Meisterin der Boshaftigkeit- die Hexe

In meinem Buch über das Heilen wird es ein Kapitel geben, in dem es um Boshaftigkeit geht. Boshaftigkeit. Ekligkeit, Miesheit. Gehässigkeit. Finster-drauf-sein.

Wir alle sind „böse“. JA. Auch Sie.
Sie mögen es Depression nennen.
Oder Neurose.
Oder die Folgen einer schweren Kindheit.
Oder Stoffwechselstörung. PMS. Hormonstörung. Burnout. Migräne. Rheuma. Gicht. Hammerzeh und Schmerzen beim Gehen.
In meinem Fall sind es zu viele schmerzgeplagte Klienten, die mich niederdrücken. Die sind schuld 😉

Tatsache ist: In solchen Zuständen verbreiten wir schlechte Stimmung. Bei sich. Bei anderen. Wir machen anderen ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle. Stecken sie mit Schwermut an. Vermiesen jede Party. Das ist doch böse. Oder nicht?

Oder was halten Sie davon, wenn sich jemand fragt: „Warum gerade ich, warum habe ich diese schlimme Krankheit. Warum gerade ich, die ich seit zwanzig Jahren vegan lebe, meinen Müll trenne, meinen Feinden verzeihe und in engem Kontakt mit mehreren Engeln stehe. Warum gerade ich, die ich drei kleine Kinder habe und noch so viel vor, warum nicht die alte Frau Schmidt, die eh allein ist und eh immer sterben will.“
Wer so denkt, oder fühlt, wünscht gerade eben einer armen alten Frau eine schwere Krankheit an den Hals. Das ist böse. Punkt.

Das Ärgerliche an der Boshaftigkeit ist: Sie will nicht weg. Sie klebt wie das halbaufgelöste Gummizeugs auf der Unterseite alter Teppichfliesen.

Oder was halten Sie davon, wenn Ihnen ihr Arzt oder Apotheker mitteilt, Sie müssten einfach nur entspannen, ein bisschen fröhlicher werden und die negativen Gedanken loswerden?
Oder Ihr Therapeut ihnen nahelegt, die garstige Vergangenheit zu vergessen und verzeihen zu lernen.
Die Freundin empfiehlt dann noch, einfach ein bisschen abzunehmen.
Einfach den Krebs schnell wieder los werden, empfiehlt komischerweise niemand.

Aber warum eigentlich nicht? Warum können wir Krebszellen nicht einfach loswerden?_ ??Laut derzeitiger Lehrmeinung sollen wir böse Gedanken, schlechte Erinnerungen und belastende Fettansammlungen mit ein wenig Willenskraft loswerden, aber Zellen, die noch nicht einmal so richtig unsere eigenen sind, nicht? Da wird mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen.

Krebs oder nicht: All diese gemeinen Dinge kleben wie besagtes Gummizeugs. ?Wir wollen sie vielleicht nicht. Aber je mehr wir rubbeln, umso besser kleben sie.

Wenn ihnen also in Zukunft jemand empfiehlt, ihre Sorgen, toten Angehörigen und Missbrauchserfahrungen, ihre Erinnerungen an den Ex und ihre Essstörung mal einfach ins Licht zu schicken, dann sagen Sie dieser Person, sie solle doch bitte selbst ins Licht gehen. ?

Sie brauchen sich nicht schuldig zu fühlen, wenn die allgemeine New-age Heiterkeit, das ganze Licht-und-Liebe Gedusel an Ihnen vorbeigeht. Sie brauchen keine Zettel mehr an den Spiegel zu kleben, von wegen das Universum habe Sie lieb und die Wohnung würde sich von selbst putzen. Sie brauchen auch nicht auf irgendwelche Engel zu hoffen, weil niemand sie liebt.

Vergessen sie diesen ganzen Kram erst einmal.

Am Rande bemerkt: Sie können sich übrigens selbst lieben. Das geht. Nicht bösartig schnauben. Es geht wirklich. Auch wenn es fast unmöglich erscheint, auch wenn Sie in ihrer Erinnerung noch nie geliebt worden sind. Aber über Einsamkeit und Selbsthass gibt es einen anderen Abschnitt im Buch über das Heilen. So wie über Gefühllosigkeit, Schmerz, Lähmung, Angst und eben all dieses hässliche Zeug. ?

Hier geht es jetzt mal nur um die Boshaftigkeit, oder das, was wir dafür halten.
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November- Tore zur Dunkelheit

Wieder einmal ist November. Wie stets zu dieser Jahreszeit kommen die Menschen mit schweren Themen zu mir, Trauer, Tod, Besessenheit und das Erbe einer bösen Vergangenheit. Es geht um die Ahnen.
„Die Sünden der Väter werden gerächt an den Enkeln bis ins dritte und vierte Glied“, heißt es im Buch Moses. (2 Moses, 20). Die moderne Epigenetik bestätigt dies:
In den Chromosomen wird wesentlich mehr gespeichert als die Augenfarbe.
Wer dieses Erbe ablehnen will, muss tief hinabtauchen. In die Dunkelheit. Zu den Ahnen.

November ist eine gute Zeit für Reisen zu den Ahnen.

Im November gehen wir vom Herbst zurück in die Dunkelheit des Winters. Die oberirdischen Teile vieler Pflanzen sterben. Die einjährigen Tiere sterben. Die letzten zerzausten Wespen schleppen sich durchs Haus. Hoffnungen sterben. Die Zugvögel sind längst verschwunden.
Die Religionen kennen diese Zeit und entsprechend viele Feste gibt es.

Allerheiligen-Halloween-Samhain

Allerheiligen kennt ja, dank amerikanischer Filme, inzwischen jede/r. Kürbislaternen und Berge von Süßigkeiten. Freddy Krüger mit seinen ekligen langen Fingernägeln geht um.

Wer sich für unsere eigene pagane Kultur interessiert, wird wissen, dass Samhain ein altes Fest ist, an dem das Leben, welches in der Sommerhälfte des Jahreskreises im Licht tanzen durfte, sich nun in die Dunkelheit zurückzieht. Dabei öffnen sich die Tore zur Anderswelt. 

Tollkühne Menschen können einen Blick in die Tiefe riskieren, um die Zukunft vorauszusagen. Sie tun dies etwa mit Hilfe von Spiegeln oder Wassergefäßen.
Da die Tore aufgehen, kommen auch die Bewohner der anderen Seite herüberkommen. Geister gehen um, heisst es dann. Nun sind wir selbst ja auch Geister. Aber diese, die da kommen, die sind fremd und daher unheimlich. Die Menschen bleiben daher lieber gemeinsam zuhause am Feuer (vor dem Bildschirm), erzählen sich gruselige Geschichten (gucken Horrormovies) und essen feine Speisen (Popcorn und Chips).
Jahreszeitlich keltisch gibt es zu Samhain: Kürbisse, Äpfel und Schweinebraten. Den Geistern von der anderen Seite wird etwas vor die Tür gestellt. Aber rein dürfen sie nicht.
Das ist normaler magischer Alltag.
All unseren Ahnen geläufig und der offensichtliche Ursprung der Halloweenbräuche. Bis auf den industriellen Zuckerkram. Echte Geister halten, meiner bescheidenen Meinung nach, nichts von Nestlé und co. Ich jedenfalls nicht.

Gut. Halloween- Samhain- Allerheiligen ist ja eh vorbei.

Allerseelen

Zwei Tage nach Halloween war dann noch Allerseelen. Traditionelle Menschen stellen in dieser Nacht Milch für die Toten nach draußen. Und wieder gibt es ein Festmahl. Da der ganze November im Zeichen der Ahnen steht, ist es keine verkehrte Idee, an einem beliebigen der vielen Tage dieses Monats ein persönliches kleines Totenfest zu veranstalten. Eine Kerze aufstellen, vor einem Photo, und ein wenig des eigenen Essens dazu. Ein Gruß oder eine Blume. Kleine rituelle Gesten können viel in Bewegung bringen.
Wer Allerseelen verpasst hat, und einen offiziellen Tag bevorzugt, um der Toten zu gedenken, kann warten bis zum Totengedenktag Ende November.

Karnevalsanfang

Unterdess geht es weiter mit den besonderen Tagen im November. Die Süddeutschen wissen Bescheid. Allerorts laufen fieberhafte Vorbereitungen.
(Im Norden herrscht kühle Stille. )
Am 11.11. um 11:11 h beginnt der Karneval. Allen nichtmenschlichen Geistern da draußen zum Trotz wagen sich die Menschen nun hinaus in die Dunkelheit. Im Fasching der Alpenregionen verkleiden die jungen Männer sich als wilde Gruselgestalten und gehörnte Tierfiguren, die die Mädchen mit fruchtbarkeitsbringenden Ruten schlagen. Im Rheinland ist eine Woche Party. Alle miteinander sind sie entschlossen, das Leben nicht sterben zu lassen und die Wildheit hinüberzuretten ins neue Jahr.

Martinstag

Auch im Norden gibt es Bräuche, die das Licht weitertragen sollen. Heutzutage wird dies den Kindergartenkindern überlassen, die am Sankt Martinstag tapfer mit Laternen bewaffnet durch die Nacht ziehen und Martinslieder singen, während ihre Eltern lustlos hinterherschlurfen. Auch eine Martinsgans wird hie und da gebraten, ein heiliger Vogel vieler alter Göttinnen, von Aphrodite bis zu Frau Holle.

Hekatetag

Und da die doppelte Elf eine magische Zahl ist, ist der Martinstag zugleich auch der Tag einer besonderen Göttin: Hekate.

Wer die Göttin “Hekate“, „Hekatetag“ oder auch „Hecate“ gegooglet hat, und deshalb nun hier auf meiner Seite über das Heilen gelandet ist, weiss bescheid.
Ich würde mich riesig freuen, wenn die Freundinnen der Hektar hier ein paar Kommentare hinterlassen würden, um zu erzählen, wie Ihr zu Hekate gekommen seid, was sie für Euch bedeutet, und wie Ihr sie ehrt.
Im Vertrauen auf Eure zahlreiche Kommentare werde ich selbst mir langatmige Erklärungen sparen.

Nur soviel: die griechische Göttin Hekate, oder „Hecate“, ist eine der vielen Erscheinungsformen der dreigestaltigen Mutter. Als Hekate bewacht sie die Wegkreuzungen und die Tore zwischen den Welten, die an der Schranke zum Winter, wie schon gesagt, weit offen stehen.

Hektar ist daher eine Lieblings- Göttin der Hexen und all jener, die gerne eine wären. Warum, also warum alle heutzutage eine Hexe sein möchten, ist mir unklar: Hexe zu sein, ist nicht spaßig. Niemand sonst wagt sich so tief in die Dunkelheit, ins Yin, hinein, wie die Hexen, und dort im Dunkeln ist es, nun, dunkel eben. Wahre Hexen, solche, die den Weg zu gehen verstehen, ohne dabei unterzugehen, sind daher rar und oft sind es die, die schon vorher mit Dunkelheit und Leid wohlvertraut waren und die das Territorium quasi blindlings kennen.

Dennoch begegnet mir Hexenenergie oft bei meiner Arbeit und in den unterschiedlichsten Menschen. Die meisten sind heilfroh, wenn sie nach einem kurzen Ausflug in die dunkle Energie wieder auftauchen dürfen. Bibi Blocksberg hatten sie sich anders vorgestellt.

sneak preview meines Buches über das Heilen

Um die Hexen zu ehren, die wahren, die falschen und die, die bei ihrer Reise ins Yin in trübe Gewässer geraten sind, werde ich am 11.11., pünktlich zum Hekatetag, einen Text über Hexen hier einstellen. Das Hexenkapitel ist allerdings nur ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das Buch über Heilung, an dem ich fieberhaft arbeite.

In diesem Buch über das Heilen, oder eigentlich sind es zwei, ein Lesebuch und ein Arbeitsbuch, geht es nicht um Hexerei sondern um Selbstheilung.

Bekanntlich bin ich ja der Auffassung, das wir alle alles in uns tragen, was wir zum Heilen brauchen und es nur, seit ein paar Tausend Jahren, vergessen haben.

Mehr darüber in meinen Videos.

Hexen sind rar und werden daher in meinem Buch über das Heilen nur am Rande auftauchen.
(Hexen tauchen überhaupt immer nur am Rande auf).

Vor allem geht es im Buch über das Heilen um Dinge wie Fußschmerzen, Hautausschläge, Lebensmittelunverträglichkeit, Einsamkeit, Angst, Herzbeschwerden, und, ach, einfach alles, was uns so nervt.

Fertig geschrieben wird das Buch über Heilung noch in diesem Jahr. Dann kommen edition, und und … es dauert also noch. Aber ich werde immer einmal wieder Teile hierherstellen. Es bleibt also alles wie gehabt.
Ich schreibe. Sie lesen. Dankeschön dafür.

Am 11.11., dem Hekatetag, über Hexen, Hexenenergie und ihre Rolle beim Heilen.
Keine Sorge, im Dezember wird es wieder hell.

 

Originally posted 2015-11-07 22:10:22. Republished by Blog Post Promoter

Heilung chronischer Krankheiten: Was raus muss, muss raus

Viele Krankheiten, die hierzulange als chronisch gelten, sind es nicht.

Das heisst, chronisch sind diese Zustände schon. Aber „Krankheit“ ist meist der falsche Begriff für Symptome, die immer dann auftreten, weil Menschen ein neues Leben anfangen wollen, weil sie im falschen Leben stecken, weil sie eine neue Vision brauchen, weil sie noch niemals die waren, die sie eigentlich sein könnten.

Solche Symptome werden chronisch, weil wir dies alles, das Leben nämlich, nicht erlauben. Und wer lebt schon so, wie die innere Stimme es sich erträumt.

In einem älteren Videoclip, dem ersten von sechs kleinen Filmen über Heilung, erzähle ich von einer modernen Raupe, die dank supermoderner Medizin für immer Raupe bleiben darf- nicht wie ihre altmodische Großmutter, die einst aus der Haut fuhr und auf- und davonflog.

kein leichter Weg

kein leichter Weg

Was raus muss, muss raus: Die Haut

Diese Regel gilt nicht nur für Raupen, die sich auf schmerzhafte Weise aus dem Kokon brechen müssen. Ans grelle unbekannte Licht, dort, wo der erste Vogel sie fressen könnte.
Sie gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge. Die chinesische Medizin geht daher bei „Neurodermitis“ (atopischem Ekzem) oder Acne rosazae (Röschenflechte) und co, ganz anders vor als die technische Medizin.
Nicht Deckel drauf- sondern raus damit.
Dazu ist es günstig, das Cortison abzusetzen, dass oft ohnehin nur in schädlich hoher Dosierung noch ausreicht, den Deckel festzuhalten. Dann gibt die chinesische Medizin einen Mix aus Kräutern, die das „wahre“ Qi, die inneren Impulse die hervorkommen möchten, befreien, idealerweise kombiniert mit genau der richtigen Menge an weichmachenden und befeuchtenden oder lindernden Kräutern, um zu verhindern, dass die Haut ganz und gar aufblüht und der Prozess milde (am besten fast unmerklich, aber niemals unterdrückt) verläuft.
Nach jahrelanger Cortisonverwendung sind solche Prozesse allerdings nur von echten KünstlerInnen zu steuern. So rabiat unterdrücken (wie vorher mit der Cortisontherapie) lassen sich die Symptome im Verlauf der traditionellen chinesischen Behandlung meist nicht.

