Wie der Schamanengott Pangu den Kosmos und sich selbst erschuf

Das Märchen von Pangu

Am Anfang der Zeit herrschte Dunkelheit und Chaos.
Das ursprüngliche dunkle Chaos.
In der Dunkelheit formte sich ein Ei und im Inneren des Eis, inmitten all des Chaos und der Dunkelheit,
entstand Pan Gu- genannt der Ursprüngliche Abgrund.
Viele Zeitalter schlief er und er wuchs.
Zu gigantischer Größe wuchs er heran und da streckte er seine riesigen Gliedmaßen und brach so das Ei.
Die leichteren und feineren Anteile des Chaos schwebten
weit, weit nach oben, ins Licht,
hinauf zum Himmel.
Die dichteren Anteile sanken
tief, tief hinab zur Erde.

Die Weisen sagen, dass das Auskristallisieren der dichten Anteile die längste Zeit brauchte.
Das Öffnen und Ausströmen aber ging leicht. So leicht wie das Ausatmen.

So entstanden Erde und Himmel, Yin und Yang.

Pan Gu sah das alles und es gefiel ihm.

Während das Yang nach oben stieg, ließ er seinen Kopf mit hinauftragen. Bis zum Himmel.
Seine Füße blieben still und fest im Yin.
Auf der Erde.

In der Spannung zwischen Himmel und Erde blieb er stehen.
Seine Füße fest und unbeweglich wie die schwarzen Steine.
Der Kopf frei und klar wie der blaue Himmel.

In dieser Spannung, während alles um ihn herum stieg und sank transformierte er sich.
Neun mal am Tag wurde er ein vollkommen anderer.

Wieder und wieder erneuerte er sich.

So  wuchs er immer weiter, 18 000 Jahre lang.

Da verließen ihn die Kräfte.
Er hörte auf, Himmel und Erde, Yin und Yang zu trennen und überließ sich dem Chaos.

Er sank hinab und starb.
Er wusste nichts mehr. Er fühlte nichts mehr.
Um herum war nichts als Dunkelheit.

Sein Körper zerfiel und wurde zu allem, was ist.

Wind und Wolken entstanden aus seinem Atem.
Seine Stimme ward Donner und Blitz.
Seine Augen leuchteten als Sonne und Mond.
Seine Gliedmaßen wurden zu den vier Himmelsrichtungen und sein mächtiger Rumpf zu den Bergen.
Sein Fleisch zerfiel zu fruchtbarer Erde und all den knorrigen und biegsamen  Bäumen darauf.
Sein Blut strömte als Flüsse durch das Land
und seine Venen wurden zu den Kanälen und Wasserwegen,
die die Waren zurück zu den Menschen bringen.
Sein Körperhaar wurde zu Gras und Kräutern, seine Knochen und Zähne zu kostbaren Steinen und Mineralien.
Sein Schweiß wurde zum Tau und sein Kopfhaar glich den Sternen am Himmel.
Die Läuse und Flöhe aber, die auf seinem Körper herumwuselten, wurden zu den Rassen des Menschengeschlechts.

Manche sagen sogar, wenn das Wetter sich ändert, so sind dies Pan Gus Launen.

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