Gästebuch und Erfahrungsberichte von Behandlungen

Ich hab es nie selbst erlebt. Eine Behandlung bei mir.

Daher veröffentliche ich gelegentlich ein paar Schnipsel aus Briefen von Klienten. Sie sind herzlich eingeladen, Ihre eigene Perspektive beizusteuern!

Eigentlich bin ich keine Hexe, auch keine Schamanin- aber zwischen allen Stühlen sitz ich allemal

Ich sehe Christine Li im positiven Sinne und im eigentlichen Wortsinne als eine „Hexe“:
Eine Person, die auf dem Zaun sitzt, eine Mittlerin zwischen den Welten, dem Bewussten und dem Unbewussten. Diese Fähigkeit zusammen mit ihrem Wissen und dem Methodenmix (TCM, NLP, Rückführung, Trance …) birgt großes Potential zu Heilen.“

„Liebe Frau Li,
nochmals Danke aus tiefstem Herzen. Ich bin immer noch berührt und gerührt.  Es gab noch ein paar Wellen mit Tränen. In der Nacht war ich awake, clear, mind lucid. Irgendwie geflasht but calm. Die englische Beschreibung kommt am nächsten.

Sie haben alles wahrgenommen und wieder entlastet , wenn es heftig wurde. Sie haben gut auf mich aufgepasst in diesem Prozess. Danke.

PS: Ich glaube man muss Respekt , aber keine Angst vor der Tiefsee haben. Sich ergeben, sinken lassen… es passiert nichts Schlimmes, aber alles ändert die Form. Sie passt sich nur an. Das fand ich immer faszinierend. Man kann so viele sein. Ich bin neugierig , welche Form es werden wird.

 

Heilung und Prosecco

„Bei meinem Behandlungstermin lernte ich Frau Li als eine sehr einfühlsame aber nicht bedrängende Frau kennen, die mich erzählen ließ. Sie gab mir die Sicherheit, dass alles mit mir in Ordnung ist und dieser Seelenschmerz in die Heilung übergehen kann. Als ich dann auf der Liege die Nadeln spürte, löste sich die Anspannung. Ich  schloss die Augen und musste heftig weinen. Danach fing ich an mit den Zähnen zu klappern, obwohl mir nicht kalt war. Die Behandlung dauerte gefühlt vielleicht 30-40 Minuten. Ich habe das alles ziemlich bewusst erlebt, doch auch mit dem Gefühl weit weg zu sein. In der Erinnerung höre ich mich noch unter Tränen den einen Satz sagen. „Ich habe wirklich geglaubt, dass er mein Freund ist.“ Wie die bittere Erkenntnis des Endes.
Frau Li sagte, nach Abschluss der Behandlung, dass ich schon auch noch mal traurig sein werde, aber es  jetzt vorbei sein wird.

Die Stunden danach erlebte ich wie in einem leichten Prosecco Rausch, sehr angenehm. In den letzten Wochen empfand ich manchmal Traurigkeit über den Verlust dieser Beziehung, aber ich bin lange nicht mehr in diese tiefe Verzweiflung gefallen. Ich möchte das so beschreiben, als würde sich  ein Wächter melden, der aufpasst und sagt: über  diese Situation sind genug Tränen geflossen und Gedanken gedacht worden. Vielleicht bekommt diese Erfahrung jetzt den Stellenwert in meinem Leben, die ihr zusteht. Nicht weniger aber auch nicht mehr.
Danke für Ihre Hilfe, Frau Li

Gruselige Heilung

„Liebe Frau Li,

ich weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern können. Denn es suchen Sie bestimmt viele verschiedene Personen auf, und eigentlich ist es nicht wirklich wichtig für das, was ich jetzt schreibe. Ich möchte einfach ‚Danke‘ sagen und dass ich froh bin, Sie aufgesucht zu haben. Es war eine gute Entscheidung.
Ich habe Sie im März diesen Jahres aufgesucht, mit dem Wunsch, Sie mögen mir doch bitte ein Erlebnis aus den Körper holen, das mir in den Knochen liegt.

Ich bin heute noch erstaunt über die Erfahrung und was für eine Entwicklungsreihe Sie damit losgetreten haben.
Sie sind mir eine wahre Pfortenöffnerin gewesen. Ich kam damals nicht mehr weiter in der Entwicklung, aber nach dem Besuch bei Ihnen schlug die Türe für den weiteren Weg auf.

