Akupunktur geht unter die Haut

 

Darfs ein Bisschen tiefer sein?

Akupunktur geht unter die Haut. Nach Belieben ganz zart, oder auch tief und intensiv. Bei Akupunktur werden hauchfeine Nadeln vorsichtig an, seit Tausenden von Jahren bekannten Öffnungen, in die Haut eingeführt. Da Akupunkturpunkte Öffnungen sind (im Chinesischen „Höhlen“ genannt), ist dieser Vorgang schmerzlos.
Eigentlich. Denn nicht immer sind diese Höhlen unbewohnt.
Akupunktur sind Kreuzungspunkte eines unsichtbaren Fluidums, des Qi. Wenn das Qi stockt, dann staut es sich an diesen Stellen.
Dies ist nach chinesischer Ansicht der Hauptgrund für Erkrankungen.
Warum es stockt? Blockierte Gefühle, unerleuchtete Gedanken, falsche Ernährung, Klima, giftige Einwirkungen von außen, angeborene Konstitution (Karma)…in etwa in dieser Reihenfolge.

Wenn das Qi stockt, füllen die Höhlen sich. Beim Setzen der Nadel fließt das Qi erneut und kann zu heftigen Entladungen führen.

Körpergefühle bei der Akupunktur

Wie beim einem eingeschlafenen Arm, der sich wieder belebt, entstehen dabei die unterschiedlichsten Gefühle: Kribbeln, Zuckungen und manchmal auch Schmerz. Am Punkt selbst, manchmal auch im ganzen Körper.
Dies ist erwünscht, kann aber auch unangenehm sein. Tränen fließen, wildes Lachen perlt auf, Wut, Angst.
Nach zwei, drei Sitzungen werden die Nadeln, das ganze Kribbeln und die befreiten Gefühle als zunehmend angenehm erlebt.
Es gibt daher auch „Akupunkturjunkies“.
(Zum Beispiel ich. Meine Kinder sind längst daran gewöhnt, dass ich an einem ruhigen Abend gemütlich auf der Couch liege, Beine oder Bauch voller Nadeln, und das spezifische Qi einer neuen Punktkombination auf mich wirken lasse, um meine Erlebnisse dann in mein kleines „Buch der Schatten“ einzutragen. Und wie hab ich mich einst, vor vielen Jahren, vor Nadeln jeder Art gegrault!)

Ach so: Die Krankheiten verschwinden natürlich auch so nebenbei. Hätte ich beinahe vergessen.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Akupunktur, Medizin von Christine. Permanenter Link des Eintrags.

Über Christine

Ärztin und Heilerin für Chinesische Medizin, Akupunktur, Trance und Träume. Aber auch Tänzerin, Dichterin, Liebende und weise Frau. Zuständig für das ganz alte China, Daoismus, Yin und Yang, Geister, Drachen, Liebeskummer, Ängste und heilsame Transformationen. Bücher: "Der Weg der Kaiserin", "Der Weg des Schamanen", "Chinesische Medizin für den Alltag" und bald noch viel mehr.

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