zur Modernisierung (zum ersten Mal durch die Konfuzianer, noch einmal durch Mao Zedong) wichtige Teile der chinesischen Medizin. Aus dem alten China kennen wir viele Kräuterrezepte mit Namen wie „Trank, der die Seele zurückruft“ oder Akupunkturpunkte mit Namen wie „Haus der Seele“.
All diese Punkte und Rezepte sind heute so wirksam wie vor 2000 Jahren. Die Ausbildung an chinesischen Universitäten spricht heute nicht mehr von diesen Dingen. Ich habe sie nur durch mein Studium des Klassischen Chinesisch und der Medizingeschichte kennenlernen dürfen. Da sie mir aber wichtig schienen, habe ich mich später aufgemacht, und in anderen Traditionen nach tieferem Wissen oder zumindest Hinweisen gesucht. Ich danke all diesen Heilern, Lehrern und Freunden (Tibeter, Santeros, Lakota, Shipibo, Alchimisten und europäische Hexen ) für ihre große Liebe und Fürsorge und ihr großes Wissen. Inzwischen gehe ich meinen eigenen Weg, der sich aus vielen kleinen Bruchstückchen zusammengesetzt hat.

Wenn das alte zusammengeknäuelte Qi sich entfaltet oder verlorene Seelenanteile zurückgeholt werden, kommen oft Geschichten ans Licht. Um diese geht es aber nicht. Die sind längst vergangen. Hypnose, Hypnoanalyse und ähnliche Methoden (NLP, Gestalt, voice dialogue, Rückführung ) dienen mir vor allem bei der schadstoffarmen Entsorgung- damit es nicht zu Retraumatisierung kommt. Schon gar nicht, wenn jemand eigentlich nur seinen Heuschnupfen loswerden wollte.
Die meisten Menschen, die einen Teil ihrer Vergangenheit vergessen haben, haben einst gute Gründe dafür gehabt. Es ist nicht notwendig, alte Geschichten noch einmal zu durchleben. Allerdings kann es nützlich sein, sie verblassen zu lassen, zu entschärfen oder mit einer neuen Bedeutung zu versehen. Hierfür bietet sich natürlich vor allem NLP (neuro- linguistisches Programmieren) an, das sich sehr gut mit Rückführung und Hypnose kombinieren lässt.
Manchmal waren die alten Geschichten allerdings auch so banal, wie ein großer schwarzer Teddybär, der in der Ecke stand und uns einfach furchtbar erschreckt hat. Dann ist es eine große Erleichterung, zu erfahren und noch einmal zuerleben, dass alles gar nicht so schlimm IST.

Im allgemeinen ziehe ich es vor, die alten Geschichten ganz im Dunkeln zu lassen und nur, wie in der moderneren Traumatherapie empfohlen, eine sanfte Vollendung der unterbrochenen Stressreaktion zu begleiten. Dies äußerst sich oft als leichtes Zittern, Tränenfließen, Wärme- und Kältegefühle und ein paar Emotionen unspezifischer Natur.
Genau wie die alten Chinesen es beschrieben haben.

Wundern Sie sich jetzt nicht über diesen langen Erguss anlässlich einer so kleinen Frage. Die Dinge sind eben nicht immer so unbedeutend, wie sie uns erscheinen mögen.

