November- Tore zur Dunkelheit

Wieder einmal ist November. Wie stets zu dieser Jahreszeit kommen die Menschen mit schweren Themen zu mir, Trauer, Tod, Besessenheit und das Erbe einer bösen Vergangenheit. Es geht um die Ahnen.
„Die Sünden der Väter werden gerächt an den Enkeln bis ins dritte und vierte Glied“, heißt es im Buch Moses. (2 Moses, 20). Die moderne Epigenetik bestätigt dies:
In den Chromosomen wird wesentlich mehr gespeichert als die Augenfarbe.
Wer dieses Erbe ablehnen will, muss tief hinabtauchen. In die Dunkelheit. Zu den Ahnen.

November ist eine gute Zeit für Reisen zu den Ahnen.

Im November gehen wir vom Herbst zurück in die Dunkelheit des Winters. Die oberirdischen Teile vieler Pflanzen sterben. Die einjährigen Tiere sterben. Die letzten zerzausten Wespen schleppen sich durchs Haus. Hoffnungen sterben. Die Zugvögel sind längst verschwunden.
Die Religionen kennen diese Zeit und entsprechend viele Feste gibt es.

Allerheiligen-Halloween-Samhain

Allerheiligen kennt ja, dank amerikanischer Filme, inzwischen jede/r. Kürbislaternen und Berge von Süßigkeiten. Freddy Krüger mit seinen ekligen langen Fingernägeln geht um.

Wer sich für unsere eigene pagane Kultur interessiert, wird wissen, dass Samhain ein altes Fest ist, an dem das Leben, welches in der Sommerhälfte des Jahreskreises im Licht tanzen durfte, sich nun in die Dunkelheit zurückzieht. Dabei öffnen sich die Tore zur Anderswelt. 

Tollkühne Menschen können einen Blick in die Tiefe riskieren, um die Zukunft vorauszusagen. Sie tun dies etwa mit Hilfe von Spiegeln oder Wassergefäßen.
Da die Tore aufgehen, kommen auch die Bewohner der anderen Seite herüberkommen. Geister gehen um, heisst es dann. Nun sind wir selbst ja auch Geister. Aber diese, die da kommen, die sind fremd und daher unheimlich. Die Menschen bleiben daher lieber gemeinsam zuhause am Feuer (vor dem Bildschirm), erzählen sich gruselige Geschichten (gucken Horrormovies) und essen feine Speisen (Popcorn und Chips).
Jahreszeitlich keltisch gibt es zu Samhain: Kürbisse, Äpfel und Schweinebraten. Den Geistern von der anderen Seite wird etwas vor die Tür gestellt. Aber rein dürfen sie nicht.
Das ist normaler magischer Alltag.
All unseren Ahnen geläufig und der offensichtliche Ursprung der Halloweenbräuche. Bis auf den industriellen Zuckerkram. Echte Geister halten, meiner bescheidenen Meinung nach, nichts von Nestlé und co. Ich jedenfalls nicht.

Gut. Halloween- Samhain- Allerheiligen ist ja eh vorbei.

Allerseelen

Zwei Tage nach Halloween war dann noch Allerseelen. Traditionelle Menschen stellen in dieser Nacht Milch für die Toten nach draußen. Und wieder gibt es ein Festmahl. Da der ganze November im Zeichen der Ahnen steht, ist es keine verkehrte Idee, an einem beliebigen der vielen Tage dieses Monats ein persönliches kleines Totenfest zu veranstalten. Eine Kerze aufstellen, vor einem Photo, und ein wenig des eigenen Essens dazu. Ein Gruß oder eine Blume. Kleine rituelle Gesten können viel in Bewegung bringen.
Wer Allerseelen verpasst hat, und einen offiziellen Tag bevorzugt, um der Toten zu gedenken, kann warten bis zum Totengedenktag Ende November.

Karnevalsanfang

Unterdess geht es weiter mit den besonderen Tagen im November. Die Süddeutschen wissen Bescheid. Allerorts laufen fieberhafte Vorbereitungen.
(Im Norden herrscht kühle Stille. )
Am 11.11. um 11:11 h beginnt der Karneval. Allen nichtmenschlichen Geistern da draußen zum Trotz wagen sich die Menschen nun hinaus in die Dunkelheit. Im Fasching der Alpenregionen verkleiden die jungen Männer sich als wilde Gruselgestalten und gehörnte Tierfiguren, die die Mädchen mit fruchtbarkeitsbringenden Ruten schlagen. Im Rheinland ist eine Woche Party. Alle miteinander sind sie entschlossen, das Leben nicht sterben zu lassen und die Wildheit hinüberzuretten ins neue Jahr.

Martinstag

Auch im Norden gibt es Bräuche, die das Licht weitertragen sollen. Heutzutage wird dies den Kindergartenkindern überlassen, die am Sankt Martinstag tapfer mit Laternen bewaffnet durch die Nacht ziehen und Martinslieder singen, während ihre Eltern lustlos hinterherschlurfen. Auch eine Martinsgans wird hie und da gebraten, ein heiliger Vogel vieler alter Göttinnen, von Aphrodite bis zu Frau Holle.

Hekatetag

Und da die doppelte Elf eine magische Zahl ist, ist der Martinstag zugleich auch der Tag einer besonderen Göttin: Hekate.

Wer die Göttin “Hekate“, „Hekatetag“ oder auch „Hecate“ gegooglet hat, und deshalb nun hier auf meiner Seite über das Heilen gelandet ist, weiss bescheid.
Ich würde mich riesig freuen, wenn die Freundinnen der Hektar hier ein paar Kommentare hinterlassen würden, um zu erzählen, wie Ihr zu Hekate gekommen seid, was sie für Euch bedeutet, und wie Ihr sie ehrt.
Im Vertrauen auf Eure zahlreiche Kommentare werde ich selbst mir langatmige Erklärungen sparen.

Nur soviel: die griechische Göttin Hekate, oder „Hecate“, ist eine der vielen Erscheinungsformen der dreigestaltigen Mutter. Als Hekate bewacht sie die Wegkreuzungen und die Tore zwischen den Welten, die an der Schranke zum Winter, wie schon gesagt, weit offen stehen.

Hektar ist daher eine Lieblings- Göttin der Hexen und all jener, die gerne eine wären. Warum, also warum alle heutzutage eine Hexe sein möchten, ist mir unklar: Hexe zu sein, ist nicht spaßig. Niemand sonst wagt sich so tief in die Dunkelheit, ins Yin, hinein, wie die Hexen, und dort im Dunkeln ist es, nun, dunkel eben. Wahre Hexen, solche, die den Weg zu gehen verstehen, ohne dabei unterzugehen, sind daher rar und oft sind es die, die schon vorher mit Dunkelheit und Leid wohlvertraut waren und die das Territorium quasi blindlings kennen.

Dennoch begegnet mir Hexenenergie oft bei meiner Arbeit und in den unterschiedlichsten Menschen. Die meisten sind heilfroh, wenn sie nach einem kurzen Ausflug in die dunkle Energie wieder auftauchen dürfen. Bibi Blocksberg hatten sie sich anders vorgestellt.

sneak preview meines Buches über das Heilen

Um die Hexen zu ehren, die wahren, die falschen und die, die bei ihrer Reise ins Yin in trübe Gewässer geraten sind, werde ich am 11.11., pünktlich zum Hekatetag, einen Text über Hexen hier einstellen. Das Hexenkapitel ist allerdings nur ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das Buch über Heilung, an dem ich fieberhaft arbeite.

In diesem Buch über das Heilen, oder eigentlich sind es zwei, ein Lesebuch und ein Arbeitsbuch, geht es nicht um Hexerei sondern um Selbstheilung.

Bekanntlich bin ich ja der Auffassung, das wir alle alles in uns tragen, was wir zum Heilen brauchen und es nur, seit ein paar Tausend Jahren, vergessen haben.

Mehr darüber in meinen Videos.

Hexen sind rar und werden daher in meinem Buch über das Heilen nur am Rande auftauchen.
(Hexen tauchen überhaupt immer nur am Rande auf).

Vor allem geht es im Buch über das Heilen um Dinge wie Fußschmerzen, Hautausschläge, Lebensmittelunverträglichkeit, Einsamkeit, Angst, Herzbeschwerden, und, ach, einfach alles, was uns so nervt.

Fertig geschrieben wird das Buch über Heilung noch in diesem Jahr. Dann kommen edition, und und … es dauert also noch. Aber ich werde immer einmal wieder Teile hierherstellen. Es bleibt also alles wie gehabt.
Ich schreibe. Sie lesen. Dankeschön dafür.

Am 11.11., dem Hekatetag, über Hexen, Hexenenergie und ihre Rolle beim Heilen.
Keine Sorge, im Dezember wird es wieder hell.

 

Originally posted 2015-11-07 22:10:22. Republished by Blog Post Promoter

Termine ab September 2015

Kurzmitteilung

Ab sofort gibt es die neuen Termine online.
Der Kalender funktioniert!!!
Wenn auf dem online Kalender keine Termine zu finden sind, dann bin ich ausgebucht. So einfach ist dies.
Eine Ausnahme sind die Termine, die ich für Patienten reserviere, die bereits in Behandlung sind.
Für alle anderen gilt: immer mal wieder reinschauen, ob jemand storniert. Der Termin erscheint dann sofort wieder als buchbar.

Chinesische Kräuter. Akupunktur. Körpertherapie und ganz viel Zeit.
Chinesische Medizin mit schamanischen Wurzeln.

Gelegentlich schreiben mir Menschen, wie sehr sie sich fürchten, vor einer Behandlung durch mich:

„Jetzt hab ich mich endlich getraut, mir einen Termin zu buchen.“

„Wer weiß, was mich da erwartet?“

„Hab schon richtig Angst.“

Nun, wie bei Lampenfieber, ist dies eigentlich ein gutes Zeichen. Ich mache ja weiter nichts Gruseliges. Akupunktur, Kräuter, Osteopathie, andere Körpertherapietechniken, Traumatherapie. Wir reden ein bisschen. Manchmal wedle ich mit einer Feder. Lege Hand auf. Trommle vielleicht. Oder weine. Manchmal biegen wir uns auch vor Lachen.
Also nichts, was so fürchterlich wäre. Blutabnehmen wäre doch deutlich schlimmer.

Ich vermute, das Ganze ist weniger Furcht als die Aufregung, endlich irgendein, lange schon vor sich hin grummelndes, Thema anzugehen, mal nach irgendeinem Symptomen schauen zu lassen oder einen kleinen Blick ins eigene Innere zu riskieren.

 

Wie auch immer. Die September-Termine sind online. Einfach anklicken.

Wer den online-Kalender zu widerspenstig findet oder andere Fragen hat, darf natürlich wie immer eine mail schreiben.
info@bodenschatz-li.de

Christine Li by Lea Hepp

Stellenausschreibung:

Christine Li sucht, aus allzu offensichtlichen Gründen, eine tatkräftige Designerin oder einen tatkräftigen Designer für eine neue und schöne Homepage, auf der sich alle wieder leicht zurecht finden. Und auch sonst noch für dies und das.

Originally posted 2015-08-19 14:06:15. Republished by Blog Post Promoter

Heilung chronischer Krankheiten: Was raus muss, muss raus

Viele Krankheiten, die hierzulange als chronisch gelten, sind es nicht.

