Christine Li 2017

A Quest for Healing Knowledge

Christine Li MD has always been on a quest to find the secrets of healing and happiness. She studied sinology, anthropology and medicine and also spend five years studying Chinese medicine in Shanghai and Peking. Christine has written several books on Chinese medicine and self-healing, including the bestselling „The Path of The Empress“, a classic on feminine wisdom and power and how to access it through the female body.

Christine has worked for over 20 years in her own practice of Chinese Medicine in Hamburg and through these years she has done a lot of soul work and soul searching. She travelled the world and worked with all kinds of healers, curanderos, Babalawos and shamans. She also spent many nights on windy mountains and in dark forests.

as a family doctor in Tibet

Christine Li as a family doctor in Tibet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Return of the Cunning Woman

In the end she has come full circle. Back to the ways of our own ancestors. Through their eyes she has found a new take on ancient Chinese knowledge. The original techniques and history of our  „Cunning Women“ and the shamans of ancient Europe may be lost. But Chinese medicine is alive. Through the ages Chinese herbal medicine has become ever more sophisticated but Acupuncture is still well rooted in our universal shamanic origins. And acupuncture is an incredibly intricate tool to navigate the „otherworld“ inside our own body. Therefore we may use it to eventually bring our own medical origins back to life. Wouldn’t that be great?
There is only one source and this is where we find healing.

two cunning women

two cunning women

 

 

 

 

 

 

2017: Healer and Writer

Over the last couple of years Christine has been thinking about a textbook on healing and how to do soul retrievals, extractions, how to connect with our ancestors and how to heal trauma and epigenetic trauma using ancient Chinese knowledge.

(BTW: A drumming tape and other core-shamanic gadgets will not be enough to bring your soul back. And neither will the law of attraction do the job. Daydreaming is not shamanic work.)

In November 2016 she closed her practice in Hamburg to become a fulltime writer. This not not quite work out, because her patients have a way of finding her and then there is the gardening …

 

 

 

Sommerlachen

See you in the sun!

 

 

 

Christine Li talks about all of this with her friend Marian Nielsen Joos at the International online Summit on Chinese Medicine 2017.

Come join us.

If you are on time it’s free.

Erkältung, Triefnase, Heuschnupfen und jede Menge Hausmittel

Nase voll?

Nase voll?

Hausmittel und andere Gedanken zur Triefnase

Was raus muss, muss raus

Heutzutage ist für viele akzeptabel, lautstark zu brüllen, wenn es um Kartharsis (Reinigung) geht. Einige Therapien empfehlen und fördern dies auch.
Herumbrüllen ist angeblich authentisch, befreit und nimmt den Druck von der Seele.
Ach ja? Und was geschieht mit den Zuhörern?
Ich persönlich finde es nicht förderlich, wenn Menschen immer gleich losbrüllen. Manches muss raus, anderes darf gerne noch verdaut werden, ehe es anderen um die Ohren und in die Seele geschleudert wird.
Nicht umsonst wird ja auch vom „Auskotzen“gesprochen. Raus damit und gut?

Worte sind Waffen.

Da es andere verletzen kann, wird das Auskotzen, wie Waffengebrauch im allgemeinen, auch nur denen erlaubt, die in der Hierarchie oben stehen.
(In manchen „Ländern“, wie zum Beispiel dem Internet, erweitert sich diese Erlaubnis auch auf diejenigen, die gerne oben stehen würden. Am Ende gibt es dann die beliebten „Shitstorms“)

Die solchermaßen verletzten sollen sich, bitteschön, zusammenreißen, nicht so hysterisch sein und sich nicht so anstellen. Im Notfalls sollen Sie Humor zeigen. Gar nicht so leicht. Ich jedenfalls möchte keinen Shitstorm über mich hereinbrechen sehen.

Wer materiell kotzt, darf sich gerne über das Klo knien. Wer herumbrüllen ( oder beleidigen ) möchte, gehe bitte in den Wald- und entschuldige sich hinterher bei den Wesen, die dort leben! Mutter Erde verliert nämlich auch gerade die Geduld mit uns Menschen.

Das ist mein Ernst: Wenn wir böses Qi verbreiten, sollten wir dies mit freundlichen Intentionen wieder neutralisieren.

Am Rande ein Tipp für Stadt-Schamanen:
Statt dazu nun Tabak in der Gegend rumzubröseln, reichen in diesen ein paar freundliche und ehrliche Worte oder, noch besser ein kleines Liedchen. Auch Müllsammeln wird gerne akzeptiert.
In meiner persönlichen Erfahrung freuen Wald und Bewohner sich sehr darüber, wenn jemand ein Stückchen Erde sauber räumt- vor allem voll all den glitzernden kleinen Plastikteile, möglichst noch mit Spuren künstlicher Aromastoffen dran, die von Tieren geschluckt werden könnten.
Tabak hingegen ist zum Beten gedacht.

Weinen gilt, im Unterschied zum Herumbrüllen, als Mittel der Schwächeren. Dabei ist es deutlich verfeinerter als wildes Herumbrüllen. Es verletzt andere nicht und Tränen fließen erst dann, wenn der Kummer das ganze System durchlaufen hat. Vor dem Reinigen steht die Destillation, Schmerz, tiefes Erleben. Was uns beim Weinen verlässt ist tief erlebtes, reines Gefühl. Die Essenz unserer Schmerzen.

Tränen besitzen die magische Kraft des Herzens. Nicht umsonst werden in vielen Märchen verzauberte Menschen durch die Tränen einer „reinen Jungfrau“ oder eines „unschuldigen Kindes“ erlöst.

Eine sehr weise, kluge und gar nicht schwache Freundin klagte jüngst, ihr häufiges Weinen würde ihr immer wieder vorgehalten und als Schwäche ausgelegt werden und bat mich, etwas darüber zu schreiben.

Bitteschön!

In der chinesischen Medizin gelten Tränen als die Essenz des Herzens oder auch der Nieren. Tränen reinigen die Nieren und das Herz.
Die Seele verfeinert sich beim Weinen.

Weinen ist ein Gebet. Die Geister hören es, denn es kommt von Herzen.
Genauso wie das herzhafte Lachen (Lachen, nicht: aufgedrehtes Gegröhle). 
Aber heute geht es nicht um mein Lieblingsthema, das Weinen.

Heute geht es um andere Formen der Reinigung. Jahreszeitlich bedingt vor allem um die „Erkältung“. Den Heuschnupfen als Reinigung habe ich ja im Frühjahr besprochen.

Wir erinnern uns: Wenn etwas aus dem System heraus muss, dann muss es raus.
Der Druck ist groß. Unsere Körper besitzen eine ganze Anzahl von Ventilen.

Alte Medizinsysteme bedienen sich dieser Ventile.
Unsere alte europäische Medizin verwendete

  • das Aderlassen
  • die Emesis (Erbrechen)
  • das Purgieren (Abführmittel, Klistiere)
  • die Diurese (Harntreiben)
  • die Diaphorese (Schwitzen).

Die klassische Chinesische Medizin übrigens auch. Die großen Ärzte der Songzeit verfeinerten diese Techniken und schrieben ausführliche Anleitungen darüber, die bis heute zur Verfügung stehen.

 

Beispiel Erbrechen (Emesis):
Erbrechen ist nicht schön, hilft aber gegen zähen Schleim, wie eben bei Migräne. Viele Migräne Patienten wissen, dass ihre Symptome sich bessern, nachdem sie erbrechen. Der Körper hilft sich selbst. Wenn wir dieses Erbrechen nun verstärken und vorher allen Schleim im Magen versammeln. Dann kann es geschehen, dass das Zeug für immer den Körper verlässt.  
Vor vielen  Jahren habe ich einmal einen kleinen Jungen mit schwerer hartnäckiger schleimbedingter Migräne gewollt ausgiebig zum Erbrechen gebracht. Seine Mutter war entsetzt. Die Migräne verschwand sofort und kam bis heute, über zwanzig Jahre später, niemals wieder. Erzählte mir, kürzlich, die Mutter.

 

Erkältung, Triefnase und Heuschnupfen

Woran kaum jemand denkt, ist, dass auch die Nase ein Ventil nach aussen darstellt. Erkältungen und Heuschnupfen sind eine weitere Möglichkeit, meist zu bestimmten Jahreszeiten, alles mögliche aus dem Körper herauszuwerfen.

Rotz reinigt die Lunge und das Hirn. Schnupftabak für einen klaren Kopf hilft daher wirklich.

Erkältungen haben ihre reinigende Funktion. Für viele Menschen sind Erkältungen der jährliche Hausputz und eine willkommene Gelegenheit, sich ins Bett zu legen und neu zu sortieren. Das Gefühl, einen benebelten Kopf und schwere, unbewegliche Glieder zu haben, ist oft der Auftakt, bevor alles wieder ins Fließen kommt.

So ein Reinigungsprozess wird meist durch Kälte ausgelöst. Es kann das Wetter sein. Erschöpfung der eigenen Herzenswärme. Oft als Reaktion auf Angriffe durch emotionale Kälte.
Manch einer erkältet sich als Reaktion auf Kümmernisse, Enttäuschungen und Kränkungen. Liebeskummer ist ein ganz, ganz großer Erkältungsfaktor, denn wenn das Herz erkaltet, können wir dem kalten Wetter nichts mehr entgegenhalten. Wir erkalten.

Überhaupt die Dauerfrierer: Vielleicht kennen Sie das alte Sprichwort: „Kalte Hände Froschnatur, von der Liebe keine Spur.“ Mehr über Kälte schreibe ich dann im Winter…

 

Wenn Kälte in den Körper, die Seele eindringt, aktiviert sich das Drachenfeuer und kocht alles wieder raus. Nach oben und außen. Zur Nase. Durch die Haut.
Wenn die nächste Erkältung ansteht, achten Sie mal darauf, was da alles raus möchte.

Der beliebte Heuschnupfen hingegen ist eher eine Form von Frühjahrsputz. Bei Heuschnupfen geht es nicht um Kälte, sondern um unklares, feuchtes, oft klebrig warmes Qi. Oft erzeugt durch dauerhaftes Grübeln und eine geschwächte Mitte.
Der Ursprung dieser Zustände sind oft jahrelanger Kummer und mangelndes Selbstwertgefühl. Um dieses loszuwerden, benutzt der Körper Reizstoffe von außen, die alles noch mehr anschwellen lassen, bis es dann losfließt.
(Wer keinen Heuschnupfen bekommt, bekommt in dieser Lage vielleicht eine Sommergrippe oder irgendeine andere Art von Durchfall.)

Das heißt nun nicht, dass wochenlange Schnieferei, sei es durch Heuschnupfen oder Erkältungen, sein müssen. Aber statt die vehement tropfende Nasenschleimhaut einfach mit irgendwelchen Grippemitteln zu blockieren, mit den bekannten Nebenwirkungen: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Gewichtszunahme, das heisst noch mehr Innere Feuchtigkeit, tun wir gut daran, andere Ventile zu öffnen.
Was raus muss, muss raus. Am liebsten schnell.

(Das Gleiche gilt natürlich auch für die Durchfälle, die in der chinesischen Medizin in bestimmten Fällen, aber nicht immer!, mit Abführmitteln behandelt werden. Hier ist eine genaue chinesische Diagnose sehr, sehr wichtig.)

Einfache Mittel bei Erkältungen, Grippe, Brummschädeln und Triefnasen

Ein altes hiesiges Hausmittel bei blockierter Nase ist das Hochziehen von Salzwasser. Es verflüssigt den Rotz und befreit die Nase und kennt gar kein Pardon. Es fließt und fließt bis alles draußen ist. (Mir persönlich zu sehr.)
Andere riechen an einer Zwiebel, die entgiftend und antiviral wirkt und, wie allgemein bekannt, auch alles fließen lässt. Ganz harte Menschen stopfen sich Knoblauch in die Nase, was in den meisten Fällen viel zu heiß ist und die Schleimhäute zu sehr reizt.

Akupressur: Ein wichtiger Akupressurpunkt bei Triefnase liegt direkt neben den Nasenflügeln. Chinesen tragen hier Chinaöl (Minzöl) oder Tigerbalsam auf. Das öffnet die Nase.
Zwischen den Augen, an der Nasenwurzel, liegt ein weiterer Punkt (den manche als das dritte Auge kennen), der den Kopf befreit, wenn wir ihn leicht klopfen oder Chinaöl (Minzöl) auftragen.
Weitere Punkte liegen an den Schläfen und im Nacken und in der „Schwimmhaut“ zwischen Daumen und Zeigefinger.

Bei Akupressur wird nicht gerubbelt, bis die Haut abgeht- wir reiben oder klopfen leicht, um das Qi zu stimulieren. Scharf- duftende Öle helfen dabei.

Zu Beginn einer Erkältung, solange der ganzer Körper schmerzt, wenn wir also noch frösteln und noch nicht fiebern, sind Schwitzkuren effektiver, um dem Drachenfeuer zu helfen.

Wenn wir ohnehin schon heiß und schwitzend im Bett liegen, ist es für die Schwitzkur logischerweise zu spät.
Akupressur, insbesondere der Punkt an der Hand, an der Schwimmhaut zwischen Daumen und Zeigefinger, der dann unter Umständen richtig schmerzt, ist aber immer einen Versuch wert.

Bei Heuschnupfen, ist das Schwitzen eher nicht so angenehm,da innerlich ohnehin schon ein feucht schwüles Klima herrscht. Bei hitzigen Symptomen hilft eher kühles Öffnen der Oberfläche, durch hochkomplizierte entzündungshemmende und reinigende Rezepturen, die zum Beispiel Minze und Forsythienblüten enthalten. Fertige Mischungen gegen Heuschnupfen gibt es im Internet als Granulat oder Tabletten zu bestellen und kosten nicht viel. Frische, wirksamere Mischungen sollten individuell verordnet werden. Die traditionelle chinesische Medizin verwendet solche Mischungen bei einem großen Spektrum von Infekten und Entzündungen.

