Heilung chronischer Krankheiten: Was raus muss, muss raus

Viele Krankheiten, die hierzulange als chronisch gelten, sind es nicht.

Das heisst, chronisch sind diese Zustände schon. Aber „Krankheit“ ist meist der falsche Begriff für Symptome, die immer dann auftreten, weil Menschen ein neues Leben anfangen wollen, weil sie im falschen Leben stecken, weil sie eine neue Vision brauchen, weil sie noch niemals die waren, die sie eigentlich sein könnten.

Solche Symptome werden chronisch, weil wir dies alles, das Leben nämlich, nicht erlauben. Und wer lebt schon so, wie die innere Stimme es sich erträumt.

In einem älteren Videoclip, dem ersten von sechs kleinen Filmen über Heilung, erzähle ich von einer modernen Raupe, die dank supermoderner Medizin für immer Raupe bleiben darf- nicht wie ihre altmodische Großmutter, die einst aus der Haut fuhr und auf- und davonflog.

kein leichter Weg

kein leichter Weg

Was raus muss, muss raus: Die Haut

Diese Regel gilt nicht nur für Raupen, die sich auf schmerzhafte Weise aus dem Kokon brechen müssen. Ans grelle unbekannte Licht, dort, wo der erste Vogel sie fressen könnte.
Sie gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge. Die chinesische Medizin geht daher bei „Neurodermitis“ (atopischem Ekzem) oder Acne rosazae (Röschenflechte) und co, ganz anders vor als die technische Medizin.
Nicht Deckel drauf- sondern raus damit.
Dazu ist es günstig, das Cortison abzusetzen, dass oft ohnehin nur in schädlich hoher Dosierung noch ausreicht, den Deckel festzuhalten. Dann gibt die chinesische Medizin einen Mix aus Kräutern, die das „wahre“ Qi, die inneren Impulse die hervorkommen möchten, befreien, idealerweise kombiniert mit genau der richtigen Menge an weichmachenden und befeuchtenden oder lindernden Kräutern, um zu verhindern, dass die Haut ganz und gar aufblüht und der Prozess milde (am besten fast unmerklich, aber niemals unterdrückt) verläuft.
Nach jahrelanger Cortisonverwendung sind solche Prozesse allerdings nur von echten KünstlerInnen zu steuern. So rabiat unterdrücken (wie vorher mit der Cortisontherapie) lassen sich die Symptome im Verlauf der traditionellen chinesischen Behandlung meist nicht.

Aber nach einiger Zeit der Anwendung von traditionellen Kräutermixturen  beruhigt sich alles wieder und wir beginnen ein neues Leben in neuer Haut.
Mehr über chinesische Dermatologie und darüber, welche „Krankheiten“ erfahrungsgemäß gut ansprechen, schreibt unter anderem mein Kollege Marco Massari in München.
Im Wesentlichen aber gilt auch bei Hautkrankheiten, wie immer in der chinesischen Medizin, wir behandeln nicht Krankheiten, sondern wir helfen individuellen Menschen, ihr Qi wieder in die richtige Bahn zu lenken.
Hautkrankheiten sind oft Ausdruck von Wachstum und Veränderung, weshalb ja gerade Kinder oder Menschen in Umbruchsituationen (z.b. alternde Menschen) so heftige Reaktionen zeigen können.
Die Heilung besteht darin, die Veränderung anzunehmen und zu leben.

Was raus muss, muss raus: Die Menstruation

Über Menstruation habe ich im „Weg der Kaiserin“ bereits ausführlich geschrieben. Wenn es zu starken Blutungen kommt, verlässt überschüssige Hitze den Körper. Für Frauen ist dies eine regelmäßige Reinigung, die jedoch immer auch etwas schwächend ist, weshalb sich menstruierende Frauen gut pflegen sollten und gelegentlich stärkende Kräuter benötigen.

Was raus muss, muss raus: andere starke Blutungen

Hitze in Form von Blut kann auf viele verschiedene Weise austreten.