Das heisst, chronisch sind diese Zustände schon. Aber „Krankheit“ ist meist der falsche Begriff für Symptome, die immer dann auftreten, weil Menschen ein neues Leben anfangen wollen, weil sie im falschen Leben stecken, weil sie eine neue Vision brauchen, weil sie noch niemals die waren, die sie eigentlich sein könnten.

Solche Symptome werden chronisch, weil wir dies alles, das Leben nämlich, nicht erlauben. Und wer lebt schon so, wie die innere Stimme es sich erträumt.

In einem älteren Videoclip, dem ersten von sechs kleinen Filmen über Heilung, erzähle ich von einer modernen Raupe, die dank supermoderner Medizin für immer Raupe bleiben darf- nicht wie ihre altmodische Großmutter, die einst aus der Haut fuhr und auf- und davonflog.

kein leichter Weg

kein leichter Weg

Was raus muss, muss raus: Die Haut

Diese Regel gilt nicht nur für Raupen, die sich auf schmerzhafte Weise aus dem Kokon brechen müssen. Ans grelle unbekannte Licht, dort, wo der erste Vogel sie fressen könnte.
Sie gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge. Die chinesische Medizin geht daher bei „Neurodermitis“ (atopischem Ekzem) oder Acne rosazae (Röschenflechte) und co, ganz anders vor als die technische Medizin.
Nicht Deckel drauf- sondern raus damit.
Dazu ist es günstig, das Cortison abzusetzen, dass oft ohnehin nur in schädlich hoher Dosierung noch ausreicht, den Deckel festzuhalten. Dann gibt die chinesische Medizin einen Mix aus Kräutern, die das „wahre“ Qi, die inneren Impulse die hervorkommen möchten, befreien, idealerweise kombiniert mit genau der richtigen Menge an weichmachenden und befeuchtenden oder lindernden Kräutern, um zu verhindern, dass die Haut ganz und gar aufblüht und der Prozess milde (am besten fast unmerklich, aber niemals unterdrückt) verläuft.
Nach jahrelanger Cortisonverwendung sind solche Prozesse allerdings nur von echten KünstlerInnen zu steuern. So rabiat unterdrücken (wie vorher mit der Cortisontherapie) lassen sich die Symptome im Verlauf der traditionellen chinesischen Behandlung meist nicht.

Aber nach einiger Zeit der Anwendung von traditionellen Kräutermixturen  beruhigt sich alles wieder und wir beginnen ein neues Leben in neuer Haut.
Mehr über chinesische Dermatologie und darüber, welche „Krankheiten“ erfahrungsgemäß gut ansprechen, schreibt unter anderem mein Kollege Marco Massari in München.
Im Wesentlichen aber gilt auch bei Hautkrankheiten, wie immer in der chinesischen Medizin, wir behandeln nicht Krankheiten, sondern wir helfen individuellen Menschen, ihr Qi wieder in die richtige Bahn zu lenken.
Hautkrankheiten sind oft Ausdruck von Wachstum und Veränderung, weshalb ja gerade Kinder oder Menschen in Umbruchsituationen (z.b. alternde Menschen) so heftige Reaktionen zeigen können.
Die Heilung besteht darin, die Veränderung anzunehmen und zu leben.

Was raus muss, muss raus: Die Menstruation

Über Menstruation habe ich im „Weg der Kaiserin“ bereits ausführlich geschrieben. Wenn es zu starken Blutungen kommt, verlässt überschüssige Hitze den Körper. Für Frauen ist dies eine regelmäßige Reinigung, die jedoch immer auch etwas schwächend ist, weshalb sich menstruierende Frauen gut pflegen sollten und gelegentlich stärkende Kräuter benötigen.

Was raus muss, muss raus: andere starke Blutungen

Hitze in Form von Blut kann auf viele verschiedene Weise austreten.

  • Blutige Ausschläge
  • Nasenbluten
  • Bluthusten
  • blutige Stühle
  • Bluterbrechen
  • blutiger Urin
  • Blutstürze (Metrorrhagie)
  • Gehirnblutung

In vielen dieser Fälle ist die Hitze stark und „giftig“. Dazu kommt es etwa nach langem Siechtum, langer, emotionaler oder anderer Vergiftung (Alkohol, Medikamente, Gifte). Emotionale Gifte, teils von den Ahnen übernommen (epigenetisch), sind aber eigentlich immer dabei. Wenn sich genug Gifte, oft als sogenannte „Massen“ angehäuft haben und das Qi  lange Zeit  blockiert wird, laufen die inneren Kräfte (die „Drachen“) Amok.

Blutige Ausschläge, Nasenbluten, Bluthusten, blutige Stühle, Bluterbrechen, nicht zu stillende Blutstürze und Hirnblutung sind aus dieser Sicht Versuche der Selbstheilung, die aber leider tödlich verlaufen können.
Auch hier würde die Chinesische Medizin versuchen, die Hitze zwar soweit zu kühlen, dass die Blutungen stehen, aber gleichzeitig dem Körper zu helfen, die Blockaden und Gifte auf andere Weise zu entfernen. Das ist sehr schwer und knifflig und nicht immer kommt die chinesische Medizin hier noch rechtzeitig.
Je früher die Therapie beginnt, umso mehr Aussicht auf Erfolg gibt es. Leider kommen aber viele Menschen erst dann, wenn alle anderen Mittel nicht mehr anschlagen und der Körper restlos geschwächt ist. 
Ein Kollege und guter Freund, der zusammen mit mir in China studiert hat, ein wahrer Experte für chinesische Kräuter, der sich auch mit sehr komplizierten Krankheiten auskennt, ist Dr. Volker Scheid.

Was raus muss, muss raus: Die Wechseljahre

Frauen, insbesondere menstruierende Frauen gelten als „zickig“. Die Wahrheit ist: Menstruation ist eine regelmäßige Abkühlung, die bei Frauen, unter anderem, dazu beiträgt, dass diese im gebärfähigen Alter eben gerade nicht aus der Haut fahren.

Wer kleine Kinder zu versorgen hat, muss zu Zeiten kleine Brötchen backen. Eigene Wünsche stehen lange Zeit hinten an. Auch Frauen, die keine Kinder gebären, sind durch diese physiologische Bremse oft viel eher dazu bereit, lieb und nett in zweiter Reihe zu stehen als Männer. Noch gedämpfter, wahre „fleißige Bienchen“, werden Frauen übrigens durch die „Pille“, die selbst die kleinen prämenstruellen Aufwallungen (PMS) noch verhindert.
Unter dem Strich lassen sich Frauen deutlich mehr gefallen als Männer. Manche Kulturen (unsere) gewähren Frauen daher einen gewissen institutionellen Schutz. Andere verzichten sogar darauf nahezu komplett.

(Männer verfügen nicht über einen solchen automatischen Abkühlmechanismus wie die Menstruation. Oft lernen sie daher schon im Teenageralter, ihre übersprudelnden Temperamente selbst zu beherrschen, um brav zwölf Stunden am Tag auf einem Stuhl zu sitzen.)

Frauen hingegen werden hingegen regelrecht überrannt, wenn die Blutungen aufhören und ihre Emotionen und Passionen und Kraft sich mit einem Mal anhäufen. Wohin mit dem ganzen „Wumm“?. Die berühmt berüchtigten Hitzewallungen und Schweißausbrüche der so wunderschön  treffend „Wechseljahre“ genannten Lebensphase verlaufen umso aufregender, je weniger Raum für Entfaltung die Frau sich geschaffen hat.
Frauen fahren dann buchstäblich aus der Haut, weil es drinnen eben schon lange zu eng ist.
Statt sich dafür zu begeistern, fühlen sie sich deswegen schuldig oder defekt. Sie isolieren sich und beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Und dann ist auch noch die Bluse dauernd so peinlich nass!

Aus einem Brief an mich: „… habe das Gefühl, das ich seit einiger Zeit mit mir und meiner Umwelt überhaupt nicht mehr zurecht komme. Mir fällt  es sogar schwer es hier in Buchstaben zu verfassen, weil ich nicht weiss, wo ich anfangen soll. Ich kriege meine innere Unruhe nicht in den Griff, bin ungerecht und mitunter aggressiv gegenüber meinen Mitmenschen. Auch machen mir und meiner Umgebung meine Stimmungsschwankungen arg zu schaffen, was zur Folge hat das sich einige von mir abwenden, ich aber auch mitunter lieber zu hause bleibe, um ja nicht wieder mit meiner schlechten Laune auf andere Menschen zu treffen.“

Das „aus-der-Haut-fahren“ ist nicht gerade angenehm. Aber es ist Ausdruck einer regelrechten Grundsanierung.
Tiefe Ängste werden „geschmolzen“. Spuren und Reste jahrzehntelangen Bravseins. Geburtstraumen, Operationen, Unfälle, Überfälle, Gewalterfahrungen (sexuell, psychisch) und nicht überwundene Verlassenheitsängste, Verluste und Trennungen.  Alles kommt hoch. Das Drachenfeuer sorgt dafür. Die schamanische Kraft.

Herzschmerzen

Männer haben genauso Zugang zu dieser Kraft. In jüngeren Jahren sind sie bekanntlich deutlich wilder. Sie leiden auch oft, entgegen des Klischees, weitaus intensiver unter Liebeskummer als Frauen. Dann beginnen sie, unter Druck von außen, schon in jungen Jahren damit, ihre Leidenschaften zu unterdrücken und ihr Herz abzukühlen. Nach ein paar Jahren brav hinter dem Schreibtisch ist das Herz zu Eis erstarrt und die inneren Drachen toben zunehmend wütend dagegen an.  Das Herz gerät in Gefahr und die Angst vor Angina pectoris oder Herzinfarkt oder Hirnblutung wächst.
Andere sind durch jahrzehntelange Erschöpfung, oder durch blutdrucksenkende Medikamente, bereits so abgekühlt, dass die Drachen ermatten (Burnout Syndrom).
Depression, Impotenz und Gewichtszunahme sind Ausdruck dieses Ausgebranntseins, des burnouts, aber ich sehe sieauch oft einfach als Wirkung bei der Einnahme von Mitteln gegen Bluthochdruck. Hier haben selbst die Drachen die Lust verloren und um diese wieder zu erwecken, bedarf es einiger Bemühungen.

Drachen sind wild. Sie wollen tanzen und alter Ballast ist ihnen im Weg.
 Also muss er weg. Egal wie (aus Drachensicht).

Was tun? Zu starkes Bluten und Aus-der-Haut-fahren sind nicht so schön. Eine weitere Möglichkeit ist die Verflüssigung der Blockaden. Triefen, Rotzen und Schwitzen und dann möglichst noch Durchfall und Erbrechen. Auch diese Art der Reinigung sind nicht so beliebt. Darüber hatte ich ja schon geschrieben.
Und dann gibt es noch das Weinen: Die tiefste Art der Reinigung. Das heilige Gebet.

Hier fällt Ihnen vielleicht ein wiederkehrendes Thema auf:

Unsere Körper sind gar nicht so böse, wie wir meinen. Sie sind zutiefst weise. Sie möchten gesund sein und gesund heißt wild. Auch wenn sie uns mit lästigen Symptomen ärgern: wir dürfen ihnen vertrauen.
Schließlich sind wir der Körper.

