November- Tore zur Dunkelheit

Wieder einmal ist November. Wie stets zu dieser Jahreszeit kommen die Menschen mit schweren Themen zu mir, Trauer, Tod, Besessenheit und das Erbe einer bösen Vergangenheit. Es geht um die Ahnen.
„Die Sünden der Väter werden gerächt an den Enkeln bis ins dritte und vierte Glied“, heißt es im Buch Moses. (2 Moses, 20). Die moderne Epigenetik bestätigt dies:
In den Chromosomen wird wesentlich mehr gespeichert als die Augenfarbe.
Wer dieses Erbe ablehnen will, muss tief hinabtauchen. In die Dunkelheit. Zu den Ahnen.

November ist eine gute Zeit für Reisen zu den Ahnen.

Im November gehen wir vom Herbst zurück in die Dunkelheit des Winters. Die oberirdischen Teile vieler Pflanzen sterben. Die einjährigen Tiere sterben. Die letzten zerzausten Wespen schleppen sich durchs Haus. Hoffnungen sterben. Die Zugvögel sind längst verschwunden.
Die Religionen kennen diese Zeit und entsprechend viele Feste gibt es.

Allerheiligen-Halloween-Samhain

Allerheiligen kennt ja, dank amerikanischer Filme, inzwischen jede/r. Kürbislaternen und Berge von Süßigkeiten. Freddy Krüger mit seinen ekligen langen Fingernägeln geht um.

Wer sich für unsere eigene pagane Kultur interessiert, wird wissen, dass Samhain ein altes Fest ist, an dem das Leben, welches in der Sommerhälfte des Jahreskreises im Licht tanzen durfte, sich nun in die Dunkelheit zurückzieht. Dabei öffnen sich die Tore zur Anderswelt. 

Tollkühne Menschen können einen Blick in die Tiefe riskieren, um die Zukunft vorauszusagen. Sie tun dies etwa mit Hilfe von Spiegeln oder Wassergefäßen.
Da die Tore aufgehen, kommen auch die Bewohner der anderen Seite herüberkommen. Geister gehen um, heisst es dann. Nun sind wir selbst ja auch Geister. Aber diese, die da kommen, die sind fremd und daher unheimlich. Die Menschen bleiben daher lieber gemeinsam zuhause am Feuer (vor dem Bildschirm), erzählen sich gruselige Geschichten (gucken Horrormovies) und essen feine Speisen (Popcorn und Chips).
Jahreszeitlich keltisch gibt es zu Samhain: Kürbisse, Äpfel und Schweinebraten. Den Geistern von der anderen Seite wird etwas vor die Tür gestellt. Aber rein dürfen sie nicht.
Das ist normaler magischer Alltag.
All unseren Ahnen geläufig und der offensichtliche Ursprung der Halloweenbräuche. Bis auf den industriellen Zuckerkram. Echte Geister halten, meiner bescheidenen Meinung nach, nichts von Nestlé und co. Ich jedenfalls nicht.

Gut. Halloween- Samhain- Allerheiligen ist ja eh vorbei.

Allerseelen

Zwei Tage nach Halloween war dann noch Allerseelen. Traditionelle Menschen stellen in dieser Nacht Milch für die Toten nach draußen. Und wieder gibt es ein Festmahl. Da der ganze November im Zeichen der Ahnen steht, ist es keine verkehrte Idee, an einem beliebigen der vielen Tage dieses Monats ein persönliches kleines Totenfest zu veranstalten. Eine Kerze aufstellen, vor einem Photo, und ein wenig des eigenen Essens dazu. Ein Gruß oder eine Blume. Kleine rituelle Gesten können viel in Bewegung bringen.
Wer Allerseelen verpasst hat, und einen offiziellen Tag bevorzugt, um der Toten zu gedenken, kann warten bis zum Totengedenktag Ende November.

Karnevalsanfang

Unterdess geht es weiter mit den besonderen Tagen im November. Die Süddeutschen wissen Bescheid. Allerorts laufen fieberhafte Vorbereitungen.
(Im Norden herrscht kühle Stille. )
Am 11.11. um 11:11 h beginnt der Karneval. Allen nichtmenschlichen Geistern da draußen zum Trotz wagen sich die Menschen nun hinaus in die Dunkelheit. Im Fasching der Alpenregionen verkleiden die jungen Männer sich als wilde Gruselgestalten und gehörnte Tierfiguren, die die Mädchen mit fruchtbarkeitsbringenden Ruten schlagen. Im Rheinland ist eine Woche Party. Alle miteinander sind sie entschlossen, das Leben nicht sterben zu lassen und die Wildheit hinüberzuretten ins neue Jahr.