  • Blutige Ausschläge
  • Nasenbluten
  • Bluthusten
  • blutige Stühle
  • Bluterbrechen
  • blutiger Urin
  • Blutstürze (Metrorrhagie)
  • Gehirnblutung

In vielen dieser Fälle ist die Hitze stark und „giftig“. Dazu kommt es etwa nach langem Siechtum, langer, emotionaler oder anderer Vergiftung (Alkohol, Medikamente, Gifte). Emotionale Gifte, teils von den Ahnen übernommen (epigenetisch), sind aber eigentlich immer dabei. Wenn sich genug Gifte, oft als sogenannte „Massen“ angehäuft haben und das Qi  lange Zeit  blockiert wird, laufen die inneren Kräfte (die „Drachen“) Amok.

Blutige Ausschläge, Nasenbluten, Bluthusten, blutige Stühle, Bluterbrechen, nicht zu stillende Blutstürze und Hirnblutung sind aus dieser Sicht Versuche der Selbstheilung, die aber leider tödlich verlaufen können.
Auch hier würde die Chinesische Medizin versuchen, die Hitze zwar soweit zu kühlen, dass die Blutungen stehen, aber gleichzeitig dem Körper zu helfen, die Blockaden und Gifte auf andere Weise zu entfernen. Das ist sehr schwer und knifflig und nicht immer kommt die chinesische Medizin hier noch rechtzeitig.
Je früher die Therapie beginnt, umso mehr Aussicht auf Erfolg gibt es. Leider kommen aber viele Menschen erst dann, wenn alle anderen Mittel nicht mehr anschlagen und der Körper restlos geschwächt ist. 
Ein Kollege und guter Freund, der zusammen mit mir in China studiert hat, ein wahrer Experte für chinesische Kräuter, der sich auch mit sehr komplizierten Krankheiten auskennt, ist Dr. Volker Scheid.

Was raus muss, muss raus: Die Wechseljahre

Frauen, insbesondere menstruierende Frauen gelten als „zickig“. Die Wahrheit ist: Menstruation ist eine regelmäßige Abkühlung, die bei Frauen, unter anderem, dazu beiträgt, dass diese im gebärfähigen Alter eben gerade nicht aus der Haut fahren.

Wer kleine Kinder zu versorgen hat, muss zu Zeiten kleine Brötchen backen. Eigene Wünsche stehen lange Zeit hinten an. Auch Frauen, die keine Kinder gebären, sind durch diese physiologische Bremse oft viel eher dazu bereit, lieb und nett in zweiter Reihe zu stehen als Männer. Noch gedämpfter, wahre „fleißige Bienchen“, werden Frauen übrigens durch die „Pille“, die selbst die kleinen prämenstruellen Aufwallungen (PMS) noch verhindert.
Unter dem Strich lassen sich Frauen deutlich mehr gefallen als Männer. Manche Kulturen (unsere) gewähren Frauen daher einen gewissen institutionellen Schutz. Andere verzichten sogar darauf nahezu komplett.

(Männer verfügen nicht über einen solchen automatischen Abkühlmechanismus wie die Menstruation. Oft lernen sie daher schon im Teenageralter, ihre übersprudelnden Temperamente selbst zu beherrschen, um brav zwölf Stunden am Tag auf einem Stuhl zu sitzen.)

Frauen hingegen werden hingegen regelrecht überrannt, wenn die Blutungen aufhören und ihre Emotionen und Passionen und Kraft sich mit einem Mal anhäufen. Wohin mit dem ganzen „Wumm“?. Die berühmt berüchtigten Hitzewallungen und Schweißausbrüche der so wunderschön  treffend „Wechseljahre“ genannten Lebensphase verlaufen umso aufregender, je weniger Raum für Entfaltung die Frau sich geschaffen hat.
Frauen fahren dann buchstäblich aus der Haut, weil es drinnen eben schon lange zu eng ist.
Statt sich dafür zu begeistern, fühlen sie sich deswegen schuldig oder defekt. Sie isolieren sich und beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Und dann ist auch noch die Bluse dauernd so peinlich nass!

