Chinesische Medizin mit Heilkräutern, Mineralien und einfachen alten Hausmittel

Chinesische Kräutermedizin

Chinesische Kräutermedizin, auch „Innere Medizin“ genannt
(im Unterschied zur „Äußeren Medizin“: Akupunktur und Moxibustion)
ist die eigentliche Chinesische Medizin.
Grundsätzlich wurde damit in China alles behandelt. Genau wie mit unserer „westlichen Medizin“ auch. Oft heißt es, chinesische Medizin wirke langfristig und sei vor allem gut für chronische Krankheiten. Das heißt nun allerdings nicht, dass sie langsam wirkt. Ganz und gar nicht. Die Wirkung setzt oft schon am ersten Tag ein.
Nach ein paar Tagen, maximal zwei Wochen, bekommt man dann eine neue Verordnung.
Monatelang das gleiche Rezept einzunehmen, entspricht nicht der  chinesischen Medizin.
Wenn sich nach ein paar Tagen nichts tut, dann ist es nicht die richtige Medizin.
Eine Ausnahme sind gewisse Stärkungsmittel, die manche Ärzte für etwa vier Wochen verordnen und Mittel für Jugend und Schönheit.

Chinesische Medizin zu studieren ist mühselig. Wer es damit ernst meint, beginnt, so wie ich vor vielen Jahren, mit einem mehrjährigen Studium in China. Danach folgen lange Jahre als Lehrling an der Seite berühmter Ärzte und danach die lebenslange Praxis und immer wieder das Lesen der persönlichen Aufzeichnungen der Großen Meister, die neben der persönlichen Ausbildung das Wichtigste sind beim Erlernen dieser Kunst.
(solche Aufzeichnungen machen einen großen Teil meiner chinesischen Bibliothek aus).

In der chinesischen Medizin geht es nicht vorrangig darum, wie Krankheit funktioniert, sondern wo der Weg zur Heilung liegt.
Genauso könnte man sagen, bei der Ausbildung geht es nicht vorrangig darum, zu lernen, wie Medizin funktioniert, sondern wie ein Arzt funktioniert.
Das traditionelle Medizinstudium war und ist eine Charakterschulung.
Wer möchte, kann sich das gerne wie in den Karate Kid Filmen vorstellen.

Jeder der großen Meister hatte seinen eigenen Stil, eine eigene Sicht der Dinge, eine eigene Art, Kräuter zu kombinieren
(die übrigens, ganz wie Menschen auch, ihren eigenen Charakter haben).
Die Kunst liegt nun darin, zu erkennen, was für ein Mensch der Patient ist und dann, zu entscheiden, welcher Meister zu diesem  Patienten passt.

Es gab alte Meister, die gingen den Weg des Herzens. Ihre Medizin bringt viel Licht und ist gut für den Geist. Andere gingen den Weg der Mitte. Ihre Medizin bringt Ruhe und Harmonie und ist gut für den Bauch.
Es gab Meister der Leber, die Geschmeidigkeit und Kreativität bringen und vor allem bei Krankheiten des Blutes und des Windes viel bewirken konnten.
Es gab….unzählig viele alte Meister.

Ein guter Arzt versteht die Wege vieler dieser Meister. In sehr, sehr seltenen Fällen entwickelt er seinen eigenen Stil oder zumindest einen kleinen Sub-Stil. In der Sprache der chinesischen Medizin heißt das: „Er hat ein eigenes Rezept geschaffen“.

Wenn ich Kräuter- Rezepte (lange Listen von Kräutern mit ihren lateinischen Namen und der Dosierung) schreibe, dann schaffe ich leider meistens kein neues Rezept. Ich nehme nur ein berühmtes Rezept und passe es an die persönlichen Bedürfnisse meiner Patienten an.
Das ist das, was die meisten traditionellen Ärzte in China bis heute tun.
Auf meine bescheidene Art kenne ich die Lehren und Weisheiten  der wichtigsten Meister und bin daher meistens in der Lage, in einem meiner Bücher ein passendes Rezept für Sie zu finden.

