Kriegsenkelin

Heute, zum Totengedenktag,  gedenke ich meiner toten Großeltern.

Mein Heiler- Kollege und Santeria Lehrer Valdonio erklärte mir vor Jahren auf Kuba:

„Ihr aus Europa seid voller Toter. Ihr könnt euch kaum noch bewegen vor Schmerz und Trauer. Deswegen tanzt ihr so schlecht.“

Er unterrichtete mich, wie ich die Egguns, die Toten also, mit Hühnerblut zu füttern hatte, und er gab mir einen Altar, einen alten Dachziegel, den ich, getränkt mit Hühnerblut und verklebt mit Hühnerfedern, durch den Zoll schleppte und weisungsgemäß in meinem Garten vergrub.
Nach dem Motto: Wer weiß, vielleicht hilft‘s ja.
Der Tot des Huhnes ist eine andere Geschichte und gehört nicht hierher.
Während das arme Vieh in meinen Händen zuckte, lernte ich einiges über mich und das Leben, vor allem, wie schnell es durch die Hände rinnt, und ich lernte, dass Lebewesen wirklich leichter werden, wenn die Seele aus ihnen herausströmt.  Es war ein elender Vorgang.

Aber die Egguns klebten fest. Hühnerschlachten hilft nicht gegen den Tod.

Jahre später, pünktlich zum Herbstanfang, nahm der Schmerz überhand. Schmerz war ein alter Freund. An den meisten Tagen meines Lebens, solange ich zurückdenken konnte, schmerzte zumindest die Hälfte meiner Knochen. Skoliose, Rheuma. Fibromyalgie. Unnötige Namen.
Wie mich überhaupt medizinische Diagnosen kaum überzeugen können. Was mich bewegt, sind die Ursachen solcher Zustände. Schmerzhaften Zuständen ein Etikett zu verpassen, ist für mich keine Diagnose. Gnosis heißt „Erkenntnis“ und nicht „Benennung“.

An diesem ersten Herbsttag  war die Diagnose ausnahmsweise klar. Ich hatte getanzt. Ein angenehmer Schmerz, wohltuend und überschaubar. Grund genug, dem Ganzen noch ein Bad mit Meersalz und Algen  folgen zu lassen.
Der Schmerz strömte angenehm durch den Körper und ich ließ mich ganz einsinken. In den Schmerz, tief ins Wasser. Es dauerte eine Weile und mein Kopf sank unter Wasser. Ich spürte nun nichts mehr. Nur eine Erstarrung, die noch zunahm, als ich mich ihr ganz ergab. Dies war kein Muskelkater mehr.

Ich lag allein in einer zerstörten Landschaft. Ausgeblutet, verkrampft von zahllosen Wunden und vor allem vor Kälte. Erstarrt vor Angst. Versteckt hinter etwas Dunklem. Einem Bretterverschlag? Eine weite Ebene mit einzelnen Birken und unklaren Trümmern. Eine Landschaft, die ich schon oft gesehen hatte, obwohl ich noch niemals dort gewesen war.
Nonlokalität. Alles ist gleichzeitig und hier. Ich war in Russland. Kriegsende. Ich war mein Großvater. Der, der niemals zurückgekommen war. Der, dessen Geschichte verloren ging. Der spurlos aus dem Leben verschwand. Der, dessen Grab bis heute niemals gefunden wurde.
Mit einem Mal begriff ich, dass seine Spur in mir fortlebte. In meinem schmerzenden Körper. In meiner lebenslangen Traurigkeit.
Großvater, dachte ich. Erzähl mir deine Geschichte.

Ich sank tiefer und im gleichen Augenblick hörte ich Geräusche. Todesangst. Dann, ein Knall, ohrenzerfetzend wie ein Schuss. Mein Herz zerriss. Wenig fehlte und ich wäre, feige, aus dem Wasser aufgetaucht. Ich blieb unten. Ich starb.

Später kochte ich und lud meinen unbekannten Großvater zu einem letzten Abendessen ein. Ich erzählte ihm aus meinem Leben und wie sehr ich ihn vermisste. Ich erzählte ihm vom unendlichen Schmerz meiner lieben Oma. Wir weinten beide und tranken Wein. Dann ließ ich ihn gehen.
Der Schmerz ging dann auch. Zumindest ein Teil. Der Großvaterteil. Das fiel mir aber erst viel später auf.

Heute, zum Totengedenktag gedenke ich meiner Ahnen. Sie sind bei mir.

Heilung steht nicht in Google

Schlauer als Google

Neulich fragte ich zwei Leute nach dem Weg.
„Hast du denn kein iphone?“, war die völlig verdatterte Antwort.
„Nein“, sagte ich und tat beschämt.
Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe eins. Aber meistens liegt es im Weg herum und ist entladen.
Ich hab auch ein Navigationsgerät. Aber ich habe es schon vor Jahren wieder ausgebaut. Denn wenn mir immer gesagt wird, wohin ich fahren MUSS- dann kann ich doch keine neuen Wege finden. Ich vertraue meiner Intuition, den Himmelrichtungen, uralten Ortsnamen und überhaupt: Ich fahre gern ins Blaue.

Wer mich in meiner Praxis besucht, stellt sehr schnell fest, dass ich über fast keinerlei elektronische Geräte verfüge. Noch nicht einmal ein Faxgerät. Ich besitze ein rudimentäres Handy, das meistens in der Teeküche liegt und nur beantwortet wird, wenn ich mal alleine bin.
Ich besitze auch keine medizinische Elektronik. Die einzige Ausnahme ist ein elektronische Blutdruckmessgerät. Eigentlich hätte ich lieber eine Handpumpe mit einer Quecksilbermesssäule und einem Stethoskop gehabt, aber in der Apotheke nebenan gab es das nicht und so wichtig ist der Blutdruck ja nun auch wieder nicht.
Nein, wirklich nicht. Um den Blutdruck wird viel zu viel Aufhebens gemacht- aber das wäre ein anderer Blogpost.

Es gibt auch kein Chipkartenlesegerät, um persönliche Daten meiner Klienten zu lesen und neue einzugeben. Ich schreibe mit einem Füller auf Papier und die Akten von zwanzig Jahren Praxis liegen in einem kleinen dunklen Raum- ordentlich sortiert nach Alphabet.
Es gab Zeiten, da fand ich, ich sollte meine Patientengeschichten in irgendeinen Computer eingeben. Es wäre nett, dachte ich, „Menstruationsbeschwerden“ oder „Herzschmerzen“ einzugeben, und dann alle Menschen zu finden, die jemals mit einer solchen Beschwerde bei mir waren. Dann könnte ich vergleichen, Statistiken aufstellen, sehen, was einmal geholfen hat- und was nicht.

Andererseits gleicht niemand irgend jemand anderem- das ist eines der unfassbaren Wunder des menschlichen Lebens: Mehrere Milliarden Menschen und keiner gleicht einem/r anderen.
Ich muss also ohnehin mit jedem neuen Menschen ganz von vorne anfangen und sie oder ihn kennenlernen. Erfahrung ist das einzige Werkzeug.

Erfahrung

Erfahrung ist mehr, als der mehr oder weniger missglückte Versuch einer inneren Auswertung von irgendwo abgespeicherten Daten. Erfahrung ist etwas qualitativ anderes. Erfahrung lässt Dinge entstehen, die nicht logisch aus dem folgen, was wir bereits wissen, sondern vor allem aus dem, was wir erfahren haben- also gefühlt.
Bei Erfahrung wird nicht nur das Alte immer wieder neu kombiniert. Erfahrung geht durch eine Phase des Dekonstruierens und Vergessens- wie in der Tiefe eines Komposthaufens entstehen so völlig neue Dinge.
Wie der Komposthaufen will Erfahrung regelmäßig gefüttert werden- am besten, indem ich mit allen Sinnen neue Informationen aus unterschiedlichen Quellen eindringen lasse, indem ich lerne und ausprobiere und fühle, und dann alles wieder ins Vergessen hinabsinken lasse.
Wenn ich auf einen Berg steige und ein paar Nächte da oben sitzenbleibe, wie die Zwerge Himpelchen und Pimpelchen, ist dies meine Form der medizinischen Weiterbildung.
Nachdem die beiden Zwerge vom Berg herabkamen, nach fünfundsiebzig Wochen, krochen sie in den Berg und schliefen sich erst einmal aus- bis heute, so sagt das Gedicht.

Schlaf ist ein essentieller Teil unserer Weiterbildung zum Menschen.

Bei Bedarf steigt das notwendige Wissen dann aus dem Dunkel wieder herauf. In der richtigen Verfassung, das heißt, wenn es uns gelingt, den Denkfilter auszuschalten, bekommen wir so Kontakt mit außerpersönlichen Erinnerungen. Erfahrungen aus vielen Tausenden von Jahren. Erfahrungen all der Menschen, die den gleichen Weg gegangen sind.
Meine Wand voller chinesischer Bücher bringt mich einigen dieser Menschen näher. Oft nehme ich eines heraus- und lese darin, gerne auf einer zufällig aufgeschlagenen Seite, um wieder in die Schwingung eines dieser Heilkünstler vergangener Epochen einzutreten. Oft genug steigen dann Dinge auf, die ich unmöglich wissen kann oder längst vergessen habe. Wissen darüber, wie bestimmte Akupunkturpunkte miteinander reagieren, Akupunkturpunkte, die ich nie zuvor kombiniert habe. Ein neues Kräuterrezept. Ein Zusammenhang, an den ich noch nie gedacht hatte.
Bei Behandlungen sitze ich einfach da und beobachte und warte, dass mir von irgendwo aus meinem Inneren mitgeteilt wird, was ich tun soll. Meist geschieht dies beim Pulsfühlen. Jede Art von Aufregung blockiert diesen Prozess.
Ich habe keinen bewussten Zugriff auf diesen Mechanismus. Er liegt im Dunkeln und folgt den Gesetzen des Chaos. Der einzige Halt in diesem Wirrwarr ist Vertrauen.

Wer nicht vertrauen will, muss googlen

Vertrauen fällt den meisten Menschen ausnehmend schwer. Sie leben in Angst. Kein Wunder, dass sie lieber auf Google hören. Google weiß bekanntlich alles. Es kennt Hotels in abgelegenen Orten. Es weiß, wann Flüge gehen und kennt alle Telefonnummern der Welt. Google kennt Tausende von Käsekuchenrezepten (aber nicht das meiner Oma).
Google weiß so viel mehr als ich. Es sammelt Daten über alles, was ich je angefragt habe, und schlägt mir immer wieder den gleichen Kram vor. Habe ich einmal einen Flug nach Buenos Aires gebucht, bekomme ich noch Jahre später Hotels in dieser schönen Stadt vorgeschlagen. Es scheint, Google weiß sogar über mich mehr als ich selbst.

Es liegt nahe, das eigene Gehirn gänzlich durch Google zu ersetzen. Viele Menschen tun dies ausgiebig genug.

Google kennt auch chinesische Kräuter. Gebe ich „Radix Stemoniae“ ein, so kommen lange Listen von Seiten, auf denen über dieses Kraut berichtet wird. Nur dummerweise steht auf all diesen Seiten in etwa das gleiche.