Wenn wir unsere Symptome annehmen, uns hineinfühlen und versuchen, dem Körper-uns zu helfen, statt ihn-uns mit allen Mitteln zu bekämpfen, erleichtern wir uns das Leben. Der Körper-wir, sind gut, so wie wir sind. Auch mit Rotznase und schuppiger Haut oder wütend aufgequollenem Bauch. So ist es eben, in diesem Augenblick.
Wenn wir aufhören, uns außerhalb des Körpers-uns selbst zu sehen und uns mit diesem-uns selbst wieder völlig vereinen, geht vieles wie von selbst. Die lästigen Symptome verlaufen dann milder und klingen ab.

Und worin besteht die Rolle der chinesischen Medizin?

Sie heilt natürlich nicht, aber sie hilft bei all dem. Sie ist eine der letzten kostbaren Vermächtnisse aus jener längst vergessenen Zeit, als die Menschen noch wussten, wie Leben funktioniert.
Kräuter, genau wie weise ausgewählte Nahrung, bringen uns wieder in Kontakt mit der lebendigen Umwelt. Sie unterstützen und nähren die inneren Prozesse (eventuell sogar bei sehr weitreichender Verwirrung und Blockade).
Die Seelentechnologie der alten Schamanen, die Akupunktur, bringt uns zurück in den Körper. Je weiter außerhalb des Körpers wir schweben, umso schmerzhafter kann die Akupunktur werden. Solange, bis wir uns wieder von innen fühlen. Sind wir wieder ganz innen angekommen, tut es nicht mehr weh. Dann erinnern wir uns, es ist gar nicht so schlimm. Das Leben.

 

 

 

 

 

 

Heilen ist schön- aber die Reinigung…

Heilen ist schön- aber so ganz von selbst geht es dann auch wieder nicht. Der Körper muss gereinigt werden.

Das Heilung immer möglich ist, behaupte ich gerne und immer wieder.
(zum Beispiel auf diesem Vortrag)
Ich will allerdings nicht verschweigen, dass jede Heilung eine Transformation ist und somit eine Veränderung, der sich nicht jede/r so ohne weiteres stellt. Heilung heisst auch nicht unbedingt, dass der Körper die Prozedur überlebt. Heilung heisst Erneuerung.

Um uns zu erneuern, muss das Alte raus: Entmüllung und Reinigung.

Bei der innerlichen Körperreinigung hakt es oft.

Warum?

Es ist nicht so schön.

Gestern erst beschwerte sich eine Klientin, sie sei seit ihrer ersten Sitzung so unglaublich müde und sie habe entsetzlich stinkende Darmentleerungen.
Was sie vergaß, war, dass zur gleichen Zeit ihre gesamten, nicht unerheblichen, Krankheitsbeschwerden komplett verschwunden waren.Eine andere war etwas beunruhigt, dass sie eine Woche lang fieberte und schwitzte. Allerdings verschwand zur gleichen Zeit ihr vernichtender Rheumaschmerz und die seit vielen Jahren deformierten, zum Teil völlig blockierten Gelenke lockerten sich.
Das alles hatte erst sie gar nicht bemerkt- vor lauter Schreck. Auf irgendeinem Weg muss im Verlauf der Heilung all der materielle Dreck erstens mobilisiert und verflüssigt werden und zweitens den Körper verlassen.
Durchfälle, Schwitzen, zwei klassische und schnelle Wege der Reinigung. Dennoch sind viele davon irritiert.

Andere stürzen sich Hals über Kopf in den Heilungsprozess (und stürzen notfalls sogar im Supermarkt).

Wie diese unerschrockene Klientin:

„Liebe Frau Li,

ich weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern können. Denn es suchen Sie bestimmt viele verschiedene Personen auf, und eigentlich ist es nicht wirklich wichtig für das, was ich jetzt schreibe. Ich möchte einfach ‚Danke‘ sagen und dass ich froh bin, Sie aufgesucht zu haben. Es war eine gute Entscheidung.
Ich habe Sie im März diesen Jahres aufgesucht, mit dem Wunsch, Sie mögen mir doch bitte ein Erlebnis aus den Körper holen, das mir in den Knochen liegt.

Ich bin heute noch erstaunt über die Erfahrung und was für eine Entwicklungsreihe Sie damit losgetreten haben.
Sie sind mir eine wahre Pfortenöffnerin gewesen. Ich kam damals nicht mehr weiter in der Entwicklung, aber nach dem Besuch bei Ihnen schlug die Türe für den weiteren Weg auf.

Ich möchte aber auch erwähnen – und ich muss heute dabei sehr über mich grinsen-, dass Sie mich damals ziemlich eingeschüchtert haben.

Ich kann mich heute noch erinnern, wie nervös ich unter Ihren Augenschein wurde, weil Sie so präsent sind und ruhig. Ich habe vorher noch nie eine Frau getroffen, die einfach so „da“ ist und mich wahrnimmt. Das hat mich fasziniert und gegruselt zugleich.
Irgendwie schön, aber aushalten konnte ich damals trotzdem nicht. Dabei hätte ich so gerne noch das ein oder andere gefragt. Auf jeden Fall war es recht gescheit von Ihnen, mir nicht zu sagen, was in den nächsten Wochen über mich hineinfallen würde. Sonst hätte ich vielleicht vorab Angst gehabt. Sie haben mich darauf hingewiesen, dass etwas die nächste Zeit passieren würde und dass ich mich oft hinlegen sollte. Aber… puh… das konnte keiner erahnen. Ich hatte solche Schmerzen, als würde sich mein Körper zurecht zurren. Ich habe gestunken, gefiebert und ständig gedurstet. Ich hatte von ein auf dem anderen Moment Panikattacken und fühlte mich völlig losgelöst, einen anderen Tag hatte ich das Gefühl, als würde mir jemand auf der Brust stehen und ich bekam keine Luft. Das war mitten im Supermarkt und ich dachte mir, ich setze mich mal besser auf den Boden neben dem Regal, dann kann ich zumindest nicht fallen. Ich habe später noch geheult, gewütet und einiges mehr.

Liebe Frau Li, das war wirklich eine Wucht.
Dann war es ganz vorbei und es kehrte Ruhe in mir ein.

Und seit dem…. ist einiges Schönes passiert.

Ich kann unter anderem endlich wieder angstfrei Buss fahren.
Ich habe damals vor Freude geweint und bin ständig wieder Buss gefahren – nur so zum Spaß, weil ich es kaum glauben konnte. 
Meine Allergie hat sich ganz zurück entwickelt und ich habe mich weiter entwickelt. Ich fühle mich wieder selbstsicherer und habe mehr Vertauen in mir.

Ein Bisschen, als wenn ich mehr geworden wäre.

Frau Li, vom Herzen ein großes Dankeschön! Es ist so gut, dass es eine Ärztin wie Sie gibt. Ich werde Sie irgendwann ein zweites Mal aufsuchen, wenn ich darf. Aber jetzt noch nicht. Noch passiert viel in mir und um mich.
Ich wünsche Ihnen bis dahin alles Gute und weiterhin viel Kraft für Ihre Taten!
In Dankbarkeit,

Ihre
N.“

Für die, die jetzt nicht abgeschreckt sind, hier noch ein bisschen Medizintheorie zur Heilung und Reinigung

4 Zeichen, dass sich lange Zeit blockiertes und körperlich manifestiertes Qi mobilisiert und löst

  • Fieber (calor)
  • Rötung (rubor)
  • Schwellung (tumor)
    und leider auch:
  • Schmerz (dolor)

Calor, rubor, tumor und dolor sind in der europäischen Tradition der Humoralpathologie die klassischen Anzeichen einer Entzündung- die von der modernen Medizin immer gleich im Keim erstickt wird.
Klar, Entzündung kann der Anfang vom Ende sein. Sie kann aber auch der Anfang vom Neuanfang -der Heilung- sein.

Keine Veränderung ohne Krise.
Auch die alte europäische Medizin sprach viel von der „crisis“: Der Zeit der Entscheidung.

crisis: Die Karten des Lebens werden neu gemischt.

Die Aufgabe des Arztes war nicht, die crisis zu verhindern, sondern die Patienten heil durch diese Initiation hindurch zu geleiten. Zum Beispiel mit kühlenden Wickeln und aufweichenden Kompressen, mit Aderlässen, Brechmitteln, Schweißtreiben und Abführmitteln.
Kommen wir also zum nächsten Punkt:
Irgendwo muss das aufgelöste Zeugs hin!

Physiologische Wege der Reinigung von krankmachendem Zeug

Was raus muss, muss raus.
Heutzutage bevorzugen die meisten Menschen ew, lautstark zu brüllen oder, notfalls zu weinen, wenn es um Kartharsis (Reinigung) geht. Klar, das machen wir auch. Ich bin eine große Verfechterin des Weinens. Tränen reinigen die Nieren und das Herz.
Nicht ganz so gute Presse haben Erkältungen und Heuschnupfen. Dabei sind gerade diese beiden nichts weiter als ein Versuch, alles mögliche aus dem Körper herauszuwerfen.
Rotz reinigt die Lunge und das Hirn. Schnupftabak für einen klaren Kopf hilft daher wirklich.
Heuschnupfen ist eine Form von Frühjahrsputz.
Auch Erkältungen haben ihre reinigende Funktion. Für viele Menschen sind Erkältungen der jährliche Hausputz undeine willkommene Gelegenheit, sich ins Bett zu legen und neu zu sortieren. Die lästige Triefnase und das Gefühl, enen benebelten Kopf zu haben, sind in Wirklichkeit der Versuch, unnutzen Nebel loszuwerden.
So erkältet sich so mancher als Reaktion auf Kümmernisse, Enttäuschungen und Kränkungen.

Liebeskummer ist ein ganz ganz großer Erkältungsfaktor.
Wenn demnächst die Erkältungszeit ansteht, achten Sie mal darauf, was da alles raus möchte.
Das heißt nun nicht, dass wochenlange Schniefnasen, sei es durch Heuschnupfen oder Erkältungen, sein müssen. Aber statt sie einfach zu unterbinden, mit den bekannten Nebenwirkungen: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Gewichtszunahme, tun wir gut daran, andere Ventile zu öffnen.
Das gleiche gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge.
Was raus muss, muss raus.

3 klassische Wege der heilenden Reinigung

Im Osten wie im Westen kennt die Heilkunst drei klassische Wege der Reinigung:

  • Erbrechen
  • Schweißtreiben
  • Purgieren (Abführen).

Die drei reinigenden Methoden helfen dem Körper, alte Gifte loszuwerden. Dabei verlässt auch die Hitze den Körper und die, durch Entzündung erhöhte, Körpertemperatur sinkt. Schweißtreiben und Purgieren sind in China bis heute verbreitet.

Mit Blut, dem kostbaren Saft, gehen Chinesen sehr sparsam um. Literweise Aderlässe wie bei den westlichen Doktoren vergangener Zeiten, sind tabu. Aber auch ein harmloser, quasi symboilischer, „Aderlass“ in Form winziger Tropfen Blutes aus ganz bestimmten Akupunkturpunkten wird in Notfällen (das Fieber steigt zu sehr, es kommt zu Fieberkrämpfen oder Delirium) mit großem Erfolg verwendet. Da die Chinesen großen Wert auf glückverheissende Zahlen, vor allem die drei legen (die vier bringt Unglück), zählt der Aderlass zu den „drei Methoden“. 

Vom Erbrechen sind die meisten chinesischen Ärzte abgekommen. Das ist verständlich, aber auch schade.
Nichts macht einen klareren Kopf als tiefes Erbrechen.

