Hypnose, Trance und Magie

hypnotists.jpg   Tim Simmerman, Christine Li, Gil Boyne – the world’s three greatest hypnotists

Tage gibt es, da scheint es fast, als hätte ich den Weg gefunden, das Dao, sozusagen. „Weg“ heißt aber auch, ich muß ihn erst noch gehen. Oder, um es zu präzisieren: weitergehen.

Knapp ein Jahr ist es her, da schlenderte ich über den Camino de los Marquez in Santa Fe und sah ein Schild: American Academy of Hypnotherapy. Hmmm, dachte ich. Der Osteopathie-Kurs wurde gerade gestrichen, da wäre doch noch etwas Zeit zwischen all dem bodywork, der Traumatherapie, der Kraniosakraltherapie, den Indianern und dem Buch, das ich schreibe. Hypnose kannte von klein auf, aus dem Varieté und dem Zirkus, das wollte ich definitiv schon immer lernen. Ob das überhaupt geht? Ein halbes Jahr später, nach monatelangem, täglichem sich gegenseitigem Hypnotisieren und schamanisch angehauchtem NLP (Neuro-Linguistisches-Programmieren) und Rückführungen von morgens bis abends, weiß ich eines. Es geht! Nichts leichter als Hypnose und nichts lustiger! Außerdem weiß ich nun, dass die meisten Menschen ihr ganzes Leben in Trance zubringen – (nichts Neues für die Buddhisten, aber warum muss das Leben = Leiden sein, sobald Mensch aus der Trance erwacht? Ist das nicht nur eine neue wichtigtuerische Lüge? Eine umfassendere und noch ausweglosere Illusion?). Zeit, Raum, Trance oder nicht. Alles überflüssige Etiketten, sobald wir erkennen, dass wir eins sind mit allem. Alles nur Qi.

Allerdings ist Qi eine sehr lebendige Sache, belebt, geistig, wissend. So groß und göttlich, dass es eine Weile braucht, zu begreifen, dass wir selbst es sind. In Trance ist diese Erfahrung unmittelbar und nicht mehr zu leugnen.

Schamanisches Reisen (in der modernisierten und leider recht seelenlosen Form des Core Shamanism gelernt bei Sandra Ingermann und Michael Harner (himself); richtig gelernt in der Schwitzhütte und auf dem Berg) ist nichts anderes. Allerdings geht es von einem anderen Set von Realitäten aus. Realitäten, die nicht mit Autos und Computern „belebt“ sind, sondern erfüllt sind von nicht-menschlichen Verwandten. Die resultierende Bilderflut ermächtigt und verbindet und ist heilend  für die gebeutelte postmoderne Psyche, die vor allem unter einem leidet: Einsamkeit.

Aus der universellen Belebtheit ergeben sie wie von selbst Rituale: Seit ich meinem Kuchenteig gut zurede und ein Stückchen davon für Eleggua und Yemaya und all die anderen Leute hinstelle, geht er viel besser ;-), der Teig.Die Erkenntnis der Belebtheit des Universums gefällt meinem Rechtshirn, alias meiner Kinderseele und auch dem Kuchenteig.Haben das nicht alle Frauen, seit jeher genau so gemacht? Mit einer kleinen lächerlichen Unterbrechung von vielleicht ein paar Generationen? Genauso spreche ich mit Schmerzen, Depressionen und Krankheiten. Ich frage sie, was sie wollen, was die Botschaft ist und ob sie nicht vielleicht, bitte, die Botschaft auf andere Weise vermitteln möchten. Die meisten sind entgegenkommend. Meine Skoliose wurde zu bunten Träumen. Gefällt mir besser und ihr auch. Sie hat jetzt auch einen schöneren Namen. Sie ist ja auch gar keine Skoliose mehr. Das war auch nur so eine Illusion. P.S. Die definitive und heilsamste Form der Trance freilich bleiben Musik und Tanz. Wer es nicht glaubt, kann es ja selbst ausprobieren.
Daher haben wir (ich und mein Tanzlehrer Santiago Candelaria) auch einen Salsakurs für misshandelte Frauen in New Mexico initiiert. Nachahmung erwünscht.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Hypnose, NLP, Santa Fe, Schamanismus, Trance von Christine. Permanenter Link des Eintrags.

Über Christine

Ärztin und Heilerin für Chinesische Medizin, Akupunktur, Trance und Träume. Aber auch Tänzerin, Dichterin, Liebende und weise Frau. Zuständig für das ganz alte China, Daoismus, Yin und Yang, Geister, Drachen, Liebeskummer, Ängste und heilsame Transformationen. Bücher: "Der Weg der Kaiserin", "Der Weg des Schamanen", "Chinesische Medizin für den Alltag" und bald noch viel mehr.

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