Hilfreich bei Feuchtigkeitsproblemen wie Heuschnupfen ist immer, Weizen, Milch und Süßigkeiten streng zu vermeiden. Dies allein reicht bei vielen Menschen schon, um den Heuschnupfen in den Griff zu bekommen (und ein paar Pfunde zu verlieren und das Bindegewebe zu straffen. Chinesinnen kennen keine Cellulitis…)

Es gibt außerdem ein einfaches Mittel, das bei hitzigen und frösteligen Symptomen, das heißt bei Heuschnupfen und Erkältungstriefnase gleichermaßen, einen Versuch wert ist: Die Wassertrinkkur. Ich beschreibe sie weiter unten.

 

Die allerbeste Schwitzkur bei Erkältung (nicht bei Heuschnupfen)

 

Noch einmal: Bei Heuschnupfen wollen wir den Körper nicht erhitzen, hier empfehle ich Diät (siehe hier oben) und die Wassertrinkkur (weiter unten).

Die Chinesen, und inzwischen viele Menschen im Westen, trinken bei einer Erkältung heißes Ingwerwasser. Es reicht aber nicht, einfach ein paar Stückchen Ingwer in ein Glas heisses Wasser zu werfen. Das schmeckt gut, hilft aber wenig.

So funktioniert die Ingwerwasserkur bei Erkältung:

Dazu wird ein walnussgroßes Stück Ingwerknolle gewaschen und mit der bräunlichen Haut kleingeschnippelt und in zwei Tassen Wasser kurz aufgekocht und zehn Minuten ziehen gelassen.
Sie können auch einfach nur ein großes Stück Ingwerhaut verwenden.

Ingwer aus biologischem Anbau sieht klein und schrumpelig aus, hat aber deutlich mehr Schärfe in der Haut und ausserdem soll man Kranke ja nicht vergiften…

Die scharfe Brühe wird  in kleinen Schlucken heiß getrunken.

Erklärung: Die Ingwerhaut enthält die meisten scharfen, schweißtreibenden Stoffe. Daher wird die Haut bei der Schwitzkur auf keinen Fall abgeschält. Nur so öffnen sich die Poren und die Erkältung verlässt den Körper.

Da die Poren offen nun sind, ist es entscheidend, sich gut vor Zugluft zu schützen. Sonst ist es hinterher schlimmer als zuvor.
Daher legen wir uns unbedingt ins Bett und decken uns zu und bleiben liegen, bis das Schwitzen von selbst aufhört.

Zugluft ist ein Grund dafür, warum manche Menschen nach einer gutgemeinten Sauna kränker sind als vorher.
Kurz ein paar Worte zur Sauna. Dann gehts weiter mit noch mehr Hausmitteln bei Erkältung und Heuschnupfen.
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Originally posted 2015-10-01 15:56:56. Republished by Blog Post Promoter

Heilung chronischer Krankheiten: Was raus muss, muss raus

Viele Krankheiten, die hierzulange als chronisch gelten, sind es nicht.

Das heisst, chronisch sind diese Zustände schon. Aber „Krankheit“ ist meist der falsche Begriff für Symptome, die immer dann auftreten, weil Menschen ein neues Leben anfangen wollen, weil sie im falschen Leben stecken, weil sie eine neue Vision brauchen, weil sie noch niemals die waren, die sie eigentlich sein könnten.

Solche Symptome werden chronisch, weil wir dies alles, das Leben nämlich, nicht erlauben. Und wer lebt schon so, wie die innere Stimme es sich erträumt.

In einem älteren Videoclip, dem ersten von sechs kleinen Filmen über Heilung, erzähle ich von einer modernen Raupe, die dank supermoderner Medizin für immer Raupe bleiben darf- nicht wie ihre altmodische Großmutter, die einst aus der Haut fuhr und auf- und davonflog.

kein leichter Weg

kein leichter Weg

Was raus muss, muss raus: Die Haut

Diese Regel gilt nicht nur für Raupen, die sich auf schmerzhafte Weise aus dem Kokon brechen müssen. Ans grelle unbekannte Licht, dort, wo der erste Vogel sie fressen könnte.
Sie gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge. Die chinesische Medizin geht daher bei „Neurodermitis“ (atopischem Ekzem) oder Acne rosazae (Röschenflechte) und co, ganz anders vor als die technische Medizin.
Nicht Deckel drauf- sondern raus damit.
Dazu ist es günstig, das Cortison abzusetzen, dass oft ohnehin nur in schädlich hoher Dosierung noch ausreicht, den Deckel festzuhalten. Dann gibt die chinesische Medizin einen Mix aus Kräutern, die das „wahre“ Qi, die inneren Impulse die hervorkommen möchten, befreien, idealerweise kombiniert mit genau der richtigen Menge an weichmachenden und befeuchtenden oder lindernden Kräutern, um zu verhindern, dass die Haut ganz und gar aufblüht und der Prozess milde (am besten fast unmerklich, aber niemals unterdrückt) verläuft.
Nach jahrelanger Cortisonverwendung sind solche Prozesse allerdings nur von echten KünstlerInnen zu steuern. So rabiat unterdrücken (wie vorher mit der Cortisontherapie) lassen sich die Symptome im Verlauf der traditionellen chinesischen Behandlung meist nicht.

Aber nach einiger Zeit der Anwendung von traditionellen Kräutermixturen  beruhigt sich alles wieder und wir beginnen ein neues Leben in neuer Haut.
Mehr über chinesische Dermatologie und darüber, welche „Krankheiten“ erfahrungsgemäß gut ansprechen, schreibt unter anderem mein Kollege Marco Massari in München.
Im Wesentlichen aber gilt auch bei Hautkrankheiten, wie immer in der chinesischen Medizin, wir behandeln nicht Krankheiten, sondern wir helfen individuellen Menschen, ihr Qi wieder in die richtige Bahn zu lenken.
Hautkrankheiten sind oft Ausdruck von Wachstum und Veränderung, weshalb ja gerade Kinder oder Menschen in Umbruchsituationen (z.b. alternde Menschen) so heftige Reaktionen zeigen können.
Die Heilung besteht darin, die Veränderung anzunehmen und zu leben.

Was raus muss, muss raus: Die Menstruation

Über Menstruation habe ich im „Weg der Kaiserin“ bereits ausführlich geschrieben. Wenn es zu starken Blutungen kommt, verlässt überschüssige Hitze den Körper. Für Frauen ist dies eine regelmäßige Reinigung, die jedoch immer auch etwas schwächend ist, weshalb sich menstruierende Frauen gut pflegen sollten und gelegentlich stärkende Kräuter benötigen.

Was raus muss, muss raus: andere starke Blutungen

Hitze in Form von Blut kann auf viele verschiedene Weise austreten.

  • Blutige Ausschläge
  • Nasenbluten
  • Bluthusten
  • blutige Stühle
  • Bluterbrechen
  • blutiger Urin
  • Blutstürze (Metrorrhagie)
  • Gehirnblutung

In vielen dieser Fälle ist die Hitze stark und „giftig“. Dazu kommt es etwa nach langem Siechtum, langer, emotionaler oder anderer Vergiftung (Alkohol, Medikamente, Gifte). Emotionale Gifte, teils von den Ahnen übernommen (epigenetisch), sind aber eigentlich immer dabei. Wenn sich genug Gifte, oft als sogenannte „Massen“ angehäuft haben und das Qi  lange Zeit  blockiert wird, laufen die inneren Kräfte (die „Drachen“) Amok.

Blutige Ausschläge, Nasenbluten, Bluthusten, blutige Stühle, Bluterbrechen, nicht zu stillende Blutstürze und Hirnblutung sind aus dieser Sicht Versuche der Selbstheilung, die aber leider tödlich verlaufen können.
Auch hier würde die Chinesische Medizin versuchen, die Hitze zwar soweit zu kühlen, dass die Blutungen stehen, aber gleichzeitig dem Körper zu helfen, die Blockaden und Gifte auf andere Weise zu entfernen. Das ist sehr schwer und knifflig und nicht immer kommt die chinesische Medizin hier noch rechtzeitig.
Je früher die Therapie beginnt, umso mehr Aussicht auf Erfolg gibt es. Leider kommen aber viele Menschen erst dann, wenn alle anderen Mittel nicht mehr anschlagen und der Körper restlos geschwächt ist. 
Ein Kollege und guter Freund, der zusammen mit mir in China studiert hat, ein wahrer Experte für chinesische Kräuter, der sich auch mit sehr komplizierten Krankheiten auskennt, ist Dr. Volker Scheid.

Was raus muss, muss raus: Die Wechseljahre

Frauen, insbesondere menstruierende Frauen gelten als „zickig“. Die Wahrheit ist: Menstruation ist eine regelmäßige Abkühlung, die bei Frauen, unter anderem, dazu beiträgt, dass diese im gebärfähigen Alter eben gerade nicht aus der Haut fahren.

Wer kleine Kinder zu versorgen hat, muss zu Zeiten kleine Brötchen backen. Eigene Wünsche stehen lange Zeit hinten an. Auch Frauen, die keine Kinder gebären, sind durch diese physiologische Bremse oft viel eher dazu bereit, lieb und nett in zweiter Reihe zu stehen als Männer. Noch gedämpfter, wahre „fleißige Bienchen“, werden Frauen übrigens durch die „Pille“, die selbst die kleinen prämenstruellen Aufwallungen (PMS) noch verhindert.
Unter dem Strich lassen sich Frauen deutlich mehr gefallen als Männer. Manche Kulturen (unsere) gewähren Frauen daher einen gewissen institutionellen Schutz. Andere verzichten sogar darauf nahezu komplett.

(Männer verfügen nicht über einen solchen automatischen Abkühlmechanismus wie die Menstruation. Oft lernen sie daher schon im Teenageralter, ihre übersprudelnden Temperamente selbst zu beherrschen, um brav zwölf Stunden am Tag auf einem Stuhl zu sitzen.)

Frauen hingegen werden hingegen regelrecht überrannt, wenn die Blutungen aufhören und ihre Emotionen und Passionen und Kraft sich mit einem Mal anhäufen. Wohin mit dem ganzen „Wumm“?. Die berühmt berüchtigten Hitzewallungen und Schweißausbrüche der so wunderschön  treffend „Wechseljahre“ genannten Lebensphase verlaufen umso aufregender, je weniger Raum für Entfaltung die Frau sich geschaffen hat.
Frauen fahren dann buchstäblich aus der Haut, weil es drinnen eben schon lange zu eng ist.
Statt sich dafür zu begeistern, fühlen sie sich deswegen schuldig oder defekt. Sie isolieren sich und beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Und dann ist auch noch die Bluse dauernd so peinlich nass!

Aus einem Brief an mich: „… habe das Gefühl, das ich seit einiger Zeit mit mir und meiner Umwelt überhaupt nicht mehr zurecht komme. Mir fällt  es sogar schwer es hier in Buchstaben zu verfassen, weil ich nicht weiss, wo ich anfangen soll. Ich kriege meine innere Unruhe nicht in den Griff, bin ungerecht und mitunter aggressiv gegenüber meinen Mitmenschen. Auch machen mir und meiner Umgebung meine Stimmungsschwankungen arg zu schaffen, was zur Folge hat das sich einige von mir abwenden, ich aber auch mitunter lieber zu hause bleibe, um ja nicht wieder mit meiner schlechten Laune auf andere Menschen zu treffen.“

Das „aus-der-Haut-fahren“ ist nicht gerade angenehm. Aber es ist Ausdruck einer regelrechten Grundsanierung.
Tiefe Ängste werden „geschmolzen“. Spuren und Reste jahrzehntelangen Bravseins. Geburtstraumen, Operationen, Unfälle, Überfälle, Gewalterfahrungen (sexuell, psychisch) und nicht überwundene Verlassenheitsängste, Verluste und Trennungen.  Alles kommt hoch. Das Drachenfeuer sorgt dafür. Die schamanische Kraft.

Herzschmerzen

Männer haben genauso Zugang zu dieser Kraft. In jüngeren Jahren sind sie bekanntlich deutlich wilder. Sie leiden auch oft, entgegen des Klischees, weitaus intensiver unter Liebeskummer als Frauen. Dann beginnen sie, unter Druck von außen, schon in jungen Jahren damit, ihre Leidenschaften zu unterdrücken und ihr Herz abzukühlen. Nach ein paar Jahren brav hinter dem Schreibtisch ist das Herz zu Eis erstarrt und die inneren Drachen toben zunehmend wütend dagegen an.  Das Herz gerät in Gefahr und die Angst vor Angina pectoris oder Herzinfarkt oder Hirnblutung wächst.
Andere sind durch jahrzehntelange Erschöpfung, oder durch blutdrucksenkende Medikamente, bereits so abgekühlt, dass die Drachen ermatten (Burnout Syndrom).
Depression, Impotenz und Gewichtszunahme sind Ausdruck dieses Ausgebranntseins, des burnouts, aber ich sehe sieauch oft einfach als Wirkung bei der Einnahme von Mitteln gegen Bluthochdruck. Hier haben selbst die Drachen die Lust verloren und um diese wieder zu erwecken, bedarf es einiger Bemühungen.

Drachen sind wild. Sie wollen tanzen und alter Ballast ist ihnen im Weg.
 Also muss er weg. Egal wie (aus Drachensicht).

Was tun? Zu starkes Bluten und Aus-der-Haut-fahren sind nicht so schön. Eine weitere Möglichkeit ist die Verflüssigung der Blockaden. Triefen, Rotzen und Schwitzen und dann möglichst noch Durchfall und Erbrechen. Auch diese Art der Reinigung sind nicht so beliebt. Darüber hatte ich ja schon geschrieben.
Und dann gibt es noch das Weinen: Die tiefste Art der Reinigung. Das heilige Gebet.