Tiefes Erbrechen (im Amazonas: „la purga“) heißt nicht „Finger in den Hals“.
Tiefes Erbrechen heißt, es muss mehr kommen als der Mageninhalt. Dazu braucht es reinigender Kräutermixturen, die dabei helfen, Schleim aus allen Meridiane zu mobilisieren und buchstäblich „Gift und Galle“ zu erbrechen.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich vor vielen Jahren einmal einem tapferen kleinen Jungen geholfen habe, der jahrelang unter extremer Benebelung und Migräneattacken litt: Beides Zeichen von Schleim.

Wir verwendeten ein Brechmittel gegen den Schleim. Wenn der Schleim draußen ist, wird der Kopf wieder klar. Es war eine echte Rosskur: Nach ein paar Tagen vorbereitender Diät, den Kräutern, den Nadeln, ging alles sehr schnell, kurz und hässlich. Die Mutter saß im Nebenraum und beherrschte sich auf bewundernswerte Weise, während ihr kleiner Junge gurgelnd vor einem großen Eimer kniete.
Der tapfere kleine Junge ist mittlerweile ein großer Mann mit abgeschlossenem Studium. Migräne hat er seit jenem Nachmittag, an dem er über dem Eimer kniete, nie wieder bekommen.

Also hier, zum Mitschreiben:
Heilung ist immer eine Möglichkeit- aber irgendwo muss der Dreck hin.

Wer ökologische Bedenken bei dieser Reinigung des Körpers hat: Wenn schräges Qi unseren Körper verlässt, verliert es seine Bedeutung. Es wird wieder zu Qi.

In der Chinesischen Medizin gibt es kein gut und böse, es gibt nur Qi, das in die falsche Richtung strömt.

 

Heilen lernen: Von Placebos, der Kraft der Gedanken, von Pferden und vom Mitgefühl

Ein Kurs über das Heilen lernen

Im Mai 2015 gibt es einen ersten Kurs für Heiler und die, die sich selbst heilen möchten.
Der Kurs beruht auf dem Gedanken, dass uns das Heilen angeboren ist. Der Kurs möchte diesen Gedanken weitergeben. An alle, die ihn dann vermehren möchten wie ein Virus.

Alles begann mit simplen Fragen über das Heilen. Wir sprachen einige Nächte lang, Sandro, ein Kollege aus Zürich und ich.

Dies waren einige unserer Fragen über das Heilen:

So schwierig, wie es uns beigebracht wurde, sollte das Heilen nicht sein. Schließlich ist Zellerneuerung ein Programm, das unserem Körper automatisch zur Verfügung steht.
Warum die ganze Aufregung?

Warum haben wir solche Angst vor dem Körper?

Warum wird es denen, die das Heilen erlernen möchten, das Leben zur Hölle gemacht?

Warum gibt es für die, die Heilung für sich selbst suchen, vor allem Angst, Einschüchterung und Terror? Iatrogene Traumatisierung.

Warum machen sich manche gar nicht erst so viele Gedanken und werden einfach mal gesund?

Was bedeutet Heilen? Warum gelingt es den einen und den anderen nicht?

Warum bereitet uns das Leben soviele Schmerzen?

Auf welchem Weg finden wir Zugang zu unserer verborgenen Heilkraft?

Warum kennen wir uns in ihrer Handtasche, und manche im Inneren ihres Computers, besser aus, als in ihrem Körper?

Unnötige Fragen? Dumme Fragen?

Heilung ist nun mal schwer. Medizin muss lange Jahre studiert werden und danach kann mensch immer noch niemanden heilen. So schwer ist es. Und wer nicht Medizin studiert hat, versteht schon mal gar nichts. So ist es eben.

 

Die Geschichte lehrt uns, dass alle Fragen, die mit „so ist es eben“, „so war es schon immer“ und „du immer mit deinen dummen Fragen!“ beantwortet werden, die interessanteren Fragen sind.

„Paradigmata filtern unsichtbar im Kopf des Wissenschaftlers, was überhaupt wahrgenommen werden kann, was in wissenschaftliches Ergebnis und was in störenden, unbeachteten Noise getrennt wird.“
(Georg Hoffmann, in einer Huldigung des großen Thomas Kuhn)

Wenn Menschen einfach mal so gesund werden, wird dies in der Medizin als störendes „noise“ wahrgenommen.

 

Einst wurde uns eingebläut, Heilerei sei nichts als Hexerei und Teufelswerk. Jedem aufrechten Christenmenschen zuwider, weil ein sadistischer Gott seine sündigen Kreaturen leiden sehen will.
(monotheistische Religionen als Produkte von Kulturen mit väterlicher Züchtigungspflicht)

Heute wird Heilkraft einfach ignoriert. Unsere modernistische „wissenschaftliche“ Medizin sieht rundum nur den Verfall. Im Krankheitsfall geht es bergab. Gelenke nutzen sich ab, Gewebe verhärten, Organe versagen, das Gehirn verklebt und Gene degenerieren? Und das Ganze ist im Prinzip nicht zu ändern. Wir können es nur, mithilfe von allen möglichen wohlfeilen Giften, einigermaßen verlangsamen und ertragen.
Inzwischen musste selbst die moderne Medizin einsehen, dass manche Menschen halt doch irgendwie heilen. Aber das beruht auf Einbildung. Es ist ein Placeboeffekt. Man muss diesen armen, fehlgeleiteten Menschen nur sagen, dass alles eine Lüge war und schwupps sind sie wieder krank. So wie es sich gehört.

Heilen ist sehr real. Es ist keine Hexerei und auch nicht schwer und natürlich beginnt Heilung in den Gedanken. Gedanken sind eine eigenständige physikalische Kraft. Sie wirken. Die Kraft unserer Gedanken aktiviert unseren inneren Heiler. Die angeborene Heilkraft.

Im Placebodiskurs entlarvt sich der Missbrauch durch eine hierarchische Medizin:
Ich, die mächtige Wissende gebe dir, du armer, dummer Patient ein unwirksames Medikament und du bildest dir dann ein, du seist geheilt und allein dadurch wirst du geheilt. Freilich nur scheinbar. Denn nun liegt es in meiner Macht, dir deine Heilung zu belassen, indem ich dich im Unwissen lasse, oder dich über den Betrug aufzuklären und dadurch wieder krank zu machen. Ich kann dies jederzeit tun. Betrogen oder krank: Es liegt an mir.
In beiden Fällen bist du vollkommen in meiner Hand.

Das Interessante daran ist: Unsere Gedanken sind wirklich in der Lage, uns zu heilen. Wenn wir dies erreichen, ohne den Betrug des Placebos, sondern dadurch, dass wir unsere Art zu sein so transformieren, dass wir wirklich neue Gedanken generieren- dann haben wir uns geheilt. Auf einer tiefen und dauerhaften Ebene.
Eine solche Heilung ist magisch, transformativ und bleibt bestehen. Wir haben sie selbst erreicht, haben unseren eigenen Dämonen ins Auge geblickt und uns  befreit. Nur wir selbst wissen, wie weit der Weg war und was wir alles gesehen haben auf dieser Reise.
Unsere Heilung ist real.
Wenn uns nun jemand erzählen würde: „Du hast dir das nur eingebildet.“
Dann wüssten wir beim besten Willen nicht, was das heißen sollte.

 

Wie das Leben selbst bedürfen solche Heilungen eines großen Heldenmutes. Außerdem ist es gut, Wegbegleiter dabei zu haben. Dies sind die Heiler.  Heiler ermutigen andere Menschen, sich auf die Kraft ihrer Gedanken zu besinnen. Heiler halten den Raum. Sie bewachen die Reisenden. Sie sind Zeuge. Sie fühlen mit.

Heiler sind nicht die, die anderen Menschen unwirksame oder giftige Substanzen verkaufen und ihnen einreden, es sei Medizin.

Heiler gelten  als alberne, unwissende Spinner, denen der Ernst der Lage nicht bewusst ist. Meist, weil sie keine Medizin studiert haben (und wenn doch, wie ich, dann müssen sie irgendwie wahnsinnig geworden sein…).
Heiler werden inzwischen nicht mehr auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie dürfen inzwischen, leise und eher heimlich, Fragen nach der Heilung stellen.
Leise ist gut. Sogar sehr gut. Uns einfach alle heimlich selbst zu heilen, ohne großes Geschrei, dürfte das Subversivste sein, was ich mir vorstellen kann.
Nach dem Motto:

Stell dir vor, es gibt Pillen und keiner will sie schlucken.

 

Aber wie funktioniert das Heilen lernen? Wo fangen wir an?

Bei unseren Gespräche über das, was Heilung ausmacht lernen, stolperten wir über eine Anzahl im Augenblick sehr beliebter, um nicht zu sagen, bis zum Abwinken heruntergeleierter Begriffe, heruntergeleiert, zugegebenermaßen auch von uns.

Bei strenger Betrachtung stellten wir fest, dass wir unter diesen Begriffen wenig Konkretes vorstellen konnten.

13 new age Begriffe über das Heilen, die geiler klingen, als sie sind

  1. Achtsamkeit (mindfulness)
  2. Intuition entwickeln
  3. Öffnung des dritten Auges
  4. Herzöffnung, offenes Herz
  5. Selbstliebe, sich selbst lieben, Selbstwertgefühl
  6. ins Yin gehen (in der chinesischen Medizin ein Fachbegriff, außerhalb davon irgendwie nichts)
  7. die Mitte stärken (idem)
  8. sich erden
  9. das Ego loswerden, starkes Ego
  10. Neugier
  11. Spontaneität
  12. Authentizität
  13. Freiheit

Ja, ich weiß, manche dieser Wörter klingen prima.

Freiheit, zum Beispiel, mag ich sehr. Oder Neugier. Sandro wiederum war bis vor kurzem ziemlich versessen auf die Achtsamkeit (mindfulness).
Bei genauerer Betrachtung entlarvten sich all diese Lieblingswörter als new age Klischees.

Das Problem mit solchen Wörtern ist, dass niemand sie umsetzen kann.
Außer vielleicht im Rahmen spezieller Kurse (mindfulness-training läuft ja ganz gut).
Bei der Spontaneität wissen die meisten: „Sei spontan!“ funktioniert nicht.
Genau so wenig wie: „Lass einfach los!“
Ähnlich ist es auch mit den anderen Begriffen. Wie genau soll ich mein Herz öffnen? Wie?

Nachdem wir eine ganze Weile mit diesen Begriffen gespielt hatten, entschieden wir uns, dass sie uns nicht viel nutzten.

Unklare Wörter verkleben das Denken. Das sagte, sinngemäß, schon Konfuzius. Konfuzius sagte es immer wieder. Es war vielleicht sogar die wichtigste seiner Erkenntnisse: Begriffe müssen klar und präzise sein. Sind sie es nicht, wird die Realität ebenfalls verworren.

Wir stellen vor: Die Acht

Wir haben uns daher, Konfuzius und der Klarheit zuliebe, von unseren new-age Klischees  verabschiedet.

Indem wir dies taten, tauchten acht neue und klare Wörter auf, simple und wohlvertraute Wörter. Acht Wörter die wir verstehen und fühlen können. Acht Wörter, die uns fokussieren helfen.

Die neuen Wörter beschreiben acht innere Haltungen. Acht Stimmungen oder Tonlagen. Acht Richtungen. Acht Rhythmen. Acht Einstellungen. Acht Kompassionen. Acht innere Melodien.
Acht Gefühlsebenen.
Acht.

