Akupunktur wie im alten China: wenige Nadeln

Akupunktur bewirkt Transformation.

Nadeln werden oft unterschätzt. Ich habe bei einigen der berühmtesten Ärzte Chinas gelernt und halte mich bis heute an ihre Ermahnungen.

Daoistische Ärzte behaupten gerne, Krankheiten mit einer einzigen Nadel kurieren zu können. Eine gut plazierte Nadel wirkt verhältnismäßig sofort. Oft kommt es zu Kribbeln, Zittern, Frieren, Schwitzen, Gefühlsausbrüchen oder plötzlichem tiefen Schlaf mit Visionen, lautem Grollen im Bauch oder ungebremster Heiterkeit mit Lachanfällen. Manchmal fließen auch ein paar befreiende Tränen.
Zurück bleiben Klarheit und innere Ruhe:
„Zum ersten Mal bin ich wirklich ganz in meinem Körper“, ist eine typische Beschreibung.
Andere sehen mich verträumt an: „Nun weiß ich endlich, wer ich bin!“
Einfache körperliche Beschwerden verschwinden oft nach einer Sitzung. Manchmal verändern sich die Symptome und erfordern weitere Behandlungen.
Vor jeder Behandlung gibt es eine frische Diagnose. Wiederholungen gibt es bei mir nicht.

Sie wollen schließlich weiterkommen auf ihrem Weg und nicht im Kreis wandern.
Jede Sitzung hat ihren eigenen Ablauf und Rhythmus. Manchmal lässt die Reaktion eine ganze Weile auf sich warten. Manchmal dauert es lange, bis alles abklingt. Die 20 Minuten, die eine Standardbehandlung laut Gebührenordnung dauert, reichen normalerweise nicht aus.
Doch keine Angst. Bei mir bleiben Sie nicht nadelgespickt und alleine in einer Kabine liegen und ich werde den Prozess auch nicht vorzeitig unterbrechen und Sie nach Hause schicken, wo die Reaktion dann nicht selten unkontrolliert weiterläuft.

Ich bleibe bei Ihnen, bis alles vorbei ist. Ich fühle Ihren Puls, um inneren Bewegungen nachzuspüren und setze eventuell weitere Nadeln oder unterstütze die Lösung der verknäuelten Ströme  mit Hilfe von Traumatherapie, Regressionstherapie, NLP und Hypnose.
Auch manuelle Therapieformen aus der Osteopathie oder Craniosacraltherapie (sanfter als die in China verwendete Tui Na Massage) unterstützen die Behandlung.

Die meisten Behandlungen werden als ausgesprochen angenehm erlebt.

Ich schicke Sie erst dann ins Leben zurück, wenn der Puls mir sagt, dass die Sitzung abgeschlossen ist.  Ganz gleich, wie lange dies dauern mag.
Daher terminiere ich die Sitzungen in großem Abstand.

Auch in China wird nur noch selten auf diese Weise behandelt. Bereits seit tausend Jahren betrachteten die konfuzianischen Ärzte allzu tiefgehende Behandlungen  mit Misstrauen. Akupunktur galt als primitiv. Besonders unwirsch wurden sie, wenn dabei von Magie oder  Geisteraustreibung die Rede war. Schamanen galten den Gelehrten als ausgesprochen suspekt. Hatte nicht Konfuzius dereinst gesagt, von Geistern und übernatürlichen Erscheinungen solle der Edle sich fernhalten?
Und dann auch noch all diese ungebremsten Gefühle…Was für ein Gesichtsverlust!

Der Schulmedizin im Westen geht es recht ähnlich. Wenn es denn schon Akupunktur sein muss, dann aber wirklich nur zur Behandlung von Schmerzen und schnell wieder raus mit den Nadeln. Mehr als 20 Minuten sieht die Gebührenordnung ohnehin nicht vor.
Wer glaubt hier eigentlich an Wunder? Wie soll in dieser Zeit denn eine Transformation stattfinden?

Aber das braucht uns ja nicht zu stören.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Medizin von Christine. Permanenter Link des Eintrags.

Über Christine

Ärztin und Heilerin für Chinesische Medizin, Akupunktur, Trance und Träume. Aber auch Tänzerin, Dichterin, Liebende und weise Frau. Zuständig für das ganz alte China, Daoismus, Yin und Yang, Geister, Drachen, Liebeskummer, Ängste und heilsame Transformationen. Bücher: "Der Weg der Kaiserin", "Der Weg des Schamanen", "Chinesische Medizin für den Alltag" und bald noch viel mehr.

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