Du kannst sein, was Du willst?

Ja klar. Wir machen alles möglich. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Außerdem erleuchtet.
Ich helfe dabei. Ab 28.2.2016 in Zürich. Termine hier.

Ab 20. April dann wieder in Hamburg. Termine hier.

Das glauben Sie mir jetzt nicht? Das alles möglich ist?

Zugegebenermaßen hab ich ja selbst so meine Bedenken, bei „the Secret“, „Transsurfing“, „Bestellungen beim Universum“ und all diesen Weiterentwicklungen des „amerikanischen Traums“.
Ich meine: Wie naiv kann man sein?

Wir erinnern uns: Seit einigen Jahren, für einige seit einigen Jahrzehnten, für andere noch nicht so lang, gilt es als hipp, nicht nur Parkplätze, sondern generell alles „beim Universum zu bestellen“.
Das Ganze ist sehr einfach, man muss sich einfach vorstellen, was man so haben will oder sein will, es eifrig visualisieren, aufmalen und auf Zettel schreiben (wie früher die Briefe an den Weihnachtsmann) und dann geht es in Erfüllung.
Wer da noch zögert, vielleicht weil sie oder er in der Kindheit keine so guten Erfahrungen mit dem Weihnachtsmann gemacht hat, wird milde lächelnd darauf hingewiesen, dass das Ganze ja schon längst von der Quantenphysik bewiesen worden wäre: Unser Bewusstsein formt die Materie. Außerdem ist alles irgendwie miteinander in Resonanz, was ja auch von der Physik bewiesen worden ist.
Also!

Da das Ganze dann im weiteren Verlauf bei vielen nicht so gut geklappt hat, gibt es inzwischen ganz viele Bücher, die erklären, warum es nicht geht, aber warum es dann eben doch geht, wenn man es richtig macht.
Wichtig ist also zum Beispiel auch, dass man die Schwingung erhöht, also die Frequenz, weil wenn man höher schwingt, kriegt man ja auch höher schwingende Lieferungen vom Universum. Wegen der Resonanz, die ja eben, wie gesagt, eine physikalische Tatsache ist.

Um höher zu schwingen, muss man vor allen Dingen immer fröhlich sein.
Traurig zu sein, geht gar nicht.

So. Das. Ist. Schon. Alles. Irgendwie. Richtig.
Es braucht uns aber auch nicht weiter zu beschäftigen.
Warum? Ganz einfach:

Der Vorschlag, uns einfach ganz quantenphysikalisch vorzustellen, was wir sein wollen und es dann einfach zu werden, kommt für die, die das hier lesen, ein bisschen spät: Wir sind nämlich schon da. Wir haben uns das alles längst vorgestellt.

Nun sitzen wir hier, ein gigantischer, schwerfälliger Haufen längst kollabierter Quantenzustände, mit Warzen, Hammerzehen, Narben, splissigen Haaren, erstaunlichen Erfahrungen und einer ganzen Menge materieller Bedingungen um uns herum, die wir uns zwar irgendwie selbst geschaffen haben, aus denen wir aber jetzt schnellstens wieder rauswollen.
Zu spät.
Sich nachträglich Zettel mit Affirmationen über die richtige Hautfarbe, Körpergröße oder Nationalität zu schreiben, die ursprüngliche Bestellung also zu stornieren und eine neue aufzugeben, wird nicht funktionieren.

Können wir also nicht sein, wer wir wollen? Doch. Wird sind es ja schon. Der Rest ist nachträgliche Feinarbeit.

Unsere gesamte Energie und Schöpfungskraft sind in genau diesen Menschen hineingeflossen, die oder der wir gerade eben sind. Nun, da dieses Werk vollbracht ist, dürfen wir uns ausruhen. In der Ruhe schöpfen wir neue Kraft aus der Quelle. Kraft, die wiederum in unsere Kreation einfließen wird. Wir sind ein Strom von Phantasie und Vorstellungskraft, der jederzeit anschwellen kann wie ein Fluss im Frühling. Vorausgesetzt, wir versuchen nicht ständig, an uns selbst herumzubasteln, nur weil wir irgendwo im Außen irgendetwas gesehen oder gehört haben, das uns irgendwie toller vorkommt.