Das „Wissen“ von Google

Wissen kommt von Weisheit. Was wir in Google finden, ist Ergebnis eines endlosen „Copy and Paste“ Prozesses, getrieben vom Bedürfnis, dieses dünne Wissen möglichst gewinnbringend zu vermarkten. Es ist Produkt eines industriellen Fertigungsprozesses, ähnlich wie fastfood, bei dem aus möglichst billigen Zutaten möglichst viel Profit gemacht werden soll. Ein Prozess, dem es auf Quantität ankommt. Solches „Wissen“ breitet sich unendlich aus und reproduziert sich selbst, wieder und wieder, ohne jemals in die Tiefe zu gehen- den Ort, wo wirkliche Erkenntnis wurzelt. Das „Wissen“ von Google ist getrieben von „clicks“ und „likes“ und „links“. Kaum jemand, der nicht irgendein finanzielles Interesse hat, wird sich daran machen, Informationen über eine obskure chinesische Heilpflanze einzugeben.

Google kennt auch chinesische Rezepte. Es kennt aber nur die, die auch als Fertigprodukte verkauft werden- Rezepte, die genau deswegen keine chinesische Medizin mehr sind, sondern nur noch chinesische Namen haben. Es kennt nicht die unzähligen Rezepte, die es nur ein einziges Mal gegeben hat, nämlich als persönliche Verordnung für einen ganz konkreten Menschen.
Und vollkommene Nicht- Reproduzierbarkeit, das heißt, alles nur ein einzige Mal, ist die wichtigste Besonderheit der chinesischen Medizin.

Chinesische Medizin steht nicht in Google

Echte chinesische Ärzte wissen sehr wohl, dass ihre Rezepte nicht wiederholt werden können. In den alten Büchern stehen Rezepte daher nur als Beispiele dafür, wie neue Rezepte konstruiert werden könnten. Als Inspiration für Menschen, die ähnlich denken wie der Autor, die also, im weitesten Sinne, zu seiner Schule gehören. In diesen Büchern sind daher auch keine Dosierungen angegeben. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil jemand, der  weiß, wie der Autor gedacht hat, nach der gleichen Methode leicht ein neues Rezept erschaffen wird.
Chinesische Medizin verweigert sich strikt den Gesetzen der medizinischen Industrie ( und unsere Schulmedizin ist nichts anderes als eine Industrie ): Endlose Reproduzierbarkeit.
Es geht nicht anders.

Google versteht daher nichts von chinesischer Medizin. Dies wird sich auch nicht ändern, weil Google nicht die systemischen Voraussetzungen dafür besitzt. Googlewissen ist reproduzierbar. Linear. Berechenbar.
Das mächtige allwissende Google hat eine große Schwäche: Es versteht nichts von Chaos.

Chaos ist die Quelle neuen Wissens.

Google hat keinen Zugriff auf das Chaos. Wir Menschen aber wohl. Kreative Menschen schöpfen seit eh und je aus dieser Quelle. Dies gilt nicht nur für Dichter oder Musiker.
Als der Chemiker Kerkule sich einst den Kopf zerbrach über die Struktur des Benzolrings, fiel er in tiefen Schlaf. Dabei träumte er von tanzenden Männchen, die in der Formation des Tanzes die Struktur des Benzolringes imitierten. Er war weise genug, seinen Traum beim Wort zu nehmen und fand die Antwort, die er gesucht hatte.

Einigermaßen hellsichtige Leute haben längst begriffen, dass durch Statistik kein neues Wissen generiert werden kann. Statistik ist nichts als die rechnerischer Aufbereitung der Dinge, die wir bereits abgespeichert haben. Ein Versuch, aus diesem Defizit herauszukommen, besteht darin, die Funktionsweise des Chaos durch Zufallsgeneratoren zu imitieren. Aber elektronisch generierter Zufall kommt dem Chaos nicht näher. Zufall und Chaos sind etwas qualitativ vollkommen anderes. Der Zufall der Rechner beruht auf der binären Logik- dem plus oder minus der bits. Dies ist die grundsätzliche, systemische Beschränkung auch des allerschnellsten Rechners. Plus oder Minus. Ja oder nein.
Selbst wenn jemand versuchen sollte, vielleicht zufällig, ihren Rechner aus diesem binären Gefängnis zu befreien, und zu diesem Zweck etwa ein Glas Cola ins Gehäuse gießt, kann sie auch wiederum nur mit zwei möglichen Ergebnissen rechnen: Kaputt oder nicht kaputt.
(Dieses Experiment wurde in meiner Familie bereits durchgeführt. Daher weiß ich Bescheid.)

Im Chaos besteht diese Trennung nicht. Aus Yin wird Yang und aus Yang wird Yin. Die Wandlung geschieht in einem fließenden Prozess: Die Lehre von Yin und Yang ist nicht dual. Um sich zu wandeln, gehen Yin und Yang immer wieder in den Chaoszuständ über. Chaos, so heißt es, ist die Quelle. Chaos ist undifferenziert, flüssig und verschwommen. Die Chinesen nannten dies „trüb und dunkel“ und hielten diesen Zustand für den höchsten erreichbaren geistigen Zustand.

Konfuzius soll gesagt haben, wenn er ein zweites Leben hätte, würde er es dem Studium der Wandlung (in Form des klassischen Buches der Wandlungen, des „Yi Jing“ oder „I Ging“) widmen.
Die Daoisten gingen noch weiter. Während Konfuzius und seine Nachfolger, die konfuzianischen Ärzte und Schöpfer unserer heutigen chinesischen Kräutermedizin, an Studium und unausgesetzte Mühe glaubten, erklärten die Daoisten, Studium hätte überhaupt keinen Sinn. Es ging ihnen vielmehr um Loslassen, Verwirrung, Rausch, Extase.
Denn „das Dao, das benannt werden kann, ist nicht das wahre Dao“. So steht es im „Dao De Jing“, dem Buch über das Dao und die magische Kraft (De).

Kreativität: die Intelligenz des Fühlens und des Nicht-Wissens

Die Intelligenz des Chaos ist eine Intelligenz des Nicht-Wissens. Sie ist kindliches, nicht kaputtgedachtes, spontanes Entstehenlassen. So, wie wir uns dunkel an etwas erinnern, um gleich es gleich darauf wieder zu vergessen. Ein endloser Kreislauf, bei dem immer wieder neue Bilder aufsteigen, bis gelegentlich eines kommt, das genügend Kraft besitzt, um Form anzunehmen. Für eine Weile.
So funktioniert Kreativität.
Viele Menschen, die gerne kreativ wären, verweigern sich diesem ständigen Loslassen. Sie vertrauen nicht darauf, dass das, was sie brauchen schon irgendwann aus dem Dunkel aufsteigen wird.
Sie fürchten sich vor der Dunkelheit. Dem Kontrollverlust.

Das Yin- die dunkle Mutter

In der chinesischen Medizin nennen wir dies eine Yin- Schwäche. Sie geht oft mit Schlafproblemen einher.
Wenn wir zurück ins Chaos sinken, ins Dunkel, so ist dies ein Yin Vorgang. Wir lassen los, wir vergessen. Wir werden still. Wenn wir aus dem Dunkel auftauchen, mit einer neuen Eingebung vielleicht, so ist dies Yang. Im Chaos begegnen sich die beiden Bewegungen des Absinkens und des Auftauchens.
Yin Intelligenz gehorcht  geheimen Mechanismen, die wir kognitiv nicht verstehen können. Es ist eine Welt des Fühlens. Fühlen ist Wissen, das im Körper entsteht und dort, immer wenn wir es nicht fühlen wollen, zu Krankheiten führt, die wir dann fühlen MÜSSEN.

Das dunkle Yin wurde den Daoisten als die große Mutter des Seins verehrt. Als die Quelle, aus der alles fließt. Daoismus ist eine weibliche Philosophie. Die einzige, die wir kennen.

Da all dies nicht in Worte gekleidet werden kann, streiten ängstliche Menschen rundwegs ab, dass hier überhaupt irgendetwas Brauchbares zu holen wäre.
Ängstliche Menschen fordern, dass Wissen den Gesetzen der Statistik zu folgen habe. Wissen soll abspeicherbar sein und jederzeit abrufbar.
Ängstliche Menschen laden ihr iphone regelmäßig auf, damit sie bei Bedarf alles googlen können- und damit sie dabei gleich auch noch nachsehen können, ob sie immer noch 735 Freunde bei facebook haben.
Information, Beziehungen, alles muss jederzeit nachkontrollierbar und erreichbar sein.

Reproduzierbarkeit: „Eine Erneuerung findet nicht statt“

Vor allem aber: Es muss reproduzierbar sein, das heißt, es muss nach Bedarf jederzeit immer wieder auf die gleiche Weise wiederholbar sein. Das schließt jede Erneuerung von vornherein aus.

Chinesische Medizin ist nicht besonders gut an der Reproduzierbarkeits- Front. Ohne Zweifel lässt sich statistisch nachweisen, dass bestimmte Kräuter oder Punkte in einem bestimmten Prozentsatz von Fällen bestimmte Reaktionen hervorrufen. Aber so richtig doll sind all diese Studien nicht.
Sie bringen sie uns kein neues Wissen. Sie bestätigen nur einen Bruchteil der Dinge, die chinesische Kräuterärzte ohnehin schon wussten. Solche Studien sind also vollkommen nutzlos- außer um zu rechtfertigen, dass es überhaupt chinesische Medizin gibt. Das brauchen wir aber nicht.
Der chinesischen Medizin geht es um etwas, das sich niemals in Studien greifen lassen wird. Um Heilung.

Heilung ist immer wieder neu

Die Heilung eines einzelnen und unvergleichlichen Menschen von seinem ganz individuellen Leid ist nicht wiederholbar. Sie ist genau genommen auch nicht weiter aufsehenerregend.

Erneuerung und damit auch Heilung ist eine Grundfunktionen biologischer Systeme. Heilung ist immer eine Möglichkeit. Im Buch des Leben gibt es nur Heilung oder Tod. Von chronischen Krankheiten ist nicht die Rede. Wobei ein jahrelanges freudloses Dahinsiechen mit chemisch abgedämpften Lebensprozessen und künstlich animierten Emotionen wohl dem Tod zuzurechnen wäre.

Ängstliche Menschen beherrschen seit ein paar hundert Jahren die Euro-Amerikanische Medizin. Ängstliche Menschen wollen feste Realitäten- oder zumindest eindeutige Statistiken- und vor allem wollen sie, dass sich niemals etwas ändert.
Daher ist Heilung in dieser Medizin kein Thema. Tod übrigens auch nicht. Nur Empfängnis wird gerade eben noch erlaubt. (wenngleich technisiert, so weit es geht, am liebsten im Reagenzglas.)

Der Chinesischen Medizin ist dies alles gleichgültig.
Chinesische Medizin wandelt sich seit mehreren Tausenden von Jahren und hat schon schlimmere Dummheiten überlebt als Statistik und Google.
Chinesische Medizin folgt den Gesetzen des Chaos und hier ist Wandlung eine Selbstverständlichkeit. Heilung geschieht in jeder Mikrosekunde.

Wie andere alte Medizintraditionen schöpft chinesische Medizin aus dem fühlenden Wissen des Schamanismus- der Urmedizin. Sie beruht nicht auf Trennung und Analyse und Stillstand, sondern auf lebendiger, fließender Verbindung zwischen allen lebenden Systemen. Sie entzieht sich der Logik der Reproduzierbarkeit. Sie ist kreativ und erneuert sich selbst, wie das Leben, aus dem sie entsteht.

Wir können davon lernen. Ich schreibe also weiterhin meine Akten mit Füller (oder wie zur Zeit mit wackligem Kugelschreiber) und ich frage weiterhin echte Menschen nach dem Weg und wenn mir nichts mehr einfällt, dann setze ich mich auf einen Berg.

