Yin und Yang- und das Nichts

4. und 5. Teil des Vortrages vom Hamburger Qi Gong Kongress

Yin und Yang

(Eine extrem kurze Erklärung von Yin und Yang aus dem Vortrag für Laien anlässlich des Hamburger Qi Gong Kongresses.
Fachleute interessieren sich vielleicht eher für mein Skript vom 45. internationalen TCM Kongress. Hier geht es um Tiefenarbeit mit Akupunktur, Schamanismus, Ekstase, Trauma und andere Bewusstseinsebenen. Demnächst. Hier.)

Die Bewegung nach oben nennen wir Yang.

Ursprünglich bezeichnet das Wort Yang das sonnigere von zwei Flussufern. Yang steigt und expandiert. Es erwärmt und erhellt.

Diese Bewegung ist leicht und schnell, wie das Auflodern einer Flamme oder das Aufpuffen eines Feuerwerkskörpers.
Ekstase hält nicht lange an.

Die Bewegung nach unten nennen wir Yin (Yin! nicht: „Ying“)

Yin ist das schattige Flussufer und bezeichnet das Hinabsinken und Auskristallisieren der schwereren Anteile.
Yin verdunkelt, kühlt und verlangsamt.
Yin verharrt lange. Manchmal so lange, dass die, die meinen, sie säßen in einem tiefen dunklen Loch meinen könnten, es wandle sich niemals mehr.
Das scheint aber nur so.

Nichts ist absolut. Ganz Yin oder ganz Yang. Alle Dinge im Universum haben einen Yin und einen Yang Aspekt und dieser ändert sich unaufhaltsam, so wie Licht und Schatten mit dem Kreisen der Sonne wandeln.

 

Wenn das Qi den oberen oder unteren Pol erreicht, dreht es seine Bewegung um.

Aus Yin wird Yang und umgekehrt.

Dies ist die wichtigste Lehre aus dem Yin –Yang denken:
Die Polarität dreht sich immer wieder um.

Es gibt kein gut und böse.
Es gibt keine Opfer und keine Täter.
Es gibt auch kein gesund und krank.

Es gibt nur Qi Bewegungen und die drehen sich immer wieder um und lösen sich in ihr Gegenteil auf.

Stillstand  ist eine Illusion.

Alles wandelt sich unaufhörlich, es steigt und fällt, es verdichtet sich und löst sich wieder  auf. So entstehen alle Erscheinungen des Universums und vergehen zugleich.

Die Physik erzählt uns, dass alle Partikel unaufhörlich neu entstehen. Wir sind keine Struktur sondern ein Prozess. In jeder Mikrosekunde werden wir neu aus dem Quanten Vakuum hervorgebracht.
Aus dem Nichts der Daoisten.


Das Nichts

„Wir werden aus dem Nichts hervorgewirbelt“, schrieb der Mystiker Rumi.

„Das Nichts nenne ich den Anfang von Himmel und Erde“, sagte Laozi.
(wu ming tian di zhi shi: Interpretation des Wang Bi, nach Heshanggong ist wu ming das „Dao, das nicht benannt werden kann“).
Die Daoisten liebten das Nichts. Das Nichts und das Dunkel.
Sie ließen lieber alles im Dunkel, in der Schwebe, namenlos und weich wie Wasser, das sich allen Formen anpasst.
Laozi warnte daher davor, Dingen einen Namen zugeben. „Das Dao, das benannt werden kann, ist nicht das Wahre Dao“, sagte er.

Bilder und Formen

Wenn wir uns etwas vorstellen, entstehen Bilder am Himmel. Daraus werden auf der Erde die Formen. Das Aufsteigen unserer Träume zum Himmel geht leicht, den sie sind leicht und luftig, eben Yang.
Sie in die Realität zu bringen, Auskristallisieren zu lassen, ist langwieriger, wie wir aus der Geschichte von Pan Gu kennen.
Aber die Vision steht am Anfang jeder Schöpfung. Die visionäre Kraft erhalten wir, indem wir uns mit dem Himmel verbinden.
Danach beginnt der Alltag. Mit dem Alltag zurechtzukommen ist eine Funktion der Mitte. Der Gedankenseele, die den Dingen Bedeutung gibt. Davon später…

(zurück zum Inhaltsverzeichnis des Vortrages über Glück und Gesundheit, Qi und Seele in der chinesischen Medizin)

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