Ich möchte aber auch erwähnen – und ich muss heute dabei sehr über mich grinsen-, dass Sie mich damals ziemlich eingeschüchtert haben. Ich kann mich heute noch erinnern, wie nervös ich unter Ihren Augenschein wurde, weil Sie so präsent sind und ruhig.
Ich habe vorher noch nie eine Frau getroffen, die einfach so „da“ ist und mich wahrnimmt. Das hat mich fasziniert und gegruselt zugleich.
Irgendwie schön, aber aushalten konnte ich damals trotzdem nicht. Dabei hätte ich so gerne noch das ein oder andere gefragt.

Auf jeden Fall war es recht gescheit von Ihnen, mir nicht zu sagen, was in den nächsten Wochen über mich hineinfallen würde. Sonst hätte ich vielleicht vorab Angst gehabt. Sie haben mich darauf hingewiesen, dass etwas die nächste Zeit passieren würde und dass ich mich oft hinlegen sollte. Aber… puh… das konnte keiner erahnen.
…(es fand eine innere Reinigung statt, die der Patientin eine Menge abverlangte, C.L.)
Liebe Frau Li, das war wirklich eine Wucht.
Dann war es ganz vorbei und es kehrte Ruhe in mir ein.

Und seit dem…. ist einiges Schönes passiert.
Ich kann unter anderem endlich wieder angstfrei Buss fahren. Ich habe damals vor Freude geweint und bin ständig wieder Buss gefahren – nur so zum Spaß, weil ich es kaum glauben konnte.  Meine Allergie hat sich ganz zurück entwickelt und ich habe mich weiter entwickelt. Ich fühle mich wieder selbstsicherer und habe mehr Vertrauen in mir.

Ein Bisschen, als wenn ich mehr geworden wäre.

Frau Li, vom Herzen ein großes Dankeschön! Es ist so gut, dass es eine Ärztin wie Sie gibt. Ich werde Sie irgendwann ein zweites Mal aufsuchen, wenn ich darf. Aber jetzt noch nicht. Noch passiert viel in mir und um mich.
Ich wünsche Ihnen bis dahin alles Gute und weiterhin viel Kraft für Ihre Taten!
In Dankbarkeit,
Ihre N.“

Heilung heißt: Ja. So bin ich. Verbunden mit allem

„Seit Ihrer Behandlung glaube ich, es ist etwas sehr sehr wichtiges passiert. Ich war danach sehr müde, aber auch euphorisch. Selbstsicher. Jetzt gibt es so ein JA-Gefühl, ein Gefühl:
So ist es einfach. Das bin ich. Ich bin so. Es
fühlt sich gut an. Ich spreche mit Vögeln und Bäumen und fühle die Verbindung.
Ich weiß nicht, was das Leben bringt, aber ich habe diese
große Kälte, diese große Angst davor, die Einsamkeit, die Zerrissenheit nicht mehr.
Wenn ich müde bin, schlafe ich. Wenn ich Lust habe zu Essen,
esse ich. Wenn ich den Sonnenaufgang schauen möchte, gehe ich spazieren.Einfach. Ich konnte zum ersten Mal einfach nur unter dem Walnussbaum liegen und – nichts machen.
Nicht mehr getrieben, keine 1000 Fragen,
keine Angst.“


Gästebuch:

Hier ist Platz für Ihre persönliche Geschichte. Die Geschichte Ihrer Krankheit, Ihrer Behandlung, Ihrer Erfahrungen mit mir.

Aber auch Geschichten ihrer Träume, ihres Lebens, ihrer eigenen Wahrheit.

Sie können Ihre Geschichte gerne unter einem Phantasienamen veröffentlichen oder die Fakten verändern, so dass niemand Sie erkennt, wenn Sie dies nicht möchten.

Ich freue mich sehr auf Ihren Beitrag im Gästebuch.

Genauso willkommen sind natürlich auch Kommentare unter meinen anderen Beiträgen oder emails an info@bodenschatz-li.de

Von Herzen Danke.