Aus einem Brief an mich: „… habe das Gefühl, das ich seit einiger Zeit mit mir und meiner Umwelt überhaupt nicht mehr zurecht komme. Mir fällt  es sogar schwer es hier in Buchstaben zu verfassen, weil ich nicht weiss, wo ich anfangen soll. Ich kriege meine innere Unruhe nicht in den Griff, bin ungerecht und mitunter aggressiv gegenüber meinen Mitmenschen. Auch machen mir und meiner Umgebung meine Stimmungsschwankungen arg zu schaffen, was zur Folge hat das sich einige von mir abwenden, ich aber auch mitunter lieber zu hause bleibe, um ja nicht wieder mit meiner schlechten Laune auf andere Menschen zu treffen.“

Das „aus-der-Haut-fahren“ ist nicht gerade angenehm. Aber es ist Ausdruck einer regelrechten Grundsanierung.
Tiefe Ängste werden „geschmolzen“. Spuren und Reste jahrzehntelangen Bravseins. Geburtstraumen, Operationen, Unfälle, Überfälle, Gewalterfahrungen (sexuell, psychisch) und nicht überwundene Verlassenheitsängste, Verluste und Trennungen.  Alles kommt hoch. Das Drachenfeuer sorgt dafür. Die schamanische Kraft.

Herzschmerzen

Männer haben genauso Zugang zu dieser Kraft. In jüngeren Jahren sind sie bekanntlich deutlich wilder. Sie leiden auch oft, entgegen des Klischees, weitaus intensiver unter Liebeskummer als Frauen. Dann beginnen sie, unter Druck von außen, schon in jungen Jahren damit, ihre Leidenschaften zu unterdrücken und ihr Herz abzukühlen. Nach ein paar Jahren brav hinter dem Schreibtisch ist das Herz zu Eis erstarrt und die inneren Drachen toben zunehmend wütend dagegen an.  Das Herz gerät in Gefahr und die Angst vor Angina pectoris oder Herzinfarkt oder Hirnblutung wächst.
Andere sind durch jahrzehntelange Erschöpfung, oder durch blutdrucksenkende Medikamente, bereits so abgekühlt, dass die Drachen ermatten (Burnout Syndrom).
Depression, Impotenz und Gewichtszunahme sind Ausdruck dieses Ausgebranntseins, des burnouts, aber ich sehe sieauch oft einfach als Wirkung bei der Einnahme von Mitteln gegen Bluthochdruck. Hier haben selbst die Drachen die Lust verloren und um diese wieder zu erwecken, bedarf es einiger Bemühungen.

Drachen sind wild. Sie wollen tanzen und alter Ballast ist ihnen im Weg.
 Also muss er weg. Egal wie (aus Drachensicht).

Was tun? Zu starkes Bluten und Aus-der-Haut-fahren sind nicht so schön. Eine weitere Möglichkeit ist die Verflüssigung der Blockaden. Triefen, Rotzen und Schwitzen und dann möglichst noch Durchfall und Erbrechen. Auch diese Art der Reinigung sind nicht so beliebt. Darüber hatte ich ja schon geschrieben.
Und dann gibt es noch das Weinen: Die tiefste Art der Reinigung. Das heilige Gebet.

Hier fällt Ihnen vielleicht ein wiederkehrendes Thema auf:

Unsere Körper sind gar nicht so böse, wie wir meinen. Sie sind zutiefst weise. Sie möchten gesund sein und gesund heißt wild. Auch wenn sie uns mit lästigen Symptomen ärgern: wir dürfen ihnen vertrauen.
Schließlich sind wir der Körper.

Wenn wir unsere Symptome annehmen, uns hineinfühlen und versuchen, dem Körper-uns zu helfen, statt ihn-uns mit allen Mitteln zu bekämpfen, erleichtern wir uns das Leben. Der Körper-wir, sind gut, so wie wir sind. Auch mit Rotznase und schuppiger Haut oder wütend aufgequollenem Bauch. So ist es eben, in diesem Augenblick.
Wenn wir aufhören, uns außerhalb des Körpers-uns selbst zu sehen und uns mit diesem-uns selbst wieder völlig vereinen, geht vieles wie von selbst. Die lästigen Symptome verlaufen dann milder und klingen ab.

Und worin besteht die Rolle der chinesischen Medizin?

Sie heilt natürlich nicht, aber sie hilft bei all dem. Sie ist eine der letzten kostbaren Vermächtnisse aus jener längst vergessenen Zeit, als die Menschen noch wussten, wie Leben funktioniert.
Kräuter, genau wie weise ausgewählte Nahrung, bringen uns wieder in Kontakt mit der lebendigen Umwelt. Sie unterstützen und nähren die inneren Prozesse (eventuell sogar bei sehr weitreichender Verwirrung und Blockade).
Die Seelentechnologie der alten Schamanen, die Akupunktur, bringt uns zurück in den Körper. Je weiter außerhalb des Körpers wir schweben, umso schmerzhafter kann die Akupunktur werden. Solange, bis wir uns wieder von innen fühlen. Sind wir wieder ganz innen angekommen, tut es nicht mehr weh. Dann erinnern wir uns, es ist gar nicht so schlimm. Das Leben.