Gil Scott-Heron sang einst: “The revolution will not be televised.”
Wir können heute hinzufügen: “Healing will not be googled.”

Acupuncture: a Shaman’s Way

Chinese medicine from a shamanka’s point of view.

Many years ago I studied  Chinese Medicine in China. I lived there for nearly five years, I accumulated about two thousand Chinese books. But I always had the feeling that something was missing.
(It is not- we just have to look deeper)
So I studied with shamans all over the world. Healing matters deeply to me.

I learned about spirit. I learned how spirit is lost and how it is called back.
I learned about intrusions and the spirit of the death that come to haunt us.
I learned about Power Loss.

Most importantly I learned that Shamanic ideas are not alien to Chinese Medicine. They are its very root.

The Wu Shamans of ancient China

In ancient China women who danced to bring the spirits back were calledwu, which can be translated as shamans.

African Yin Yang

African Yin Yang

 

 

 

 

 

 

 

 

the Dao De Jing: an ancient classic about the way and the power

Laozi, the mysterious creator of the Dao De Jing, was a great shaman.
He (she?) wrote a book called: Book about the way and the power.
The Dao De Jing (also written „Tao Te King“). A book most people think to know.

You may want to read this wonderful book again. And again.

The ancient shamanic classic Dao De Jing and a handful or two of acupuncture points are the essentials you need to be a wonderful healer.

This is very little, if you compare this to any other medical system.

Of course it is fun, to know more stuff.
Many people might add the Book of Changes, the Yi Jing ( I Ging ) to their list of books.

I enjoy all kinds of manual techniques or point combinations by famous doctors or herbal medicine and I think so do you.
But the more I accept that healing is the natural way to go, the less I rely on overly complicated interventions.

We do not need to worry out about not knowing enough.
We do know. Knowledge lies deep within.

It is narcissistic thinking that we must be incredibly great to heal people.
We hand over the power to be who we are to other people.
Like this we put incredible pressure on our clients: If they get well, we feel really good and accomplished. If they do not get well or even die, we feel like terrible failures.
Have you ever had a client who told you she felt better, just to make you feel better?
They should not have to do this.

They are on a quest to encounter their own inner healer and we can chose to help them.
We do this by connecting to them.
The ancient Chinese Shaman Laozi says:
„Two give birth to Three. Three give birth to tenthousand things.“
Three is the magic connection.
Whenever the Magic Three is born, we will feel in your guts what this person needs. Or they will feel it. Something will come up and it will be healing.

Healing does not necessarily mean we will not have to die.
This may be hard to swallow, because we tend to think of medicine as the great warrior against death.
This is another instance of narcissistic thinking and again it does not serve us well.

Fear of Death is a Damaging Belief. We are Immortal anyway.

If we loosen up around death- healing will be much easier.
In Shamanism the world of death is just another place to be.

Damaging Beliefs

Let us talk about damaging beliefs.
Some popular damaging beliefs are: I am ugly, I am stupid, I am unworthy.
Cognitive therapies and hypnotherapy try to get rid of these beliefs by understanding them and finding something more useful.
We may write on our mirror or on little cards: I am beautiful. I am smart. I am worthy.

This may be less painful. But it does not work as well as most people hope.

You see: whether we claim to be good or bad it is probably not the truth. It is alien to who we are and therefore not very powerful.

The truth is: when are born we are neither good nor bad. We are just as we are. Just like a tree.

Then our parents, our teachers, our friends really get going and chop us into something useful.
A chair. A table. A wooden bowl. While all we wanted to was grow and be alive.

In Humans we do not use Axes to chop down our Inner Truth. We use Words.

The great shaman Laozi was not so keen on words and names:
The Dao that is named is not the real Dao, he said.
He also had a dim view our notion of usefulness.
The thing he liked the least was morals.

To think we are bad is obviously damaging.
To think we are good is not much better.
Good is not what we want to be: We want to be real.

Laozi  said that moral categories were the beginning of all evil.

Just ask your local crack dealer who pushes poison to small children whether he considers himself a good person. He will have very elaborate explanations why it is ok what he is doing and why, of course, he really is a good person.

Beliefs are food for the mind chatter that prevents us from listening to our inner song. The deep knowing who we really are.
Our essence.

Thunder and Lightning: Two Shaman Gods and also two well known Acupuncure Points

While we are at it, I want to point out, that we have methods in acupuncture to get rid of sticky thought forms- be they whiny and self pitying or resentful and self-righteous or outright grandiose.
Try a point on the back, right between the middle and the heart. It goes by the name of yixi- cry of pain- bladder 45.
Here, just over the diaphragm, is the lower region of our sky, the lung, where the darker and heavier clouds collect.
With the acupuncutre point „yixi“ sticky thought forms will pour out of the client. After half an hour of accusations, misery, self pity and tears, we can clear up the sky with two other points: Lu 7 and St 40, Lieque and Fenglong- which incidentally are the personal  names of two old shaman gods of China: Thunder and Lightning.

Put your intention on clearing away cloudy thought forms and the two gods will be at your command.

„You can’t go back
and you can’t stand still
If the thunder don’t get you
then the lightning will.“
(The Grateful Death)

Thought discipline

After thunder and lightning have swept away the mind chatter, we have to apply thought discipline to keep it that way.
There is a mantra that seems to be working especially fine: I just tell myself to shut up whenever my mind goes into self bashing mode or self inflating mode.

Shutting up is good medicine

The mantra „shut up!“ came to me on a vision quest I did once on a very beautiful spot near an old Apache graveyard near the Mexican border. There were wolves. There were hot springs. There was snow.
As the place was so beautiful and so holy I prepared myself for great instructions.
I did my little ceremony and sat in the snow and started pouring my heart out.
I really got going.
So many things I needed to learn and do. So much misery I was making up for myself.
I was a complete nuisance to all the other beings on that beautiful spot.

All of a sudden someone said in a very clear voice: “Shut up. If you go on talking you will not hear what is being said.”
It was a peck of grass.
To shut up is very serious advice given to me by the spirit world and I thought I’d pass it on.

Now that we have talked about damaging beliefs, which are not cool, and about how to get rid of them, by shutting up,  we are done with this talk.
Right?
Hold your horses.
I am just warming up.

Acupuncture
We are immensely priviledged to be students of a medical system that does not draw a line between body and spirit.
A system that is non dual to the very core.
A system that furthermore teaches us a very simple technology to work with spirit.

Acupuncture: A Technology of the Spirit

However we have managed to reduce it to a system to treat symptoms and diseases.
Acupuncture can do that- it can do anything we want it to do, because the needles are a language that speaks to the body and if we talk disease- so will the needles.
We have been brought up to think diseases are real.
We have been brought up to think that they are entities that somehow come over us.
Later generations who will have understood will shake their heads at so much superstition.
Our notion of disease is yet another damaging belief.

Disease is the Soul’s way of healing

Some time ago I was meditating and it was one of those rare moments my mind really got out of the way. I sat there for a couple of hours, feeling calm and blissful.
Suddenly from deep inside a thought popped into my mind: Disease is the soul’s way of healing.
Next thing I felt the strong urge to jump up on my feetwhich were numbed after sitting so long. With a terrible sound my ankle cracked and I fell down on the ground. There I lay trying not to be sick from the piercing pain that shot through my leg.
Why had I jumped up like that? What had made me do so?

After a while my daughter came in and found me lying on the floor.
“I fell down”, I told her. “But never mind. I do not know how, but something just got healed.”

“Oh mommy”, she said and looked at my foot that by that time had swollen into a huge formless lump. “Only you can say something like that.”

My daughter knows me well. I can be bit weird at times.

Over the next days I held the thought  “Disease is the soul’s way of healing.”
I did some acupuncture to help the swelling go down and did some exercises to find out what was happening.
Very soon I realized that while the lump slowly turned into a foot again some other changes took place. I will not bore you with the details, but among others my iliosacral joint and hip which had been really painful for a long time opened up. The vertebrae in the neck fell into place. Headache and an occasional tinnitus dissolved. I got a bit taller. Most importantly for an ardent dancer like myself I found a completely new balance.

It was complex healing- far more complex than everything I ever learned in osteopathy.
I would never have been able to do anything like that consciously.
But something deep inside knew everything it needed to do.
It was not the first time it had done so or tried to do so.
But it was the first time I was really able to go with it instead of fighting the symptoms.

It is not always easy to appreciate the self healing process.
It can be painful and inconvenient like a swollen ankle.
It can be much worse than that.

We all have known people who started a new life after some terrible disease. I have a friend who lived through terminal cancer and found herself a new person at the end of that trial.

Healing can be deep and painful.

The force behind healing has no mercy. It is a natural force and if we try to fight it, it may very well kill us.
It is a force that comes from our roots.
The only real disease there is, is when we are not connected to this force.
A tree that is not rooted well, will be eaten by worms and thrown down by the storm.
This is the way of the forest to heal itself.
This is how life works.

The „Three Treasures“ of Ancient Chinese Doctors

The ancient Chinese doctors talked of „Three Treasures“: Shen,Qi and Jing. Let us meet these forces.

Shen- the Intouchable

In beginners classes of Chinese Medicine we talk a lot about Spirit- Shen.
Shen is expansion. It is yang and it connects us to the sky.
When the going down here gets rough parts of it can fly far, far away and not find its way home.

We call that soul loss. It happens when we are traumatized. Soul loss reduces our being.
Live loses its light and we feel lonely and sad.
Soul loss can be treated relatively easily with acupuncture.

Qi– the World of Matter

Spirit is pure yang, immaterial. When it dives down into yin again, it translates into qi.
Qi is the body we work with. Our feelings and our thoughts.
Most of the time our attention lies here. In the middle world.
We are used to get a grasp on things by giving them a name. Our specific cultural formation, our language, lets us only see the things we have words for.
We are resistant to things we have no names for.

Jing- The Essence- our inborn Power

When Qi dives down even deeper into Yin it condenses into essence- Jing.
The Chinese say it cristallizes. They teach that this crystallization needs lots of stillness and time. Like during the ten lunar months we spend in the womb before birth.
This cristall is the Jing. Our core.
As cristalls do- the Jing resonantes with its own frequency, our personal song.
If we want to know who we are, we need to listen to that song.
Most of the time we do not. Instead we listen to the chatter of our mind.

We do not hear so much about Essence in Chinese medicine.
All we learn is that we need to guard it- preferably with much sleep and little sex. Not much more we can do about it.
We also learn that it is something like gasoline. Once it is used up we die.

You can easily see that we translate our everyday illusion of scarcity into what we think is spiritual thinking.

Instead of thinking of Essence as some kind of spiritual gasoline, we can also think of it as our connection to the spirit world. The place were we are purely ourselves and at the same time connected to everything.
Think of a tree. In the upper world it stands high and reaches up into heaven. It is light and beautifully alive. Its branches rustle and sing songs without any meaning or intention attached. Songs of pure sound that somehow express, what it is on the inside.
Then there is the middle part. The trunk. A bundle of millions of pathways  that connect the branches to the roots.

The roots lie in the dark. Therefore we do not see that they form a web that spans for miles and miles connecting all trees into one living organism. Along  that web the roots pass nutrients and water. Here in the dark their power is born.

We are just like that. Deep down in the dark we are connected to everything.

The Dark World

Laozi called this place of creation The Dark Female.
It is a scary place. The place where we lose ourselves to death.
This is, why little children want to leave the light on and why all of us cannot keep still.
We all like to think that we are children of the light.