3 Gedanken zu “Gästebuch und Erfahrungsberichte von Behandlungen

  1. Heute hatte ich meinen ersten Kontakt zur chinesischen Heilkunst, denn in meiner geistigen Weitsicht, gab es nur die Schulmedizin.
    bis ich das Glück hatte “Madame Li” Kennenzulernen.
    als ich zu ihr in die Praxis kam, kam ich ohne Forderungen, denn ich wusste ja nicht, was mich dort erwartete.
    Ich kam in einen Raum mit “Geschichten” in einer Gegend, wo die Hamburger Geschichte mit Händen berührt werden kann, in die Deichstrasse!
    Nun saß ich, also in diesem Raum mit Geschichten aus “unserer Welt” und aus einer “anderen Welt” Bücher standen dort
    mit einer mir befremdlichen Schrift, ein Sessel aus Holz und Leder dem man ansehen konnte, das in ihm viele Menschen saßen,
    ein Kerzenständen mit goldenen Engelsflügeln.
    In mir kam ein wohliges Gefühl auf,ein Gefühl, dass ich in meinem Lebensweg an einem Ort gelangt war, an dem sich vieles verändern würde.
    Dabei war ich doch “nur” wegen meiner Beschwerden im rechten Arm gekommen.

    Ich legte mich auf eine Liege und konnte und sollte mich eEntspannen, in mich hinein zu horchen. Der Arzt vergangene Woche sagte nur „wo tut es denn weh? Hier haben sie ein Rezept.“

    “Immer rein mit der Chemie”, schoss es mir durch den Kopf, „betäube einfach den Arm, betäube alles!“

    Hier in dieser “Praxis” war alles anders.
    Sicherlich es war sehr befremdlich, aber dann kam in mir ein Wohlbehagen auf und ich horchte in mich hinein und ließ mich fallen.
    Ich spürte ein Stechen an den Schienbeinen und an der rechten Hand, erst unangenehm, doch eigentlich nur fremd, so wie die Schriftzeichen in den Büchern an der Wand.
    Ich fiel in einem Zustand des Friedens,des Wohlbefindens und ich konnte endlich meinen Körper spüren.
    Ich fühlte mich losgelöst, ein Gefühl was ich schon solange nicht mehr verspürte.
    Nach der Behandlung sprang ich auf, eben so wie man es nach einer Behandlung beim Arzt gewohnt ist. Ich wurde aber sofort von einer warmen Stimme gebeten, mich in den Sessel zu setzen um mich noch ein wenig zu entspannen und Tee zu trinken.
    Es war die gleiche Stimme die mich in den letzten paar Minuten, “waren es wirklich nur ein paar Minuten? “, in einem Zustand des Friedens und Wohlbehagens geführt hatte.

    Ich verabschiedete mich und ging in einem Zustands des Friedens mit mir und der Welt.
    Ich hatte und habe ein Gefühl in mir, das nun ein noch schöneres Leben auf mich wartet und das ich nun endlich wieder lebe.
    Danke dir liebe Christine und ich danke Gott dafür, das sich unsere Lebenswege gekreuzt haben.

  2. Der Kontakt mit dem Unbewussten hat mich enorm beeindruckt.
    Ich sehe Christine Li im positiven Sinne und im eigentlichen Wortsinne als eine „Hexe“: Eine Person, die auf dem Zaun sitzt, d.h. eine Mittlerin zwischen den Welten, dem Bewussten und dem Unbewussten. Diese Fähigkeit zusammen mit ihrem Wissen und dem Methodenmix (TCM, NLP, Rückführung, Trance …) birgt großes Potential zu Heilen.

    Bericht von meiner Sitzung

    Nach der Anamnese, Puls und Zungendiagnostik bat mich Christine Li

    mich bequem auf einer Liege hinzulegen.

    Zwischen ihrem linken Auge und in der Nähe des Auges gehaltenen zwei Fingern, die sie bewegte, sollte ich hin und hersehen und dann ein plötzlicher Energieschub aus dem Gesicht, aus den Augen, ließen mich in die Liege sinken.

    „Das ist jetzt Hypnose?“, dachte ich.

    Christine Li hatte mich vorher schon aufgeklärt, dass es darum gehen würde, erst einmal Negatives zu verstärken, mich auf diese Weise so einiges spüren zu lassen, um es dann aufzulösen. So ermutigte sie mich nun, mir eine ganz schlimme Situation vorzustellen. In diese Vorstellung lies ich mich, so gut es ging, sinken.

    Akupunkturnadeln an jedem Fuß, das Setzen der Nadeln spürte ich heftig.