Aber nach einiger Zeit der Anwendung von traditionellen Kräutermixturen  beruhigt sich alles wieder und wir beginnen ein neues Leben in neuer Haut.
Mehr über chinesische Dermatologie und darüber, welche „Krankheiten“ erfahrungsgemäß gut ansprechen, schreibt unter anderem mein Kollege Marco Massari in München.
Im Wesentlichen aber gilt auch bei Hautkrankheiten, wie immer in der chinesischen Medizin, wir behandeln nicht Krankheiten, sondern wir helfen individuellen Menschen, ihr Qi wieder in die richtige Bahn zu lenken.
Hautkrankheiten sind oft Ausdruck von Wachstum und Veränderung, weshalb ja gerade Kinder oder Menschen in Umbruchsituationen (z.b. alternde Menschen) so heftige Reaktionen zeigen können.
Die Heilung besteht darin, die Veränderung anzunehmen und zu leben.

Was raus muss, muss raus: Die Menstruation

Über Menstruation habe ich im „Weg der Kaiserin“ bereits ausführlich geschrieben. Wenn es zu starken Blutungen kommt, verlässt überschüssige Hitze den Körper. Für Frauen ist dies eine regelmäßige Reinigung, die jedoch immer auch etwas schwächend ist, weshalb sich menstruierende Frauen gut pflegen sollten und gelegentlich stärkende Kräuter benötigen.

Was raus muss, muss raus: andere starke Blutungen

Hitze in Form von Blut kann auf viele verschiedene Weise austreten.

  • Blutige Ausschläge
  • Nasenbluten
  • Bluthusten
  • blutige Stühle
  • Bluterbrechen
  • blutiger Urin
  • Blutstürze (Metrorrhagie)
  • Gehirnblutung

In vielen dieser Fälle ist die Hitze stark und „giftig“. Dazu kommt es etwa nach langem Siechtum, langer, emotionaler oder anderer Vergiftung (Alkohol, Medikamente, Gifte). Emotionale Gifte, teils von den Ahnen übernommen (epigenetisch), sind aber eigentlich immer dabei. Wenn sich genug Gifte, oft als sogenannte „Massen“ angehäuft haben und das Qi  lange Zeit  blockiert wird, laufen die inneren Kräfte (die „Drachen“) Amok.

Blutige Ausschläge, Nasenbluten, Bluthusten, blutige Stühle, Bluterbrechen, nicht zu stillende Blutstürze und Hirnblutung sind aus dieser Sicht Versuche der Selbstheilung, die aber leider tödlich verlaufen können.
Auch hier würde die Chinesische Medizin versuchen, die Hitze zwar soweit zu kühlen, dass die Blutungen stehen, aber gleichzeitig dem Körper zu helfen, die Blockaden und Gifte auf andere Weise zu entfernen. Das ist sehr schwer und knifflig und nicht immer kommt die chinesische Medizin hier noch rechtzeitig.
Je früher die Therapie beginnt, umso mehr Aussicht auf Erfolg gibt es. Leider kommen aber viele Menschen erst dann, wenn alle anderen Mittel nicht mehr anschlagen und der Körper restlos geschwächt ist. 
Ein Kollege und guter Freund, der zusammen mit mir in China studiert hat, ein wahrer Experte für chinesische Kräuter, der sich auch mit sehr komplizierten Krankheiten auskennt, ist Dr. Volker Scheid.

Was raus muss, muss raus: Die Wechseljahre

Frauen, insbesondere menstruierende Frauen gelten als „zickig“. Die Wahrheit ist: Menstruation ist eine regelmäßige Abkühlung, die bei Frauen, unter anderem, dazu beiträgt, dass diese im gebärfähigen Alter eben gerade nicht aus der Haut fahren.

Wer kleine Kinder zu versorgen hat, muss zu Zeiten kleine Brötchen backen. Eigene Wünsche stehen lange Zeit hinten an. Auch Frauen, die keine Kinder gebären, sind durch diese physiologische Bremse oft viel eher dazu bereit, lieb und nett in zweiter Reihe zu stehen als Männer. Noch gedämpfter, wahre „fleißige Bienchen“, werden Frauen übrigens durch die „Pille“, die selbst die kleinen prämenstruellen Aufwallungen (PMS) noch verhindert.
Unter dem Strich lassen sich Frauen deutlich mehr gefallen als Männer. Manche Kulturen (unsere) gewähren Frauen daher einen gewissen institutionellen Schutz. Andere verzichten sogar darauf nahezu komplett.

(Männer verfügen nicht über einen solchen automatischen Abkühlmechanismus wie die Menstruation. Oft lernen sie daher schon im Teenageralter, ihre übersprudelnden Temperamente selbst zu beherrschen, um brav zwölf Stunden am Tag auf einem Stuhl zu sitzen.)

Frauen hingegen werden hingegen regelrecht überrannt, wenn die Blutungen aufhören und ihre Emotionen und Passionen und Kraft sich mit einem Mal anhäufen. Wohin mit dem ganzen „Wumm“?. Die berühmt berüchtigten Hitzewallungen und Schweißausbrüche der so wunderschön  treffend „Wechseljahre“ genannten Lebensphase verlaufen umso aufregender, je weniger Raum für Entfaltung die Frau sich geschaffen hat.
Frauen fahren dann buchstäblich aus der Haut, weil es drinnen eben schon lange zu eng ist.
Statt sich dafür zu begeistern, fühlen sie sich deswegen schuldig oder defekt. Sie isolieren sich und beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Und dann ist auch noch die Bluse dauernd so peinlich nass!

Aus einem Brief an mich: „… habe das Gefühl, das ich seit einiger Zeit mit mir und meiner Umwelt überhaupt nicht mehr zurecht komme. Mir fällt  es sogar schwer es hier in Buchstaben zu verfassen, weil ich nicht weiss, wo ich anfangen soll. Ich kriege meine innere Unruhe nicht in den Griff, bin ungerecht und mitunter aggressiv gegenüber meinen Mitmenschen. Auch machen mir und meiner Umgebung meine Stimmungsschwankungen arg zu schaffen, was zur Folge hat das sich einige von mir abwenden, ich aber auch mitunter lieber zu hause bleibe, um ja nicht wieder mit meiner schlechten Laune auf andere Menschen zu treffen.“

Das „aus-der-Haut-fahren“ ist nicht gerade angenehm. Aber es ist Ausdruck einer regelrechten Grundsanierung.
Tiefe Ängste werden „geschmolzen“. Spuren und Reste jahrzehntelangen Bravseins. Geburtstraumen, Operationen, Unfälle, Überfälle, Gewalterfahrungen (sexuell, psychisch) und nicht überwundene Verlassenheitsängste, Verluste und Trennungen.  Alles kommt hoch. Das Drachenfeuer sorgt dafür. Die schamanische Kraft.

Herzschmerzen

Männer haben genauso Zugang zu dieser Kraft. In jüngeren Jahren sind sie bekanntlich deutlich wilder. Sie leiden auch oft, entgegen des Klischees, weitaus intensiver unter Liebeskummer als Frauen. Dann beginnen sie, unter Druck von außen, schon in jungen Jahren damit, ihre Leidenschaften zu unterdrücken und ihr Herz abzukühlen. Nach ein paar Jahren brav hinter dem Schreibtisch ist das Herz zu Eis erstarrt und die inneren Drachen toben zunehmend wütend dagegen an.  Das Herz gerät in Gefahr und die Angst vor Angina pectoris oder Herzinfarkt oder Hirnblutung wächst.
Andere sind durch jahrzehntelange Erschöpfung, oder durch blutdrucksenkende Medikamente, bereits so abgekühlt, dass die Drachen ermatten (Burnout Syndrom).
Depression, Impotenz und Gewichtszunahme sind Ausdruck dieses Ausgebranntseins, des burnouts, aber ich sehe sieauch oft einfach als Wirkung bei der Einnahme von Mitteln gegen Bluthochdruck. Hier haben selbst die Drachen die Lust verloren und um diese wieder zu erwecken, bedarf es einiger Bemühungen.

Drachen sind wild. Sie wollen tanzen und alter Ballast ist ihnen im Weg.
 Also muss er weg. Egal wie (aus Drachensicht).

Was tun? Zu starkes Bluten und Aus-der-Haut-fahren sind nicht so schön. Eine weitere Möglichkeit ist die Verflüssigung der Blockaden. Triefen, Rotzen und Schwitzen und dann möglichst noch Durchfall und Erbrechen. Auch diese Art der Reinigung sind nicht so beliebt. Darüber hatte ich ja schon geschrieben.
Und dann gibt es noch das Weinen: Die tiefste Art der Reinigung. Das heilige Gebet.

Hier fällt Ihnen vielleicht ein wiederkehrendes Thema auf:

Unsere Körper sind gar nicht so böse, wie wir meinen. Sie sind zutiefst weise. Sie möchten gesund sein und gesund heißt wild. Auch wenn sie uns mit lästigen Symptomen ärgern: wir dürfen ihnen vertrauen.
Schließlich sind wir der Körper.

Wenn wir unsere Symptome annehmen, uns hineinfühlen und versuchen, dem Körper-uns zu helfen, statt ihn-uns mit allen Mitteln zu bekämpfen, erleichtern wir uns das Leben. Der Körper-wir, sind gut, so wie wir sind. Auch mit Rotznase und schuppiger Haut oder wütend aufgequollenem Bauch. So ist es eben, in diesem Augenblick.
Wenn wir aufhören, uns außerhalb des Körpers-uns selbst zu sehen und uns mit diesem-uns selbst wieder völlig vereinen, geht vieles wie von selbst. Die lästigen Symptome verlaufen dann milder und klingen ab.

Und worin besteht die Rolle der chinesischen Medizin?

Sie heilt natürlich nicht, aber sie hilft bei all dem. Sie ist eine der letzten kostbaren Vermächtnisse aus jener längst vergessenen Zeit, als die Menschen noch wussten, wie Leben funktioniert.
Kräuter, genau wie weise ausgewählte Nahrung, bringen uns wieder in Kontakt mit der lebendigen Umwelt. Sie unterstützen und nähren die inneren Prozesse (eventuell sogar bei sehr weitreichender Verwirrung und Blockade).
Die Seelentechnologie der alten Schamanen, die Akupunktur, bringt uns zurück in den Körper. Je weiter außerhalb des Körpers wir schweben, umso schmerzhafter kann die Akupunktur werden. Solange, bis wir uns wieder von innen fühlen. Sind wir wieder ganz innen angekommen, tut es nicht mehr weh. Dann erinnern wir uns, es ist gar nicht so schlimm. Das Leben.

 

 

 

 

 

 

Trickster, kosmische Verführer und Tanz ums Drachenfeuer

 

Wieder einmal ist es heiß. Luft flimmert über dem Asphalt. Politiker lügen. Schweiß trieft. Vollmond. Feuerwerk, Sternschnuppen und qualmende Grillfeuer. Sonnenbrand und Sommerliebe. Glitzerndes Wasser.

Zeit für den Sommertext. Manege frei für den Trickster.

Wenn Licht sich an der Materie reibt und die Luft erhitzt, entstehen Spiegelungen. Wenn Schweiß in die Augen rinnt, verwischt sich der Blick. Und über tausend Feuern tanzen unfassbare Figuren.

Dies ist die Welt des Tricksters.

 

Der Trickster ist Mann und Frau und wir begegnen ihm unter tausend Namen. In einem Märchen hilft er der Müllerstochter, Stroh zu Gold zu spinnen (eine Aufgabe ganz nach seinem Geschmack!) und fordert dafür ihr Kind, wenn es ihr nicht gelingt, seinen Namen zu erraten. Machttrunken tanzt er über dem Feuer und gibt, für dieses eine Mal, seinen Namen preis: Rumpelstilzchen. Das Kind, die Seele, wird gerettet. Wer den Trickster besiegen will, muss schlau sein und unsere Legenden sind voll solcher Geschichten.
Was die Legenden verschweigen: Trickster liebt es, wenn wir ihm die Stirn bieten.

Doch wer ist er? Schwer zu sagen. In seiner Welt, ist jedes Aufblitzen nur eine Spiegelung und so gibt es keinen wahren Namen.

Eleggua

der Name der genannt werden kann, ist nicht der wahre Name

 

Man kennt ihn als Old Man Coyote, Kokopelli, Loki, El Duende, Hephaistos, Feuergott Nezha, Rumpelstilzchen, Pomba Gira, Eleggua, Meister Tabak und tausend andere Drachen und Verführer der Nacht.

Schillernd steigt der Trickster aus dem Feuer und nimmt die Gestalt an, die uns am meisten behagt: Ein betörender Mann (Frau), eine Gottheit oder Buddha, die uns Erleuchtung und Heilung verspricht, ein Drache, der einen großen Schatz bewacht und uns in einen Kampf auf Leben und Tod lockt. Das alles sind nichts als gespiegelter Lichter. Eine kosmische Lichtshow. Ein gigantisches Feuerwerk.
Genau wie die große kollektive Blendung, das Internet, wer anders als Iktome, die trügerische Spinne, könnte dieses Netz gesponnen haben?

spiderprincess by christine li

 

 

 

 

 

Wenn das Licht sich aus der Materie befreit und zurück in den unendlichen Raum geht, wo nichts es mehr brechen kann, wird alles rein, klar und farblos. Hier durchschauenen wir all unsere Täuschung und das Herz wird still. Dies ist der ungetrübte See, den die konfuzianischen Meditierenden der Songzeit (vor circa 1000 Jahren), inspiriert vom Buddhismus, in China suchten. Ein strenges und freudloses Unternehmen.

Körperlose Erleuchtung bringt uns hier auf der Erde nicht weiter. Wer zu verbissen nach Erleuchtung strebt, wird am Ende merken, dass er nur einem besonders raffinierten Lockruf des Tricksters gefolgt ist.

Keiner kommt hier lebendig raus. Ganz gleich, was uns versprochen wurde.

Solange wir hier sind, wird Klarheit nicht lange währen. Solange wir hier im Körper leben, reiben wir uns, und solange wir uns reiben, wird der Blick sich trüben. Wir erhitzen uns, das Drachenfeuer flammt auf und schon geht es los. Das Spiel des Tricksters.

In älteren Zeiten, bis zur Zeit von Ge Hong und Bao Gu (der Heldin des Buches, an dem ich arbeite) suchten die Daoisten nach der Extase. Wie bei ihren Vorfahren, den Schamanen, waren Tanz, Gesang, allerlei Pflanzen und heiliges Krötengift der Weg. Wenn wir ohhnehin schon hier auf der Welt herumirren: Warum uns nicht mit Haut und Haaren hineinstürzen, mit den Dingen verschmelzen, dabeisein und mitspielen.
Wer nicht spielen mag, wird gespielt. Dafür sorgt Trickster.

Spielen wir also und bieten ihm die Stirn.

Und „spielen“ heisst auch: Wir dürfen uns amüsieren. Wir dürfen sogar riesigen Spaß haben.

Trickster ist Master of the Game.

Er weiss, was Frauen wollen. Er weiss sogar, was Männer wollen. Trickster hat für jeden die richtige falsche Karte im Ärmel. Du willst eine große Heilerin sein? Bitteschön! Ein Blues- Gitarrist wie keiner vor Dir? Ein Teufelsgeiger? Der Gründer von Apple? Ein Rolling Stone? Aber ja doch. Gerne. Den Mann deines Lebens finden. Wenn Dir nichts Besseres einfällt. Warum nicht?

Folge Deinen Träumen, raunt Trickster. Aber träum ein bisschen bunter!

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Spielen heisst auch, wir lernen die Regeln. Und diese Regeln besagen: Dies hier ist echt. Das Spielgeld ist echt. Die Schmerzen sind echt. Die Waffen sind echt. Die Schluchten und Erdbeben sind echt. Das Blut ist echt. So lauten die Regeln.
Bei all dem bleibt es ein Spiel, wie die Buddhisten gerne betonen. Das nutzt ihnen aber nichts. Denn auch ihr Blut ist echt.
Spielschulden sind Ehrenschulden und Mogeln gilt nicht. Es wird natürlich dennoch gemogelt. Manch einer versucht, sich rauszuschleichen und Erleuchtung zu spielen. Doch kaum einer kommt für lange Zeit davon.

