Von aller Welt verlassen? Selbstheilung und Angstbewältigung für Mutige.

Angst essen Seele auf. Doch damit nicht genug:

Vielen Menschen ist längst klar, dass Beschwerden wie Enge auf der Brust, Atemnot, Herzrasen, Blasenschmerzen, schlechte Haut, Magenschmerzen und sogar Haarausfall mit Angst zu tun haben. Die Angst, nicht gut genug zu sein, Selbstunsicherheit, Verlustangst, Einsamkeit und Liebeskummer.

Immer wieder geht es um diese eine Angst: Von aller Welt verlassen zu sein.

Gehen Sie einfach den nächsten Schritt: Mitten hinein in die Angst. Seien Sie unbesorgt! Mutter Erde hält Sie fest.


Ein kleiner Briefwechsel zum Thema Beziehungen, Angst und all den garstigen Beschwerden, die die Angst auslösen kann:

Die ehemalige Klientin wollte gerne einen Termin. Stattdessen hat sie sich selbst geholfen. Darum geht es. Dies ist für mich die Medizin der Zukunft. Eine Medizin ohne Ärzte.

Liebe Frau Li,

ich war vor einiger Zeit in Ihrer Praxis, einmal weinend und einmal lachend.
Das hat mir sehr geholfen! Danke, nochmal!

Momentan stecke ich in einer schwierigen Situation und merke, dass mein Körper langsam nachgibt und absolut auf meine Gefühle reagiert.
Ich verspüre einen extremen Druck und dieser verengt meine Brust so stark, dass ich das Gefühl habe, kaum atmen zu können.
Permanent schmerzt meine Blase und ich nehme stark ab, obwohl ich nicht weniger esse. Mein Herz rast die ganze Zeit und meine Haut ist ganz schlecht. Mir fallen Haare aus und mein Magen ist wie ein Stein.

Ich weiß nicht mehr weiter und kann diesen Druck auch durch Sport oder Dingen die mir gut tun nicht lösen.
Hätten Sie in nächster Zeit noch einmal einen Termin für mich? Oder einen Hinweis, der mir weiterhelfen könnte?
Das Ganze entsteht aus Beziehungsproblemen, aber ich will eigentlich nicht, dass die mich so heftig treffen und habe große Angst, dem nicht standhalten zu können.
Ich würde mich sehr über Ihre Antwort freuen,

Liebe Grüße,

X.Y.
Liebe X, Y.,

mein erster Vorschlag für Sie wäre gewesen, Sport und Dinge, die Ihnen gut tun, zu betreiben. Das baut ein Übermaß an Stresshormonen ja bekanntlich ab. Oder aber nicht. Haben Sie ja schon versucht.

Mein zweiter Gedanke ist folgender: Warum müssen Sie den Beziehungsproblemen „standhalten“?
Sich gegen die eigenen Gefühle aufzustemmen, ist ein von vornherein verlorener Kampf.

Vielleicht tut es einfach weh, richtig weh, es schmerzt und reitend auf dem Schmerz kommen dann noch mehr Schmerzen und alte Erfahrungen und das ganze Sammelsurium alter Schmerzen und Traumata.
Dazu sind die vielen Menschen, die uns Schmerz zufügen, in unserem Leben: Sie helfen uns, zu heilen.

Unabhängig, was nun die „Beziehung“ macht:
Gehen Sie in die Stille. Sitzen oder liegen sie und atmen Sie und fühlen einfach nur das Elend und den Schmerz und die Angst und bleiben Sie dabei. Mit großem Mitgefühl wie mit einem armen kleinen Mädchen. Keine Selbstvorwürfe. Keine Beschimpfungen. Kein „jetzt reicht‘s aber“.
Weiteratmen und einfach schmelzen.
Ich selbst habe für solche Situationen einen albernen kleinen Satz, der mir einmal kam, als ich begriff, dass ich, ganz gleich was passiert, zumindest von der Erde getragen werde. Ich murmelte wieder und wieder, mantra-artig, vor mich hin: „Ich kann nicht runterfallen“.
Dazu stellte ich mir vor, wie meine Mutter, die Erde, mich gut und sicher in ihren Armen hält, mich wiegt und schaukelt und wie ihre Wärme aus der Tiefe aufsteigt und mein Herz erreicht.

Also vollkommen kindlich. Aber unser Unterbewusstsein gleicht in vielem einem intelligenten Kleinkind. Wenn wir die entsprechende Sprache verwenden, reagiert es eher.
Vielleicht finden Sie ja auch einen Satz oder ich schenke Ihnen meinen.

Glauben Sie mir: Alles ist leichter auszuhalten, als das „Starksein“.

Wenn Sie mir nicht glauben, gibt es wieder Nadeln 😉

Liebe Grüße,
Christine Li
Liebe Christine Li,

vielen Dank für diese „Anleitung“.
Sich dem Schmerz hinzugeben, kam mir gar nicht in den Sinn. Automatisiert hatte ich das „stark sein müssen“ und „durchhalten“. Ich konnte mir unter diesem Druck kaum vorstellen, wie ich mit meiner geringen körperlichen Energie in den nächsten Tag komme.

Ich habe mich nun in mich zurückgezogen und dahinbegeben, das war eine sehr lehrreiche Reise:
Vor allem, die Gefühle mit mir selbst zu teilen, also mir selbst meine eigenen Gefühle mitzuteilen. Das ist ein guter Trick.
Der Angst ins Gesicht zu schauen, jetzt weiß ich wirklich, was das heißt.

Langsam fährt der Körper wieder aus dem Ausnahmezustand.

Danke, dass Sie mir so schnell und ausführlich geantwortet haben! Ein schönes sonniges Wochenende und liebe Grüße,

X.Y.

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