    Nach einer Weile des Nachspürens und Imaginierens, nach wie vor fühlte ich mich bei vollem Bewusstsein, tauchte ziemlich plötzlich ein mir völlig fremdes Körpergefühl auf: Ein Kribbeln in den Armen und im Brustkorb, auch ein Lähmungsgefühl. Von nun an zerrten unbegreifliche und sehr starke Kräfte an mir:

    Gefühlte 50 kg auf dem Bauch, Liegen unter einer Eisenplatte, Lähmung fast am ganzen Körper, starkes Ziehen am Kinn, der Kopf fühlte sich lang gezogen an und die Mundwinkel wurden nach unten gezogen, Fester warmer Griff im Nacken, Lähmungs-, Erstarrungsgefühl auch am Mund, Reduzierung der Atmung, zuletzt das Gefühl nur noch durch ein Nadelöhr atmen zu können …

    und dazu noch: Extreme Einsamkeitsgefühle.

    „Wie alt sind Sie jetzt?“, „Ist es vor oder nach der Geburt?“ oder „Ist es hell oder dunkel“, diese Fragen grenzten den zeitlichen Ursprung dieses Erlebens ein und es wurde klar, dass es sich um Traumatisierungen in früher Kindheit handelt: Gesundheitliche Bedrohung der Mutter nach der Geburt, obligatorische Neugeborenenuntersuchung, Spreizgips zur Korrektur von Hüftgelenksfehlstellungen, Allein-gelassen-werden in frühester Kindheit.

    Diese Erfahrungen sind in der Tiefe des Unbewussten zu Dämonen geworden, oder anders benannt: In jeder Körperzelle sind diese Erfahrungen gespeichert, sind ein Teil von mir geworden und beeinflussen mein gesamtes Denken, Fühlen und Handeln.

    Diesen geisterhaften Kräften bin ich hier begegnet.

    Nachdem sich all diese unangenehmen, beängstigenden Kräfte vollends ausgebreitet hatten, lenkte Christine Li mich dahin, langsam wieder älter zu werden, ganz Körper zu sein, nicht zu imaginieren. Die Lähmungen ließen nach, der Atem wurde freier, eine weitere Akupunkturnadel in die rechte Hand, lies mich kräftig einatmen, die Nase wurde frei. Beim Ausatmen durch den geöffneten Mund ein Freilassen all der Geister, Ablagerungen, verbrauchten Energien. Frisches Qi gelangt von unten in den Körper und breitet sich aus. Weinen.

    Dann: Finden und Sprechen persönlicher positiver Sätze. Christine Li kontrolliert über den Atem (Hand am Leib), ob die Sätze stimmig und echt sind, ob sie sich mit dem Unbewussten verbunden haben. Auch weiteres Pulsfühlen und Weiterarbeiten (mit Atmung und Formulierungen) bis der Puls richtig ist.

    Nach einem kurzen Dialog weist Christine Li mich darauf hin, dass ich mich noch in Hypnose befinde und dass sie diese noch auflösen würde. Ich bin erstaunt, nach wie vor fühle ich mich nicht in einem völlig anderen Zustand. Durch fünfmaliges Tippen auf die Stirn wird die Hypnose gelöst.

    Dann merke ich allerdings an der vergangenen Zeit, auf einmal ist es draußen dunkel und einem zunächst wackligen Gefühl in den Beinen, dass hier sehr wohl ein anderer Bewusstseinszustand oder auch Unbewusstseinszustand der Fall war.

    Hier ist ein intensiver Kontakt zum Unbewussten hergestellt worden. Damit dies gelingen konnte, war von Vorteil, dass ich keine genaue Vorstellung davon hatte, was auf mich zukommen würde. Ich hatte im Hinterkopf, dass Christine Li mit Trance und Hypnose arbeitet, malte mir dies jedoch nicht weiter aus, wie es sein könnte.

    Während der gesamten Zeit der Trance hatte ich trotz der beängstigenden Vorgänge immer das Gefühl einen Notausgang zu haben. Hätte ich mich gewehrt, hätte wahrscheinlich sehr wenig oder gar nichts stattgefunden. Mein Vertrauen zu Christine Li und ihre tragende Begleitung taten mir sehr wohl. Den Dämonen ins Auge zu sehen, hatte letztendlich etwas Erleichterndes.