Wieder andere bleiben auf ihren Karten sitzen. Horten ihr Spielgeld. Sichern alles ab. Versichern sich. Planen. Sparen Zeit und Geld. Wissen alles besser. Leben gesund. Wünschen sich nichts. Spielen nicht mit. Verweigern sich. Nehmen Zuflucht.
Das fordert Trickster heraus. Nun wird er keine Ruhe finden, bis er die passende Verlockung gefunden hat. Ewige, leidenschaftliche Liebe, einen großen Schatz, unendliche Macht.
Für ganz Ängstliche gibt es den medizinischen Fortschritt, der alle Krankheiten besiegen wird, und für Total-Verweigerer gibt es die Erleuchtung in einer Religion eigener Wahl. Ein großer Guru sein, mit riesen Gefolgschaft auf Twitter und einer eigenen Insel? Ein Plan ganz nach dem Geschmack des Tricksters.

Jede Form esoterischer Weisheit findet Trickster äußerst amüsant. Der Blog von Christine Li? Chapeau!

Trickster ist, wohlgemerkt, kein Lügner. Er erfüllt alle Wünsche, wenn ihm danach ist. Er erfindet neue Wünsche und erfüllt auch diese. Er kann, wenn er mag, bezaubernde Geschenke machen. Er ist der Lieblingsgott aller Narzissten. Er ist auch ihr unerbittlichster Lehrer, denn er kann all seine Kreationen, Schönheit, Macht, die Oscarnominierung und die Yacht in der Karibik, mit dem Schnipsen eines Fingers, wieder in Rauch und Spiegelungen auflösen.

Trickster lässt sich nicht verpflichten. Da hilft kein Verkaufen der Seele und kein blutiges Opfer nachts an einer Wegkreuzung oder auf dem Friedhof.
Da ihn solch theatralische Aktionen sehr amüsieren, kommt er vielleicht wie gerufen. So wie er auch durch die Karten und aus dem Kaffeesatz spricht, aus heiligen Quellen und zu berauschten Dichtern. Aber er macht auch dort, was er will. Dagegen hilft keine schwarze Messe, kein Stierkampf und auch kein heiliges Abendmahl.
Trickster lässt sich nicht festlegen. Seine einzige Lehre lautet: Nichts bleibt.

Du kannst ihn nicht fesseln und nicht verpflichten und ihm gar deine Seele zu verhökern, ist nutzloses Drama. Er nimmt sie, wirft sie auf den großen Haufen anderer verlorener Seelen und kümmert sich nicht weiter drum. Er mag dir im Gegenzug alles versprechen, aber er hält sein Versprechen nie oder, nur so zum Spass, vielleicht für eine flüchtige Weile.

Erfreue dich also an den Illusionen. Der magischen Show. Dem ganz großen Theater. Spiele mit. Küsse und verführe. Tanze und singe. Verzaubere alle Herzen. Trickster ist entzückt, wenn Menschen sein Spiel spielen.
Unterwürfigkeit, Gejammere, Gewimmere und Bestechungsversuche reizen ihn zu Schandtaten. Jammern und Klagen reizen ihn allerhöchstens, dem Elend noch eins drauf zu setzen. Nenn ihn dafür ruhig Teufel, Verführer, unreiner Geist. Das stört ihn nicht.

Also lass das Zetern.

Es ist nicht seine Schuld, dass Du dich betrogen fühlst. Du selbst hast ihm die Seele hinterhergeworfen, als Du ihn verpflichten wolltest.
Nun stehst Du da. Ohne Seele und wie willst Du noch spielen, so ohne Seele. Was soll er nun noch mit Dir?

Was Trickster liebt, sind Menschen, die ihre ganze Menschlichkeit in die Waagschale werfen und ihn schreiend herausfordern:
„Hier Trickster. Zeig mir was Du kannst. Gib mir Deine Geschenke. Erfreue mich. Begeistere mich. Gib mir alles. Wenn du willst, gib mir Unheil und Krankheit. Zeig mir, was Du kannst. Ich grusle mich nicht. Meine Seele bleibt unberührt von Deinem Theater. Ich spiele Ball mit den Schädeln der Toten.“

Wenn also wieder einmal Trickster in Dein Leben tritt: Schenk ihm einen Likör ein, oder alten Havana Club, opfere Tabak (Cohiba) und lüg ihm mitten ins Gesicht. Lass deine Diamanten blitzen. Sie müssen nicht echt sein. Tanze für ihn. Sing für ihn. Verführe ihn und Trickster ist dein. Dann erfüllt er all deine Wünsche, Gesundheit, Schönheit, Glück. Aber nur, solange Du eine wirklich große Hexe, ein großer Magier bist und deine Seele niemals hergibst. Sobald Du ihm ganz gehörst, lässt er Dich fallen.
(Ja, er ist darin genauso wie seine Lieblings-Schüler, die großen Verführer- was glaubst Du denn, woher diese das gelernt haben?)

Übrigens: Mein Trickster erscheint mir in männlicher Form. Doch auch das ist nur eine Illusion. Manch einem Mann erscheinen Pomba Giras, die im alten China auch als Fuchsgeister bekannt waren. Gefährliche Wesen, allesamt. Und natürlich müssen Trickster nicht hetero-sexuell sein. Sexuell aber sind sie immer. Denn sie wirken durch das Drachenfeuer und das steigt von unten auf. Aus der Dunkelheit hinauf zu den Wolken.

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Allen gemeinsam ist eines: Ein Trickster (oder eine Pomba Gira) gehört nur sich selbst. Genau wie Du, denn er ist Du und Du bist sie. Versuch keine Verhandlungen. Versuch nicht, ihn zu binden. Er mag das nicht. Denn er ist Du und Du bist frei.

Und sei nicht beleidigt, wenn der der Tag anbricht und im milden Licht der Sonne nichts als ein paar kleine Rauchfäden aus der kalten Glut aufsteigen. Dort, wo Du, eben noch, in magischer Raserei um das Drachenfeuer tanztest. Du hast doch nicht etwa geglaubt, das sei die Wahrheit? Dummes Kind. Wir müssen das alles noch einmal üben. Und noch einmal. Immer wieder.
So lange, bis Du es begreifst: Nichts bleibt. Nichts bleibt. Nichts bleibt.

Es ist ein Spiel von Yin und Yang. Magie in der Nacht. Am Tag stille Klarheit. Herzfeuer. Vollkommmen transparentes Licht ohne Spiegelungen. Du hast endlich verstanden. Du bist jetzt erleuchtet.

„Diesmal bleib ich klar“,beschließt du.

„Wir müssen wohl noch einmal üben“, raunt er da und lockt dich in den nächsten Tanz.
Wieder entsteht eine neue Welt. Entsteht und vergeht. Runde um Runde.

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Trickster. Ich liebe dich.

Heilen und heilen lernen in der Schweiz

Der Kurs Heilen lernen im Tessin ist ausgebucht.

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den Norden wiederfinden

 

Für all die, die auch noch gerne dabei gewesen wären besteht die Möglichkeit, ihre email Adresse hier unten ins Kommentarfeld einzugeben. Wir melden uns, wenn es wieder soweit ist. Und wie es war, steht auch irgendwann auf unserer homepage über das leben und heilen.
Wir freuen uns auch sehr über Wünsche und Ideen, die das „wo“ und das „wie“ des nächsten Treffens angehen.

 

Behandlungen in der Schweiz vom 11. -13. 5. 2015

Meine Schweizer Patientinnen, die die Gelegenheit nutzen möchten, sich im eigenen Land von mir behandeln zu lassen, können sich ab sofort gerne online einen der wenigen Termine zu sichern.
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Heilen lernen: Von Placebos, der Kraft der Gedanken, von Pferden und vom Mitgefühl

Ein Kurs über das Heilen lernen

Im Mai 2015 gibt es einen ersten Kurs für Heiler und die, die sich selbst heilen möchten.
Der Kurs beruht auf dem Gedanken, dass uns das Heilen angeboren ist. Der Kurs möchte diesen Gedanken weitergeben. An alle, die ihn dann vermehren möchten wie ein Virus.

Alles begann mit simplen Fragen über das Heilen. Wir sprachen einige Nächte lang, Sandro, ein Kollege aus Zürich und ich.

Dies waren einige unserer Fragen über das Heilen:

So schwierig, wie es uns beigebracht wurde, sollte das Heilen nicht sein. Schließlich ist Zellerneuerung ein Programm, das unserem Körper automatisch zur Verfügung steht.
Warum die ganze Aufregung?

Warum haben wir solche Angst vor dem Körper?

Warum wird es denen, die das Heilen erlernen möchten, das Leben zur Hölle gemacht?

Warum gibt es für die, die Heilung für sich selbst suchen, vor allem Angst, Einschüchterung und Terror? Iatrogene Traumatisierung.

Warum machen sich manche gar nicht erst so viele Gedanken und werden einfach mal gesund?

Was bedeutet Heilen? Warum gelingt es den einen und den anderen nicht?

Warum bereitet uns das Leben soviele Schmerzen?

Auf welchem Weg finden wir Zugang zu unserer verborgenen Heilkraft?

Warum kennen wir uns in ihrer Handtasche, und manche im Inneren ihres Computers, besser aus, als in ihrem Körper?

Unnötige Fragen? Dumme Fragen?

Heilung ist nun mal schwer. Medizin muss lange Jahre studiert werden und danach kann mensch immer noch niemanden heilen. So schwer ist es. Und wer nicht Medizin studiert hat, versteht schon mal gar nichts. So ist es eben.

 

Die Geschichte lehrt uns, dass alle Fragen, die mit „so ist es eben“, „so war es schon immer“ und „du immer mit deinen dummen Fragen!“ beantwortet werden, die interessanteren Fragen sind.

„Paradigmata filtern unsichtbar im Kopf des Wissenschaftlers, was überhaupt wahrgenommen werden kann, was in wissenschaftliches Ergebnis und was in störenden, unbeachteten Noise getrennt wird.“
(Georg Hoffmann, in einer Huldigung des großen Thomas Kuhn)

Wenn Menschen einfach mal so gesund werden, wird dies in der Medizin als störendes „noise“ wahrgenommen.

 

Einst wurde uns eingebläut, Heilerei sei nichts als Hexerei und Teufelswerk. Jedem aufrechten Christenmenschen zuwider, weil ein sadistischer Gott seine sündigen Kreaturen leiden sehen will.
(monotheistische Religionen als Produkte von Kulturen mit väterlicher Züchtigungspflicht)

Heute wird Heilkraft einfach ignoriert. Unsere modernistische „wissenschaftliche“ Medizin sieht rundum nur den Verfall. Im Krankheitsfall geht es bergab. Gelenke nutzen sich ab, Gewebe verhärten, Organe versagen, das Gehirn verklebt und Gene degenerieren? Und das Ganze ist im Prinzip nicht zu ändern. Wir können es nur, mithilfe von allen möglichen wohlfeilen Giften, einigermaßen verlangsamen und ertragen.
Inzwischen musste selbst die moderne Medizin einsehen, dass manche Menschen halt doch irgendwie heilen. Aber das beruht auf Einbildung. Es ist ein Placeboeffekt. Man muss diesen armen, fehlgeleiteten Menschen nur sagen, dass alles eine Lüge war und schwupps sind sie wieder krank. So wie es sich gehört.

Heilen ist sehr real. Es ist keine Hexerei und auch nicht schwer und natürlich beginnt Heilung in den Gedanken. Gedanken sind eine eigenständige physikalische Kraft. Sie wirken. Die Kraft unserer Gedanken aktiviert unseren inneren Heiler. Die angeborene Heilkraft.

Im Placebodiskurs entlarvt sich der Missbrauch durch eine hierarchische Medizin:
Ich, die mächtige Wissende gebe dir, du armer, dummer Patient ein unwirksames Medikament und du bildest dir dann ein, du seist geheilt und allein dadurch wirst du geheilt. Freilich nur scheinbar. Denn nun liegt es in meiner Macht, dir deine Heilung zu belassen, indem ich dich im Unwissen lasse, oder dich über den Betrug aufzuklären und dadurch wieder krank zu machen. Ich kann dies jederzeit tun. Betrogen oder krank: Es liegt an mir.
In beiden Fällen bist du vollkommen in meiner Hand.

Das Interessante daran ist: Unsere Gedanken sind wirklich in der Lage, uns zu heilen. Wenn wir dies erreichen, ohne den Betrug des Placebos, sondern dadurch, dass wir unsere Art zu sein so transformieren, dass wir wirklich neue Gedanken generieren- dann haben wir uns geheilt. Auf einer tiefen und dauerhaften Ebene.
Eine solche Heilung ist magisch, transformativ und bleibt bestehen. Wir haben sie selbst erreicht, haben unseren eigenen Dämonen ins Auge geblickt und uns  befreit. Nur wir selbst wissen, wie weit der Weg war und was wir alles gesehen haben auf dieser Reise.
Unsere Heilung ist real.
Wenn uns nun jemand erzählen würde: „Du hast dir das nur eingebildet.“
Dann wüssten wir beim besten Willen nicht, was das heißen sollte.

 

Wie das Leben selbst bedürfen solche Heilungen eines großen Heldenmutes. Außerdem ist es gut, Wegbegleiter dabei zu haben. Dies sind die Heiler.  Heiler ermutigen andere Menschen, sich auf die Kraft ihrer Gedanken zu besinnen. Heiler halten den Raum. Sie bewachen die Reisenden. Sie sind Zeuge. Sie fühlen mit.

Heiler sind nicht die, die anderen Menschen unwirksame oder giftige Substanzen verkaufen und ihnen einreden, es sei Medizin.

Heiler gelten  als alberne, unwissende Spinner, denen der Ernst der Lage nicht bewusst ist. Meist, weil sie keine Medizin studiert haben (und wenn doch, wie ich, dann müssen sie irgendwie wahnsinnig geworden sein…).
Heiler werden inzwischen nicht mehr auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie dürfen inzwischen, leise und eher heimlich, Fragen nach der Heilung stellen.
Leise ist gut. Sogar sehr gut. Uns einfach alle heimlich selbst zu heilen, ohne großes Geschrei, dürfte das Subversivste sein, was ich mir vorstellen kann.
Nach dem Motto:

Stell dir vor, es gibt Pillen und keiner will sie schlucken.

 

Aber wie funktioniert das Heilen lernen? Wo fangen wir an?

Bei unseren Gespräche über das, was Heilung ausmacht lernen, stolperten wir über eine Anzahl im Augenblick sehr beliebter, um nicht zu sagen, bis zum Abwinken heruntergeleierter Begriffe, heruntergeleiert, zugegebenermaßen auch von uns.

Bei strenger Betrachtung stellten wir fest, dass wir unter diesen Begriffen wenig Konkretes vorstellen konnten.

13 new age Begriffe über das Heilen, die geiler klingen, als sie sind

  1. Achtsamkeit (mindfulness)
  2. Intuition entwickeln
  3. Öffnung des dritten Auges
  4. Herzöffnung, offenes Herz
  5. Selbstliebe, sich selbst lieben, Selbstwertgefühl
  6. ins Yin gehen (in der chinesischen Medizin ein Fachbegriff, außerhalb davon irgendwie nichts)
  7. die Mitte stärken (idem)
  8. sich erden
  9. das Ego loswerden, starkes Ego
  10. Neugier
  11. Spontaneität
  12. Authentizität
  13. Freiheit

Ja, ich weiß, manche dieser Wörter klingen prima.

Freiheit, zum Beispiel, mag ich sehr. Oder Neugier. Sandro wiederum war bis vor kurzem ziemlich versessen auf die Achtsamkeit (mindfulness).
Bei genauerer Betrachtung entlarvten sich all diese Lieblingswörter als new age Klischees.