Hier fällt Ihnen vielleicht ein wiederkehrendes Thema auf:

Unsere Körper sind gar nicht so böse, wie wir meinen. Sie sind zutiefst weise. Sie möchten gesund sein und gesund heißt wild. Auch wenn sie uns mit lästigen Symptomen ärgern: wir dürfen ihnen vertrauen.
Schließlich sind wir der Körper.

Wenn wir unsere Symptome annehmen, uns hineinfühlen und versuchen, dem Körper-uns zu helfen, statt ihn-uns mit allen Mitteln zu bekämpfen, erleichtern wir uns das Leben. Der Körper-wir, sind gut, so wie wir sind. Auch mit Rotznase und schuppiger Haut oder wütend aufgequollenem Bauch. So ist es eben, in diesem Augenblick.
Wenn wir aufhören, uns außerhalb des Körpers-uns selbst zu sehen und uns mit diesem-uns selbst wieder völlig vereinen, geht vieles wie von selbst. Die lästigen Symptome verlaufen dann milder und klingen ab.

Und worin besteht die Rolle der chinesischen Medizin?

Sie heilt natürlich nicht, aber sie hilft bei all dem. Sie ist eine der letzten kostbaren Vermächtnisse aus jener längst vergessenen Zeit, als die Menschen noch wussten, wie Leben funktioniert.
Kräuter, genau wie weise ausgewählte Nahrung, bringen uns wieder in Kontakt mit der lebendigen Umwelt. Sie unterstützen und nähren die inneren Prozesse (eventuell sogar bei sehr weitreichender Verwirrung und Blockade).
Die Seelentechnologie der alten Schamanen, die Akupunktur, bringt uns zurück in den Körper. Je weiter außerhalb des Körpers wir schweben, umso schmerzhafter kann die Akupunktur werden. Solange, bis wir uns wieder von innen fühlen. Sind wir wieder ganz innen angekommen, tut es nicht mehr weh. Dann erinnern wir uns, es ist gar nicht so schlimm. Das Leben.

 

 

 

 

 

 

der Weg der Mitte: halb gut ist gerade richtig

Sünde? oder einfach eine runde Sache?

Sünde? oder einfach eine runde Sache?

Ja. Ich beantworte Ihre Briefe. Wenngleich eher im Brief-Rhythmus des vergangenen Jahrtausends, als im email- Rhythmus.

Der Beweis?

Hier ein Briefwechsel zu Fragen der Mitte, der Diät, des Grübelns und des Selbstwertgefühls.

 

 

 

 

Ich hab da eine Frage zu einem Rezept in Ihrem Chinesische Hausmittel-Buch

Sehr geehrte Frau Li,

vor Jahren schon hatte ich ihr Buch in der Bibliothek entdeckt und ein paar Sachen ausprobiert. Dann habe ich es vergessen und vor kurzem wieder gefunden. Und jetzt probiere ich mit Freuden alle möglichen Rezepte aus.
Jetzt hätte ich eine Frage zu einem bestimmten Rezept.
Bei den Tees stehen ja immer die Zeiten dabei, wie lange man sie jeweils kochen soll. Sind denn das Richtwerte? Kann man die Tees auch länger kochen lassen? Oder verändern sie dann ihre Wirkung? Zum Beispiel steht bei der chinesischen Perlgerste gegen Feuchtigkeit, dass man sie 20 Minuten kochen lassen soll. Sind denn 30 Minuten auch okay, oder verändert sich dann, wie gesagt, die Wirkung?

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort und vor allem für so ein schönes Buch.
Es macht wirklich Spaß die Rezepte auszuprobieren, auch wenn man seit dieser EU-Verordnung von vor zwei Jahren nur noch schlecht an manche Kräuter rankommt.
Viele Grüße

Ihre x.y.

meine Antwort:

liebe Frau Y.

Danke für Ihr Interesse an chinesischer Medizin und Ihre freundlichen Worte über mein Buch über die chinesischen Hausmittel.
Viele Menschen wundern sich, dass manche Rezepte in diesem Buch so vage gehalten sind. Das liegt daran, dass es eben chinesische Hausmittel sind und keine Rezepte aus der offiziellen chinesischen Medizin (auch wenn es natürlich Überschneidungen gibt). In der chinesischen Medizin werden komplizierte und potentiell gefährliche Krankheiten behandelt. Diese Medizin muss jahrelang studiert werden.
Die Hausmittel wiederum sind Rezepte aus Omas und Opas Küche. Verwendet wird das, was grade zur Hand ist. ist. Von wenigen Ausnahmen abgehen sind es normale Lebensmittel, oder Schalen oder sonstige Reste von Lebensmitteln. Die richten keinen Schaden an. Wie beim Kochen müssen auch die Mengen nicht so genau genommen werden. In chinesischen Küchen gibt es keine Waage.

Sie brauchen es also auch nicht so eng zu sehen. Experimentieren Sie einfach selbst. Tauschen Sie Sachen aus oder kombinieren Sie (mit etwas Erfahrung) verschiedene Mittel.
Die chinesische Gerste zum Beispiel wird einfach ganz, ganz weich gekocht. Wenn sie weich ist, ist sie fertig. Da braucht es keine Uhr. 🙂
Wer die Zeit hat, kann sie auch eine Stunde kochen, mit viel Wasser und dann die wässrig-milchige Brühe trinken. Das ist eine echte Rettungsmassnahme für ganz und gar zerrüttete „Mitten“, zum Beispiel nach einer Sommergrippe.

Viel Freude dabei,
Christine Li

Liebe Frau Li,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort … meine Mitte ist leider immer zerrüttet, ziemlich, schon seit meiner Kindheit (ich bin 40), durch pausenlosen Stress, Druck, Einsamkeit, Selbstverleugnung in der Familie.
Deswegen versuche ich seit ein paar Wochen jeden Tag lang gekochten Hirsebrei, die 7 Kostbarkeiten fürs Blut (auch lang gekocht mit Reis), gedünstetes Gemüse und Meditation zu machen. Die Perlgerste werde ich jetzt einfach auch dauerhaft einbauen…

Darf ich sie noch ein paar Sachen fragen? Ich stell Ihnen einfach mal die Fragen, aber, wenn Sie nicht antworten wollen, ist das auch in Ordnung:

– Ich trinke unheimlich gerne sehr starken grünen Tee, ein bis zwei große Tassen am Tag. Ist denn grüner Tee nun kalt oder kühl? Und macht er bei einer zerrütteten Mitte Sinn, oder ist es besser, wenn ich ihn weglasse?
– Auch 70%-ige Schokolade esse ich gerne (und zu viel: etwa 1/3 bis 1/2 Tafel pro Tag, allerdings immerhin Bio und mit Vollrohrzucker). Ist das auch „contraproduktiv“? Sollte ich so „harten Tobak“ wie Bitterschokolade und starken grünen Tee besser weglassen, weil es den Aufbau der Mitte stört?
– Und dann lese ich oft, dass es sinnvoll ist, zwei Mal die Woche Fisch zu essen. Leider gibt es (Bio-)Fisch ja nur tiefgekühlt. Tiefkühlkost soll man aber bei Kälte und Schleim im Körper doch nicht essen. Oder machen zwei Mal die Woche ein bisschen Fisch „das Kraut nicht fett“?

Verzeihen Sie mir mein halbseidenes Amateurwissen, aber ich finde die TCM und die Ernährung nach den fünf Elementen einfach sehr spannend und manchmal habe ich eine Frage, weiß aber nicht, wem ich sie stellen soll…

lieber Gruss,
Ihre X.Y.

Betreff: Re: AW: Fragen zu einem Rezept in Ihrem Chinesische Hausmittel-Buch

Liebe Frau Y,

Ihre Fragen sind wirklich interessant und Sie machen sich anscheinend viele, und unter StudentInnen der chinesischen Medizin sehr verbreitete, Gedanken zur chinesischen Medizin. Sie merken dabei selbst, dass manche Fragen nicht so klar zu beantworten sind.
Fisch, ja, aber bio, aber dann auch wieder nicht tiefgefroren. Glauben Sie mir, da haben sich Leute auf Kongressen für chinesische Medizin schon nächtelange die Köpfe heissgeredet. Nicht- Chinesen, wohlgemerkt.

Chinesen sehen es viel lockerer.
Vor vielen Jahren habe ich einmal die Vorträge eines alten chinesischen Arztes übersetzt. Nach den Vorträgen durften alle dann Fragen stellen. Es prasselte nur so auf ihn ein. Genau solche Fragen, wie Sie sie auch stellen. Über Ernährung.
Eine Schülerin wollte dann auch noch wissen, warum er, als berühmter Experte für die Stärkung der Mitte, immer Eiskrem essen würde, die doch wirklich das Schlimmste für die Mitte wäre- kalt, süss, Milchprodukte. Der vorwurfsvolle Ton in ihrer Stimme war nicht zu überhören.
Da antwortete er, halb schmunzelnd, halb ernsthaft:

„Wenn das Qi stimmt, braucht man keine Vitamine.“

(Das löste dann noch erhitztere Diskussionen aus. Manche Leute können es nicht lassen.)

 

Denn sehen Sie:

Was die Mitte am meisten schädigt, ist das Grübeln.

Oft ist Kummer der Auslöser. Bei Kummer sind wir nicht richtig traurig, wir sind nur einfach nie richtig froh. Diesen Kummer tragen viele von Kind auf mit sich herum, oft stammt er von den Eltern oder gar Grosseltern.
Wir wissen oft gar nicht recht, was nicht stimmt, aber irgendetwas stimmt nicht. Also grübeln wir darüber nach.
Grübeln findet in der Mitte statt. Die Mitte ist der Sitz unserer Gedankenseele. Die Gedankenseele lenkt das Qi. Bei den einen mit klaren Intentionen, bei den anderen mit sinnlosem Herumgegrübel. Beides verbraucht Kraft. Nur dass wir mit klaren Intentionen Neues kreieren und uns dadurch erfrischt und beflügelt fühlen, während sich beim Grübeln unser Qi im Kreis herumdreht, sich verknotet und stagniert. Die Mitte, der Quell unseres Qi, wird dadurch blockiert. Wir fühlen uns dauerschlapp und lustlos.
Medizinisch gesehen kommt bei Dauer-Grübeln und Endlos- Sorgen der Stoffwechsel durcheinander. Der Blutzucker steigt und fällt. Wir sind ständig hungrig, mögen aber nicht essen oder bekommen Heisshunger auf Süssigkeiten. Es fühlt sich mulmig und eng an im Oberbauch. Der Rockbund kneift.

Die Lösung hier wäre Meditation, lange Spaziergänge in der Natur, Angeln, Singen oder in den Arm genommen werden- alles, was die Mitte besänftigt und zur Ruhe kommen lässt. Oder auch Akupunktur, um dem Kummer radikal auf den Grund zu gehen.

Stattdessen grübeln wir.

Wir können uns auf diese Weise dick und müde denken. Wer zuviel über sein Essen nachdenkt und ständig neue Ernährungsprogramme plant, erreicht oft das Gegenteil- was dann zu noch mehr Grübeln führt.

Essen soll Freude machen. Wenn wir uns über das Essen freuen, ist von selbst genug Herz- Feuer da, um die Mitte zu wärmen.

(Interessanterweise vertragen Menschen mit heissem Herzen, zum Beispiel Kinder, oft sogar ganz kaltes Essen, Zucker und kalte Getränke zunächst recht gut. Langfristig entsteht eine Spannungssituation: denn die kalten Nahrungsmittel erfordern geradezu, dass die Kinder noch mehr Feuer aktivieren, also noch hektischer werden und dann wieder kalten Zucker brauchen. Ein Teufelskreis also. Die Folgen sind ja bekannt und Ritalin ist da auch keine Lösung.)

Und was ausserdem auch noch wichtig ist: „Mitte“ heisst ganz wörtlich: In der Mitte.
Halb gut, halb schlecht. Halb richtig, halb falsch.
Nichts ist ganz Yin oder ganz Yang. Solche dualen Aufteilungen entsprechen der westlichen Denkstruktur. Die Chinesen kennen kein entweder-oder.
Yin und Yang bringen sich gegenseitig hervor. Sie sind kein Gegensatz.
Im alten China sprach man vom Weg des Mittelmasses (wörtlich der „Weg des mittleren gewöhnlichen“.)
Konfuzius hat ausführlich darüber geschrieben.

Die Lehre vom Mittleren

Die Lehre vom Mittleren

 

„Mittelmässig“ zu sein galt als Vollendung.

(Ich weiss, ich weiss, moderne chinesische und japanische Eltern, die ihre Kinder bis in den Selbstmord treiben vor lauter Lerndruck, zeigen hier wenig konfuzianische Einsicht.)
Wir sollen gar nicht perfekt sein. Perfektionismus ist ein Zeichen von Selbstüberschätzung und zugleich von mangelndem Selbstwert. Im Perfektionismus schwanken wir zwischen hochtrabenden Plänen und völligem Burnout. Beides Zeichen einer schwachen Mitte. Immer perfekt sein zu müssen, verbraucht viel Qi und führt zu ständiger Unzufriedenheit- weil wir es natürlich nicht schaffen können.
Halb gut ist gerade richtig. Mitte heisst ausgewogen, balanciert, gelassen, zufrieden.

Für unsere Diätsorgen bedeutet das: Halb gesund, ist ziemlich prima. Das ist deutlich entspannter als all das verzweifelte Suchen nach der allerperfektesten Diät. Mit den unvermeintlichen Abstürzen, die wir dann, ganz biblisch, als „Sünde“ bezeichnen, und für die wir uns dann wieder hassen und anklagen und noch mehr grübeln.

Was Ihre dunkle Schokolade und den grünen Tee angeht, da haben Sie doch ein perfekt ausgewogenes „Mittelmass“ gefunden. Sich etwas gönnen. Naschen. Aber andererseits keine fiesen Sachen. Von nichts Unmengen. Immer schön mittendrin bleiben.