Gefühle und Pferde

Gefühle sind der Stoff, der unsere geistige Realität, die klaren Bilder und Vorstellungen, mit der dunklen und geheimnisvollen Realität unseres Körpers verbindet.

Durch Gefühle gelangen wir in die Dunkelheit unseres Körpers. An all die Orte, die uns unzulänglich erscheinen, obwohl wir eigentlich mitten drin sind.
Gefühle verbinden uns mit den Ahnen und mit unserem angeborenen Wissen.

Und Gefühle sind den meisten, gelinde gesagt, suspekt. Unberechenbar. Sie machen, was sie wollen, und meistens tun sie weh. Weshalb unser Konsum an Psychopharmaka elefantiasische Ausmaße erreicht.

Gefühle sind allerdings auch die wilden Pferde, die uns durchs Leben tragen. Wenn wir sie einschläfern, werden sie uns nicht sehr weit tragen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit unserem Pferd Kontakt aufzunehmen.
-Die „klassische“: Wir reißen am Zügel, treten ihm in die Seiten, reißen ihm womöglich mit Sporen die Seiten auf, dopen es oder reiten es müde-
-Die „indianische“ (la doma india): Wir vertrauen dem Pferd und arbeiten an unserer eigenen Haltung. Indem wir uns unserer Haltungen (der innerlichen und der äußerlichen) bewusster werden, zähmen wir, zärtlich, die wilden Pferde unserer Gefühle. Pferd und Reiter werden eins.

Nochmal acht

Acht Stimmungen oder Tonlagen. Acht Richtungen. Acht Rhythmen. Acht Einstellungen. Acht Kompassionen. Acht innere Melodien.
Acht Gefühlsebenen.
Acht Haltungen.
Die Acht wirken nach innen und nach außen. Sie reichen als innere Einstellung bis tief in die Gefühle. Sie formen als äußere Haltung auch den Körper.

Wie bei einem Musikinstrument bestimmt die Form auch die Schwingung, die wir aussenden.
Unsere Haltungen formen nicht nur die innere sondern auch die äußere Welt.
Den Körper, andere Menschen, die Dinge, die uns begegnen, unser Schicksal.

Die meisten Menschen stecken in der einen oder anderen Haltung fest (das „Opfer“- Hingabe, die „Macherin“- Wut, der „Abgehobene“-Klarheit), während ihnen andere Haltungen, wie etwa Zärtlichkeit, nicht zu entsprechen scheinen. Sie spielen, wie auf einem Klaver, bei dem der größte Teil der Tasten abgeklebt ist, immer wieder die gleiche Melodie.
Die Gefühle werden dann ebenfalls starr. Immer die gleichen. Quälend.

Da heil-sein ein anderes Wort für ganz-sein ist, vereinigen heile Menschen alle acht Haltungen.

  1. Respekt
  2. Standhaftigkeit
  3. Wut
  4. Zärtlichkeit
  5. Schönheit
  6. Hingabe
  7. Kindlichkeit
  8. Klarheit

 

Im Heilen vereinigen sich die Acht. Wir gehen soweit zu behaupten, dass unsere Kraft zu heilen darauf beruht, wie umfassend wir alle Acht verkörpern können.

Das Ritual der Acht

Wir haben die Erfahrung der acht Haltungen/Stimmungen/Kompassionen in den Mittelpunkt eines stärkenden Rituals gestellt, das uns, genau wie die Acht, quasi von selbst „erschienen“ ist.

Ge-channelt? Dummes Wort. Mit einem Mal war es da. Das Ritual.

Das Ritual der Acht erhält, wie die meisten traditionellen Rituale, seine Kraft durch die Verbindung mit dem magnetischen Kraftfeld der Erde. Den acht Himmelsrichtungen also. Den acht Winden. Indem wir unsere inneren Haltungen am magnetischen Feld ausrichten, verstärken wir sie.

Anleitung zum Ritual der Acht:

Wir nehmen nacheinander alle acht Haltungen ein- als innere Haltung- ausgerichtet im Magnetfeld. Das ist alles.
Inzwischen haben wir ausreichend Gelegenheit gehabt, das Ritual auszuprobieren. Genau wie die Haltungen selbst ist es simpel und unverschnörkelt.
Es gibt keine Fehler und keine wütenden Geister. In der neuen Heilkunst haben solche Bedenken und Ängste keinen Platz mehr. Der übellaunige Gott und all die anderen rachsüchtigen Geister, die unsere Vorfahren über lange Jahrtausende gepiesakt haben, gehören auf den Komposthaufen der Geschichte.

Jeder kann das Ritual auf der Stelle erlernen und zuhause durchführen und es wirkt.
Es kostet nichts und wir benötigen auch keine geheimnisvollen Zutaten. Nur uns selbst, Zeit und das Wissen, wo der Norden ist.
Die acht Haltungen sind wohlbekannt:
Es sind elementare Erfahrungen, wie Zärtlichkeit oder Respekt. Auch wenn die eine oder andere Haltung nicht ausgelebt wird: Jede weiß, worum es dabei geht.
Acht innere Einstellungen, die jedem Menschen gelingen und keinerlei esoterische Schulung benötigen.
Acht Haltungen, die komplizierte Erfahrung wie die von Liebe, Achtsamkeit, Erdung und Herzöffnung als „Nebenwirkungen“ beinhalten.
Acht Tonarten, mit denen jede ihre eigene Musik spielen kann.

Wir haben sie nicht erfunden und beanspruchen kein copyright. Es gibt keine teuren Kurse zur Erlangung der Meisterschaft.
Jeder Mensch ist ein Meister. Die Sache mit den Gurus war vorgestern.

Heilen ist und bleibt public domain.

Warum acht?

So wie Pflanzen und Tiere sich am magnetischen Feld orientieren, so tun dies auch wir. Wir wissen dies nur nicht mehr. Rituale beleben dieses Wissen. Sie beziehen ihre Kraft bewusst aus dem magnetischen Feld der Erde indem sie die vier oder acht Winde oder Richtungen einbeziehen. Ohne das Bewusstsein, wo wir stehen im magnetischen Feld, werden wir eben irgendwie, so gut es geht, planlos von den Kräften hin- und hergezogen.

Die Himmelrichtungen sind eine elementare Gegebenheit des Lebens im Magnetfeld der Erde.
Zu allen Zeiten erlebten Menschen die Himmelsrichtungen als sehr real, im Körper, im Wetter, im Wind. Heiler auf aller Welt begrüßen bis heute die Kräfte der vier oder acht Richtungen, bevor sie mit ihren Zeremonien beginnen. Die vorgeschichtlichen Chinesen beschrieben die Kräfte der acht Himmelsrichtungen ausführlich in dem klassischen Buch der Wandlungen Yi Jing (I Ging).
Die acht Himmelsrichtungen sind die acht Dimensionen unserer materiellen Existenz.
Gaia. Mutter Erde. Pachamama. Unsere Mutter kommuniziert über ihr Magnetfeld mit unserem eigenen Magnetfeld.
(Bei der Akupunktur nehmen wir Einfluss auf die Kommunikation unseres Körpers mit den magnetischen Informationen der Erde.)
Die chinesische Sprache bezeichnet einen Menschen, der den Sinn für die Realität verloren hat als einen, der metaphorisch „den Norden nicht mehr findet“.

Uns heutigen westlichen Menschen ist der Sinn für die Himmelsrichtungen abhanden gekommen. Wir finden buchstäblich den Norden nicht mehr.

( Wer ein chinesisches Navigationsgerät verwendet, muss allerdings damit rechnen, dass Siri oder wer auch immer, fröhlich erklärt „drehe nun nach Norden/Osten/Westen/Süden um“. )

Acht Kompassionen

Mit den acht Haltungen möchten wir uns selbst helfen, uns wieder zuhause zu fühlen auf der Erde.
Die acht Haltungen sind daher auch acht Dimensionen oder acht Kompassionen.

Im Spanischen ist compás das, was Menschen haben, deren Füße den Rhythmus fühlen und wie von selbst zur Musik schreiten können. Zur Zeit. Das Taktgefühl.
Im Deutsch hilft uns der Kompass, uns im Raum einzurichten, wenn wir den Sternenhimmel aus den Augen verloren haben.
Im Englischen hingegen, wie in den meisten Sprachen lateinischer Herkunft, ist „com-passion“ das Mit- Gefühl. Die „Passion“, die wir „mit“ anderen teilen.

Kompassionen, sind somit Haltungen, die wir gemeinsam mit einem Gegenüber ( real oder imaginär) einnehmen, um uns ineinander einzufühlen und zugleich in Raum und Zeit anzukommen.

Nach(t)gedanke:
Im Chinesischen sagt man zu einer, die den Kontakt zum Leben verloren hat: „sie findet den Norden nicht mehr“.
Wissen Sie immer, wo Nord und Süd ist? In der Wohnung? Klar. Auf der Arbeit? Ähm, ja? Und im Restaurant? In der U-Bahn? Beim Nachtflug über den Nordpol? Im MRT?

Zeit, einen Kompass zu kaufen.

 

Heilen lernen im Tessin

Kursankündigung: „Heilen lernen“

 

Mai 2015 findet unser erster Kurs über das Heilen lernen statt.
„Heilen lernen“ ist ein experimenteller Kurs. Ein Prototyp. Zum Ausprobieren und Selbst- Entwickeln.
Wie schon mein magischer Kurs im Schwarzen Wald ist auch dieser Kurs
ein Kurs bei dem nichts gelehrt wird und nichts vorausgesetzt wird.

 

Es gibt keine Einstiegsprüfungen und keine Zertifikate. Solchen Kindereinschüchterungskram brauchen wir nicht.

Wir gehen davon aus, dass Menschen alles in sich tragen, was sie brauchen.
Heilung ist uns angeboren. Heilung ist immer eine Möglichkeit.
Keine Gurus und keine Schüler.

Die acht Kompassionen sind Grundlage des Kurses. Rituale. Gegenseitige Arbeit mit Gefühlen und dem Körper. Experimente. Gespräche. Berge und Wasser und der Sternenhimmel.
Wir, Sandro und ich, und genauso alle anderen TeilnehmerInnen, halten den Raum, damit Heilung entstehen kann.
So mache ich das in meiner Praxis. So halten wir das auch im Kurs.
Im Kurs gibt es außerdem noch den Himmel über uns und die Erde unter uns, die uns halten und tragen und schützend umgeben.
Berge und Wasser und das Magnetfeld der Erde werden somit erlebbarer als in der Stadt.
Die Erinnerung an das Heilen kommt so von selbst zurück.
(noch ein paar Gedanken über das Heilen in Sechs kleine Videos über das Heilen.)

Wer sich darauf einlassen mag, nichts zu lernen und alles schon zu wissen, und wer außerdem nicht so viel Komfort benötigt, kann gerne vom 15.-17. Mai mit uns zum Heilen lernen ins Tessin kommen. Zwei Plätze sind noch frei.
Wie gesagt. Der Kurs ist ein Prototyp. Ein Geschehenlassen.

Wer abwarten will, wird nach dem Kurs auf einer neuen homepage mehr lesen können. Vielleicht ja auch vorher. Wir hetzen uns nicht.

Bis bald,
Christine und Sandro

 

Sandro Varisco

Sandro Varisco

Sommerlachen

Christine Li

 

Sechs kleine Videos zur Heilung

(Nicht lesen und gleich die Videos ansehen? Unter dieser Einführung finden Sie die Links.)