Das Problem mit solchen Wörtern ist, dass niemand sie umsetzen kann.
Außer vielleicht im Rahmen spezieller Kurse (mindfulness-training läuft ja ganz gut).
Bei der Spontaneität wissen die meisten: „Sei spontan!“ funktioniert nicht.
Genau so wenig wie: „Lass einfach los!“
Ähnlich ist es auch mit den anderen Begriffen. Wie genau soll ich mein Herz öffnen? Wie?

Nachdem wir eine ganze Weile mit diesen Begriffen gespielt hatten, entschieden wir uns, dass sie uns nicht viel nutzten.

Unklare Wörter verkleben das Denken. Das sagte, sinngemäß, schon Konfuzius. Konfuzius sagte es immer wieder. Es war vielleicht sogar die wichtigste seiner Erkenntnisse: Begriffe müssen klar und präzise sein. Sind sie es nicht, wird die Realität ebenfalls verworren.

Wir stellen vor: Die Acht

Wir haben uns daher, Konfuzius und der Klarheit zuliebe, von unseren new-age Klischees  verabschiedet.

Indem wir dies taten, tauchten acht neue und klare Wörter auf, simple und wohlvertraute Wörter. Acht Wörter die wir verstehen und fühlen können. Acht Wörter, die uns fokussieren helfen.

Die neuen Wörter beschreiben acht innere Haltungen. Acht Stimmungen oder Tonlagen. Acht Richtungen. Acht Rhythmen. Acht Einstellungen. Acht Kompassionen. Acht innere Melodien.
Acht Gefühlsebenen.
Acht.

Gefühle und Pferde

Gefühle sind der Stoff, der unsere geistige Realität, die klaren Bilder und Vorstellungen, mit der dunklen und geheimnisvollen Realität unseres Körpers verbindet.

Durch Gefühle gelangen wir in die Dunkelheit unseres Körpers. An all die Orte, die uns unzulänglich erscheinen, obwohl wir eigentlich mitten drin sind.
Gefühle verbinden uns mit den Ahnen und mit unserem angeborenen Wissen.

Und Gefühle sind den meisten, gelinde gesagt, suspekt. Unberechenbar. Sie machen, was sie wollen, und meistens tun sie weh. Weshalb unser Konsum an Psychopharmaka elefantiasische Ausmaße erreicht.

Gefühle sind allerdings auch die wilden Pferde, die uns durchs Leben tragen. Wenn wir sie einschläfern, werden sie uns nicht sehr weit tragen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit unserem Pferd Kontakt aufzunehmen.
-Die „klassische“: Wir reißen am Zügel, treten ihm in die Seiten, reißen ihm womöglich mit Sporen die Seiten auf, dopen es oder reiten es müde-
-Die „indianische“ (la doma india): Wir vertrauen dem Pferd und arbeiten an unserer eigenen Haltung. Indem wir uns unserer Haltungen (der innerlichen und der äußerlichen) bewusster werden, zähmen wir, zärtlich, die wilden Pferde unserer Gefühle. Pferd und Reiter werden eins.

Nochmal acht

Acht Stimmungen oder Tonlagen. Acht Richtungen. Acht Rhythmen. Acht Einstellungen. Acht Kompassionen. Acht innere Melodien.
Acht Gefühlsebenen.
Acht Haltungen.
Die Acht wirken nach innen und nach außen. Sie reichen als innere Einstellung bis tief in die Gefühle. Sie formen als äußere Haltung auch den Körper.

Wie bei einem Musikinstrument bestimmt die Form auch die Schwingung, die wir aussenden.
Unsere Haltungen formen nicht nur die innere sondern auch die äußere Welt.
Den Körper, andere Menschen, die Dinge, die uns begegnen, unser Schicksal.

Die meisten Menschen stecken in der einen oder anderen Haltung fest (das „Opfer“- Hingabe, die „Macherin“- Wut, der „Abgehobene“-Klarheit), während ihnen andere Haltungen, wie etwa Zärtlichkeit, nicht zu entsprechen scheinen. Sie spielen, wie auf einem Klaver, bei dem der größte Teil der Tasten abgeklebt ist, immer wieder die gleiche Melodie.
Die Gefühle werden dann ebenfalls starr. Immer die gleichen. Quälend.

Da heil-sein ein anderes Wort für ganz-sein ist, vereinigen heile Menschen alle acht Haltungen.

  1. Respekt
  2. Standhaftigkeit
  3. Wut
  4. Zärtlichkeit
  5. Schönheit
  6. Hingabe
  7. Kindlichkeit
  8. Klarheit

 

Im Heilen vereinigen sich die Acht. Wir gehen soweit zu behaupten, dass unsere Kraft zu heilen darauf beruht, wie umfassend wir alle Acht verkörpern können.

Das Ritual der Acht

Wir haben die Erfahrung der acht Haltungen/Stimmungen/Kompassionen in den Mittelpunkt eines stärkenden Rituals gestellt, das uns, genau wie die Acht, quasi von selbst „erschienen“ ist.

Ge-channelt? Dummes Wort. Mit einem Mal war es da. Das Ritual.

Das Ritual der Acht erhält, wie die meisten traditionellen Rituale, seine Kraft durch die Verbindung mit dem magnetischen Kraftfeld der Erde. Den acht Himmelsrichtungen also. Den acht Winden. Indem wir unsere inneren Haltungen am magnetischen Feld ausrichten, verstärken wir sie.

Anleitung zum Ritual der Acht:

Wir nehmen nacheinander alle acht Haltungen ein- als innere Haltung- ausgerichtet im Magnetfeld. Das ist alles.
Inzwischen haben wir ausreichend Gelegenheit gehabt, das Ritual auszuprobieren. Genau wie die Haltungen selbst ist es simpel und unverschnörkelt.
Es gibt keine Fehler und keine wütenden Geister. In der neuen Heilkunst haben solche Bedenken und Ängste keinen Platz mehr. Der übellaunige Gott und all die anderen rachsüchtigen Geister, die unsere Vorfahren über lange Jahrtausende gepiesakt haben, gehören auf den Komposthaufen der Geschichte.

Jeder kann das Ritual auf der Stelle erlernen und zuhause durchführen und es wirkt.
Es kostet nichts und wir benötigen auch keine geheimnisvollen Zutaten. Nur uns selbst, Zeit und das Wissen, wo der Norden ist.
Die acht Haltungen sind wohlbekannt:
Es sind elementare Erfahrungen, wie Zärtlichkeit oder Respekt. Auch wenn die eine oder andere Haltung nicht ausgelebt wird: Jede weiß, worum es dabei geht.
Acht innere Einstellungen, die jedem Menschen gelingen und keinerlei esoterische Schulung benötigen.
Acht Haltungen, die komplizierte Erfahrung wie die von Liebe, Achtsamkeit, Erdung und Herzöffnung als „Nebenwirkungen“ beinhalten.
Acht Tonarten, mit denen jede ihre eigene Musik spielen kann.

Wir haben sie nicht erfunden und beanspruchen kein copyright. Es gibt keine teuren Kurse zur Erlangung der Meisterschaft.
Jeder Mensch ist ein Meister. Die Sache mit den Gurus war vorgestern.

Heilen ist und bleibt public domain.

Warum acht?

So wie Pflanzen und Tiere sich am magnetischen Feld orientieren, so tun dies auch wir. Wir wissen dies nur nicht mehr. Rituale beleben dieses Wissen. Sie beziehen ihre Kraft bewusst aus dem magnetischen Feld der Erde indem sie die vier oder acht Winde oder Richtungen einbeziehen. Ohne das Bewusstsein, wo wir stehen im magnetischen Feld, werden wir eben irgendwie, so gut es geht, planlos von den Kräften hin- und hergezogen.

Die Himmelrichtungen sind eine elementare Gegebenheit des Lebens im Magnetfeld der Erde.
Zu allen Zeiten erlebten Menschen die Himmelsrichtungen als sehr real, im Körper, im Wetter, im Wind. Heiler auf aller Welt begrüßen bis heute die Kräfte der vier oder acht Richtungen, bevor sie mit ihren Zeremonien beginnen. Die vorgeschichtlichen Chinesen beschrieben die Kräfte der acht Himmelsrichtungen ausführlich in dem klassischen Buch der Wandlungen Yi Jing (I Ging).
Die acht Himmelsrichtungen sind die acht Dimensionen unserer materiellen Existenz.
Gaia. Mutter Erde. Pachamama. Unsere Mutter kommuniziert über ihr Magnetfeld mit unserem eigenen Magnetfeld.
(Bei der Akupunktur nehmen wir Einfluss auf die Kommunikation unseres Körpers mit den magnetischen Informationen der Erde.)
Die chinesische Sprache bezeichnet einen Menschen, der den Sinn für die Realität verloren hat als einen, der metaphorisch „den Norden nicht mehr findet“.

Uns heutigen westlichen Menschen ist der Sinn für die Himmelsrichtungen abhanden gekommen. Wir finden buchstäblich den Norden nicht mehr.

( Wer ein chinesisches Navigationsgerät verwendet, muss allerdings damit rechnen, dass Siri oder wer auch immer, fröhlich erklärt „drehe nun nach Norden/Osten/Westen/Süden um“. )

Acht Kompassionen

Mit den acht Haltungen möchten wir uns selbst helfen, uns wieder zuhause zu fühlen auf der Erde.
Die acht Haltungen sind daher auch acht Dimensionen oder acht Kompassionen.

Im Spanischen ist compás das, was Menschen haben, deren Füße den Rhythmus fühlen und wie von selbst zur Musik schreiten können. Zur Zeit. Das Taktgefühl.
Im Deutsch hilft uns der Kompass, uns im Raum einzurichten, wenn wir den Sternenhimmel aus den Augen verloren haben.
Im Englischen hingegen, wie in den meisten Sprachen lateinischer Herkunft, ist „com-passion“ das Mit- Gefühl. Die „Passion“, die wir „mit“ anderen teilen.

Kompassionen, sind somit Haltungen, die wir gemeinsam mit einem Gegenüber ( real oder imaginär) einnehmen, um uns ineinander einzufühlen und zugleich in Raum und Zeit anzukommen.

Nach(t)gedanke:
Im Chinesischen sagt man zu einer, die den Kontakt zum Leben verloren hat: „sie findet den Norden nicht mehr“.
Wissen Sie immer, wo Nord und Süd ist? In der Wohnung? Klar. Auf der Arbeit? Ähm, ja? Und im Restaurant? In der U-Bahn? Beim Nachtflug über den Nordpol? Im MRT?

Zeit, einen Kompass zu kaufen.

 

Angst vor dem Alter

Angst vor dem Tod, vor Einsamkeit, vor Krankheit, vor Armut… und Angst vor Spinnen
spiderlady by christine li

Neulich sagte eine Freundin zu mir: „Es macht mir nichts aus, sechzig zu sein. Was mich bedrückt ist, die nächsten dreißig Jahre lang eine alte Frau zu sein.“

„Du bist eine alte Frau“
, erklärte ich in meiner einfühlsamen Art. „Und? Ist es so schlimm?“

„Nö“
, sagte sie und lachte.

Nun ist meine Freundin eine Frau, die über viele Jahre das Talent kultiviert hat, über nahezu alles lachen zu können. Lachen ist ihre persönliche, mächtige Medizin.
Manchen ist gar nicht zum Lachen zumute, wenn sie ans Alter denken.
Die Misere steigert sich an den gefürchteten „Runden Geburtstagen“. Bei manchen mit vierzig, bei manchen schon mit dreißig. Zunehmend beginnt die Angst vor dem Alter schon mit zwanzig.

Dämliche Klischees wie „man ist so alt, wie man sich fühlt“ oder noch dämlichere Schlager wie „mit 66 Jahren fängt das Leben an“ helfen gar nicht.

Frühere Generationen schwindelten über ihr Alter. Vor allem Frauen, deren sexueller Wert spätestens ab dreißig rapide gegen Null strebte.
Heutzutage, wo jeder unser Alter googlen kann, nutzen Lügen wenig. Wie in vielen Dingen geht es daher weniger darum, was wir sind (für immer 29 oder 39), als darum, wie wir aussehen. Der Selbsthass, der sich hier auslebt, ist erstaunlich:

  • Nervenlähmung (Botox)
  • Silikonimplantate
  • Haut-über-die-Ohren-ziehen-und-neu-Vertackern (facelifts)
  • Abraspeln oder Verätzen (skin-resurfacing)
  • Krebsförderliches Aufschwemmen mit Hormonen.

Die Ergebnisse werden dann gerne fotografiert oder gefilmt und veröffentlicht. Seht her: Ich bin siebzig und sehe aus wie ein Zombie (hier ist ein lustiger Kurzfilm über Zombies), aber alt sehe ich nicht aus!
Niemand will alt aussehen.

(Schlechte Zeiten für Herrn K., die berühmte Kreation Bert Brechts:
Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert.“
„Oh!“ sagte Herr K. und erbleichte.
)

Die Angst vor dem Alter steht in direktem Widerspruch zur Angst vor dem Tod. Wer nicht alt sein will, könnte ja einfach jung sterben. Aber das will dann wiederum kaum jemand.
Alle wollen älter werden und möglichst gar nie sterben. Manche frieren vor lauter Angst sich oder zumindest ein paar Zellen ein.
Nicht sterben wollen, aber auch nicht alt werden wollen. Wir haben die Wahl zwischen zwei Ängsten- Ängsten vor zwei Dingen, die letztendlich unvermeidlich sind. Nicht sehr aussichtsreich.

3 gedankliche Versuche, der Angst vor dem Alter zu entfliehen

  • Milde Weisheit: „Ich altere mit Würde“, „Das Äußere ist nicht alles“, „Gott sieht das Herz“, „Wer mich liebt, muss mich nehmen, wie ich bin“, „Hauptsache gesund“
  • Intellektueller Angriff: „Diesen Konsumterror mache ich nicht mit“. „Das sind doch alles Idioten“. „Mich kriegen die nicht.“
  • Selbstverurteilung: „In der dritten Welt wären sie froh, so alt zu werden“, „Ich sollte mich schämen, so äußerlich zu sein“

Die Wahl dieser Methoden ist konstitutionsabhängig. Erdemenschen neigen zu Weisheit. Holzmenschen wählen den Angriff und Metallmenschen hacken auf sich selbst herum.
Sie alle erleben das Gleiche: Ängst lassen sich nicht wegdenken.

Ein berühmter Erdemensch war Konfuzius. Für ihn führte Altern zu Freiheit und geistiger Öffnung:
Mit fünfzehn hatten mein Geist und mein Herz auf Lernen eingestimmt.
Mit dreißig fand ich meinen Standpunkt.
Mit vierzig hatte ich keinen Zweifel mehr.
Mit fünfzig begriff ich das Gebot des Himmels.
Mit sechzig verfeinerte sich mein Gespür.
Mit siebzig konnte ich meinem Geist und meinem Herzen freien Lauf lassen, ohne mich zu verlieren.

Konfuzius hatte leicht reden. Denn im alten China wurden alte Menschen wirklich respektiert. Sie hingegen fragen sich, was passiert, wenn der Weise achtzig wird oder neunzig und mit Alzheimer in einer Pflegeklinik liegt. Öffnet er sich dann immer noch der Weisheit des Universums?

Ich verstehe Ihren Zynismus.