Und nun noch ein paar konkrete Antworten auf Ihre Fragen zu grünem Tee, schwarzer Schokolade, braunem Zucker und tiefgekühltem Fisch:

Grüner Tee ist kühl, aber er ist auch bitter und trocknend. Daher mag die Mitte ihn gerne, denn Feuchtigkeit schwächt die Mitte.
Schwarze Schokolade ist schwarz- und schwarze Lebensmittel gelten in der Volksmedizin immer als gut, weil schwarz die Nieren stärkt.
Brauner Zucker gilt als Mitte-stärkend, weil er süss ist und braun. In grossen Mengen ist er zu klebrig, wie alle süssen Dinge und schwächt dann die Mitte. Was dann wieder vom Tee und vom bitteren Kakao ausgeglichen wird. Genial 😉
Und den Tiefkühl-Fisch essen Sie halt, wenn Sie Lust darauf haben. Mit Freude und aktiviertem Herz- Feuer. Dann ist er auch nicht zu kalt.

Und noch etwas. Jeder Mensch ist anders. Was die einen stärkt, ist für die anderen nicht so gut. Je gelassener Sie mit Essen umgehen und umso weniger Sie nach Vorschriften essen, umso mehr werden Sie empfänglich für die Signal aus Ihrem eigenen Körper.

Und auf den eigenen Bauch hören, sich selbst ein bisschen sanfter und zärtlicher behandeln, wäre die Krönung des Mitte- stärkens und das füllt dann auch ihr kindliches Defizit langsam wieder auf.

Alles Liebe,

Christine li

PS
Wenn ich Zeit habe, werde ich Ihre Fragen, natürlich völlig anonym, für einen Blogpost verwenden, denn in dieser oder ähnlicher Form haben das schon viele gefragt. Und entsprechend viele lange Briefe hab ich auch schon geschrieben. Wir sind halt alle ein bisschen verunsichert worden. Ging mir nicht anders in meiner Kindheit:)

Liebe Frau Li,

besser spät als nie: vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Sie war sehr hilfreich, hat mir aber auch viel zu denken gegeben.

Sollten Sie meine Erlaubnis brauchen: gerne können Sie meine Fragen im Blog anonym veröffentlichen.

Viele Grüße und lieben Dank noch einmal,
Ihre X.Y.

Nachtrag: die eher undiätetische, aber sehr runde, Blumentorte ist eine Kreation der Hamburger Taiji Lehrerin Roberta Polizzi. Sehr zu empfehlen.

 

Frühling: Zeit der Visionen, Zeit der Erneuerung

Im Jahr der Ziege immer noch gültig.

Für viele fängt das Jahr holprig an:

  • Geblähte Bäuche
  • steifer Nacken
  • Ohrensausen
  • Übelkeit
  • Zuckungen im Gesicht
  • Rippenschmerzen
  • Augenflimmern
  • Kopfweh
  • träger Stoffwechsel
  • Müdigkeit
  • Mauligkeit.
  • klebriger Mundgeschmack, belegte Zunge
  • Gelenkschmerzen.
  • und vor allem und für viele am schlimmsten:
  • Am frühen Morgen wachen sie auf. Um präzise zu sein: mitten in der Nacht. Denn die Nächte sind immer noch sehr lang. Dann liegen sie wach und schlafen erst ein, bevor sie aufstehen müssten.

Seit ein paar Wochen hat der Frühling begonnen. Ich spüre es in mir als  Erregung, Neugier, Ungeduld. Vor allem aber spüre ich es an den Pulsen der Menschen. Pulsdiagnostik zeigt mir immer wieder, wie sehr wir mit der Natur verbunden sind und wie sehr wir uns alle gleichen. Ganz gleich welche Störung: Eine gewisses frühlingshaftes Qi   spannt bereits jetzt alle Pulse wie eine Gitarrensaite. Das Qi, die Energie, eilt den Geschehnissen voraus.

Noch warten wir auf die Eisheiligen. Niemand sagt, dass es nicht noch einige Male große Kälte Einbrüche geben kann. Das ändert aber nicht daran, dass  die ersten winzigen Knospen aus den Zweigen schauen werden. Seit dem Frühjahrsfest, dem ersten Neumond des chinesischen Mondkalenders, dem sogenannten chinesischen Neujahr, beginnen die Bäume zu knospen.

Nun ist leicht ersichtlich, dass solche Knospen nicht einfach von heute auf morgen entstehen. Der Beginn aller Dinge ist die Intention, ein langsames Ausrichten aller Energien in eine Richtung. Wenn ein Baum beabsichtigt, eine bestimmte Ausdehnung zu erreichen, eine bestimmte Wand zu erreichen, muss er in diese Richtung wachsen. Er ist ein „stehendes Wesen“, wie die Chinesen sagen. Der Intention folgt Wachstum, Zellteilung, nachströmende Säfte und so dehnt und streckt er sich. Kleine Keime bereiten sich jetzt darauf vor, durch hartgefrorene Erde, durch Asphalt zu brechen. Sie sammeln ein letztes Mal ihre Kraft und dann geht es los.
„Wandelnde Wesen“- Tiere oder Menschen also- brauchen nicht körperlich zu wachsen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Sie gehen einfach dorthin oder wandeln sich entsprechend
(das chinesische Wort, genau wie das deutsche, umfasst beide Aspekte: wandeln, lustwandeln, verwandeln).
Wir gehen so weit, „wie das Auge reicht“. So weit also, wie unsere Vision es zulässt. „What you can perceive, you can achieve“, heißt es daher bei den Coaching- Leuten gerne. Manche gehen sehr weit, manche nur ein Stückchen (was das vollkommene Maß sein kann!).

Was hat das nun mit dem Frühling zu tun und mit den geblähten Bäuchen?
Nun, während die Bäume trotz Frost und Stürme schon vor Beginn des Frühlings ihre Kräfte zuerst noch einmal sammeln und dann ihre Säfte einschießen lassen und die ersten Zellen sich teilen, entsteht auch in den Menschen eine innere Bewegung. Das innere Feuer, Drachenfeuer bäumt sich auf und steigt nach oben. Unruhe erfasst uns. Vielleicht nicht emotional wahrgenommen- denn oft haben wir wenig Zugang zu den inneren Prozesse. Dafür umso mehr als körperliche Störung registriert. Mit den oben beschriebenen Symptomen und noch vielen mehr. Denn das Drachenfeuer ist expansiv und schießt in alle Richtungen.
Die Chinesen sagen, dieses Feuer „reitet auf dem Gallenblasenmeridian nach oben“. Idealerweise schießt eine prickelnde, beschwingende, leichtmachende Energie durch die Beine, Hüften, Rippen bis hinauf in den Kopf. In den Augen, wo der Meridian endet, entstehen Visionen, der ganze Schädel öffnet sich und lässt Licht eindringen. Wir werden leichter und aktiver und angenehm erregt und zum Frühlingsanfang, wenn die ersten Knospen an den Zweigen erscheinen, marschieren wir in die weite Welt hinein wie weiland Klein Hänschen.

Nicht immer. Sogar eher selten. Irgendetwas geht meistens schief. Im Falle des Frühlings geht sogar besonders leicht etwas schief. Frühlings- Qi ist schnell, auflodernd, wild, ungebändigt und einfallsreich. Wir haben daher die Gelegenheit, eine besonders große Menge bunter Symptome zu entwickeln. Wir können unsere Krankheiten ins Kraut schießen lassen.
Viele der Störungen entstehen entlang des Gallenblasenmeridians. Dies ist ein Strom frühlingshafter Energien die, im Unterschied zu den übrigen gradlinigen Energien des Menschen, den Körper wild umkreisen. Mal nach vorn, mal nach hinten, dann einmal im Kreis herum und einmal anders herum. Vom „Ringzeh“ bis hinauf zu den Schläfen und jedes größere Gelenk wird dabei umschlängelt. Ist an irgendeiner Stelle dieses Meridians eine kleine Stauung, sprudelt die Energie abrupt und wild an ihr vorbei. Ganz genau so wie das Wasser schneller fließt, wenn ein Fluss sich verengt. Dadurch kommt es zu all dem Kribbeln, Zucken, Hitzewallungen und Kälteschauern. Je blockierter der Meridian ist, umso weniger angenehm wird dies. Blähungen und dicke Bäuche sind hier fast Standard. Hinzu kommen enge, fast stechende Rippen (oft verwechselt mit Nierenschmerzen oder Problemen der Gallenblase, die nicht das gleiche ist wie der Meridian, aber inmitten des Hauptstroms liegt und besonders viele der Störungen auslebt) und schlechter Mundgeschmack.
Bis hier lässt sich alles mit Akupunktur schnell und effektiv beheben. Manchmal innerhalb von Minuten!

Am unangenehmen Ende des Spektrums kommt es zu Migräne, Hörstürzen und Gallenkoliken und „cholerischen“= galligen Wutausbrüchen. Noch weiter jenseits, wenn nichts mehr nach oben sprudelt, entsteht Lustlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Depression.
Für diese schweren Zustände gibt es zwei wichtige Ursachen:

  • innere Leere
  • Schleim

Wer ist am leichtesten betroffen von all diesen unangenehmen Frühlingsgefühlen? Nun, da gibt es zum einen diejenigen, die im Winter „ihr Yin nicht gepflegt“ haben. (Eine gepflegte altchinesische Formulierung für „Zuviel Party, zuviel Sex“). Zum anderen sind es diejenigen, die aufgrund von tiefliegenden Ängsten ihr Yin nicht sammeln können, die schlecht schlafen, nachts vielleicht schwitzen und ständig eine latente Unruhe in sich tragen. Unruhe, die von dem Gefühl kommt, nicht willkommen auf dieser Welt und nicht sicher in diesem Körper zu sein. Ein Gefühl, das die meisten kennen, denn wer fühlt sich schon ganz zuhause in seinem Körper?
Manchmal ist nicht das Yin schwach, sondern das Yang. Erkenntlich (u.A.) am kalten Popo.
Um Schwäche und Leere, ob Yin oder Yang, zu behandeln und die Batterien für das ganze Jahr aufzuladen, empfiehlt sich eine Kräuterkur mit chinesischen Kräutern vor der Wintersonnwende.

Die häufigere Ursache für blockierte Gallenblasenmeridiane ist der Schleim.

Schleim ist das große Thema der modernen chinesischen Medizin. Schleim ist auch ein großes Thema für uns. Schleim ist zum einen das, was sich bei Husten in unserer Lunge ansammelt. In einem weiteren Sinne ist es aber ein Fachausddruck für alle Arten von „abgestorbenem Qi“.
Bei Übergewicht mit schwachem Stoffwechsel ist das Feuer unter Schleim erstickt und viele Diäten verschärfen diese Situation noch. Bei  Verdickungen und Knubbeln denken chinesische Ärzte auch an Schleim. Bei allem, was sich verlangsamt, müde ist, schwer von Begriff oder zäh und endlos immer wieder das Gleiche denkt und sagt. Menschen mit langen Listen von Symptomen, die sie sich aufschreiben, um nicht alles zu vergessen, denken wir an Schleim. Menschen, die sich immer wieder die Stirn reiben, als wollten sie sich aufwecken. Menschen, in deren Augen kein Glanz ist.
Über Schleim gibt es dicke Bücher. Fast könnte man sagen, Schleim sei an allem Schuld. Kälter Schleim, heißer Schleim, zäher Schleim, alter Schleim, trockener Schleim und feuchter Schleim. Schleim ist nichts Gutes. Ich erspare Ihnen die Details.

Die erfreuliche Nachricht allerdings ist sehr erfreulich: Jetzt, in der Zeit des ersten Aufbäumens des Drachenfeuers, können Sie die natürliche Bewegung des Qi von innen nach außen nutzen, den Schleim endlich loszuwerden. Viele Fälle von schwerem Schleim profitieren von einer Kräuterbehandlung. Allerdings dauert diese ein paar Wochen lang. Am Anfang merken sie nicht viel. Schleim ist zäh und bewegt sich nicht gerne. Nach einer Weile aber, wenn das Feuer langsam aufsteigt, spüren sie von Tag zu Tag mehr: Sie vergessen all die lästigen Symptome. Dann kommen Fröhlichkeit, besserer Teint und strahlendere Augen.

Eine sehr dankbare Zeit für chinesische Mediziner.

Da jetzt alles so gut anschlägt, ist es auch sehr befriedigend, selbst etwas zu tun, und, wie viele wissen, und wie ich auch in meinen Büchern immer wieder betone: Es ist an der Zeit, die Medizin wieder in die eigenen Hände zu nehmen und uns in unseren Körpern zuhause zu fühlen. Wir leben hier in der Materie und viele erleben dies als beängstigend. Aber auch verkörpert  sind wir immer noch geistige Wesen, wenngleich auf einer verdichteten Ebene. Etwas schwerer, etwas langsamer, aber immer noch vollkommen wandelbar.
Im Frühjahr löst sich diese Verdichtung ein klein wenig, wir gehen ins Yang. Nutzen wir diese Bewegung, können wir vieles leichter verändern.

Dies sind meine Vorschläge für Ihre Frühjahrskur- Suchen Sie sich so viel davon aus, wie Ihnen angenehm ist, nicht mehr. Der Frühling liebt die freie Entwicklung- und die grüne Farbe.