But we are also children of the dark. This is where our power is born.
If we want to embrace that power we need to grow up.

The Inuit Shaman

Shamans have some hard ways to grow up.
I read a story once about a traditional Inuit shaman who was put on some floating piece of ice to during the endless night of arctic winter. I do not remember for how long, but a lesser man would not have lasted an hour out there I suppose.
Facing death from cold and dark was this man’s test. The ultimate challenge for him to show, that he was a grown man, strong enough to face the spirit world.
When he came back he told his people:
Outside, there is nothing to be afraid of.

This message touched me very deeply. If the things we are afraid of are not outside. Where are they?
What is this place, the dark female, like.

Spirit Songs

Laozi,the Shaman of ancient China has taught, that in the beginning, people where simple and therefore they were powerful.
Have you ever listend to the prayers and spirit songs of tribal people all over the world.

These songs  are simple and truthful. They are also very powerful.
I once sat in a sweat lodge with an old Lakota healer who sang songs for thunder and lightning.

When we crawled out after several hours of ceremony we found that a tornado had wiped out everything around the lodge.
Cars and trailer homes were turned upside down. Houses had lost their roofs. Strong light poles had been broken like straw. The entire place was a mess. But inside the lodge, nothing but a fragile tent made of sticks and blankets, we had not even heart the storm.

Spirit songs are powerful

A native person,someone with a deep connection to the spirit world, will tell you, that these songs are not made-they are received.

They come from the spirit world.

We do not connect to this realm on the outside.

The spirit world is the land of Yin and we find it within ourselves.
When animals and rocks and plants talk to us, they talk in spirit language, in pure sound, and we hear it with the inner ear.
Providing we shut up.

Qi and Evil Qi

You see:
Words are qi.
They are born as vibrations, pure sound,  from the core of our being and are made into meanings by our intention. The middle.
It is our specific human gift to create meaning.
True words are in alignment with who we are.
The Chinese word for being in alignment is zheng.
True words are Zheng Qi.
Like a spirit song such words are powerful.

Words and thoughts that are not received but copy pasted from stuff we have learned do not have the same power.
They can be judgmental words, words of pride, words of guilt and words of self loathing. They can be anything.
They can be medical diagnosis.
All such words are not in alignment with who we are.
They are Xie Qi.

Xie Qi attract all kinds of similar thought forms from the outside world. They cluster and build up like dense clouds.
If we do nothing about these clouds- thunder and lightning will.

Meet the Dragon

In our beginner’s class in Chinese medicine we learn, that there is a dragon fire residing in the kidneys, most say the right kidney (which is where I feel it) or somewhere near the base of our spine. The Indians call it the Kundalini and visualize it as a snake.
For me it is the Dragon.
They say: Dragons dwell in underground caves and every once in a while they rise up to the sky to play with colourful balls.
When the dragon rises freely it brings about ecstasy and delight and an opening of the third eye.
When the sky is obstructed by clouds or strange thought forms the dragon will rise anyway and wreck havoc like a tornado.

For the last 2000 years Chinese Medicine has talked of ministerial fire rather than of dragons. The ministerial fire is our vitality. It has to do with heat and sex and other wild stuff.

The Confucian doctors admonished people to nourish their yin and refrain from sex and sit in meditation to control that fire.
They were terribly afraid of the ministerial fire and with reason.

When the dragon rises through a cloudy sky- when there is lots of Xie Qi- this Xie Qi will get momentum.
We get all kinds of heat, bursting, explosion, irritation, inflammation. Oftentimes this is in the region of the so called smaller yang, the Gallbladder and Triple heater channel. Think migraines. Think tinnitus. Think gallbladder colic. Think apoplexia.

The rising of the dragon shines light on every little Xie Qi it encounters on its way. You get swellings, red and itchy skin eruptions. All kinds of lumps may grow out of proportion. Your arteries may clog or explode. Your heartbeat may run out of control. Your stomach inflames. You may get strange cravings or unbearable pain.
Depending on your thought forms you can get any disease you can imagine.
The dragon rises out of the dark and it can make a murderer out of you or make you leave your partner of twenty years.

The dragon is the thunder and lightning of our inner universe.
It does not care about collateral damage.
It does not care whether we get killed in the process.
In the spirit world death does not exist.

The only thing the dragon wants to do is clear up the atmosphere. To reconnect heaven and earth.
To dance on a clear blue sky and play with colourful balls.

Taming the Dragon

In acupuncture we can tame the dragon to do its thing in a sweeter way and if we feel a little wilder we can undertake to wake a sleeping dragon on purpose.

Here are some ideas:

We have acupuncture points to connect heart and kidney.
We have points to heat up the ministerial fire.
We have points to clear out the Shaoyang channels.
We have points to get rid of toxic heat, damp and phlegm and unclutter the middle.
We have points to get rid of thought forms and other xie qi from outside.
We have points to connect to our ancestors and to the spirit world.
We have points to carry people high up on a mountaintop and points to submerge them into a deep blue ocean.
We have points to walk our clients through every part of their inner universe.

This work can be a bit dramatic. But in the end people get very still and some of them receive their healing song.
They get visions, hope and a new feeling of authenticity.
They start whole new lives.

So now, that we know the dragon I want to remind you of one more thing:
The difference between a healer and a sorcerer is, that the healer controls his thoughts and knows, when to shut up.

Seelenmedizin: Arbeit mit Trance und Trauma

Liebe Schülerinnen und Schüler beim 45. internationalen TCM Kongress in Rothenburg und demnächst in Denmark.

In Rothenburg haben wir erste Schritte in Richtung einer Medizin der Seele unternommen. Danke fürs Teilnehmen am 1. Teil von Seelenmedizin, dem Einführungsprogramm in die schamanisch inspirierte Medizin!
Wir haben versucht, nicht in die Fallen der Esoterik zu tappen und historische Gegebenheiten wie Schamanismus zu verkitschen, was heute sehr verbreitet ist.

Stattdessen haben wir versucht, unseren Ahnen in aller Welt, vor allem aber den chinesischen Wu Schamanen und ihren Erben, den Daoisten, mit Respekt zu begegnen, ohne sie zu imitieren.
Wir können viel von den einstigen Schamanen lernen. Die Medizin für unsere Zeit müssen wir selbst schaffen.

Es hat viel Spaß gemacht. Ihr wart eine inspiriende Truppe.

Christine Li MD -author and empress

Danke dafür!

Da demnächst in Dänemark  der 2. Teil ansteht, eine Einführung in die praktische Arbeit mit „bösen Qi“, werde ich versuchen, vorher das gesamte Skript des 1. Teils zu editieren und als PDF hier einzustellen.

Nun bin ich erstens sehr akribisch und zweitens will ich manche Dinge noch ausführlicher erklären, als unsere Zeit im Kurs es erlaubt hat. Daher weiß ich nicht, ob ich es in diesen Sommer schaffe. Ich tu mein Bestes. 

Ansonsten: Bis bald, in Dänemark!

Eure Christine Li

PS: Der Kurs 2. in Dänemark wird ebenfalls aufgezeichnet.
(Bestellung der DVD des 1. Teils über die Homepage des Rothenburger TCM Kongresses.)

PPS: Solange ich noch schreibe, hier zu Eurer Erinnerung wenigstens kurz die Inhalte, wie wir sie besprochen haben:

1. Einführung in die Seelenmedizin

Die chinesische Medizin wie wir sie heute lernen, spricht wenig von Seele. Auch in China ist Spiritualität aus der Medizin ausgegrenzt worden. Seit circa Tausend Jahren schon.
Akupunktur versucht meistens nur, am  Qi „herum zu ruckeln“.
Sie hat aber das Potential, bis zur Essenz vorzudringen. Eine solche Arbeit transformiert dann nicht nur unsere Klienten sondern auch uns selbst.
Seelenmedizin zu lernen, ist damit ein Weg und keine Ausbildung.

Über Schwierigkeiten und Fragen, auf diesem Weg.
….

2. Schamanismus

Prinzipien

  • Alles ist beseelt (Animismus)
  • Alles ist miteinander verbunden- mitakuye oyasin
  • Ein Schamane opfert sich. Es ist kein Traumberuf: Was Schamanen tun und warum „Schamanen“ und „Schamanka“ in traditionellen Kulturen lieber Bäcker wären

Unterschiedliche Ebenen der Realität

  • Oberwelt

  • Unterwelt
  • Mittelwelt
  • Der Weltenbaum- Maibaum, Sonnentanz und heilige Berge

3 Welten im alten China: Himmel, Erde, Mensch

  • Heilige Berge
  • tiefe Grotten
  • die Mitte: Mensch- eine heilige Achse zwischen Himmel und Erde

 wu Schamaninnen

  • Gebete um Regen
  • Schriftzeichen
  • Namen einiger Akupunkturpunkte
  • das Ling herabsingen und zwischen Drachen tanzen: alte Gesänge, die uns von der schamanischen Vergangenheit unserer Medizin künden
  • Wenn wir den Geruchssinn verlieren oder Töne aus dem Nichts hören: Geruchsverlust und Tinnitus- Zwei Krankheiten aus der Sicht der Wu Schamaninnen

Die Lehre von der Einheit: magische Begriffe, neu definiert

  • Dao
  • Ling
  • De
  • Qi

Angriff von außen: Dämonen, schräges Qi und Kälte

Kurze Definitionen. Die eigentliche Arbeit mit krankmachenden Einflüssen und sogenanntem „Üblen Qi“ wird Teil des nächsten Kurses, in dem es um praktische Arbeit geht

3. Veränderte Bewusstseinszustände

Vorrede: Alles halb so wild. Aber auch immer noch halb wild.

Veränderte Bewusstseinszustände sind weder selten noch bedrohlich. Sie waren allen Völkern zu allen Zeiten der menschlichen Geschichte wohlbekannt. Schamanen, Yogis und Buddhisten kannten diese Zustände, wussten zwischen unzähligen verschiedenen Formen zu unterscheiden und konnten sie bewusst zu heilenden Zwecken einsetzen.
Um zu einer Medizin zurückzufinden, die Körper und Geist als Einheit versteht, statt an überwiegend körperlichen Symptomen herumzudoktern, werden wir in Zukunft wieder mehr lernen, unsere eigenen inneren Zustände zu beeinflussen.

Es gibt viele unterschiedliche Zustände: Langeweile, innere Leere, Überreiztheit, Angst, Verwirrung sind bekanntere davon. Die meisten Menschen in unserer Kultur kennen darüberhinaus die eine oder andere Form des Rausches. Gelegentlich erleben Musiker und Extremsportler die eine oder andere Form von Ekstase.
Alles, was darüber hinausgeht, out-of-body Erfahrungen (OBE), Nahtod-Erlebnisse, Halluzinationen, religiöse Visionen, Regression in die Vergangenheit und Reisen zu den Sternen gelten als „krank“ und bis auf wenige Ausnahmen reagieren die meisten Menschen eher verängstigt darauf.

Die Angst resultiert daher, dass wir Dinge sehen und erleben, die in unserem dreidimensionalen Alltag keinen Namen haben. Das liegt nicht daran, dass diese Dinge „unwahr“ sind, sondern daran, dass wir ihnen gegenüber noch (!) sprachlos sind.
Was keinen Namen hat, existiert nicht. Dennoch darüber reden zu wollen, wird als „Aberglaube“ bezteichnet. Diese Ausgrenzung hilft denen, die davon betroffen sind, gar nicht.