Aber zunächst einmal und nur am Rande: Altern und Krankheit sind zwei vollkommen voneinander unabhängige Dinge.
Ich wiederhole: Altern und Krankheit haben nichts miteinander zu tun.
Viele Menschen werden mit zunehmendem Alter immer gesünder.
Ich sehe solche Menschen täglich.
Es ist nicht leicht, denn mit jeder Herausforderung, jeder negativen Erfahrung, müssen wir uns neu sortieren. Manche geben dann auf und überlassen sich dem Strom der „Alterskrankheiten“. Wer nicht aufgibt, sammelt Erfahrung.
Sogenannte „Abnutzungserscheinungen“  und „verschlissenen Gelenke“ sind die Folge von Verspannung, Trauma und Fehlbelastung und damit allesamt heilbar oder zumindest vermeidbar. (Was allerdings mit jeder chirurgischen Intervention wegen der Vernarbung schwieriger wird.)  Die chinesischen Ärzte, über die es historische Daten gibt, erreichten nicht selten ein Alter im dreistelligen Bereich, sie waren kerngesund und sie haben ihre „anti-aging“ Methoden, das heißt ihre Erfahrungen, akribisch niedergeschrieben.

Krankheit und Schmerzen haben wenig mit Alter und viel mit Trauma, Erneuerung und Wandlungsprozessen zu tun.

Doch selbst wenn Alter nicht gleich Krankheit ist. Alter bedeutet für viele Menschen Einsamkeit, Armut und jammervollen Verfall. Wir hören immer wieder von Menschen, die in ihren eigenen Exkrementen liegend gefunden werden, weil dem Nachbarn der Gestank auffällt. Wer je ein Pflegeheim aufgesucht hat (ich habe als Studentin in einem besonders schlimmen dieser Art gearbeitet) vergisst das Elend nicht so leicht. Unsere Welt ist so. Für alte Menschen gibt es keinen Platz.
Den Kopf in den Sand zu stecken, während in unserem Inneren schlimme Befürchtungen vor sich hin gären, raubt uns die Kraft.
Die Weisheit des Konfuzius hilft uns leider nicht so richtig: Er lebte in einer Welt, in der alte Menschen eine wichtige Stellung hatten. Als Lehrer. Als Vorbild. Alte Menschen galten als schön.
Wir leben in einer Welt, in der Menschen Konsumartikel mit Verfallsdatum sind. Wir sollen in möglichst kurzer Zeit viel konsumieren und produzieren und dann möglichst vom Erdboden verschwinden.
Unsere Realität ist das Ergebnis unserer kollektiven Gedanken. Darauf haben wir Einfluss.Wir können uns wehren.
Wehren heißt nicht „meckern und klagen“. Wehren heißt, die Dinge neu zu denken. Denken wir uns eine neue Realität. Erfinden wir uns neu.
Gleichzeitig gilt es, die Ängste zu erleben, denn durch sie hindurch kommen wir in unsere kreative Kraft. Und nur mit dieser Kraft werden die neuen Gedanken Realität.
Sich selbst beruhigen und alte Ängste Wegdenken funktioniert nicht.  Ängste lassen sich nicht wegdenken. Wir müssen durch sie hindurch.

Trotzdem reden wir uns immer wieder gut zu. Manchmal klappt es. Wir fühlen uns unbesiegbar.
An anderen Tagen stehen wir auf, der Rücken ist steif, das Gesicht zerknautscht, im Briefkasten liegt eine Einladung zur Krebsvorsorge, der Karrierezug ist abgefahren, den Job kriegt ein Jüngerer und Männer wollen sowieso nur Frauen unter dreißig. An solchen Tagen bezahlen wir wider besseres Wissen 98 Euro für ein edel verpacktes Töpfchen mit 20 Gramm Vaseline, 17 Konservierungsmitteln und „kostbaren“ Spuren von Ginseng, Weintraubenextakt oder Q 10 oder verabreden einen Termin zur Testosteroninjektion.

Und dann fühlen wir uns, als hätten wir den Kampf verloren. In Wahrheit war es der falsche Kampf. Wir können Ängste nicht wegdenken.

Weisheit ist keine Waffe zum Angst töten.
Die chinesische Medizin lehrt uns, dass wir Angst (Wasser) mit Hilfe von Gedanken (Erde) eindämmen können. Von Austrocknen wird nichts gesagt. Ohne Wasser gibt es kein Leben.

Ängste sitzen tiefer

Ängste sitzen im Kern unserer Seele, und wir können sie nicht wegdenken.
Die Angst zu altern und die Angst vor dem Tod sind keine falschen Gedanken. Es sind Ängste. Noch dazu zwei in sich widersprüchliche. Beide unauflösbar, unausweichlich. Sie halten uns fest wie ein Spinnennetz. Je mehr wir zappeln, umso dichter schlingen die klebrigen Fäden sich um unser Herz.
Das Zappeln sind unsere Gedanken. Mit Denken kommen wir nicht raus aus dem Netz.
Die Spinne weiß das. Sie wartet geduldig und lässt uns zappeln; sie freut sich an unserer Angst, bis sie uns fressen kann.

Spinnengedanken

spiderprincess by christine li

Mit Spinnen kenne ich mich aus. Mit Ängsten auch. Lange Zeit war ich eine Spinnenphobikerin ersten Ranges. Das heißt auch, dass ich bis heute oft an Spinnen denke. Ich bin ein Bisschen besessen von Ihnen und verdanke ihnen viel.
Ich weiß, dass mehr Menschen an Spinnenbissen sterben als Menschen von Haien aufgefressen werden. Ich weiß auch, dass es solche Spinnen nur in Australien gibt. Hierzulande wäre es deutlich sinnvoller, Angst vor Autos zu haben.
Habe ich aber nicht. Ängste folgen keiner Logik.

Lange Zeit glaubte ich, Ängste seien einfach dumm.
Viele Menschen glauben das Gleiche. Zum Beispiel die unzähligen Menschen, die mir mitleidig erklärt haben, dass Spinnen vollkommen harmlos, ökologisch nützlich, faszinierend und schön sind.
Das nutzt aber nichts. In Gedanken habe ich keine Angst vor Spinnen. Ich denke die Angst nicht. Meine Angst ist kein dummer Gedanke. Sie ist einfach Angst.
Daher ist auch die NLP (neurologisches Programmieren), die auf Umprogrammierung der Gedanken beruht, zweimal an meiner Phobie gescheitert. Ich konnte durchaus darüber lachen, dass ich beispielsweise eine Nacht lang in Unterwäsche durch Kathmandu gerannt bin, nur weil auf meinem Hostel-Bett plötzlich eine Spinne saß. Ich konnte auch darüber lachen, dass ich mir einmal beinahe ein Bein gebrochen habe, weil ich aus Angst vor einer Plastikspinne die Treppe hinunterfiel.
Aber ich konnte nicht an Spinnen denken, ohne völlig außer Rand und Band zu geraten, und somit funktionierte NLP nicht (zumindest nicht, wie es damals praktiziert wurde.).

Ängste sind keine dumme Angewohnheit, gegen die wir uns abhärten könnten.
Ich habe versucht, ins Terrarium zu gehen. Minutenweise erst, dann länger. Systematische Desensibilisierung. Es klappte nicht.
Meine einzigen Tranquilizer-Erfahrungen verdanke ich meinem vergeblichen Versuch, Lexotanil einzunehmen und solchermaßen benebelt Bilder von Spinnen zu betrachten. Ich warf das Buch quer durch den Raum und am nächsten Tag fühlte ich mich, aufgrund der Pillen, so, als hätte mich jemand durchgeprügelt. Seitdem habe ich einen Heidenrespekt vor solchen Drogen.

Angst beruht nicht auf Trauma.
Traumata sind physiologische Reaktionen auf Erlebnisse, denen ein Lebewesen nicht gewachsen war. Traumatisierte Menschen fürchten sich vielleicht vor vielen Situationen- und oft mit gutem Grund. Sie mögen unsicher sein und in vieler Hinsicht anders reagieren als untraumatisierte Menschen und ihr Lebensgefühl ist oft erheblich verändert und eingeschränkt. Zu Trauma gehören außerdem veränderte Körperwahrnehmungen und  physiologische Veränderungen. Trauma ist eine ernste Beeinträchtigung des Lebens.
(Wenn Sie traumatisiert sind, empfehle ich Ihnen, sich helfen zu lassen und keine Angstmedittation über Ihre tramatisierenden Erfahrungen zu machen. Zur Bewältigung von Trauma bedarf es Hilfe durch Menschen, Gemeinschaft, Rituale.)
Angst kann immer auftreten und bei jedem. Angst ist Teil des Lebens. Ein wichtiger Teil, wie wir sehen werden.

Aus dem gleichen Grund ist Angst kein Privileg neurotischer oder „gestörter“ Menschen
Jeder hat Angst.

Das heißt, bei Angst hilft es nicht:
-die Gedanken zu ändern und sich gut zuzureden (kognitive Therapie, Weisheit)
-sich abzuhärten (Desensibilisierung)
-sich zu analysieren (Psychoanalyse)

Dies alles sind Interventionen auf der Gedanken- und Handlungsebene. Auch Psychoanalyse bleibt im verbalen Bereich. Dem Reich der Gedanken und Bedeutungen, auch wenn diese vielleicht verübergehend vergessen sein mögen. Die Seele erreicht die Psychoanalyse nicht. Die Seele will nicht analysiert werden, sondern gehört.
Ängste- vor Spinnen, vor dem Tod, vor dem Alter- leben nicht auf der Gedankenebene, sondern tiefer.

Die Ebene ändern: Traumzeit

Ängste leben in der Dunkelheit, der Ebene des tiefen Yin. Der Körperlichkeit, der Dunkelheit, der Nacht, des Winters und des Todes. Wir nehmen diese Ebene normalerweise nicht wahr, sondern schweben im Netz der Gedanken über dieser Ebene. Voller Angst, das Netz könnte reißen. Nur in Träumen und Alpträumen reißt es uns in die Tiefe. Daher wollen viele Menschen nicht einschlafen oder brauchen gefühlsabtötende Medikamente dafür.
Schlafstörungen sind eine ernsthafte Störung, bei der wir einen wesentlichen Teil unserer Wirklichkeit nicht integrieren können. Denn Träume sind in vieler Hinsicht wahrer als unsere Gedankenwelt, die wir täglich nach Geschmack und Mode und allgemeiner Übereinkunft selbst kreieren.
Der daoistische Dichter Zhuangzi träumte einst, ein Schmetterling zu sein und sinnierte, er wisse eigentlich nicht, ob er Zhuangzi sei, der träume, ein Schmetterling zu sein, oder ob er ein Schmetterling sei, der träume, Zhuangzi zu sein.

Der Unterschied zwischen Träumen und dem, was wir Realität nennen, ist nicht „Wahrheit“ sondern Kohärenz. Während wir im Traum einfach sind und flüssig durch ein amorphes Feld von Erscheinungen und Empfindungen gleiten, können die wenigsten dies im „wahren“ Leben. Im wahren Leben sind Veränderungen sehr zähflüssig und bedürfen oft massiver Interventionen oder großer Geduld.
So bleibt der Tisch in meiner Zimmerecke für lange Zeit der gleiche Tisch. Unsere Gedanken halten ihn fest und kreieren ein kontinuierliches Skript, das die meisten von uns, mehr oder weniger mit anderen Menschen teilen und durch Sprache immer wieder aneinander angleichen. Wir sind uns (fast) alle einig, dass dort in der Ecke ein Tisch steht und daher bleibt er dort stehen, bis wir ihn verschieben.

Dinge, die aus diesem gemeinsamen Skript herausfallen, das heißt den allergrößten Teil dessen, was ist, nehmen wir nicht wahr. Tun wir es doch, laufen wir Gefahr, für verrückt gehalten zu werden.

Chinesische Medizin: Gefühle als Ausdruck des inneren Qi Mechanismus

„Qi-Mechanismus“ ist ein etwas klobiger Ausdruck dafür, dass sich alles hebt und senkt, so wie Wasser absinkt und zu Eis wird und sich bei Wärme wieder in die Wolken erhebt. Für die chinesische Medizin funktionieren alle Dinge so. Außerhalb unseres Körpers erleben wir sie als Wetter, Wind und Wolken. Im Körper als Gefühle. Unsere Gefühle sind, genau wie das Wetter, immer vorhanden. Sie sind unser energetisches Feld, im stetigen Austausch mit der Umwelt und niemals gleich.
Trauer und Angst sind Gefühle des Sinkens. Wut und Freude sind Gefühle des Aufsteigens.
Wir können unsere inneren Qi Bewegungen genausowenig kontrollieren wie das Wetter. Sie bleiben niemals gleich. Wir können nur versuchen, sie in jeder Sekunde wahrzunehmen und ihre Wandlung zu erleben.
Im Wachzustand ist dies nicht so einfach, denn unsere Gedanken halten immer wieder einzelne Zustände fest wie in einer Fotographie.
Aus dem fließenden Feld werden so einzelne, winzige Ausschnitte, nämlich immer dann, wenn ein Gefühl sich an ein Objekt klammern kann, das wir mit vielen Menschen teilen. Statt wie Wasser und Nebel zu fließen, sagen wir dann: Dies ist traurig, dies ist schön.
Dies sind nicht Gefühle sondern Meinungen, die wir mit anderen Menschen teilen. In der Gemeinsamkeit mit anderen bekommen unsere flüchtigen Gefühle Realität. Je mehr Menschen sich einer Meinung sind, umso mehr Bedeutung bekommt das Gefühl. So kommt es, dass Menschen sich gemeinsam intensiver freuen können, dass sie sich gemeinsam in Panik und Hysterie steigern können und dass die meisten Menschen vor ähnlichen Dingen Angst haben.

(Am Rande: Gemeinsame Gefühle kanalisieren das Qi und entwickeln große Kraft. Viele Kulturen benutzen gemeinsame Rituale zum Heilen. Unsere Kultur hat dies leider vergessen. Durch Krankheit müssen wir hierzulande alleine durch und bleiben daher, nicht selten, darin stecken.)

Noch einmal: Unsere Angst ist immer da. Sie ist das fließende Gefühl, wenn das Qi absinkt. Wenn wir sagen: „Ich habe Angst vor diesem oder jenem“, so halten wir diesen Augenblick fest. Woran wir unsere Gefühle festmachen, ist sozialer Konsens.

Ausdrucksformen von Angst

Angst ist sozialer Konsens. Das Sinken des Qi findet immer statt. Unsere Ängste werden geschürt. Früher der Inquisition und der Kirche, heute von der Industrie und den Medien.
Zu früheren Zeiten ängstigten sich Menschen vor Dämonen und Teufeln. Vor dem Alter hätte sich kaum jemand gefürchtet. Alter war ein Privileg.

Unsere heutige Angst vor dem Alter hat zwei Komponenten.

  1. Angst vor Krankheiten. Krankheiten sind ein Riesengeschäft. So wird im Augenblick die Angst vor Wucherungen im Körper von der medizinischen Industrie sehr propagiert und Menschen mit starker Angstschwingung finden hier viel Gelegenheit, ihre Angst in Form von Krebsangst auszuleben. In Wahrheit haben Alter und Krankheit wenig miteinander zu tun, da wir mit zunehmender Erfahrung durchaus auch gesünder werden können.
  2. Angst vor sozialer Ausgrenzung. Angst vor Einsamkeit. Angst, nicht mehr gebraucht zu werden. Unsere Körper und unser Leben werden zunehmend als Konsumartikel erlebt. Wir sollen möglichst schnell, möglichst viel produzieren und konsumieren. Wenn das Tempo sinkt, verlieren wir unseren Wert. Wir sind Konsumartikel mit Verfallsdatum. Wer nicht absolut perfekt ist, reich, erfolgreich, jung und äußerlich makellos, ist beschädigte Ware. Je älter wir werden, umso beschädigter sind wir nach dieser Logik. Der feste Job oder der Partner (der „Traumjob“, der „Seelengefährte“, die „Zwillingsseele“) sind oft der einzige Halt, an dem wir uns festkrallen wir Ertrinkende. Je älter und „wertloser“ wir werden, umso mehr klammern wir, umso mehr befürchten wir, ohne Geld und ganz alleine zurückzubleiben. So kommt es dann oft auch, denn Ängste, an denen wir gedanklich und als Kollektiv, festhalten, entwickeln eine große energetische Dynamik.