Heilung ist immer eine Möglichkeit

Eine ganze Weile habe ich mich nicht gemeldet.
Die Sache ist die: Über ein paar Wochen habe ich auf einer langen Reise an mir selbst herumgedoktort. Das ist nun einmal meine Passion: Neue Techniken auszuprobieren und jede einzelne Funktion zu fühlen und zu perfektionieren. Der Körper will heilen und ich will lernen, wie es geht. So richtig schön ist es nicht immer. Ich habe gelernt, mich dankbar zu zeigen, ganz gleich, was kommt.
„Dankeschön!“ also, für rasende Schmerzen, wo ein verformtes Gelenk versucht, in eine günstigere Form zu fließen oder wenn ein paar Nächte vollkommen schlaflos und schweißgebadet ablaufen, weil alle möglichen Emotionen zutage kommen, die eigentlich schon lange „erledigt“ waren.

( Manche Sachen kommen immer wieder in neuer Verkleidung, es ist zum… …! Aber „danke“, auch dafür. )

Heilung ist ein anderes Wort für Leben und zu leben ist ein Abenteuer. Eine Reise. Eine Reise zurück zu uns selbst. Nicht einfach, nicht komfortabel, aber aufregend. Hinter jeden Ecke warten feurige Drachen oder bösartige Zwerge. Verstreut dazwischen liegt die eine oder andere magische Perle. Ein Riesenspaß für wahre Helden. Heldenmut ist gefragt, vor allem, wenn für lange Zeit nichts geschieht als Schmerzen, Einsamkeit und Verwirrung. Das gehört dazu. Genauso wie der stets drohendeTod.

Heilen ist nicht fremdartig und Heilen ist nicht kompliziert. Heilen ist eine angeborene Fähigkeit. Heilung liegt in uns. Unsere Vorfahren, die Menschen der ganz alten Zeit, wussten dies und ihr Wissen finden wir in alten Legenden und Märchen. Vieles darin ist schwer verständlich, denn diese Geschichten sprechen in Bildern und Metaphern.
Eines ist aber immer klar:   Wir brauchen Mut, Standhaftigkeit, Kindlichkeit und Zärtlichkeit und noch einiges mehr, an das wir uns bald wieder erinnern werden. Darüber demnächst mehr; denn dies wird das Jahr des Heilens.

Wie die mythische Reise des Helden in unseren Märchen, ist das Heilen ein ganz individueller Vorgang, der von niemandem verstanden werden kann, als von der betroffenen Person selbst. Zugleich brauchen wir zum Heilen eine Verbindung zum Ganzen, wir brauchen Helfer und Weggefährten, magische alte Frauen, Krafttiere, einen fliegenden Teppich, Lieder oder Gebete.
Was immer wir zum Heilen brauchen mögen: Niemand heilt alleine.

Ein Teil meiner Arbeit besteht daher einfach darin, da zu sein. Hinzu kommen die eine oder andere Akupunkturnadel, ein bisschen Osteopathie, Handauflegen oder auch einmal ein magisches Rezept aus dem chinesischen Altertum.

Das Heilen kann Ihnen niemand abnehmen. Heilung ist eine Reise zur Selbsterkenntnis. Aber ein wenig Ermutigung schadet nie. Deswegen habe ich unter dem Titel „Zurück zur Heilung“ sechs kleine Videos über das Heilen aufgenommen.
Sie lernen durch diese Videos nicht, wie Sie sich heilen. Aber vielleicht lassen Sie sich inspirieren, es selbst herauszufinden.
Ansonsten, wie schon gesagt, demnächst mehr. Denn dies wird das Jahr des Heilens.

Zurück zur Heilung

Meine Videoserie über das Heilen heißt: „Zurück zur Heilung“. Sie können die sechs Filmchen einzeln unter ihren Titeln anclicken. Ich empfehle aber, sie der Reihe nach anzusehen, denn sie bauen aufeinander auf.

  • 1. Selbstheilung

  • Hier geht es darum, dass Heilung eine angeborene Fähigkeit jedes lebendigen Organismus ist. Vorausgesetzt wir „popeln“ nicht allzusehr an unseren Wunden herum. Wenn es uns gelingt, uns einfach dem Prozess auszuliefern und zu vertrauen, dann heilen große und kleine Wunden (seelische, körperliche, große und kleine) irgendwann von selbst.
    Eine schwere Aufgabe. Ganz alleine ist dies kaum zubewältigen.
    Zum „herumpopeln“ gehören auch all die vielen Medikamente, mit denen wir unser Leid betäuben und uns noch mehr von unserer Umgebung und unseren Gefühlen abschneiden. Daher gibt es zum Ende des Videos ein paar kleine Hinweise, wie Sie Ihren „Medikamentenberg“ so langsam abtragen könnten.
  • 2. Eins mit allem und doch ganz ich selbst

  • Eine kleine Einführung in die chinesische Art, die Dinge zu sehen. Über das Qi, Yin und Yang, die Essenz. Es geht hier nicht um die hochkomplizierte chinesische Medizintheorie, sondern darum, zu verstehen, dass wir nicht aus festen unveränderlichen Bausteinen bestehen (Knochen, Muskeln und Organen) sondern aus einer veränderlichen, flüssigen und vibrierenden Grundsubstanz: einer Art Wasser: dem Qi. Wenn die Grundstimmung liebevoll und harmonisch ist, dann werden wir eine wunderschöne Schneeflocke, einzigartig und unverwechselbar. Wenn nicht, werden wir ein harter unförmiger Klumpen, Teil der großen Masse von Eis. Und dies entscheidet sich jeden Tag neu.
  • 3. Sei Wasser

  • „be water my friend“ sagte einst Bruce Lee, der seinen Körper nach einem schweren Wirbelsäulenunfall wieder zu Höchstleistung aufbaute. Wir betrachten noch einmal genauer, wie der Stoff funktioniert, aus dem wir bestehen. Wir sehen, anhand eines Experimentes in meiner Küche, dass es am besten ist, einfach loszulassen, wenn wir uns wandeln wollen. Mit Druck geht nichts.
  • 4. Halt die Klappe

  • Ganz gleich, was wir uns sonst noch zusammenspinnen, wir können immer nur wir selbst sein. Was uns Bücher wie „the secret“ verkaufen: das wir nämlich alles sein können, was uns gerade in den Kopf kommt oder uns als attraktiv verkauft wird, ist albern. Mit Gedanken allein können wir das Qi nicht formen.
    Erst wenn unsere Gedanken, unsere Emotionen und unsere angeborene Bestimmung im Einklang sind, realisieren wir unser Potential.Wir können nur wir selbst sein. Aber in uns liegen nahezu unendliche Möglichkeiten. Um ein Gefühl für dieses Potential zu bekommen, ist es notwendig, all die von außen eingetrichterten Gedanken abzustellen, die wie eine kaputte Schallplatte (ein Datenträger des vergangenen Jahrhunderts) wiederholen, was wir müssten und sollten und bräuchten.
    „Halt die Klappe“ ist ein sehr praktisches Mantra für diesen Zweck. Es schafft Stille in unserer Mitte. In dieser Stille entsteht Raum für unserer wahres Bewusstsein. Unsere Intention. Unser Qi, nimmt die Form an, zu der es bestimmt ist. Unsere persönliche Schneeflocke.
  • 5. Angst

  • Hier geht es um die Angstmeditation, die ich an anderer Stelle bereits beschrieben habe. Angst besiegen wir nur, indem wir uns mitten hineinplumpsen lassen. Dies ist ein einigermaßen machbarer Weg. Auch für ganz Ängstliche.
  • 6. Lachen

  • Und natürlich ist Lachen die beste Medizin. Aber nicht das falsche Lachen und starre Grinsen, bei dem wir uns selbst und andere belügen. Heilsames Lachen steigt wie ein sprudelnder Quell aus der Tiefe unseres Wesens auf und spült alles Unheil davon. Genau wie das Weinen kommt das heilsame Lachen ganz aus der Tiefe und mobilisiert all unsere Kraft.

Heilung steht nicht in Google

Schlauer als Google

Neulich fragte ich zwei Leute nach dem Weg.
„Hast du denn kein iphone?“, war die völlig verdatterte Antwort.
„Nein“, sagte ich und tat beschämt.
Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe eins. Aber meistens liegt es im Weg herum und ist entladen.
Ich hab auch ein Navigationsgerät. Aber ich habe es schon vor Jahren wieder ausgebaut. Denn wenn mir immer gesagt wird, wohin ich fahren MUSS- dann kann ich doch keine neuen Wege finden. Ich vertraue meiner Intuition, den Himmelrichtungen, uralten Ortsnamen und überhaupt: Ich fahre gern ins Blaue.

Wer mich in meiner Praxis besucht, stellt sehr schnell fest, dass ich über fast keinerlei elektronische Geräte verfüge. Noch nicht einmal ein Faxgerät. Ich besitze ein rudimentäres Handy, das meistens in der Teeküche liegt und nur beantwortet wird, wenn ich mal alleine bin.
Ich besitze auch keine medizinische Elektronik. Die einzige Ausnahme ist ein elektronische Blutdruckmessgerät. Eigentlich hätte ich lieber eine Handpumpe mit einer Quecksilbermesssäule und einem Stethoskop gehabt, aber in der Apotheke nebenan gab es das nicht und so wichtig ist der Blutdruck ja nun auch wieder nicht.
Nein, wirklich nicht. Um den Blutdruck wird viel zu viel Aufhebens gemacht- aber das wäre ein anderer Blogpost.

Es gibt auch kein Chipkartenlesegerät, um persönliche Daten meiner Klienten zu lesen und neue einzugeben. Ich schreibe mit einem Füller auf Papier und die Akten von zwanzig Jahren Praxis liegen in einem kleinen dunklen Raum- ordentlich sortiert nach Alphabet.
Es gab Zeiten, da fand ich, ich sollte meine Patientengeschichten in irgendeinen Computer eingeben. Es wäre nett, dachte ich, „Menstruationsbeschwerden“ oder „Herzschmerzen“ einzugeben, und dann alle Menschen zu finden, die jemals mit einer solchen Beschwerde bei mir waren. Dann könnte ich vergleichen, Statistiken aufstellen, sehen, was einmal geholfen hat- und was nicht.

Andererseits gleicht niemand irgend jemand anderem- das ist eines der unfassbaren Wunder des menschlichen Lebens: Mehrere Milliarden Menschen und keiner gleicht einem/r anderen.
Ich muss also ohnehin mit jedem neuen Menschen ganz von vorne anfangen und sie oder ihn kennenlernen. Erfahrung ist das einzige Werkzeug.

Erfahrung

Erfahrung ist mehr, als der mehr oder weniger missglückte Versuch einer inneren Auswertung von irgendwo abgespeicherten Daten. Erfahrung ist etwas qualitativ anderes. Erfahrung lässt Dinge entstehen, die nicht logisch aus dem folgen, was wir bereits wissen, sondern vor allem aus dem, was wir erfahren haben- also gefühlt.
Bei Erfahrung wird nicht nur das Alte immer wieder neu kombiniert. Erfahrung geht durch eine Phase des Dekonstruierens und Vergessens- wie in der Tiefe eines Komposthaufens entstehen so völlig neue Dinge.
Wie der Komposthaufen will Erfahrung regelmäßig gefüttert werden- am besten, indem ich mit allen Sinnen neue Informationen aus unterschiedlichen Quellen eindringen lasse, indem ich lerne und ausprobiere und fühle, und dann alles wieder ins Vergessen hinabsinken lasse.
Wenn ich auf einen Berg steige und ein paar Nächte da oben sitzenbleibe, wie die Zwerge Himpelchen und Pimpelchen, ist dies meine Form der medizinischen Weiterbildung.
Nachdem die beiden Zwerge vom Berg herabkamen, nach fünfundsiebzig Wochen, krochen sie in den Berg und schliefen sich erst einmal aus- bis heute, so sagt das Gedicht.