Wenn wir annehmen müssen, dass ein schwarzer Mann unter dem Bett liegt, hilft es uns nicht, einfach nicht unters Bett zu sehen. Im Gegenteil
Unseren Klienten ist schon sehr weit geholfen, wenn Sie einen Begriff für ihre außerordentlichen Erlebnisse haben- Wenn wir Rumpelstilzchens Namen wissen, verliert er seine Macht über uns. (Und im Unterschied zum Märchen der Brüder Grimm, war Rumpelstilzchen vermutlich ein mächtiger und furchteinflößender Geist, und kein lächerliches kleines Männlein.)
Um unbekannte Phänomene zu benennen und in unsere Welt zurückzuholen, können wir viel von alten Kulturen lernen. Wir können auch unsere eigene Mitte- die benennende Instanz benutzen, um neue Wahrnehmungen, die in veränderten Bewusstseinszuständen auf uns einstürzen nach und nach wieder in unsere Welt zu integrieren.
Die weißen Flecken auf unserer Landkarte werden dann wieder bunter.

Wichtige Methoden, aus der Enge unserer Welt zu entfliehen und neue Begrifflichkeiten zu erleben:

  • schamanische Ekstase
  • Hypnose
  • Traumaregression

Schamanische Ekstase

  • Trommeln, Rhythmen, Wiederholung
  • Entheogene Pflanzen (und Tiere)
  • Hitze, Kälte
  • Übermüdung
  • Hunger
  • Schmerz
  • Angst

Schamanen traumatisieren sich bewusst und mit großer Kunstfertigkeit, um  Mechanismen zu aktivieren, die physiologischerweise in allen Lebewesen angelegt sind, um mit extremen Situationen umzugehen. Dabei wird nicht nur der Körper, sondern auch das Bewusstsein hochgradig aktiviert. Die Ähnlichkeiten zwischen der schamanischen Ekstase und posttraumatischem Stress- PTSD liegen auf der Hand.
Auch Regressionen, Reisen in die Vergangenheit können als schamanische Reisen verstanden werden.

Außer sich zu sein ist gar nicht so selten.
Im Unterschied zum Trauma können Schamanen die veränderte Physiologie ihres Traumas kontrollieren und nutzen.

Hypnose: gackere wie ein Huhn

was Hypnose begünstigt

Autorität

Angeregte Phantasie und hohe Erwartung

Starke Emotionen

Schmerz

Verwirrung

Zeichen von Hypnose

Augenrollen

Tiefe Entspannung

Kälte

Verlangsamter Puls

Verlangsamte Sprache

In tieferer Hypnose: Unvermögen zu sprechen oder sich zu bewegen

Am Anfang war das Wort: Kommunikation mit einem wenig geschützten Unterbewusstsein

Kurze, einfache Sätze (Wie mit einem intelligenten Kleinkind)

Positiv. Sicherheitshalber keine Verneinung.

Wiederholen

Im Rhythmus der Atmung

In ihrer Sprache- Worte und Ausdrücke aus der Anamnese verwenden

Nach der Hypnose

Zurückrufen

Der posthypnotische Kater

Langzeitwirkung  und Suggestibilität

Der westliche Weg (im Kurs nicht besprochen)

Progressive Entspannung
Verwirrung
Suggestion
Schreck- Instant Hypnose
Erickson, NLP, Werbung: Sonderformen der Hypnose

Der östliche Weg

Induktion
Meditation

 

4. Traumalehre

was ist ein Trauma

Beispiele (Krieg, OP, Missbrauch, soziales Trauma, Anästhesie)
andere Beispiele: Wir (fast) alle

Einfache Definition

was passiert im Körper

fight-flight-freeze: Das vegetative Nervensystem und seine Tücken

Tauchreflex, Schlafstarre und andere Gründe für langanhaltende physiologische Störungen bei traumatisierten Menschen

physiologische Auflösung

beim Tier

warum das bei Menschen oft nicht klappt

Symptome von Trauma

„Hysterie“

Dissoziation

Amnesie

Abspaltung von Teilen

blockierter Atem

veränderte Körperwahrnehmung

Einfach erinnern? Regression- Reise in die Vergangenheit

In den Uterus, frühere Leben oder zu jenem doofen Augenblick in der dritten Klasse

Wie Regression ausgelöst wird

Ungewollt: Schock, erneutes Trauma, Trigger

Hypnose, NLP

Gefühlsbrücke

Atmen

Akupunktur

Warum Regression nicht unbedingt so gut ist

 Retraumatisierung

Sucht nach Retraumatisierung

Retraumatisierung im Zyklus der Wiedergeburt

Retraumatisierung durch panische Therapeuten: Uns!

Was tun, wenn Patienten regredieren

Körperwahrnehmung. Achtsamkeit.

In der Gegenwart verankern.

An einen angenehmeren (imaginären) Ort bringen

Auswege finden.

Rhythmisierung.

Räuchern

Notfallpunkte

Schamanisch inspirierte Methoden um mit Trauma zu arbeiten

Ritual

Systemische Arbeit

Akupunktur.

5. Seelen und ihr Verlust

  • Trauma und Seelenverlust: Schamanismus und Traumatherapie-
    andere Methoden- andere Sichtweise, aber gleiche Ziele: die Einheit wiederfinden
  • eigentlich geht nichts verloren,
    aber manchmal muss man es neu manifestieren:

Fünf Elemente („Wandernde“)- Qi und fünf Seelenformen

  • Shen- die himmlische Verbindung: unser heiliger Kompass
  • Hun- die sieben Träumer: unsere himmelstürmenden Visionäre
  • Po- dreimal instinktive Kraft: immer schön im Rhythmus
  • Jing- die Essenz: unsere innere Wahrheit
  • Yi- Integration von innen: Verstehen und Benennen

Arbeit mit anderen Bewusstseinszuständen, Trance, Ekstase, Trauma und die Entfaltung unseres Potentials.

  • Diagnose und ein paar Behandlungstipps.Bei Arbeit in der Tiefe manifestieren wir unsere innere Wahrheit neu. So kann ein Trauma, eine körperliche Blockade, festgefahrene Gewohnheiten und selbst Liebeskummer zum Anlass werden, unsere innere Wahrheit neu zu manifestieren. Diese Arbeit findet in Trance statt und beginnt immer bei uns selbst.
    Mehr über diese Arbeit (z. B. über „Dämonen“, Kälte und andere Irritationen) auf dem Scandinavian TCM Congress 2014 in Dänemark und im zweiten Teil des Skripts, das dann im Herbst auch hier erscheinen wird. Hoffentlich.
    Ok, ok! … Ich verspreche nichts mehr (Respekt, Ehre, Integrität– Ihr wisst schon)

Possession-a little Help from Your Friends

Wild spirits are out to get you. Really?

Many people are paranoid about spirit possession. Exorcism and Extraction are quite the rage in some new age communities.

Spirits are Qi. Excactly like ourselves. We interact with Qi all the time. It is outside of us, inside and all around. The limits of inside and outside are not marked by our skin but by what we are able to perceive. In this we are not limited by our skins.

Take bacteria. As we all know, after a century of fighting them in vain, we cannot protect ourselves from bacteria. Our body is full of them. We live in symbiosis with them and without them we would not even be alive.

The same goes for all kinds of Qi forms. Spirits are part of the cosmic body and so are we. They float in and out and all around of us. We are one with spirit. A process without limits.

Yet spirits can make us ill.

It works like this: Whenever we live in deficiency, in denial of a deep need, an intruder who carries this exact energy we are desperately trying to deny, will be attracted to the void we have thus created. It is our own resistance that gives it power. The more we fight, the stronger it gets.
The next thing we notice will be something new and foreign to our being. Disturbing thoughts. Strange urges. We form a wall around it. Try to avoid the feeling. We want to give it a name and only then it becomes an entity. A spirit possession is born each time we insist on its otherness.

Let’s say, someone lives in a relationship that is nice enough but over the years has become stale and without sexual spark. We tell ourselves, that the person we are with, is a good match, a good provider, a loyal friend, and so we fight the living spark, our internal fire. The dragon. We tell ourselves, that it is not worth it to break up a good solid thing (or invest time in adventure, precious time we had better invested in our career) for something so fleeting and, well, impure, as sex (or some wild dream). A part of us, the most vital part, shuts down.
Then, one fine day, we feel a sharp pain in the back. In the heart. It may be diagnosed as intercostal neuralgia.
But a smug name does not make the pain go away. It is here to stay.
No matter how many massages and acupuncture or stretching we try. It just sits there and aches. Piercingly. Some people feel the pain so intensely that they have trouble breathing.
Especially at night.

The old Greek called this the Arrow of Eros. Little old Eros, more often than not pictured as a chubby child. Not exactly known as a bad spirit. But it is the son of Aphrodite and Ares, after all. The son of Love and Hate. A trickster. Happily malicious and completely out of control. A real anarchist.

Not long after the arrow hit her or him, our person starts a passionate love affair or embarks on some other journey. The old relationship breaks up; the career is abandoned. Life needs to start all over from scratch. And it will.

A stubborn person may resist the urge to be born again and instead become short tempered, gloomy, depressed. The body aches. The heart may miss its beats and the blood pressure may go up.
The dragon rises with all the symptoms of fire:

  • hot flushes (so called „menopausal syndrome“)
  • red itchy excemas
  • restlessness and restless legs
  • piercing migraines
  • high cholesterol
  • gall bladder issues
  • heart disease and high blood pressure
  • ringing in the ears (tinnitus).

There are many pills to try and bring the fire down. Typically pills with names that start with “Anti”. A huge industry lives of these Anti-life-pills.

But there is no way to resist the trickster. It insists on change. It wants everybody to express their potency, their fire. If they do not, if they continue their anti-life regimen- they will become really ill and eventually die.

Eros in his wildest form has many names. In Brazil they call these entities the Pomba Giras. Pomba Giras are the female crossroad demons. Wild, shameless beings, visualized as sexy flamenco dancers, dressed in red flowing robes who like to drink alcohol and smoke big cigars.
The Pomba Giras want to party and once they get you, so will you.

In Brazil the Pomba Giras are feared and hated and treated with the utmost respect. They are ritually invoked by the love sick to possess someone they want to be in love with. Love magic that involves the Pomba Giras is powerful. These crossroad demons do not ask for lots of knowledge to be summoned. Before you know it, they will be all over that poor person you desire so much.

The Pomba Giras are exspecially delighted whenever they can stir up a fire that has long been smoldering under the ashes of self control and cowardly morals. Countless stories tell about good husbands, priests who live in celibacy and other people who have bravely resisted their sexual nature to suddenly find themselves under the power of the Pombas, possessed by urges they can no longer resist.

There is no malignancy involved in the doings of the Pombas. Like the common cold that gets to you so you can rid your brain of phlegm, the Pombas come to stir up the ashes when the fire has gone down.
They may be crass, but like all the other spirits they come as your spirit helpers.

Can you protect yourself against spirits? Preferably not.
Any anti-life-policy will bring nothing but death.

The only thing is to embrace your nature and live according to your inner law. There is no other.
If you do not resist your own nature you will not need help from a trickster, be it a Pomba or any other of the countless beings that are part of the cosmic body, to bring out your funky side.

The spiritual beings we used to be so afraid of, are here to help.
They may destroy your body in the process. Yet, this does not make them „evil“.
In the world of the spirits it is not considered death when a being leaves the body. The only death they know is resistance to transformation and they will not accept this. Ever.