Angst vor Alter, Angst vor Krankheit, Angst den Job zu verlieren und und Angst vor Einsamkeit erscheinen den meisten Menschen heute nachvollziehbar. Sie gelten als Teil des Lebens, wenn nicht vernünftig, dann doch leider unvermeidlich. Sie sind es aber genauso wenig wie die Angst davor, dass meine Nachbarin, die Hexe, eine Monatsbinde unter meiner Türschwelle vergraben haben könnte.

Je größer unsere Angst ist oder je schwieriger wir sie fühlen können, umso mehr Objekte sucht sie sich. Auch dann noch halten die meisten Menschen sich an Objekte, über die eine gewisse Einigkeit besteht. Viele Menschen finden Spinnen „eklig“. Daher ist Angst vor Spinnen verhältnismäßig verbreitet.
Rosen gelten für die meisten Menschen als schön. Die Angst vor Rosen oder Gänseblümchen ist hingegen sehr viel seltener.
Viele Menschen möchten gerne dünn sein. Diätwahn gilt als geradezu normal. Dies gibt Menschen mit großer Angst die Möglichkeit, diese Angst als Magersucht (Anorexie) zu erleben. (Anorexie ist  Angst und kein „Diätwahn“. Daher helfen kognitive Verfahren- das Gedankenändern, hier nicht!)

Je größer das Angstpegel in uns ist, umso leichter brechen wir durch das dünne Eis der vagen Ablehnung bestimmter Objekte wie Mäuse, Spinnen oder Nahrungsmittel hinunter in die Tiefe, wo die Angst uns den Atem nimmt. Sehr ängstliche Menschen geraten außer sich über Dinge, über die kaum noch Konsens besteht. Zum Beispiel darüber, dass ihre Schuhe nicht ordentlich nebeneinander stehen.
Ich vermute stark, dass intensive Angst auch hinter dem derzeitigen Boom an Nahrungsmittelunverträglichkeiten steckt, insbesondere wenn Menschen fast nichts mehr vertragen.
Im Extremfall braucht die Angst gar kein Objekt mehr. Das Ergebnis sind Panikattacken.

Wege aus der Angst?

Angst lebt in uns. Wir können ihr nicht entkommen. Wir können uns nicht einreden, dass die Dinge, vor denen wir Angst haben, gar nicht so schlimm sind. Gedanken wirken nicht auf der Ebene, auf der die Angst lebt. Gedanken wirken im Konsensbereich unserer Realität. Sie sind beliebig konstruierbar und sie sind Grundlage der Dinge unserer Umwelt.

Unsere Seele folgt ihrer eigenen Logik und nimmt sich unsere Gedanken nicht so sehr zu Herzen.  Angst ist eine Schwingung unserer Seele.
Angst ist das Gefühl, das entsteht, wenn unsere Seele durch die Trennung geht, das Absterben und Loslösen, das jeder Wiedervereinigung vorangeht. Um zu sterben, müssen wir alles hinter uns lassen: unsere Familie, unsere Freunde, sogar den Körper. Daher haben wir vor dem großen Tod meist auch große Angst.
Daneben gibt es in jedem Augenblick des Lebens kleine Tode. Einschlafen. Ausatmen. Orgasmen. Wir können sie zum Üben verwenden, damit das völlige Loslösen nicht mehr so schwer wird.

Angst ist immer. Angst möchte genauso empfunden werden wie das neue Gefühl des Wiedererwachens, wenn alles wieder erblüht: der Freude.
Angst und Freude wechseln sich ab in einem ewigen Kreislauf. Trennung und Vereinigung. Leben und Tod. Einschlafen und Erwachen.
Wer versucht, der Angst zu entfliehen (etwa mit Psychopharmaka), lässt sich darauf ein, keine Freude zu erleben.

Glücklicherweise geht das nicht lange.

Wege zurück zur Angst.

Nehmen Sie Spinnen. Sie mögen harmlos sein. Für eine Phobikerin sind sie ein Portal zur Angst. Sie können ihr helfen, sich mit abgetrennten Gefühlen zu vereinen. Denn was immer große Ängste in uns auslöst, hilft uns, einen Weg in die Tiefe anzutreten.

Da ich durch diesen Weg gegangen bin, beschreibe ich ihn kurz. (genaueres hier:)

In einem Zustand tiefer Entspannung stellte ich mir Spinnen vor. Sie nahmen schnell riesengroße Gestalt an und wollten mich fressen. Ich saß ihnen wie gelähmt gegenüber und strengte mich an, sie mit Gedankenkraft im Zaum zu halten. Aussischtslos.Ich erschöpfte mich in schierer Panik. Dann endlich fand ich den Mut und gab auf. Die Spinne  fraß mich und ich wurde zu ihr. Ich begriff, dass es keine Trennung gab. Spinne und Nicht-Spinne. Ich und die anderen. Tod und Leben. Alles ist eins.

Oder, wie ich einst schrieb: „Das Mädchen konnte nicht mehr sterben, denn sie war unsterblich. Ihr Herz hatte Iktome besiegt.“

Das gleiche Verfahren (hier beschreibe ich die Angstmeditation noch einmal genauer) gilt für alle anderen Ängste auch. Ganz gleich ob es Angst vor Falten, Angst vor der Dunkelheit, Angst vor Schlaganfall, Angst, niemals einen Partner zu finden, Angst vor sexueller Hingabe (Orgasmusschwierigkeiten), oder Angst vor Krankheit, Angst vor Alter, Angst vor Verfall und Tod ist oder Ihre eigene seltsame und ganz persönliche Angst, die sie niemandem eingestehen möchten:

Der Weg ist immer mitten hinein.

Wenn Sie glauben, dass die Angst vor Spinnen und die Angst vor Krebs nicht miteinander vergleichbar seien und Angst vor Dunkelheit ohnehin einfach nur dumm sei, so möchte ich Ihnen versichern, dass Angst immer einfach Angst ist. Absinkendes Qi.
Keine Angst ist dumm. Jeder Mensch lebt in ihrer/seiner eigenen Welt mit ganz eigenen Ängsten. Ängste sind Risse in unserer makellosen Alltagswelt, die von Logik zusammengehalten wird.  Unsere Angst ist unser persönliches Portal hinunter zu unserer Wahrheit, in die Unterwelt wie die Schamanen sagen. Dort, wo düstere Fabelwesen und weise alte Frauen uns Geheimnisse zuraunen. Der Ort, wo wir lernen, was unsere Körper, unsere Gefühle und unsere Realität im Inneren zusammenhält.

Vielleicht gelingt es Ihnen dort unten, Kontakt mit ihrer eigenen weisen alten Frau aufzunehmen und sie an die Oberfläche zu bringen. Die Welt braucht dringend weise alte Frauen (und störrische alte Knacker!). Die Zeit der Hexenverbrennung ist vorbei.
Die Zeit ist gekommen, nicht mehr bescheiden, lustlos, ordentlich gekämmt und „in Würde“ zu altern- sondern laut kichernd die Fackel unserer alten Frau (oder unseres verrückten alten Mannes) in die Welt zu tragen.

Also mitten hinein in die Angst.
Aus Angst gibt es keinen anderen Ausweg und alle Versuche, die Angst zu unterdrücken, führen dazu, dass sie an anderen Stellen wieder an die Oberfläche drängt. Wenn Angst überwindbar erscheint, so ist es keine Angst.

Angst ist das Sinken des Wassertropfens, ehe er sich mit dem Ozean vereint. Denkt der Wassertropfen etwa, er habe Angst vor dem Ozean? Denkt er etwa, er habe Angst, nicht mehr zu sein? Alles, was er fühlt, ist Einsamkeit und so sinkt er und sinkt. Es gibt keinen anderen Weg. Es gibt nur den Weg mitten hinein.
Wenn wir uns mit unserer Angst vereinen, so ergeht es uns wie all den Helden in unseren Märchen. Wir bekommen die Prinzessin und das Königreich. Die Prinzessin ist unsere Seele. Das Königreich ist unsere angeborene Macht.

Kriegsenkelin

Heute, zum Totengedenktag,  gedenke ich meiner toten Großeltern.

Mein Heiler- Kollege und Santeria Lehrer Valdonio erklärte mir vor Jahren auf Kuba:

„Ihr aus Europa seid voller Toter. Ihr könnt euch kaum noch bewegen vor Schmerz und Trauer. Deswegen tanzt ihr so schlecht.“

Er unterrichtete mich, wie ich die Egguns, die Toten also, mit Hühnerblut zu füttern hatte, und er gab mir einen Altar, einen alten Dachziegel, den ich, getränkt mit Hühnerblut und verklebt mit Hühnerfedern, durch den Zoll schleppte und weisungsgemäß in meinem Garten vergrub.
Nach dem Motto: Wer weiß, vielleicht hilft‘s ja.
Der Tot des Huhnes ist eine andere Geschichte und gehört nicht hierher.
Während das arme Vieh in meinen Händen zuckte, lernte ich einiges über mich und das Leben, vor allem, wie schnell es durch die Hände rinnt, und ich lernte, dass Lebewesen wirklich leichter werden, wenn die Seele aus ihnen herausströmt.  Es war ein elender Vorgang.

Aber die Egguns klebten fest. Hühnerschlachten hilft nicht gegen den Tod.

Jahre später, pünktlich zum Herbstanfang, nahm der Schmerz überhand. Schmerz war ein alter Freund. An den meisten Tagen meines Lebens, solange ich zurückdenken konnte, schmerzte zumindest die Hälfte meiner Knochen. Skoliose, Rheuma. Fibromyalgie. Unnötige Namen.
Wie mich überhaupt medizinische Diagnosen kaum überzeugen können. Was mich bewegt, sind die Ursachen solcher Zustände. Schmerzhaften Zuständen ein Etikett zu verpassen, ist für mich keine Diagnose. Gnosis heißt „Erkenntnis“ und nicht „Benennung“.

An diesem ersten Herbsttag  war die Diagnose ausnahmsweise klar. Ich hatte getanzt. Ein angenehmer Schmerz, wohltuend und überschaubar. Grund genug, dem Ganzen noch ein Bad mit Meersalz und Algen  folgen zu lassen.
Der Schmerz strömte angenehm durch den Körper und ich ließ mich ganz einsinken. In den Schmerz, tief ins Wasser. Es dauerte eine Weile und mein Kopf sank unter Wasser. Ich spürte nun nichts mehr. Nur eine Erstarrung, die noch zunahm, als ich mich ihr ganz ergab. Dies war kein Muskelkater mehr.

Ich lag allein in einer zerstörten Landschaft. Ausgeblutet, verkrampft von zahllosen Wunden und vor allem vor Kälte. Erstarrt vor Angst. Versteckt hinter etwas Dunklem. Einem Bretterverschlag? Eine weite Ebene mit einzelnen Birken und unklaren Trümmern. Eine Landschaft, die ich schon oft gesehen hatte, obwohl ich noch niemals dort gewesen war.
Nonlokalität. Alles ist gleichzeitig und hier. Ich war in Russland. Kriegsende. Ich war mein Großvater. Der, der niemals zurückgekommen war. Der, dessen Geschichte verloren ging. Der spurlos aus dem Leben verschwand. Der, dessen Grab bis heute niemals gefunden wurde.
Mit einem Mal begriff ich, dass seine Spur in mir fortlebte. In meinem schmerzenden Körper. In meiner lebenslangen Traurigkeit.
Großvater, dachte ich. Erzähl mir deine Geschichte.

Ich sank tiefer und im gleichen Augenblick hörte ich Geräusche. Todesangst. Dann, ein Knall, ohrenzerfetzend wie ein Schuss. Mein Herz zerriss. Wenig fehlte und ich wäre, feige, aus dem Wasser aufgetaucht. Ich blieb unten. Ich starb.

Später kochte ich und lud meinen unbekannten Großvater zu einem letzten Abendessen ein. Ich erzählte ihm aus meinem Leben und wie sehr ich ihn vermisste. Ich erzählte ihm vom unendlichen Schmerz meiner lieben Oma. Wir weinten beide und tranken Wein. Dann ließ ich ihn gehen.
Der Schmerz ging dann auch. Zumindest ein Teil. Der Großvaterteil. Das fiel mir aber erst viel später auf.

Heute, zum Totengedenktag gedenke ich meiner Ahnen. Sie sind bei mir.

Heilung steht nicht in Google

Schlauer als Google

Neulich fragte ich zwei Leute nach dem Weg.
„Hast du denn kein iphone?“, war die völlig verdatterte Antwort.
„Nein“, sagte ich und tat beschämt.
Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe eins. Aber meistens liegt es im Weg herum und ist entladen.
Ich hab auch ein Navigationsgerät. Aber ich habe es schon vor Jahren wieder ausgebaut. Denn wenn mir immer gesagt wird, wohin ich fahren MUSS- dann kann ich doch keine neuen Wege finden. Ich vertraue meiner Intuition, den Himmelrichtungen, uralten Ortsnamen und überhaupt: Ich fahre gern ins Blaue.

Wer mich in meiner Praxis besucht, stellt sehr schnell fest, dass ich über fast keinerlei elektronische Geräte verfüge. Noch nicht einmal ein Faxgerät. Ich besitze ein rudimentäres Handy, das meistens in der Teeküche liegt und nur beantwortet wird, wenn ich mal alleine bin.
Ich besitze auch keine medizinische Elektronik. Die einzige Ausnahme ist ein elektronische Blutdruckmessgerät. Eigentlich hätte ich lieber eine Handpumpe mit einer Quecksilbermesssäule und einem Stethoskop gehabt, aber in der Apotheke nebenan gab es das nicht und so wichtig ist der Blutdruck ja nun auch wieder nicht.
Nein, wirklich nicht. Um den Blutdruck wird viel zu viel Aufhebens gemacht- aber das wäre ein anderer Blogpost.

Es gibt auch kein Chipkartenlesegerät, um persönliche Daten meiner Klienten zu lesen und neue einzugeben. Ich schreibe mit einem Füller auf Papier und die Akten von zwanzig Jahren Praxis liegen in einem kleinen dunklen Raum- ordentlich sortiert nach Alphabet.
Es gab Zeiten, da fand ich, ich sollte meine Patientengeschichten in irgendeinen Computer eingeben. Es wäre nett, dachte ich, „Menstruationsbeschwerden“ oder „Herzschmerzen“ einzugeben, und dann alle Menschen zu finden, die jemals mit einer solchen Beschwerde bei mir waren. Dann könnte ich vergleichen, Statistiken aufstellen, sehen, was einmal geholfen hat- und was nicht.

Andererseits gleicht niemand irgend jemand anderem- das ist eines der unfassbaren Wunder des menschlichen Lebens: Mehrere Milliarden Menschen und keiner gleicht einem/r anderen.
Ich muss also ohnehin mit jedem neuen Menschen ganz von vorne anfangen und sie oder ihn kennenlernen. Erfahrung ist das einzige Werkzeug.

Erfahrung

Erfahrung ist mehr, als der mehr oder weniger missglückte Versuch einer inneren Auswertung von irgendwo abgespeicherten Daten. Erfahrung ist etwas qualitativ anderes. Erfahrung lässt Dinge entstehen, die nicht logisch aus dem folgen, was wir bereits wissen, sondern vor allem aus dem, was wir erfahren haben- also gefühlt.
Bei Erfahrung wird nicht nur das Alte immer wieder neu kombiniert. Erfahrung geht durch eine Phase des Dekonstruierens und Vergessens- wie in der Tiefe eines Komposthaufens entstehen so völlig neue Dinge.
Wie der Komposthaufen will Erfahrung regelmäßig gefüttert werden- am besten, indem ich mit allen Sinnen neue Informationen aus unterschiedlichen Quellen eindringen lasse, indem ich lerne und ausprobiere und fühle, und dann alles wieder ins Vergessen hinabsinken lasse.
Wenn ich auf einen Berg steige und ein paar Nächte da oben sitzenbleibe, wie die Zwerge Himpelchen und Pimpelchen, ist dies meine Form der medizinischen Weiterbildung.
Nachdem die beiden Zwerge vom Berg herabkamen, nach fünfundsiebzig Wochen, krochen sie in den Berg und schliefen sich erst einmal aus- bis heute, so sagt das Gedicht.