Manchmal kombiniere ich sie ganz neu. Manchmal tausche ich sogar alle Zutaten aus.
Aber das ist immer noch kein „neues Rezept“.
Man nennt das „alte Medizin mit neuen Zutaten“.

Es ist wirklich ein bisschen wie beim Kochen.
Wenn ich statt Pasta mit Basilikumpesto nun Dinkelnudeln mit Walnusspetersilienpesto mache, ist das zwar lobenswert, aber neu ist es nicht.
Die Erfindung der Nudel: Das war neu!

Diese Kochanalogie ist übrigens sehr chinesisch: Chinesische Kräuterzubereitungen heißen auf Chinesische „Suppe“, und enthielten, vor allem in alter Zeit, öfters „richtige“ Lebensmittel wie Reis, Datteln, Gerste, sogar Fleisch und Eier.
Weil selbstgekocht am besten schmeckt, dürfen Sie das auch mit ihren Kräutern tun, die Sie in Form roher, struppiger Wurzeln und Beeren erhalten. Ich verwende keine Fertigprodukte und Granulate und ich verwende keine Tütensuppen.
Aber wenn Sie ihre Küche nicht in eine seltsam duftende Hexenküche verwandeln möchten oder wenn Sie einfach mal verwöhnt werden möchten oder zu krank sind, dann übernimmt Ihre Apothekerin diese Aufgabe gerne für Sie.

Nun halten Sie einen dicken, schwärzlichen Sud in Ihrer Hand, den Sie, meist dreimal täglich, ennehmen dürfen:
Und dann gibt es nur noch eines zu bedenken:

Gute Medizin ist bitter im Mund.
Gute Worte stechen im Ohr.

Das ist die eine Seite der chinesischen Medizin. Sie ist den ernsthaften Krankheiten vorbehalten und ohne Zweifel sehr, sehr effektiv.
Es geht aber auch einfacher:

Chinesische Hausmittel

Medizin ist für alle. Dieser Gedanke spielt in all meinen Büchern eine wichtige Rolle.
In China ist dieses Wissen noch sehr lebendig. Einfach so. Weil eine Mutter oder ein Vater ihre/ seine Familie nicht nur füttert und kleidet sondern auch gesund hält. Für einfache, alltägliche Wehwehchen gibt es einfache, alltägliche Hausmittel.

Mein Buch Chinesische Medizin für den Alltag ist das Ergebnis meiner eigenen Faszination  für die einfache Mittel, geheime Familienrezepte und Heilmethoden, die sich mit Dingen, die wir ohnehin zuhause haben, oder leicht im Supermarkt finden können, durchführen lassen.

Vielleicht hat es etwas mit meiner Ururoma zu tun, die eine Heilkundige gewesen sein soll und von der mir mein Vater erzählte, wenn er mit mir durch die Wälder strich und Kräuter oder Pilze sammelte, für die er merkwürdige Namen wusste.
Während meines langen Studiums in China konnte ich meine Faszination für Kräuter ausleben. Unablässig  habe ich dort alle Leute gefragt, in Klöstern und in Familien, auf weiten Reisen in die Berge und mitten in der Stadt. Auf den Märkten habe ich einen ganzen Stapel schäbiger alter Bücher und billiger, selbstzusammengetackerter Heftchen zusammengetragen.  Die Chinesen sind begeistert von Hausmitteln und, wie mir scheint, auch die Deutschen.
Ich jedenfalls bin es.

Ein Gedanke zu “Chinesische Medizin mit Heilkräutern, Mineralien und einfachen alten Hausmittel

  1. Liebe Frau Bodenschatz-Li,

    können Sie mir bitte sagen, ob der Lotussamen -Tee auch hilft bei einem zu kurzem Zyklus (23 Tage, bin 49 Jahre)?
    Mit freundlichen Grüssen und vielem Dank!
    Sabrina lucas