There is one thing we can do: Thoughts are the only instance where we define yourselves. So we ask: Do we own your thoughts or are we possessed by them?
We want to be careful about limiting thoughts.
Thought-possessions are the only intrusions to be afraid of.
Thought-possessions are the limiting beliefs that keep us in our personal cage. They make us resist life and whenever we deny our own wild nature, wild spirits are there to help us out.

When they do, we may want to call it a disease. But this is just another limiting thought.

Get rid of Your Demons- in Denmark;-)

Videoinvitation by Christine Li: Come to Denmark

In September 2014 we expect you at the Scandinavian TCM Congress:

Marian Nielsen Joos with:
Lillian Pearl Bridges
Peter Firebrace
Hans-Erik Foldberg
Christine Li
Yair Maimon
Hans Dieter Platsch
Suzanne Robidoux
Mike Robinson
Lars Schuster
Zhongxian Wu

Chinese Medicine and Spirituality: Cultivation of the Practicioner, the Healer and the Alchemist

Marian Nielsen Joos- Deidre Courtney, Lillian Pearl Bridges, Peter Firebrace, Christine Li, Hans Erik Foldberg

Marian Nielsen Joos- Deidre Courtney, Lillian Pearl Bridges, Peter Firebrace, Christine Li, Hans Erik Foldberg

 

Ich krieg die Krise

Vor Jahren hielt ich einmal einen Vortrag in München. Am Abend stieg ich in die S- Bahn, die mich zum Flieger zurück nach Hamburg bringen sollte. Am Nachmittag war heftiger Schnee gefallen. Die Bahn glitt mit mir und all den anderen, die auch zum Flughafen unterwegs waren, durch die Nacht. Vor dem Fenster hing ein dichter flauschiger Vorhang von Schnee. Dahinter endlose Reihen öder Vorstädte, für diese besondere Nacht verkleidet  als schneebedeckte bayrische Dörfer.
Im Zug war es hell erleuchtet und die laptop-bewaffneten Menschen guter Dinge nach einem Wochenende voll Arbeit oder bei der Fernbeziehung.
Dann ruckelte der Zug und blieb stehen.  Mitten im Niemandsland zwischen zwei weit auseinanderliegenden Dorf-Vorstädten. Der Zug war aus den vereisten Schienen geglitten und lag nun mit leichter Schräglage in einem weiten verschneiten Feld. Das Notlicht ging an. Dann geschah nichts mehr.
Es dauerte nicht lange und der Zugbegleiter verkündete knapp, in dieser Nacht kämen wir nicht mehr zum Flughafen.
Die schnelleren unter den schnellen Mitfahrern hatten längst ihre Smartphones gezückt und versuchten, ein Taxi zu rufen. Doch wie es so ist, nachts, mitten im Feld, im tiefen Schnee. Da kommt kein Taxi.
Es war insgesamt recht lustig anzusehen, was die einzelnen Menschen unternahmen, um doch noch nach Hause zu kommen, während zusehends klarer wurde, dass auch der letzte Flieger inzwischen gestartet war.
Die meisten waren sich über folgende Dinge einig:

  • So geht es nicht!
  • Da muss man doch was unternehmen!
  • Immer die Bahn!
  • Man muss die Airline verklagen!
  • Man muss sie ALLE verklagen!

Den Schnee wollte niemand verklagen. aber das Ganze ist natürlich schon zehn Jahre her. Inzwischen mag sich das geändert haben.

Es war ein klassischer Katastrophenfilm- allerdings ohne die Katastrophe.
Am tiefsten beeindruckte mich die dreißigjährige Frau im perfekt sitzenden italienischen Kostüm, die auf dem Gang stand, mit ihrem nutzlosen Handy gestikulierte und, in schriller Tonlage, wieder und wieder schrie:
„Das ist das Entsetzlichste, was ich je erlebt habe.“

Wenn Sie, warmherzige Leserin, jetzt in heller Aufregung schweben sollten und sich fragen, ob ich das weiße Inferno überlebt habe: Ja. Sonst könnte ich diese Zeilen ja nicht schreiben.

Neulich erzählte mir jemand, dass ein, an sich netter, älterer Herr zu einer jüngerer Verwandten gesagt haben soll: „Ihr braucht alle mal einen Krieg.“
Dem wird wohl kaum einer zustimmen mögen. Dennoch verstehe ich, was der selbst offensichtlich kriegstraumatisierte Herr sagen wollte: Wir sind innerlich erstarrt und zugleich panisch, wie überzüchtete Mastschweine. Wir brauchen dringend etwas mehr Bewegung im Kopf.

Die Menschen im Hier und Jetzt unserer übertechnisierten und überregulierten Zivilisation der 21. Jahrhunderts besitzen wenig Resistenz gegenüber allem Neuen.
Die Bahngesellschaft ändert den Fahrplan, der Flieger verpasst den Anschluss, der Fernseher geht kaputt, Parmaschinken ist ausverkauft: schon heißt es:
„Ich krieg die Krise“.

Während alt und jung sich regelmäßig zum Strechting, Yoga, Fitness schleppt, um, nach tagelangem Bewegen einiger weniger Finger über der Tastatur, auch mal den restlichen Körper zu aktivieren, ist der Geist mangels Gebrauch vollkommen atrophiert.
Damit meine ich nicht die wenigen Gehirnareale, die die meisten pausenlos überstrapazieren, weil sie sie zur Organisation ihres Berufes und ihrer alltäglichen Sorgen brauchen.

Ich meine den ganzen Rest unseres Geistes, den wir noch nicht einmal kennen.
Den Rest, der träumt, phantasiert und kreativ mit neuen Situationen umgehen kann.
Den Rest, der Dinge sieht, hört, wahrnimmt, die anderen verborgen bleiben.
Den Rest, der die Zukunft und die Vergangenheit als ein fließendes Feld begreift, in dem wir uns nach Belieben bewegen können.
Den Rest, der die Verbundenheit mit der ganzen Welt kennt.

Das ist im Übrigen bekannt. Sonst würde es nicht ständig heißen, wir sollten „raus aus der Komfortzone“.

Das tut allerdings niemand gerne.

 

  • Dafür muss schon ein Zug entgleisen.
  • Dafür muss jemand schwer krank werden.
  • Dafür braucht ein anderer Liebeskummer.
  • Dafür braucht es eine richtige Krise.

In richtigen Krisen läuft der Geist aus den vereisten Gleisen.

Neue Wege sind aber noch nicht gebahnt. Wer Pech hat, geht dann eiligst zum Psychiater und lässt sich betäubende Medikamente verschreiben, um den Geist davon abzuhalten, wild in alle Richtungen und immer wieder auch mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen.
Die Psychiatrie, Erbin der Kirche, als unsere offizielle Ansprechpartnerin in Sachen „fremde Wege des Geistes“, hält von solchen Erneuerungsbemühungen nichts:

Wenn es nicht so geht wie immer, dann soll es lieber gar nicht gehen.

Alles andere wäre, quasi, Blasphemie. Bewusstseinserweiterung ist ihr suspekt. Emotionen sind für sie Ausgeburten des Teufels- pardon- Neurotransmitter auf Abwegen. Serotoninmangel.

Während meiner eigenen Ausbildung in Psychiatrie erlebte ich eine solche Krise.
Ich arbeitete damals in einer geschlossenen Anstalt an einer Klinik, in der viele neue Medikamente und immer mal wieder Elektroschock- pardon- Elektrokrampftherapie- ausgetestet wurden. Ohne Fleiß kein Doktortitel.
Nach einigen Monaten inmitten weinender, schreiender und mit stets neuen Chemiecocktails erneut zum Schweigen gebrachter Menschen, nach demSchlafentzug endloser Nachtschichten, in einer fremden Stadt ohne Freunde, starb dann auch noch mein Vater.
Die Oberpsychiaterin verkündete umgehend:
„Glauben sie jetzt aber nicht, dass sie wegen so etwas einfach frei bekommen könnten.“
Glaubte ich natürlich nicht. Soweit kannte ich mich aus in der Psychiatrie.

Statt frei bekam ich die Krise. Meine Gedanken rasten und drehten sich. Ich konnte nicht mehr schlafen. Ich brach ständig in Tränen aus. Es ging mir kaum noch besser als den Patienten um mich herum. Nur verstand ich es besser zu verbergen.
Um nicht ganz wahnsinnig zu werden, ging ich zu einem niedergelassenen Psychiater. Ich war immer noch der Meinung, Psychiatrie müsse irgendetwas mit Geist zu tun haben. Die Praxis mit ihren hohen antiken Regalen voller Bücher wirkte auch durchaus geistvoll. Nicht so, wie die Klinik mit ihren formaldehyd-getränkten Plastikmöbeln.
Ich schöpfte Zuversicht.
Der gute Mann hörte mir in etwa drei Sekunden zu. Dann zückte er den Block und verschrieb mir genau das Medikament, das wir gerade an der Klinik austesteten. Ein Medikament, dessen genaue Wirkung keiner verstand, dessen Nebenwirkungen aber alles in den Schatten stellten, was sonst so am Markt war.
Kurz: das teuerste und modernste Psychopharmakon, das sich finden ließ.
Es war klar, der gute Mann hielt mich für „verrückt“.
Es war auch klar, dass dieser Psychiater nicht wusste, was er da tat.

Um Schlimmeres zu verhindern, nahm ich den giftigen Zettel, bedankte mich höflich, erhob ich mich, so schnell es gerade noch ging, um nicht als kopflose Flucht interpretiert zu werden und schlich quasi rückwärts aus dem Raum.
Draußen auf der Straße fing ich an zu rennen, schrie vor Wut, ich zerriss den Zettel und tobte und weinte noch den ganzen Tag. Danach ging es mir schon viel, viel besser.

Spitzfindige Menschen mögen einwenden, der Psychiater hätte mich geheilt. In der chinesischen Geschichte gibt es diverse Aufzeichnungen von Ärzten, die ihre Patienten heilten, indem sie sie in voller Absicht richtig wütend machten.

Der Psychiater mag Ähnliches bewirkt haben. Allerdings ziehe ich Ärzte vor, die wissen, was sie tun.

Bei vielen Menschen löst schon das Wort „Krise“ eine Krise aus. Warum eigentlich?
Die Krise bei den Krankheiten ist, wenn sich die Krankheiten verstärken, nachlassen, in eine andere Krankheit umschlagen oder aufhören.“ (corpus hippocraticum)
In der Humoralpathologie war eine Krisis das Showdown, in dem sich entschied, ob ein Mensch auf einer neueren und gesünderen Ebene weiterleben konnte oder starb.
In einer Krisis werden die Karten neu gemischt.

Krisen gehören nicht nur zum Leben. Sie sind die eigentlichen Höhepunkte.

In einer Krise werden Fähigkeiten und Funktionen aktiviert, die uns sonst nicht zur Verfügung stehen.
Jeder kennt die Geschichte von der Mutter, die im Notfall ein Auto heben kann, das auf ihrem Kind liegt.

Wenn in unserem Geist vergleichbare Kräfte aktiviert werden, kannn dies sehr verwirrend sein.