Stellen wir uns, nur mal so zum Beispiel, den Fluß Amazonas vor, der, etwa auf Facebook, liest, dass der Rhein so einen  tollen Rheinfall bei Schaffhausen hat, während er selbst träge durch irgendwelche langweiligen Urwälder fließt und gar nicht richtig weiß, wo er eigentlich anfängt oder aufhört. Der Rhein hingegen- klar umrissen und definiert, umgeben von schicken Burgen und dann auch noch die Lorelei.
Wenn der Amazonas jetzt „the secret“ gelesen hätte, käme er bei diesem Vergleich am Ende noch auf völlig verzweifelte Ideen. Stattdessen freut er sich lieber an seinen Piranhas und Kolibris und schlängelt sich weiter durch seine rote Erde.

Wer das jetzt ein bisschen albern findet. Bitteschön. Es ist das Jahr des Affen. Noch dazu des Feueraffen. Wer findet, dass erkläre nun gar nichts, hat vermutlich auch recht.

Aber ich bin so albern, wie ich eben bin. Um das zu ändern, ist es auch zu spät.

Wer schon länger auf diesem Blog herumliest, weiss das. Sie oder er wird auch wissen, dass ich eigentlich ganz schön esoterisch bin.
Das heisst aber nicht, dass ich jeden Blödsinn mitmache, den irgendwelche Leute sich ausdenken und dann den armen Quantenphysikern in der Schuhe schieben wollen.
Zwischen einer kollabierenden Wahrscheinlichkeitswelle und der Erschaffung einer Zwölfzimmervilla mit Hilfe bunt ausgemalter Wunschzettel besteht ein beträchtlicher quantitativer Unterschied.
Ich weiss sehr gut, das Wünschen hilft. Ich weiss aber auch, wieviel Willenskraft hinter erfüllten Wünschen steckt. So ein Wille muss erst einmal entfaltet werden. Er strömt aus einer sehr gut genährten Essenz. Wenn der Wille für mehr als einen Verzweiflungsschuss ausreichen soll, muss die Essenz regelmäßig gepflegt werden.

Da ich zugleich eine Handwerkerin bin, eine praktisch tätige Ärztin, Kräuterfrau, Akupunkteurin und Seelenflüstern, orientiere ich mich in meiner Arbeit an den Gegebenheiten und die sind, wie das Wort so schön sagt, gegeben.

Gut möglich, dass wir das selbst waren, die uns diesen Körper, dieses Leben, diese Krankheiten gegeben haben. Oder sonst wer. Das ist aber recht irrelevant.
Wichtig ist, jetzt mit diesen Gegebenheiten zu arbeiten und das Allerbeste daraus zu machen- unsere Essenz zu pflegen- das, was wir selbst erschaffen haben. Statt uns ständig auszumalen, was wir vielleicht noch lieber wären.

Wir selbst zu sein war unser ursprünglicher Plan. Erinnern wir uns: Was hatten wir alles vor. Lieder singen. Gärten pflanzen. Die Wüste bewässern. Die Sprache der Schmetterlinge lernen.

Ursprünglich heißt: Bevor uns die Puste ausgegangen ist.

Bevor Eltern, Schule und endlose Medienberieselung uns klarmachten, dass alles an uns eigentlich ganz anders sein müsste.
Bevor wir durch Unfälle, Missbrauch, Missachtung, Trennungen, Gewalt oder Chirurgie traumatisiert wurden.
Bevor unsere zwanzigste Diät und unsere siebte ernsthafte Beziehung scheiterten.
Bevor wir den Glauben an unseren Beruf verloren.
Bevor wir unsere Seele verloren und bevor wir zu einer richtiggehenden Müllhalde von Gedankenformen und Eindringlingen wurden.

Jetzt verschwenden wir unsere Zeit damit, uns einzureden, wir könnten jemand anderes sein, statt uns selbst treu zu bleiben, gehen wir mit irgendwelchen Phantasien von uns selbst fremd. Das schwächt und führt zu nichts.
Statt weiter Affirmationen und Selbstverbesserungspläne zu basteln, gilt es uns selbst zu lieben, das heißt unsere Essenz zu pflegen.