Martinstag

Auch im Norden gibt es Bräuche, die das Licht weitertragen sollen. Heutzutage wird dies den Kindergartenkindern überlassen, die am Sankt Martinstag tapfer mit Laternen bewaffnet durch die Nacht ziehen und Martinslieder singen, während ihre Eltern lustlos hinterherschlurfen. Auch eine Martinsgans wird hie und da gebraten, ein heiliger Vogel vieler alter Göttinnen, von Aphrodite bis zu Frau Holle.

Hekatetag

Und da die doppelte Elf eine magische Zahl ist, ist der Martinstag zugleich auch der Tag einer besonderen Göttin: Hekate.

Wer die Göttin “Hekate“, „Hekatetag“ oder auch „Hecate“ gegooglet hat, und deshalb nun hier auf meiner Seite über das Heilen gelandet ist, weiss bescheid.
Ich würde mich riesig freuen, wenn die Freundinnen der Hektar hier ein paar Kommentare hinterlassen würden, um zu erzählen, wie Ihr zu Hekate gekommen seid, was sie für Euch bedeutet, und wie Ihr sie ehrt.
Im Vertrauen auf Eure zahlreiche Kommentare werde ich selbst mir langatmige Erklärungen sparen.

Nur soviel: die griechische Göttin Hekate, oder „Hecate“, ist eine der vielen Erscheinungsformen der dreigestaltigen Mutter. Als Hekate bewacht sie die Wegkreuzungen und die Tore zwischen den Welten, die an der Schranke zum Winter, wie schon gesagt, weit offen stehen.

Hektar ist daher eine Lieblings- Göttin der Hexen und all jener, die gerne eine wären. Warum, also warum alle heutzutage eine Hexe sein möchten, ist mir unklar: Hexe zu sein, ist nicht spaßig. Niemand sonst wagt sich so tief in die Dunkelheit, ins Yin, hinein, wie die Hexen, und dort im Dunkeln ist es, nun, dunkel eben. Wahre Hexen, solche, die den Weg zu gehen verstehen, ohne dabei unterzugehen, sind daher rar und oft sind es die, die schon vorher mit Dunkelheit und Leid wohlvertraut waren und die das Territorium quasi blindlings kennen.

Dennoch begegnet mir Hexenenergie oft bei meiner Arbeit und in den unterschiedlichsten Menschen. Die meisten sind heilfroh, wenn sie nach einem kurzen Ausflug in die dunkle Energie wieder auftauchen dürfen. Bibi Blocksberg hatten sie sich anders vorgestellt.

sneak preview meines Buches über das Heilen

Um die Hexen zu ehren, die wahren, die falschen und die, die bei ihrer Reise ins Yin in trübe Gewässer geraten sind, werde ich am 11.11., pünktlich zum Hekatetag, einen Text über Hexen hier einstellen. Das Hexenkapitel ist allerdings nur ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das Buch über Heilung, an dem ich fieberhaft arbeite.

In diesem Buch über das Heilen, oder eigentlich sind es zwei, ein Lesebuch und ein Arbeitsbuch, geht es nicht um Hexerei sondern um Selbstheilung.

Bekanntlich bin ich ja der Auffassung, das wir alle alles in uns tragen, was wir zum Heilen brauchen und es nur, seit ein paar Tausend Jahren, vergessen haben.

Mehr darüber in meinen Videos.

Hexen sind rar und werden daher in meinem Buch über das Heilen nur am Rande auftauchen.
(Hexen tauchen überhaupt immer nur am Rande auf).

Vor allem geht es im Buch über das Heilen um Dinge wie Fußschmerzen, Hautausschläge, Lebensmittelunverträglichkeit, Einsamkeit, Angst, Herzbeschwerden, und, ach, einfach alles, was uns so nervt.

Fertig geschrieben wird das Buch über Heilung noch in diesem Jahr. Dann kommen edition, und und … es dauert also noch. Aber ich werde immer einmal wieder Teile hierherstellen. Es bleibt also alles wie gehabt.
Ich schreibe. Sie lesen. Dankeschön dafür.

Am 11.11., dem Hekatetag, über Hexen, Hexenenergie und ihre Rolle beim Heilen.
Keine Sorge, im Dezember wird es wieder hell.