Schlaf ist ein essentieller Teil unserer Weiterbildung zum Menschen.

Bei Bedarf steigt das notwendige Wissen dann aus dem Dunkel wieder herauf. In der richtigen Verfassung, das heißt, wenn es uns gelingt, den Denkfilter auszuschalten, bekommen wir so Kontakt mit außerpersönlichen Erinnerungen. Erfahrungen aus vielen Tausenden von Jahren. Erfahrungen all der Menschen, die den gleichen Weg gegangen sind.
Meine Wand voller chinesischer Bücher bringt mich einigen dieser Menschen näher. Oft nehme ich eines heraus- und lese darin, gerne auf einer zufällig aufgeschlagenen Seite, um wieder in die Schwingung eines dieser Heilkünstler vergangener Epochen einzutreten. Oft genug steigen dann Dinge auf, die ich unmöglich wissen kann oder längst vergessen habe. Wissen darüber, wie bestimmte Akupunkturpunkte miteinander reagieren, Akupunkturpunkte, die ich nie zuvor kombiniert habe. Ein neues Kräuterrezept. Ein Zusammenhang, an den ich noch nie gedacht hatte.
Bei Behandlungen sitze ich einfach da und beobachte und warte, dass mir von irgendwo aus meinem Inneren mitgeteilt wird, was ich tun soll. Meist geschieht dies beim Pulsfühlen. Jede Art von Aufregung blockiert diesen Prozess.
Ich habe keinen bewussten Zugriff auf diesen Mechanismus. Er liegt im Dunkeln und folgt den Gesetzen des Chaos. Der einzige Halt in diesem Wirrwarr ist Vertrauen.

Wer nicht vertrauen will, muss googlen

Vertrauen fällt den meisten Menschen ausnehmend schwer. Sie leben in Angst. Kein Wunder, dass sie lieber auf Google hören. Google weiß bekanntlich alles. Es kennt Hotels in abgelegenen Orten. Es weiß, wann Flüge gehen und kennt alle Telefonnummern der Welt. Google kennt Tausende von Käsekuchenrezepten (aber nicht das meiner Oma).
Google weiß so viel mehr als ich. Es sammelt Daten über alles, was ich je angefragt habe, und schlägt mir immer wieder den gleichen Kram vor. Habe ich einmal einen Flug nach Buenos Aires gebucht, bekomme ich noch Jahre später Hotels in dieser schönen Stadt vorgeschlagen. Es scheint, Google weiß sogar über mich mehr als ich selbst.

Es liegt nahe, das eigene Gehirn gänzlich durch Google zu ersetzen. Viele Menschen tun dies ausgiebig genug.

Google kennt auch chinesische Kräuter. Gebe ich „Radix Stemoniae“ ein, so kommen lange Listen von Seiten, auf denen über dieses Kraut berichtet wird. Nur dummerweise steht auf all diesen Seiten in etwa das gleiche.

Das „Wissen“ von Google

Wissen kommt von Weisheit. Was wir in Google finden, ist Ergebnis eines endlosen „Copy and Paste“ Prozesses, getrieben vom Bedürfnis, dieses dünne Wissen möglichst gewinnbringend zu vermarkten. Es ist Produkt eines industriellen Fertigungsprozesses, ähnlich wie fastfood, bei dem aus möglichst billigen Zutaten möglichst viel Profit gemacht werden soll. Ein Prozess, dem es auf Quantität ankommt. Solches „Wissen“ breitet sich unendlich aus und reproduziert sich selbst, wieder und wieder, ohne jemals in die Tiefe zu gehen- den Ort, wo wirkliche Erkenntnis wurzelt. Das „Wissen“ von Google ist getrieben von „clicks“ und „likes“ und „links“. Kaum jemand, der nicht irgendein finanzielles Interesse hat, wird sich daran machen, Informationen über eine obskure chinesische Heilpflanze einzugeben.

Google kennt auch chinesische Rezepte. Es kennt aber nur die, die auch als Fertigprodukte verkauft werden- Rezepte, die genau deswegen keine chinesische Medizin mehr sind, sondern nur noch chinesische Namen haben. Es kennt nicht die unzähligen Rezepte, die es nur ein einziges Mal gegeben hat, nämlich als persönliche Verordnung für einen ganz konkreten Menschen.
Und vollkommene Nicht- Reproduzierbarkeit, das heißt, alles nur ein einzige Mal, ist die wichtigste Besonderheit der chinesischen Medizin.

Chinesische Medizin steht nicht in Google

Echte chinesische Ärzte wissen sehr wohl, dass ihre Rezepte nicht wiederholt werden können. In den alten Büchern stehen Rezepte daher nur als Beispiele dafür, wie neue Rezepte konstruiert werden könnten. Als Inspiration für Menschen, die ähnlich denken wie der Autor, die also, im weitesten Sinne, zu seiner Schule gehören. In diesen Büchern sind daher auch keine Dosierungen angegeben. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil jemand, der  weiß, wie der Autor gedacht hat, nach der gleichen Methode leicht ein neues Rezept erschaffen wird.
Chinesische Medizin verweigert sich strikt den Gesetzen der medizinischen Industrie ( und unsere Schulmedizin ist nichts anderes als eine Industrie ): Endlose Reproduzierbarkeit.
Es geht nicht anders.

Google versteht daher nichts von chinesischer Medizin. Dies wird sich auch nicht ändern, weil Google nicht die systemischen Voraussetzungen dafür besitzt. Googlewissen ist reproduzierbar. Linear. Berechenbar.
Das mächtige allwissende Google hat eine große Schwäche: Es versteht nichts von Chaos.

Chaos ist die Quelle neuen Wissens.

Google hat keinen Zugriff auf das Chaos. Wir Menschen aber wohl. Kreative Menschen schöpfen seit eh und je aus dieser Quelle. Dies gilt nicht nur für Dichter oder Musiker.
Als der Chemiker Kerkule sich einst den Kopf zerbrach über die Struktur des Benzolrings, fiel er in tiefen Schlaf. Dabei träumte er von tanzenden Männchen, die in der Formation des Tanzes die Struktur des Benzolringes imitierten. Er war weise genug, seinen Traum beim Wort zu nehmen und fand die Antwort, die er gesucht hatte.

Einigermaßen hellsichtige Leute haben längst begriffen, dass durch Statistik kein neues Wissen generiert werden kann. Statistik ist nichts als die rechnerischer Aufbereitung der Dinge, die wir bereits abgespeichert haben. Ein Versuch, aus diesem Defizit herauszukommen, besteht darin, die Funktionsweise des Chaos durch Zufallsgeneratoren zu imitieren. Aber elektronisch generierter Zufall kommt dem Chaos nicht näher. Zufall und Chaos sind etwas qualitativ vollkommen anderes. Der Zufall der Rechner beruht auf der binären Logik- dem plus oder minus der bits. Dies ist die grundsätzliche, systemische Beschränkung auch des allerschnellsten Rechners. Plus oder Minus. Ja oder nein.
Selbst wenn jemand versuchen sollte, vielleicht zufällig, ihren Rechner aus diesem binären Gefängnis zu befreien, und zu diesem Zweck etwa ein Glas Cola ins Gehäuse gießt, kann sie auch wiederum nur mit zwei möglichen Ergebnissen rechnen: Kaputt oder nicht kaputt.
(Dieses Experiment wurde in meiner Familie bereits durchgeführt. Daher weiß ich Bescheid.)

Im Chaos besteht diese Trennung nicht. Aus Yin wird Yang und aus Yang wird Yin. Die Wandlung geschieht in einem fließenden Prozess: Die Lehre von Yin und Yang ist nicht dual. Um sich zu wandeln, gehen Yin und Yang immer wieder in den Chaoszuständ über. Chaos, so heißt es, ist die Quelle. Chaos ist undifferenziert, flüssig und verschwommen. Die Chinesen nannten dies „trüb und dunkel“ und hielten diesen Zustand für den höchsten erreichbaren geistigen Zustand.

Konfuzius soll gesagt haben, wenn er ein zweites Leben hätte, würde er es dem Studium der Wandlung (in Form des klassischen Buches der Wandlungen, des „Yi Jing“ oder „I Ging“) widmen.
Die Daoisten gingen noch weiter. Während Konfuzius und seine Nachfolger, die konfuzianischen Ärzte und Schöpfer unserer heutigen chinesischen Kräutermedizin, an Studium und unausgesetzte Mühe glaubten, erklärten die Daoisten, Studium hätte überhaupt keinen Sinn. Es ging ihnen vielmehr um Loslassen, Verwirrung, Rausch, Extase.
Denn „das Dao, das benannt werden kann, ist nicht das wahre Dao“. So steht es im „Dao De Jing“, dem Buch über das Dao und die magische Kraft (De).

Kreativität: die Intelligenz des Fühlens und des Nicht-Wissens

Die Intelligenz des Chaos ist eine Intelligenz des Nicht-Wissens. Sie ist kindliches, nicht kaputtgedachtes, spontanes Entstehenlassen. So, wie wir uns dunkel an etwas erinnern, um gleich es gleich darauf wieder zu vergessen. Ein endloser Kreislauf, bei dem immer wieder neue Bilder aufsteigen, bis gelegentlich eines kommt, das genügend Kraft besitzt, um Form anzunehmen. Für eine Weile.
So funktioniert Kreativität.
Viele Menschen, die gerne kreativ wären, verweigern sich diesem ständigen Loslassen. Sie vertrauen nicht darauf, dass das, was sie brauchen schon irgendwann aus dem Dunkel aufsteigen wird.
Sie fürchten sich vor der Dunkelheit. Dem Kontrollverlust.

Das Yin- die dunkle Mutter

In der chinesischen Medizin nennen wir dies eine Yin- Schwäche. Sie geht oft mit Schlafproblemen einher.
Wenn wir zurück ins Chaos sinken, ins Dunkel, so ist dies ein Yin Vorgang. Wir lassen los, wir vergessen. Wir werden still. Wenn wir aus dem Dunkel auftauchen, mit einer neuen Eingebung vielleicht, so ist dies Yang. Im Chaos begegnen sich die beiden Bewegungen des Absinkens und des Auftauchens.
Yin Intelligenz gehorcht  geheimen Mechanismen, die wir kognitiv nicht verstehen können. Es ist eine Welt des Fühlens. Fühlen ist Wissen, das im Körper entsteht und dort, immer wenn wir es nicht fühlen wollen, zu Krankheiten führt, die wir dann fühlen MÜSSEN.

Das dunkle Yin wurde den Daoisten als die große Mutter des Seins verehrt. Als die Quelle, aus der alles fließt. Daoismus ist eine weibliche Philosophie. Die einzige, die wir kennen.