Meine drei praktischen und einfachen Vorschläge für dieses Jahr (2016)

 

  1. Reinigen: Loswerden, was uns schwächt. Die Wohnung entmüllen. Falsche Menschen verabschieden. Falsche Vorstellungen davon, wie wir sein sollten loswerden. Einen richtig dollen Schnupfen kriegen und auskurieren. (Rotz reinigt). Die Gedanken klären. Traumata auflösen. In unsere allerdunkelsten Ecken schauen. Eingedrungene geistige Parasiten loswerden (wir alle haben sie- wir erkennen sie daran, dass wir immer wieder Dinge tun oder denken oder wollen, die uns nicht entsprechen. (Selbstsabotage und Selbsthass.).
  2. Heilen: ausruhen, schweigen, Wunden lecken. Unsere Körper annehmen, wie sie sind. Die Fetzen unserer Seele zusammenwachsen lassen. Die Verbindung zu unseren Ahnen wiederfinden. Ahnenarbeit für mich im Mittelpunkt dieses neuen Jahres und wird auch in meinem Buch über das Heilen einen wichtigen Platz einnehmen.
  3. Wachsen: Unseren Willen wieder entdecken. Aufrechten Gang und klare Visionen entstehen lassen
    „Vision“ heißt „erschauen“- nicht ausdenken!!!
    Visionen entstehen in Ruhe. Sich vorzustellen, wie schön dieses oder jenes sein könnte und dann Pläne zu schmieden oder Affirmationen zu basteln, ist keine Vision sondern „mindfuck“.
    Visionen entstehen, wenn uns gar nichts mehr einfällt. Wenn wir absolut leer sind und dies erlauben. Der chinesische Schamenenphilosoph Laozi hat dies vor langer Zeit aufgeschrieben.
    An diesen Dingen ist gar nichts neu. Wir wissen das alles. Aber meistens tun wir es nicht. Warum?
    Weil es nicht so aufregend aussieht, weil es nicht unserem Narzissmus schmeichelt. Weil wir dem Verfahren nicht trauen. Weil wir den Vorfahren erst recht nicht trauen. Ausruhen! Was soll das bringen? Wir sind darauf getrimmt, dass alles immer schwer sein muss und dass nichts von selbst geschieht und dass wir keinen Augenblick stillhalten dürfen, weil uns sonst alle anderen überholen.
    Wenn wir aus dieser Panikhaltung heraustreten, wenn wir aufhören, uns selbst ständig mit anderen zu vergleichen, wird alles wieder leicht. Dann werden wir uns darauf beschränken, die Dinge zu tun, die nur wir tun können und nur diese Dinge werden uns am Ende glücklich machen.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Medizin von Christine. Permanenter Link des Eintrags.

Über Christine

Ärztin und Heilerin für Chinesische Medizin, Akupunktur, Trance und Träume. Aber auch Tänzerin, Dichterin, Liebende und weise Frau. Zuständig für das ganz alte China, Daoismus, Yin und Yang, Geister, Drachen, Liebeskummer, Ängste und heilsame Transformationen. Bücher: "Der Weg der Kaiserin", "Der Weg des Schamanen", "Chinesische Medizin für den Alltag" und bald noch viel mehr.

5 Gedanken zu “Du kannst sein, was Du willst?

  1. Liebe Christine

    In den vergangenen Monaten habe ich regelmässig auf deinem Blog vorbeigeschaut – in der Hoffnung, dass du uns wieder einmal mit einem Beitrag beglückst. Und siehe da: Heute war es soweit.

    Schön, dass es Menschen wie dich gibt.

    Mit einem lieben Gruss
    Andrea

  2. Sehr geehrte Frau Li, ich bin ein begeisterter Leser Ihres Blogs und habe schon begonnen, mich zu fragen, warum Sie „laenger“ keinen Artikel mehr veroeffentlichten. Vielleicht illustriert dies nur die Sinnhaftigkeit des Geschriebenen – dass nur aus der Ruhe etwas Gutes entstehen kann (Wahrscheinlich waren Sie anderweitig sehr beschäftigt), ich jedenfalls bin durch Ihre Worte an etwas sehr Wichtiges erinnert worden, nämlich dass in unserer yang-betonten Zeit dem der anderen Seite mehr Raum gegeben werden muss und dass dies in unserer Verantwortung liegt. Dafuer herzlichen Dank, viele Grüße, I.Kolb

    • Danke, das tut gut. Ich hab „natürlich“ (ist ja eigentlich extrem un-natürlich) wie die meisten auch ständig das Gefühl, ich sollte nicht so faul sein. Eine fiese Stimme irgendwo links hinten im Kopf. Die stimme des Ego, in ständiger Panik, nicht gut genug zu sein. Ich bring sie meist rabiat mit Zwangsfaulenzen aka Meditation zum Schweigen: Ich muss mein Buch über das Heilen ausbrüten, und das braucht halt Zeit.
      Aber auch bei der Yin Pflege und Entroboterisierung hilft gelegentliche Ermutigung von aussen mehr als alle guten Vorsätze.
      danke also und liebe Wünsche,
      cli