  • Morgens heißes Wasser oder Ingwerwasser trinken
  • Pfefferminztee trinken
  • ausgiebig die Haare bürsten und wachsen lassen (Bärte wiederum müssen nicht sein…)
  • saures Obst essen und heiße Zitrone trinken
  • einen Entsafter kaufen und benutzen (vor allem Rettich ist verhältnismäßig fürchterlich, entschleimt aber sehr)
  • große Mengen frischer Kräuter ( alles, was Sie kriegen können, vor allem Löwenzahn) hacken, reichlich mit Senf und Zitrone würzen
  • bittere Salate essen (Chicoree, Löwenzahn, Rauke, Feldsalat), bio ist bitterer
  • grüne Smoothies (Rezepte gibt es genug im Internet), besser ohne Milchprodukte
  • Milchprodukte, auch Joghurt und Käse weglassen
  • Wasabi essen
  • Gluten eine Zeitlang weglassen, oder zumindest Weizen durch Dinkel ersetzen
  • auf Reisnudeln oder Buchweizennudeln umsteigen (Japaner statt Italiener)
  •  Süßkram und Alkohol weglassen
  • viele heiße Suppen essen (ohne Sahne)
  • laufen, singen, tanzen, Yoga
  • ziellos herumschlendern
  • entmüllen Sie ihr Leben und lassen Sie alles Alte hinter sich
  • Im Frühjahr gilt es, eigene Freiheiten zurückzuerobern und einzusehen, dass viele Neujahrsvorsätze ( oder Jahres- Pläne ) unrealistisch sind. Wir dürfen  jetzt auf jene Visionen vertrauen, die spontan entstehen, wenn das Drachenfeuer sein Haupt erhebt und, ungebremst durch Schleim und Grübelei und verwickelte Berechnungen, zum Himmel steigt.

Originally posted 2013-01-31 01:40:04. Republished by Blog Post Promoter

Sechs kleine Videos zur Heilung

(Nicht lesen und gleich die Videos ansehen? Unter dieser Einführung finden Sie die Links.)

Heilung ist immer eine Möglichkeit

Eine ganze Weile habe ich mich nicht gemeldet.
Die Sache ist die: Über ein paar Wochen habe ich auf einer langen Reise an mir selbst herumgedoktort. Das ist nun einmal meine Passion: Neue Techniken auszuprobieren und jede einzelne Funktion zu fühlen und zu perfektionieren. Der Körper will heilen und ich will lernen, wie es geht. So richtig schön ist es nicht immer. Ich habe gelernt, mich dankbar zu zeigen, ganz gleich, was kommt.
„Dankeschön!“ also, für rasende Schmerzen, wo ein verformtes Gelenk versucht, in eine günstigere Form zu fließen oder wenn ein paar Nächte vollkommen schlaflos und schweißgebadet ablaufen, weil alle möglichen Emotionen zutage kommen, die eigentlich schon lange „erledigt“ waren.

( Manche Sachen kommen immer wieder in neuer Verkleidung, es ist zum… …! Aber „danke“, auch dafür. )

Heilung ist ein anderes Wort für Leben und zu leben ist ein Abenteuer. Eine Reise. Eine Reise zurück zu uns selbst. Nicht einfach, nicht komfortabel, aber aufregend. Hinter jeden Ecke warten feurige Drachen oder bösartige Zwerge. Verstreut dazwischen liegt die eine oder andere magische Perle. Ein Riesenspaß für wahre Helden. Heldenmut ist gefragt, vor allem, wenn für lange Zeit nichts geschieht als Schmerzen, Einsamkeit und Verwirrung. Das gehört dazu. Genauso wie der stets drohendeTod.

Heilen ist nicht fremdartig und Heilen ist nicht kompliziert. Heilen ist eine angeborene Fähigkeit. Heilung liegt in uns. Unsere Vorfahren, die Menschen der ganz alten Zeit, wussten dies und ihr Wissen finden wir in alten Legenden und Märchen. Vieles darin ist schwer verständlich, denn diese Geschichten sprechen in Bildern und Metaphern.
Eines ist aber immer klar:   Wir brauchen Mut, Standhaftigkeit, Kindlichkeit und Zärtlichkeit und noch einiges mehr, an das wir uns bald wieder erinnern werden. Darüber demnächst mehr; denn dies wird das Jahr des Heilens.

Wie die mythische Reise des Helden in unseren Märchen, ist das Heilen ein ganz individueller Vorgang, der von niemandem verstanden werden kann, als von der betroffenen Person selbst. Zugleich brauchen wir zum Heilen eine Verbindung zum Ganzen, wir brauchen Helfer und Weggefährten, magische alte Frauen, Krafttiere, einen fliegenden Teppich, Lieder oder Gebete.
Was immer wir zum Heilen brauchen mögen: Niemand heilt alleine.

Ein Teil meiner Arbeit besteht daher einfach darin, da zu sein. Hinzu kommen die eine oder andere Akupunkturnadel, ein bisschen Osteopathie, Handauflegen oder auch einmal ein magisches Rezept aus dem chinesischen Altertum.

Das Heilen kann Ihnen niemand abnehmen. Heilung ist eine Reise zur Selbsterkenntnis. Aber ein wenig Ermutigung schadet nie. Deswegen habe ich unter dem Titel „Zurück zur Heilung“ sechs kleine Videos über das Heilen aufgenommen.
Sie lernen durch diese Videos nicht, wie Sie sich heilen. Aber vielleicht lassen Sie sich inspirieren, es selbst herauszufinden.
Ansonsten, wie schon gesagt, demnächst mehr. Denn dies wird das Jahr des Heilens.

Zurück zur Heilung

Meine Videoserie über das Heilen heißt: „Zurück zur Heilung“. Sie können die sechs Filmchen einzeln unter ihren Titeln anclicken. Ich empfehle aber, sie der Reihe nach anzusehen, denn sie bauen aufeinander auf.

  • 1. Selbstheilung

  • Hier geht es darum, dass Heilung eine angeborene Fähigkeit jedes lebendigen Organismus ist. Vorausgesetzt wir „popeln“ nicht allzusehr an unseren Wunden herum. Wenn es uns gelingt, uns einfach dem Prozess auszuliefern und zu vertrauen, dann heilen große und kleine Wunden (seelische, körperliche, große und kleine) irgendwann von selbst.
    Eine schwere Aufgabe. Ganz alleine ist dies kaum zubewältigen.
    Zum „herumpopeln“ gehören auch all die vielen Medikamente, mit denen wir unser Leid betäuben und uns noch mehr von unserer Umgebung und unseren Gefühlen abschneiden. Daher gibt es zum Ende des Videos ein paar kleine Hinweise, wie Sie Ihren „Medikamentenberg“ so langsam abtragen könnten.
  • 2. Eins mit allem und doch ganz ich selbst

  • Eine kleine Einführung in die chinesische Art, die Dinge zu sehen. Über das Qi, Yin und Yang, die Essenz. Es geht hier nicht um die hochkomplizierte chinesische Medizintheorie, sondern darum, zu verstehen, dass wir nicht aus festen unveränderlichen Bausteinen bestehen (Knochen, Muskeln und Organen) sondern aus einer veränderlichen, flüssigen und vibrierenden Grundsubstanz: einer Art Wasser: dem Qi. Wenn die Grundstimmung liebevoll und harmonisch ist, dann werden wir eine wunderschöne Schneeflocke, einzigartig und unverwechselbar. Wenn nicht, werden wir ein harter unförmiger Klumpen, Teil der großen Masse von Eis. Und dies entscheidet sich jeden Tag neu.
  • 3. Sei Wasser

  • „be water my friend“ sagte einst Bruce Lee, der seinen Körper nach einem schweren Wirbelsäulenunfall wieder zu Höchstleistung aufbaute. Wir betrachten noch einmal genauer, wie der Stoff funktioniert, aus dem wir bestehen. Wir sehen, anhand eines Experimentes in meiner Küche, dass es am besten ist, einfach loszulassen, wenn wir uns wandeln wollen. Mit Druck geht nichts.
  • 4. Halt die Klappe

  • Ganz gleich, was wir uns sonst noch zusammenspinnen, wir können immer nur wir selbst sein. Was uns Bücher wie „the secret“ verkaufen: das wir nämlich alles sein können, was uns gerade in den Kopf kommt oder uns als attraktiv verkauft wird, ist albern. Mit Gedanken allein können wir das Qi nicht formen.
    Erst wenn unsere Gedanken, unsere Emotionen und unsere angeborene Bestimmung im Einklang sind, realisieren wir unser Potential.Wir können nur wir selbst sein. Aber in uns liegen nahezu unendliche Möglichkeiten. Um ein Gefühl für dieses Potential zu bekommen, ist es notwendig, all die von außen eingetrichterten Gedanken abzustellen, die wie eine kaputte Schallplatte (ein Datenträger des vergangenen Jahrhunderts) wiederholen, was wir müssten und sollten und bräuchten.
    „Halt die Klappe“ ist ein sehr praktisches Mantra für diesen Zweck. Es schafft Stille in unserer Mitte. In dieser Stille entsteht Raum für unserer wahres Bewusstsein. Unsere Intention. Unser Qi, nimmt die Form an, zu der es bestimmt ist. Unsere persönliche Schneeflocke.
  • 5. Angst

  • Hier geht es um die Angstmeditation, die ich an anderer Stelle bereits beschrieben habe. Angst besiegen wir nur, indem wir uns mitten hineinplumpsen lassen. Dies ist ein einigermaßen machbarer Weg. Auch für ganz Ängstliche.
  • 6. Lachen

  • Und natürlich ist Lachen die beste Medizin. Aber nicht das falsche Lachen und starre Grinsen, bei dem wir uns selbst und andere belügen. Heilsames Lachen steigt wie ein sprudelnder Quell aus der Tiefe unseres Wesens auf und spült alles Unheil davon. Genau wie das Weinen kommt das heilsame Lachen ganz aus der Tiefe und mobilisiert all unsere Kraft.

Heilung steht nicht in Google

Schlauer als Google

Neulich fragte ich zwei Leute nach dem Weg.
„Hast du denn kein iphone?“, war die völlig verdatterte Antwort.
„Nein“, sagte ich und tat beschämt.
Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe eins. Aber meistens liegt es im Weg herum und ist entladen.
Ich hab auch ein Navigationsgerät. Aber ich habe es schon vor Jahren wieder ausgebaut. Denn wenn mir immer gesagt wird, wohin ich fahren MUSS- dann kann ich doch keine neuen Wege finden. Ich vertraue meiner Intuition, den Himmelrichtungen, uralten Ortsnamen und überhaupt: Ich fahre gern ins Blaue.

Wer mich in meiner Praxis besucht, stellt sehr schnell fest, dass ich über fast keinerlei elektronische Geräte verfüge. Noch nicht einmal ein Faxgerät. Ich besitze ein rudimentäres Handy, das meistens in der Teeküche liegt und nur beantwortet wird, wenn ich mal alleine bin.
Ich besitze auch keine medizinische Elektronik. Die einzige Ausnahme ist ein elektronische Blutdruckmessgerät. Eigentlich hätte ich lieber eine Handpumpe mit einer Quecksilbermesssäule und einem Stethoskop gehabt, aber in der Apotheke nebenan gab es das nicht und so wichtig ist der Blutdruck ja nun auch wieder nicht.
Nein, wirklich nicht. Um den Blutdruck wird viel zu viel Aufhebens gemacht- aber das wäre ein anderer Blogpost.

Es gibt auch kein Chipkartenlesegerät, um persönliche Daten meiner Klienten zu lesen und neue einzugeben. Ich schreibe mit einem Füller auf Papier und die Akten von zwanzig Jahren Praxis liegen in einem kleinen dunklen Raum- ordentlich sortiert nach Alphabet.
Es gab Zeiten, da fand ich, ich sollte meine Patientengeschichten in irgendeinen Computer eingeben. Es wäre nett, dachte ich, „Menstruationsbeschwerden“ oder „Herzschmerzen“ einzugeben, und dann alle Menschen zu finden, die jemals mit einer solchen Beschwerde bei mir waren. Dann könnte ich vergleichen, Statistiken aufstellen, sehen, was einmal geholfen hat- und was nicht.

Andererseits gleicht niemand irgend jemand anderem- das ist eines der unfassbaren Wunder des menschlichen Lebens: Mehrere Milliarden Menschen und keiner gleicht einem/r anderen.
Ich muss also ohnehin mit jedem neuen Menschen ganz von vorne anfangen und sie oder ihn kennenlernen. Erfahrung ist das einzige Werkzeug.

Erfahrung

Erfahrung ist mehr, als der mehr oder weniger missglückte Versuch einer inneren Auswertung von irgendwo abgespeicherten Daten. Erfahrung ist etwas qualitativ anderes. Erfahrung lässt Dinge entstehen, die nicht logisch aus dem folgen, was wir bereits wissen, sondern vor allem aus dem, was wir erfahren haben- also gefühlt.
Bei Erfahrung wird nicht nur das Alte immer wieder neu kombiniert. Erfahrung geht durch eine Phase des Dekonstruierens und Vergessens- wie in der Tiefe eines Komposthaufens entstehen so völlig neue Dinge.
Wie der Komposthaufen will Erfahrung regelmäßig gefüttert werden- am besten, indem ich mit allen Sinnen neue Informationen aus unterschiedlichen Quellen eindringen lasse, indem ich lerne und ausprobiere und fühle, und dann alles wieder ins Vergessen hinabsinken lasse.
Wenn ich auf einen Berg steige und ein paar Nächte da oben sitzenbleibe, wie die Zwerge Himpelchen und Pimpelchen, ist dies meine Form der medizinischen Weiterbildung.
Nachdem die beiden Zwerge vom Berg herabkamen, nach fünfundsiebzig Wochen, krochen sie in den Berg und schliefen sich erst einmal aus- bis heute, so sagt das Gedicht.

Schlaf ist ein essentieller Teil unserer Weiterbildung zum Menschen.