 

 

 

 

 

 

Heilen ist schön- aber die Reinigung…

Heilen ist schön- aber so ganz von selbst geht es dann auch wieder nicht. Der Körper muss gereinigt werden.

Das Heilung immer möglich ist, behaupte ich gerne und immer wieder.
(zum Beispiel auf diesem Vortrag)
Ich will allerdings nicht verschweigen, dass jede Heilung eine Transformation ist und somit eine Veränderung, der sich nicht jede/r so ohne weiteres stellt. Heilung heisst auch nicht unbedingt, dass der Körper die Prozedur überlebt. Heilung heisst Erneuerung.

Um uns zu erneuern, muss das Alte raus: Entmüllung und Reinigung.

Bei der innerlichen Körperreinigung hakt es oft.

Warum?

Es ist nicht so schön.

Gestern erst beschwerte sich eine Klientin, sie sei seit ihrer ersten Sitzung so unglaublich müde und sie habe entsetzlich stinkende Darmentleerungen.
Was sie vergaß, war, dass zur gleichen Zeit ihre gesamten, nicht unerheblichen, Krankheitsbeschwerden komplett verschwunden waren.Eine andere war etwas beunruhigt, dass sie eine Woche lang fieberte und schwitzte. Allerdings verschwand zur gleichen Zeit ihr vernichtender Rheumaschmerz und die seit vielen Jahren deformierten, zum Teil völlig blockierten Gelenke lockerten sich.
Das alles hatte erst sie gar nicht bemerkt- vor lauter Schreck. Auf irgendeinem Weg muss im Verlauf der Heilung all der materielle Dreck erstens mobilisiert und verflüssigt werden und zweitens den Körper verlassen.
Durchfälle, Schwitzen, zwei klassische und schnelle Wege der Reinigung. Dennoch sind viele davon irritiert.

Andere stürzen sich Hals über Kopf in den Heilungsprozess (und stürzen notfalls sogar im Supermarkt).

Wie diese unerschrockene Klientin:

„Liebe Frau Li,

ich weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern können. Denn es suchen Sie bestimmt viele verschiedene Personen auf, und eigentlich ist es nicht wirklich wichtig für das, was ich jetzt schreibe. Ich möchte einfach ‚Danke‘ sagen und dass ich froh bin, Sie aufgesucht zu haben. Es war eine gute Entscheidung.
Ich habe Sie im März diesen Jahres aufgesucht, mit dem Wunsch, Sie mögen mir doch bitte ein Erlebnis aus den Körper holen, das mir in den Knochen liegt.

Ich bin heute noch erstaunt über die Erfahrung und was für eine Entwicklungsreihe Sie damit losgetreten haben.
Sie sind mir eine wahre Pfortenöffnerin gewesen. Ich kam damals nicht mehr weiter in der Entwicklung, aber nach dem Besuch bei Ihnen schlug die Türe für den weiteren Weg auf.

Ich möchte aber auch erwähnen – und ich muss heute dabei sehr über mich grinsen-, dass Sie mich damals ziemlich eingeschüchtert haben.

Ich kann mich heute noch erinnern, wie nervös ich unter Ihren Augenschein wurde, weil Sie so präsent sind und ruhig. Ich habe vorher noch nie eine Frau getroffen, die einfach so „da“ ist und mich wahrnimmt. Das hat mich fasziniert und gegruselt zugleich.
Irgendwie schön, aber aushalten konnte ich damals trotzdem nicht. Dabei hätte ich so gerne noch das ein oder andere gefragt. Auf jeden Fall war es recht gescheit von Ihnen, mir nicht zu sagen, was in den nächsten Wochen über mich hineinfallen würde. Sonst hätte ich vielleicht vorab Angst gehabt. Sie haben mich darauf hingewiesen, dass etwas die nächste Zeit passieren würde und dass ich mich oft hinlegen sollte. Aber… puh… das konnte keiner erahnen. Ich hatte solche Schmerzen, als würde sich mein Körper zurecht zurren. Ich habe gestunken, gefiebert und ständig gedurstet. Ich hatte von ein auf dem anderen Moment Panikattacken und fühlte mich völlig losgelöst, einen anderen Tag hatte ich das Gefühl, als würde mir jemand auf der Brust stehen und ich bekam keine Luft. Das war mitten im Supermarkt und ich dachte mir, ich setze mich mal besser auf den Boden neben dem Regal, dann kann ich zumindest nicht fallen. Ich habe später noch geheult, gewütet und einiges mehr.