 

Originally posted 2015-11-07 22:10:22. Republished by Blog Post Promoter

9 Gedanken zu “November- Tore zur Dunkelheit

  1. Liebe Christine,
    ein buch! Ein nächstes buch von dir! Oh wie ich mich schon jetzt darauf freue. Ich sitze barfuß im grüngürtel um unser haus, unter einer grossen plantane und lese füße spürend deine worte. 
    Die wenigen worte über die gänse zu
    lesen tut neben anderen besonders gut … Da steigen
    tränen in meine augen. Das ziehen und rufen der gänse berührt mich zutiefst, meine heimatstadt cottbus lag auf ihrer flugroute, das blaue haus bei bayreuth in dem ich die vergangenen zwei jahre auf dem land lebte, nicht. Das war schwer für mich. Und jetzt in wuppertal sind sie in diesem herbst endlich wieder über mich hinweg geflogen. Es macht mich so glücklich. Ich höre sie immer und überall, halte dann inne – egal was ich gerade tue und bin zutiefst dankbar für ihr dasein. In meinem schlafreich gibt es neben meinem stilleplatz auch ein liebesbriefetischchen – eine kleine alte versenkbare nähmaschine. Dort liegt eine gänsefeder in einem braunen  runden weichsteinerdem kleinen dôschen – beide haben eine grosse bedeutung für mich. Sie erinnern mich jeden tag, mit jedem berührenden blick an das, was ich ohne zu wissen weiss – an das worüber du schreibst und womit du mich meine sprache WiederFinden lässt.

    Die zeit mit dir am mittwoch habe ich sehr genossen. Die begegnung schwingt in mir. Die fùße arbeiten. Es sticht und
    piekt in den beinen. Sie legen sich frei – so fühlt es sich an. 
    Und so werde ich jetzt noch weiter die herrlich matschigen laubwiesen geniessen und meine füße an die erde schmiegen. 
    Sinnliche füße.
    Freie füße…
    Herrlich!
    Ich umarme dich
    Kati 

  2. Liebe Christine

    Ich freue mich riesig auf deine beiden Bücher und alles, was du vorgängig online stellst :-).

    Än liebä Gruess
    Andrea

  3. Liebe Christine,

    das mit dem Buch klingt großartig…

    Cannot wait!!

    Alles Gute für Dich, Maike

  4. Herrlich! Hexen!
    Freue mich so sehr auf Dein Buch- Juuhu!

    Alles Gute und Liebe,

    Janaína

    • Liebe Janaína, ja, genau. Es sind zwei Bücher. Ein Lesebuch und eins zum Spielen (anderswo „Arbeitsbuch“ genannt ;))

      Schön von Dir zu hören. Liebe Grüße in den Süden!!!

  5. Hekate, Göttin der Wegkreuzungen. Sie schaute in drei Richtungen und wurde mit dem Unheimlichen und Mysteriösen in Zusammenhang gebracht. Hekate gilt als Verkörperung der Weisen Frau, deshalb kann man ihr nachts an Wegkreuzungen eine Frage stellen. Ist das Glück auf deiner Seite bekommst du sofort Antwort, sonst musst du nochmal wieder kommen. Manchmal sieht man Hekate, wie sie Persephone auf ihrem Weg aus der Unterwelt begleitet, in anderen Nächten lacht sie zusammen mit der Mondgöttin Artemis.
    https://laimperialfeng.wordpress.com/2014/08/02/von-einer-die-auszog-kurzer-reisebericht-in-bildern-und-symbolen/
    Mit herzlichen Grüßen aus der inneren und äußeren Welt!

    • Liebe Imperial Feng, danke für Deine Erklärungen. Ich weiß, Du weißt noch viiiiiil mehr! Ich freue mich auf Deinen Reisebericht , der vielleicht noch etwas verrät von all Deinem unglaublichen Wissen, und auf jeden Fall die Reise durchs Internet lohnt.
      Sei umarmt!

  6. Hekate, Göttin der Wegkreuzungen. Sie schaute in drei Richtungen und wurde mit dem Unheimlichen und Mysteriösen in Zusammenhang gebracht. Hekate gilt als Verkörperung der Weisen Frau, deshalb kann man ihr nachts an Wegkreuzungen eine Frage stellen. Ist das Glück auf deiner Seite bekommst du sofort Antwort, sonst musst du nochmal wieder kommen. Manchmal sieht man Hekate, wie sie Persephone auf ihrem Weg aus der Unterwelt begleitet, in anderen Nächten lacht sie zusammen mit der Mondgöttin Artemis.
    Mit herzlichen Grüßen aus der inneren und äußeren Welt!