Bei Bedarf steigt das notwendige Wissen dann aus dem Dunkel wieder herauf. In der richtigen Verfassung, das heißt, wenn es uns gelingt, den Denkfilter auszuschalten, bekommen wir so Kontakt mit außerpersönlichen Erinnerungen. Erfahrungen aus vielen Tausenden von Jahren. Erfahrungen all der Menschen, die den gleichen Weg gegangen sind.
Meine Wand voller chinesischer Bücher bringt mich einigen dieser Menschen näher. Oft nehme ich eines heraus- und lese darin, gerne auf einer zufällig aufgeschlagenen Seite, um wieder in die Schwingung eines dieser Heilkünstler vergangener Epochen einzutreten. Oft genug steigen dann Dinge auf, die ich unmöglich wissen kann oder längst vergessen habe. Wissen darüber, wie bestimmte Akupunkturpunkte miteinander reagieren, Akupunkturpunkte, die ich nie zuvor kombiniert habe. Ein neues Kräuterrezept. Ein Zusammenhang, an den ich noch nie gedacht hatte.
Bei Behandlungen sitze ich einfach da und beobachte und warte, dass mir von irgendwo aus meinem Inneren mitgeteilt wird, was ich tun soll. Meist geschieht dies beim Pulsfühlen. Jede Art von Aufregung blockiert diesen Prozess.
Ich habe keinen bewussten Zugriff auf diesen Mechanismus. Er liegt im Dunkeln und folgt den Gesetzen des Chaos. Der einzige Halt in diesem Wirrwarr ist Vertrauen.

Wer nicht vertrauen will, muss googlen

Vertrauen fällt den meisten Menschen ausnehmend schwer. Sie leben in Angst. Kein Wunder, dass sie lieber auf Google hören. Google weiß bekanntlich alles. Es kennt Hotels in abgelegenen Orten. Es weiß, wann Flüge gehen und kennt alle Telefonnummern der Welt. Google kennt Tausende von Käsekuchenrezepten (aber nicht das meiner Oma).
Google weiß so viel mehr als ich. Es sammelt Daten über alles, was ich je angefragt habe, und schlägt mir immer wieder den gleichen Kram vor. Habe ich einmal einen Flug nach Buenos Aires gebucht, bekomme ich noch Jahre später Hotels in dieser schönen Stadt vorgeschlagen. Es scheint, Google weiß sogar über mich mehr als ich selbst.

Es liegt nahe, das eigene Gehirn gänzlich durch Google zu ersetzen. Viele Menschen tun dies ausgiebig genug.

Google kennt auch chinesische Kräuter. Gebe ich „Radix Stemoniae“ ein, so kommen lange Listen von Seiten, auf denen über dieses Kraut berichtet wird. Nur dummerweise steht auf all diesen Seiten in etwa das gleiche.

Das „Wissen“ von Google

Wissen kommt von Weisheit. Was wir in Google finden, ist Ergebnis eines endlosen „Copy and Paste“ Prozesses, getrieben vom Bedürfnis, dieses dünne Wissen möglichst gewinnbringend zu vermarkten. Es ist Produkt eines industriellen Fertigungsprozesses, ähnlich wie fastfood, bei dem aus möglichst billigen Zutaten möglichst viel Profit gemacht werden soll. Ein Prozess, dem es auf Quantität ankommt. Solches „Wissen“ breitet sich unendlich aus und reproduziert sich selbst, wieder und wieder, ohne jemals in die Tiefe zu gehen- den Ort, wo wirkliche Erkenntnis wurzelt. Das „Wissen“ von Google ist getrieben von „clicks“ und „likes“ und „links“. Kaum jemand, der nicht irgendein finanzielles Interesse hat, wird sich daran machen, Informationen über eine obskure chinesische Heilpflanze einzugeben.

Google kennt auch chinesische Rezepte. Es kennt aber nur die, die auch als Fertigprodukte verkauft werden- Rezepte, die genau deswegen keine chinesische Medizin mehr sind, sondern nur noch chinesische Namen haben. Es kennt nicht die unzähligen Rezepte, die es nur ein einziges Mal gegeben hat, nämlich als persönliche Verordnung für einen ganz konkreten Menschen.
Und vollkommene Nicht- Reproduzierbarkeit, das heißt, alles nur ein einzige Mal, ist die wichtigste Besonderheit der chinesischen Medizin.

Chinesische Medizin steht nicht in Google

Echte chinesische Ärzte wissen sehr wohl, dass ihre Rezepte nicht wiederholt werden können. In den alten Büchern stehen Rezepte daher nur als Beispiele dafür, wie neue Rezepte konstruiert werden könnten. Als Inspiration für Menschen, die ähnlich denken wie der Autor, die also, im weitesten Sinne, zu seiner Schule gehören. In diesen Büchern sind daher auch keine Dosierungen angegeben. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil jemand, der  weiß, wie der Autor gedacht hat, nach der gleichen Methode leicht ein neues Rezept erschaffen wird.
Chinesische Medizin verweigert sich strikt den Gesetzen der medizinischen Industrie ( und unsere Schulmedizin ist nichts anderes als eine Industrie ): Endlose Reproduzierbarkeit.
Es geht nicht anders.

Google versteht daher nichts von chinesischer Medizin. Dies wird sich auch nicht ändern, weil Google nicht die systemischen Voraussetzungen dafür besitzt. Googlewissen ist reproduzierbar. Linear. Berechenbar.
Das mächtige allwissende Google hat eine große Schwäche: Es versteht nichts von Chaos.

Chaos ist die Quelle neuen Wissens.

Google hat keinen Zugriff auf das Chaos. Wir Menschen aber wohl. Kreative Menschen schöpfen seit eh und je aus dieser Quelle. Dies gilt nicht nur für Dichter oder Musiker.
Als der Chemiker Kerkule sich einst den Kopf zerbrach über die Struktur des Benzolrings, fiel er in tiefen Schlaf. Dabei träumte er von tanzenden Männchen, die in der Formation des Tanzes die Struktur des Benzolringes imitierten. Er war weise genug, seinen Traum beim Wort zu nehmen und fand die Antwort, die er gesucht hatte.

Einigermaßen hellsichtige Leute haben längst begriffen, dass durch Statistik kein neues Wissen generiert werden kann. Statistik ist nichts als die rechnerischer Aufbereitung der Dinge, die wir bereits abgespeichert haben. Ein Versuch, aus diesem Defizit herauszukommen, besteht darin, die Funktionsweise des Chaos durch Zufallsgeneratoren zu imitieren. Aber elektronisch generierter Zufall kommt dem Chaos nicht näher. Zufall und Chaos sind etwas qualitativ vollkommen anderes. Der Zufall der Rechner beruht auf der binären Logik- dem plus oder minus der bits. Dies ist die grundsätzliche, systemische Beschränkung auch des allerschnellsten Rechners. Plus oder Minus. Ja oder nein.
Selbst wenn jemand versuchen sollte, vielleicht zufällig, ihren Rechner aus diesem binären Gefängnis zu befreien, und zu diesem Zweck etwa ein Glas Cola ins Gehäuse gießt, kann sie auch wiederum nur mit zwei möglichen Ergebnissen rechnen: Kaputt oder nicht kaputt.
(Dieses Experiment wurde in meiner Familie bereits durchgeführt. Daher weiß ich Bescheid.)

Im Chaos besteht diese Trennung nicht. Aus Yin wird Yang und aus Yang wird Yin. Die Wandlung geschieht in einem fließenden Prozess: Die Lehre von Yin und Yang ist nicht dual. Um sich zu wandeln, gehen Yin und Yang immer wieder in den Chaoszuständ über. Chaos, so heißt es, ist die Quelle. Chaos ist undifferenziert, flüssig und verschwommen. Die Chinesen nannten dies „trüb und dunkel“ und hielten diesen Zustand für den höchsten erreichbaren geistigen Zustand.

Konfuzius soll gesagt haben, wenn er ein zweites Leben hätte, würde er es dem Studium der Wandlung (in Form des klassischen Buches der Wandlungen, des „Yi Jing“ oder „I Ging“) widmen.
Die Daoisten gingen noch weiter. Während Konfuzius und seine Nachfolger, die konfuzianischen Ärzte und Schöpfer unserer heutigen chinesischen Kräutermedizin, an Studium und unausgesetzte Mühe glaubten, erklärten die Daoisten, Studium hätte überhaupt keinen Sinn. Es ging ihnen vielmehr um Loslassen, Verwirrung, Rausch, Extase.
Denn „das Dao, das benannt werden kann, ist nicht das wahre Dao“. So steht es im „Dao De Jing“, dem Buch über das Dao und die magische Kraft (De).

Kreativität: die Intelligenz des Fühlens und des Nicht-Wissens

Die Intelligenz des Chaos ist eine Intelligenz des Nicht-Wissens. Sie ist kindliches, nicht kaputtgedachtes, spontanes Entstehenlassen. So, wie wir uns dunkel an etwas erinnern, um gleich es gleich darauf wieder zu vergessen. Ein endloser Kreislauf, bei dem immer wieder neue Bilder aufsteigen, bis gelegentlich eines kommt, das genügend Kraft besitzt, um Form anzunehmen. Für eine Weile.
So funktioniert Kreativität.
Viele Menschen, die gerne kreativ wären, verweigern sich diesem ständigen Loslassen. Sie vertrauen nicht darauf, dass das, was sie brauchen schon irgendwann aus dem Dunkel aufsteigen wird.
Sie fürchten sich vor der Dunkelheit. Dem Kontrollverlust.

Das Yin- die dunkle Mutter

In der chinesischen Medizin nennen wir dies eine Yin- Schwäche. Sie geht oft mit Schlafproblemen einher.
Wenn wir zurück ins Chaos sinken, ins Dunkel, so ist dies ein Yin Vorgang. Wir lassen los, wir vergessen. Wir werden still. Wenn wir aus dem Dunkel auftauchen, mit einer neuen Eingebung vielleicht, so ist dies Yang. Im Chaos begegnen sich die beiden Bewegungen des Absinkens und des Auftauchens.
Yin Intelligenz gehorcht  geheimen Mechanismen, die wir kognitiv nicht verstehen können. Es ist eine Welt des Fühlens. Fühlen ist Wissen, das im Körper entsteht und dort, immer wenn wir es nicht fühlen wollen, zu Krankheiten führt, die wir dann fühlen MÜSSEN.

Das dunkle Yin wurde den Daoisten als die große Mutter des Seins verehrt. Als die Quelle, aus der alles fließt. Daoismus ist eine weibliche Philosophie. Die einzige, die wir kennen.

Da all dies nicht in Worte gekleidet werden kann, streiten ängstliche Menschen rundwegs ab, dass hier überhaupt irgendetwas Brauchbares zu holen wäre.
Ängstliche Menschen fordern, dass Wissen den Gesetzen der Statistik zu folgen habe. Wissen soll abspeicherbar sein und jederzeit abrufbar.
Ängstliche Menschen laden ihr iphone regelmäßig auf, damit sie bei Bedarf alles googlen können- und damit sie dabei gleich auch noch nachsehen können, ob sie immer noch 735 Freunde bei facebook haben.
Information, Beziehungen, alles muss jederzeit nachkontrollierbar und erreichbar sein.

Reproduzierbarkeit: „Eine Erneuerung findet nicht statt“

Vor allem aber: Es muss reproduzierbar sein, das heißt, es muss nach Bedarf jederzeit immer wieder auf die gleiche Weise wiederholbar sein. Das schließt jede Erneuerung von vornherein aus.

Chinesische Medizin ist nicht besonders gut an der Reproduzierbarkeits- Front. Ohne Zweifel lässt sich statistisch nachweisen, dass bestimmte Kräuter oder Punkte in einem bestimmten Prozentsatz von Fällen bestimmte Reaktionen hervorrufen. Aber so richtig doll sind all diese Studien nicht.
Sie bringen sie uns kein neues Wissen. Sie bestätigen nur einen Bruchteil der Dinge, die chinesische Kräuterärzte ohnehin schon wussten. Solche Studien sind also vollkommen nutzlos- außer um zu rechtfertigen, dass es überhaupt chinesische Medizin gibt. Das brauchen wir aber nicht.
Der chinesischen Medizin geht es um etwas, das sich niemals in Studien greifen lassen wird. Um Heilung.

Heilung ist immer wieder neu

Die Heilung eines einzelnen und unvergleichlichen Menschen von seinem ganz individuellen Leid ist nicht wiederholbar. Sie ist genau genommen auch nicht weiter aufsehenerregend.

Erneuerung und damit auch Heilung ist eine Grundfunktionen biologischer Systeme. Heilung ist immer eine Möglichkeit. Im Buch des Leben gibt es nur Heilung oder Tod. Von chronischen Krankheiten ist nicht die Rede. Wobei ein jahrelanges freudloses Dahinsiechen mit chemisch abgedämpften Lebensprozessen und künstlich animierten Emotionen wohl dem Tod zuzurechnen wäre.

Ängstliche Menschen beherrschen seit ein paar hundert Jahren die Euro-Amerikanische Medizin. Ängstliche Menschen wollen feste Realitäten- oder zumindest eindeutige Statistiken- und vor allem wollen sie, dass sich niemals etwas ändert.
Daher ist Heilung in dieser Medizin kein Thema. Tod übrigens auch nicht. Nur Empfängnis wird gerade eben noch erlaubt. (wenngleich technisiert, so weit es geht, am liebsten im Reagenzglas.)

Der Chinesischen Medizin ist dies alles gleichgültig.
Chinesische Medizin wandelt sich seit mehreren Tausenden von Jahren und hat schon schlimmere Dummheiten überlebt als Statistik und Google.
Chinesische Medizin folgt den Gesetzen des Chaos und hier ist Wandlung eine Selbstverständlichkeit. Heilung geschieht in jeder Mikrosekunde.

Wie andere alte Medizintraditionen schöpft chinesische Medizin aus dem fühlenden Wissen des Schamanismus- der Urmedizin. Sie beruht nicht auf Trennung und Analyse und Stillstand, sondern auf lebendiger, fließender Verbindung zwischen allen lebenden Systemen. Sie entzieht sich der Logik der Reproduzierbarkeit. Sie ist kreativ und erneuert sich selbst, wie das Leben, aus dem sie entsteht.

Wir können davon lernen. Ich schreibe also weiterhin meine Akten mit Füller (oder wie zur Zeit mit wackligem Kugelschreiber) und ich frage weiterhin echte Menschen nach dem Weg und wenn mir nichts mehr einfällt, dann setze ich mich auf einen Berg.