Da all dies nicht in Worte gekleidet werden kann, streiten ängstliche Menschen rundwegs ab, dass hier überhaupt irgendetwas Brauchbares zu holen wäre.
Ängstliche Menschen fordern, dass Wissen den Gesetzen der Statistik zu folgen habe. Wissen soll abspeicherbar sein und jederzeit abrufbar.
Ängstliche Menschen laden ihr iphone regelmäßig auf, damit sie bei Bedarf alles googlen können- und damit sie dabei gleich auch noch nachsehen können, ob sie immer noch 735 Freunde bei facebook haben.
Information, Beziehungen, alles muss jederzeit nachkontrollierbar und erreichbar sein.

Reproduzierbarkeit: „Eine Erneuerung findet nicht statt“

Vor allem aber: Es muss reproduzierbar sein, das heißt, es muss nach Bedarf jederzeit immer wieder auf die gleiche Weise wiederholbar sein. Das schließt jede Erneuerung von vornherein aus.

Chinesische Medizin ist nicht besonders gut an der Reproduzierbarkeits- Front. Ohne Zweifel lässt sich statistisch nachweisen, dass bestimmte Kräuter oder Punkte in einem bestimmten Prozentsatz von Fällen bestimmte Reaktionen hervorrufen. Aber so richtig doll sind all diese Studien nicht.
Sie bringen sie uns kein neues Wissen. Sie bestätigen nur einen Bruchteil der Dinge, die chinesische Kräuterärzte ohnehin schon wussten. Solche Studien sind also vollkommen nutzlos- außer um zu rechtfertigen, dass es überhaupt chinesische Medizin gibt. Das brauchen wir aber nicht.
Der chinesischen Medizin geht es um etwas, das sich niemals in Studien greifen lassen wird. Um Heilung.

Heilung ist immer wieder neu

Die Heilung eines einzelnen und unvergleichlichen Menschen von seinem ganz individuellen Leid ist nicht wiederholbar. Sie ist genau genommen auch nicht weiter aufsehenerregend.

Erneuerung und damit auch Heilung ist eine Grundfunktionen biologischer Systeme. Heilung ist immer eine Möglichkeit. Im Buch des Leben gibt es nur Heilung oder Tod. Von chronischen Krankheiten ist nicht die Rede. Wobei ein jahrelanges freudloses Dahinsiechen mit chemisch abgedämpften Lebensprozessen und künstlich animierten Emotionen wohl dem Tod zuzurechnen wäre.

Ängstliche Menschen beherrschen seit ein paar hundert Jahren die Euro-Amerikanische Medizin. Ängstliche Menschen wollen feste Realitäten- oder zumindest eindeutige Statistiken- und vor allem wollen sie, dass sich niemals etwas ändert.
Daher ist Heilung in dieser Medizin kein Thema. Tod übrigens auch nicht. Nur Empfängnis wird gerade eben noch erlaubt. (wenngleich technisiert, so weit es geht, am liebsten im Reagenzglas.)

Der Chinesischen Medizin ist dies alles gleichgültig.
Chinesische Medizin wandelt sich seit mehreren Tausenden von Jahren und hat schon schlimmere Dummheiten überlebt als Statistik und Google.
Chinesische Medizin folgt den Gesetzen des Chaos und hier ist Wandlung eine Selbstverständlichkeit. Heilung geschieht in jeder Mikrosekunde.

Wie andere alte Medizintraditionen schöpft chinesische Medizin aus dem fühlenden Wissen des Schamanismus- der Urmedizin. Sie beruht nicht auf Trennung und Analyse und Stillstand, sondern auf lebendiger, fließender Verbindung zwischen allen lebenden Systemen. Sie entzieht sich der Logik der Reproduzierbarkeit. Sie ist kreativ und erneuert sich selbst, wie das Leben, aus dem sie entsteht.

Wir können davon lernen. Ich schreibe also weiterhin meine Akten mit Füller (oder wie zur Zeit mit wackligem Kugelschreiber) und ich frage weiterhin echte Menschen nach dem Weg und wenn mir nichts mehr einfällt, dann setze ich mich auf einen Berg.

Gil Scott-Heron sang einst: “The revolution will not be televised.”
Wir können heute hinzufügen: “Healing will not be googled.”

The Book of Changes- a holy book of China

Accept my apologies: The Dao De Jing is not the only good book there is (but close)

Some time ago I wrote, that the „Book of the Way and the Power“, the Dao De Jing ( also known as „Tao Te King“ ) was the only book one really needed to study to become a good Chinese shaman doctor. This may have been a bit polemic. But for me there is no doubt that the reading and reading and reading again of this tiny little pearl of ancient wisdom has changed my way of thinking more than any other book.

I think that in its deepness and challenge to the mind there are not many books that come close to Laozi’s Dao De Jing. Some might argue, that one very strange Chinese classic is even stronger:

The Book of Changes- the Yi Jing

The „Book of Changes„, the Yi Jing ( also known as I Ging ), is a condensation of ancient wisdom which may be rooted way before civilisation as we know it. Nobody knows where it came from. In ancient China most of the books with „jing“ in their name had no known author.
( Laozi, the „father“ of the Dao De Jing is not a real person- he rode backwards on a buffalo out of this world and was sometimes depicted with a fishtail- clearly some shamainc figure.)

We should probably translate Jing as „Holy Books“- even though there is no religion involved. Studying, not just reading, a Jing makes us whole again.

It has been said the Jing originated in Heaven as „Diamond Books“. Heaven is the place,  were the all Images originate that condense into material forms on their way down.
A transformation from Yang into Yin.
„Images“ are not Platonic ideas- the transformations happens more often and easily the other way round: From matter back into spirit. It is harder to stay in the body than fly out of it.
The ancient Chinese ( as in Qi Gong ) did their best, to keep a balance between these two movements.
The Yi Jing is about the mechanisms of these changes- from a strictly formalistic point of view. No God, no judgements, no good, no bad. Just endless transformations, beginning from anywhere and leading to anywhere. There are no limits.
The code of the Yi Jing has been likened to the DNA by people who think it is a good thing to state that „these ancients already knew something“. We should re- think the thinking that lies behind such patronizing attitudes.
It would appear, knowledge much superior to ours has been around for a very long time.

When a heavenly book has descended it takes a form that humans can read. There are many legends about this.
On earth a Jing might appear as a silk scroll, hidden in a jewel encrusted box, buried away in some deep mountain cave, patiently waiting for some advanced and exceptional human being who was destined to find it. Destiny was important in this: Heaven decided who could find a Holy book. You could not just walk out and look for one or rather, many people did but never found one. The possesion of a Jing was a matter of great taboo. It could not be passed on carelessly but only to predestined pupils and whoever received it had to smear their mouth with the blood of a white chicken and swear an oath to treat it respectfully. Otherwise heaven’s punishment would be rather crass.
( I will not go into this here, however, I am writing about these stories in my new book and I have been completely overwhelmed by some of them. )

The Yi Jing must have been one of these books.

Holy Books of Chinese Medicine

I once read about a famous doctor of the Song dynasty ( Liu Wansu ) who fell asleep drunk and awoke to a dream in which two men in ancient costumes cut his chest open to put a book inside. After that, it was said, he became a doctor who could treat everything. I do possess the book he has written- unfortunately it is not the one, that was put into his chest. But it is still a very good medical book.
The Song dynasty ( thousand year ago ) was the beginning of modernity in China. By then shamanism and magic had already been despised for a long time by the learned classes. Yet the ancient idea, that wisdom is received and not „invented“ or „thought about“  was still very much alive. Even though, by now wisdom did only come as a drunken dream about men in „ancient costumes“.

The Song dynasty was also a time, when Yi Jing studies were very much en vogue.
Studying the Yi Jing had been a way of life for a long time. One would call himself (or occasionally herself) „Yi student“.

Yi Students: Students of Change and often famous Chinese doctors.

The first famous student of the Book of Changes, the Yi Jing, was Confucius himself (he has not written it, as many people think- but he added extensive commentaries )

The Book of Changes is not a medical book- it is not on any specific subject at all. But many famous Chinese doctors, as well as most of the learned Chinese people from the Song time on have been influenced very deeply by it.

Chinese Herbal medicine owes a lot to these Song dynasty medical doctors  who brought the personal history of the client into Chinese medicine. Enlightened doctors they were and great persons too.

( A huge change from the Chinese magical medicine of olden times where the client’s personal history did not matter, as long as the doctor was a good, spiritually connected person who could drive out the evil .
Also very different from the cult of impersonalisation in modern medicine- where it neither matters who gets the disease nor who treats it and where the ideal is a machine or some double-blind-folded executor treating anonymous „cohorts“ )

What to do with the Yi Jing today?

For us, today, the Yi Jing is a difficult book. We do not usually take a livetime to read a book. Some people today take about two months to write one …
But it is worthwhile to pick it up and study it a little bit every once in a while. It can not be read- it has to be opened and pondered over. Then it might make us think about life in a different way and become a stepping stone out of dualism.
Some people throw coins or sticks to find out where to open it. Thus it has been known as a fortune teller’s book and in Chinese communities this is probably what your local fortune teller will do. He will probably also rattle the coins in the shell of a magic turtle before throwing them out like we would throw dice.
In essence the Book of Changes, the Yi Jing is not a fortune teller’s book, but it can harness our subconscious and help us approach deeper levels of knowledge.
So you can use it for „fortune telling“ if you must. I do try sometimes, but I never get any clear instructions. Instead I get stuck in the miriads of Changes, the endless transformations and thereby some day I might sink deeper and get out with a new mindset.
You see, the Yi Jing does not give answers. It messes up our linear thinking and pushes us out of duality if we give it half the chance.

Only a short post today to state on thing: Even though the Book of Changes is one of the great treasures of humanity and even though I do study it at times and even though Chinese medicine would never be the same without this completely unmedical astonishing Holy book of China-  I still like the Dao De Jing a little better.

Postscriptum:
In Chinese medicine and acupuncture we also have our own Jing:

The Huang Di Nei Jing- The so called „Yellow Emperors Classic of Internal Medicine“

As there are many hidden caves in China more than two books have been found by the enlightened of old. So there are more „Jing“ classics or „Holy Books“ in China.
The Chinese doctors have their own precious pearl: The „Yellow Emperors Canon of Internal Medicine“, the Huang Di Nei Jing.
The existing book is only about two thousand years old- not a lot for a Jing– classic. But the Nei Jing is built on very ancient material- so it can rightly be called a Jing. And as with the Dao De Jing and the Yi Jing the Nei Jing has sufficiently mysterious origins: The Yellow Emperor was no person but more something like a tribal god of shamanic times, an Earth God.
( There are many shaman gods still to be found in Chinese medicine. Like Thunder and Lightning, the two forces from the sky. )

By the way: the translation „Canon of Inner medicine“ has been discussed for a long time. „Nei“ means „inner“, „hidden from the world“, „invisible“, „esoteric“.
So for me the „Nei Jing“ is the „Holy Book of Esoterics“.
The Nei Jing transmits the secret knowledge of ancient ( prehistoric ) times. It tells what people  did about life and dead and what they should do. It tells, why people get ill, and why some do not.
Then in the second part of the Nei Jing, in the Ling Shu– the so called „spiritual pivot“ we receive deep and complex instructions on hwo to use acupuncture.
Acupuncture needles being the pivots of the ling: the spiritual or life-giving force that in another time the shamans sang down to earth.
Another very difficult book, not to be read but pondered over or to be „chewed up and digested“- as they say in China. A book that leads us back in time to a place, where people knew.