    Christine Li schaffte bei mir die Voraussetzung für eine Heilung so mancher Beschwerden. Die positiven Sätze , die ich, auf kleine Karteikarten geschrieben, mitbekam, helfen mir, nicht wieder in den alten Zustand zurückzufallen. Denn das eigene gewohnte Verhalten ändert sich nicht von Heute auf Morgen. Aber die Sätze sind in dem sehr offenen Zustand der Trance ins Unbewusste gepflanzt worden. Ich bin gespannt auf die langfristige Wirkung.

    Der Kontakt mit dem Unbewussten hat mich enorm beeindruckt. Diese großartige Erfahrung allein führt schon zu einer geänderten Haltung.

    Ich sehe Christine Li im positiven Sinne und im eigentlichen Wortsinne als eine „Hexe“: Eine Person, die auf dem Zaun sitzt, d.h. eine Mittlerin zwischen den Welten, dem Bewussten und dem Unbewussten. Diese Fähigkeit zusammen mit ihrem Wissen und dem Methodenmix (TCM, NLP, Rückführung, Trance …) birgt großes Potential zu Heilen.

    Ein dankbarer Klient

  3. Der wiedergefundene Name- Bericht von meiner Behandlung

    Es war ein Buch. Ein besonderes Buch. Eine Bekannte hatte es mir geschenkt. Der Weg der Kaiserin. Von Christine Li und Ulja Krautwald. Schon beim Titel klang etwas tief in meinem Inneren an. Der Weg der Kaiserin?, aber ich bin doch gar keine Kaiserin, dachte ich mir. Als ich das Buch umdrehte, um den rückwärtigen Einband zu lesen, wusste ich: das ist eine Lektüre der besonderen Art. Etwas für Mutige. Also legte ich das Buch flugst aus der Hand und machte einen Bogen ‘drum. Denn der ganz normale Alltag verlangte mir schon genug Mut ab. Mehr Mut hatte ich nicht.<br />
    Aber das Buch schien mich zu rufen – ohne Anklage, ohne Eile. So schlich ich hin und wieder einmal zur Fensterbank, auf die ich es wegen seines hübschen Einbandes gelegt hatte. Oder vielleicht doch nicht wegen der schönen Optik, sondern unbewusst, damit ich es nicht vergesse?! Immer und immer wieder las ich die Aufzählung der Kaiserinnensätze und zweifelte mal an mir und mal an der Bekannten. Was will sie mir damit sagen? Ich bin doch gar nicht so, wie die Frau, die da beschrieben wird. Oder traue ich mich einfach nicht so zu sein, flüsterte es leise in mir.<br />
    Als ich das Buch dann eines Abends endlich zu lesen begann, legte ich es nicht mehr aus der Hand. Ich war tief beeindruckt. Es war für mich wie ein Zeichen. Ein Zeichen, dass das Leben gelebt werden will. Ohne Kummer, ohne Machtkampf. Einfach nur um glücklich zu sein. Und um voller Stolz – und auch gleichzeitig voller Demut – einfach ich selbst zu sein.<br />
    Viele Monate später sitze ich an meinem eigenen Schreibtisch und überarbeite mein Marketing und mein Corporate Identity (CI). Und schon zwickt und zwackt es in meinem Bauch. Identitätskrise. Gebt euren Kindern Wurzeln, dann wachsen ihnen Flügel. So oder ähnlich lautet ein Spruch. Von wem eigentlich? Wer war‘s, der den tieferen Zusammenhang zwischen Wurzeln und Fliegen erkannt hatte? Ja, ja, das Fliegen. Die Welt sieht von da oben bestimmt auch sehr hübsch ausAber fliegen ohne Wurzeln, davon rät der Spruch wohl ab. Aber woher Wurzeln nehmen, wenn man in drei verschiedenen Kontinenten aufgewachsen ist, man sich etwa alle zwei Jahre eine neue Adresse merken musste, man im Gespräch mit seinen Geschwistern wahllos zwischen verschiedenen Sprachen hin und her springt und Außenstehende ein Lexikon benötigen würden, um das Gesagte komplett zu verstehen? Und der eigene Vorname in den vielen Orten und Kulturen ständig an Sprache und Mundart angeglichen wurde und sich so mit der Zeit sechs verschiedene Namen ergeben? Ich zerbreche mir also über mein CI den Kopf. Wie heiße ich eigentlich? An wen könnte ich mich wohl mit dieser ernst gemeinten, banal-blöden Frage wenden, ohne dass er den Notarzt ruft?<br />