Gil Scott-Heron sang einst: “The revolution will not be televised.”
Wir können heute hinzufügen: “Healing will not be googled.”

„Amazing“ findings on alternative cancer treatments

Are you kidding me? Is this all you can come up with?

I prefer to write on healing and healing rituals. I am into the force of the dragon fire, shamanic acupuncture and Chinese medicine and ancient medical literature.
This blog is about empowering people to do their own healing. It is about love.

stopping death?

stopping death?

But sometimes I have to indulge in some useless ranting.
Here it goes:

This satire goes out to the part of the medical community who engages in useless discussions aka blatant stupidity  to discredit the things I care about: The Healing Arts.

Today I found an article from „Medscape“ in my inbox ( I am open for everything new- even though this seems to be a one way street, as we shall see ).

This article was not on my favorite subject ( neurobiology ) but I had to read it because of the title:

“Mythbusters: Complementary and alternative treatments in Cancer.”

I read the article. I had to. Right?
I did not learn anything new and I did not even expect much, because at first sight I noticed that they had left out Qi Gong and Chinese herbal medicine and many other things like Amazonian plant doctoring, rituals, ayurveda…

There are lots of things that can cure people, that are being practised worldwide, which we still do not know a lot about.
What we do know is, that Qi Gong and Traditional Chinese herbal medicine are proven to make a difference in cancer therapy.

Whoever is seriously interested in cancer treatment knows about Qi Gong and Traditional Chinese herbal medicine.

The effectiveness of these modalities has been proven by countless studies, most of them from China. But somehow these studies never make it into the big European or American Medical Journals. And new (or age old) medical knowledge is only accepted once it has been published in one of these papers- who take care to reject everything threatening to the existing medical paradigm.

Still, even though there is this east- west- gap in the transmission of knowledge,  doctors and healers who care about  their cancer patients can try to find out on their own and many of them do.

Does it really matter were a medical modality originates from or whether some Journal approves of it- as long as it helps people?

In 1984 I still had to study Chinese to get serious information on Chinese medicine. In 2014 all a doctor would have to do is go on the internet to find lots of information on acupuncture, Chinese herbal medicine and Qi Gong- freely available in English.
It is common knowledge. Or could be.

But even in 2014 for some reason this article leaves out the two of most promising approaches to cancer therapy there are: Qi Gong and Chinese herbal medicine.

I really wonder why. Or, frankly, I do not. Medicine is not free. It is a hierarchically organized and strictly supervised industry.
So if the Chinese insist that Chinese Medicine can kill cancer- just let them. Who cares how they cure cancer „over there“?

The general existence of herbal treatments is acknowledged in this article- albeit as a warning:
„Many patients don’t realize that herbs and supplements — one of the most common complementary interventions — are drugs, and that some have been shown to interact with chemotherapy and can be harmful to patients,“ explains Steven Novella, MD, a neurologist and assistant professor at Yale University School of Medicine.

This is brilliant. Thank you Dr Novella! Without you we would probably never have known that herbs were drugs. We would probably have thought herbs were, well, herbs. Silly us.
Of course herbs are drugs. The very word “drug” originally meant “dry herb”: “drug” and “dry” being the same word in older times.
And to think about the malignancy of these drugs: while being totally without effect when it comes to helping people, all of a suden these herbs interact with other stuff just to harm people.
Or could it be, just saying, that the harm might actually come from the chemotherapy? After all, Chemotherapy is really just a form of poisoning. Chemotherapy is executed with poisonous chemicals.
Did you not know that Dr Novella?
Let me explain, in case you missed that class in medical school: While Chemotherapy kills cancer cells it does not make any difference between cancer cells and cells in general. It is „non-selective“, which is the biggest problem in Chemotherapy: Chemotherapy kills every cell that reproduces and this is what living matter is all about: Reproduction.
(BTW: Chemotherapy can be made to be more selective by combining it with herbal medicine. For those who, for some silly reason distrust everything Chinese: This has been proven in Isreal and published in English.)

But let us not dwell on the things left out. Why insist on Chinese herbs in cancer therapy? There might be other interesting things.
The medscape article on alternative cancer treatments starts promising enough:
“When it comes to treating cancer, „there are no magic bullets,“ we are admonished by a Dr. Rosenthal. “Patients need proper, evidence-based guidance to get the best possible care and to avoid risky treatments.”

This is deep. Is it not?
I do treat cancer patients and my heart goes out to everybody who is fighting a life threatening condition and to everybody who tries to be of service to them.
I respect serious criticism on the things I do- I understand that Chinese medicine and alternative treatments are healing arts that are still exotic for many people.

Lets read some more:
The Medscape article adds some really wise admonitions about cancer therapy not being entirely about reducing tumor size.
We are told that the well being of the patient is something to consider as well.
Now there’s a thought! This is even deeper than the thing about the magic bullets.
So how do we achieve this important well being of cancer patients?
We make fun of the things that actually help them feel better.  

The cancer treatment modalities picked out for that fun making purpose are:

  • exercise
  • acupuncture
  • massage therapy
  • sugar free diet
  • nutritional supplements
  • reiki
  • meditation.

As this is an American article it starts with a discussion on the benefits of exercise.
(In America everybody knows that exercise is good, as is drinking lots of water, taking at least seven kinds of supplements and always wearing sunscreen, even indoors)

And what do we find: Cancer patients who exercise live longer.
Brilliant. Again.

As it has been found that those who benefited most from exercise were those who burned 3000 calories a week, the even more brilliant conclusion is, that we must insist that our clients run or swim every day for one hour.
Yoga or other soft techniques that do not burn calories will not help, we are told.
Qi Gong, the most important soft technique in the treatment of cancer is of course left out.
But at least now I know why: It must be because people who practise Qi Gong as a form of cancer treatment tend to put on weight. Now terrible life threatening weight loss is one of the things cancer patients have to deal with- but, hey, weightloss is good!

So instead of teaching cancer patients Yoga or Qi Gong we put them on a threadmill while they get their Chemotherapy.
They actually do it. They even wrote it down. I did not make this up.

I certainly could have never come up with anything so clever: Let them save time while they still can.
This is absolutely brilliant.

Just a tiny word or two, seeing that for all the other treatments discussed later on so much importance is given to flawless study design:
Could it be, that the cohorts were biased? In other words: Is there a tiny bit of a possibility that people who vigorously run for one hour everyday are a bit more on the energetic side to begin with- Could it be, that they lived longer because they were more healthy and therefore more resistant to poisoning by Chemotherapy in the first place?
Just a thought.

What I am more perplexed about is how they managed the whole double-blindness thing. Double-blindness is very important in medicine. Double-blindness means that neither the patients nor the doctors know what is going on. Double-blindness is the most important criteria to decide on whether medicine is good medicine or bad medicine.
Good medicine is when everybody is ignorant about what is going on. Otherwise it is not science. This is exactly the problem with acupuncture. So I have been told for years.
Now: Did the jogging patients know, that they were exercising and did the doctors know too? In that case the studies are pretty useless- you know? How can people brilliant enough to put people on a threadmill while giving them Chemotherapy forget about something so simple as double-blindness?

There you go listing gazillions of studies proving the general wonderfulness of exercise in cancer treatment and every single one of these studies forgets about the basic rule on double-blindness.
On the other hand, when it comes to acupuncture you remember all too well:

“In a 2012 systematic review, researchers identified 15 randomized controlled trials (RCTs) evaluating the efficacy of acupuncture for reducing cancer pain alone or in combination with analgesics.[12] Although acupuncture was no more effective at relieving pain than drug therapy, patients who received acupuncture alongside a pain medication reported significantly less discomfort compared with those who only received analgesics. Still, the authors could not draw firm conclusions about the pain-relieving benefits of acupuncture, given that most of the trials were poorly designed.”

The list goes on.
Many studies show that acupuncture really helps. Against nausea, vomiting, pain, heat flushes. It makes people feel better and sleep better.
But people knew that they were given acupuncture and the doctors knew that they were putting needles into patients. So all these findings must be discarded. And rightfully so:
How can acupuncture ever be taken seriously by the scientists if it is executed by people who know what they are doing.

Being myself an acupuncturist who always tries to know what she is doing I get a strong feeling of rejection. I feel left out. But, hey, this is science we are talking about. I should probably not take this too personally.

Worse is, that acupuncture, being a medical system that has survived and improved for millennia, seems to have gotten quite out of hand.  We try to treat everybody. What a pretension!

In the article a certain Dr Gorski points out: „If you have an intervention that claims to treat everything from infertility, headaches, back pain, and dry mouth from radiation, it is more likely a treatment that is good for nothing and simply relies on placebo effects. In my opinion, the evidence for acupuncture is weak, at best.“

Now infertility, headaches, back pain, and dry mouth from radiation are actually ailments that have been proven to be treated effectively with acupuncture, over and over again. We all know that these and many others are effectively cured with acupuncture.
But I can see how being able to do so many things, even if you can prove that you actually can do them, is simply preposterous.
Other medical systems, such as, say, Western medicine, would never go as far as claiming that they are in charge of nearly everything.

Massage therapy is the next therapy picked out to be made fun of by Medscape.  I learn that there are not so many studies to prove the effectiveness of massage therapy as there are for acupuncture. But I also learn, that this does not really matter because the studies on massage are as flawed as they are in acupuncture:  People know when they are being massaged and so does the therapist ( although, come to think of it, in China and in Japan many massage therapists ARE blind … ):

“The evidence in support of this practice, however, is mixed. Many studies report that massage alleviates a range of symptoms, including pain, nausea, anxiety, depression, and stress, but often the study methodology is flawed, making it difficult to provide definitive recommendations.”

Feeling better, getting well, being happier and more resilient is of no use in cancer therapy – you need to play by the rules and prove it. Right?
This is especially important as massage therapist seem to be such brutes as gentle Lisa Corbin, MD, has found: Potential harmful effects of massage range “from bruising to internal hemorrhaging, fracture, and increased pain or infection”.

I will stop here because I already learned so much about alternative cancer treatments. I am positively overwhelmed.

  • Instead of being ripped to pieces by a brutal massage therapist it is much gentler and also more scientific for cancer patients to sweat on a threadmill while receiving Chemotherapy by a blind doctor.
  • Qi Gong is useless because it does not burn 3000 calories a week which for some reason seems to be very important for cachectic (skinny) cancer patients.
  • And never, ever, take herbal medicine because herbs are drugs and only work for the Chinese.

Acupuncture: a Shaman’s Way

Chinese medicine from a shamanka’s point of view.

Many years ago I studied  Chinese Medicine in China. I lived there for nearly five years, I accumulated about two thousand Chinese books. But I always had the feeling that something was missing.
(It is not- we just have to look deeper)
So I studied with shamans all over the world. Healing matters deeply to me.

I learned about spirit. I learned how spirit is lost and how it is called back.
I learned about intrusions and the spirit of the death that come to haunt us.
I learned about Power Loss.

Most importantly I learned that Shamanic ideas are not alien to Chinese Medicine. They are its very root.

The Wu Shamans of ancient China

In ancient China women who danced to bring the spirits back were calledwu, which can be translated as shamans.

African Yin Yang

African Yin Yang

 

 

 

 

 

 

 

 

the Dao De Jing: an ancient classic about the way and the power

Laozi, the mysterious creator of the Dao De Jing, was a great shaman.
He (she?) wrote a book called: Book about the way and the power.
The Dao De Jing (also written „Tao Te King“). A book most people think to know.

You may want to read this wonderful book again. And again.

The ancient shamanic classic Dao De Jing and a handful or two of acupuncture points are the essentials you need to be a wonderful healer.

This is very little, if you compare this to any other medical system.

Of course it is fun, to know more stuff.
Many people might add the Book of Changes, the Yi Jing ( I Ging ) to their list of books.

I enjoy all kinds of manual techniques or point combinations by famous doctors or herbal medicine and I think so do you.
But the more I accept that healing is the natural way to go, the less I rely on overly complicated interventions.

We do not need to worry out about not knowing enough.
We do know. Knowledge lies deep within.

It is narcissistic thinking that we must be incredibly great to heal people.
We hand over the power to be who we are to other people.
Like this we put incredible pressure on our clients: If they get well, we feel really good and accomplished. If they do not get well or even die, we feel like terrible failures.
Have you ever had a client who told you she felt better, just to make you feel better?
They should not have to do this.

They are on a quest to encounter their own inner healer and we can chose to help them.
We do this by connecting to them.
The ancient Chinese Shaman Laozi says:
„Two give birth to Three. Three give birth to tenthousand things.“
Three is the magic connection.
Whenever the Magic Three is born, we will feel in your guts what this person needs. Or they will feel it. Something will come up and it will be healing.

Healing does not necessarily mean we will not have to die.
This may be hard to swallow, because we tend to think of medicine as the great warrior against death.
This is another instance of narcissistic thinking and again it does not serve us well.

Fear of Death is a Damaging Belief. We are Immortal anyway.

If we loosen up around death- healing will be much easier.
In Shamanism the world of death is just another place to be.

Damaging Beliefs

Let us talk about damaging beliefs.
Some popular damaging beliefs are: I am ugly, I am stupid, I am unworthy.
Cognitive therapies and hypnotherapy try to get rid of these beliefs by understanding them and finding something more useful.
We may write on our mirror or on little cards: I am beautiful. I am smart. I am worthy.

This may be less painful. But it does not work as well as most people hope.

You see: whether we claim to be good or bad it is probably not the truth. It is alien to who we are and therefore not very powerful.

The truth is: when are born we are neither good nor bad. We are just as we are. Just like a tree.

Then our parents, our teachers, our friends really get going and chop us into something useful.
A chair. A table. A wooden bowl. While all we wanted to was grow and be alive.

In Humans we do not use Axes to chop down our Inner Truth. We use Words.