Schlaf ist ein essentieller Teil unserer Weiterbildung zum Menschen.

Bei Bedarf steigt das notwendige Wissen dann aus dem Dunkel wieder herauf. In der richtigen Verfassung, das heißt, wenn es uns gelingt, den Denkfilter auszuschalten, bekommen wir so Kontakt mit außerpersönlichen Erinnerungen. Erfahrungen aus vielen Tausenden von Jahren. Erfahrungen all der Menschen, die den gleichen Weg gegangen sind.
Meine Wand voller chinesischer Bücher bringt mich einigen dieser Menschen näher. Oft nehme ich eines heraus- und lese darin, gerne auf einer zufällig aufgeschlagenen Seite, um wieder in die Schwingung eines dieser Heilkünstler vergangener Epochen einzutreten. Oft genug steigen dann Dinge auf, die ich unmöglich wissen kann oder längst vergessen habe. Wissen darüber, wie bestimmte Akupunkturpunkte miteinander reagieren, Akupunkturpunkte, die ich nie zuvor kombiniert habe. Ein neues Kräuterrezept. Ein Zusammenhang, an den ich noch nie gedacht hatte.
Bei Behandlungen sitze ich einfach da und beobachte und warte, dass mir von irgendwo aus meinem Inneren mitgeteilt wird, was ich tun soll. Meist geschieht dies beim Pulsfühlen. Jede Art von Aufregung blockiert diesen Prozess.
Ich habe keinen bewussten Zugriff auf diesen Mechanismus. Er liegt im Dunkeln und folgt den Gesetzen des Chaos. Der einzige Halt in diesem Wirrwarr ist Vertrauen.

Wer nicht vertrauen will, muss googlen

Vertrauen fällt den meisten Menschen ausnehmend schwer. Sie leben in Angst. Kein Wunder, dass sie lieber auf Google hören. Google weiß bekanntlich alles. Es kennt Hotels in abgelegenen Orten. Es weiß, wann Flüge gehen und kennt alle Telefonnummern der Welt. Google kennt Tausende von Käsekuchenrezepten (aber nicht das meiner Oma).
Google weiß so viel mehr als ich. Es sammelt Daten über alles, was ich je angefragt habe, und schlägt mir immer wieder den gleichen Kram vor. Habe ich einmal einen Flug nach Buenos Aires gebucht, bekomme ich noch Jahre später Hotels in dieser schönen Stadt vorgeschlagen. Es scheint, Google weiß sogar über mich mehr als ich selbst.

Es liegt nahe, das eigene Gehirn gänzlich durch Google zu ersetzen. Viele Menschen tun dies ausgiebig genug.

Google kennt auch chinesische Kräuter. Gebe ich „Radix Stemoniae“ ein, so kommen lange Listen von Seiten, auf denen über dieses Kraut berichtet wird. Nur dummerweise steht auf all diesen Seiten in etwa das gleiche.

Das „Wissen“ von Google

Wissen kommt von Weisheit. Was wir in Google finden, ist Ergebnis eines endlosen „Copy and Paste“ Prozesses, getrieben vom Bedürfnis, dieses dünne Wissen möglichst gewinnbringend zu vermarkten. Es ist Produkt eines industriellen Fertigungsprozesses, ähnlich wie fastfood, bei dem aus möglichst billigen Zutaten möglichst viel Profit gemacht werden soll. Ein Prozess, dem es auf Quantität ankommt. Solches „Wissen“ breitet sich unendlich aus und reproduziert sich selbst, wieder und wieder, ohne jemals in die Tiefe zu gehen- den Ort, wo wirkliche Erkenntnis wurzelt. Das „Wissen“ von Google ist getrieben von „clicks“ und „likes“ und „links“. Kaum jemand, der nicht irgendein finanzielles Interesse hat, wird sich daran machen, Informationen über eine obskure chinesische Heilpflanze einzugeben.

Google kennt auch chinesische Rezepte. Es kennt aber nur die, die auch als Fertigprodukte verkauft werden- Rezepte, die genau deswegen keine chinesische Medizin mehr sind, sondern nur noch chinesische Namen haben. Es kennt nicht die unzähligen Rezepte, die es nur ein einziges Mal gegeben hat, nämlich als persönliche Verordnung für einen ganz konkreten Menschen.
Und vollkommene Nicht- Reproduzierbarkeit, das heißt, alles nur ein einzige Mal, ist die wichtigste Besonderheit der chinesischen Medizin.

Chinesische Medizin steht nicht in Google

Echte chinesische Ärzte wissen sehr wohl, dass ihre Rezepte nicht wiederholt werden können. In den alten Büchern stehen Rezepte daher nur als Beispiele dafür, wie neue Rezepte konstruiert werden könnten. Als Inspiration für Menschen, die ähnlich denken wie der Autor, die also, im weitesten Sinne, zu seiner Schule gehören. In diesen Büchern sind daher auch keine Dosierungen angegeben. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil jemand, der  weiß, wie der Autor gedacht hat, nach der gleichen Methode leicht ein neues Rezept erschaffen wird.
Chinesische Medizin verweigert sich strikt den Gesetzen der medizinischen Industrie ( und unsere Schulmedizin ist nichts anderes als eine Industrie ): Endlose Reproduzierbarkeit.
Es geht nicht anders.

Google versteht daher nichts von chinesischer Medizin. Dies wird sich auch nicht ändern, weil Google nicht die systemischen Voraussetzungen dafür besitzt. Googlewissen ist reproduzierbar. Linear. Berechenbar.
Das mächtige allwissende Google hat eine große Schwäche: Es versteht nichts von Chaos.

Chaos ist die Quelle neuen Wissens.

Google hat keinen Zugriff auf das Chaos. Wir Menschen aber wohl. Kreative Menschen schöpfen seit eh und je aus dieser Quelle. Dies gilt nicht nur für Dichter oder Musiker.
Als der Chemiker Kerkule sich einst den Kopf zerbrach über die Struktur des Benzolrings, fiel er in tiefen Schlaf. Dabei träumte er von tanzenden Männchen, die in der Formation des Tanzes die Struktur des Benzolringes imitierten. Er war weise genug, seinen Traum beim Wort zu nehmen und fand die Antwort, die er gesucht hatte.

Einigermaßen hellsichtige Leute haben längst begriffen, dass durch Statistik kein neues Wissen generiert werden kann. Statistik ist nichts als die rechnerischer Aufbereitung der Dinge, die wir bereits abgespeichert haben. Ein Versuch, aus diesem Defizit herauszukommen, besteht darin, die Funktionsweise des Chaos durch Zufallsgeneratoren zu imitieren. Aber elektronisch generierter Zufall kommt dem Chaos nicht näher. Zufall und Chaos sind etwas qualitativ vollkommen anderes. Der Zufall der Rechner beruht auf der binären Logik- dem plus oder minus der bits. Dies ist die grundsätzliche, systemische Beschränkung auch des allerschnellsten Rechners. Plus oder Minus. Ja oder nein.
Selbst wenn jemand versuchen sollte, vielleicht zufällig, ihren Rechner aus diesem binären Gefängnis zu befreien, und zu diesem Zweck etwa ein Glas Cola ins Gehäuse gießt, kann sie auch wiederum nur mit zwei möglichen Ergebnissen rechnen: Kaputt oder nicht kaputt.
(Dieses Experiment wurde in meiner Familie bereits durchgeführt. Daher weiß ich Bescheid.)

Im Chaos besteht diese Trennung nicht. Aus Yin wird Yang und aus Yang wird Yin. Die Wandlung geschieht in einem fließenden Prozess: Die Lehre von Yin und Yang ist nicht dual. Um sich zu wandeln, gehen Yin und Yang immer wieder in den Chaoszuständ über. Chaos, so heißt es, ist die Quelle. Chaos ist undifferenziert, flüssig und verschwommen. Die Chinesen nannten dies „trüb und dunkel“ und hielten diesen Zustand für den höchsten erreichbaren geistigen Zustand.

Konfuzius soll gesagt haben, wenn er ein zweites Leben hätte, würde er es dem Studium der Wandlung (in Form des klassischen Buches der Wandlungen, des „Yi Jing“ oder „I Ging“) widmen.
Die Daoisten gingen noch weiter. Während Konfuzius und seine Nachfolger, die konfuzianischen Ärzte und Schöpfer unserer heutigen chinesischen Kräutermedizin, an Studium und unausgesetzte Mühe glaubten, erklärten die Daoisten, Studium hätte überhaupt keinen Sinn. Es ging ihnen vielmehr um Loslassen, Verwirrung, Rausch, Extase.
Denn „das Dao, das benannt werden kann, ist nicht das wahre Dao“. So steht es im „Dao De Jing“, dem Buch über das Dao und die magische Kraft (De).

Kreativität: die Intelligenz des Fühlens und des Nicht-Wissens

Die Intelligenz des Chaos ist eine Intelligenz des Nicht-Wissens. Sie ist kindliches, nicht kaputtgedachtes, spontanes Entstehenlassen. So, wie wir uns dunkel an etwas erinnern, um gleich es gleich darauf wieder zu vergessen. Ein endloser Kreislauf, bei dem immer wieder neue Bilder aufsteigen, bis gelegentlich eines kommt, das genügend Kraft besitzt, um Form anzunehmen. Für eine Weile.
So funktioniert Kreativität.
Viele Menschen, die gerne kreativ wären, verweigern sich diesem ständigen Loslassen. Sie vertrauen nicht darauf, dass das, was sie brauchen schon irgendwann aus dem Dunkel aufsteigen wird.
Sie fürchten sich vor der Dunkelheit. Dem Kontrollverlust.

Das Yin- die dunkle Mutter

In der chinesischen Medizin nennen wir dies eine Yin- Schwäche. Sie geht oft mit Schlafproblemen einher.
Wenn wir zurück ins Chaos sinken, ins Dunkel, so ist dies ein Yin Vorgang. Wir lassen los, wir vergessen. Wir werden still. Wenn wir aus dem Dunkel auftauchen, mit einer neuen Eingebung vielleicht, so ist dies Yang. Im Chaos begegnen sich die beiden Bewegungen des Absinkens und des Auftauchens.
Yin Intelligenz gehorcht  geheimen Mechanismen, die wir kognitiv nicht verstehen können. Es ist eine Welt des Fühlens. Fühlen ist Wissen, das im Körper entsteht und dort, immer wenn wir es nicht fühlen wollen, zu Krankheiten führt, die wir dann fühlen MÜSSEN.

Das dunkle Yin wurde den Daoisten als die große Mutter des Seins verehrt. Als die Quelle, aus der alles fließt. Daoismus ist eine weibliche Philosophie. Die einzige, die wir kennen.

Da all dies nicht in Worte gekleidet werden kann, streiten ängstliche Menschen rundwegs ab, dass hier überhaupt irgendetwas Brauchbares zu holen wäre.
Ängstliche Menschen fordern, dass Wissen den Gesetzen der Statistik zu folgen habe. Wissen soll abspeicherbar sein und jederzeit abrufbar.
Ängstliche Menschen laden ihr iphone regelmäßig auf, damit sie bei Bedarf alles googlen können- und damit sie dabei gleich auch noch nachsehen können, ob sie immer noch 735 Freunde bei facebook haben.
Information, Beziehungen, alles muss jederzeit nachkontrollierbar und erreichbar sein.

Reproduzierbarkeit: „Eine Erneuerung findet nicht statt“

Vor allem aber: Es muss reproduzierbar sein, das heißt, es muss nach Bedarf jederzeit immer wieder auf die gleiche Weise wiederholbar sein. Das schließt jede Erneuerung von vornherein aus.

Chinesische Medizin ist nicht besonders gut an der Reproduzierbarkeits- Front. Ohne Zweifel lässt sich statistisch nachweisen, dass bestimmte Kräuter oder Punkte in einem bestimmten Prozentsatz von Fällen bestimmte Reaktionen hervorrufen. Aber so richtig doll sind all diese Studien nicht.
Sie bringen sie uns kein neues Wissen. Sie bestätigen nur einen Bruchteil der Dinge, die chinesische Kräuterärzte ohnehin schon wussten. Solche Studien sind also vollkommen nutzlos- außer um zu rechtfertigen, dass es überhaupt chinesische Medizin gibt. Das brauchen wir aber nicht.
Der chinesischen Medizin geht es um etwas, das sich niemals in Studien greifen lassen wird. Um Heilung.

Heilung ist immer wieder neu

Die Heilung eines einzelnen und unvergleichlichen Menschen von seinem ganz individuellen Leid ist nicht wiederholbar. Sie ist genau genommen auch nicht weiter aufsehenerregend.

Erneuerung und damit auch Heilung ist eine Grundfunktionen biologischer Systeme. Heilung ist immer eine Möglichkeit. Im Buch des Leben gibt es nur Heilung oder Tod. Von chronischen Krankheiten ist nicht die Rede. Wobei ein jahrelanges freudloses Dahinsiechen mit chemisch abgedämpften Lebensprozessen und künstlich animierten Emotionen wohl dem Tod zuzurechnen wäre.

Ängstliche Menschen beherrschen seit ein paar hundert Jahren die Euro-Amerikanische Medizin. Ängstliche Menschen wollen feste Realitäten- oder zumindest eindeutige Statistiken- und vor allem wollen sie, dass sich niemals etwas ändert.
Daher ist Heilung in dieser Medizin kein Thema. Tod übrigens auch nicht. Nur Empfängnis wird gerade eben noch erlaubt. (wenngleich technisiert, so weit es geht, am liebsten im Reagenzglas.)

Der Chinesischen Medizin ist dies alles gleichgültig.
Chinesische Medizin wandelt sich seit mehreren Tausenden von Jahren und hat schon schlimmere Dummheiten überlebt als Statistik und Google.
Chinesische Medizin folgt den Gesetzen des Chaos und hier ist Wandlung eine Selbstverständlichkeit. Heilung geschieht in jeder Mikrosekunde.

Wie andere alte Medizintraditionen schöpft chinesische Medizin aus dem fühlenden Wissen des Schamanismus- der Urmedizin. Sie beruht nicht auf Trennung und Analyse und Stillstand, sondern auf lebendiger, fließender Verbindung zwischen allen lebenden Systemen. Sie entzieht sich der Logik der Reproduzierbarkeit. Sie ist kreativ und erneuert sich selbst, wie das Leben, aus dem sie entsteht.

Wir können davon lernen. Ich schreibe also weiterhin meine Akten mit Füller (oder wie zur Zeit mit wackligem Kugelschreiber) und ich frage weiterhin echte Menschen nach dem Weg und wenn mir nichts mehr einfällt, dann setze ich mich auf einen Berg.

Gil Scott-Heron sang einst: “The revolution will not be televised.”
Wir können heute hinzufügen: “Healing will not be googled.”

Acupuncture: a Shaman’s Way

Chinese medicine from a shamanka’s point of view.

Many years ago I studied  Chinese Medicine in China. I lived there for nearly five years, I accumulated about two thousand Chinese books. But I always had the feeling that something was missing.
(It is not- we just have to look deeper)
So I studied with shamans all over the world. Healing matters deeply to me.

I learned about spirit. I learned how spirit is lost and how it is called back.
I learned about intrusions and the spirit of the death that come to haunt us.
I learned about Power Loss.

Most importantly I learned that Shamanic ideas are not alien to Chinese Medicine. They are its very root.

The Wu Shamans of ancient China

In ancient China women who danced to bring the spirits back were calledwu, which can be translated as shamans.