Von Herzen,
Christine Li

www.bodenschatz-li.de


Was ist TCM und was ist chinesische Medizin

TCM

TCM heißt schlicht Traditionelle Chinesische Medizin. Der Begriff TCM hat sich seit einigen Jahren in Deutschland eingebürgert und viele denken, er umfasse die gesamte chinesische Medizin. Weit gefehlt!
Von den Techniken her bietet TCM eine Menge: Akupunktur, Moxibustion, Kräutermedizin, Tuina. Anmo, inzwischen auch wieder Qi Gong.
(Qi Gong war lange Zeit verpönt. Als ich in 1986 zum ersten Mal für längere Zeit in China lebte, gab es zwar so eine Art Taiji Quan Unterricht mit Musikbegleitung, doch um echtes Qi Gong zu studieren, musste ich mich nachts heimlich aus der Universität für chinesische Medizin schleichen und vor die Stadt fahren, wo ein alter Herr heimlich in einer Garage unterrichtete).
Trotz dieser großen Auswahl an Techniken, lassen sich kompliziertere Erkrankungen mit TCM nicht zufriedenstellend behandeln. Dafür denkt diese Medizin zu simpel.
TCM ist ein extrem reduziertes Medizinsystem, das einst von Mao Zedong ins Leben gerufen wurde. Dieser  hatte erkannt, dass die, im republikanischen China verbotene, chinesische Medizin außerordentlich billig und effektiv war, allerdings auch voll „konterrevolutionären Aberglaubens und Irrlehren“. Um dieses nationale Schatzkästchen zu reaktivieren, musste zuerst alles Konterrevolutionäre enfernt werden. Als konterrevoutionär galt eigentlich alles, was nicht von Mao Zedong selbst erdacht worden war. Im Falle der Medizin waren dies vor allem: Daoismus, Konfuzianismus, Dämonenlehre, Feng Shui, Astrologie, Schamanismus, Alchimie und der größte Teil der fünf Elemente Lehre.
Tausende von Büchern wurden auf das handliche Format einer einzigen kleinen roten Medizin- Bibel zusammengefasst. Ich besitze noch eine davon. Sie ist wirklich sehr, sehr klein. Im Laufe der Jahre wurde dieses Büchlein um die Ergebnisse von Studien erweitert. Schließlich musste die TCM auch modern und wissenschaftlich sein. Diese Studien belegten meist Heilungsraten von 99.9 Prozent. Denn wenn ein maoistischer Arzt einen maoistischen Patienten behandelt, musste immer alles gut gehen. (Wenn es nicht gut ging, wurde den Patienten die Mao Bibel in die Hand gedrückt.)
Das Ergebnis war eine Art pseudowissenschaftliches Kunstgebilde, das auch im Westen, wenngleich erst nach mehreren Jahrzehnten, gut akzeptiert werden konnte.

TCM wird inzwischen sogar an einigen schulmedizinischen Kliniken wie dem UKE in Hamburg praktiziert. Sogar manche Kassen zahlen ab und zu für Akupunktur, sofern sie auf den Vorgaben der  TCM beruht, und fast nur zur Behandlung von Schmerzen.

Gefühle in der Medizin: TCM und MAO Hemmer

Da TCM sehr schlicht ist, haben mittlerweile viele Menschen eine eigene Meinung darüber. Neulich wurde einem meiner Patienten von einem seiner Bekannten mitgeteilt: „Deine Krankheit ist psychosomatisch. Daher kannst du dich nicht mit chinesischer Medizin behandeln lassen. Die chinesische Medizin kennt nämlich gar keine Gefühle.“

Puuuh!
Die chinesische Medizin kennt keine Gefühle?
Wer muss da nicht dreimal schlucken? Eine Medizin ohne Gefühle?
Etwa weil die Chinesen keine Gefühle kennen? Solche Behaupten sind mehr als ein bisschen rassistisch, und sie blindlings nachzupappern, zeugt nicht von großem Witz.

In einem Punkt allerdings hatte der Herr schon ein wenig recht: Zumindest wenn er von TCM spricht: Diese betrachtet Gefühle mit Unbehagen.

In der chinesischen Medizin sind Gefühle zunächst wertfreie Bewegungen des Qi. Problematisch werden sie durch unser Denken. (Eine Ansicht, die die chinesische Medizin mit den griechischen Stoikern und  einigen modernen Psychotherapieformen teilt)

Die TCM, die etwas einfacher gestrickt ist, schloss daraus, dass Menschen mit Gefühlen selbst schuld waren, weil sie verkehrt dachten, das heißt, weil sie nämlich den Vorsitzenden Mao nicht liebten. So etwas behielten die meisten  vorsichtshalber für sich.
Die, die doch zugaben, sich emotional nicht so gut zu fühlen, riskierten eine Umerziehung im Sinne des „Mao Zedong Denkens“. Dies hieß im Klartext: Sie wurden in ein Lager geschickt oder mussten zumindest an einer endlosen Reihe sehr öder Schulungen teilnehmen oder Selbstkritik betreiben, was als sehr demütigend erlebt wurde.