    An Christine Li – sagt mir eine Stimme im Kopf. Eine Ärztin, die ein Buch wie das des Weges der Kaiserin schreibt, heißt eine in gängiger Meinung delirierende Frau bestimmt willkommen. Also greife ich mutig zum Telefonhörer.<br />
    Drei Wochen später öffnet mir Frau Li die Praxistür. Hatte ich sie mir so vorgestellt? Wir geben uns die Hand und schon fühle ich mich „in guten Händen“. Im Zeitraffer beschreibe ich Frau Li meine Kindheit, die Vor- und die Nachteile und mein Dilemma. „Aha,“ sagt sie, „also müssen Wurzeln her und Ihre wahre Identität.“ Was, so einfach? Wie?, ein Mensch, der mich auf Anhieb versteht? Ich fühle mich angekommen.<br />
    Pulsdiagnose<br />
    Frau Li’s Finger spielen auf meinem Handgelenk Klavier. Mit ihrer linken Hand macht sie sich in Chinesisch Notizen. Schade, dass ich kein Chinesisch kann, sonst könnte ich lesen, was ihr mein Puls erzählt. Aber lange muss ich nicht warten. Doch zunächst darf auch meine andere Hand ihre Geheimnisse preisgeben. Es folgen beeindruckende Antworten aus der Tiefe meiner Seele. Akupunktur. Nadeln an Stirn, Händen und Fesseln, und ich fühle mich wohl. Schon freue ich mich auf meinen zweiten Termin.<br />
    Trance<br />
    Jetzt werden Wurzeln gelegt. Frau Li setzt Nadeln, und mein Gehirn wechselt auf Alpha. Es tauchen Erlebnisse auf, die ich mehr oder weniger bereitwillig noch einmal durchlebe, um sie loszuwerden. Alle Speicherungen werden gelöscht, und Frau Li streichelt endlos über meinen Unterarm und führt die Erinnerungen im Rewind-Modus zurück. Irgendwann fühle ich mich wohl. Und mag gar nicht mehr aufhören. So muss sich ein Säugling fühlen, wenn er eine liebevolle Mutter hat, denke ich. Satt und zufrieden fahre ich nach Hause, lege mich ins Bett und träume von mütterlichen Händen.<br />
    Hypnose<br />
    Dritter Besuch. Meine wahre Identität. Tja, wie heiße ich denn nun? Für welchen der vielen Vornamen soll ich mich entscheiden? Wer macht das Rennen, wer kommt ins CI und auf die Visitenkarten? Diesmal viele Nadeln, Frau Li’s Finger knapp über meinen Augen. Irrationale Fragen zu Farbe und Anzahl der Finger. Ich unterdrücke ein Grinsen, gebe meinem rationalen Gehirn Pause und sinke in einen tiefen, warmen, leeren Ozean. Hier unten gibt’s nur mich. Und ich kann alles selbst gestalten und bestimmen, sagt Frau Li. Wirklich? Darf ich das wirklich? Keiner, der um die Ecke biegt und sagt: Kofferpacken! Keiner, der mich zum x-ten Mal von meinem Zuhause wegreißt? Da unten im Ozean sehe ich mich als kleines Kind. Fröhlich, arglos und von Blumen und lustigen Tieren umgeben. Das sind meine Spielgefährten. Ich wachse, werde älter und begegne meinem Prinzen. Hochzeit, eine große Familie. Alter und Tod. Grabstein. Frau Li’s Stimme: „Welcher Name steht da?“ Name? Wieso Name? Ach ja, ich bin ja hier, weil ich keinen Namen habe. Ich konzentriere mich. „Welcher Name steht da? Welcher Name kommt auf die Visitenkarte?“ J.. J. K.. Ich höre, wie Frau Li’s Feder über das Notizblatt kratzt. Sie schreibt den Namen nieder. J. K.. Ja, das bin ich. Das ist der Name, mit dem meine Seele am tiefsten verbunden ist.<br />
    Lieber, weiser Spruch: Jetzt habe ich Wurzeln, weiß wer ich bin und wo ich hin will. Meintest du das mit“ Flügel“?<br />
    Liebe Frau Li, in Gedanken kehre ich immer wieder gern zu meinem persönlichen warmen Ozean zurück. Und spiele mit seinen Schätzen tief auf dem Grund. Tausendundein Dank.<br />
    Herlichst,<br />
    Ihre J. K.</p>

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