African Yin Yang

African Yin Yang

 

 

 

 

 

 

 

 

the Dao De Jing: an ancient classic about the way and the power

Laozi, the mysterious creator of the Dao De Jing, was a great shaman.
He (she?) wrote a book called: Book about the way and the power.
The Dao De Jing (also written „Tao Te King“). A book most people think to know.

You may want to read this wonderful book again. And again.

The ancient shamanic classic Dao De Jing and a handful or two of acupuncture points are the essentials you need to be a wonderful healer.

This is very little, if you compare this to any other medical system.

Of course it is fun, to know more stuff.
Many people might add the Book of Changes, the Yi Jing ( I Ging ) to their list of books.

I enjoy all kinds of manual techniques or point combinations by famous doctors or herbal medicine and I think so do you.
But the more I accept that healing is the natural way to go, the less I rely on overly complicated interventions.

We do not need to worry out about not knowing enough.
We do know. Knowledge lies deep within.

It is narcissistic thinking that we must be incredibly great to heal people.
We hand over the power to be who we are to other people.
Like this we put incredible pressure on our clients: If they get well, we feel really good and accomplished. If they do not get well or even die, we feel like terrible failures.
Have you ever had a client who told you she felt better, just to make you feel better?
They should not have to do this.

They are on a quest to encounter their own inner healer and we can chose to help them.
We do this by connecting to them.
The ancient Chinese Shaman Laozi says:
„Two give birth to Three. Three give birth to tenthousand things.“
Three is the magic connection.
Whenever the Magic Three is born, we will feel in your guts what this person needs. Or they will feel it. Something will come up and it will be healing.

Healing does not necessarily mean we will not have to die.
This may be hard to swallow, because we tend to think of medicine as the great warrior against death.
This is another instance of narcissistic thinking and again it does not serve us well.

Fear of Death is a Damaging Belief. We are Immortal anyway.

If we loosen up around death- healing will be much easier.
In Shamanism the world of death is just another place to be.

Damaging Beliefs

Let us talk about damaging beliefs.
Some popular damaging beliefs are: I am ugly, I am stupid, I am unworthy.
Cognitive therapies and hypnotherapy try to get rid of these beliefs by understanding them and finding something more useful.
We may write on our mirror or on little cards: I am beautiful. I am smart. I am worthy.

This may be less painful. But it does not work as well as most people hope.

You see: whether we claim to be good or bad it is probably not the truth. It is alien to who we are and therefore not very powerful.

The truth is: when are born we are neither good nor bad. We are just as we are. Just like a tree.

Then our parents, our teachers, our friends really get going and chop us into something useful.
A chair. A table. A wooden bowl. While all we wanted to was grow and be alive.

In Humans we do not use Axes to chop down our Inner Truth. We use Words.

The great shaman Laozi was not so keen on words and names:
The Dao that is named is not the real Dao, he said.
He also had a dim view our notion of usefulness.
The thing he liked the least was morals.

To think we are bad is obviously damaging.
To think we are good is not much better.
Good is not what we want to be: We want to be real.

Laozi  said that moral categories were the beginning of all evil.

Just ask your local crack dealer who pushes poison to small children whether he considers himself a good person. He will have very elaborate explanations why it is ok what he is doing and why, of course, he really is a good person.

Beliefs are food for the mind chatter that prevents us from listening to our inner song. The deep knowing who we really are.
Our essence.

Thunder and Lightning: Two Shaman Gods and also two well known Acupuncure Points

While we are at it, I want to point out, that we have methods in acupuncture to get rid of sticky thought forms- be they whiny and self pitying or resentful and self-righteous or outright grandiose.
Try a point on the back, right between the middle and the heart. It goes by the name of yixi- cry of pain- bladder 45.
Here, just over the diaphragm, is the lower region of our sky, the lung, where the darker and heavier clouds collect.
With the acupuncutre point „yixi“ sticky thought forms will pour out of the client. After half an hour of accusations, misery, self pity and tears, we can clear up the sky with two other points: Lu 7 and St 40, Lieque and Fenglong- which incidentally are the personal  names of two old shaman gods of China: Thunder and Lightning.

Put your intention on clearing away cloudy thought forms and the two gods will be at your command.

„You can’t go back
and you can’t stand still
If the thunder don’t get you
then the lightning will.“
(The Grateful Death)

Thought discipline

After thunder and lightning have swept away the mind chatter, we have to apply thought discipline to keep it that way.
There is a mantra that seems to be working especially fine: I just tell myself to shut up whenever my mind goes into self bashing mode or self inflating mode.

Shutting up is good medicine

The mantra „shut up!“ came to me on a vision quest I did once on a very beautiful spot near an old Apache graveyard near the Mexican border. There were wolves. There were hot springs. There was snow.
As the place was so beautiful and so holy I prepared myself for great instructions.
I did my little ceremony and sat in the snow and started pouring my heart out.
I really got going.
So many things I needed to learn and do. So much misery I was making up for myself.
I was a complete nuisance to all the other beings on that beautiful spot.

All of a sudden someone said in a very clear voice: “Shut up. If you go on talking you will not hear what is being said.”
It was a peck of grass.
To shut up is very serious advice given to me by the spirit world and I thought I’d pass it on.

Now that we have talked about damaging beliefs, which are not cool, and about how to get rid of them, by shutting up,  we are done with this talk.
Right?
Hold your horses.
I am just warming up.

Acupuncture
We are immensely priviledged to be students of a medical system that does not draw a line between body and spirit.
A system that is non dual to the very core.
A system that furthermore teaches us a very simple technology to work with spirit.

Acupuncture: A Technology of the Spirit

However we have managed to reduce it to a system to treat symptoms and diseases.
Acupuncture can do that- it can do anything we want it to do, because the needles are a language that speaks to the body and if we talk disease- so will the needles.
We have been brought up to think diseases are real.
We have been brought up to think that they are entities that somehow come over us.
Later generations who will have understood will shake their heads at so much superstition.
Our notion of disease is yet another damaging belief.

Disease is the Soul’s way of healing

Some time ago I was meditating and it was one of those rare moments my mind really got out of the way. I sat there for a couple of hours, feeling calm and blissful.
Suddenly from deep inside a thought popped into my mind: Disease is the soul’s way of healing.
Next thing I felt the strong urge to jump up on my feetwhich were numbed after sitting so long. With a terrible sound my ankle cracked and I fell down on the ground. There I lay trying not to be sick from the piercing pain that shot through my leg.
Why had I jumped up like that? What had made me do so?

After a while my daughter came in and found me lying on the floor.
“I fell down”, I told her. “But never mind. I do not know how, but something just got healed.”

“Oh mommy”, she said and looked at my foot that by that time had swollen into a huge formless lump. “Only you can say something like that.”

My daughter knows me well. I can be bit weird at times.

Over the next days I held the thought  “Disease is the soul’s way of healing.”
I did some acupuncture to help the swelling go down and did some exercises to find out what was happening.
Very soon I realized that while the lump slowly turned into a foot again some other changes took place. I will not bore you with the details, but among others my iliosacral joint and hip which had been really painful for a long time opened up. The vertebrae in the neck fell into place. Headache and an occasional tinnitus dissolved. I got a bit taller. Most importantly for an ardent dancer like myself I found a completely new balance.

It was complex healing- far more complex than everything I ever learned in osteopathy.
I would never have been able to do anything like that consciously.
But something deep inside knew everything it needed to do.
It was not the first time it had done so or tried to do so.
But it was the first time I was really able to go with it instead of fighting the symptoms.

It is not always easy to appreciate the self healing process.
It can be painful and inconvenient like a swollen ankle.
It can be much worse than that.

We all have known people who started a new life after some terrible disease. I have a friend who lived through terminal cancer and found herself a new person at the end of that trial.

Healing can be deep and painful.

The force behind healing has no mercy. It is a natural force and if we try to fight it, it may very well kill us.
It is a force that comes from our roots.
The only real disease there is, is when we are not connected to this force.
A tree that is not rooted well, will be eaten by worms and thrown down by the storm.
This is the way of the forest to heal itself.
This is how life works.

The „Three Treasures“ of Ancient Chinese Doctors

The ancient Chinese doctors talked of „Three Treasures“: Shen,Qi and Jing. Let us meet these forces.

Shen- the Intouchable

In beginners classes of Chinese Medicine we talk a lot about Spirit- Shen.
Shen is expansion. It is yang and it connects us to the sky.
When the going down here gets rough parts of it can fly far, far away and not find its way home.

We call that soul loss. It happens when we are traumatized. Soul loss reduces our being.
Live loses its light and we feel lonely and sad.
Soul loss can be treated relatively easily with acupuncture.

Qi– the World of Matter

Spirit is pure yang, immaterial. When it dives down into yin again, it translates into qi.
Qi is the body we work with. Our feelings and our thoughts.
Most of the time our attention lies here. In the middle world.
We are used to get a grasp on things by giving them a name. Our specific cultural formation, our language, lets us only see the things we have words for.
We are resistant to things we have no names for.

Jing- The Essence- our inborn Power

When Qi dives down even deeper into Yin it condenses into essence- Jing.
The Chinese say it cristallizes. They teach that this crystallization needs lots of stillness and time. Like during the ten lunar months we spend in the womb before birth.
This cristall is the Jing. Our core.
As cristalls do- the Jing resonantes with its own frequency, our personal song.
If we want to know who we are, we need to listen to that song.
Most of the time we do not. Instead we listen to the chatter of our mind.

We do not hear so much about Essence in Chinese medicine.
All we learn is that we need to guard it- preferably with much sleep and little sex. Not much more we can do about it.
We also learn that it is something like gasoline. Once it is used up we die.

You can easily see that we translate our everyday illusion of scarcity into what we think is spiritual thinking.

Instead of thinking of Essence as some kind of spiritual gasoline, we can also think of it as our connection to the spirit world. The place were we are purely ourselves and at the same time connected to everything.
Think of a tree. In the upper world it stands high and reaches up into heaven. It is light and beautifully alive. Its branches rustle and sing songs without any meaning or intention attached. Songs of pure sound that somehow express, what it is on the inside.
Then there is the middle part. The trunk. A bundle of millions of pathways  that connect the branches to the roots.

The roots lie in the dark. Therefore we do not see that they form a web that spans for miles and miles connecting all trees into one living organism. Along  that web the roots pass nutrients and water. Here in the dark their power is born.

We are just like that. Deep down in the dark we are connected to everything.

The Dark World

Laozi called this place of creation The Dark Female.
It is a scary place. The place where we lose ourselves to death.
This is, why little children want to leave the light on and why all of us cannot keep still.
We all like to think that we are children of the light.

But we are also children of the dark. This is where our power is born.
If we want to embrace that power we need to grow up.

The Inuit Shaman

Shamans have some hard ways to grow up.
I read a story once about a traditional Inuit shaman who was put on some floating piece of ice to during the endless night of arctic winter. I do not remember for how long, but a lesser man would not have lasted an hour out there I suppose.
Facing death from cold and dark was this man’s test. The ultimate challenge for him to show, that he was a grown man, strong enough to face the spirit world.
When he came back he told his people:
Outside, there is nothing to be afraid of.

This message touched me very deeply. If the things we are afraid of are not outside. Where are they?
What is this place, the dark female, like.

Spirit Songs

Laozi,the Shaman of ancient China has taught, that in the beginning, people where simple and therefore they were powerful.
Have you ever listend to the prayers and spirit songs of tribal people all over the world.

These songs  are simple and truthful. They are also very powerful.
I once sat in a sweat lodge with an old Lakota healer who sang songs for thunder and lightning.

When we crawled out after several hours of ceremony we found that a tornado had wiped out everything around the lodge.
Cars and trailer homes were turned upside down. Houses had lost their roofs. Strong light poles had been broken like straw. The entire place was a mess. But inside the lodge, nothing but a fragile tent made of sticks and blankets, we had not even heart the storm.

Spirit songs are powerful

A native person,someone with a deep connection to the spirit world, will tell you, that these songs are not made-they are received.

They come from the spirit world.

We do not connect to this realm on the outside.

The spirit world is the land of Yin and we find it within ourselves.
When animals and rocks and plants talk to us, they talk in spirit language, in pure sound, and we hear it with the inner ear.
Providing we shut up.

Qi and Evil Qi

You see:
Words are qi.
They are born as vibrations, pure sound,  from the core of our being and are made into meanings by our intention. The middle.
It is our specific human gift to create meaning.
True words are in alignment with who we are.
The Chinese word for being in alignment is zheng.
True words are Zheng Qi.
Like a spirit song such words are powerful.

Words and thoughts that are not received but copy pasted from stuff we have learned do not have the same power.
They can be judgmental words, words of pride, words of guilt and words of self loathing. They can be anything.
They can be medical diagnosis.
All such words are not in alignment with who we are.
They are Xie Qi.

Xie Qi attract all kinds of similar thought forms from the outside world. They cluster and build up like dense clouds.
If we do nothing about these clouds- thunder and lightning will.

Meet the Dragon

In our beginner’s class in Chinese medicine we learn, that there is a dragon fire residing in the kidneys, most say the right kidney (which is where I feel it) or somewhere near the base of our spine. The Indians call it the Kundalini and visualize it as a snake.
For me it is the Dragon.
They say: Dragons dwell in underground caves and every once in a while they rise up to the sky to play with colourful balls.
When the dragon rises freely it brings about ecstasy and delight and an opening of the third eye.
When the sky is obstructed by clouds or strange thought forms the dragon will rise anyway and wreck havoc like a tornado.

For the last 2000 years Chinese Medicine has talked of ministerial fire rather than of dragons. The ministerial fire is our vitality. It has to do with heat and sex and other wild stuff.

The Confucian doctors admonished people to nourish their yin and refrain from sex and sit in meditation to control that fire.
They were terribly afraid of the ministerial fire and with reason.

When the dragon rises through a cloudy sky- when there is lots of Xie Qi- this Xie Qi will get momentum.
We get all kinds of heat, bursting, explosion, irritation, inflammation. Oftentimes this is in the region of the so called smaller yang, the Gallbladder and Triple heater channel. Think migraines. Think tinnitus. Think gallbladder colic. Think apoplexia.

The rising of the dragon shines light on every little Xie Qi it encounters on its way. You get swellings, red and itchy skin eruptions. All kinds of lumps may grow out of proportion. Your arteries may clog or explode. Your heartbeat may run out of control. Your stomach inflames. You may get strange cravings or unbearable pain.
Depending on your thought forms you can get any disease you can imagine.
The dragon rises out of the dark and it can make a murderer out of you or make you leave your partner of twenty years.

The dragon is the thunder and lightning of our inner universe.
It does not care about collateral damage.
It does not care whether we get killed in the process.
In the spirit world death does not exist.

The only thing the dragon wants to do is clear up the atmosphere. To reconnect heaven and earth.
To dance on a clear blue sky and play with colourful balls.

Taming the Dragon

In acupuncture we can tame the dragon to do its thing in a sweeter way and if we feel a little wilder we can undertake to wake a sleeping dragon on purpose.

Here are some ideas:

We have acupuncture points to connect heart and kidney.
We have points to heat up the ministerial fire.
We have points to clear out the Shaoyang channels.
We have points to get rid of toxic heat, damp and phlegm and unclutter the middle.
We have points to get rid of thought forms and other xie qi from outside.
We have points to connect to our ancestors and to the spirit world.
We have points to carry people high up on a mountaintop and points to submerge them into a deep blue ocean.
We have points to walk our clients through every part of their inner universe.

This work can be a bit dramatic. But in the end people get very still and some of them receive their healing song.
They get visions, hope and a new feeling of authenticity.
They start whole new lives.

So now, that we know the dragon I want to remind you of one more thing:
The difference between a healer and a sorcerer is, that the healer controls his thoughts and knows, when to shut up.