Ähnlich geht es vielen Patienten hier im Westen. Wenn sie im Zusammenhang mit ihren Krankheiten von Gefühlen sprechen, und außerdem keine eindeutigen labormedizinischen oder radiologischen Beweise für ihr Kranksein vorbringen können, dann sind ihre Krankheiten eingebildet. Oh. Pardon. Sie sind „psychosomatisch“.

Für solche Krankheiten gibt es einen speziellen Fachbereich mit einem winzigen Forschungsbudget und niedrigem Ansehen (verglichen mit „richtiger Medizin“ wie etwa Kardiologie): „Die Psychosomatik“. Psychosomatische Krankheiten werden nicht richtig ernst genommen.

Man erzieht die Patienten allerdings hierzulande nicht um. Man heitert sie lieber mit Drogen auf. Oft Hemmern der Monoaminooxidase, kurz „MAO Hemmer“. Die Patienten bleiben dann zwar krank, aber es stört sie nicht mehr so.

Doch ob Mao Denken oder MAO Hemmer: Glücklicherweise sind sowohl TCM als auch die moderne Apparatemedizin nichts als vorübergehende Modeerscheinungen. Kein Jahrhundert alt. Das geht vorbei.

Die wahre chinesische Medizintradition

Anders als diese Modemedizinen bestehen andere Medizintraditionen (wie auch Ayurveda oder die ägyptisch- griechisch- arabische Medizin) schon so lange, wie die Schriftsprachen selbst und die Erfahrungen dahinter beruhen auf den akkumulierten Erfahrungen der gesamten Menschheit.

Eine dieser alten Traditionen ist die chinesische Medizin. Die chinesische Medizinliteratur ist etwa 2000 Jahre alt. Archäologen haben noch weit ältere Akupunkturnadeln gefunden. Diese Tradition wuchs immer weiter bis in unsere Zeit hinein. Neue Dynastien ließen jeweils die Bibliotheken ihrer Vorgänger überarbeiten,  Ärzte wurden im ganzen Land herumgeschickt, um die Erfahrungen und Rezepte der Dorfärzte zu sammeln, welche dann an kaiserlichen Akademien ausgewertet, erprobt und verglichen wurden. Über viele Jahrhunderte entstand so ein riesiger Korpus an medizinischer Erfahrung. Aufs Genaueste niedergeschrieben, kommentiert und mithilfe von Nachschlagewerken zugänglich gemacht.
Auch heute, nach dem Untergang der TCM, zumindest in China, wächst die chinesische Medizin wieder weiter. Ärzte studieren die alten Bücher und integrieren sie mit moderner Forschung wie seit eh und je.
Das nenne ich Erfahrungsmedizin!

Heute bestehen in der chinesischen Medizin wieder viele Traditionen friedlich nebeneinander: Daoismus, Konfuzianismus, Yi Jing Lehre (I Ging), Yin Yang Lehre, Feng Shui, Schamanismus, Alchimie und westliche Medizin- einträchtig vereint mit lokalen Traditionen. Zum Beispiel auch Medizinen der Klöster, wie des Shaolin Klosters.