Wir werden hellhörig und hellsichtig bis zur Halluzination. Wir riechen plötzlich alles. Wir sehen Töne und hören Gerüche. Telepathische Fähigkeiten werden aktiviert. Die Gedanken rasen auf zehnspurigen Autobahnen in alle Richtungen.
Emotionen werden teils vollkommen blockiert, teils aktiviert.
Wir erkennen uns selbst nicht wieder.
Wir erleben zum ersten Mal Fähigkeiten, von denen wir nicht einmal ahnten, dass wir sie haben. Auch dann, wenn uns die Fähigkeiten eher als Zusammenbruch aller Funktionen erscheinen, weil wir mit diesen neuen Funktionen Dinge erleben, die noch keinen Namen haben und was keinen Namen hat, sollte auch besser nicht existieren. Wenn es doch existiert, ist es eine Einbildung. Und Einbildungen sind ganz schlecht.
Daher bestehen die bisherigen Therapie darin, möglichst alle neu erweckten geistigen Abläufe mit Chemikalien zu blockieren.

Wäre es nicht besser, die neuen Wahrnehmungen in unser altes Feld zu integrieren?
Wenn die Neurotransmitter in einer Krise auf völlig unbekannte Hirnareale einstürmen, kann uns dies in Angststarre versetzen. Besser ist es, die unbekannten Hirnareale schon vorher zu trainieren. Geistige Wege können gebahnt werden. Wir können bereits vor einer seelischen Krise unser Bewusstsein so weit erweitern und stretchen, dass im Ernstfall keine „Gehirnmuskelzerrung“ resultiert.

Für jemanden, die so vorbereitet ist, ist ein verpasster Flieger nicht „das Schrecklichste, was mir je passiert ist“, sondern eine gute Gelegenheit, einen Nachtspaziergang im Schnee zu machen, ein Lied (binaural, mit Schumann Resonanz Tönen) zu komponieren, interessante Kontakte mit den anderen Gestrandeten anzuknüpfen oder über die Levitation von Zügen vermittels kollektiver Geisteskraft nachzudenken.

Erweiterung des Bewusstseins

Die Funktion von Systemen ist die Selbstreproduktion. Schulen und medizinische Einrichtungen, die die Kirchen in Sachen Geistigkeit abgelöst haben, halten nicht viel von Erweiterung und Erneuerung geistiger Abläufe.
Dem stehen Tausende von Menschen gegenüber, die sich in Meditationskurse einschreiben und Achtsamkeitstraining buchen. Andere versuchen sich in Trommelkreisen und Astralreisen. Auch wenn dies nur zaghafte Anfänge sind, so ist der Stillstand beendet.

In der Traumatherapie, in der Hypnose, im Schamanismus und in der Akupunktur erleben wir viele außerordentliche Bewusstseinszustände. Außereuropäische Völker wissen seit langem um die subjektiven Seiten dieser Phänomene und sie haben ausgeklügelte Techniken entwickelt, in außerordentlichen Bewusstseinszuständen zu arbeiten und zu heilen.
Die moderne Hirnforschung kommt diesen Traditionen nun auf halben Wege entgegen. In jüngster Zeit sind viele Techniken entdeckt und wiederentdeckt worden, unser Bewusstsein zu erweitern, ohne dabei vollkommen verrückt zu werden.
Nur ein Bisschen. Ekstatisch eben.

Die Angst vor Ekstase ist so unbegründet wie die Angst unserer Rokoko Vorfahren vor dem Baden in Wasser. Ekstase ist Ausdruck eines wachsenden Bewusstseins, das sich in alle Richtungen dehnt und streckt.

Wenn es mal zu schnell geht, hilft Rennen, Toben und Schreien. Und Akupunktur hilft eh.
Wie die Arbeit in und mit veränderten Bewusstseinszuständen funktioniert, trage ich gerade in einem Skript zusammen, das auf meinen Vorträgen auf dem 45. Internationalen Akupunkturkongress 2014 beruht.
Mein persönlicher Beitrag zur Bewusstseinserweiterung.

Wenn das Wünschen nicht mehr hilft

15. und 16. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

Vom Kreiieren und Wünschen

(Letzter Teil des Vortrages anlässlich des Hamburger Qi Gong Kongresses.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

 
Im Yi Jing heißt es, was am Himmel die Bilder sind, sind auf der Erde die Formen.
Wir erinnern uns, dass wir als Menschen die Achsen zwischen Himmel und Erde sind. Unsere Mitte gibt den Dingen einen Sinn. Benennt sie. Dies ist unsere Gedankenseele.
Indem wir flüchtige Erscheinungen benennen, erhalten sie eine Realität.
Aus Bildern am Himmel werden Formen auf der Erde.

„Am Anfang war das Wort“ heißt es in der jüdischen Schöpfungsgeschichte.
Den meisten Völkern ist ihre Schrift heilig.
Worte sind Magie.
Umso mehr, wenn eine Bilderschrift benutzt wird.
Den Chinesen war dies stets bewusst. Kaum ein Volk liebt seine Schrift so sehr wie die Chinesen.

Wenn wir etwas wirklich richtig benennen, so nehmen wir Kontakt mit dem Himmel auf. Ling- das magische Fluidum wird aktiviert. Wir brauchen nun nur noch loszulassen:
So wie Pan Gu, der sich hinlegte und zu allem zerfiel, was ist.

So ist auch zu verstehen, warum unsere Seele so traurig wird, wenn sie Ling verliert- und sie verliert es immer dann, wenn sie ihr Gefühl für Einheit verliert.
„Der Himmel erlangt die Einheit, um klar zu sein.
Die Erde erlangt die Einheit, um fest zu sein.
Die Seele (Shen) erlangt die Einheit, um inspiriert (ling) zu sein.“

Wie wir ling zurückgewinnen steht hier.

Benennen heißt aber nicht, Dinge festnageln wollen. Wenn wir uns mit fixen Ideen der Wandlung des Shen- Qi entgegenstemmen, so stockt unser Qi-
zum Beispiel, wenn wir nicht verzeihen und loslassen wollen oder wenn wir uns unbedingt darauf versteifen, dass unsere Wünsche auf eine bestimmte Art erfüllt werden müssen.

Der Weise benennt, lässt los und überlässt sich dem Wandel.

Die Seele zurücksingen

Sie kennen nun die Seelen.
Die Seelen gehen niemals ganz verloren.
Das Haus verliert nichts, pflegte meine Oma gerne zu sagen.
So ist es auch mit den Seelen.
Auch wenn Teile unsere Qi davon sausen bis zum Himmel: Wir sind dieses Haus, wir sind der Kosmos.

Aber manchmal kommt es uns schon so vor, als wären wir von Gott und der Welt verlassen.
Hier haben wir das Gefühl von Einheit verloren. Unser Herz ist verschlossen und reicht nicht mehr bis zum Himmel. Wir haben kein Ling mehr.

Ohne Ling geht alles schief.

Ohne Ling klappt nichts, von den Dingen, die wir uns wünschen.

Ja, unsere Wünsche sind eigentlich nur noch zögerliche Vorschläge. Wir wissen gar nicht mehr, was wir wollen, wir trauen uns nicht, es zu wollen und wenn wir doch einmal einen Wunsch äußern, dann tun wir dies zweideutig und mit Hunderten von Fragezeichen.
So kreiieren wir nichts.
Ling geht verloren, wenn die Seele die Einheit verliert. In sich selbst und mit der Welt.
Dies sind unterschiedliche Formen von Seelenverlust.

Die Vorstellung von einer verlorenen Seele findet sich bei vielen Völkern. Auch bei uns gibt es das Märchen vom verlorenen Schatten.

Menschen mit Seelenverlust sind oft körperlich gesund und psychisch funktionell. Sie führen eventuell ein normales, oberflächlich erfolgreiches Leben. Doch dabei fühlen sie sich wie ausgesetzt in einer fremden Welt, hoffnungslos, einsam.

Sie leiden unter:

  • Erinnerungslücken
  • Ängsten
  • vielfältigen dissoziativen Symptomen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Überempfindlichkeiten gegen seltsame Dinge
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • neurologisch unlogischen Schmerzen
  • Missempfindungen
  • chronischer Müdigkeit
  • Burnout
  • hormonellen Störungen
  • Immunschwächen
  • und vielen anderen Dingen, die schulmedizinisch nur wenig Sinn ergeben

Aus einer nicht- klassischen Sicht können wir sehen, dass Seelenverlust immer dann passiert, wenn wir traumatisiert werden.
Daher kombiniere ich in meiner Arbeit Erkenntnisse aus der Traumatherapie und anderen Arbeiten mit veränderten Bewusstseinszuständen mit den Weisheiten der chinesischen Schamanen.

Für Ihre Zwecke, als Qi Gong Praktizierende ist soviel Komplikation nicht erforderlich.

Der chinesische Medizinklassiker sagt:

„Wer Shen hat, wird leben. Wer Shen verliert, wird sterben.“

Was tun, mit der verlorenen Seele?

Wir können sie zurücksingen.
Wir können unseren Namen in die vier Himmelsrichtungen rufen wie die Prärieindianer.
Wir können die Seelen mit verlockenden Speisen und Räucherwerk anlocken und ihr Gedichte vorsingen wie die alten Chinesen.
Auch, wenn wir aus tiefstem Herzen weinen, kommt die Seele zurück.

Ganz traditionelle Akupunktur holt Seelen auch zurück. Dies ist die wichtigste Aufgabe der Akupunktur. Denn wenn die Seelen zurückkehren, lösen sich die übrigen Probleme oft wie von selbst.

Die Autoren unseres Klassikers (Suwen Kap 16) schrieben:
Sobald die Seele – Shen reagiert, hört man mit dem Nadeln auf.

Wie ich schon angedeutet hatte, ist Qi Gong aus dem Tanz der Schamanen vorgegangen.
(Tanz des Schamanen ist übrigens auch der Titel eines wunderschönenen Buches über Männer und ihre Energie)
Mit Qi Gong können Sie daher Ihre Seelen auch zurückrufen.
Wenn Sie in Zukunft wieder üben und ihre Hüfte oder ihr Fuß oder sonst ein Teil nicht mit üben wollen, dann können Sie sich daran erinnern.

Wie beim Wünschen liegt das Geheimnis darin, sich nicht in Details zu verbeißen. Lassen Sie los.
Vergessen Sie alles, was Sie mit dem Qi Gong erreichen wollten.
Vergessen Sie alle Gedanken und Sorgen, ob Sie die Form schon beherrschen, ob Sie alles richtig machen, ob sie doof und unbeholfen aussehen und warum sich immer noch nichts tut.
Lassen Sie all das los.
Lassen sie das Qi frei.
Ergeben Sie sich. Wie Pan Gu.
Umarmen Sie ihre Krankheiten, ihren Schmerz, ihre lange dunkle Nacht der Seele-
Krankheiten sind Geburtsschmerzen der Seele.
Fühlen Sie alles, was ist.
Strecken Sie sich bis zum Himmel und lassen Sie los.

Denken Sie an ihre Vorfahren, die alten Schamanen, die bei Dürre und Hitze, unter praller Sonne, tagelang tanzten bis der Regen wieder floss.
Damals wie heute ging es um Leben und Tod.
Die Füße fest in den Boden gestemmt.
Der Kopf weit über den Wolken.
So üben Sie.
Wenn Schleim sich mobilisiert und ihre Seele sich wieder ausbreitet, kommt es manchmal zu seltsamen Erscheinungen: Stiche, Kribbeln, Zuckungen, Krämpfen, Blitze, Kopfweh, Gliederschmerzen, Flashbacks, Visionen und Halluzinationen.
Fühlen Sie die Erde, führen sie ihr Qi zurück zum Dantian und geben Sie den flüchtigen Qi Formen keine besondere Bedeutung:
Sie sind weder am Rande des Wahnsinns noch kurz vor der Erleuchtung. Sie müssen auch nicht zum Neurologen.
(Es kann gut sein, dass die Kundalini, ihr Drachenfeuer, sich aktiviert hat, doch dies ist ein anderes Thema.)

