Burnout, Trauma, Depression

10. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

Burnout, Trauma und Depression

(aus dem Vortrag für Laien anlässlich des Hamburger Qi Gong Kongresses.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Wenn Sie zu lange festhalten,
wenn Sie alles kontrollieren wollen,
und allem hinterhergrübeln,
wird das Qi immer langsamer, bis es beinahe stehenbleibt.
Sie bemerken bleierne Müdigkeit und graue Sinnlosigkeit.
Trotzdem quälen Sie sich weiter, fordern sich noch mehr ab.

Und dann, wenn das Qi sich schon fast nicht mehr bewegt, vielleicht angeschubst durch einen kleinen Infekt oder ein kleineres Ärgernis oder eine Enttäuschung wie Liebeskummer,
wandelt es sich ins Yang, Hitze entsteht und verpufft.
Und Sie bleiben ausgebrannt und leer zurück.

Im Laufe des Lebens sammeln wir viele Verletzungen und Traumata. Es können abfällige Worte, Misshandlungen, Alleingelassen werden, Schrecksituationen, Operationen und Unfälle sein.
Was traumatisierend wirkt, ist für jeden Menschen etwas anderes.
Bei einem Trauma geschieht Folgendes:

Angst lässt das Qi  nach unten sinken.
Das Herz sinkt in die Hose, wie unser Volksmund sagt.
Das Yang bricht zusammen, heißt es in der chinesischen Medizin.
Das Qi sinkt bis zum unteren Pol.
Dort wird es zu Yang und saust davon. Hinauf zum Himmel.

Oft sind wir für einen Augenblick wie weggetreten.
Später entstehen Erinnerungslücken.
Ein Teil unseres Qi ist verlorengegangen.
Seelenverlust. Wir hören gleich noch mehr davon.

Viele empfinden sich nach einem Trauma, als wären sie nicht mehr aus einem Stück. Auch noch nach vielen Jahren. Sie begegnen dem Leben als wären sie nur Zuschauer.

Nicht nur das:
Die leblosen Anteile sind ideale Gefäße für  fremdartige Gebilde aller Art.
Hier wird es wiederum sehr speziell und chinesisch-medizinisch und daher verfolgen wir in diesem Vortrag diese Spur nicht weiter.

Sie können sich auf jeden Fall denken, dass leblose Anteile und fremde Gebilde nichts Gutes bedeuten. Im September werde ich über solche Eindringlinge und Anhäufungen auf dem Skandinavischen TCM Kongress in Slettestrand berichten.

Wenn Qi Gong nicht hilft

Viele Menschen üben Qi Gong oder kommen zur Akupunktur,
weil da ein Problem ist, das sie sonst nicht in den Griff bekommen.
Eine schwere und langwierige Krankheit.
Oder einfach nur ein zähes altes Zipperlein.

Doch auch Qi Gong und Akupunktur scheinen nicht zu helfen.

Das Gefühl kennen sie vielleicht selbst:
Sie üben und üben und immer bleibt da die eine Stelle, die einfach nicht mitmachen will.
Die ziehende linke Hüfte, ein verklemmter Wirbel, ein schmerzender Zeh.
Gebilde und Gewächse, Warzen und Hautausschläge, die sich verhalten, als gehörten sie gar nicht dazu und die sich all Ihren Bemühungen widersetzen.
Im Prinzip wären Sie die Ruhe selbst. Nur die Ohren pfeifen, fiepen oder klingeln. In Ruhe, in Bewegung, mal mehr, mal weniger. Der Tinnitus macht sie fast wahnsinnig.

Oder sie stolpern im geistigen Bereich immer wieder über das gleiche Problem, und fallen immer wieder in die alten Muster, die Sie nach 15 Jahren Meditationspraxis doch eigentlich längst überwunden hatten.

Ein Teil von uns will einfach nicht mitfließen. Es ist, als gehöre er gar nicht richtig zu uns.

Doch abschneiden?

Wir erinnern uns noch einmal:
Alles, was den Raum zwischen Himmel und Erde anfüllt, ist mein Körper und alles, was Himmel und Erde lenkt, ist meine Natur.“

Wir können nicht einfach etwas wegnehmen oder hinzufügen. Wir sind all das.

Doch was tun?
(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Medizin von Christine. Permanenter Link des Eintrags.

Über Christine

Autorin, Sinologin und einstmals auch Ärztin für chinesische Medizin. Schreibt: Romane über chinesische Alchimisten, Initiaten, Heilerinnen, Piratinnen, Tiger und andere kindliche Seelen. Liebt: Trance und Träume. Das alte China. Alchemie, Magie und goldene Nadeln. Seelenwanderungen, Drachen, Transformationen, giftige Pflanzen und ihre flauschigen Katzen. Sucht: Gnosis. Bisherige Bücher: "Der Weg der Kaiserin", "Der Tanz des Schamanen", "Chinesische Medizin für den Alltag".