Natürlich lernen die meisten erst einmal die Akupunkturpunkte und Kräuterrezepte, verschiedene Diagnostikverfahren wie Antlitzdiagnostik, Zungendiagnostik und Pulsdiagnose. Eigentlich sollte jeder riechen, sehen und fühlen können, was ein Patient braucht, auch ohne dass dieser es mitteilt. Aber danach darf jeder machen, was er oder sie will. Qi Gong, Sexualmagie, Massagetechniken, Tuina, Anmo, Pilztherapie.
Ich kannte einmal einen chinesischen Arzt in Westchina, der sich selbst Homöopathie beigebracht hatte und in erster Linie Kügelchen verschrieb. Aber natürlich bezeichnete er sich dabei als chinesischen Arzt. Hypnose und Indianermedizin? Warum nicht.
Es gibt wohl kaum eine offenere und neugierigere Medizin.

Da fragt sich, was einen chinesischen Arzt überhaupt zum chinesischen Arzt macht.

Eine verbindliche Gemeinsamkeit ist eine intensive Schulung in energetischem, ganzheitlichem Denken, oft anhand der allerältesten Medizinklassiker und dem Yi Jing (I Ging). Darauf folgt die Lehre bei einem oder mehreren alten Ärzten oder Ärztinnen und eine Schulung in medizinischer Ethik anhand der Fallgeschichten von Ärzten früherer Zeiten.
Es wird auch verlangt, dass ein chinesischer Arzt sich selbst gut behandelt und seine Medizin vorlebt. Die Geschichte zeigt, dass in der Tat die meisten der berühmten Ärzte ein sehr hohes Alter, oft weit über hundert Jahre, erreichten (wenn sie nicht der Politik zum Opfer fielen).
Chinesische Medizin ist weniger eine bestimmte Methode als eine sehr persönliche Art, Medizin zu leben.

Wer zahlt für chinesische Medizin

Wer heilt hat recht. Wer zahlt, hat die Macht.
An einem Krankenhaus in China werden meist alle Methoden angeboten. Die chinesischen Patienten entscheiden selbst. An Krankenhäusern wird sogar offen gelegt, wer die besten Ärzte sind und die Patienten können sich dann entscheiden: Etwas mehr für Dr Wang oder, reicht für diesen kleinen Eingriff doch Dr Li?
Einige entscheiden sich nicht für die beste Methode, sondern für die, die sie bezahlen können. Dies ist nicht immer gut. Daher sparen viele Chinesen für den Fall, dass ein Familienmitglied krank wird, schon vorher über Jahre.

Diese Freiheit haben wir nicht.
Wir sparen nicht und wir entscheiden auch nicht. Wir sind zu blöd für solche Freiheiten. Wir zahlen in die Krankenkassen ein und diese entscheiden dann, was wir brauchen.
Da wir aber über viele Jahre so viel eingezahlt haben, entscheiden die Kassen sich oft für die allerteuersten Methoden. Ist das nicht nett?
Daher dürfen die meisten Patienten im Westen sich auch nicht mit chinesischer Medizin behandeln lassen. Die ist zu billig.

Was ist Oriental Medicine?

Neben dem sehr engen Begriff TCM gibt es, quasi als Gegenbewegung, im Westen Schulen, die versuchen, alle fernöstlichen Medizinen zu integrieren:
Im Anglo- Amerikanischen Sprachbereich wird auch von „Oriental Medicine“ gesprochen. Vom Anspruch her umfasst Oriental Medicine neben chinesischer Medizin auch Japanische Medizin und koreanische Medizin, mit hie und da einem Quentchen Tibetischer Medizin oder Ayurveda.  Die meisten der DOM (Doctors of Oriental Medicine) sind auf entweder Chinesische Medizin oder Japanische Medizin spezialisiert. Alles zu beherrschen, ist schlichtwegs nicht möglich (und auch nicht nötig).

Chinesische Gefühle, Medizin und ein Wort von Su Dongpo, dem großen chinesischen Dichter und Arzt

Nur noch einmal zum Klarstellen:
Alle Menschen haben Gefühle. Die Chinesen sublimieren ihre Gefühle oft in Form wundervoller Musik, Gedichten und auch in ihrer Medizin.
Wie genau die chinesische Medizin sich Gefühle vorstellt und was dies für uns, auf unserer unersättlichen Suche nach Glück, bedeutet, schreibe ich ein andermal.