Lassen Sie ihr Ego los!
Üben Sie weiter.
Früher oder später wird die Seele sich heilen.
Dann weint sie vor Glück.

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

Himmel- Mensch- Erde

3. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

Die Einheit von Himmel- Mensch- Erde

 

(Dieser Vortrag ist bewusst ganz einfach gehalten und soll den vielen Menschen, die sich vielleicht für chinesische Medizin interessieren, die aber nicht vom Fach sind, einen ersten Eindruck verschaffen.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Himmel und Erde von Fu BaoshiDie Vorstellung, dass Himmel, Erde und Mensch eine Einheit bilden, blieb in China bis heute erhalten.

In der Akupunktur und im Qi Gong ist der Mensch die Achse, die Himmel und Erde verbindet.
Winzig klein- aber die Achse von allem, was ist.

Im Qi Gong. Beim Taiji Quan. Im Fengshui.

Selbst die Nadeln der Akupunktur, die von oberflächlichen Hautschichten bis ganz in die Tiefe dringt, ahmen dies nach.
Genau wie die Finger beim Pulsfühlen, die von außen nach innen dringen und dabei die Seele des Tastenden immer tiefer in die Welt des Erfühlten hineinsinken lassen.

Himmel- Mensch- Erde: Wie im Großen so im Kleinen.

Lange Zeit, nach dem der Mythos von Pan Gu entstanden war, schrieb ein neokonfuzianischer Philosoph, Zhang Cai:

Himmel ist der Vater und Erde ist die Mutter.
Ich, dieses winzige Wesen, bin mittendrin hineingemischt.
Daher ist alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, mein Körper
und alles, was Himmel und Erde lenkt, ist meine Natur.“

(westliche Inschrift, 11. Jhd.)

Alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, kann man auch Qi nennen.
Qi ist ein altes Wort, das den Duft von Reis bezeichnet. Der Duft des Reises ist nicht immateriell aber auch nicht materiell. Er ist eine Substanz, die zwischen Verdichtung und Auflösung fluktuiert.
Genau wie der Mensch.
Genau wie alle Dinge in der Geschichte von Pan Gu.

In der Philosophie von Himmel- Mensch- Erde haben wir kein Märchen mehr, sondern alte chinesische Naturphilosophie. Die Philosophie von Yin und Yang, die immer wieder ineinander übergehen und sich dabei immer wieder transformieren.

Diese Philosophie ist ein Kind des Wissen der alten Schamanen, die in China, wie in aller Welt, den Kosmos als eine Einheit erlebten. Im Schamanismus ist alles miteinander verbunden, verwandt, eine Famile. Alles lebt und stirbt und nichts geht verloren.

In der Philosophier von Yin und Yang wird das ursprüngliche dunkle Chaos an einer Art Wasserscheide geteilt, dem Dachfirsten, auf Chinesisch: Taiji.
Das Taiji teilt oben und unten. Yin sinkt ab, Yang schwebt nach oben.

Beim Taiji Quan ahmen Sie diese Bewegung nach.

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

Eine Chinesische Trancereise zwischen Himmel und Erde

2. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

(Dieser Vortrag ist bewusst ganz einfach gehalten und soll den vielen Menschen, die sich vielleicht für chinesische Medizin interessieren, die aber nicht vom Fach sind, einen ersten Eindruck verschaffen.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Chinesische Trancereise zwischen Himmel und Erde

Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Eine chinesische Schöpfungsgeschichte, vermutlich aus Südchina, einer Region mit stark schamanischer Tradition. Einer Region, in der bis heute die Qi Gong Tradition am lebendigsten ist.

Es ist die Geschichte von Pan Gu.
Sie werden vielleicht bemerken, dass die Geschichte eine schamanische Trancereise wiedergibt. Oder, wenn sie möchten, eine Regression in die Zeit vor unserer Geburt.
Die alten Australier nannten dies die Traumzeit.
Die alten Chinesen nennen es den früheren Himmel.

Immer wenn Heilung stattfindet, reisen wir zurück in diese imaginäre Zeit, zurück zur Quelle, zur Einheit. Auf dieser Reise dehnt sich die Zeit, bis sie zuletzt ganz innehält und kollabiert. Hier sind alles und nichts.
Selbst unsere Gehirnströme halten inne und sind nur noch ein starkes, stilles Feld. Wie im tiefen Schlaf, mit vereinzelten Deltawellen- aber bei vollem Bewusstsein.

Hier, im undifferenzierten Chaos, kreiieren wir uns neu.

Das klingt schwierig und nach fortgeschrittenem Yogi- tum. Das ist es auch.
Das sollte uns aber nicht abhalten- denn schwierig ist nur ein Wort, das erfunden wurde, um Kinder zu entmutigen- deren Gehirnwellen von Natur aus eher denen eines Yogis als denen ihrer Eltern gleichen.
Der chinesische Weise Laozi sagte einst: „Der Weise ist wie ein neugeborener Säugling.“

Diesmal brauchen Sie nichts zu üben und nichts zu behalten. Sie dürfen einfach zuhören. Wie ein Kind, das das Wort „schwierig“ noch nicht kennt.

Beim Erzählen uralter Mythen verlangsamt sich etwas in uns. Märchen spielen in der Zeit, als das Wünschen noch half. Der Traumzeit.
Lauschen Sie diesem Märchen und alles geht wie von selbst.

 

Das Märchen von Pan Gu: nacherzählt von Christine Li

Am Anfang der Zeit herrschte Dunkelheit und Chaos.
Das ursprüngliche dunkle Chaos.
In der Dunkelheit formte sich ein Ei und im Inneren des Eis, inmitten all des Chaos und der Dunkelheit, entstand Pan Gu- der Ursprüngliche Abgrund.
Viele Zeitalter schlief er und er wuchs. Oh, wie er wuchs!
Zu gigantischer Größe wuchs er heran und da streckte er seine riesigen Gliedmaßen und brach so das Ei. Es knisterte. Ein Riss entstand in der Schale. Und dann mit einem Knall als wolle der Himmel zerbersten, brach der riesige Riese hervor.
Die Trümmer, feine und schwere, schwebten ganz und gar durcheinander.
Die leichteren und feineren Anteile des Chaos erhoben sich, weit, weit nach oben, ins Licht, hinauf zum Himmel.
Die dichteren Anteile sanken, tief, tief hinab zur Erde.

Die Weisen sagen, dass das Auskristallisieren der dichten Anteile die längste Zeit brauchte. Und wir alle wissen darum, wie schwer und mühsam es ist, die festen Dinge zu ordnen.
Das Öffnen und Ausströmen aber ging leicht. So leicht wie das Ausatmen. Fffff- so frei.

So entstanden Erde und Himmel, Yin und Yang.Auf und ab.

Pan Gu sah das alles und es gefiel ihm. Ganz über alle Maßen gefiel es ihm.

Damit aber Himmel und Erde in Spannung blieben, stellte er sich zwischen sie.
Sein Kopf trug den Himmel.
Seine Füße stemmten sich fest in die Erde.

Und weil er so fest auf der Erde stand, transformierte er sich jeden Tag neun Mal.
Wieder und wieder erneuerte er sich.
Neun Mal am Tag  war er ein vollkommen anderer
und zugleich immer der gleiche.
So  wuchs er immer weiter, zehn Fuß am Tag, 18 000 Jahre lang,
bis endlich der Abstand zwischen Himmel und Erde fest und sicher war.

Da legte er sich hin und starb.

Sein Körper zerfiel und wurde zu allem, was ist.

Wind und Wolken entstanden aus seinem Atem.
Seine Stimme ward Donner und Blitz.
Seine Augen leuchteten als Sonne und Mond.
Seine Gliedmaßen wurden zu den vier Himmelsrichtungen und sein mächtiger Rumpf zu den Bergen.
Sein Fleisch zerfiel zu fruchtbarer Erde und all den knorrigen und biegsamen  Bäumen darauf.
Sein Blut strömte als Flüsse durch das Land und seine Venen wurden zu den Kanälen und Wasserwegen, die die Waren zurück zu den Menschen bringen.
Sein Körperhaar wurde zu Gras und Kräutern, seine Knochen und Zähne zu kostbaren Steinen und Mineralien.
Sein Schweiß wurde zum Tau und sein Kopfhaar glich den Sternen am Himmel.
Die Läuse und Flöhe aber, die auf seinem Körper herumwuselten, wurden zu den Rassen des Menschengeschlechts.

Manche sagen sogar, wenn das Wetter sich ändert, so sind dies Pan Gus Launen.



So, nun wissen wir, wie der erste Qi Gong Meister hieß, und wie leicht  und schwer sich trennten, wie sie zum Himmel strebten und zur Erde sanken. Wir wissen, wie leicht das Leichte ist und wie weit hinauf es uns trägt. Wir wissen, wie schwer das Schwere ist und wie es uns in den Boden hineindrückt.
Und wir wissen auch, wie Pan Gu,der Riese inmitten all dieses Chaos stand und sich streckte und reckte, während seine Welt sich dehnte und dehnte. wie ein Baum. Bis sein Bewusstsein so unermesslich gedehnt und erweitert war, dass Pan Gu zusammenbrach und er sich hingab.
Dann entstand alles wieder neu.

So sind wir Menschen auch. Oder könnten wir sein.
Denn in Wahrheit fühlen wir meistens eher, wie die Dinge uns entgleiten, während wir versuchen, sie zusammenzuhalten damit wir auch nicht einen Millimeter zu wachsen brauchen.

Wenn es uns gelingt,  fest auf der Erde zu stehen, mitten im Leben, und zugleich unser Bewusstsein so weit machen wie der Himmel, dann ertragen wir das Leben und wachsen immer weiter.

Wenn wir nichts Neues mehr riskieren, wenn wir immer das Gleiche tun und denken- oder- wenn wir vor Angst ganz den Boden unter den Füßen verlieren und nicht mehr an uns selbst glauben- dann verlieren wir unsere Macht.
Wir könnten sogar behaupten, hier liegt die Ursache aller Krankheit.

Was wir tun können?

-für den Kontakt mit der Erde:
Achtsamkeitstraining- alle Dinge mit Respekt und Hingabe tun. Gerade die kleinen Dinge, die wir sonst nebenbei erledigen, weil sie „nicht so wichtig“ sind.
Mit Liebe essen und kochen. Düfte und Gerüche bewusst wahrnehmen.
Schränke aussortieren.
Unsere Füße massieren.

-für den Kontakt mit dem Himmel:
Musizieren und Musik hören. Den Wolken nachsehen. Singen und beten (heutzutage „chanten“ genannt). Unser Bewusstsein erweitern. Neue Dinge riskieren. Neue Wege gehen. Träumen.
Verreisen- real oder in Gedanken.

Und zuletzt kommt das Allermagischste: Die Transformation. Wenn wir unsere größte Kraft erreicht haben, dann legen wir uns hin und sterben. In Hingabe. In Ekstase. Im wirklichen körperlichen Tod.

Auch in der Behandlung schwerer Krankheiten gibt es diesen einen Augenblick der Hingabe. Die Krisis. Die Freundschaft mit dem Tod.
Danach beginnt alles neu.
Von Schamanen heißt es daher, sie müssen immer wieder sterben.
Beim Sterben lernen sie: „Da draußen gibt es nichts, wovor wir uns fürchten müssten.“

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)