The great shaman Laozi was not so keen on words and names:
The Dao that is named is not the real Dao, he said.
He also had a dim view our notion of usefulness.
The thing he liked the least was morals.

To think we are bad is obviously damaging.
To think we are good is not much better.
Good is not what we want to be: We want to be real.

Laozi  said that moral categories were the beginning of all evil.

Just ask your local crack dealer who pushes poison to small children whether he considers himself a good person. He will have very elaborate explanations why it is ok what he is doing and why, of course, he really is a good person.

Beliefs are food for the mind chatter that prevents us from listening to our inner song. The deep knowing who we really are.
Our essence.

Thunder and Lightning: Two Shaman Gods and also two well known Acupuncure Points

While we are at it, I want to point out, that we have methods in acupuncture to get rid of sticky thought forms- be they whiny and self pitying or resentful and self-righteous or outright grandiose.
Try a point on the back, right between the middle and the heart. It goes by the name of yixi- cry of pain- bladder 45.
Here, just over the diaphragm, is the lower region of our sky, the lung, where the darker and heavier clouds collect.
With the acupuncutre point „yixi“ sticky thought forms will pour out of the client. After half an hour of accusations, misery, self pity and tears, we can clear up the sky with two other points: Lu 7 and St 40, Lieque and Fenglong- which incidentally are the personal  names of two old shaman gods of China: Thunder and Lightning.

Put your intention on clearing away cloudy thought forms and the two gods will be at your command.

„You can’t go back
and you can’t stand still
If the thunder don’t get you
then the lightning will.“
(The Grateful Death)

Thought discipline

After thunder and lightning have swept away the mind chatter, we have to apply thought discipline to keep it that way.
There is a mantra that seems to be working especially fine: I just tell myself to shut up whenever my mind goes into self bashing mode or self inflating mode.

Shutting up is good medicine

The mantra „shut up!“ came to me on a vision quest I did once on a very beautiful spot near an old Apache graveyard near the Mexican border. There were wolves. There were hot springs. There was snow.
As the place was so beautiful and so holy I prepared myself for great instructions.
I did my little ceremony and sat in the snow and started pouring my heart out.
I really got going.
So many things I needed to learn and do. So much misery I was making up for myself.
I was a complete nuisance to all the other beings on that beautiful spot.

All of a sudden someone said in a very clear voice: “Shut up. If you go on talking you will not hear what is being said.”
It was a peck of grass.
To shut up is very serious advice given to me by the spirit world and I thought I’d pass it on.

Now that we have talked about damaging beliefs, which are not cool, and about how to get rid of them, by shutting up,  we are done with this talk.
Right?
Hold your horses.
I am just warming up.

Acupuncture
We are immensely priviledged to be students of a medical system that does not draw a line between body and spirit.
A system that is non dual to the very core.
A system that furthermore teaches us a very simple technology to work with spirit.

Acupuncture: A Technology of the Spirit

However we have managed to reduce it to a system to treat symptoms and diseases.
Acupuncture can do that- it can do anything we want it to do, because the needles are a language that speaks to the body and if we talk disease- so will the needles.
We have been brought up to think diseases are real.
We have been brought up to think that they are entities that somehow come over us.
Later generations who will have understood will shake their heads at so much superstition.
Our notion of disease is yet another damaging belief.

Disease is the Soul’s way of healing

Some time ago I was meditating and it was one of those rare moments my mind really got out of the way. I sat there for a couple of hours, feeling calm and blissful.
Suddenly from deep inside a thought popped into my mind: Disease is the soul’s way of healing.
Next thing I felt the strong urge to jump up on my feetwhich were numbed after sitting so long. With a terrible sound my ankle cracked and I fell down on the ground. There I lay trying not to be sick from the piercing pain that shot through my leg.
Why had I jumped up like that? What had made me do so?

After a while my daughter came in and found me lying on the floor.
“I fell down”, I told her. “But never mind. I do not know how, but something just got healed.”

“Oh mommy”, she said and looked at my foot that by that time had swollen into a huge formless lump. “Only you can say something like that.”

My daughter knows me well. I can be bit weird at times.

Over the next days I held the thought  “Disease is the soul’s way of healing.”
I did some acupuncture to help the swelling go down and did some exercises to find out what was happening.
Very soon I realized that while the lump slowly turned into a foot again some other changes took place. I will not bore you with the details, but among others my iliosacral joint and hip which had been really painful for a long time opened up. The vertebrae in the neck fell into place. Headache and an occasional tinnitus dissolved. I got a bit taller. Most importantly for an ardent dancer like myself I found a completely new balance.

It was complex healing- far more complex than everything I ever learned in osteopathy.
I would never have been able to do anything like that consciously.
But something deep inside knew everything it needed to do.
It was not the first time it had done so or tried to do so.
But it was the first time I was really able to go with it instead of fighting the symptoms.

It is not always easy to appreciate the self healing process.
It can be painful and inconvenient like a swollen ankle.
It can be much worse than that.

We all have known people who started a new life after some terrible disease. I have a friend who lived through terminal cancer and found herself a new person at the end of that trial.

Healing can be deep and painful.

The force behind healing has no mercy. It is a natural force and if we try to fight it, it may very well kill us.
It is a force that comes from our roots.
The only real disease there is, is when we are not connected to this force.
A tree that is not rooted well, will be eaten by worms and thrown down by the storm.
This is the way of the forest to heal itself.
This is how life works.

The „Three Treasures“ of Ancient Chinese Doctors

The ancient Chinese doctors talked of „Three Treasures“: Shen,Qi and Jing. Let us meet these forces.

Shen- the Intouchable

In beginners classes of Chinese Medicine we talk a lot about Spirit- Shen.
Shen is expansion. It is yang and it connects us to the sky.
When the going down here gets rough parts of it can fly far, far away and not find its way home.

We call that soul loss. It happens when we are traumatized. Soul loss reduces our being.
Live loses its light and we feel lonely and sad.
Soul loss can be treated relatively easily with acupuncture.

Qi– the World of Matter

Spirit is pure yang, immaterial. When it dives down into yin again, it translates into qi.
Qi is the body we work with. Our feelings and our thoughts.
Most of the time our attention lies here. In the middle world.
We are used to get a grasp on things by giving them a name. Our specific cultural formation, our language, lets us only see the things we have words for.
We are resistant to things we have no names for.

Jing- The Essence- our inborn Power

When Qi dives down even deeper into Yin it condenses into essence- Jing.
The Chinese say it cristallizes. They teach that this crystallization needs lots of stillness and time. Like during the ten lunar months we spend in the womb before birth.
This cristall is the Jing. Our core.
As cristalls do- the Jing resonantes with its own frequency, our personal song.
If we want to know who we are, we need to listen to that song.
Most of the time we do not. Instead we listen to the chatter of our mind.

We do not hear so much about Essence in Chinese medicine.
All we learn is that we need to guard it- preferably with much sleep and little sex. Not much more we can do about it.
We also learn that it is something like gasoline. Once it is used up we die.

You can easily see that we translate our everyday illusion of scarcity into what we think is spiritual thinking.

Instead of thinking of Essence as some kind of spiritual gasoline, we can also think of it as our connection to the spirit world. The place were we are purely ourselves and at the same time connected to everything.
Think of a tree. In the upper world it stands high and reaches up into heaven. It is light and beautifully alive. Its branches rustle and sing songs without any meaning or intention attached. Songs of pure sound that somehow express, what it is on the inside.
Then there is the middle part. The trunk. A bundle of millions of pathways  that connect the branches to the roots.

The roots lie in the dark. Therefore we do not see that they form a web that spans for miles and miles connecting all trees into one living organism. Along  that web the roots pass nutrients and water. Here in the dark their power is born.

We are just like that. Deep down in the dark we are connected to everything.

The Dark World

Laozi called this place of creation The Dark Female.
It is a scary place. The place where we lose ourselves to death.
This is, why little children want to leave the light on and why all of us cannot keep still.
We all like to think that we are children of the light.

But we are also children of the dark. This is where our power is born.
If we want to embrace that power we need to grow up.

The Inuit Shaman

Shamans have some hard ways to grow up.
I read a story once about a traditional Inuit shaman who was put on some floating piece of ice to during the endless night of arctic winter. I do not remember for how long, but a lesser man would not have lasted an hour out there I suppose.
Facing death from cold and dark was this man’s test. The ultimate challenge for him to show, that he was a grown man, strong enough to face the spirit world.
When he came back he told his people:
Outside, there is nothing to be afraid of.

This message touched me very deeply. If the things we are afraid of are not outside. Where are they?
What is this place, the dark female, like.

Spirit Songs

Laozi,the Shaman of ancient China has taught, that in the beginning, people where simple and therefore they were powerful.
Have you ever listend to the prayers and spirit songs of tribal people all over the world.

These songs  are simple and truthful. They are also very powerful.
I once sat in a sweat lodge with an old Lakota healer who sang songs for thunder and lightning.

When we crawled out after several hours of ceremony we found that a tornado had wiped out everything around the lodge.
Cars and trailer homes were turned upside down. Houses had lost their roofs. Strong light poles had been broken like straw. The entire place was a mess. But inside the lodge, nothing but a fragile tent made of sticks and blankets, we had not even heart the storm.

Spirit songs are powerful

A native person,someone with a deep connection to the spirit world, will tell you, that these songs are not made-they are received.

They come from the spirit world.

We do not connect to this realm on the outside.

The spirit world is the land of Yin and we find it within ourselves.
When animals and rocks and plants talk to us, they talk in spirit language, in pure sound, and we hear it with the inner ear.
Providing we shut up.

Qi and Evil Qi

You see:
Words are qi.
They are born as vibrations, pure sound,  from the core of our being and are made into meanings by our intention. The middle.
It is our specific human gift to create meaning.
True words are in alignment with who we are.
The Chinese word for being in alignment is zheng.
True words are Zheng Qi.
Like a spirit song such words are powerful.

Words and thoughts that are not received but copy pasted from stuff we have learned do not have the same power.
They can be judgmental words, words of pride, words of guilt and words of self loathing. They can be anything.
They can be medical diagnosis.
All such words are not in alignment with who we are.
They are Xie Qi.

Xie Qi attract all kinds of similar thought forms from the outside world. They cluster and build up like dense clouds.
If we do nothing about these clouds- thunder and lightning will.

Meet the Dragon

In our beginner’s class in Chinese medicine we learn, that there is a dragon fire residing in the kidneys, most say the right kidney (which is where I feel it) or somewhere near the base of our spine. The Indians call it the Kundalini and visualize it as a snake.
For me it is the Dragon.
They say: Dragons dwell in underground caves and every once in a while they rise up to the sky to play with colourful balls.
When the dragon rises freely it brings about ecstasy and delight and an opening of the third eye.
When the sky is obstructed by clouds or strange thought forms the dragon will rise anyway and wreck havoc like a tornado.

For the last 2000 years Chinese Medicine has talked of ministerial fire rather than of dragons. The ministerial fire is our vitality. It has to do with heat and sex and other wild stuff.

The Confucian doctors admonished people to nourish their yin and refrain from sex and sit in meditation to control that fire.
They were terribly afraid of the ministerial fire and with reason.

When the dragon rises through a cloudy sky- when there is lots of Xie Qi- this Xie Qi will get momentum.
We get all kinds of heat, bursting, explosion, irritation, inflammation. Oftentimes this is in the region of the so called smaller yang, the Gallbladder and Triple heater channel. Think migraines. Think tinnitus. Think gallbladder colic. Think apoplexia.

The rising of the dragon shines light on every little Xie Qi it encounters on its way. You get swellings, red and itchy skin eruptions. All kinds of lumps may grow out of proportion. Your arteries may clog or explode. Your heartbeat may run out of control. Your stomach inflames. You may get strange cravings or unbearable pain.
Depending on your thought forms you can get any disease you can imagine.
The dragon rises out of the dark and it can make a murderer out of you or make you leave your partner of twenty years.

The dragon is the thunder and lightning of our inner universe.
It does not care about collateral damage.
It does not care whether we get killed in the process.
In the spirit world death does not exist.

The only thing the dragon wants to do is clear up the atmosphere. To reconnect heaven and earth.
To dance on a clear blue sky and play with colourful balls.

Taming the Dragon

In acupuncture we can tame the dragon to do its thing in a sweeter way and if we feel a little wilder we can undertake to wake a sleeping dragon on purpose.

Here are some ideas:

We have acupuncture points to connect heart and kidney.
We have points to heat up the ministerial fire.
We have points to clear out the Shaoyang channels.
We have points to get rid of toxic heat, damp and phlegm and unclutter the middle.
We have points to get rid of thought forms and other xie qi from outside.
We have points to connect to our ancestors and to the spirit world.
We have points to carry people high up on a mountaintop and points to submerge them into a deep blue ocean.
We have points to walk our clients through every part of their inner universe.

This work can be a bit dramatic. But in the end people get very still and some of them receive their healing song.
They get visions, hope and a new feeling of authenticity.
They start whole new lives.

So now, that we know the dragon I want to remind you of one more thing:
The difference between a healer and a sorcerer is, that the healer controls his thoughts and knows, when to shut up.

Get rid of Your Demons- in Denmark;-)

Videoinvitation by Christine Li: Come to Denmark

In September 2014 we expect you at the Scandinavian TCM Congress:

Marian Nielsen Joos with:
Lillian Pearl Bridges
Peter Firebrace
Hans-Erik Foldberg
Christine Li
Yair Maimon
Hans Dieter Platsch
Suzanne Robidoux
Mike Robinson
Lars Schuster
Zhongxian Wu

Chinese Medicine and Spirituality: Cultivation of the Practicioner, the Healer and the Alchemist

Marian Nielsen Joos- Deidre Courtney, Lillian Pearl Bridges, Peter Firebrace, Christine Li, Hans Erik Foldberg

Marian Nielsen Joos- Deidre Courtney, Lillian Pearl Bridges, Peter Firebrace, Christine Li, Hans Erik Foldberg