Freude und Schmerz sind so unabwendbar wie das Wachsen und Vergehen des Mondes und nichts daran ist schlecht. 

Der Politiker, Arzt und Dichter Su Dongpo schreibt:

„Zum menschlichen Leben gehören Kummer und Freude, Vereinigung und Trennung,

genauso kennt der Mond den Neumond, das Wachsen, die Fülle und das Vergehen.“

Su Dongpo (1037- 1101)

Die Medizin der Zukunft?

Allein ist alles schwer

Liebe Klientinnen und Klienten,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe an Heilkunst und Selbstheilung Interessierte,
liebe Wanderer, die sich in der Mitte ihres Lebens in einem dunklen Wald wiederfinden wie weiland Dante Alighieri:

vielleicht haben Sie bemerkt, dass ich oft nicht ans Telefon gehe und auch mails nicht immer sofort beantworte. Bitte empfinden Sie dies nicht als Mangel an Respekt!

Es ist einfach so, dass ich kaum noch hinterher komme. Mein Maileingang ist voll und mein Telefon klingelt quasi rund um die Uhr. Eine offensichtliche Möglichkeit wäre es, meine Termine deutlich kürzer zu halten und einfach alle Menschen nacheinander „wegzuarbeiten“, volles Wartezimmer inklusive.
Doch leider würde es mir bei dieser „Lösung“ nicht gut gehen. Ich würde mein inneres Gleichgewicht verlieren und damit das, was viele von Ihnen zu mir führt:
Meine nahezu unerschütterliche innere Ruhe. Das möchte ich nicht.

Meine Lösung ist simpel: Um mich nicht zu verbrauchen und auszubrennen, lasse ich das Schicksal entscheiden. Wenn ich das Mobilteil rechtzeitig finde, ohne zu hetzen, so nehme ich ab. Wenn nicht, so soll es nicht sein. Ich schaff es sonst nicht. So ganz allein.

In Zukunft wird Medizin wohl anders aussehen müssen. Dürfen. Sie wird ein Gemeinschaftswerk sein. 

Als Erstes werden wir wieder gelassen und vertrauensvoll unseren Körper ausfüllen. Wir werden begreifen, dass wir hier in diesem Körper am richtigen Ort sind und nicht irgendwelche heimatlosen, ungebetenen Gestrandeten in einer Wildnis voll dunkler Abgründe, die nur Spezialisten mit Hightechgeräten sondieren können, und aus denen in jedem Augenblick gruselige Ungeheuer auftauchen könnten, die nur unter Einsatz starker Gifte, radioaktiver Strahlung, Messern und gentechnologisch manipulierter Gegenmonster beherrscht werden können.

Wir werden einfach gemütlich in diesem Körper Platz nehmen und still und sicher darin ruhen.

Vorbei mit der Hölle, dem wilden Wald so finster, dass schon der Gedanke daran die Angst erneuert:
Nel mezzo del cammin di nostra vita mi ritrovai per una selva oscura ché la diritta via era smarrita. Ahi quanto a dir qual era è cosa dura esta selva selvaggia e aspra e forte che nel pensier rinova la paura!
(Dante Alighieri, La Divina Commedia)