Liebe Frau Li, das war wirklich eine Wucht.
Dann war es ganz vorbei und es kehrte Ruhe in mir ein.

Und seit dem…. ist einiges Schönes passiert.

Ich kann unter anderem endlich wieder angstfrei Buss fahren.
Ich habe damals vor Freude geweint und bin ständig wieder Buss gefahren – nur so zum Spaß, weil ich es kaum glauben konnte. 
Meine Allergie hat sich ganz zurück entwickelt und ich habe mich weiter entwickelt. Ich fühle mich wieder selbstsicherer und habe mehr Vertauen in mir.

Ein Bisschen, als wenn ich mehr geworden wäre.

Frau Li, vom Herzen ein großes Dankeschön! Es ist so gut, dass es eine Ärztin wie Sie gibt. Ich werde Sie irgendwann ein zweites Mal aufsuchen, wenn ich darf. Aber jetzt noch nicht. Noch passiert viel in mir und um mich.
Ich wünsche Ihnen bis dahin alles Gute und weiterhin viel Kraft für Ihre Taten!
In Dankbarkeit,

Ihre
N.“

Für die, die jetzt nicht abgeschreckt sind, hier noch ein bisschen Medizintheorie zur Heilung und Reinigung

4 Zeichen, dass sich lange Zeit blockiertes und körperlich manifestiertes Qi mobilisiert und löst

  • Fieber (calor)
  • Rötung (rubor)
  • Schwellung (tumor)
    und leider auch:
  • Schmerz (dolor)

Calor, rubor, tumor und dolor sind in der europäischen Tradition der Humoralpathologie die klassischen Anzeichen einer Entzündung- die von der modernen Medizin immer gleich im Keim erstickt wird.
Klar, Entzündung kann der Anfang vom Ende sein. Sie kann aber auch der Anfang vom Neuanfang -der Heilung- sein.

Keine Veränderung ohne Krise.
Auch die alte europäische Medizin sprach viel von der „crisis“: Der Zeit der Entscheidung.

crisis: Die Karten des Lebens werden neu gemischt.

Die Aufgabe des Arztes war nicht, die crisis zu verhindern, sondern die Patienten heil durch diese Initiation hindurch zu geleiten. Zum Beispiel mit kühlenden Wickeln und aufweichenden Kompressen, mit Aderlässen, Brechmitteln, Schweißtreiben und Abführmitteln.
Kommen wir also zum nächsten Punkt:
Irgendwo muss das aufgelöste Zeugs hin!

Physiologische Wege der Reinigung von krankmachendem Zeug

Was raus muss, muss raus.
Heutzutage bevorzugen die meisten Menschen ew, lautstark zu brüllen oder, notfalls zu weinen, wenn es um Kartharsis (Reinigung) geht. Klar, das machen wir auch. Ich bin eine große Verfechterin des Weinens. Tränen reinigen die Nieren und das Herz.
Nicht ganz so gute Presse haben Erkältungen und Heuschnupfen. Dabei sind gerade diese beiden nichts weiter als ein Versuch, alles mögliche aus dem Körper herauszuwerfen.
Rotz reinigt die Lunge und das Hirn. Schnupftabak für einen klaren Kopf hilft daher wirklich.
Heuschnupfen ist eine Form von Frühjahrsputz.
Auch Erkältungen haben ihre reinigende Funktion. Für viele Menschen sind Erkältungen der jährliche Hausputz undeine willkommene Gelegenheit, sich ins Bett zu legen und neu zu sortieren. Die lästige Triefnase und das Gefühl, enen benebelten Kopf zu haben, sind in Wirklichkeit der Versuch, unnutzen Nebel loszuwerden.
So erkältet sich so mancher als Reaktion auf Kümmernisse, Enttäuschungen und Kränkungen.