Vorbei mit der Angst. Unsere Körper sind genau richtig. Unsere eigenen Kreationen. Unser eigenes Qi. Flüssig. In endlosem Wandel und dabei sicher, gut und richtig. Krankheiten sind Teil unseres Weges. Sie entstehen vor allem dann, wenn wir uns der Wandlung entgegenstellen. Starr werden, nicht fühlen, das Qi blockieren. Aus Angst. Angst vor Schmerz. Angst vor dem Alleinsein. Angst, nicht gut genug zu sein. Angst vor der Angst.
Unsere Gefühle und Sinneswahrnehmungen sind alles, was wir brauchen, um uns selbst vollkommen zu verstehen.
Die Monster, die wir in den Tiefen unserer Körper vermuten, sind Ausgeburten unserer  Angst- Phantasien. Was nicht heißen soll, dass sie nicht sehr real sind und sich nicht, genau wie der Rest von uns, materiell verkörpern können. Angst mobilisert eine riesige Menge Qi. Sie kann uns vollkommen lähmen. Vergiften. Überwuchern. Töten.
Eine riesige Industrie ernährt sich von dieser Angst und mästet sie fleißig. Mastangst.
Uns ist diese Angst nicht dienlich. Sie macht uns zu Sklaven.
Das beste Mittel gegen Angst? Sie fühlen. Mitten hineingehen und dann ganz langsam ausatmen. Immer wieder.
Erst ist es schwer. Schwer, weil wir uns so sehr fürchten.
Dann wird es leichter. Und leichter.
Ein Körper, der aus eigener Kraft krank wird, kann auch aus eigener Kraft gesund werden.

Medizin muss nicht heroisch und schwierig sein. Nur mutig!

Im Augenblick erschaffen unsere kollektiven Angst- Phantasien eine Medizin der Feigheit, eine Medizin, die überall Gefahren vermutet und wild um sich schlägt. Diese Feigheit macht unsere Medizin weitaus gefährlicher und aggressiver, als jegliche Krankheit jemals sein könnte.
Die Menschen spüren das und fürchten sich insgeheim vor Ärzten und Medizin und Krankenhäusern. Doch was tun? So allein im eigenen Schmerz, dieser Wildnis, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint.
Keinen Ausweg? Oder nur keine Landkarte?

Eine perfekte Landkarte besitze ich auch nicht. Da sind noch viele weiße Flecken und vor allem ist jeder Mensch vollkommen einzigartig. Aber ein paar allgemeingültige Wegskizzen habe ich schon. Die teile ich gerne.
Mein Motiv ist dies:
Ich glaube felsenfest daran, dass Menschen sich selbst heilen können, wenn sie dazu ermutigt werden (statt systematisch verängstigt.)
Erst ist es schwer. Schwer, weil wir uns so sehr fürchten.
Dann wird es leichter. Und leichter.

Seit Jahren werde ich gefragt, wann ich wieder unterrichten werde. Langsam ist es an der Zeit mein bisschen Wissen weiterzugeben und damit auch abzugeben.  Seit Jahren denke ich darüber nach, wie ich das bewerkstelligen kann. Ein paar Termine gibt es schon. Ein paar Kongresse.
Und so langsam entsteht ein Projekt. Ab 2014 geht es los.

Es wird sehr einfach sein. Meine Medizin ist einfach. Die Medizin der Zukunft ist einfach.

Einfachheit war mir schon immer sehr wichtig. Was ich bisher geschrieben habe, meine Sammlung chinesischer Hausmittel, meine Bücher für starke Frauen und magische Männer: Alles stand unter dem gleichen Stern: Wir können das alle selbst, denn es ist einfach.
Noch einmal: Die Medizin der Zukunft ist einfach. So verdammt einfach, dass es einer Revolution gleichkommen wird, wenn die Menschen sich endlich dessen gewahr werden.

Dann werden wir uns wieder selbst behandeln. Gegenseitig. So wie unsere Verwandten, die Affen, die sich hingebungsvoll das Fell zerzausen, Punkte stimulieren, die Aura sortieren. Dann ist niemand mehr allein.
Dann braucht niemand mehr einen Termin bei irgendwelchen Fachleuten für das Bewohnen und Verstehen des Körpers und mein Telefon wird sich auch wieder beruhigen und nur noch klingeln, weil jemand mich zu einem Tanz einladen will.

Seit Jahren denke ich darüber nach, wie ich mein bisschen Wissen weitergeben kann. Bald ist es soweit.

Ab 2014 werden Sie hier vieles zum Selbstlernen finden.
Machen Sie sich mit mir auf den Weg in die Medizin der Zukunft.