Liebeskummer ist ein ganz ganz großer Erkältungsfaktor.
Wenn demnächst die Erkältungszeit ansteht, achten Sie mal darauf, was da alles raus möchte.
Das heißt nun nicht, dass wochenlange Schniefnasen, sei es durch Heuschnupfen oder Erkältungen, sein müssen. Aber statt sie einfach zu unterbinden, mit den bekannten Nebenwirkungen: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Gewichtszunahme, tun wir gut daran, andere Ventile zu öffnen.
Das gleiche gilt auch für die meisten Haut-AUS-schläge.
Was raus muss, muss raus.

3 klassische Wege der heilenden Reinigung

Im Osten wie im Westen kennt die Heilkunst drei klassische Wege der Reinigung:

  • Erbrechen
  • Schweißtreiben
  • Purgieren (Abführen).

Die drei reinigenden Methoden helfen dem Körper, alte Gifte loszuwerden. Dabei verlässt auch die Hitze den Körper und die, durch Entzündung erhöhte, Körpertemperatur sinkt. Schweißtreiben und Purgieren sind in China bis heute verbreitet.

Mit Blut, dem kostbaren Saft, gehen Chinesen sehr sparsam um. Literweise Aderlässe wie bei den westlichen Doktoren vergangener Zeiten, sind tabu. Aber auch ein harmloser, quasi symboilischer, „Aderlass“ in Form winziger Tropfen Blutes aus ganz bestimmten Akupunkturpunkten wird in Notfällen (das Fieber steigt zu sehr, es kommt zu Fieberkrämpfen oder Delirium) mit großem Erfolg verwendet. Da die Chinesen großen Wert auf glückverheissende Zahlen, vor allem die drei legen (die vier bringt Unglück), zählt der Aderlass zu den „drei Methoden“. 

Vom Erbrechen sind die meisten chinesischen Ärzte abgekommen. Das ist verständlich, aber auch schade.
Nichts macht einen klareren Kopf als tiefes Erbrechen.

Tiefes Erbrechen (im Amazonas: „la purga“) heißt nicht „Finger in den Hals“.
Tiefes Erbrechen heißt, es muss mehr kommen als der Mageninhalt. Dazu braucht es reinigender Kräutermixturen, die dabei helfen, Schleim aus allen Meridiane zu mobilisieren und buchstäblich „Gift und Galle“ zu erbrechen.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich vor vielen Jahren einmal einem tapferen kleinen Jungen geholfen habe, der jahrelang unter extremer Benebelung und Migräneattacken litt: Beides Zeichen von Schleim.

Wir verwendeten ein Brechmittel gegen den Schleim. Wenn der Schleim draußen ist, wird der Kopf wieder klar. Es war eine echte Rosskur: Nach ein paar Tagen vorbereitender Diät, den Kräutern, den Nadeln, ging alles sehr schnell, kurz und hässlich. Die Mutter saß im Nebenraum und beherrschte sich auf bewundernswerte Weise, während ihr kleiner Junge gurgelnd vor einem großen Eimer kniete.
Der tapfere kleine Junge ist mittlerweile ein großer Mann mit abgeschlossenem Studium. Migräne hat er seit jenem Nachmittag, an dem er über dem Eimer kniete, nie wieder bekommen.

Also hier, zum Mitschreiben:
Heilung ist immer eine Möglichkeit- aber irgendwo muss der Dreck hin.

Wer ökologische Bedenken bei dieser Reinigung des Körpers hat: Wenn schräges Qi unseren Körper verlässt, verliert es seine Bedeutung. Es wird wieder zu Qi.

In der Chinesischen Medizin gibt es kein gut und böse, es gibt nur Qi, das in die falsche Richtung strömt.

 

Wunder im Schwarzen Wald

Das Wochenende kam und ging so schnell. Zwölf wundervolle Frauen fanden sich sich zu einer gemeinsamen Feier voller Wunder und Wandlungen. Wir haben unsere Uhren abgelegt und alle Programme vergessen. Jede in ihrem eigenen Rhythmus.
„So einen langen Tag habe ich noch nie erlebt“, sagte eine.
Es ist wahr. Wenn wir aufhören, die Zeit in vorgefertigte Pakete zu zerstückeln, entfaltet sich jeder Augenblick wie eine Blume.
Weiterlesen